Beiträge von Anna-Beate

    Heute morgen habe ich mal kleinere Werke von Dvorak gehört, weil ich zeitlich flexibel sein wollte. Für Cell mit Barta und Klavier mit Cech.


    Die Polonaise, als Gelegenheitsmusik komponiert, ohne Opus-Angabe. Ist mir für Tanzmusik nach wie vor zu getragen; wenn es auch einen mehr heiteren temperamentvollen Abschnitt gibt.
    Das Rondo g-Moll op. 94, was mich anspricht, auch wenn es streckenweise etwas traurig ist.
    Silent woods op. 68/5. Das ist zwar wunderbar melodisch, aber mir zu getragen und dadurch eher traurig.
    Slawische Tänze, op.46/8 und op.46/3 (letzterer von Dvorak nicht vollendet, erst von den Herausgebern der modernen kritischen Werkausgabe). Es hat mir gutgetan, dass diese nach all dem Getragenen im Großen und Ganzen lebhaft und heiter wirkten. Als Tanzmusik wären sie mir aber zu kompliziert.


    Ich bin gespannt, Reinhard, auf deine Hörerfahrung zu Dvoraks Cellokonzert in A-Dur.


    Weiß jemand Genaueres über die kritische Werkausgabe von Dvorak? Zeitpunkt, Herausgeber, inwiefern kritisch?

    Ich werde mir nun doch die 2. Sinfonie von Brahms als Ganzes zum Einstieg anhören. Die meisten Empfehlungen sind dafür, auch die im Thread "Was hört Ihr heute?" - da mit sehr ansprechender Begründung.


    Denn das mal Reinhören, wie mal vorgesehen, kann sehr täuschen, wie ich aus Erfahrung weiß. Und ich tue es auch nicht gerne; es reißt das Werk nur so an; ich habe dann nicht viel von der Musik.

    Mich interessiert immer auch, wie ihr auf das gekaufte Werk gekommen seid. Was ihr euch davon versprecht. Bei unbekannteren auch eine (kurze) Information zur Stilrichtung, eventuell zu verwandten Komponisten. Das gilt z. B. für Rosetti, dessen Name ich bisher nie gehört hatte.


    Und falls ihr mehrere Werke von unterschiedlichen Komponisten bestellt habt: Wo da für euch der innere Zusammenhang ist.
    Das gilt z.B. für den Kauf von Schubert und Shokastovich, die in meinen Ohren so ganz unterschiedlich sind. oder den neuesten Kauf von Uhlmann mit Mahler, Britten, Stravinsky, Janacek - die Komponisten als solche kann ich einordnen.


    Ganz allgemein möchte ich dann auch etwas über eure konkrete Hörerfahrung mit der Neuerwerbung lesen.


    Nur so kann euer Neukauf auch eventuell eine Anregung für mich für das eigene Hören werden.

    Ich höre nach wie vor Dvoraks Cellokonzert in A-Dur in der Originalfassung mit Barta und Ceng.


    Heute den 1. Satz, der mir jetzt sehr gefallen hat. Vor allem in den Passagen, wo das Cello im Vordergrund melodisch spielt. Allerdings empfand ich heute die Gesamtstimmung in dem Satz etwas melancholisch; das hat mir nicht so zugesagt.


    Und, da 1. und 2. Satz nahtlos ineinander übergehen, auch noch den 2. sehr ruhigen. Da war ich aber mit der Aufmerksamkeit nicht mehr so recht dabei.


    Ich habe mir jetzt zum Vergleichen auch die Orchesterfassung per Internet bestellt (mit Sadlo); in der Bibliothek und im Handel habe ich sie leider nicht finden könnnen.


    PS: Ich werde mir auf die sehr ansprechend begründete Empfehlung von Peter hin nun doch die 2. Sinfonie von Brahms als Ganzes zum Einstieg anhören. Denn auch die meisten Empfehlungen im Thread zu den Sinfonien von Brahms sind dafür.

