Beiträge von teleton

    RE: Harnoncourts Schubert - Sinfonien

    Ein Schwachpunkt ist dabei ganz klar die "Unvollendete", die Harnoncourt viel zu langsam spielt, während die Aufnahme der 9. es zwar nicht in meine Spitzengruppe geschafft hat, aber erheblich besser ist als die ganz schwache ältere von 1992.

    Hallo Bertaridio,


    schon seltsam, dass Harnoncourt gerade die wichtigen Sinfonien Nr.8 und 9 so langsam und ausdrucksschwach ohne Ecken und Kanten interpretiert hat; den Aufnahmen fehlt eindeutig das Lebendige, was die Sinfonien Nr. 1- 6 mit Harnoncourt so hörenswert macht.


    Ich bin nun nicht so Schubert-Affin, als dass ich nun auch noch seine Berliner Aufnahmen haben müsste, die Du sogar noch besser findest (auserdem brauche ich auch nicht das Wienerische).

    So reicht mir für die Sinfonien Nr.1 - 6 seine fabelhafte GA mit dem Royal CGBO (Warner, DDD), die nicht nur erstklassig klingt , sondern auch meine Karajan-GA (EMI) für die frühen Sinfonien verdrängt hat. Ich habe auch die Kertesz - GA (Decca) als "guten Mittelweg", der auch überzeugen kann, aber nicht durchweg bei allen Sinfonien !


    Von den Sinfonien Nr. 8 und 9 habe ich eine Menge Einzelaufnahmen ... ich kehre aber (bekanntlich) immer wieder zu Karajan (DG) und Szell (/CBS/SONY) zurück; die Unvollendete und die Grosse C-Dur hat aber auch Bernstein mit den New Yorker PH (SONY) ganz exqusit aufgenommen.

    nemorino Die Szell-Aufnahme auf EMI ist mir im Vergleich zu Szells Sony-Aufnahme zu "sauber", da ziehe ich gegenüber Dir klar die CBS-Aufnahme vor. Alleine mit der würde ich auf Ewig auskommen.



    ;) Eines brauche ich jedoch nicht bei der Grossen C-Dur = die Beachtung von Whd-Zeichen. Im Gegenteil, ohne ist es mir sogar noch lieber um die sogenannten himmlischen Längen auf ein für mich überzeugenden Bogen zu bringen.


    Mit allen Wdh liegt mir eine TOP-Aufnahme der Neunten mit Mackerras / Philharmonia Orchestra (SIGNUM) vor, die Willi mir empfohlen hatte.

    Willi weis was ich gerne höre: Die Pauken sind dort allererste Sahne ! Aber zu lang kommt mir die Aufnahme mit 59:04 mir trotzdem vor ... je nach Tagesform.

    Pavel Kogan

    Leider gibt es sehr wenig Repertoire auf CD mit diesem Dirigenten.

    Interessant: Er ist der Sohn der berühmten Musiker Leonid Kogan und Elisaveta Gilels !


    Wenn ich nicht schon mit allen Swetlanow-Aufnahmen, Ashkenazy, Ormandy, Maazel, Kondraschin, Roshdestwensky (1.), Jansons bestens mit den Rach - Sinfonien eingedeckt wäre, würde ich mir die zulegen ...

    Tschaikowsky 5 mit Karajan (DG, 1966)


    Dank nemorinos LINK habe ich diese schöne DG-Galleria CD der Sinfonie Nr.5 mit "Bianca" (weit unter 1€) bestellen können.

    Gibt man Tschaikowsky Sinfonie NR.5 Karajan ein ... findet man diese CD gar nicht !

    Ich hatte damals bei meinen Tschaikowsky-Anfängen auf DG-LP die Doppel-LP mit den Sinfonien NR.5 (Aufnahme 1966) und Nr. 6 (Aufnahme 1964).

    :) Es freut mich ungemein diese gut remasterte Aufnahme nach ~ 30Jahren nun auf CD zu haben.


