Placido Domingo - Plus Ultra

  • Tja, da lugt ja mal wieder die Schadenfreude aus allen Poren!.Nach allem, was ich erlebt habe, wurde Daniel Barenboim ob seiner Tempi und der " lieben " Gewohnheit der "loggionisti", alles auszubuhen was ungewohnt ist, mit vielen und kräftigen Buhs bedacht. Wie kann auch ein Nicht-Italiener wagen, sich am "Boccanegra" zu vergreifen!?!
    Plácido Domingo wurde mit vereinzelten Buhs bedacht....nach Meinung eines alten Scala-Haudegens, weil er eben nicht Piero Cappucilli ist. Nicht die aktuelle Leistung stand in der Kritik, sondern die Verklärung der Vergangenheit, typisch "Scala"!


    Was den "Rigoletto" betrifft....erst machen lassen und dann nörgeln, das scheint mir die fairere Art damit umzugehen!


    LG
    Fides :hello:

    La vita è bella!


  • Ich habe mir den Boccanegra eben angesehen. Die kräftigen Buh-Rufe waren am Ende deutlich zu hören.

    Viele Grüße,


    Marnie

  • Hallo Fides,
    warum soll man sich den Rigoletto von einem 70jährigen Tenor anhören,
    wenn man schon vorher weiß wie sich das anhört?


    :hello:Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.

  • Eigentlich kann ich Domingo verstehen, diesen Vollblutmusiker, der ständig bestrebt war, sich neue Rollen zu erarbeiten.Vor allem kann ich verstehen, dass er einmal in seinem Leben eben einen Rigoletto singen möchte.
    Vielleicht sollte man nach einer Karriere, die schon mehrere Jahrzehnte andauert, einfach mal andere Maßstäbe ansetzen.
    Natürlich wissen wir alle, dass er seinen Höhepunkt lange überschritten hat.
    Noch habe ich mir seinen Boccanegra, den ich heute aufgezeichnet habe nicht angesehen und kann dazu noch nichts sagen.
    :hello:
    Jolanthe

  • Zwei Tage nach der Premiere in Berlin habe ich eine „Pirataufnahme“ von Simon Boccanegra gehört, dannach kam die Met -Liveübertragung. Am 26 April war in einigen Kinos in Deutschland die Übertragung von Scala, eine Vorstellung die Servus TV übernommen und ausgestrahlt hat.


    Nach diesen drei Varianten und einer Wiederholung konnte ich deutlich sehen und hören was für einen Ausnahmekünstler Placido Domingo ist.


    Er hat immer die Rolle verbessert, sowohl schauspielerisch als auch stimmlich.


    Keine Buhrufe für Domingo waren zu hören, sondern für Furlanetto und das war für mich nicht zu recht, aber man weiß schon Bescheid dass in jedem Opernhaus Leute gibt die klatschen oder buhen auf Bestellung.


    Bei Scala waren aber mehrere Vorstellungen, und es könnte sein dass bei irgendeiner, die oben genannten Buhrufe, am Anfang und am Ende vorhanden waren.


    Wir wissen ganz gut dass der Domingo ein Tenor ist aber das was er zu hören hinterlassen hat in letzten Boccanegra hört sich überhaupt nicht als Tenor , sondern als lyrischer Bariton mit vielen dramatischen Akzenten. Also, wenn Carmen für eine Mezzosopranistin geschrieben ist, so sind auch viele Sopranistinnen die diese Rolle verkörpern. Mit Erfolg. Beispiele gibt’s noch genug.


    Andersrum, in den letzten Vorstellungen, egal ob Bariton oder Tenor habe ich nicht den Placido Domingo erlebt sondern einen Korsaren der nachher der Doge von Genua geworden ist.


    Was Rigoletto betrifft, bin ich überzeugt dass der Künstler Domingo ( nicht vergessen dass er ein guter Dirigent und auch gleichzeitig musikalischer Direktor an zwei amerikanischen Opernhäuser ist ) feststellen wird dass die Rolle Ihm nicht passt oder nicht genug gut für sie sein wird, wird er die Finger davon lassen.