    Hallo Peter, es interessiert mich, mehr von dir zu Dvorak zu lesen.
    Gefallen dir beide Werke? Gibt es einzelne Sätze, bestimmte Stellen, die dich besonders ansprechen? Was gefällt dir so im einzelnen?
    Ist es dein erster Kontakt mit diesen Werken, mit Dvorak überhaupt?
    Ich selbst kenne die 7. Sinfonie von Dvorak nicht; sie hat mich auch nach den Beschreibungen dazu noch nicht gereizt. Aber recht gut kenne ich das Cellokonzert, das ich sehr liebe. Besonders den ruhigen, melodiösen, auch etwas melanchonischen 2. Satz. Manchmal berührt er mich noch immer so, dass mir die Tränen dabei kommen.


    Hallo Uwe, auch zu deinem Hörerlebnis von Brahms, 4. Sinfonie, wüßte ich gerne mehr.
    Kennst du bereits anderes von Brahms und wenn ja, was?
    Wie bist du auf diese Sinfonie aufmerksam geworden? Hattest du irgendwelche Erwartungen beim Hören?
    Was gefällt dir daran? Gibt es einen Satz oder bestimmte Passagen, die du besonders magst?
    Ich selbst kenne bisher nur Kammermusik von Brahms, habe dabei zu manchem noch keinen Zugang gefunden. Und ich will demnächst mal die Sinfonien von Brahms mit Wand kennen lernen.

    Jetzt habe ich das Cellokonzert auch gehört, in der Originalfassung nur mit Klavier und Cello. Das Klangerlebnis als solches hat ja schon Maik beschrieben; dem ist nichts hinzu zu fügen. Bleibt nur mein persönlicher Eindruck.


    Es gefällt mir aber nicht so arg, nur in Teilen.
    Besonders viele Stellen, die mich ansprechen, gibt es im 3. Satz. Dort gibt es viele Stellen, bei denen das Cello meldiös und ruhig spielt, mit dem Klavier nur im Hintergrund. Oder auch etwas kraftvoller, aber nicht hektisch oder aufwühlend.
    Wieder deutlich gemerkt aber habe ich, dass Klaviermusik mir wenig liegt; dass ich den Klang dieses Instrumentes nicht gerne mag. So sind denn die vielen Teile in diesem Konzert, in denen das Klavier alleine oder sehr dominant spielt, kein Genuss für mich.


    Dennoch werde ich das Konzert in dieser Fassung nochmals hören. Oft ist bei einem wiederholten Hören meine Wahrnehmung anders, intensiver.
    Und danach zusehen, dass ich die Fassung mit Orchester bekomme - am liebsten nur leihweise, fürs erste - und hören, wie die mir zusagt.

    Ich werde in den nächsten Tagen auch dieses Cellokonzert mit Barta und Cech, also in der Fassung nur für Klavier und Cello, hören. Freue mich nach den zum Teil sehr ausführlichen Beschreibungen hier schon richtig darauf.
    Ich will aber dennoch versuchen, beim ersten Hören unvoreingenommen zu sein und die Stellen heraus finden, die mich ansprechen und / oder beerühren und bewegen.

    Danke für eure Reaktionen.


    Wand mit dem NDR-Sinfonieorchester für alle vier Symphonien scheint mir danach eine gute Wahl zu sein.


    Und was zuerst hören, Auffassungssache. Wobei ich ungern mir einzelne Sätze herausgreife, wenn ich eine Symphonie als Ganzes kennen lernen möchte.


    Ich werde wohl in jeden Satz von allen vier Symphonien mal kurz hinein hören und mir dann die als erste ganz anhören, zu der ich auf diese Weise am meisten Zugang bekomme. Ist zwar auch nicht so eine tolle Methode, aber auf irgendeine Weise "muss" ich mich ja entscheiden.


