Adolf Dallapozza - Wiener Publikumsliebling aus Südtirol

  • der Postillon aus der Volksoper und diese Aufnahme sind mir bisher vollkommen unbekannt. Kann man die Aufnahmen heute noch irgendwo bekommen? Meine Recherchen im Netz fördern leider nichts zutage.

    Hallo wega,


    die beiden Aufnahmen des "Postillon" und der "Regimentstochter" mit Dallapozza sind meines Wissens nie kommerziell erschienen. Es handelt sich um Livemitschnitte aus der Wiener Volksoper. Harald hat mir seinerzeit mal eine Kopie des "Postillon" geschickt, wofür ich ihm bis heute unendlich dankbar bin. Die wichtigsten Szenen und Arien aus beiden Opern mit Dallapozza finden sich jedoch in dem beim HAFG erschienenen Album "Adolf Dallapozza - Vol. 1" wieder (siehe Beitrag Nr. 42). Hier ist der Sänger auch mit dem wunderschönen Arioso des Chapelou "Von frühster Morgenröte" zu hören, das ebenfalls ein hohes D beinhaltet! Dies nur als Tipp.


    Gruß
    Manfred

    "Menschen, die nichts im Leben empfunden haben, können nicht singen."
    Enrico Caruso


    "Non datemi consigli che so sbagliare da solo".
    ("Gebt mir keine Ratschläge, Fehler kann ich auch allein machen".)
    Giuseppe di Stefano

  • Man darf gratulieren: Heute feiert nun Adolf Dallapozza seinen 75. Geburtstag. :)
    Ich bin doch einigermaßen erstaunt, dass William ausgerechnet auf diesen großen Geburtstag nicht hinweist. Vielleicht hält er ja Dallapozza für zu unbedeutend oder er ist ein Sänger, dem er keine Beachtung schenkt. Keine Ahnung. Harald hätte als Fan des Sängers sicher nicht auf ihn vergessen.
    Jedenfalls steht Willi damit nicht ganz alleine da, denn auch in den Medien findet der Geburtstag des Sängers keine Erwähnung. Das ist schade. Ich hoffe, Herr Dallapozza weiß, dass er sicher nicht vergessen ist. Angeblich weiß er von diesem Forum hier. Vielleicht liest er ja hier gelegentlich mit.


    Ich hoffe die Fans von Dallapozza haben die Geburtstagssendung auf OE 1 gehört, die man noch bis Montag nachhören kann. Dallapozza kommt darin auch selbst zu Wort. Er erzählte da über seinen Werdegang. Sehr berührend auch wie er über den Verlust seines Sohnes gesprochen hat. Eine schöne Sendung, die bewiesen hat, wie breitgefächert sein Repertoire war.


    Gregor

  • Falls es mit dem 75. Geburtstag seine Richtigkeit hat und er vielleicht mal ins Forum schaut, wünsche ich ihm auf diesem Wege alles Gute und beste Gesundheit für die nächsten Jahre! :hello::jubel:




    Ein großer Fan

    W.S.

  • Ich bin doch einigermaßen erstaunt, dass William ausgerechnet auf diesen großen Geburtstag nicht hinweist. Vielleicht hält er ja Dallapozza für zu unbedeutend oder er ist ein Sänger, dem er keine Beachtung schenkt. Keine Ahnung. Harald hätte als Fan des Sängers sicher nicht auf ihn vergessen.
    Jedenfalls steht Willi damit nicht ganz alleine da, denn auch in den Medien findet der Geburtstag des Sängers keine Erwähnung. Das ist schade.


    Nun möchte ich mal Freund Willi verteidigen, nachdem ich neulich in Frage aufgeworfen hatte, ob es denn nun wirklich Sinn macht, täglich diese Glückwünsche loszuschicken, auch zu 41. Geburtstagen. ;) Ich musste zur Kenntnis nehmen, dass derlei Rubriken hier sehr beliebt sind. Auch in Lokalzeitungen ist das ja wohl so. Und wenn es nun mal so sein soll - mir würden runde und hohe Ehrentage völlig ausreichen, natürlich verbunden mit einen möglichst persönlichen Würdigung - kann Willi nun wirklich nicht alle und jeden bedenken. Ich halte es außerdem für unangebracht, nun auch noch Harald gegen ihn ins Feld zu führen. Was soll das? Jeder kann doch selbst seiner Lieblinge gedenken, rauf und runter. Der Thread ist doch ausbaufähig. Selbst habe ich erst kürzlich einen sehr umfangreichen Beitrag über Dallapozza und die ihm gewidmete Edition des Hamburger Archivs im Netz aus der Feder eines einstigen Taminos gelesen. Sehr gut geschrieben!


