Brigitte Fassbaender - berühmte Tochter eines großen Sängers

  • Auch das Jahr 2009 bringt wieder viele Jubiläen und runde Geburtstage mit. Das ist natürlich für uns jeweils Grund genug für einen neuen Thread.
    In diesem Fall eröffne ich den Reigen im Neuen Jahr mit einer meiner Lieblings-Sängerinnen, die im Jahre 2009 ihren 70 Geburtstag feiern kann, allerdings erst in ein paar Monaten! Da ich - wie schon mehrfach zum Ausdruck gebracht, mit den schrillen Stimmen nicht viel anfangen kann, handelt es sich auch hier wieder um eine Dame mit tieferer Stimmlage:


    Fassbaender, Brigitte, dt. Mezzosopran, * 3.7.1939 Berlin. Die Tochter Willy Domgraf-Fassbaenders studierte bei ihrem Vater und debütierte 1961 als Niklaus in München. Sie hatte an ihrer Stammbühne sowohl die Hosenrollen von Cherubino, Sextus bis Komponist und Octavian (in der berühmten Aufführung unter Carlos Kleiber) wie dramatische ital. Rollen (Eboli, Amneris) und dt. Partien (Brangäne, Fricka) gesungen, auch Carmen und Charlotte. Sie erarbeitete sich ein breites Repertoire während ihrer langjährigen Tätigkeit an den großen Opernhäusern der Welt. Daneben verfügt sie über ein breites Repertoire an Liedern.
    Sie begann auch, Regieaufgaben zu übernehmen. 1995 beendete sie ihre Karriere als Sängerin. Sie wurde hauptamtliche Regisseurin und wurde 1999 Intendantin des Landestheaters Innsbruck.


    Auch während ihrer Sängertätigkeit an den Opernhäusern der Welt hat sie den Kunstlied-Gesang stets gepflegt, sodaß heute ihre Schallplattenpräsenz auf dem Liedsektor größer ist als im Opernfach.


    Deshalb hier auch als erstes Beispiel eine Liederplatte von ihr:



    Brigitte Fassbaender - Lieder Vol. 1
    Zigeunerlieder & Lieder von Schumann,
    Liszt, Dvorak, Brahms u. a.
    EMI , ADD, 1973


    Hörproben gibt es bei jpc.


    LG


    :hello: :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Diesen Monat wiederholt der ZDF-Theaterkanal die Sendung mit Brigitte Fassbaender aus der berühmten "da capo" - Reihe mit August Everding:


    da capo
    Brigitte Fassbaender
    im Gespräch mit August Everding (1995)


    Regie: Ingrid Thüsing


    Zitat

    Die Mezzosopranistin Brigitte Fassbaender startete ihre Karriere Anfang der 60er Jahre an der Münchner Staatsoper. 1995 sprach sie mit August Everding über Stationen ihres beruflichen wie privaten Lebens. Brigitte Fassbaender wurde als Tochter der Schauspielerin Sabine Peters und des weltberühmten Bariton Willy Domgraf-Fassbaender geboren. Durch ihren Vater erhielt sie ihre Gesangsausbildung an der Musikhochschule von Nürnberg (1957-1961). Noch während der Studienzeit wurde sie von Rudolf Hartmann, dem damaligen Münchner Intendanten zu einem Vorsingen an der Oper eingeladen. Sie erhielt sofort einen Vertrag und sang ab 1961 an der Bayerischen Staatsoper. Ihre Liebe zum Lied und zur sakralen Musik entdeckte Brigitte Fassbaender bereits Ende der 60er Jahre und hat sie im Laufe ihrer Karriere auch stets gepflegt. In den letzten Jahren widmete sie sogar zwei Drittel ihrer Auftritte dem Liedgesang. Ihre Konzertprogramme und Lied-Plattenproduktion lassen eine eindeutige Vorliebe für die Komponisten der Romantik erkennen: Schubert, Schumann, Mendelssohn, Brahms oder auch Hugo Wolf. 1988 übernahm sie mit dem "Rosenkavalier" ihre erste Opernregie in München. Seitdem arbeitet sie auch auf diesem Gebiet erfolgreich. Einen bedeutenden Teil ihrer Freizeit widmet sie der Malerei. Ihre Bilder waren schon in mehreren Ausstellungen zu bewundern.