    Vorher kommt allerdings noch Dvorak und wahrscheinlich von Brahms Opus 88, ein Streichquintett, dran. Es gibt so vieles hier, was mich neugierig macht. Da wird es schwierig, vor lauter Schnuppern nicht das konzentrierte Kennnenlernen zu versäumen.

    Ich bin jetzt zu Dvorak und Cello zurückgekehrt.


    Es hat mir aber heute nur für ein ganz kurzes Werk gereicht, die Polonaise in A.-Dur für Cello und Klavier, ohne Opus-Nummer.
    Es hat mich beim ersten Hören nicht so angesprochen. Ich hatte auch etwas anderes erwartet: Etwas Heiteres, Ausgelassenes, zu dem man tanzen kann.
    Zum Tanzen ist es gar nichts. Stellenweise recht getragen. Aber es hat auch etwa in der Mitte einen schönen melodischen, etwas träumerischen Teil. In der Art, die mich im allgemeinen (auch bei diesem Werk) sehr anspricht.


    Cellist ist Jiri Barta und der Pianist Jan Cech. Beide Namen kannte ich bisher nicht.


    Auf der Cd sind auch noch andere kleine Stücke und das Cello-Konzert in A-Dur von 1865, auch ohne Opus-Nummer. Das kommt dann am (verlängertem) Wochenende dran.

    Welche Aufnahme(n) der Sinfonien von Brahms würdet ihr für das erste Kennenlernen hiervon - anderes von Brahms wie das Violinkonzert mag ich bereits gerne - empfehlen?


    Ist bei der empfohlenen Aufnahme auch ein gutes Booklet dabei, dass das Hörerlebnis unterstützt - und vielleicht auch etwas zum Orchester und seiner Interpretation anmerkt?


    Und mit welcher der vier Sinfonien würdet ihr anfangen, welche ist am leichtesten zugänglich?

    Das Streichquintett op. 88 von Brahms wird sicher auf den Tip hin demnächst drankommen.


    Im Moment ist mein Schwerpunkt Musik mit Cello. Dazu habe ich heute gehört die Cellokonzerte von Haydn und die für Cello bearbeiteten Romanzen von Beethoven. Mit dem Australian Chamber-Orchester und dem Cellisten Müller-Schott.


    Die Cellokonzerte haben mir in den lebhaften fröhlichen Passagen gut gefallen; in den getragenen waren sie mir zu verhalten und zu traurig (jedenfalls habe ich es heute so empfunden). Letzteres gilt auch für die beiden Romanzen von Beethoven; das eingängig Meldodische in diesen Werken allerdings gefällt mir dennoch.


    Insgesamt aber nur gute Unterhaltung, nichts wirklich mich Berührendes wie Brahms oder Dvorak.


    En passant: Haben Kammerorchester eigentlich grundsätzlich nur einen Konzertmeister statt eines Dirigenten? Welcher berühmte Musiker hat erstmals selbst dirigiert (ich habe es mal irgendwo gelesen, aber vergessen, wo und wer es war).

    Ich bin auch dagegen, Josi die Arbeit abzunehmen und habe daher nur recht allgemeine Hinweise gegeben.
    Eine Vorstellung - die allerdings auch bei anderen oft unterbleibt - fände ich auch schön.
    Und eben das Teilen von wesentlichen Erkenntnissen aus der anscheinend ja schriftlich einzureichenden Arbeit.


    Und fürs erste: Rückmeldung auf die letzten Threads von Alfred und die Reaktionen darauf.


    PS: Josi ist laut Profil eine Sie!

    Ich finde es nicht gut, Alfred, Josi so aus dem Forum zu verscheuchen.


    Es handelt sich ja offensichtlich nicht um eine x-beliebige zufällig gestellte Schulaufgabe, sondern um eine Art Referat in ihrem Spezialgebiet Musik. Und so ein Gebiet sucht mensch sich doch nur dann aus, wenn auch wirkliches Interesse besteht.