    Das "Große Sängerlexikon" von Kutsch/Riemens zählt unterdessen an die 15 000 Sängerinnen und Sänger. Zieht man die mal ab, deren genaue Geburts- oder Todestage nicht mehr zu ermitteln sind, bleiben - niedrig gerechnet - 14 000 übrig. Theoretisch könnten wir täglich im Schnitt 38 Geburtstage dazu noch ebenso viele Todestage registrieren. Hinzu kämen Komponisten, Dirigenten, Instrumentalisten, Regisseure, Bühnenbildner etc. Folglich gehe ich von bis zu 150 entsprechenden Beiträgen an nur einem Tag aus. Macht im Jahr 54 000. Theoretisch ist das möglich. Die digitale Ausgabe des Sängerlexikon gestattet es, die entsprechenden Daten verhältnismäßig rasch zu ermitteln. Armer Willi, kann ich da nur seufzen. ;)

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold 1876

  • Ich möchte zuerst unserem Willi für seine Arbeit "Danke" sagen.


    Sollte er einmal einen Jubilar übersehen, so wäre es ungerecht, ihm dies bei der Fülle der Termine vorzuwerfen. Es ist jedem von uns unbenommen, Termine einzustellen, die noch fehlen.


    :yes:

    Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachen.

  • Beim HAFG ist Vol. 5 der Adolf Dallapozza-Edition erschienen - mit vielen hochinteressanten Aufnahmen des beliebten Tenors:


    "Menschen, die nichts im Leben empfunden haben, können nicht singen."
    Enrico Caruso


    "Non datemi consigli che so sbagliare da solo".
    ("Gebt mir keine Ratschläge, Fehler kann ich auch allein machen".)
    Giuseppe di Stefano

  • Das ist ja mal wieder ein Angriff auf meinen Geldbeutel. ich werde mir die Box auf meinen Wunschzettel schreiben. Mal sehen, ob mir meine Frau das Sonntagsgeld erhöht. ;(

    W.S.

  • Hallo, habe mir gestern eine Vogelhändler-Verfilmung aus Bregenz angesehen, da ist mir aufgefallen, dass Adolf Dallapozza heute 77 Jahre alt wird.
    Sein Adam ist im Film noch genauso frisch wie einige Jahre vorher in der herrlichen Emi-Aufnahme, und er singt noch eine Zugabe. Hier im Forum werden ja viele Aufnahmen aus der Wiener Volksoper genannt, kommt man an so etwas auch als Nicht-Österreicher heran?
    Schöne Grüße
    wega



  • Ich nehme mal den Faden von wega auf. In der inhaltlich nicht mehr ganz korrekten Operette "Zigeunerliebe" von Franz Lehár, die dieser Tage als neue Auflage in bunter Verpackung auf den Markt gekommen ist. aufgelegt wurde, wirkt Adolf Dallapozza als Jones mit. Lehár ging in diesem Werk neue Wege und suchte formal eine stärkere Verbindung mit der Oper. Vom Münchner Rundfunkorchester unter Heinz Wallberg wird dieses Konzept wirkungsvoll unterstützt. Der rumänische Opernsänger Ion Buzea ist Józsi, Colette Lorand die Ilona und Janet Perry die Zorika.


    Gruß Rheingold

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold 1876

  • Von mir auch die herzlichsten Glückwünsche zum 77. Geburtstag. Vor Kurzem erst habe ich die "Zigeunerliebe" bei mir angesehen und gehört. Aus Anlaß dieses Geburtstages werde ich mir heute die Gesamtaufnahme des "Postillon von Lonjumeau" mit Dallapozza gönnen. Eine Paraderolle dieses Tenors.


    Liebe Grüße
    Wolfgang

    W.S.

