Quartetto di Roma

  • Guten Tag,
    vor einigen Monaten fielen mir auf einem Flohmarkt zwei Schellackplatten in die Hände , die ich erst gar nicht mitnehmen wollte. Zum Glück habe ich mich anders entschieden .
    Auf dem Electrola-Label steht "Suite für Streichquartett" (Scarlatti - Bastini).
    Quartetto di Roma : Zuccarini - Montelli - Perini - Silva .
    Die Sätze : Allegro -Andante mosso- Molto allegro - Pastorale .
    Beim Anhören (trotz einiger Knacker noch erstaunlich gute Klangqualität) war ich trotz aller Skepsis gegen viele Bearbeitungen vollkommen entzückt.
    Es liegen Bearbeitungen von Sonaten offenbar von Domenico Scarlatti (dem "Sonaten-Scarlatti" im Gegensatz zu Alessandro Scarlatti) vor.
    In der Streichquartett-Fassung klingen sie erstaunlich "modern" - man denkt oft eher an Mendelssohn als an einen Barock-Komponisten.
    Die Interpretation durch das Quartetto di Roma ist mitreißend.
    Diese Streichquartettvereinigung konzertierte wohl hauptsächlich in den 30-iger Jahren und nahm einige Schellackplatten auf (Resighi , Mendelssohn).
    Nun meine Fragen :
    Wer kann zu dem offenkundigen Bearbeiter Bastini (Vornamen unbekannt) nähere Angaben machen ?
    Wer kennt die "Suite für Streichquartett" ? Gibt es eventuell noch mehrere Sätze (bei der Bezeichnung Suite gut möglich) ?
    Wer kennt Aufnahmen mit diesem Quartetto di Roma ( nicht gemeint ist das Klavierquartett gleichen Namens mit Santoliquido - Pelliccia - Giuranna - Amfitheatrof).
    Für sachdienliche Hinweise (klingt nach XY-ungelöst) bin ich dankbar.
    Viele Grüße
    Santoliquido

    M.B.

  • Hallo,
    bezüglich Quartetto di Roma konnte ich meinen Schellackfundus erweitern und zwar um das Verdi-Streichquartett,ein Donizetti-Quartett in D-Dur (das ich allerdings keiner Opus-Zahl zuordnen kann) und 2 Stücken aus den Noveletten op. 15 für Streichquartett von Glasunow ( Orientale und Interludium in modo antico).
    Die Electrola-Schellacks sind alle in erstaunlich gutem Zustand und trotz ihres Alters (etwa 70 Jahre,eher etwas mehr) noch gut abhörbar.
    Die Wiederentdeckung dieser Quartettvereinigung hat sich wirklich gelohnt -
    sie verfügen über Eleganz und Spielwitz gepaart mit einem Schuß Melancholie (ich habe das spontan "Marcello Mastroiani-Effekt" genannt) und erhalten dadurch eine sehr individuelle Note.
    Ein Vergleich mit anderen zeitgenössischen Quartetten (z.B. Calvet , Budapest oder Lener) ist nur bedingt möglich, da sie ein anderes Repertoire spielen und die echt großen Brocken und Prüfsteine (z.B. Beethoven,Schubert) fehlen.
    Ihre Interpretation der genannten "Quartettetinos" ( Verzeihung Guiseppe,das ist keine Abwertung !) rückt sie aber in meiner persönlichen Rangliste ganz weit nach oben.
    Mit meinen Nachforschungen über den Scarlatti-Bearbeiter Bastini (Suite für Streichquartett) bin ich bisher noch nicht weiter gekommen.Ich bin daher weiterhin für Reflexionen dankbar.
    Viele Grüße
    Santoliquido

    M.B.