    Ich selbst würde bei diesem Thema erstmal in Konzertführern nachlesen, mir eine Biographie von Vivaldi mit weiterführenden Literaturangaben besorgen. Und unter Goggle nochmals gezielter mit Stichworten suchen.


    Vielleicht kann Josi uns von ihrem mit unserer Hilfe erworbenen Wissen dann wieder etwas "abgeben". Und so durchaus das Forum bereichern.

    Hinsichtlich Parfum stört es mich auch - übrigens überall, nicht nur im Konzert - , wenn es so dick aufgetragen ist, dass es penetrant riecht. Das ist dann für mich mangelnde Rücksichtnahme auf andere - im Unterschied zu sehr lockerer Kleidung.
    Ich selbst benutze grundsätzlich kein Parfum, sondern nur ein sehr dezentes oder gar geruchfreies Deo.

    Ich schaue immer bei 2001 nach günstigen Angeboten. Wobei ich mir aber immer unsicher bin hinsichtlich der Qualität der Aufnahmen, sowohl hinsichtlich Interpretation als auch hinsichtlich der Aufnahmetechnik. Was ich bisher darüber bezogen habe (zu viel, um es hier zu nennen) war aber passabel.
    Was habt ihr für Erfahrungen mit 2001?


    Bei Amazonas gibt es ja oft auch bereits gebrauchte CDs sehr viel günstiger. Da habe ich aber immer Angst vor Schäden und bisher so etwas noch nicht gekauft. Wie steht es damit bei anderen?


    Prinzipiell kaufe ich nicht so gerne online. Ich gehe lieber ins Musikgeschäft und schaue dort bei den zum Teil sehr billigen herabgesetzten CDs; manchmal stehen auch bei den normalen CDs sehr preiswerte (noch unter 10 €) darunter.
    Es sind dann halt nicht die neuesten Aufnahmen, aber das macht mir nichts aus.
    Gut ist, dass ich im Musikladen mal in die Aufnahmen hinein hören kann. Also nicht "die Katze im Sack kaufen" muss. Auch umtauschen ist ohne besonderen Aufwand möglich.

    Ich bin (noch?) nicht soweit, dass ich wirklich Unterschiede bei verschiedenenen Einspielungen desselben Werkes höre. Schon mal eine Kleinigkeit, aber nicht so durchgängig.
    Ich habe das einmal intensiv probiert mit Dvoraks Cellokonzert 104 mit einer eigenen Aufnahme mit du Pre und einer ausgeliehenen mit Rostropovitch.


    Daher kaufe ich mir zunächst keine "Dubletten". Und höre lieber die vorhandene Aufführung öfters und damit auch intensiver. Vielleicht kommt dann die Zeit, wo ich bestimmte Stellen sehr gut kenne und neugierig werde, wie sie sich bei einer anderen Interpetation anhören.

    Ich bin froh, dass es für Konzerte keine Bekleidungsvorschriften mehr gibt. Und es ist mir nicht wichtig, was andere anhaben. Ich selbst kleide mich auch dann leger, einfach deshalb, weil ich gar keine elegante Garderobe besitze. Aber ich mache mich dann etwas festlicher durch eine Kette, einen Ring. Und ich überlege mir, was ich anziehe.
    In meinem Musikunterricht an der Schule hieß es zu diesem Thema einmal, dass die äußere Vorbereitung auf ein Konzert auch der inneren zugute kommt. Und das stimmt, meiner Ansicht nach.

    Ich fände es schön, wenn bei nicht so bekannten Komponisten auch kurz etwas zu Epoche und Stilrichtung geschrieben würde.
    Und ganz allgemein auch, ob einem das Gehörte gefällt und was mensch dabei gut, schön oder nicht so gelungen findet.
    Dann weiß ich eher, ob die Aufnahme auch etwas für mich sein könnte. Und auch, in welcher Stimmung ich sie am besten anhöre.

