ANNY SCHLEMM

Harald Kral · 27 Beiträge · letzte Antwort von Carlo

  • Eigentlich war ich ganz sicher, dass hier schon ein eigener Thread über die Sängerin ANNY SCHLEMM existiert. Nachdem mir die Suchfunktion bedeutet hat, dass dies nicht der Fall ist, nehme ich den bevorstehenden 80. Geburtstag der Dame zum Anlass, einen neuen Thread zu eröffnen:



    Schlemm, Anny, dt. Sopran, später Alt, * 22.2.1929 Neu-Isenburg. 1946 begann sie am Stadttheater Halle, kam schon 1949 an die Berliner Staatsoper und trat gleichzeitig an der Komischen Oper auf, wo sie in Inszenierungen Felsensteins Desdemona sowie Boulotte in Ritter Blaubart sang.
    Seit 1951 gehörte sie der Frankfurter Oper an, kehrte daneben regelmäßig nach Berlin zurück. 1981 sang sie die Küsterin in Köln, 1978–86 die Mary in Bayreuth. 1988 Klytämnestra in Frankfurt, 1989 in Stuttgart, 1990 Palmatica in Millöckers Operette Der Bettelstudent an der Wiener Volksoper.
    1997 sang sie noch die alte Gräfin in Pique Dame an der Komischen Oper Berlin, hier 1999 – 50 Jahre nach ihrem ersten Auftritt an diesem Haus – die Öffentliche Meinung in Harry Kupfers Inszenierung von Orpheus in der Unterwelt. Sie hatte ein ein sehr weites Repertoire, das von Soubrettenrollen bis zu Charakterpartien reichte (Susanna, Marie in Wozzeck, Marschallin, Herodias).


    Mit einer Operette fange ich hier an, große Aufnahmen von Anny Schlemm zu präsentieren:



    Alles Gute zum Geburtstag! :jubel: :jubel:


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Clemens hat es in den "Radiotipps" schon erwähnt: Der Österreichische Rundfunk (Ö1) bringt heute schon in seiner Sendung "Apropos Oper" ein musikalisches Porträt der beliebten Sängerin:


    Dienstag, 17. Februar 2009 - 15:06 Uhr


    Apropos Oper
    mit Gottfried Cervenka.
    Anny Schlemm - zum 80. Geburtstag


    Zitat

    Sie gehört zu den universellsten Opernkünstlerinnen unserer Zeit, hat in ihrem langen Sängerleben nahezu alle Stimmlagen und Fächer gesungen, die sich für eine Frauenstimme denken lassen.


    Am 22. Februar 1929 in Neu-Isenburg bei Frankfurt geboren, hat sie bereits als 19-Jährige debütiert, kam mit zwanzig an die Berliner Staatsoper und war dann ebenso eine der wichtigsten Mitstreiterinnen des Regie-Gurus Walter Felsenstein an der von ihm geleiteten Komischen Oper von Berlin.


    Vor wenigen Jahren konnte man die Schlemm auch noch an der Wiener Staatsoper in einer Charakterrolle erleben.


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Das Jahr 1929 war ein besonderes Jahr für Opernsänger, die Weltkarriere machten.


    Auch Anny Schlemm die ich, besonders in der Operette schätze, feiert als ihren Achtziger, kaum zu glauben. :jubel: :jubel:


    Eine meiner Lieblingsaufnahmen mit ihr ist diese:



    die ich auch noch auf LP habe, neben ihrer Rosalinde mit Peter Anders.



    Ich gratuliere der großen Opern- und Operettensopranistin, auf diesem Wege.


    Liebe Grüße Peter aus Wien. :hello: :hello:

  • Vielleicht hat jemand von Euch gestern die Sendung auf Radio Ö1 mit Prof. Gottfried Cervenka verfolgt - er hat ein paar interessante Aufnahmen gespielt und auch einiges aus dem Leben der Sängerin Anny Schlemm erzählt, das vielleicht nicht so bekannt war.


    Zu hören war auch ein Stück aus der "Verkauften Braut":



    Neu war für mich z.B. ihr Verhältnis zur Wiener Oper:
    So rar sich die Schlemm stets auch in Wien und Österreich gemacht hat - insgesamt nur 29 Auftritte an der Staatsoper und ebenso wenige an der Volksoper - das Ende ihrer so langen Karriere hat dann doch ausgerechnet im Haus am Ring stattgefunden, am 7. Oktober 2003 als alte Buryja in "Jenufa".


    Heute lebt Anny Schlemm, die zeitweilig mit dem Dirigenten Wolfgang Rennert (dem jüngeren Bruder des bekannten Regisseurs und Intendanten) verheiratet gewesen ist, bei ihrem Sohn, dem Jazz-Musiker Uli Rennert, in Graz.


    Herzlichen Dank an Gottfried Cervenka für diese Sendung!


    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Lieber Harald!


    Habe nachgeschaut,


    diese "Verkaufte Baut", da habe ich einen großen Querscnhnitt mit ihr, so eine jugenliche Marie,


    aber sie hat sie in Wien nie gesungen, soviel ich weiß.


    Ist eine sehr schöne Aufnahme mit Anny Schlemm.


    Lieb grüße sendet Dir Peter aus Wien. :hello::hello:

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  • Zitat

    Original von Harald Kral
    ...
    Herzlichen Dank an Gottfried Cervenka für diese Sendung!
    ...