    :| Da kann man mal wieder sehen, was dem Klassik - Hörer suggeriert wird: Die teure GOLD CD mit den Wiener PH DDD fällt interpretatorisch total dagegen ab. :angel: Welch fabelhaft russischen und packenden Zugang findet Karajan hier im Jahre 1966 !


    Die Aufnahme dieser Fünften ist auch der aus der mittleren Phase von DG-1975/6 vorzuziehen; die sich in der alten Sinfonien - GA (DG) befindet (leider dort auf 4 CD, sodass man für die Sinfonien Nr.2 und 5 zwei CD´s aus der Box auflegen muss :( ).

    Dies fängt schon mit den Spielzeiten an. Karajan dehnt bereits den 1.Satz dort schon eine Minute länger aus und entwickelt insgesamt nicht die Spannung dieser frühen Aufnahme. Die Pauken sind in der 66er-Aufnahme genau so fabelhaft präsent und werden toll von Karajan in Klang gesetzt, wie bei der Pathetique von DG-1964 !

    Nachvollziehbar gute und keine zerdehnenden Spielzeiten 1966 = 14:54 - 15:08 - 6:04 - 12:38


    [Mir sind aus der Verwandschaft auch die EMI-Aufnahmen der Sinfonien Nr. 4 -6 mit Karajan bekannt:

    8) kurz mein Statement dazu = die man insgesamt gegen die gesamten DG - Aufnahmen aus den 60er und 70er abhaken; zudem vom Klang her im Vergleich nicht weiter erwähnenswert.]

    Fazit: Mein Eindruck ist, dass hier eine Spitzenaufnahme und Interpretation der Sinfonie Nr.5 vorliegt, die dann nicht ganz die Emphase diverser russischer Aufnahmen (Swetlanow ...) erreicht; auch Solti (Decca, 1975) ... der "Solti-Wahnsinn" gem. Beitrag 1, punktet dann bei mir noch etwas höher.



    Trotzdem --- :love: Diese fabelhafte "Billig-CD" aus der alten Serie Galleria bietet Hörspass 1.Klasse:

    - volle Empfehlung -


      B000026I5D

    DG, 1966, ADD



    PS.: ^^ "Bianca" op.45 war mir schon aus einer anderen CD-Kopplung bekannt (Aufnahme 1967) und ist auch eine herausragende Karajan - Aufnahme, die einfach gute Laue macht.

    Ich habe in dem kleinen Beiheft erstmals einiges über den Komponisten und dieses Werk erfahren, kann irgendwie auch Stalins (angebliche?) Enttäuschung über die Sinfonie verstehen, wenn er damals etwas im Sinne von Beethovens Neunter erwartet hat.

    Hallo musikwanderer,


    8) Stalins Meinung oder Eindrücke sind von der musikalischen Seite her so unwichtig und so überflüssig wie ein Kropf.

    Warum hat Schostakowitsch doppelbödig komponiert ?

    Um dem damaligen Regime gerecht zu werden und doch so komponieren zu können, wie er wollte.


    Die Neunte ist ein Meisterwerk des 20.Jhd. Nie wieder hat Schostakowitsch zu solch flinkfüssiger Sinfonik gefunden, wie in dieser herrlich frischen Neunten.

    Diese Sinfonie Nr.9 war mein Anfang für Schostakowitsch, der bis heute zu meinen drei absoluten Lieblingskomponisten gehört.



    Aber ich muß zugeben, daß ich mich mit Schostakowitsch bis heute nicht intensiv beschäftigt habe, das "Aha-Erlebnis" ist bei mir ausgeblieben.

    Das ist wirklich schade, lieber nemorino,

    dass er quasi an Dir vorbeigegangen ist. Man kann auch nicht sagen, dass Du nicht den richtigen Anfangszugang hattest, denn gerade die Sinfonien Nr.5, 9 und 10 sind geradezu prädestiniert für einen erfolgreichen Zugang. Nun gut, dann war es bei Dir eben anders. Es hat offenbar nicht sein sollen.