    Ich mag bei Konzertbesuchen ein Mischprogramm aus einem Stück oder von einem Komponisten, das /den ich schon kenne und liebe und eetwas anderem, sofern es im Stil einigermaßen dazu passt.
    Ich habe so die Gelegenheit, mal in etwas Neues hinein zu hören, was ich sonst noch nicht kennen lernen würde. Meistens ist es bei dem Neuen aber bisher beim einmaligen Hören geblieben.
    Lieb ist es mir, wenn mein "Lieblingsstück" am Ende des Konzerts kommt. Damit dessen Eindruck nicht noch von etwas Anderem überlagert wird.


    Bei CDs, die ich kaufe, will ich meistens das gewünschte Stück und noch weiteres - auch mir Unbekanntes - von dem selben Komponisten. Ich mache da aber auch mal eine Ausnahme; heute z.B. habe ich eine CD mit Dvoraks Streichquartett op.86 und Smetanas "Mein Vaterland" bestellt. Ich kann beides ja völlig getrennt voneinander hören, falls es zu unterschiedlich ist.
    Bei CDs, die ich nur ausleihe, gilt dasselbe wie bei Konzerten. Allerdings gibt es solche CDs nicht allzu häufig.

    Bei mir zu Hause wurde ab dem Schulalter der Besuch von Opern und Operetten gefördert. Auch wurde viel davon und an Liedern der Romantik über Schallplatten gehört. Ab der Pubertät habe ich auch Orchesterkonzerte besucht unter Anleitung des Vaters meiner Freundin, der dort an der Programmgestaltung beteiligt war.


    Vokalmusik hat mir dann aber lange gar nichts bedeutet. Und auch Instrumentalmusik habe ich nur sporadisch und ohne bestimmte Vorlieben gehört.


    Wieder aufgewacht ist die Liebe zur klassischen Musik über verschiedenen Open-air-Konzerte. Und vor allem einen Volkshochschulkurs mit Musik zur Meditation, bei dem neben Sufimusik und jiddischer Musik auch Dvoraks Cellokonzert op.104, 2. Satz, gespielt wurde. Seitdem mag ich vor allem diesen Komponisten. Ich höre aber auch anderes; vor allem bei Livekonzerten.

    Ich habe kein Interesse an einer so allgemeinen Wiederbelebung von alten Threads.
    Aber ich finde es wichtig, vor Eröffnen eines neuen Threads zu suchen, ob nicht ein ähnlicher schon existiert und dann diesen zu benutzen. Oder, falls der alte übersehen wurde, nachträglich den neuen mit dem alten zusammen zu führen und den neuen dann zu löschen. Vielleicht erst nach Rückfrage bei der Person, die den neuen Thread erstellt hat.

    Danke Mimi, für deine Hinweise. Ich werde mir die Cds bei Gelegenheit mal anschauen; im Moment ist Brahms Schwerpunkt.
    Sicher sind die Texte bei Vokalmusik wichtig. Nur darf es nicht so sein, dass ich mich wegen der Anstrengung, sie zu verstehen, nicht mehr auf die Musik konzentriere.

    Ich habe mir gestern eine Cd mit Brahms Violinkonzert op.77, der Violinsonate Nr. 3 (glaube ich) und den ungarischen Tänzen, anscheinend bearbeitet für Violine, gekauft. Der Violonist ist Menuhin, das Orchester wird von Furtwängler dirigiert. Es ist eine neueeinspielte ältere Aufnahme.
    Zum Hören bin ich noch nicht gekommen. Ich bin gespannt auf die zwei mir noch unbekannten Werke. Und ich freue mich auf das Konzert, dass ich in einer anderen Interpretation auf einer nur ausgeliehenen CD bereits kenne.

    Liebe Mimi,


    es war mein erstes Kirchenkonzert seit langer Zeit. Und das erste, wo ich aus meiner freien Entscheidung hingegangen bin. An die bisherigen kann ich mich kaum erinnern; ich bin damals wegen meines Freundes hin.


