Beiträge von John Doe

    Selbstverständlich! Siehe dazu Konstantin Scherbakov mit seinen Schostakowitsch-Einspielungen.
    Sollte Scherbakow nun von den Kykladen z.B. nach Japan übersiedeln, bin ich wesentlich geneigter, mir eine asiatische Hochpreis-CD ins Regal zu stellen, weil ich ihn doch schon kenne. Sollte er ein Konzert in meiner Nähe geben, sind die Aussicheten auf einen Besuch meinerseits aus dem selben Grund auch deutlich höher.
    Oder anders formuliert: Ist der Künstler gut, setzt er sich Label-unabhängig durch, ist er es nicht, nützt ihm auch die beste Promotion vom größten Major nichts und er verschwindet wieder in der Versenkung. Eine Rufschädigung kann ich da definitiv nicht erkennen.


    Ciele Grüße
    John Doe

    Bei Bilson / Gardiner ist noch nachzutragen, dass in seiner Gesamtaufnahme auch das Doppel- und das Tripelkonzert mit dabei sind ebenso wie die beiden Rondos KV 382 und KV 386.


    Und beim Levin / Hogwood - Torso sind auch die vier Pasticcio-Konzerte mit Cembalo als Soloinstrument und KV 175 in der 1782er Version, also mit dem Rondo KV 382 als Finalsatz mit dabei.


    Meine Frage nun an den Lullisten: Wie vollständig ist der Immerseel-Zyklus? Ich trage mich nämlich mit dem Gedanken, mir diesen in absehbarer Zeit zuzulegen.


    Viele Grüße
    John Doe

    Meine bevorzugte Aufnahme der Klavierkonzerte von Mozart ist die unter Gardiner mit den English Baroque Solists und Malcolm Bilson am Piano Forte erschienen bei DG/Archiv.
    Malcolm Bilson hat dann den Zyklus komplett geschlossen, in dem er dann auch noch die Pasticcio-Konzerte KV 37, 39, 40, 41 und KV 107.1-3 mit dem Orchester der Old Fairfield Academy unter Leitung von Thomas Crawford eingespielt hat (erschienen bei Musicmasters Classics).


    Dann muss unbedingt noch der begonnene und nicht vollendete Zyklus unter Hogwood mit der Academy of Ancient Music und Robert Levin am Pianoforte genannt werden. Wäre es Hogwood und Levin gegönnt gewesen, den Zyklus zu vollenden, dann hätte er durchaus das Zeug dazu gehabt, als der beste durchzugehen.


    Schließlich möchte ich auch noch auf eine Aufnahme der beiden moll-Konzerte mit John Gibbons am Klavier und dem Orchestra Of The Eighteenth Century unter Frans Brüggen hinweisen, eine Philips-Aufnahme aus dem Jahre 1986, bei der für das d-moll Konzert die Beethovenkadenzen zur Verwendung kamen.
    Aufnahmetechnisch ist sie nicht so gut, da live, aber von der Interpretation geht sie doch deutlich Richtung schwarze Romantik.


    Viele Grüße
    John Doe

    Hallo Johannes Roehl,


    du sagst:


    Zitat

    Wenngleich der Schock des 1. Weltkriegs, "der Untergang des Abendlands" nicht geleugnet werden soll, sind entscheidende Weichen in der Musik vorher gestellt worden.


    Dem ist selbstverständlich beizupflichten, jedoch kommt mir dabei sofort die Frage nach dem Warum in den Sinn und darauf aufbauend noch ein paar weitere:


    Warum hat es konkret diesen Stilwandel gegeben, warum hat es überhaupt Stilwandel gegeben?
    Wie ist er von Statten gegangen? War es überhaupt ein Stilwandel oder ist nur eine neue Richtung hinzugekommen? Ist er schon abgeschlossen oder ist der Prozess noch offen? Was bleibt vom 20. Jhdt.?


    Zitat

    Weill, Orff, Khatchaturian ist komischerweise oft gerade die, die den Modernehassern als einzige aus dieser Epoche gefällt...


    Absolut gesehen ist wohl der Unterschied zwischen Bürger und Prolet nicht allzu groß.