    Termine im ZDF-Theaterkanal


    Di, 06.01.2009 16:20 Uhr
    So, 11.01.2009 16:20 Uhr
    Mo, 12.01.2009 11:20 Uhr
    Fr, 16.01.2009 16:20 Uhr
    Sa, 17.01.2009 11:20 Uhr
    Do, 22.01.2009 16:20 Uhr
    Fr, 23.01.2009 11:20 Uhr(41 min.)


    LG


    :hello: :hello:


    In diesem Zusammenhang erlaubt mir bitte noch den Hinweis auf die Oper "Werther", die in diesem Monat im ZDF-Theaterkanal ausgestrahlt wird! Brigitte Fassbaender singt da die Charlotte!

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Lieber Harald!


    Danke, dass Du an Brigitte Fassbaender erinnerst!


    Brigitte Fassbaender wird für mich immer eine Traumstimme mit einerm außergewöhnlichem schauspielerischen Talent bleiben.


    Ihr Orlovsky ist ja schon eine Erinnerung, keine machte es ihr je nach.


    :jubel: :jubel:


    und da einmal "nur" zum "Hören"!


    Und ihr Hänsel ist für mich immer ein Traum gewesen. :jubel: :jubel:



    Liebe Grüße sendet Dir Peter aus Wien, mit besten Wünschen für 2009. :hello: :hello:

  • Eine der großen Opernpartien, der so geschätzten Brigitte Fassbaender, war für mich die Klytämnestra, in der Richard Strauss Oper "Elektra",


    mit dieser Partie verabschiedete sie sich ja auch in Wien, von ihrem Publikum.


    Da gab sie eine beklemmende Studie dieser Frauengestalt.


    :jubel: :jubel:


    Liebe Grüße Peter aus Wien. :hello: :hello:

  • Zwei sehr beeindruckende Lieder-Recitals aus den 80er Jahren sind bei verschiedenen kleineren Labels (ich habe Acanta/PILZ, jetzt anscheinend auf ARTS) erschienen; einmal Brahms und einmal Mahler/Berg/Ogermann:



    Das war meine erste CD mit Brahms-Liedern und bis heute meine liebste.


    Auch die Winterreise (EMI, Klavier A. Reimann) habe ich als sehr ausdrucksstark in Erinnerung, sie konnte jedenfalls meine Vorurteile gegen eien von einer Frau gesungene Fassung entkräften.
    Die Alt-Rhapsodie (DG, Dir.: Sinopoli) hat mir ebenfalls sehr gut gefallen, allerdings ist der Rest (ohne Fassbaender) dieser Chormusik-CD zwar ordentlich, aber nicht unbedingt erste Wahl (wobei ich nicht weiß, ob es beim Triumphlied eine erste Wahl gibt und man das Stück nicht unbedingt braucht, bei den beiden anderen: Abbado/Berlin/DG)



    :hello:


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Lieber Harald!


    Oder wer es weiß von Euch!


    Ich suche seit Jahren eine Aufnahme, wo Birgit Fassbaender das Lied der Kürfüstin,


    "Als geblüht der Kirschenbaum" aus Carl Zellers Operette "Der Vogelhändler" singt. :jubel: :jubel:


    Ich habe es auf MC aufgenommen, nur bei den vielen MCs und bei meiner "herrlichen Ordnung" da finde ich es nicht,


    ich weiß nicht mehr wo und auf welcher MC ich es aufgenommen habe, gibt es das auf einer CD?


    Liebe Grüße und Danke für die Hilfe, Euer Peter aus dem kalten Wien. :hello: :hello:

  • Lieber Peter,


    ich bin zwar nicht Harald, helfe aber trotzdem gern. Auf dieser CD ist es drauf (wie eine kurze Google-Suche mit deinen Angaben ergeben hat):



    Und zum Thema: Die von JR abgebildete Brahms-CD besitze ich. Sie ist wirklich superb und für den Preis unbedingt kaufenswert.


    :hello:
    Thomas

  • Hallo zusammen,


    was die Winterreise angeht, so hatte ich nie Vorbehalte dagegen, dass sie von einer Frau gesungen wird.
    Brigitte Fassbaenders Aufnahme war nämlich nach einer sehr positiven Rezension in einem Klassik-Magazin mein erster Kontakt mit der Winterreise - sogar meine erste Lied-CD überhaupt!