    Am Anfang habe ich auch Bedenken mit Boccanegra gehabt aber jetzt habe ich keine mehr.

    Pourqoi me reveiller....

  • Ich bin seit 1960 Domingo-Fan. Debüt in Hamburg. Habe 100 CDs mit ihm - quer Beet -.
    Allerdings: der alternde Domingo reicht an den jungen Domingo nicht heran. Die frühen RCA-Aufnahmen, die es in einer günstigen Box bei jpc gibt, lassen eine schlankere, süffigere, "nach jungem Rotwein erklingende" Stimme vernehmen. In späteren Jahren glich die Stimme schwerem Bordeaux, bildlich gesprochen. Ein Ritter vom hohen "C" war er nie und die Arie aus den Perlenfischern in einem Recital unter Guilini bei der DGG hat wenig mit Gigli, Gedda oder Vanzo gemein. Seine Wagner-Aufnahmen sollte man haben, um sich vorstellen zu können, wie es geklungen hätte, wenn er die deutsche Sprache besser ... Als Sammler ist auch Wagner mit Domingo unverzichtbar.



    Liebe Grüße, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Zitat

    Original von werther


    Keine Buhrufe für Domingo waren zu hören, sondern für Furlanetto und das war für mich nicht zu recht, aber man weiß schon Bescheid dass in jedem Opernhaus Leute gibt die klatschen oder buhen auf Bestellung.


    Ja, das ist richtig, da habe ich mich vielleicht nicht deutlich genug ausgedrückt. Die Buh-Rufe waren für Furlanetto - auch meiner Ansicht nach zu Unrcht.

    Viele Grüße,


    Marnie

  • Zitat

    Original von Herbert Henn
    Hallo Fides,
    warum soll man sich den Rigoletto von einem 70jährigen Tenor anhören,
    wenn man schon vorher weiß wie sich das anhört?


    :hello:Herbert.


    Der Meinung bin ich nicht, wie können wir im voraus wissen wie der Domingo sein Rigoletto gestalten wird ??

    Pourqoi me reveiller....

    Einmal editiert, zuletzt von werther ()

  • @Harald Henn...bist Du etwa ein Seher oder gar allwissend? ?(


    Ich bin der Auffassung, dass Plácido Domingo sich in den vielen Jahren seiner Karriere durch die Qualität seiner Arbeit, die Ernsthaftigkeit seiner Musiker-Existenz und seine noch immer ungeheuer gute und berührende Stimme einen "Sonderstatus" erarbeitet hat.
    Jetzt, im Spätherbst seiner Karriere, kann er mit seinem dunkler gewordenen Organ all die Charakter- u. Väter-Rollen singen, die dem Tenor von den Komponisten nicht zugestanden wurden. Was immer er auf der Bühne tat und tut, hatte und hat mit Menschengestaltung zu tun und da ist der "Rigoletto" sicher gehaltvoller, als der "Duca"! Wenn er beim Studium der Rolle merken sollte, dass sie ihm vokal oder sonstwie nicht liegt, wird er sie zurück geben....was sonst?
    Immer wieder hat er sich in seinem Sängerleben anhören müssen, dass er bestimmte Rollen, z. B. den "Otello", nicht singen solle! Er ist immer seinen Instinkten und eigenen Überzeugungen gefolgt und lag richtig...."Sparflammenkarrieren á la Kraus oder Pavarotti waren und sind seiner Persönlichkeit nicht gemäß. Er liebt die Bühne und seine Arbeit und wird sicher noch so manchen in Erstaunen versetzen! Den "Boccanegra" hatten ihm ja auch viele "Experten" nicht zugetraut...und er hat ihn großartig gesungen und wunderbar gestaltet!!


    Ich drücke ihm die Daumen für "Rigoletto"!!!!


    LG
    Fides :hello:

    La vita è bella!

