Papst Kesting

  • EEs gibt in der Tat mehrere legitime Ansätze beim Sachs, die alle überzeugen können, wenn der Sänger es versteht, ein plastisches Rollenportrait zu kreieren.

    Hast Du Dir denn schon einmal den Sachs von José van Dam unter Solti angehört? Ein sehr subtiles, kultiviertes Portrait. Auch dann, wenn der gute José eher an einen französischen Händler von Cognac als an einen deutschen Schuster erinnert. Ich liebe es aber, dass er (ähnlich wie Schorr) den Sachs nicht spricht, sondern tatsächlich singt.

  • Hast Du Dir denn schon einmal den Sachs von José van Dam unter Solti angehört? Ein sehr subtiles, kultiviertes Portrait. Auch dann, wenn der gute José eher an einen französischen Händler von Cognac als an einen deutschen Schuster erinnert. Ich liebe es aber, dass er (ähnlich wie Schorr) den Sachs nicht spricht, sondern tatsächlich singt.

    Ja, habe ich in der Tat, wurde damit aber nicht wirklich warm, wenn ich ehrlich bin. Nach der landläufigen Meinung war van Dam sogar die Schwachstelle in der (zweiten) Solti-Einspielung. Die Höreindrücke müsste man beizeiten wieder auffrischen. Ich habe diese Aufnahme lange nicht gehört. Vielleicht fiele mein Urteil mittlerweile positiver aus. Damit soll der Sänger van Dam nicht generell abgewertet werden, nur in Wagner-Rollen war ich nie sein Fan.

    »Das ist sehr groß, ganz toll! Man möchte sich fürchten, das Haus fiele ein.«

    – Goethe über den Kopfsatz der 5. Sinfonie von Beethoven

  • Der "Papst" ist nun tot - und er wird keinen Nachfolger finden. Eigentlich hat er ja schon vor 18 Jahren die Letzte Buchausgabe herausgegeben. Wiene weitere währ vermutlich notwendigerweise 5 bändig geworden oder/und man hätte ältere Einräge entfernen müssen. Der Protest der Fans wär garantiert. Kesting hätte eine Neuauflage - kraft seiner Kompetenz - eventuell durchggedrückt (wenn der Verlag mitgespielt hätte) Ein Newcomer hat heutzutage keine Chance. Die lieben Stimmenfreunde möchten alles via internet geliefert bekommen - und das natürlich kostenlos. Und dazu ist narürlich kein Musikkritiker bereit....


    Eine Ära ist zu Ende


    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Wenn man die Nachrufe zu Jürgen Kesting liest, wird deutlich, wie du schreibst Alfred Schmidt: Eine Ära ist vorbei.


    Wer hat heute die Erfahrung, das fachliche Wissen und die journalistische Kompetenz sich über klassische Musik zu äussern?


  • Wer hat heute die Erfahrung, das fachliche Wissen und die journalistische Kompetenz sich über klassische Musik zu äussern?

    Das ist nicht das einzige Problem. Das zubearbeitende Material schwillt immer mehr und mehr an und wird unüberschaubar.

    Das ist schwer in eine Nachschlagewerk zu bringen.

    Und es ist schwer eine Leserschaft zu finden die das honoriert (im Sinne von bezahlt)

    Ich habe mich für die 4 Bändige Ausgabe interessiert, aber zum einen ist sie kaum zu bekommen, und wenn, dann sündteuer. Aber das Hauptproblem ist das Erscheinungsjahr der letzten Auflage: 2008

    Also total veraltet. Niemand wäre bereit die in der Zwischenzeit hinzugekommenen Stimmen und Aufnahmen zu sichten und zu ordnen, denn der Aufwand läge im Bereich des Unbezahlbaren....


    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



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  • Ich habe mich für die 4 Bändige Ausgabe interessiert, aber zum einen ist sie kaum zu bekommen, und wenn, dann sündteuer.

    Ich habe den Schuber 2008 zu Weihnachten geschenkt bekommen. Da war die Ausgabe noch sündhaft teuer. Danach kam sie sehr viel preiswerter als Paperback-Ausgabe beim Bärenreiter-Verlag raus. Keine Ahnung, ob Kesting dafür die vielen Schreib- und Sachfehler korrigiert hat. Beim Urwald-Fluss sah ich die Erstausgabe vor ein paar Minuten für 133 Euro.