    Und noch immer ist diese sehr ausdrucksstark gesungene Version meine liebst Aufnahme der Winterreise!


    Viele Grüße
    Frank

    From harmony, from heavenly harmony
    this universal frame began.

  • Es kann ja fast nicht wahr sein, dass es noch keinen Thread vorher zu Brigitte Fassbaender gibt!! :no:


    Aber ich fasse mich selbst an die Nase, denn mir ist es auch nicht aufgefallen, peinlich. Ich habe ihr mal vor ganz langer Zeit vorgesungen (mit nahezu unkontrollierbarem Lampenfieber), eine sehr ehrliche Meinung von ihr gehört - ich war schon noch eine arge Anfängerin :O - und mich trotzdem angespornt gefühlt, weiterzumachen.


    Hänsel, Oktavian und Orlowsky finde ich kaum zu toppen. Klasse auch Charlotte aus Werther sowie die Nancy aus Martha und ihre Leistungen im Lied- und Oratoriumsberecich. Ihre Altpartie der Petite messe solemnelle von Rossini hat mich auf den Schlag veranlasst, mit diese Partie vorzunehmen. Die Winterreise steht m. E. der von Difidi in nichts nach.


    Die Klythemnestra von ihr ist mir bisher entgagnen, aber ich habe eine Aufnahme der Götterdämmerung - Waltraute, die etwas ambivalente Gefühle auslöst, denn sie hatte m. E. nie eine dramatische Stimme (was kein Manko ist). Sie gleicht dies aber mit einer enormen Darstellung aus, die sie rein mit der Stimme ohne sonstige Hilfsmittel gestaltet.


    Im Gegensatz zu einigen anderen Kollegen ihrer Klasse hat sie den richtigen Zeitpunkt für den Absprung geschafft, sodass man immer diese schöne, jung gebliebene Stimme in Erinnerung haben wird. Sie gibt ihr Können in hohem Maße weiter, was auch nicht selbstverständlich ist. Insgesamt ergibt sich ein Bild eines langen und abgerundeten Schaffens, das jegliche bewunderung verdient und es sei ihr zu wünschen, einen zufriedenstellenden 70ger zu schaffen und noch viel darüber hinaus.


    LG


    :hello:


    Ulrica

  • Lieber Thomas!


    Herzlichen Dank, Du bist eine große Hilfe für mich - und preisgünstig ist die CD auch noch.


    Liebe Grüße und die besten Wünsche für 2009 sendet Dir Peter aus Wien. Nochmals Danke. :hello::hello:

  • Zwischen all den Musikaufnahmen von Brigitte Fassbaender möchte ich hier ein kleines Buch vorstellen, das Wolf-Eberhard von Lewinski vor etlichen Jahren herausgegeben hat und das es immer noch im Buchhandel gibt:




    Brigitte Fassbaender

    (Schott, 1999)
    Von Wolf-Eberhard von Lewinski. Taschenbuch, 140 Seiten, zahlreiche s / w-Fotos.


    Zitat

    Über 30 Jahre stand sie auf der Bühne und auf dem Konzertpodium, und wer sie hörte und sah, vergisst weder den unverwechselbar dunkelsuggestiven, ausdrucksstarken Klang ihres Mezzosoprans noch ihre leidenschaftlich geformten Rollen-Interpretationen.Im Interview mit Wolf-Eberhard von Lewinski zeichnet die Sängerin ihren Werdegang nach, gibt Antworten auf Fragen der Sangesausbildung, des Karriereverlaufs, ihres Rollenverständnisses auf der Opernbühne, der Arbeit mit Sängerkollegen und Dirigenten, erläerläutert die Gründe für den Entschluss zur Beendigung der Sängerkarriere und den Wechsel zur Operninszenierung. Nicht nur ein Rückblick auf eine große Sängerlaufbahn, sondern auch ein Ausblick auf die Intendantentätigkeit am Tiroler Landestheattheater Innsbruck.