    :hail:Bei mir hat Schostakowitsch damals schon eingeschlagen wie ein Bombe.


    Mir geht es mit Mahler so, dass ich noch lange nicht alle Sinfonien goutiere (am wenigsten die mit Gesang !) ... dagegen habe ich ein ungleich positiven Zugang zu Bruckner ... das hat auch mit der Länge der Sinfonien wenig zu tun ... das sind ja alles lange Schinken ... sondern damit, dass ich bei Mahler einfach zu lange warten muss, bis sich mal etwas erbauliches tut, was mich wirklich anspricht und musikalisch "anheizt"... Ausnahmen 1, 2, 6 und 10.

    Ich bin von Natur aus ungeduldig - da muss schon ziemlich bald was geboten werden, das mich unendlich begeistern kann ... :saint: so wie der ganze sinfonische und konzertante Schostakowitsch.

    Sinfonien Nr.9 mit Kondraschin


    51pu2tbJcZL._SY300_.jpg

    Wenn ein Punkt erscheint klappt es mit der ASIN alleine nicht: Dann setze ich ;lo hinter die ASIN = (am]B01M74P79N;lo[/am) und setze das Bild (möglichst in Grösse 300) davor, wie oben gezeigt. Das gefällt mir dann besser als Fiescos "klick".




    Zum Thema Sinfonie Nr.9:

    Ich kennen angesichts meiner ausnahmslos hochkarätigen Aufnahmen (andere behalte ich erst gar nicht), deine NAXOS-Aufnahme nicht.

    Aber die wirklich sehr ordentliche Ormandy-Aufnahme der Fünften habe ich auch, denn diese war in meiner Jugend bereits die erste Aufnahme dieser Sinfonie auf einer CBS-LP.

    Wenn DU schreibst, dass Rahbari sich nicht vor Ormandy zu verstecken braucht, dann sollte diese wohl auch ganz ordentlich sein.



    *** Nur, lieber nemorino --- wenn man alleine die Kondraschin-Aufnahme der Sinfonie Nr.9 hat, dann braucht man im Prinzip keine Weitere, weil die alle Wünsche an das Werk abdeckt !

    :saint: Die Sinfonie Nr.9 mit Kondraschin (Melodiya-Eurodisc) , war übrigens meine erste Schostakowitsch - LP. Du glaubst nicht wie schnell ich mir danach alle anderen Sinfonien gekauft habe ... ich war "hin und weg" angesichts dieses grossen Genies, der meinen Musikgeschmack zu 100% abdeckte ... bis heute !

    Meine Erstaufnahmen/LP´s der 15 Sinfonien waren alle russische Aufnahmen des LP-Labels Melodiya-Eurodisc mit Swetlanow, Kondraschin, Roshdestwensky. Mrawinsky-Aufnahmen hatten wegen der unzumutbaren Klangqualität damals schon keinen guten Stand bei mir ... heute auf CD hat sich das durch die technischen Möglichleiten des modernen Remasterings auf CD gewandelt.


    Die Kondraschin Einzel-CD der Sinfonie Nr.9 (mit Nr.2) ist - nicht mehr verfügbar - , die hatte aber auch nicht das gute Remastering der GA von Melodiya und AULOS auf CD (dazu gibt es bei Tamino ellenlange Threads - u.a auch den Thread "Schostakowitsch mit Kondraschin").


    Im Moment ist die Kondraschin-GA wiedermal (so wie in den letzten 15 Jahren so oft - schwierig verfügbar -) - hier die Abb der Melodiya-GA, die technische Bessere von AULOS habe ich, die ist bei amazon.de - derzeit nicht verfügbar -).


    Melodiya, 1972-1975, ADD




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    AULOS, DSD-Remastering 2006, Melodiya-Aufnahmen 1972-1975, ADD

    Hallo Josef,


    von Vegh habe ich gar nichts. Habe Deinen Beitrag über die Schubert-GA gelesen.


    Nur - die Festspieldokuente Salzburg haben zumeist einen fürchterlich schlechten Klang.