    Zitat

    daß "Moderne Musik" in gewisser Weise zum Ziel hat gesellschaftsverändernd zu wirken - und zwar zuungunsten des Bürgertums


    Der antibürgerliche Aspekt der modernen Musik: beim sozialistischen Realismus ist er musikunabhängig per definitionem vorhanden und im Westen, in Mitteleuropa, da ist er doch nur logische Konsequenz des Fortschrittsgedandkens, der zum damaligen Zeitpunk eben bei der Linken zu Hause war.
    Ironischer Weise war aber immer das Bürgertum als "Konsument" der Avantgarde notwendig, denn ein Prolet hätte sich das nicht angetan.
    Und jetzt erst, Ende 20. Anfang 21. Jhdt. durch Einführung eines billigen Massentonträgers könnte so manches Postulat von früher erfüllt werden.
    Aber was macht der Prolet? Er betrauert statt dessen Michael Jackson.


    Viele Grüße
    John Doe

    Wie Wien von den napoleonischen Truppen eingeschlossen worden ist, hat da nicht Beethoven gerade seinen Fidelio bzw. seine Leonore geprobt, um sie dann nach Einnahme der Stadt hauptsächlich vor französischen Offizieren aufzuführen? Die einzige Klage von Beethoven war doch nur, dass ihm die Premiere verdorben worden ist.


    Was aber wurde geprobt, als Berlin von den sowjetischen Truppen eingeschlossen worden ist?


    Viele Grüße
    John Doe

    Ich wollte mit meinem Beitrag jetzt nicht den sozialistischen Realismus und die proletarische Revolution in den Himmel loben, sondern alleine an diesem Beispiel darstellen, dass die sogenannten traditionellen Werte der Musik durchaus noch im 20. Jhdt. vorhanden waren, wie auch Johannes Roehl klar gestellt hat.


    Entledigt man den sozialistischen Realismus in der Musik seines ideologischen Überbaues, dann bleibt doch ein absolut konservativer Musikstil übrig, der sich nahtlos an´s 19. Jhdt. anschließt, keinerlei Bruch dazu produziert, sondern viel mehr dessen musikalischen Gedanken weiterentwickelt und fortspinnt.
    Als bestes Beispiel dafür sind die Miaskovsky-Sinfonien zu nennen, welche mir in dieser Warner-Box unter Svetlanov vorliegen. Es handelt sich dabei nachweislich auch um programmatische Sinfonien, deren Programme aber in dem mehr als mageren Booklet nicht genannt werden, weshalb eiinem nichts anderes übrig bleibt, auch die Programm-Sinfonien absolut zu hören. Dabei stellt man dann fest, dass diese Musik dort anfängt, wo Tschaikowski, Borodin und Glasunov aufgehört haben und zwar nahtlos. Ja, mehr noch, dass dagegen ein Rimski-Korsakov und ein Mussorgsky in ihrer Tonsprache radikaler, härter, ja auch dissonanter waren.
    Setzt man aber die "rote Brille" auf und informiert sich über die Programme, dann schaut das ganz anders aus, dann ist man auf einmal wieder mitten im 20. Jhdt. und die fehlende Radikalität der Musik wird durch die gewürzte Programmatik ersetzt.


    Das gleiche würde übrigens auch bei Beethovens Pastoral-Sinfonie funktionieren: Satz 1: Die Kolchose, Satz 2: Szene am Bach, Satz 3: Lustiges Zusammensein der Landarbeiterinnen und Landarbeiter, Satz 4: Gewitter, Sturm, Satz 5: Lied der Landarbeiterin, Dank an die Partei und das Kollektiv nach dem Sturm.


    Zitat

    Ich habe immer die Meinung vertreten - und tue dies auch heute noch - Musik habe unpolitisch zu sein und sei einzig und allein der Schönheit verpflichtet- aber bei manchen Komponisten habe ich den subjektiven Eindruck - sie brächen bewusst dieses TABU.(??)


    Im 20. Jhdt. hat die Politik deutliche Spuren in der Musik hinterlassen, aber nicht weil jetzt die Politik so gut, oder die Komponisten so politisch waren, sondern weil die Politik so desastreus und in ihren Folgen alles betreffend waren.
    Man kann doch nicht erwarten, dass so ein schreckliches Ereignis, so eine abscheuliche Fleisch- und Knochenmühle, wie der WK I spurlos an der Musik vorübergeht, genausowenig wie man erwarten kann, dass dies dann beim WK II mit seinen zusätzlichen Verbrechen der Fall ist. Es waren dabei ja nicht einzelne Heere involviert, die an der Zivilbevölkerung vorbei ihre Schlachten absolvierten wie zu Zeiten vom alten Fritz, es waren doch zum Schluss alle betroffen.


    Und wenn dann noch der Reaktion darauf der Stempel "entartet" aufgedrückt worden ist, dann war doch das harmloseste Liedchen politisch, wenn es denn vom falschen Komponisten geschrieben worden war.