    Es war in der Tat interessant, mit schönen Musikbeispielen. Am berührendsten vielleicht die Arie aus der Verkauften Braut...


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • In dieser Aufnahme von 1951 singt A.Schlemm einen stimmschönen, schwungvollen und jugendlichen Pagen Oskar. Die Einspielung in deutscher Sprache, unter dem großen Dirigenten Fritz Busch wurde beim Kölner Sender produziert. Die CDs von Cantus Classics entsprechen leider nicht der technischen Qualität der Originalbänder.


    :hello:Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.

  • Zitat

    Original von Herbert Henn


    In dieser Aufnahme von 1951 singt A.Schlemm einen stimmschönen, schwungvollen und jugendlichen Pagen Oskar. Die Einspielung in deutscher Sprache, unter dem großen Dirigenten Fritz Busch wurde beim Kölner Sender produziert. Die CDs von Cantus Classics entsprechen leider nicht der technischen Qualität der Originalbänder.


    :hello:Herbert.


    Lieber Herbert!


    Auch sonst eine der besten, deutschen, Maskenball Einspielungen!


    Anny Schlemm singt den Oscar bezaubernd gut.


    Liebe Grüße Peter aus Wien. :hello: :hello:

  • Sehr gerne schließe ich mich den Glückwünschen zum 80. Geburtstag dieser vielseitigen und sympathischen Künstlerin an, die ich etliche Male auf der Bühne erlebt habe, so z.B. in Frankfurt als Boulotte in Offenbachs "Ritter Blaubart", in Köln als Salome neben Eberhard Katz als Herodes und Heiner Horn als Jochanaan, später dann in München als Mary im "Fliegenden Holländer" und zuletzt als Buryja in "Jenufa" in Dresden.


    Erlebt habe ich Anny Schlemm auch backstage, deren Humor geradezu ansteckend war - vor allem bei Feiern nach Opernaufführungen.


    Günter Walter (Münster) hat dieser außergewöhnlichen Sängerin in seiner Reihe "Stimmen, die um die Welt gingen" bereits vor 10 Jahren eine umfangreiche Dokumentation gewidmet, die neben ihrer interessanten privaten und künstlerischen Vita auch ihre nahezu unübersehbare Discographie enthält.


    LG
    Klaus

  • Auch von mir herzliche Glückwünsche zum heutigen Festtag!


    Ergänzend zum Beitrag von Klaus Schreiber:


    Der Band 62/63 der Reihe, der Anny Schlemm gewidmet ist


    "Stimmen, die um die Welt gingen....",
    Magazin für Liebhaber historischer Schallaufzeichnungen


    ist erschienen beim Verlag Günter Walter, Sertürner Str. 8c in D-48149 Münster.


    Dazu gibt es dort auch noch eine passende (Doppel-) CD mit ausgewählten Arien und Lieder von Anny Schlemm.


    Im Jahr 2005 hat die Zeitschrift "Opernwelt" als Jahresgabe für ihre Abonnenten eine Exklusiv-CD herausgebracht mit einen Querschnitt durch das Repertoire von Anny Schlemm:



    Im Marketplace oder bei ebay erhältlich, nicht jedoch im Handel.


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

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  • Die Firma Preiser schließt mit dieser Recital-CD eine Marktlücke:



    Anny Schlemm singt Arien
    von Mozart, Weber, Lortzing, Nicolai, Thomas, Offenbach,
    Smetana


    Anny Schlemm, Paul Kuen, Toni Blankenheim, Walther Ludwig,
    Bamberger Symphoniker,
    Münchener Philharmoniker,
    Bayr. RSO,
    Ferdinand Leitner, Heinrich Hollreiser, Fritz Lehmann
    Preiser , ADD/m, 53-55
    Erscheinungstermin: 10.9.2009


    Hörproben gibt es bei jpc.


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)


  • Sehr zu empfehlen; die jugendliche Herbheit der Schlemm paßt sehr gut zu Konyas eher süffigem Timbre.

    Zerging in Dunst das heilge römsche Reich


    - uns bliebe gleich die heilge deutsche Kunst!

  • Anny Schlemm gehört ohne Zweifel zu den größten Wiederentdeckungen der CD. Vor allem ihre zahlreichen Operettenaufnahmen werden jetzt auf den Markt geworfen, was hat sie da eigentlich nicht gesungen? Vor allem Raritäten wie ihre Aufnahmen von Künneke, Fall und Millöcker sind jetzt wieder erhältich. Gibt es eigentlich irgendwo eine gute Diskographie von ihr?
    Auch an tolle Bühnenaufführungen (Premiere Pfingstsonntag 1997 in der Komischen Oper als Gräfin in Pique Dame), Herodias, Klytämnestra, Küsterin und (ja auch da war sie hervorragend) Hallo Dolly kann ich mich noch gut erinnern. Ich hoffe, dass es ihr gesundheitlich noch immer gut geht.