  • Der liebenswerte Mensch und große Tenor Adolf Dallapozza feiert heute seinen 80. Geburtstag, wie auch schon an anderer Stelle im Forum verkündet wurde. Große Feierlichkeiten wird es wegen der brisanten Lage durch den Coronavirus wohl nicht geben.


    Immerhin strahlt Ö1 morgen eine Sendung aus (und auch am BR ist etwas geplant):

    https://oe1.orf.at/programm/20200315#591857


    Michael Blees hat mir verraten, dass er auch noch eine weitere Sendung plant, in der dann Dallapozzas Verdienste als Operettensänger gewürdigt werden sollen.


    Hier seine beeindruckende Interpretation eines Schubert-Liedes, mit der ich gratulieren will:

    https://www.youtube.com/watch?v=pYf056Vp2D0

  • Lieber Gregor,


    die interessante ORF-Sendung von Michael Blees zum gestrigen 80. Geburtstag von Adolf Dallapozza habe ich gehört. Vielen Dank für den Hinweis!


    Den von mir sehr geschätzten Sänger habe ich während meiner Wien-Besuche leider nur einmal live gehört: als 'Wilhelm Meister' in der "Mignon" am 29. 4. 1978 in der Volksoper. Es war eine rundum schöne Aufführung in sehr guter Besetzung; ausser Adolf Dallapozza noch Elisabeth Steiner in der Titelrolle, Ilonka Szep als 'Philine' und Artur Korn als 'Lothario'. Der Dirigent war George Singer und die Inszenierung hatte Spyros A. Evangelatos verantwortet. Besonders in Erinnerung sind mir die traumhaft schönen Bühnenbilder und Kostüme von Toni Businger; so etwas bekommt man heutzutage kaum noch zu sehen. (Man spielte übrigens die 'deutsche' Fassung mit dem tragischen Ende.)


    Die Premiere dieser Inszenierung war bereits am 2. 3. 1977; an Stelle von Ilonka Szep sang da Patricia Wise, sonst war die Besetzung unverändert. Ich habe einen privaten - technisch leider unzureichenden - Mitschnitt dieser Premiere. Eigenartig finde ich, dass der ORF die Oper weder akustisch noch optisch aufgezeichnet hat, jedenfalls ist mir keine Sendung davon bekannt. Es muss aber einen hauseigenen Mitschnitt der Wiener Volksoper geben, weil auf einem Szenenfoto im englischen Magazin "Opera" deutlich ein aufgestelltes Mikrophon zu sehen ist. Auch der in der heutigen ORF-Sendung zu Ehren Adolf Dallapozzas gebrachte Ausschnitt aus dem "Postillon von Lonjumeau" - wo der Tenor in der berühmten Arie die dritte Strophe als Dacapo wiederholte und somit vier perfekt intonierte hohe 'D's sang! - stammt aus einer hauseigenen Aufnahme der Wiener Volksoper. Es wäre wünschenswert, dass das Ton- und Bildarchiv dieses Instituts für die Allgemeinheit geöffnet wird, wie das vor Jahren mit einigen Volksopern-Operettenproduktionen bei der Schallplattenfirma 'Teletheater' geschehen ist.


    Die spätere Fernsehsendung der "Mignon" (1981) im Rahmen der 'Marionetten-Opern' des ZDF - dazu zählten noch "Der Waffenschmied" und "Die verkaufte Braut" - war für mich sehr enttäuschend, weil man die Oper auf eine Dauer von 60 Minuten zusammenstrich und die handelnden Personen teilweise durch Marionetten ersetzte. Neben Trudeliese Schmidt als 'Mignon', Sylvia Greenberg als 'Philine' und Günter Wewel als 'Lothario' wirkte Adolf Dallapozza - mit einer entstellenden Perücke - als 'Wilhelm Meister' mit. Sehr schade!


    Adolf Dallapozza selbst sage ich hiermit herzlichen Dank für zahlreiche hervorragende Schallplatten-Aufnahmen und wünsche ihm für den weiteren Lebensweg alles erdenklich Gute!


    Carlo

  • Lieber Carlo,

    ob es von "Mignon" tatsächlich einen Mitschnitt gibt? Auf den sehr umfangreichen Boxen von Dallapozza vom HAfG ist jedenfalls nichts dergleichen enthalten. Von "Mignon" gibt es da nur eine Aufnahme aus München (1981). Michale Blees hat übrigens fast ausschließlich Aufnahmen von den Boxen gespielt. Ich erinnere mich spontan einzig an das Duett aus "Cosi fan tutte", das nicht auf einer Box drauf ist.