    Und mit Verlaub, die SU unter Stalin war da auch nicht viel besser, wurde dort die Destruktion in Sachen Kultur nur mit dem Mäntelchen der Konstruktivität verbrämt, ist der sozialistische Realismus doch alles andere als eine freie Kunstform.


    Abschließend möchte ich noch bemerken, dass ich hier nur von einem Teil der Musik des 20. Jhdt. gesprochen habe, wobei mir durchaus bewußt ist, dass er für sich genommen genau so wenig repräsentativ für das 20. Jhdt. ist, wie die ganzen Klangmassenauftürmer, Verdichter und Schockierer auf der anderen Seite.
    M.E. zeichnet sich das 20. Jhdt. durch eine vormals nicht dagewesene, sich gegenseitig befruchtende Stilvielfalt innerhalb der Musik aus. Und nur weil einem jetzt eine Teilmenge davon nicht zusagt, kann man doch nicht das ganze Jahrhundert verdammen.


    Viele Grüße
    John Doe

    Zitat

    Musik zur Ehre Gottes (Die Kirche - hierin machen die evangelische und die katholische nur wenig Unterschied - sah sehr wohl die Heuchelei, die hinter dieser Behauptung steckt - und unternahm zeitweise alle Anstrengungen um Musik generell zu verbieten oder sie zumindesten unfreundlich klingen zu lassen. Musik zur Ehre des Herrschers Musik zur Ehre des Adels Musik zum Tanzen Kriegsmusik Musik welche das Bürgertum repräsentiert Musik zu Unterhaltung Liebeslieder Die Musik des 20. Jahrhunderts jedoch dient - von Ausnahmen mal abgesehen - KEINER dieser Aufgaben. Und da stellt sich die Frage ? Was will/soll diese Musik eigentlich bezwecken - bzw wofür ist sie gut ?


    Die Aussage Alfreds, die Musik des 20. Jhdts diene keiner o.g. Aufgaben ist in dieser ausschließlichen Form falsch.


    Wendet man sein Ohr nach Osten, dann konnte man dort bis vor kurzem sehr wohl Musik zu Ehren des Herrschers, der Partei und der Arbeiterklasse hören, aber auch zum 1. Mai und zum Oktober mit seiner Revolution. Getanzt wurde auch und der Krieg hat ebenfalls seine Spuren hinterlassen. Aber nicht nur der Krieg, sondern auch Völkermord und Unterdrückung. Und Klassenkampf und Antifaschismus haben ebenfalls mindestens eine Kantate erhalten.


    Schostakowitsch, Kabalewski, Mjaskowski und Prokofieff stehen für oben Genanntes, Eisler mit seiner "Deutschen Sinfonie - eine antifaschistische Kantate" für letztgenanntes.


    Dann gibt es den Allan Petterson, der seine Sinfonik dem Subproletariat der westlichen Welt gewidmet hat und Hugo Alfven, der mit Spätromantischem Gestus die Schönheit seiner schwedischen Heimat beschreibt.
    Dann ist da noch der dänische Komponist Langgaard, von dem ich im Augenblick nur seine 1. Sinfonie kenne, eine sinfonische Dichtung, die jedoch deutlich vor 1930 liegt, dessen Gersamtwerk aber weit über die 30er hinausgeht.
    Und vom Henze existiert noch eine gegen die Bourgeoisie gerichtete Sinfonie.


    Ja und last not least möchte ich noch ein wunderbares kleines Streichqurtett von Dumisani Maraire mit dem Titel "Mutter Nozipo" anführen, indem auf äußerst beschwingte Art und Weise das Leben, der Tod und das ewige Leben einer afrikanischen Frau dargestellt wird.


    Diese Reihe kann noch sehr, sehr lange fortgesetzt werden, obwohl alle genannten Komponisten mit Ausnahme von Henze tonal sind.


    Ich persönlich habe definitiv nicht den Eindruck, dass das 20. Jhdt. atonal ist, genausowenig wie es "innhaltsleer" ist. Ja, ich meine sogar, dass es da mehr Programmmusik gibt, als im vorherigen Jahrhundert.


    Jedoch gibt es auch das, was Alfred zu seiner negativen Meinung über´s 20. Jhdt. gebracht hat, wobei es sich dabei nur um einen Teil vom ganzen handelt, der nicht unbedingt der größte ist.


    Niele Grüße
    John Doe

    50 Jahre musikalische Entwicklung am Beispiel eines einzigen Menschen.


    Wie schon Johannes Roehl festgestellt hat, sind genügend Komponisten nicht einmal 50 geworden und von denen, die doch älter geworden sind, haben die wenigsten 50 Jahre lang auch komponiert.