  • Zitat

    Original von Klaus Schreiber
    Günter Walter (Münster) hat dieser außergewöhnlichen Sängerin in seiner Reihe "Stimmen, die um die Welt gingen" bereits vor 10 Jahren eine umfangreiche Dokumentation gewidmet, die neben ihrer interessanten privaten und künstlerischen Vita auch ihre nahezu unübersehbare Discographie enthält.
    LG
    Klaus


    Der Band 62/63 der Reihe, der Anny Schlemm gewidmet ist


    "Stimmen, die um die Welt gingen....",
    Magazin für Liebhaber historischer Schallaufzeichnungen


    ist erschienen beim Verlag Günter Walter, Sertürner Str. 8c in D-48149 Münster.


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)


  • Wiiir sind doch schon wieder etliche Jahre weiter, und mit dieser Aufnahme, in der sie "verkauft" wird, möchte ich daran erinnern, dass die mir in meiner Kindheit und Jugend durch den Rundfunk stets gegenwärtige


    Anny Schlemm heute ihren 86. Geburtstag feiert.


    Herzlichen Glückwunsch!


    Willi :jubel::jubel::jubel::jubel::jubel:

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

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  • Anny Schlemm hat in einem umfassenden Repertoire in vielen Rollen Außergewöhnliches geleistet und immer einen hohen Leistungsstand garantiert. Auch ich möchte der großen Sängerin mit allen guten Wünschen herzlich zum Geburtstag gratulieren.


    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Auch von mir herzlichen Glückwunsch!


    Ich habe sie ja schon als Zwölfjähriger in einer meiner ersten Opernbegegnungen erlebt. Das war als Giulietta in dem in jeder Hinsicht phantastischen Opernfilm Hoffmanns Erzählungen,
    wo sie mit Thomas Beecham, Rudolf Schock, Josef Metternich und Rita Streich in erlesener Gesellschaft war,
    in meiner Welt, trotz seiner technischen Mängel, im besten Hoffmann aller Zeiten.

  • In einer Fernsehsendung zum 20. Todestag von Walter Felsenstein hat Anny Schlemm eine schöne Geschichte von ihrer ersten Probenwoche an Felsensteins Komischer Oper erzählt. Es war 1949 bei Marie in "Die verkaufte Braut".
    Als sie nach der ersten Probenwoche am Wochenende zu den Eltern nach Halle/Saale fuhr und die Mutter sie fragte: "Anny, wie weit seid ihr denn?", antwortete Anny: "Ich habe noch keinen einzigen Ton gesungen, ich trete seit 8 Takten auf!" :D


    Bei einer Gesprächsveranstaltung in der Komischen Oper Berlin zum 50. Geburtstag des Hauses (1997) erzählte Anny Schlemm eine andere schöne Story aus der Probenrbeit mit Walter Felsenstein: Sie war sein Cherubino und sollte im 1. Akt auf eine leichte Sperrholzkiste springen, aber sie weigerte sich: "Chef, das geht nicht!" - "Was heißt, das geht nicht? Warte, ich mache es dir vor!" - Also sprang Felsenstein mit einem Satz auf die Kiste bracht durch und riss sich am Holz sein Bein blutig. Erst danach sah er ein, dass es so nicht geht... 8-)

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Wie schön, daß es ANNY SCHLEMM noch gibt. Wie oft hörte ich Sie in meiner Jugend im Rundfunk!


    Nachträglich alle guten Wünsche zum 86. Geburtstag!!


    Bei ihren Gastspielen an den STAATSOPERN von MÜNCHEN und HAMBURG, der KOMISCHEN OPER BERLIN und bei den FESTSPIELEN VON GLYNDEBOURNE, wo sie die Zerline im Don Giovanni sang, feierte sie große Erfolge. Als Opernsängerin glänzte sie vor allem als Susanne in Figaros Hochzeit, als Desdemona im Othello, als Marschallin und Octavian im Rosenkavalier und als Marie in der Verkauften Braut. Aber auch als Konzert- und Liedersängerin wurde sie sehr geschätzt.


    Großartig auch ihr Vortrag als Cherubino in Figaros Hochzeit mit den Arien "Sagt, holde Frauen", und "Ach, ich weiß ja nicht mehr was ich tue" in einer LP-Aufnahme unter WILHELM SCHÜCHTER !!


    youtube.com/watch?v=a2-CHdJOZlc


    youtube.com/watch?v=_ANh33RoMxo


    wok

  • Anny Schlemm ist am 20.8.'26 verstorben


    R.I.P. teure Freundin ;(


    Ich kann nicht sagen wie lange ich Anny Schlemm kannte, wir haben viel telefoniert und immer wenn wir uns trafen war die Freude überaus groß!

    Man sah sie immer bei allen neuen Inszenierungen in Frankfurt in der Oper., und sie erzählte, dass sie die Muse von Kupfer sei.

    Unsere voletzte. Begegnung war bei der Premiere von Der Spieler (Sergej Prokofjew, Januar 2013) in der Inszenierung von Kupfer. Die letzte bei der Ehrung für den verstorbenen William Cochran.


    Sie wird immer in meinem <3 weiter leben!


    Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

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  • Hallo,

    wie traurig, aber was für ein hohes Alter hat sie erreicht! Und sie mußte es erleben, dass ihr Sohn vor einigen Jahren an Corona starb.

    Ich kenne sie aus mehreren Aufführungen in Hannover (Hallo Dolly, Elektra, Salome. Küsterin), Hamburg (Kabanicha) und Berlin (Gräfin in Pique Dame), habe aber auch viele Aufnahmen von ihr, darunter einen sehr schönen Querschnitt von Mignon und eine sehr gute Aufnahme der Fledermaus, nicht zu vergessen der Blaubart-Film der Felsenstein-Inszenierung. Wie lange hat sie eigentlich gesungen, es müssen doch mehr als 50 Jahre gewesen sein.