  • Von den "Big Drei" war mir Placido immer der liebste, weil sein Timbre mir am besten gefiel, trotz der sagenhaften Höhe von Pavarotti. Auch seine schauspielerische Leistung auf der Bühne war phantastisch.
    Ich habe ihn auch vor vielen Jahren in Berlin als Stolzing erlebt und seine Gestaltung und die _Schönheit der Stimme hat mich die schlechte Aussprache vergessen lassen.
    Ich persönlich kenne keinen Tenor , der so viele Jahre in dieser Qualität gesungen hat (vielleicht Alfredo Kraus - gleichwertig) und auch heute in seinem Alter (da streiten sich ja die Experten, ob er nicht noch älter ist, als angegeben) singt er doch immer noch gut.

  • Zitat

    Original von werther


    Der Meinung bin ich nicht, wie können wir im voraus wissen wie der Domingo sein Rigoletto gestalten wird ??


    ... weil das Meiste bei Domingo doch sehr ähnlich klingt. :stumm: Im Gegensatz zu dem meisten Domingo-Liebhabern hier bin ich nicht der Meinung, daß er ein wahnsinnig tiefsinniger Interpret (Akzente setzten und ein gewisses Feuer - auch als Darsteller - ja, das schon. Aber das macht für mich noch keinen großen Interpreten. Iim direkten Vergleich zu Pavarotti allerdings wiederum schon - alles ist eben relativ...) war. Er hat sich seine vielen Rollen auf seine Stimme zurechtgetrimmt - NUR: seine große Kunst war, daß das die wenigsten gemerkt haben.

  • Zitat

    Original von Theophilus
    Placido Domingo hat 1960 erstmals den Alfredo gesungen. Über 40 Jahre Tenor sollte einen Rekord darstellen.


    Also ich will ihm seinen Rekord nicht madig machen, aber da gab es auch noch einige andere Langzeit-Tenöre:
    Tito Schipa
    Beniamino Gigli
    Giovanni Martinelli
    Lauritz Melchior


    Abgesehen davon - mich würde die Anzahl seiner Auftritte auf Opernbühnen in den letzten 15 Jahren interessieren... Bei einem angenommenen Dutzend Auftritten pro Jahr - fällt das alles noch zu 100% unter den Begriff "voll im Engagement" und "aktive Karriere"?

  • Inzwischen habe ich mir meinen Mitschnitt des Simon Boccanegra angesehen und ich muss gestehen, dass mich Domingo immer noch beeindrucken konnte. Natürlich ist mir ein echter Bariton in dieser Rolle lieber. Trotzdem muss man Domingo größten Respekt für die Gestaltung dieser Rolle zollen.


    Buh-Rufe, und zwar gewaltige, habe ich auch nur für Furlanetto gehört.


    :hello:
    Jolanthe

  • Ramon Vinay hat auch das Stimmfach gewechselt, Bergonzi auch, aber sie waren noch keine 70 und Bergonzi wurde vom Bariton zum Tenor, Vinay auch umgekehrt. Bei Wunderlich hat sich einmal jemenad im forum dazu hinreißen lassen, zu äußern, die machen alles zu Geld. Ist das bei Domingo anders? Bleibt hier nicht die Kunst auf der Strecke?


    Es gibt europa- und weltweit hervorragende Baritonstimmen. Und wenn Verdi Rollen für Bariton komponiert hat, sollte sie auch ein Bariton singen. Tenöre, denen im hohen Alter die Höhe fehlt, sollten aufhören zu singen und ihren jahrzehntelangen Erfahrungsschatz an den Nachwuchs weitergeben (wie z.B. Hans Hotter).


    Sänger erinnern mich immer wieder an Politiker. Sie verpassen den rechten Zeitpunkt, aufzuhören.


    Trotzdem bleibe ich ein großer Domingo-Tenor-Fan !