    Zuletzt hatte ich mal die Bruckner 7 mit Szell - alleine wegen des Sounds habe ich die CD wieder schnell entfernt X( - die war zudem auch trotz des Aufnahmealters (aus den 70er) unerwartet auch noch in Mono :( ...

    Bernstein und die Sinfonie NR.6 Pathetique


    Lieber Nemorino,


    ganz so krass wie Du sehe ich das mit Bernsteins auszelebrierter Aufnahme mit Wiener PH nicht. Es ist klar das diese Aufnahme polarisiert ... ich könnte diese "Monumentalaufnahme" auch nicht andauernd hören.

    Mir liegen generell Bernsteins ältere Aufnahmen (SONY), die zumeist mit den New Yorker PH gemacht wurden näher ...


    Mein Eindruck von 2007 zur Bernstein-Aufnahme (DG, 1986) aus Beitrag 37:

    Als Bernstein-Fan und weil so unterschiedliche Bewertungen zu seiner Aufnahme bezüglich der ungewohnt langen Spielzeiten, hatte ich mir die DG-CD mit den NY PH / Bernstein (1986) vor längerer Zeit zugelegt und jetzt endlich mal gehört:


    ;) Man muß bereit sein sich auf die Bernsteinsche Gefühlswelt einzulassen - und wer das kann wird hier mit einer famosen Interpretation belohnt, die alles bisher dagewesene in anderem Licht erscheinen läßt. Die Dramatischen Stellen werden unheimlich gefühlvoll aufgeputscht (was ich nicht als negativ ansehe) , der dritte Satz kommt mit einem überbordenden Temprament und der 4.Satz ist in seinem gegensatz dann so eindruckvoll das man die Tränen kaum zurückhalten kann.
    :jubel: Eine Wahnsinnsaufnahme, die jeder der Tschaikowsky mag kennen sollte.

    :hello: Das heißt nicht, das ich jetzt beim nächsten mal nicht wieder zur Solti-Aufnahme greife, denn man kann einfach nicht immer bereit sein, diese außergewöhnliche Bernstein-Aufnahme zu verkraften.

    Ich habe schon drauf gewartet, denn für Bernstein´s Tschaikowsky muss ich ab hier ein Lanze brechen.


    :!:Seine Tschaikowsky-Sinfonien _ GA mit den New Yorker PH (SONY, 1967 - 1975) gehört für mich zu den ganz wichtigen GA !


    *** Es geht in diesem Thread um die Sinfonie Nr.6:

    Bernsteins Aufnahme von 1964 kann sich ohne wenn und aber in die Spitzengruppe der von uns goutierten Aufnahmen (Karajan DG-1964, Swetlanow Melodiya-1967, Swetlanow Warner-1990, Solti Decca-1977, Mrawinsky Erato-1982 ...) einreihen.


    Bernsteins Emotionen sind ähnlich gefühlvoll und gross angelegt, wie 1986 mit dem gleichen Orchester, der New Yorker PH. Nur macht er nicht den Fehler in zu langes auszelebrieren abzugleiten. Das ist eine Wahnsinnsaufnahnme !

    :thumbup:Bernsteins Spielzeiten bewegen sich nämlich in ganz "normalen" Bahnen: 18:44 - 7:05 - 8:51 - 11:38

    Ganz ausgezeichnet finde ich, dass klanglich die Pauken nie in den Orchesterklang eingebettet sind, sondern in allen Sätzen sehr präsent aufgenommen wurden. Man hört Paukenstellen, die in anderen Aufnahmen ungehört bleiben ! Das ist natürlich für den 3.Satz von entscheidender Bedeutung.

    Zudem - ganz wunderbar gefühlvoller 4.Satz zum dahinschmelzen .. da bleibt kein Auge trocken ...


    Nemorino, Du schreibst, dass Du die alte Bernstein-Aufnahme nicht kennst ... ein Fehler !

    8) Es nützt nichts , denn alleine wegen dieser Pathetique, die zu den Besten gehört, wirst Du am Kauf der Bernstein-GA nicht vorbei kommen.