    Das Jubilate war auch ein Teil der Missa solemnis. Und bei den Teilen, die ich als heiter empfunden habe, trifft das Wort die Sache tatsächlich nicht ganz. Leicht ist besser, ein wenig beschwingt stimmt auch.


    Bei einer Messe weiß ich so in etwa, um was es inhaltlich geht. Da lenken mich die Texte nicht von der Musik ab. Und beim "Grabgesang" wüßte ich nicht, wo ich den vollständigen Text dazu finde. Müßte mal im Internet recherchieren. Oder weißt du da Bescheid?


    Wie sind so deine Erfahrungen mit Kirchenmusik, überhaupt geistlicher Musik?


    Ich danke dir übrigens für deine Reaktion und deine Anregungen.

    Am Karfreitag und am Ostersonntag habe ich Musik im Gottesdienst gehört. Das ist natürlich kein richtiges Konzert, aber Live-Musik.


    Am Freitag war es die Grabmusik von Mozart, die er mit erst 111 Jahren (!) komponiert hat. Ich war erstaunt, wie leicht und beschwingt das war trotz des ernsten Themas. Da das Ganze in Deutsch gesungen wird, war ich allerdings phasenweise zu sehr auf den Text konzentriert. Die Musik geriet ins Hintertreffen.


    Am Sonntag war es die Missa solemnis von Mozart. Insgesamt hat die mir nicht so zugesagt. Sie war mir zu verhalten und zu getragen. Aber einzelne Stellen mit mehr Temperament, Heiterkeit und sogar ausgesprochenem Jubel fand ich ausgesprochen schön. Ganz besonders das "Jubilate" und auch das "Sanctus".
    Der Text hat mich hier nicht abgelenkt, da auf lateinisch gesungen.


    Es war eine interessante Erfahrung mit geistlicher Musik, die ich nicht bevorzugt höre. Und das Ganze hat auch nicht Appetit auf mehr gemacht oder drauf, diese Werke nochmals zu hören. Dennoch werde ich auch geistliche Musik wieder hören, wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt.

    Wenn es mir sehr schlecht geht, mag ich keine Musik hören. Es berührt mich dann nichts wirklich.


    Geht es mir nur etwas schlecht (depressive Verstimmung), tun mir langsame ruhige Werke gut. Besonders der 2. Satz von Dvoraks Cellokonzert in h-Moll op. 104. Aber auch etwas Beschwingtes und Heiteres von Mozart.


    Bin ich so richtig aggressiv, kann ich Musik mit Ruhigsitzen nicht gebrauchen. Ausnahme ist die Sinfonie fantastique von Berlioz. Ansonsten irgendeine moderne Musik, zu der ich mich bewegen und tanzen kann. Oder statt Musik schnellles Spazierengehen oder Rad fahren.


    Fühle ich mich wohl, kann ich mich auf alle Arten von Musik einlassen. Und meine Stimmung richtet sich dann nach der gewählten Musik. Wobei mich dann auch traurige Musik nicht depressiv macht, sondern eher so ein wohliges Gefühl von Besinnlichkeit erzeugt.


    Liebeskummer hatte ich schon sehr lange nicht mehr; daher weiß ich nicht, was da an Musik geeignet wäre.

    Ich höre noch immer Brahms. Ich mag gerne neue Werke mehrmals anhören, um immer mehr davon wahr zu nehmen, um sie damit immer besser genießen zu können.


    Ich mag inzwischen ausgesprochen gern Brahms Violinkonzert opus 77 mit den Wiener Philharmonikern unter Bernstein und Gidon Kremer an der Violine. Nur mit dem 2. Satz kann ich nicht viel anfangen. - Auch mal gehört habe ich das Doppelkonzert. Aber das ist derzeit nichts für mich. Es hat mich nicht im geringsten berührt; teilweise habe ich nur bewundert, wie kunstvoll es gemacht ist. Aber das geht nur über den Kopf; nicht über das Empfinden. Vielleicht höre ich es nochmals, wenn ich viel anderes von Brahms kenne.