    Und zwischen dem Oberto von 1839 und dem Falstaff von 1893, da liegen doch Welten und dieser Weg von seiner ersten bis zu seiner letzten Oper ist bei Verdi durch seine 26 Opern dazwischen halt auf´s beste dokumentiert.
    Befasst man sich mit der Oper in der 2. Hälfte des 19. Jhdts kommt man um Verdi nicht umhin.


    Für mich hat Verdi die Belcanto-Oper zum Musikdrama weiterentwickelt und zwar (im Gegensatz zu Wagner) von innen heraus. Damit gleicht er in der Vorgehensweise Mozart, der die Oper als solche ebenfalls reformiert hat, ohne dabei Reformopern wie Gluck zu schreiben.


    Bei Wagner dagegen schimmert mir mal mehr mal weniger, aber immer ein bißchen die Theorie durch.


    Viele Grüße
    John Doe

    "de mortuis nil nisi bene"


    Nichtsdestotrotz hat mich Michael Jackson in seiner ganzen Künstlichkeit an einen Kastraten erinnert. Eine formelhafte Musik, von der man nicht weiß, wer sie gemacht hat, kolssale Bühnenshows voller Gags und Effekte, die von ihrer inneren Schwäche ablenken und ein exzessiver Starkult. Irgendwie kommt mir da immer Neapel anfang des 18. Jhdts in den Sinn.


    Gruß
    John Doe

    Luis.Keuco, du vergleichst alte Aufnahmen mit alten Möbeln. Ja, bloß ist halt das Bauhaus auch schon 90 Jahre alt und mit Verlaub, so mancher Entwurf dieser Designschule ist halt immer noch moderner, als so manches spätere Produkt.


    Ist die alte Aufnahme gut, überdaurt sie, ist sie schlecht verschwindet sie in der Versenkung.
    Die Frage ist doch viel mehr, ob früher mehr Gutes produziert worden ist, als heute. Ich meine ja. Als Beweis braucht man doch nur in die Opernsektion dieses Forums gehen und nach dem Zufallsprinzip ein paar Threads öffnen: Überwiegend werden dort Werke gelobt, die alle älter als 30 Jahre sind und von dem her definitiv nicht mehr als neu bezeichnet werden können.
    Aber auch deswegen ja, weil früher grundsätzlich mehr in die Breite produziert worden ist. Denn wieviele neue Boris Godunow, Wallys, Igors, Tieflands, Dimitris, aber auch Obertos, Adriana Lecouvreuers, Lakmes, Stiffelios und Luisa Millers etc. gibt es denn überhaupt?
    Interessiert mich der kompositirisch-musikalische Werdegang Verdis, komme ich um 30, 40, 50 Jahre alte Aufnahmen nicht umhin, will ich mich mit dem Verismo allgemein befasse, stehe ich vor der gleichen Situation.
    Neue Studioaufnahmen von Opern werden immer seltener und das, was produziert wird, ist hauptsächlich Hauptrepertoire, will man doch auf Nummer sicher gehen.


    Anders verhält es sich mit dem barocken und klassischen Repertoire, wobei aber da die Anfänge der HIP auch schon auf die 50 zugehen und auch in diesem Bereich so manches ein Unikat geblieben ist und in dieser Existenz immer älter wird.


    Viele Grüße
    John Doe

    Lieber Alfred,


    ich persönlch schätze alte Aufnahmen und hab schon mehr als einmal erlebt, dass eine gute Mono aus den 50ern deutlich besser war als eine hochgepuschte Digitale aus den 2000ern. Denn wie du schon zu anderer Zeit festgestellt hast, damals wollte man Aufnahmen für die Ewigkeit machen und ist folglich ganz anders an sie herangegangen, als wie heute, wo nur die absuluten Verkaufszahlen zählen.
    Als Extrembeispiel ist dafür der Solti-Ring anzuführen, aber auch Karajans Ariadne oder de Sabatas Tosca oder Beechams La Boheme oder, oder, oder, wobei das auch noch dadurch bestätigt wird, dass der Preis einer solchen Gesamtaufnahme in Relation zum damaligen Stundenlohn um ein vielfaches höher war, als heutzutage und auch der klassischen Musik und ihrer Interpreten ein höherer Stellenwert zugestanden worden ist als es heute der Fall ist.


    Außerdem merkt man doch völlig unabhängig vom Interpretationsansatz alten Aufnahmen an, dass sie gleichsam mit "Herzblut" eingespielt worden sind und von dem her wesentlich mehr Leidenschaft und Pathos drin steckt als bei so mancher neuen, die auf mich dann meist reserviert und unterkühlt wirkt.