    [Auch die ersten drei Sinfonien gehören zum Besten, was man davon bekommen kann ... und ... dieses mal besser als Karajan !!!

    Bevor ich die Swetlanow-GA auf CD hatte hatte waren diese Bernstein-Aufnahmen meine Lieblingsaufnahmen der Sinfonien Nr. 1- 3.]


    SONY, 1967 - 1975, ADD




    Nebenbei noch zu Bernstein spätem Tschaikowsky auf DG:

    Ich habe auch die DG-CD mit der Sinfonie NR.4 (DG) ... für mich in ihrer aufgeblasenen Länge eigentlich nicht mehr anhörbar ist. Wozu auch, wenn ich Swetlanow geniessen kannn ... die entsprechnde DG-CD mit der Sinfonie Nr.5 habe ich mir dann vorab gleich verkniffen ...

    Der Wahnsinn auf der CD mit der Vierten ist aber Francesca da Rimini - die er auf über 27Minuten ausweitet. Ähnlich wie bei Mrawinsky (auch Swetlanow) geht er an unvorstellbare Grenzen, die einmal mehr ein unglaubliches Gänsehautfeeling verursachen - man nur bereits sein sch auf diese Gefühlswelten einzulassen.

    Solti und die Neunte


    Mit dem Wort Referenz bin ich vorsichtig ... aber die Kondraschin-Aufnahme mit der Moskauer PH (Melodiya) steht für mich von Anfang an für DIE Referenz für die Sinfonie NR.9.


    Wenn ein Dirigent es erreicht an diese Referenz heranzureichen, dann ist das schon eine grosse Aufnahme.

    Georg Solti hat den ungeheuren Spielwitz und die darin enthaltene Doppelbödigkeit in seiner Live-Aufnahme von 1993 mit den Wiener PH ausgezeichnet umgesetzt.

    :angel: Mehr noch als in seiner DVD-Aufnahme mit dem Bayerischen RSO gelinkt ihm diese flinkfüssige Sinfonik mit allegrösstem Spielspass und für den Hörer Hörspass.


    51zO04ezncL.jpg

    Decca, 1993 LIVE, DDD



    Auch TOP, aber mit Abstrichen bei der Klangqualität, die hier nicht in DTS, sondern nur PCM aufgenommen wurde. Die Int aus Wien (Decca) macht auf mich einen noch geringfügig spielfreudigeren Eindruck:


    ARTHAUS MUSIK, DVD, PCM Stereo, 1990

    Vor einigen Monaten wurde ich von TAMINO zum Kauf der abgebildeten CD angeregt. (Ich glaube es war ein positiver Eindruck von Norbert in "Heute gehört".)

    [Die Beethoven 5 und die Mendelssohn 4 mt den WPO hatte ich bereits auf einer anderen Decca-CD - die kann jetzt weg, weil ich auch parallel die CD mit Schostakowitsch 9 mit der Beethoven 5 gekauft habe.]


    Klar - die Schostakowitsch - Sinfonien, die Solti eingespielt hat (Nr.1 ,5 ,8 ,9 ,10 ,13, 15), will ich natürlich alle haben ! Nur bisher hatte ein grosser Teil dieser diese Decca-CD´s Mondpreise ... jetzt habe ich fast alle ...


    *** Solti´s Interpretation kann auch bei der Fünften voll und mit Hochspannung überzeugen. Selten habe ich Details so präzise wahrgenommen, wie hier. Die Wiener PH zeigen, dass sie auch anders können, als "Wiener Walzer". Trotzdem klingt es manchmal nicht ganz so unbarmherzig direkt, wie bei meinen russischen Favoriten Kondraschin - Roshdestwensky - Swetlanow. Dafür wird man mit einem fantastischen Decca-Sound belohnt, der keine Wünsche offen lässt.