    Dein Hinweis auf den "Postillon"-Mitschnitt ist natürlich richtig. Darüber wurde im Forum auch schon diskutiert. Er ist unter Sammlern sehr begehrt. Viele der relevanten Szenen mit Dallapozza sind aber auch auf einer der Boxen enthalten.

    Bist du sicher mit den vier D's? Durch das Da Capo sind es zwei D's bei der Arie und dann gibt es meines Wissens noch ein weiteres D bei "Von früh'ster Morgenröte".

    Jedenfalls beneide ich dich um dein Erlebnis mit Dallapozza.

    Ein Bekannter hat mir erzählt, dass er ihn schon Mitte der 60er-Jahre bei einem seiner ersten Engagements mehrere Male in Braunau bei Sommeraufführungen erleben durfte.

    Dallapozza selbst ließ diese übrigens mitschneiden, sie lagern in seinem Keller und werden wohl nie an die Öffentlichkeit gelangen. Schade!

  • Ich war besonders erfreut, als ich jüngst erfahren habe, dass Dallapozza's Bohème-Rodolfo aus der Wiener Volksoper bei Vocal Classics erschienen ist. Erfreut deshalb, weil mein erster Opernbesuch überhaupt - ich war natürlich noch ein Kind - La bohème an der Volksoper gewesen ist. Und zwar mit Adolf Dallapozza als Rodolfo! :jubel:


    zo-la_boheme_4.jpgBei näherer Recherche habe ich festgestellt, dass der Mitschnitt 1984 entstanden ist. Das war für mich noch etwas zu früh. Ich habe die Oper mit ihm erst später gesehen. Aber die Besetzung auf der Aufnahme ist sehr ähnlich mit der von mir später gesehenen Aufführung.

    Wie auch auf dem CD-Mitschnitt war Jolanta Radek auch später seine Partnerin in der Oper und meine erste Mimi. Radek war ja bis in die 90er Jahre hinein Ensemblemitglied an der VO. Sie ging dann, glaube ich, ins Ensemble irgendeines deutschen Opernhauses. Sie war jahrelang die führende lyrische Sopranistin an der Volksoper und ein absoluter Publikumsliebling.


    Ebenfalls auf dem Mitschnitt vertreten ist Mirjana Irosch als Musetta. Auch sie sang in meiner ersten Live-Bohème diese Rolle und war somit wieder Partnerin von Dallapozza und Radek. Irosch war über Jahrzehnte hinweg DIE Opern- und Operettendiva der Volksoper. Ihre Tochter ist übrigens die Sopranistin Martina Serafin, die aus der Ehe mit Harald Serafin stammt.


    Wer die Rollen Marcello, Colline und Schaunard in meiner Aufführung gesungen hat weiß ich nicht. Das Programm von damals habe ich leider nicht mehr. Diese Rollen wurden aber wohl von anderen Sängern als jenen auf der Aufnahme gesungen. Christian Boesch hatte ich wohl nicht als Schaunard und die anderen Sängernamen sagen mir gar nichts.

    Aber ebenfalls auf dem Mitschnitt von 1984 taucht Karl Dönch als Benoit und als Alcindoro auf. Auch Dönch gehörte gemeinsam mit Dallapozza, Radek und Irosch zu meiner ersten Live-Bohème.


    Und so ein erster Opernbesuch ist prägend oder kann prägend sein. Ich sehe jedenfalls Dallapozza und Radek auch heute noch vor meinem geistigen Auge in ihren Partien vor mir. Besonders hat sich mir auch die aufreizende Musetta von Irosch im Café Momus eingeprägt und auch Karl Dönch sehe ich noch förmlich als amüsanten Benoit vor mir. :)


    Somit ist bzw. wäre die Anschaffung dieser Volksopern-Bohème irgendwie ein "akustisches Zurückholen" meines ersten Opernbesuches und meiner ersten Bohème. Damals an der VO natürlich in deutscher Sprache.


    http://www.vocal-classics.com/…---la-boh-me--2-cds-.html


    Verstehe ich das richtig, dass Aufnahmen bei Vocal Classics NUR über die Homepage zu beziehen sind? Also bei Amazon und JPC findet man CDs des Labels nämlich gar nicht.