    Und allmählich bekomme ich auch Zugang zur Cellosonate op. 38 in der Einspielung mit Rudolf Serkin und Mstislaw Rostropowitsch.
    Der 1. Satz gefällt mir gut. Ich merke jetzt, dass er einiges an melodischen Momenten hat, wenn auch nicht so ausgeprägt wie bei Dvorak. Und dann gibt es eine schöne Passage, bei der das Klavier dominiert und das Ganze recht schnell und furios ist. Ein "Stil" der mir ansonsten nicht so gefällt, ich bin eher für das Ruhige.
    Ganz schön finde ich auch den kurzen 2. Satz.
    Nur mit dem 3. Satz kann ich mich noch nicht anfreunden. Auch Bachs "Kunst der Fuge", an die das anknüpft, ist nicht meine Musikrichtung. So wie ich bisher überhaupt Bach und Barockmusik nicht so mag und auch sehr selten höre.


    Die genannte Cellosonate werde ich bestimmt nochmals anhören. Und dann auch die andere.

    Ich habe selbst immer grosse Schwierigkeiten, zu beschreiben, was und warum mir ein bestimmtes Musikstück gefällt oder auch nicht gefällt.


    Ich bin noch nicht so weit fortgeschritten, dass mir eine gute technische Beschreibung möglich ist. Auch mag ich das nicht so, weil es so kalt und abstrakt ist. Es gibt für mich nicht wirklich das Hörerlebnis wieder. Wenn auch so eine Beschreibung wichtig ist für mich, um genauer hinzuhören, um die Struktur des Ganzen zu erkennen, um auf bestimmte Passagen mit ihrer besonderen Gestaltung aufmerksam zu werden.


    Und alles andere ist eben nicht objektiv. Ist ein eher lyrisches Vokabular, das sehr leicht verschwommen und ungenau wird. Und bei verschiedenen Leuten Unterschiedliches auslöst. Und doch ist es die einzige Form, in der ich mich wirklich dem "Geist der Musik" annähern kann.


    Lese ich so etwas, dann sagt es mir nur dann etwas, wenn ich das Musikstück schon kenne oder nach der Lektüre kennenlerne. Des öfteren finde ich die Beschreibung zutreffend; hilft sie mir, das Werk besser nach zu empfinden. Manchmal finde ich sie verfehlt, weil sie meinem eigenem Hörerlebnis widerspricht. Und manchmal empfinde ich sie auch als nichtssagend oder gar kitschig; das unabhängig vom Hören der Musik .


    Beim Zuhören selbst versuche ich zumindest beim ersten Mal mich frei zu machen von all dem, was ich schon gelesen habe und was ich weiß über die Musik. Und einfach nur unvoreingenommen hinzuhören. Das gelingt freilich nie vollständig, leider.
    Es klappt nur dann, wenn ich ganz überraschend etwas an Musik höre, von der ich weder Komponist noch Stilepoche kenne.

    Ich übernehme das hier mal vom Thread zu den Cellosonaten von Brahms, weil es inhaltlich eher hierher gehört. Auch wenn ich normalerweise doppelte Einträge vermeide.


    Heute habe ich von Brahms das op.77 (Violinkonzert) in einer Aufnahme mit den Wiener Philharmonikern unter dem Dirigenten Bernstein und dem Solisten Kremer erstmals gehört. Ich hatte es vorher mit der Cellosonate Nr. 1 probiert, aber keinen rechten Zugang dazu gefunden. Es war ganz nett, hat mich aber nicht berührt.
    Mit dem Konzert ist es mir sehr viel besser gegangen ist. Vor allem der 1. Satz hat mich berührt, er hat auch einige recht melodische Teile. Dem 2. Satz habe ich nicht viel abgewinnen können. Und auch den 3. Satz finde ich recht schön. Gut gefällt mir sein immer wiederkehrended Thema und sein lebhafter Charakter.