    Schöne Grüße

    wega

  • Zitat von wega

    Wie lange hat sie eigentlich gesungen, es müssen doch mehr als 50 Jahre gewesen sein.

    Schöne Grüße

    Ja, knapp 60 Jahre!


    Wenn ich an ihre >Mrs. Quickly in Falstaff< denke, im Bodenlangen Ledermantel, muss ich heute noch lachen.




    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Lieber Fiesco, das tut mir leid. Selbst mir als jemandem, der nicht wirklich Opernaffin ist, war Anny Schlemm ein Begriff, zum al ich die Operettenaufnahmen mir Franz Marzallek immer gerne gehört habe und Anny Schlemm dort auch öfter mitwirkte. NAch einem reichen, langen Leben darf man wohl gehen, aber für Dich, lieber Fiesco, bin ich betrübt.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Kennst du das Land, wo die Zitronen blüh'n ...


    Immer, wenn ich den Namen Anny Schlemm irgendwo höre oder lese, fällt mir spontan dieses schöne Lied aus "Mignon" ein, das ich mit dieser Sängerin Ende der 1950er Jahre erstmals gehört habe, und deren schlichte Interpretation mir noch heute im Ohr liegt. Auf dieser alten 30 cm-LP der DGG ist es enthalten:

    Ambroise Thomas Anny Schlemm Rita Streich Lorenz Fehenberger Toni  Blankenheim Bamberger Symphoniker Münchner Philharmoni – Mignon Auschnitte  Excerpts ...


    Ich hatte die Aufnahme auf einer 17 cm-EP, mit Auszügen aus obiger Platte. Leider finde ich davon keine Abbildung. Später habe ich die schlichte Arie u.a. auch von Elisabeth Grümmer und Irmgard Seefried gehört, die es sehr schön singen, und doch ist mir Anny Schlemms Version stets Vorbild geblieben.


    Nun ist die Sängerin im gesegneten Alter von 97 Jahren von uns gegangen. Vielen jüngeren Musikfreunden wird sie kaum noch ein Begriff sein, aber wer sie einmal gehört oder gar erlebt hat, dem wird sie unvergessen bleiben. Ihr Repertoire war groß, und es gibt - zumindest gebraucht - noch zahlreiche Aufnahmen von ihr zu kaufen. Ich habe heute, nach Goethes "Zitronenlied" die Sängerin noch in folgender legendären Aufnahme von 1951 gehört, da ist sie in der Rolle des Oscar zu hören:

    ]



    Sie möge in Frieden ruhen!


    Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • ANNY SCHLEMM


    Man hat sie die ‚Callas der Operette‘ genannt, denn Anny Schlemm besaß die Gabe, die oft ironischen und teilweise auch frivolen Gesangsnummern dieser Musikgattung zu ‚servieren‘, wie es außer ihr nur noch Anneliese Rothenberger und Herta Talmar vermochten. Im Unterschied zu diesen beiden ‚Kolleginnen‘ geriet sie - durch ihre etwas herbe und sofort erkennbare Stimmfarbe - nie in die Gefahr einer allzu süßlichen Interpretation einer Operetten-Rolle. Die Zahl der von ihr gesungenen Einzelaufnahmen von Operetten-Titeln in den Archiven der deutschen Rundfunksender ist kaum zu zählen.


    Im Opernsektor war Anny Schlemm jahrzehntelang eine feste Größe als Mitglied bzw. ständiger Gast der Bühnen in Berlin (sowohl im Osten als auch im Westen), Frankfurt, Hamburg, Köln und Stuttgart mit Auftritten in Brüssel, Edinburgh, Genf, Glyndebourne, Lissabon, Moskau, Paris , Prag, Stockholm und Warschau . Ihre Spätkarriere als Charakter-Sängerin führte sie nach Amsterdam, Barcelona, Bayreuth, Dresden, Düsseldorf/Duisburg, London, New York, Paris, Rom, San Francisco und Wien.


    Begonnen hat alles in Halle an der Saale. Anny, geboren am 22. 2. 1929 im hessischen Neu-Isenburg als Tochter des Sängers Friedrich Schlemm, debütiert nach kurzem Gesangsstudium im Juni 1946 erfolgreich in Halle – wohin der Vater 1941 engagiert wurde - als Bastien in Mozarts „Bastien und Bastienne“ und wird in das Ensemble des in einem Notquartier spielenden Stadttheaters übernommen, wo sie vor allem als Pippa in der Uraufführung (13. 6. 1948) von Walter Schartners „Und Pippa tanzt“ (nach Gerhart Hauptmann) für Aufsehen sorgt. Es folgt ein Festengagement an Walter Felsensteins Komische Oper in Ost-Berlin (Debüt-Rolle am 8. 7. 1949: Viola in Arthur Kusterers „Was ihr wollt“ neben Rita Streichs Olivia) und kurze Zeit später steht sie als Zerline in „Don Giovanni“ auch auf der Bühne der Berliner Staatsoper im Admiralspalast (Dirigent: Joseph Keilberth).