    Schade übrigens, dass die Feierlichkeiten zu Dallapozza's 80. Geburtstag wegen der Corona-Pandemie ins Wasser gefallen sind. Irosch konnte ihren 80er letzten Herbst noch prominent im Marchfelderhof in Deutsch-Wagram feiern. Da gab es natürlich auch eine TV-Berichterstattung dazu. Für Dallapozza wäre wohl ähnliches geplant gewesen - die Künstlerfeiern finden ja oft und gerne im Marchfelderhof statt - aber Corona machte eine solche Feier für den großen Tenor leider unmöglich.


    Gregor

  • Verstehe ich das richtig, dass Aufnahmen bei Vocal Classics NUR über die Homepage zu beziehen sind? Also bei Amazon und JPC findet man CDs des Labels nämlich gar nicht.

    Lieber Gregor,


    meines Wissens nach ist dem so, wobei ich bisher noch nie Probleme bei Vocal Classics (bzw. dem Hamburger Archiv für Gesang) hatte, die CDs wurden immer schnell und zuverlässig geliefert.


    Ansonsten freue ich mich sehr über Deinen Fund, das ist sicherlich eine sehr hörenswerte Aufnahme, selbst wenn sie nicht identisch ist mit Deinem Opernbesuch.

    viele Grüße von Boris alias Don_Gaiferos

  • Ich war vor dieser Premiere auch in der Generalprobe, in der A.D. noch etwas gelöster und freier war. Eine empfehlenswerte Aufnahme!


    Erich

    Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachen.

  • die anderen Sängernamen sagen mir gar nichts.

    Hans-Martin Nau war seit 1969 Ensemblemitglied der Komischen Oper und dort 1982 die Premierenbesetzung der Colline in Kupfers dortiger "Bohème"-Inszenierung, die ja quasi an die Volksoper Wien übertragen wurde, ohne deshalb in Berlin zu verschwinden. Nau durfte dann in Wien in dieser Rolle eine ganze Zeit lang gastieren.


    Hier ein Audiomitschnitt aus Berlin von 1983 mit Jolanta Radek als Mimì und Hans-Martin Nau als Colline:



    Und hier eine Videoaufzeichnung vom Japan-Gastspiel der Berliner Kupfer-Inszenierung 1991 (auch mit Nau):



    So kommen zur akustischen Erinnerung an die erste "Bohème" vielleicht auch einige visuelle wieder.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Liebe Taminos,


    es freut mich, dass es so viele neue Wortmeldungen zu Adolf Dallapozza und seinem Rodolfo gibt.

    In dieser Harry-Kupfer-Inszenierung sang er genau 48 Mal. Sie war sehr beliebt und wurde immer wieder gespielt. Dallapozzas letzter Auftritt in der Hauptrolle datiert vom 11.3.1996. Dein Besuch, lieber Gregor, kann sich also während dieses zwölfjährigen Zeitraums ereignet haben.

    Herr Dallapozza meinte mir gegenüber, der Rodolfo hier sei seine Lieblingsrolle gewesen.


    Er empfahl mir daher auch persönlich diese CD, die man in der Tat (siehe Kommentar von Boris) sehr problemlos auf der Website bestellen kann. Später meinte er allerdings, dass die ganze Aufnahme einen Halbton zu hoch sei.


    Auf der CD finden sich aber noch absolute Zuckerl als Bonustracks, nämlich Dallapozzas allererste Hauptrollen-Auftritte, über die ich hier noch geschrieben habe:

    Ein Bekannter hat mir erzählt, dass er ihn schon Mitte der 60er-Jahre bei einem seiner ersten Engagements mehrere Male in Braunau bei Sommeraufführungen erleben durfte.

    Dallapozza selbst ließ diese übrigens mitschneiden, sie lagern in seinem Keller und werden wohl nie an die Öffentlichkeit gelangen. Schade!