    Und zur Authetizität möchte ich noch bemerken, dass mir zwischenzeitlich eine Reihe von Aufnahmen vorliegen, die alle schon die 50 weit überschritten haben und trotzdem so authentisch sind, wie es nur irgendwie geht: Ravels Bolero unter Leitung von Ravel, eine Reihe Elgar-Kompositionen unter Leitung von Elgar, Weingartners Orchestrierung der Hammerklaviersonate unter Weingartner aber auch die Rachmaninov-Konzerte mit Rachmaninov am Klavier und noch eine Reihe anderer Konzerte mit ihren Widmungsträgern am Soloinstrument. Denn man möge doch bitte beachten, vieles, was heute zum Standardrepetoire gehört ist im 20. Jhdt. komponiert und mit den Komponisten eingespielt worden. Und wenn auch dabei die Aufnahme- und Wiedergabequalität nicht mehr gerade zu den besten gehört, will ich davon keine einzige missen.


    Viele Grüße
    John Doe

    Was mich an J. S. Bach fasziniert?


    Die Cembalokonzerte, von denen ich ganz besonders BWV 1052 und 1065 schätze, die Sonaten und Partiten für Violine solo und Stokowskis Transskriptionen stellvertretend für alle anderen.


    Die Cembalokonzerte stellen für mich in ihrer Verdichtung und Abstraktion den Höhepunkt und grandiosen Abschluss des Bachschen Konzertschaffens dar, wobei mir dabei durchaus bewußt, dass es sich bei diesen Konzerten durch die Bank um Transkriptionen bzw. Umarbeitungen anders besetzter Werke handelt.
    Aber gerade das macht das Besondere an ihnen aus, kommt Bach doch dadurch der reinen Idee des Konzertes (im Sinne Platos) von allen mir bekannten Komponisten am nächsten.


    Ähnliches gilt für die Werke für Violine solo, bloß dass er hier in Sachen Reduktion und Verdichtung nioch einen Schritt weiter geht und die Sache gleichsam auf die Spitze treibt, denn noch knapper geht es nicht, wäre es doch dann keine Musik mehr.


    Bei der Wiedergabe, der Aufführung derselbigen ist es grundsätzlich nur notwendig, dass der Künstler diese Werke technisch auch wirklich bewältigen kann, alles weitere wird auf Grund des monochromen Charakters dieser Werke schon Interpretation, weshalb ich auch keine schlechte Aufnahme derselbigen kenne, sondern nur Interpretationen, die mir für den Augenblick mal mehr, mal weniger zusagen.
    Und gleiches gilt auch für die Besetzungsfrage: Ob solistisch oder kozertant, ob mit Cembalo oder Klavier, letztendlich irrelevant, weil es bei diesen Konzerten nicht um Klangfarben geht sondern um musikalische Gedanken.


    Bei den Orchestertranskriptionen verhält es sich nun so, dass kleine Werke für Soloinstrument in eine großorchestrale Form gebracht werden, also die abstrakte Idee eine (durchaus subjektive) Konkretiesierung erfährt. Ob das nun wie bei Schönberg und Webern auf etwas herbere Art und Weise geschieht oder wie bei Stokowski auf etwas mildere, um nicht zu sagen süßlichere Art, ist letztendlich reine Geschmackssache, weil einfach die musikalische Substanz nicht ausläßt.


    Ich kenne nun schon eine ganze Reihe solcher Orchestrierungen ausgeführt von den unterschiedlichsten Komponisten, wobei mich nur die Bachsche Orchestersuite von Gustav Mahler am wenigsten anspricht. Was mich auch nicht verwundert, denn bei diesem Wek handelt es sich nicht um eine Orchestrierung, sondern um ein Arrangement mit Uminstrumentierung bestehend aus diversen Sätzen der vier Orchestersuiten.


    Viele Grüße
    John Doe

    Hallo Luis.Keuco,


    bei dieser Box handelt es sich um die erste Gesamtaufnahme der Klavierkonzerte von Mozart in HIP.
    Ich besitze sie als Einzel-CDs und ich kann dir nur zum Kauf raten. M.E. ist diese Aufnahme das Beste was man in HIP bei diesen Konzerten bekommt.
    Einige Jahre nach Vollendung dieses Zyklus hat hat Malcolm Bilson auch noch die Pasticci-Konzerte KV 37, 39, 40 und 41 und die drei Konzerte von KV 107 in HIP eingespielt, jedoch nicht unter Gardiner, sondern unter Crawford.


    Viele Grüße
    John Doe