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Vom Vater zur Tochter:


    Brigitte Fassbaender gehört für mich bis heute zu den ganz großen Vertreterinnen ihres Faches. Ihr Hänsel steht für mich auf dem Olymp dieser Rolle gleich neben dem von Agnes Baltsa, und ihr Octavian ist für mich trotz Sena Jurinac, Christa Ludwig, Susan Graham und Anne Sofie von Otter unübertroffen, weil sie die Rolle nicht nur vorzüglich sang, sondern auch optimal darstellte. Zum Glück habe ich sie in dieser Rolle sowie als unübertrefflicher Komponist in der ARIADNE AUF NAXOS - eine Oper, die sie in Meiningen dann auch inszeniert hat - auch live erleben können. Aber man sollte sie nicht nur als ideale Verkörperung erlesener Hosenrollen sehen, zu denen natürlich einer der besten Orlovskys gehörte. Immerhin brachte sie auch Glanzleistungen in so verschiedenen Rollen und Opern wie PALESTRINA,



    RIGOLETTO



    oder Carlos Kleiber TRISTAN UND ISOLDE, wo ihre Brangäne neben seinem Dirigat die andere Spitzeleistung ist:



    und natürlich auch die Gräfin Geschwitz in Alban Bergs LULU. Aber diese Lesbe ist ja schon wieder eine halbe Hosenrolle.


    Leider gibt es ihre vorzügliche Giulietta aus Offenbachs LES CONTES D'HOFFMANN nur in einem Rundfunkmitschnitt aus Florenz unter Antonio de Almeida: das ist um so bedauerlicher, als Almeida da eine selbst eingerichtete Fassung mit eigenen Fundstücken spielen lässt, die mir vollständiger und sinnvoller als alle anderen vor der Rekonstruktion Kayes erscheint, was ihre Rolle umfangreicher als irgendwo sonst macht. Zudem hat sie mit einem Neil Shicoff in Bestform, Catherine Malfitano und Arleen Auger sowie den prallen Schurken von Sesto Bruscantini ein Umfeld, das sich absolut hören lassen kann.


    Hoffentlich geht es ihr mit der überraschenden Rekonstruktion von Humperdincks DORNRÖSCHEN besser, denn ihre böse Fee Dämonia, die jüngst in der Einrichtung von Ulf Schirmer zu hören war, ist definitiv eine offizielle Ausgabe wert, auch wenn die Rolle "nur" eine Sprechrolle war.


    Und schließlich finde ich es besonders schön, dass Ulrica schon Rossinis PETITE MESSE SOLENELLE erwähnte, denn ihre Aufnahme mit ihrem Lieblingsdirigenten und Begleiter Wolfgang Sawallische war auch für mich eine der Aufnahmen, in denen ich Brigitte Fassbender für mich entdeckte.



    Danke Harald für die überfällige Schließung dieser Lücke.


    :hello: Jacques Rideamus

  • Ich kann doch nicht ihren Orlovsky nicht vergessen, aber nicht den aus Wien, sondern


    den aus München, mit Carlos Kleiber als Dirigent.


    :jubel: :jubel:


    Die Inszenierung ist ja auch die, die wir in Wien an der Staatsoper haben - und die wird nicht alt werden.


    Liebe Grüße sendet Euch Peter aus Wien. :hello: :hello:

  • Brigitte Fassbaender hatte nicht nur einen wunderschön timbrierten,
    technisch perfekt geführten Mezzo-Sopran. Sie war auch eine äußerst ausdruckvolle Darstellerin. Ihre Musikalität und Modulationskunst bewies sie auch als Liedersängerin, die sogar sonst meist nur Männern vorbehaltenes Repertoire eindrucksvoll interpretieren konnte.
    Auf Grund Ihrer Universalität wurde sie nach Ende der Sängerkarriere eine geschätzte Regisseurin und Intendantin. Brigitte Fassbaender setzte die Familientradition in schönster Weise fort. Ihr Vater, der nicht minder berühmte Bariton Willy Domgraf-Fassbaender wird im Sänger-Olymp die fabelhafte, vielseitige Opernlaufbahn seiner Tochter mit Freude verfolgt haben. Genau so wir wir dies mit Bewunderung tun.
    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Jeder, der mich kennt, weiß, daß meine besondere Liebe deutschsprachigen Opern gilt. Brigitte Fassbender hat verschiedene Einspielungen großer Opernquerschnitte in deutscher Sprache aufgenommen, von denen ich hier zwei Beispiele vorstellen will:


    1) Bizets "CARMEN" - Großer Querschnitt in deutscher Sprache



    Aufnahme: 1973, Studio
    Dirigent: Giuseppe Patané
    Staatskapelle Dresden
    Chor der Dresdener Staatsoper
    Carmen: Brigitte Fassbaender
    Dancaïre: Horst Hiestermann
    Don José: Ludovico Spiess
    Escamillo: Wolfgang Anheisser
    Frasquita: Renate Hoff
    Mercédès: Ingeborg Springer
    Micaëla: Anneliese Rothenberger
    Remendado: Harald Neukirch
    Zuniga: Horst-Dieter Knorrn


    2) Verdi "DON CARLOS" Großer Querschnitt in deutscher Sprache



    Aufnahme: 1973, Studio
    Dirigent: Giuseppe Patané
    Rundfunk-Symphonie-Orchester Berlin


    Don Carlo: Nicolai Gedda
    Elizabetta di Valois: Edda Moser
    Filippo II.: Kurt Moll
    La Principessa Eboli: Brigitte Fassbaender
    Rodrigo, Marquis de Posa: Dietrich Fischer-Dieskau


    Brigitte Fassbender geht hier in der Rolle der Eboli bis an die Grenze ihrer stimmlichen Möglichkeiten. Sie hat später diese Rolle nicht mehr gesungen.


    Zwei echte Kleinode in der Fassbaender-Discographie! :jubel: :jubel:


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Lieber Harald!


    Da sprichts Du mir aus dem Herzen auch ich liebe die Deutsch gesungene italienische oder französische Oper.


    Diese beiden Aufnahmen mit Brigitte Fassbaender sind ja "wahre Zuckerln".


    Liebe Grüße sendet Dir Peter aus Wien. :hello::hello:

  • Neben der zahlreichen Lieder-Aufnahmen gibt es kaum Opern-Recitals von Brigitte Fassbaender. Umso erfreulicher ist es, daß diese Orfeo-Aufnahme nach wie vor lieferbar ist:



    Brigitte Fassbaender singt berühmte Arien

    v. Händel, Gluck, Mozart, Bellini, Tschaikowsky,
    Bizet, Saint-Saens, Massenet, Wagner


    Brigitte Fassbaender,
    Stuttgart RSO, Graf
    (Orfeo , DDD, 83 )


    Hier singt sie übrigens alles in Originalsprachen! Für ihre künstlerischen Leistungen erhielt Brigitte Fassbaender die Ehrendoktorwürde. 1979 wurde sie mit dem Deutschen Kritikerpreis geehrt, 1985 mit dem Frankfurter Musikpreis und 2004 mit dem Mozart-Preis. Seit 2005 ist sie die Vorsitzende der Richard-Strauss-Gesellschaft und übernimmt ab 2009 die künstlerische Leitung des Richard-Strauss-Festivals in Garmisch-Partenkirchen. Von Ruhestand ist noch keine Rede!


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Lieber Harald!


    Es istz beruhigend zu lesen, dass Brigitte Fassbaender nicht in den Ruhestand gehen will. :jubel: :jubel:


    Leider hat sie sich ja von der Bühne zurückgezogen, aber sie hat bestimmt gewusst warum sie noch im Vollbesitz ihrer Stimme, sich von ihren Fans, verabschiedete.


    Liebe Grüße sendet Dir Peter aus dem kalten Wien. :hello: :motz:

  • Auch als Marthe in Gounods "Faust" weiß Brigitte Fassbaender durchaus zu gefallen...


    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Frank hat weiter oben schon die CD mit Schuberts "Winterreise", gesungen von Brigitte Fassbaender, vorgestellt.


    Der berühmte tschechische Filmemacher Petr Weigl hat Schuberts Liederzyklus mit seiner Lieblingssängerin filmisch umgesetzt. Das Resultat ist auch als DVD erhältlich:



    This DVD directed by Petr Weigl features Brigitte Fassbaender.


    Zitat

    A moving dramatization of classical composer Franz Schubert's masterwork DIE WINTERREISE (The Winter Journey) with a vocal interpretation by mezzo-soprano Brigitte Fassbaender.


    Directed by distinguished Czech filmmaker Petr Weigl, this dramatization of Schubert's masterwork "Die Winterreise" is a song cycle beautifully interpreted by mezzo-soprano Brigitte Fassbaender. The various human emotions conveyed by the songs are tantalizingly reflected and alluded to in a number of interwoven storylines linking the various travelers undertaking the 'winter journey.' Weigl created his film with an eye toward conceptual expression of theme and mood rather than merely illustrating the events of the stories.


    Source: Image Entertainment, Inc.