    Neuinszenierungen von Verdis „Ein Maskenball“ (am 16. 10. 1949 als Oscar neben Christel Goltz, Erich Witte und Josef Metternich unter Joseph Keilberth), Mussorgskiis „Boris Godunov“ (am 22. 12. 1949 als Xenia neben Hans Reinmars Zar; Dirigent: Leopold Ludwig) und „Arabella“ von Richard Strauss (als Zdenka neben Christel Goltz und Josef Metternich unter Joseph Keilberth am 19. 12. 1950 mit Rundfunkübertragung - und 2006 bei 'Walhall' auf CD erschienen) an der Staatsoper sowie Smetanas „Die verkaufte Braut“ (am 9. 9. 1950 als Marie neben Rudolf Schocks Hans unter Arthur Grüber) an der Komischen Oper machen ihren Namen deutschlandweit bekannt, so dass sie – nachdem sie am 15. 2. 1951 den Pagen Oscar in einer Rundfunksendung des damaligen NWDR Köln unter Fritz Busch gesungen hat – ihre Berliner Verpflichtungen löst und 1951 an die Kölner Oper wechselt, wo sie ebenfalls ihre Schicksalsrolle (Marie in „Die verkaufte Braut“) singt und damit auch bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen gastiert. (Bemerkenswert ist in Köln die deutsche Erstaufführung von Bizets „Ivan IV.“ am 6. 4. 1952; Anny Schlemm singt darin eine andere Marie.)


    Beim NWDR Köln lernt sie Franz Marszalek kennen, der in ihr die ideale Sängerin für seine Operetten-Sendungen findet. Ein Gastspiel in München als Despina in „Cosi fan tutte“ bringt die Bekanntschaft mit Georg Solti, der 1952 als neuer Frankfurter Generalmusikdirektor Anny Schlemm an sein Haus holt (Debüt in einer Repertoire-Aufführung, natürlich „Die verkaufte Braut“). Damit nimmt eine internationale Karriere ihren Anfang, die erst am 7. 10. 2003 als alte Buryja in Janáčeks „Jenufa“ auf der Bühne der Wiener Staatsoper endet.


    Jetzt ist Anny Schlemm im Alter von 97 Jahren in einem Grazer Seniorenheim gestorben, in das sie 2021 nach dem Tod ihres Sohnes, des österreichischen Jazz-Musikers Uli Rennert (aus der Ehe mit dem Dirigenten Wolfgang Rennert, seinerseits ein Bruder des bekannten Opernregisseurs Günther Rennert), gezogen war. Ein langes Leben hat sich erfüllt. Möge sie in Frieden ruhen.


    Carlo

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  • albert-lortzing-undine.jpg


    Es traf sich, dass kurz vor dem Tod, der auch von mit sehr geschätzten Anny Schlemm, Naxos mit einer Streaming-Ausgabe der berühmten historischen Szenenfolge aus Lortzings UNDINE aufwartete, die der Beginn einer nicht vollendeten Gesamtaufnahme gewesen sein soll. Mit ihrer großen von einem Rezitativ eingeleiteten Arie "So wisse denn, dass in allen Elementen" setzt die Schlemm den Höhepunkt. Ward je wieder so innig gesungen? Mit diesem Auftritt rückt das Werk auf die Ebene großer romantischer Opern. Bei Deutsche Grammophon ist zu lesen: Der charakteristische "deutsche" Klang der Bamberger Symphoniker mit ihrem satten Streicherfundament, den warm timbrierten Blechbläsern und den fein ausgeformten Legato-Linien eignet sich ideal für die schicksalhafte Dramatik der Oper. In der Titelrolle überzeugt die erst 24-jährige Anny Schlemm mit souveräner Technik, großer Ausdruckskraft und glasklarer Diktion.

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • ANNY SCHLEMM


    Nachtrag zum Beitrag Nr. 26:


    „Undine“ (Albert Lortzing)

    Ouvertüre – ‚Was seh‘ ich? Ihr seid glücklich wieder da!‘ (Hans, Veit) – ‚So wisse, dass in allen Elementen es Wesen gibt‘ (Undine) – ‚Vater, Mutter, Schwestern, Brüder, hab‘ ich auf der Welt nicht mehr’ (Veit) – ‚Nun ist‘s vollbracht. Du kehrst zur Heimat wieder’ (Kühleborn, Undine) – Ballettmusik / Undine – Anny Schlemm / Kühleborn – Hans Braun / Veit – Walther Ludwig / Hans – Toni Blankenhein / Der Chor der Bayerischen Staatsoper / Chorltg.: Alfred Leder / Die Bamberger Symphoniker / Dirigent: Victor Reinshagen (Bamberg, 13. 1. 1954). Eine Aufnahme der ‚Deutschen Grammophon Gesellschaft‘ (19 010 LPEM) mit dem Pressdatum 25. 1. 1954. Bemerkenswert ist, dass diese 30cm-LP die (gekürzte) Ballettmusik enthält, die in der Gesamtaufnahme der ‚Electrola‘ (mit Anneliese Rothenberger) fehlt.