    Diese Sommerauftritte gab es nicht nur in Braunau, sondern auch in Baden und in Wiener Neustadt. Die Sopranistin Erika Mechera und ihr Mann, Kapellmeister Wilhelm Sommer, nahmen dafür immer wieder den aufstrebenden Tenor mit. Gespielt wurde "La Boheme" und "La Traviata". Von beiden sind die wichtigsten Tenorauftritte auf der CD. Höchste Empfehlung!


    http://www.musikfreunde-brauna…ach.org/vereinsgeschichte

  • meines Wissens nach ist dem so, wobei ich bisher noch nie Probleme bei Vocal Classics (bzw. dem Hamburger Archiv für Gesang) hatte, die CDs wurden immer schnell und zuverlässig geliefert.


    Danke für den Hinweis. Man findet dort ja viele interessante Aufnahmen, auch von Dallapozza.

    Der Werther, von dem hier seinerzeit die Rede war, ist übrigens auch über Vocal Classics erhältlich. :)


    zo-werther_2.jpg


    Eigenartig hier ist, dass die Interpretin der Charlotte (also die weibliche Hauptrolle der Oper) nicht auf dem CD-Cover genannt wird. Dafür der Interpret des Amtmannes (!) schon. Sowas ist eigentlich peinlich und sollte nicht vorkommen. :no:


    Hans-Martin Nau war seit 1969 Ensemblemitglied der Komischen Oper und dort 1982 die Premierenbesetzung der Colline in Kupfers dortiger "Bohème"-Inszenierung, die ja quasi an die Volksoper Wien übertragen wurde, ohne deshalb in Berlin zu verschwinden. Nau durfte dann in Wien in dieser Rolle eine ganze Zeit lang gastieren.

    Und hier eine Videoaufzeichnung vom Japan-Gastspiel der Berliner Kupfer-Inszenierung 1991 (auch mit Nau):

    So kommen zur akustischen Erinnerung an die erste "Bohème" vielleicht auch einige visuelle wieder.


    Danke für die Information zu Herrn Nau. Es ist immer interessant etwas über den Background von Sängern zu erfahren. Danke auch für das Video bezüglich der Kupfer-Inszenierung, die an der Wiener Volksoper ja immer noch im Repertoire ist.

    Durch das Video habe ich erstmalig etwas über und von Frau Paßow gehört, die mir stimmlich sehr gefällt. Zumindest in dem Teil den ich mir gerade angehört habe. Es ist schade, dass man sich zwar hier im Forum seitenweise über neue Sänger und den Sängernachwuchs auslässt, wo es ja noch gar nicht so viel zu sagen gibt, während man über andere Sänger, die lange etabliert sind und schon lange Karrieren hinter sich haben, so gut wie gar nichts im Forum erfährt. Ich stelle fest, dass eine ganze Sängergeneration hier praktisch sehr stiefmütterlich behandelt wird, denn Frau Paßow kann diesbezüglich stellvertretend für viele andere Sänger genannt werden.


    Übrigens ist es nicht die visuelle Erinnerung die mir fehlt. Wie gesagt, habe ich die Sänger in ihren Kostümen und auch die Inszenierung - die ich seit meiner Kindheit nicht mehr gesehen habe - noch in guter Erinnerung. Es ist eher die akustische Erinnerung die mir abhanden gekommen ist. Die Stimmen der Sänger habe ich längst nicht mehr im Ohr.


    Es freut mich, dass es so viele neue Wortmeldungen zu Adolf Dallapozza und seinem Rodolfo gibt.

    In dieser Harry-Kupfer-Inszenierung sang er genau 48 Mal. Sie war sehr beliebt und wurde immer wieder gespielt. Dallapozzas letzter Auftritt in der Hauptrolle datiert vom 11.3.1996. Dein Besuch, lieber Gregor, kann sich also während dieses zwölfjährigen Zeitraums ereignet haben.

    Herr Dallapozza meinte mir gegenüber, der Rodolfo hier sei seine Lieblingsrolle gewesen.


    Er empfahl mir daher auch persönlich diese CD, die man in der Tat (siehe Kommentar von Boris) sehr problemlos auf der Website bestellen kann. Später meinte er allerdings, dass die ganze Aufnahme einen Halbton zu hoch sei.