    Auch Soltis eher zügig straffe Tempogestaltung empfinde ich sehr gelungen. Besonders im 1.Satz Moderato und 3. Satz Largo finde ich zum Bsp.Haitinks breiten langatmigen Ansatz völlig daneben; das führt zum Auseinanderfallen. Der Spannungsaufbau bleibt auf der Strecke (Haitink im 1.Satz 18:04 = geht für mich ins unerträgliche ...). Solti hingegen baut den Satz mit Spannung auf und liegt damit im gleichen Zeitrahmen der grossen russ. Dirigenten.

    Spieldauer Solti = 15:26 - 5:16 - 12:24 - 10:05

    :angel: Gänsehaut pur - bis zum genialen Finale, das Solti mit voller Wucht entladen lässt.

    TOP-Empfehlung und eine ganz wichtige Ergänzung meiner Schostakowitsch-Sammlung !


    Nebenbei: Ich habe von keinem Komponisten mehr CD´s als von Schostakowitsch ...



       ... Kritikpunkt: Die Covergestaltung empfinde ich als lieblos ...

    Decca, 1993, DDD

    RE: Tschaikowsky 5 mit Solti/1975

    Das ist die US-Ausgabe der "Ovation"-CD, also auf jeden Fall die Aufnahme von 1975 ADD. Nun bin ich natürlich gespannt, ob es ihr gelingt, meinem langjährigen Favoriten Karajan DGG/1964 gefährlich zu werden.

    Du wirst sehen, dass sie unserem gemeinsamen Favoriten Karajan (DG/1964) nicht nur gefährlich nahe kommen wird, sondern mindestens gleichziehen wird, lieber nemorino.

    Ausserdem ist das weitere Programm mit dem LSO von Mussorgsky, Glinka so fabelhaft gelungen, dass es von diesen Stücken kaum bessere Aufnahmen geben wird --- kurzum - eine Hammer-CD ! Glückwunsch zum Kauf.


    :hello:Bin gespannt auf Deine Eindrücke.

    Ich habe mich für den Beyerdynamic DT800 entschieden.

    Hallo Franz,


    Du meinst sicher den Beyerdynamic DT 880 !?! :thumbup:Damit hast Du auf jeden Fall eine sehr gute Wahl getroffen.

    Ich habe von Beyerdynamic bereits als Student den DT 880 gekauft ... der neue DT880 sieht nun ganz anders aus, hat aber eine ähnliche Klangabstimung ... aber egal - ganz ausgezeichnet ! Er war Anfang des Jahres mein letzter Neukauf eines KH, weil der unglaublich günstig war.


    Als Ergänzung habe ich den Beyerdynamic DT990, der nicht so linear abgestimmt ist, wie der DT880; aber im ausgeprägter konturierten Bass für meine "geliebten Pauken" so richtig fabelhaft geeignet ist. Ein Orchester wirkt dann bei aller Analytik noch volumiger, voller.


    Ein weiterer Spitzen-KH ist mein AKG K-702, den ich Abends im Bett an einem SONY-ES-CD-Player gerne benutze ... das ist eines der besten und präzisesten KH, den ich je hörte - er gilt unter Aufnahmetechnikern als Studio-KH. Der deckt jede CD-Schwäche auf ... genial !


    Über meinen alten, aber optisch und technisch neuwertigen AKG K-500 freut sich Alfred jetzt :hello:.

    Mir hatte er einfach eine zu schwache Bassabstimmung (ähnlich wie der AKG K-701).

    Die Orchestersuiten Nr. 1 - 4

    moderato erwähnt die 4 Orchestersuiten von Tschaikowsky, die in der Tat nicht vollkommen uninteressant sind.

    :!:Tschaikowsky schrieb seine 4 Orchestersuiten in seiner sinfonischen Schaffenspause zwischen 1878 und 1887 - zwischen der Sinfonien Nr 4 und Nr.5 !

    Es sind völlig eigenständige sinfonische konzertsaaltaugliche Orchesterstücke, die weder in der Bezeichnung noch in der Abfolge der Sätze irgendeinem vorgegebenen Muster folgt. Leider hat sich die Form der Suite bei Tschaikowsky nicht durchsetzen können - die 3 Ballett-Suiten sind beliebter.