    Hier sind acht weitere Opern-Querschnitte, eine Gesamtaufnahme und ein Arien-Recital mit Anny Schlemm:


    „Orpheus und Eurydike“ (Christoph Willibald Gluck)

    Ouvertüre* – ‚So klag‘ ich ihren Tod’* (Orpheus) – ‚Mit Freuden den Willen der Götter erfüllen‘° (Amor) – Furientanz+ – Reigen seliger Geister+ – ‚Diese Auen sind seligem Frieden‘+ (Eurydike, Chor) – ‚Welch reiner Himmel deckt diesen Ort‘# (Orpheus) – ‚Komm ins Reich beglückter Schatten‘+ (Chor) – ‚Ach, ich habe sie verloren‘* (Orpheus) / Orpheus – Margarete Klose / Eurydike – Anny Schlemm / Amor – Rita Streich / Der Chor des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Kurt Prestel / Die Berliner Philharmoniker* / Das RIAS-Symphonie-Orchester Berlin° / Die Münchner Philharmoniker+ / Die Bamberger Symphoniker# / Dirigent: Artur Rother. Eine Zusammenstellung aus verschiedenen Aufnahmen. Erschienen 1955 bei der ‚Deutschen Grammophon Gesellschaft‘ auf einer LP (19 053 LPEM) und wieder veröffentlicht unter ‚Heliodor‘ (89 538).


    „Der Bajazzo“ (Ruggero Leoncavallo)

    a) ‚Schaut her, ich bin‘s!’ (Tonio) – b) ‚Scherzet immmer…. ‚ (Canio) – c)‚Dann kommt zum Haus des Herrn‘ (Chor) – d) ‚Wie flammte auf sein Auge… Wie die Vöglein schweben‘ (Nedda) – e) ‚Was gibt‘s? Du sagtest doch, du gingst zum Weine’ (Nedda-Tonio) – f) ‚Nedda! Silvio! Zu dieser Stunde‘ (Nedda-Silvio) – g)‚Jetzt spielen, wo mich Wahnsinn umkrallet… Hüll‘ dich in Tand und schminke dein Antlitz’ (Canio) – h) Intermezzo – i) ‚Nein, bin Bajazzo nicht mehr!‘ (Canio) / Nedda – Anny Schlemm / Canio – Peter Anders / Tonio – Lawrence Winters / Silvio – Eberhard Waechter / Verschiedene Orchester / Dirigenten: Janos Kulka (a), Leopold Ludwig (b), Ferdinand Leitner (c und h), Wolfgang Rennert (d), Herbert Sandberg (e), Gustav König (f), Heinrich Hollreiser (g und i). Die ‚Deutsche Grammophon Gesellschaft‘ veröffentlichte die LP (19 199 LPEM) im Jahre 1957. Die Aufnahmen mit Peter Anders entstanden im Juli 1953; das Duett Nedda-Silvio wurde am 4. 11. 1957 eingespielt.

    dto.: ‚Schaut her, ich bin‘s’ (Tonio) – ‚Bim, baum, ruft der Glocke Ton‘ (Chor) – ‚Wie flammte auf sein Auge… Wie die Vöglein schweben‘ (Nedda) – ‚Was gibt‘s? Du sagtest doch, du gingst zum Weine’ (Nedda, Tonio) – ‚Jetzt spielen, wo mich Wahnsinn umkrallet… Hüll‘ dich in Tand und schminke dein Antlitz’ (Canio) – ‚O Colombine! Hör den treuen Harlekin!‘ (Beppo) – ‚Bajazzo? Nein! Bin Bajazzo nicht mehr!‘ (Canio, Nedda, Silvio, Tonio) / Nedda – Anny Schlemm / Canio – Sándor Kónya Tonio – Walter Berry / Beppe – Donald Grobe / Silvio – Helmut Winkenstern / Der Chor der Deutschen Oper Berlin / Chorltg.: Walter Hagen-Groll / Das Radio-Symphonie-Orchester Berlin / Dirigent: Janos Kulka. Gekoppelt mit Ausschnitten aus Mascagnis „Cavalleria rusticana“ mit Gloria Davy, Yonako Nagano, Sándor Kónya und Walter Berry; Dirigent: Janos Kulka. Eine LP der ‚Deutschen Grammophon Gesellschaft‘ (19 413 LPEM bzw. 136 413 SLPEM), veröffentlicht 1962. Die Aufnahmedaten sind nicht bekannt. Die Platte ist wieder erschienen 1970 in der ‚Resonance‘-Serie (2535 373) der ‚DGG‘ und wurde auch auf CD gepresst (423 871-2). Merkwürdig ist, dass die Erstausgabe der LP das Orchester der Deutschen Oper Berlin nennt, während spätere Veröffentlichungen das Radio-Symphonie-Orchester Berlin angeben.


    „Die lustigen Weiber von Windsor“ (Otto Nicolai)

    ‚Nein, das ist wirklich doch zu keck‘* (Frau Fluth, Frau Reich) – ‚Nun eilt herbei, Witz, heit‘re Laune!‘* (Frau Fluth) – ‚Als Büblein klein an der Mutter Brust‘* (Falstaff) – ‚In einen Waschkorb?‘* (Herr Fluth, Falstaff) – ‚Horch, die Lerche singt im Hain‘+ (Fenton) – ‚Wohl denn, gefasst ist der Entschluss… So schweb‘ ich dir, Geliebter, zu’° (Anna Reich) – ‚O süßer Mond‘° (Chor) / Frau Fluth – Maria Stader / Frau Reich – Margarete Klose / Anna Reich – Anny Schlemm / Falstaff – Kim Borg / Herr Fluth – Eberhard Waechter / Fenton – Walther Ludwig / Der Chor des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Kurt Prestel / Die Münchner Philharmoniker* / Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks° / Das Orchester der Württembergischen Staatstheater+ / Dirigent: Ferdinand Leitner. Die 30cm-LP (19 049 LPEM) der ‚Deutschen Grammophon Gesellschaft‘ erschien 1955 und wurde auf einer LP (89 648) der ‚DGG‘-Tochter ‚Heliodor‘ wieder aufgelegt. (Die Arie der Anna nahm Anny Schlemm am 6. 1. 1955 auf.)