    Du bist ja offensichtlich bestens informiert über Herrn Dallapozza. Hast du näheren persönlichen Kontakt zu dem Sänger? So klingt es nämlich. Oder arbeitest du für die Volksoper? ;)


    Gregor

  • Du bist ja offensichtlich bestens informiert über Herrn Dallapozza. Hast du näheren persönlichen Kontakt zu dem Sänger? So klingt es nämlich. Oder arbeitest du für die Volksoper? ;)

    Nein, ich arbeite nicht für die Volksoper. Für mein Buchprojekt (Österreichische Tenöre der Nachkriegszeit) war ich aber sowohl mit der Volksoper (von der ich diverse statistische Daten erhielt) als auch mit Adolf Dallapozza selbst in Kontakt. Ich habe ihn zuhause besuchen dürfen und wir hatten davor und danach einige Zeit einen sehr regen Austausch. Herrliche Erinnerung für mich!

  • Durch das Video habe ich erstmalig etwas über und von Frau Paßow gehört, die mir stimmlich sehr gefällt. Zumindest in dem Teil den ich mir gerade angehört habe. Es ist schade, dass man sich zwar hier im Forum seitenweise über neue Sänger und den Sängernachwuchs auslässt, wo es ja noch gar nicht so viel zu sagen gibt, während man über andere Sänger, die lange etabliert sind und schon lange Karrieren hinter sich haben, so gut wie gar nichts im Forum erfährt. Ich stelle fest, dass eine ganze Sängergeneration hier praktisch sehr stiefmütterlich behandelt wird, denn Frau Paßow kann diesbezüglich stellvertretend für viele andere Sänger genannt werden.

    Lieber Gregor,


    das ist ja genau meine Auffassung: Ich bringe hier auch viel lieber Sängerinnen und Sänger in Erinnerung, die über Jahrzehnte viel geleistet haben, aber nun ihren Zenit überschnritten und ihre Karriere nicht selten längst beendet haben. An ihnen kann keine Agentur mehr verdienen und so fallen sie dem Vergessen anheim. Ich möchte hier gegensteuern. Um aktuelle, gar "neue" Sänger, die ihre Agenturen haben, welche kräftig die Werbetrommel rühren, weil sie an ihnen gut verdienen, muss ich mich meiner Auffassung nach da nicht auch noch kümmern. Wider das Vergessen, das ist mir wichtig, das ist mein Antrieb. Solange das Rennpferd rennt und gutes Geld abwirft, wird es auch nicht vergessen...


    (Natürlich habe ich mir bis Frühjahr trotzdem gerne aktuelle Sängerinnen und Sänger live angehört, aber die Motivation, für diese noch extra die Werbetrommel zu rühren, hält sich dann doch in sehr engen Grenzen, es sei denn, sie beeindrucken mich wirklich mit ganz herausragenden Leistungen, die sind aber eher selten, sonst würden sie ja auch nicht herausragen.)

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Nein, ich arbeite nicht für die Volksoper. Für mein Buchprojekt (Österreichische Tenöre der Nachkriegszeit) war ich aber sowohl mit der Volksoper (von der ich diverse statistische Daten erhielt) als auch mit Adolf Dallapozza selbst in Kontakt. Ich habe ihn zuhause besuchen dürfen und wir hatten davor und danach einige Zeit einen sehr regen Austausch. Herrliche Erinnerung für mich!

    Das Buch hört sich auf jeden Fall interessant an. Bekommt man das in jedem Buchhandel und auch über Morawa oder Thalia?
    Gibt es eigentlich ein Unterforum in welchem man auch Bücher vorstellen und/oder besprechen kann?


    das ist ja genau meine Auffassung: Ich bringe hier auch viel lieber Sängerinnen und Sänger in Erinnerung, die über Jahrzehnte viel geleistet haben, aber nun ihren Zenit überschnritten und ihre Karriere nicht selten längst beendet haben. An ihnen kann keine Agentur mehr verdienen und so fallen sie dem Vergessen anheim. Ich möchte hier gegensteuern. Um aktuelle, gar "neue" Sänger, die ihre Agenturen haben, welche kräftig die Werbetrommel rühren, weil sie an ihnen gut verdienen, muss ich mich meiner Auffassung nach da nicht auch noch kümmern. Wider das Vergessen, das ist mir wichtig, das ist mein Antrieb. Solange das Rennpferd rennt und gutes Geld abwirft, wird es auch nicht vergessen...