    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • La Gioconda
    Plácido Domingo hat allein in diesem Jahr, trotz zweimonatiger Pause wegen einer Operation, bereits 12 Opernvorstellungen an der Metropolitan und der Scala gesungen. Dazu hat er an der Met dirigiert, Konzerte in Tokio und Katar absolviert, dirigiert im Moment in Washington "Hamlet" und wird parallel dazu am 30.5., am 10.6. und am 20.6. in Los Angeles den Siegmund in der Walküre singen. Danach geht es nach London, wo er in Covent Garden Simon Boccanegra singen wird. Dazu wird am 7.6. noch ein wegen des Vulkanasche-Flugverbots im April ausgefallenes Konzert in Moskau nachgeholt. Am 26.6. wird er in Wien beim Abschied Ioan Holenders dabei sein und im Juli auch noch am Teatro Real in Madrid Boccanegra singen!!!!
    Das wären dann bis zum Sommer ca. 25 Opernvorstellungen als Sänger, dazu seine Dirigate und Konzerte. Im Sommer wird er einige Vorstellungen in der Arena di Verona dirigieren, wird den Rigoletto vorbereiten und ab September dann in Los Angeles, San Francisco und Wien auf xer Bühne stehen....von weltweiten Konzerten mal abgesehen. Er wird als Sänger eine Weltpremiere gestalten (den Pablo Neruda in der Oper "il postino" des Mexikaners Daniel Catán) und den Cyrano de Bergerac in der Oper von Alfano erneut übernehmen.....soll ich aufhören?
    Er singt noch immer zwischen 50 und 60 Vorstellungen pro Jahr....wenn das mal keine "aktive Karriere" ist!?!?!?


    LG
    Fides :hello:

    La vita è bella!

  • Zitat

    Original von Fides
    Er singt noch immer zwischen 50 und 60 Vorstellungen pro Jahr....wenn das mal keine "aktive Karriere" ist!?!?!?


    LG
    Fides :hello:


    Na dann - ad multos annos!

  • Zitat

    Original von Fides
    La Gioconda
    Plácido Domingo hat allein in diesem Jahr, trotz zweimonatiger Pause wegen einer Operation, bereits 12 Opernvorstellungen an der Metropolitan und der Scala gesungen. Dazu hat er an der Met dirigiert, Konzerte in ..... weiter wie oben.
    Fides :hello:


    DANKE Fides :jubel:

    Pourqoi me reveiller....

  • Zitat

    Original von Bernward Gerlach
    Sänger erinnern mich immer wieder an Politiker. Sie verpassen den rechten Zeitpunkt, aufzuhören.


    Dem stimme ich unumwunden zu. Manche Künstler machen sich im Alter ihren guten Namen kaputt. (gilt neuerdings auch für Rennfahrer)

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Nur der Künstler entscheidet, wann es Zeit ist aufzuhören.....Rennfahrer etc. interessieren hier nicht!
    Ich habe noch nie verstanden, wie Außenstehende sich anmaßen können entscheiden zu wollen, wann ein Künstler/eine Künstlerin zu gehen hat. Auch die Folgen....zerstörte Legende :( :( :( hat ja derjenige schließlich selbst zu tragen!
    WO IST DAS PROBLEM?


    LG
    Fides :hello:

    La vita è bella!

  • Mich wundert ja am wenigsten, dass er den Boccanegra singt. Soll er doch, wenn's ihm Spaß macht. Mich hat vielmehr gewundert, dass er bereits vor seinem Debüt in der Rolle allen großen Opernhäusern zugesagt hatte, die Rolle zu verkörpern: von New York über Madrid bis London und Mailand. Das finde ich wesentlich erstaunlicher.


    :hello:

  • Mein lieber Fides!
    Viele Künstler sind leider nicht in der Lage, ihre Stimme im Alter selbst
    zu beurteilen und wähnen sich noch im Zenith! Deren Beispiele gibt es Viele. Es seien nur erwähnt: Roswaenge, Schock und Hoppe. Auch Carreras, Bergonzi und Domingo gehören dazu. Wenn ich Domingo am Anfang seiner Karriere und mit heldischer Stimmfärbung als Hüon im Oberon "Von Jugend auf im Kampfgefield" höre, und mit den letzten aktuellen Aufnahmen vergleiche, liegen Welten dazwischen. Wer kann das besser beurteilen als der Hörer. Gruß Wolfgang

    W.S.