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • In seiner Reihe "Orfeo - Das Opernstudio" bringt der Westdeutsche Rundfunk in seinem 3. Programm am kommenden Sonntag, dem 7. Juni 2009 in seinem 3. Programm eine Sendung mit Brigitte Fassbaender zu ihrem bevorstehenden 70. Geburtstag:


    Orfeo - Das Opernstudio


    "Über den Titel Kammersängerin habe ich mich sehr gefreut – ein Ehrentitel"
    Zum Siebzigsten der Sängerin, Regisseurin und Intendantin Brigitte Fassbaender


    Richard Lorber im Gespräch mit Brigitte Fassbaender


    Zitat

    Am 3. Juli 2009 feiert Brigitte Fassbaender ihren 70. Geburtstag. Im Interview mit Richard Lorber sagte sie, Rückschau, sei ihre Sache nicht, sondern: „Ich lerne gerne dazu“.


    Seit 10 Jahren ist sie Intendantin des Tiroler Landestheaters Innsbruck, ein Beruf, den sie mit der gleichen Leidenschaft ausübt wie den der Opernregisseurin. Fast 50 Opern hat sie als Regisseurin auf die Bühne gebracht, seit sie 1995 von einem Tag auf den anderen und zum großen Bedauern ihres Publikums ihre Gesangskarriere nach einem Liederabend mit der „Schönen Magelone“ beendete.


    Einem breiten Publikum ist Brigitte Fassbaender aber als herausragende Mezzosopranistin der 70er und 80er-Jahre auf der Opernbühne (ihre Paraderolle war der Octavian) und im Liedfach (ihre „Winterreise“ mit Aribert Reimann am Klavier hat Interpretationsgeschichte geschrieben) in Erinnerung.


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Heute können wir Brigitte Fassbaender zum 70. Geburtstag gratulieren!


    Bereits gestern hat Chris Tengel in ihrer Sendung "Apropos Oper" im 1. Programm des Österreichischen Rundfunks des Ehrentages der berühmten Sängerin gedacht:


    Zitat

    Als Intendantin führt Brigitte Fassbaender "ihr" Tiroler Landestheater so, wie sie als Sängerin war: reflektiert, doch temperamentvoll, integer, ein Ensemblemensch, mit (schon vom Sänger-Vater vermittelten) höchsten Ansprüchen an sich selbst.


    Laut eigener Aussage war die "Werther"-Charlotte Brigitte Fassbaenders Traumrolle. Eine ganze Generation von Strauss-Fans, nicht nur in München, Fassbaenders Karriere-Zentrum, ist aufgewachsen mit ihrem (auch im Spiel) Ideal-Octavian, mit ihrem Humperdinck-Hänsel vor Augen, mit ihrer "Cosi-fan-tutte"-Dorabella und ihrem Orlofsky im Ohr.


    Böhm holte sie für Mozart nach Salzburg, Kleiber für seinen Liedersänger-"Tristan" ins Plattenstudio. Überhaupt: Lieder! Das Umgehen-Können mit Worten und Nuancen zeichnete auch Brigitte Fassbaenders Opern-Singen aus, gemeinsam mit Ernsthaftigkeit und Leidenschaftlichkeit.


    Aber auch andere Radiosender bringen in diesen Tagen Sendungen über Brigitte Fassbaender oder spielen zumindest ein paaar Musiktitel von ihr.


    Von hier aus: Herzlichen Glückwunsch zum 70., liebe Brigitte!!! :jubel:


    LG


    :hello:

    Harald


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    (Vinícius de Moraes)

  • Zitat

    Original von Knusperhexe
    Also, ihre Inszenierungen finde ich furchtbar :-(


    Das stimmt, mit ihrer eigenen Regieführung hatte sie wahrlich keine glückliche Hand. Als Intendantin sollte sie die Regie anderen überlassen.


    Aber wir sitzen hier nicht über ihre Inszenierungen vor Gericht, der Thread handelt von "Stimmen" - und Stimme hatte sie, das ist unstrittig. Ich freue mich immer, wenn ich Ihre Lieder- und Arien-CDs höre!


    LG


    :pfeif: :pfeif:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Ich finde auch, daß man vor allem ihre Liedaufnahmen würdigen sollte.


    Komischerweise mutieren viele gealterte "Opernstars" zum


    Regietheaterregisseur.