    „Hoffmanns Erzählungen“ (Jacques Offenbach)

    Intermezzo – ‚Es war einmal am Hofe von Eisenack‘° (Hoffmann) – ‚Phöbus stolz im Sonnenwagen‘ (Olympia) – Walzer – ‚Schöne Nacht, du Liebesnacht‘ (Giulietta, Niklaus, Chor) – ‚Leuchte, heller Spiegel, mir‘ (Dapertutto) – ‚Sie entfloh, die Taube so minnig‘ (Antonia) – ‚Die Mutter, meine Mutter!… Leise tönt meiner Stimme Klang‘ (Antonia, Dr. Mirakel, Stimme der Mutter) / Olympia – Käthe Nentwig / Giulietta und Antonia – Anny Schlemm / Niklaus und Stimme der Mutter – Grace Hoffmann / Hoffmann – Walther Ludwig / Dapertutto und Dr. Mirakel – Otto Wiener / Der Chor und das Orchester der Württembergischen Staatstheater Stuttgart °/ Dirigent: Ferdinand Leitner° / Der Chor des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Josef Kugler / Die Münchner Philharmoniker / Dirigent: Heinrich Hollreiser. Eine 25cm-LP der ‚Deutschen Grammophon Gesellschaft‘ (17 049 LPE) von 1956. Die Aufnahmedaten von Anny Schlemm sind der 31. 3. und der 1. 4. 1955.


    „Die verkaufte Braut“ (Bedřich Smetana)

    ‚Seht am Strauch die Knospen springen‘ (Marie, Hans, Chor) – ‚Seid der Verlobte ihr?… Ich weiß Euch einen lieben Schatz‘ (Marie, Wenzel) – ‚Komm, mein Söhnchen, auf ein Wort‘ (Kezal, Hans) – ‚Mit der Mutter sank zu Grabe‘ (Marie, Hans) – ‚Endlich allein! Allein mit mir, mit meinem Gram‘ (Marie) – ‚So find‘ ich dich, Geliebte, hier’ (Marie, Hans) – ‚Durch die Reihen hinzufliegen‘ (Chor) / Marie – Anny Schlemm / Hans – Walther Ludwig / Wenzel – Paul Kuen / Kezal – Josef Greindl / Der Chor und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Josef Kugler / Dirigent: Fritz Lehmann (München, Herkulessaal der Residenz, 2. 2. und 3. 2. 1954). Eine LP (30cm) der ‚Deutschen Grammophon Gesellschaft‘ (19 014 LPEM) mit dem Pressdatum 14. 4. 1954; wieder erschienen auf ‚Heliodor‘ (89 637).


    „Mignon“ (Ambroise Thomas)

    Ouvertüre* – ‚Kennst du das Land, wo die Zitronen blühen?‘° (Mignon) – Siehst du die Schwalben eilen… Ihr Schwalben in den Lüften’° (Mignon, Lothario) – ‚Leb‘ wohl, Mignon! O weine nicht‘° (Wilhelm) – Zwischenaktmusik 2. Akt+ – ‚Dort bei ihm ist sie jetzt‘° (Mignon) – ‚Ja, für den Abend bin ich Königin der Feen… Titania ist herabgestiegen‘° (Philine) – ‚Endlich kehrt die Ruhe ihr wieder‘° (Lothario) – ‚Wie ihre Unschuld auch sich das Gefühl verhehlte‘° (Wilhelm) / Mignon – Anny Schlemm / Wilhelm – Lorenz Fehenberger / Lothario – Toni Blankenheim / Philine – Rita Streich / Das Württembergische Staatsorchester Stuttgart* / Die Münchner Philharmoniker° / Die Bamberger Symphoniker+ / Dirigent: Ferdinand Leitner. Eine Schallplatte (30 cm) der ‚Deutschen Grammophon Gesellschaft‘ von 1953 (19 004 LPEM) mit verschiedenen Aufnahmedaten: die Einspielungen mit Anny Schlemm und Toni Blankenheim entstanden am 10. 9. und 11. 9. 1953 in München; Rita Streich nahm die Arie der Philine in deutscher und französischer Sprache dort am 12. 9. 1953 auf. Die Pressdaten der Schallplatte lauten: 16. 10. 1953 (Seite A) und 5. 10. 1953 (Seite B).