  • Zunächst....ich bin EINE Fides...aber das nur nebenbei.
    Ich habe nicht behauptet, dass alle Künstler beurteilen können, wann ihre Karriere zu Ende ist....ich habe nur gesagt, und darauf bestehe ich, dass es nicht die Sache des Publikums ist zu fordern, zu drängen, zu spotten usw. und so dem Individuum "Künstler" seinen Willen aufzwingen zu wollen. Dass es zu manchmal peingenden Situationen kommen kann, streite ich nicht ab, aber es wird ja niemand gezwungen in Vorstellungen oder Konzerte alt gewordener "Lieblinge" zu gehen!


    Eine künstlerische Karriere ist etwas anderes als ein Bürojob o.ä......da ist oft die Person in ihrer physischen und vor allem psychischen Integrität, mit dem sprichwörtlichen "ganzen Herzen" dem Beruf, der Berufung verbunden und es fällt ihnen vielleicht noch schwerer als "Otto Normalmensch" los zu lassen und Neues zu entdecken, Altes sein zu lassen.
    So sehe ich das!


    LG
    Fides :hello:

    La vita è bella!


  • GENAU DAS IST ES!


    PS:
    Wenn das zahlende Publikum seine Meinung äußert, dann ist das völlig legal und keinesfalls eine Anmaßung o. dergl. So sehe ich das!


    :hello:

    Freundliche Grüße Siegfried

  • .. auch müssen sich alternde Publikumslieblinge es schon gefallen lassen an ihren ehemaligen Höchstleistungen bzw an der nachstrebenden Sängergeneration gemessen zu werden. Allzu sehr auf den Publikumslieblings-Bonus vergangener Jahre zu vertrauen ist dem Publikum gegenüber nicht fair, finde ich. (Vielleicht war das bei den 3en mit ein Problem, daß recht lange nix wirklich Großartiges nachgekommen ist, was die Relationen ein wenig zurechtgerückt hätte?) Auch Sänger sind Menschen mit ganz normalen Schwächen und Bedürfnissen. Scheinwerferlicht und Applaus, mediale Aufmerksamkeit, finanzieller Wohlstand, Jagd nach Bühnenjubiläums-Rekorden, etc. Daß Carreras etwa immer noch öffentlich singt (auch wenn es für wohltätige Zwecke sein mag) finde ich ganz ehrlich beschämend - obwohl er der Held meiner Jugend war.
    Ich habe auch Schwächen für bestimmte Sänger, alt und jung, aber deshalb ist mein Blick für Schwächen und Unzulänglichkeiten nicht getrübt. Bedingungslosem und kritiklosem Fantum bin ich immer skeptisch gegenüber gestanden.

  • Ich habe ein bisschen den Eindruck, dass meine Aüßerungen nur auf Plácido Domingo bezogen verstanden werden....mein Ansatz ist ein viel allgemeinerer. Wer wann warum welche Entscheidung fällt oder aufschiebt oder sie sich von pöbelnden "Zahlern" aufdrängen lässt, bleibt einzig und alleine dem Individuum "Künstler" vorbehalten....ob er singt, Klavier spielt, malt, dirigiert etc.!


    Das Publikum ist nicht der "Arbeitgeber" dieses Menschen, es wird mit seinen Gaben beschenkt, erhält etwas, hat aber keinen duch Zahlung eines Obulus entstandenen Anspruch darauf!!! Mich empört eine Einstellung, die künstlerische Berufe auf das Abliefern von "Leistung gegen Zahlung" zu reduzieren scheint.


    Oft, leider viel zu oft, verschieben sich die menschlichen Maßstäbe in Richtung totaler Gnadenlosigkeit.
    "Alternde Publikumslieblinge" müssen sich nach meiner Auffasung keinesfalls "gefallen lassen" mit über 60 noch die "Leiistung" ihres jüngeren Selbst bringen zu sollen oder zwingend immer wieder mit sich selbst verglichen zu werden. In der Kunst, hier in der Oper oder im Konzert, steht jede Vorstellung, jeder Abend für sich....wie gesagt, wer das nicht akzeptieren will, wer das Altern und die nachlassenden Kräfte und Fähigkeiten nicht berücksichtigen will, wird nicht gezungen solche Abende zu besuchen!