    Da kann man auch nicht sagen: Sänger bleib bei deinen Stimmbändern,


    weil die ja nicht mehr so richtig mitmachen.


    :hello:Herbert.

  • Zitat

    Original von Herbert Henn


    Komischerweise mutieren viele gealterte "Opernstars" zum


    Regietheaterregisseur.


    Vielleicht weil sie die Stücke dermaßen oft gesehen bzw. miterlebt haben, versuchen sie auf Teufel komm raus etwas Neues zu machen. Ein einziger Krampf!!!!


    Nochwas zu den Stimmbändern: Die Fassbaender war die einzige, die bei dem Humperdinck'schen Dornröschen im letzten Jahr richtig gut war. Sie hatte allerdings nix zu singen, sondern nur melodramatische Passagen - und das hat sie richtig gut gemacht.

  • Bei Brigitte Fassbaender und der "Fledermaus" fällt mir noch die Aufnahme von Emi unter Boskowsky ein, in der sie den Orlofsky zum ersten Mal einspielte, eine auch dank der anderen Besetzung (Gedda, Rothenberger, Holm, Berry) nicht schlechte Aufnahme.
    Eine andere empfehlenswerte Eiinspielung ist ein Münchner Livemitschnitt der Eugen-Onegin-B-Premiere von 1962. Hier singt sie die Olga an der Seite von Wunderlich.
    Na und dann natürlich noch eine Martha-Einspielung von Emi, in der sie eine sehr jugendliche Nancy bietet, auch hier eine Referenzaufnahme des Stückes.
    Übrigens Fassbaender in der Operette: Als Orest in der Helena-Aufnahme von Willy Mattes ist sie meines Erachtens die beste Interpretin überhaupt. Etwas jung, aber musikalisch gut ist sie als Oberhofmeisterin in Oscar Straus' Walzertraum, auch bei Emi.
    Schade, dass Emi sie damals nicht als "Boccaccio" in derSuppé-Operette eingesetzt hat, das wäre sicher brillant geworden.


  • Brigitte Fassbaender (Icon Series)
    8 CDs
    Arien & Lieder von Schubert, Schumann, Mendelssohn, Brahms, Liszt, Flotow, Wolf, Mahler, Offenbach, J. Strauss II, Schönberg, Berg
    Künstler:
    Brigitte Fassbaender,
    Karl Engel, Erik Werba, Aribert Reimann, Irwin Gage, Wolfgang Sawallisch,
    Neville Marriner, Eugen Jochum, Riccardo Muti, Jeffrey Tate, Robert Heger u. a.
    Label: EMI, ADD/DDD, 1963-1991

    Erscheinungstermin: 1.2.2013


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Leider habe ich die Stimme von Brigitte Fassbaender nur auf CD, und da war sie überaus gut.


    Ihre Inszenierungen - schon Knusperhexe hat darauf hingewiesen - haben leider nicht diese Qualität. In den 90-er Jahren machte sie in Chemnitz einen Verdi (ich bin mir nicht ganz sicher, ob es Traviata oder Rigoletto war - das Programm liegt im Kellerarchiv), der extrem von den bis dahin bekannten Inszenierungen abwich. Heute würde man übelstes Regietheater dazu sagen. Immerhin waren tolle Sänger damals fest verpflichtet in Chemnitz (die weiß ich noch), nämlich Boris Statsenko, Swetlana Katchour und Wladimir Solodownikow. Musikalisch war es ein Genuß, Oleg Caetani hatte dirigiert, und die musikalische Seite bekam viel Beifall. Fassbaender wurde gnadenlos ausgebuht. In der Presse schrieb sie danach: "Das ist man hier wohl so noch nicht gewöhnt. Man wird sich gewöhnen müssen!" Leider hatte sie recht!


    La Roche

    Musik ist eine heilige Kunst - Hugo von Hofmannsthal. Aussage des Komponisten aus der Oper "Ariadne auf Naxos" mit der Musik von Richard Strauss.


  • Auch ich aabe zu Brigitte Fassbaenders heutigem Geburtstag diese ausgezeichnete CD mit der Winterreise, Klavier Aribert Reimann, mitgebracht:




    Brigtte Fassbaender feiert heute ihren 76. Geburtstag.


    Hrzlichen Glückwunsch!


    Willi :jubel::jubel::jubel::jubel::jubel:

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).