    „Der Freischütz“ (Carl Maria von Weber)

    Ouvertüre – ‚Nein, länger trag‘ ich nicht die Qualen… Durch die Wälder, durch die Auen’° (Max) – ‚Hier im ird‘schen Jammertal’* (Kaspar) – ‚Schweig‘, schweig’, damit dich niemand warnt’* (Kaspar) – ‚Kommt ein schlanker Bursch‘ gegangen’+ (Ännchen) – ‚Wie nahte mir der Schlummer… Leise, leise, fromme Weise‘* (Agathe) – Entr’acte 3. Akt° – ‚Und ob die Wolke sie verhülle‘* (Agathe) – ‚Einst träumte meiner sel‘gen Base’+ (Ännchen) – ‚Was gleicht wohl auf Erden‘° (Chor) / Agathe – Anny Schlemm / Ännchen – Rita Streich / Max – Wolfgang Windgassen / Kaspar – Hermann Uhde / Der Chor und das Orchester der Württembergischen Staatstheater Stuttgart° / Dirigent: Ferdinand Leitner° / Die Bamberger Symphoniker* / Dirigent: Ferdinand Leitner* / Das RIAS-Symphonie-Orchester Berlin+ / Dirigent: Artur Rother+ / Die Ouvertüre spielen die Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Fritz Lehmann. Die ‚Deutsche Grammophon Gesellschaft‘ veröffentlichte 1954 die 30cm-LP (19 013 LPEM), die auf ‚Heliodor‘ (89 537) noch einmal erschien. Anny Schlemm nahm die Arien der Agathe am 19. 3. 1954 auf.


    „Madame Butterfly“ (Giacomo Puccini)

    Cho-cho-san - Anny Schlemm / Suzuki – Hetty Plümacher / B. F. Linkerton – Sándor Kónya / Sharpless – Kim Borg / Goro – Gerhard Unger / Fürst Yamadori – Alfred Pfeifle / Onkel Bonze – Hans Günter Nöcker / Kate Linkerton – Liselotte Becker-Egner / Yakusidé – Traugott Schmohl / Der Standesbeamte – Alfred Pfeifle / Die Mutter Cho-cho-sans – Liselotte Becker-Egner / Die Base – Lieselotte Kiefer / Die Tante – Helga Staudt / Der Chor und das Orchester der Württembergischen Staatstheater Stuttgart / Chorltg.: Heinz Mende / Dirigent: Ferdinand Leitner (Stuttgart, Liederhalle, 28. 2. - 8. 3. 1961). Eine Aufnahme der ‚Deutschen Grammophon-Gesellschaft‘ in deutscher Sprache (18 750/52 LPM bzw. 138 750/52 SLPM) auf drei Schallplatten. Merkwürdigerweise wurde diese Schallplatten-Gesamtaufnahme – abgesehen von einem Querschnitt (19 401 LPEM bzw. 136 401SLPEM) - nie wieder neu aufgelegt und sie erschien auch nicht auf Compact Discs! Gottseidank habe ich die Stereo-Ausgabe der drei Platten und hüte sie wie einen Schatz.


    Auch das Recital mit Arien von Giuseppe Verdi und Giacomo Puccini wurde nicht wieder veröffentlicht, das ich in der originalsprachigen Version habe:

    „Un ballo in maschera“: Ecco l’orrido campo / „Aida“: Ritorna vincitor! / „Otello“: Mia madre aveva una povera ancella… O salce, salce / „La forza del destino“: Pace! Pace! / „Madama Butterfly“: Un bel dì vedremo – Con onor muore / „Turandot“: Tu, che di gel sei cinta / „Tosca“: Vissi d’arte / „Gianni Schicchi“: O mio babino caro / „Manon Lescaut“: Sola, perduta abbandonata / „La Bohème“: Mi chiamano Mimi / Anny Schlemm (Sopran) / Die Bamberger Symphoniker / Dirigent: Herbert Sandberg (Bamberg, Kulturraum , 30. 6. - 6. 7. 1959). Dieses Recital wurde auch in deutscher Sprache aufgenommen und 1959 von der ‚Deutschen Grammophon Gesellschaft‘ veröffentlicht: 19 197 LPEM (mono) bzw. 136 031 SLPM (stereo). Die Platte in italienischer Sprache hat die Katalognummer 19 198 LPEM bzw. 136 033 SLPEM. Eine wirklich schöne Platte, aber man merkt an Text- und Ausdrucksnuancen, dass hier keine Italienerin singt.


    Die für mich schönste und berührendste Aufnahme von Anny Schlemm gab es nur auf einer 17cm-EP (30 260 EPL) der ‚Deutschen Grammophon Gesellschaft‘: „Rusalka“ (Dvořák): ‚Du lieber Mond so silberzart‘ (Das Lied an den Mond) / „Die Zarenbraut“ (Rimski-Korsakov): ‚Lass uns in den Garten geh‘n‘ (Wahnsinnsszene der Marfa) / Anny Schlemm wird begleitet vom Radio-Symphonie-Orchester Berlin unter der Leitung ihres damaligen Ehemanns Wolfgang Rennert. Die Aufnahmen entstanden am 28. und 29. 11. 1956 in der Jesus-Christus-Kirche in Berlin-Dahlem.


    Im Übrigen hat das rührige ‚Hamburger Archiv für Gesangskunst‘ schon vor einigen Jahren eine „Anny Schlemm“-Edition in vier Boxen mit insgesamt 13 CDs (10494/97) herausgegeben, die die Sängerin in all ihrer Vielfalt präsentiert.


    Carlo (Mein eintausendsechshundertster Beitrag!)