    Da kann ich dich total verstehen, lieber Stimmenliebhaber. Wobei es ja viele Sänger gegeben hat, die nie die großen Moneymaker waren, weil sie einfach nicht die Verträge hatten wie mancher andere Star. Solche Sänger gibt es ja reihenweise auch heute. Die wenigsten werden zu Stars aufgebaut.

    Und wie gesagt, wenn sich noch so viele unterschätzte, wenig beachtete Sänger und Sängerpersönlichkeiten finden lassen, die schon lange in ihrem Beruf aktiv sind und bislang hier im Forum wenig erwähnt werden oder vielleicht gar unerwähnt geblieben sind, sollten wir uns auch gerade mit diesen beschäftigen. Wobei auch ich immer wieder mal hervorragende junge Sänger entdecke, die einen begeistern können, klar. Allerdings nicht so inflationär wie im Neue-Stimmen-thread. :rolleyes::D



    Und um zum Thema zurückzukommen: Ich habe doch tatsächlich einen Videomitschnitt von Dallapozza's Rodolfo in italienischer Sprache gefunden. Dieser stammt aus einer Fernsehshow von 1975. Zum Video heißt es: [...] Helen Donath, Jeanette Scovotti und Adolf Dallapozza in der ZDF-Show "Musik ist Trumpf" mit Peter Frankenfeld aus der Rheingoldhalle Mainz im November 1975.




    Das müssen noch Zeiten gewesen sein, als man im TV-Hauptabendprogramm Unterhaltungsshows gemacht hat, in denen man dem Publikum tatsächlich Opernarien und Opernduette präsentiert hat, die fast eine Viertelstunde Sendezeit in Anspruch nahmen. In welcher Fernsehabendsendung dürfen denn heute Opernsänger Arien singen? Heute eigentlich unvorstellbar.


    Gregor

  • Nein, ich arbeite nicht für die Volksoper. Für mein Buchprojekt (Österreichische Tenöre der Nachkriegszeit) war ich aber sowohl mit der Volksoper (von der ich diverse statistische Daten erhielt) als auch mit Adolf Dallapozza selbst in Kontakt. Ich habe ihn zuhause besuchen dürfen und wir hatten davor und danach einige Zeit einen sehr regen Austausch. Herrliche Erinnerung für mich!

    Das Buch hört sich auf jeden Fall interessant an. Bekommt man das in jedem Buchhandel und auch über Morawa oder Thalia?
    Gibt es eigentlich ein Unterforum in welchem man auch Bücher vorstellen und/oder besprechen kann?


    Leider wollte mir Herr Hauser nicht mehr auf meine Frage antworten. Das Buch hätte mich interessiert, scheint aber nicht mehr erhältlich bzw. vergriffen zu sein. Ich habe es weder bei Thalia noch sonst wo gefunden.

    Bei meiner Recherche bin ich aber auf ein anderes Buch gestoßen, das mit Dallapozza's Stammbühne in Verbindung steht. Das Buch "Ihre Dienste werden nicht mehr benötigt" beschäftigt sich mit aus der Volksoper vertriebenen Künstlern und deren Schicksal im Jahr 1938.


    https://www.thalia.at/shop/hom…ldetails/ID143568879.html



    Gregor

  • Lieber Gregor,


    ich habe dir nicht geantwortet, weil das hier nicht der geeignete Platz für eine Eigenwerbung ist. Es existiert ein Thread zu dem Buch, den ich ja auch verlinkt habe. Es ist keineswegs ausverkauft. Mit der ISBN-Nummer müsste man es in jeder beliebigen Buchhandlung bestellen können.

    Bei arcadia in der Staatsoper war es in der Auslage. Die werden es vermutlich noch immer im Sortiment haben.

    Du selbst hast außerdem beispielsweise Morawa angesprochen. Dort ist es problemlos zu erhalten.

    https://www.morawa.at/suchergebnis


    Um noch etwas zu Adolf Dallapozza zu schreiben. Gestern habe ich eine tolle Seite entdeckt, in der man zu allen möglichen Sängern wunderbare Bilder findet:

    https://www.imago-images.de/fo…typ=100&sortEs=0&seite=1#


    Grüße von deinem Namensvetter