    LG
    Fides

    La vita è bella!

  • Zitat

    Original von Fides
    Das Publikum ist nicht der "Arbeitgeber" dieses Menschen, es wird mit seinen Gaben beschenkt, erhält etwas, hat aber keinen duch Zahlung eines Obulus entstandenen Anspruch darauf!!! Mich empört eine Einstellung, die künstlerische Berufe auf das Abliefern von "Leistung gegen Zahlung" zu reduzieren scheint.


    Oft, leider viel zu oft, verschieben sich die menschlichen Maßstäbe in Richtung totaler Gnadenlosigkeit.
    "Alternde Publikumslieblinge" müssen sich nach meiner Auffasung keinesfalls "gefallen lassen" mit über 60 noch die "Leiistung" ihres jüngeren Selbst bringen zu sollen oder zwingend immer wieder mit sich selbst verglichen zu werden. In der Kunst, hier in der Oper oder im Konzert, steht jede Vorstellung, jeder Abend für sich....wie gesagt, wer das nicht akzeptieren will, wer das Altern und die nachlassenden Kräfte und Fähigkeiten nicht berücksichtigen will, wird nicht gezungen solche Abende zu besuchen!
    LG
    Fides


    Natürlich ist das Publikum indirekt der Arbeitgeber der Künstler, Sänger, (ich bin überzeugt viele sehen das auch selbst so) etc. Wenn jemand überhaupt nicht gut ankommt wird er nicht mehr engagiert. So einfach ist das im Grunde. Über Geschmack kann man streiten, über Qualität nicht. Und die Geschmacksfrage fängt für mich im Idealfall dort an wo Qualität endet. "Arbeitgeber" und "Leistung" sind vielleicht etwas unpoetische Formulierungen, aber wenn man es darauf reduzieren will stimmt das schon auch.
    Und gefallen lassen müssen sich alternde Stars Kritik wohl oder übel - im Idealfall regelt sich das von selbst durch die nachfolgende Künstlergeneration, die neue Maßstäbe setzt (setzen sollte :( ). oder man zieht sich in Würde auf dem Höhepunkt oder knapp darüber zurück.

  • Zitat

    Original von Jolanthe
    Heute morgen wurde von dem Sender Servus TV der Mailänder Simon Boccanegra mit Domingo in der Titelrolle gesendet.
    Servus TV ist im Internet zu empfangen und auch im TV (Kabel/ Satelit usw.)


    Leider habe ich das zu spät erfahren, aber am kommenden Sonntag 23.5.10 um 10.45 Uhr wird die Oper nochmals wiederholt.


    Ich habe diese Aufführung auch gesehen - leider konnte ich ServusTV nur am PC empfangen und die Oper nicht aufnehmen. Weiß jemand, ob man sie irgendwo als DVD kaufen kann? Ich habe schon mal gesucht, bin aber bislang nicht fündig gworden.

    Viele Grüße,


    Marnie

  • Hallo Marnie,


    ich bin gerade in London, wenn du willst kann ich fuer dich mal das Opernhaus besuchen und im Shop fuer dich gucken !
    Falls ja schick mir einfach ne Mail :)


    LG
    Chrissi

  • Hallo Chrissy,


    wenn es keine besondere Mühe macht, wäre das klasse. Die Amelia hat Anja Harteros gesungen. Die Aufnahme ist aus der Mailänder Scala.
    Mit der Mail funktioniert leider nicht. Ich habe versucht, über die HP zu gehen, aber da steht nur: "Unglültige URL".

    Viele Grüße,


    Marnie

  • Hi Marnie,


    wird Mittwoch gemacht ( hier stehen ueberall sogenannte Streetpianos rum, wo man einfach drauf spielen kann. Toll wenn man im Urlaub schmacht hat und auch schon sein Urlaubsgeld ausgegeben hat :D! )
    In Covent Garden ist er ja auch gerade und sing seine Rolle. Mal sehn :)
    Ich habe mir ja die Perlenfischer an der National English Opera ausgeguckt !


    Bis dann !