    Bisher habe ich mich aber nicht durchringen können mir alle zu kaufen, denn solch eine durchschlagende Wirkung, wie bei den Sinfonien und Konzerten wird man denn doch vermissen ...


    Die Marriner-GA (Brillant) ist für 5-6 Euro zum Geschenktpreis zu haben.

    Vielleicht wäre es etwas besser etwas mehr Geld auszugeben und sich die Dorati-GA der Suiten mit dem New Phiharmonia Orchestra (Decca) zu kaufen !?!

    Es gibt auch eine hochgelobte Suiten-GA mit Ansermet (Decca), sowie mit Swetlanow (Melodiya), die ich wohl wählen würde.


    Ich habe die Suiten selber nicht komplett.

    Die Suite Nr.3 mit Kondraschin / Royal CGBO Amsterdam (EMERGO, 1994, DDD). Sehr gute Aufnahme und Int. ....aber selten gehört ...



    Hier die Abb von Suiten-GA:


    Melodiya, 1995, DDD


    Decca, 1966, ADD

    Mrawinsky und die Sechte


    Keine Frage, Mrawinsky liefert eine echt russische Pathetique mit seiner Leningrader PH.

    Mir persönlich gefällt aber nicht die in Wien 1960 aufgenommene DG-Aufnahme besser, sondern eindeutig die bei ERATO "zu Hause" in Leningrad aufgenommene von 10/1982.

    So richtig voll überzeugen konnten mich seine DG-Aufnahmen von 1960 der 4 - 6ten nie (am wenigsten die mir stark seziert erscheinende Fünfte).

    Von alle dem keine Spur in den Erato-LIVE-Aufnahmen der Sinfonie Nr.5 (03/1983) und Sinfonie Nr.6 (10/1982.)

    :!:Bei Mrawinsky gibt es übrigens fast nur LIVE-Aufnahmen ... er begab sich höchst selten ins "Studio".


    Die deutlich packenderen Mrawinsky-Aufnahmen der Sinfonien Nr. 5 und 6 finden sich in dieser 12CD-ERATO-BOX:


    B000V07IVS

    ERATO, ADD

    Solti und die Pathetique

    Die Solti-Aufnahme der Sinfonie Nr.6 ist schon sehr beeindruckend. Solti lässt in russischer Manier unglaublich die Post abgehen - auch vom Tempo her könnte keine Langeweile entstehen. Der Hörer wird auf Trab gehalten. 8) Es ist die "härteste" Westaufnahme, die ich kenne.


    :| Die Aufnahme hat nur einen bedauerlichen Fehler:

    Die Pauken im 3.Satz, der auch für mich einen ganz hohen Stellenwert hat, sind im Vergleich zu

    Karajan (DG, 1964), Swetlanow (Melodiya/Warner, 1967 und 1995), auch Mrawinsky (Erato) und auch dem bisher kaum erwähnten Wahnsinn mit Bernstein /New Yorker PH (SONY, ) einfach zu zahm in das Orchester integriert ... auch das Tempo des 3.Satzes mit 8:06 ist voll angemessen .... alles andere ist Solti absolut TOP und beeindruckend gelungen.



    Decca, 1977, ADD

    Lieber Nemorino,


    Danke für deine Recherche und das Auffinden des "Solti-Wahnsinns" der Sinfonie Nr.5 in der Decca - OVATION - Ausgabe (hier bei Dir die US-Ausgabe LONDON). Ich habe noch die Deutsche Erstausgabe von Decca-Ovation (wiederum mit einem anderen Cover).

    :!:Nur diese Ovation-CD ist die Hammeraufnahme der Fünften von 1975 !

    Die Spieldauer der Sinfonie Nr.5 von 1975 = 14:11 - 14:04 - 5:47 - 13:09


    Die Elequence-CD in Deinem Beitrag ist bei der Fünften die Digitale von 1987; ebenfass die auf der Doppel-CD Double Decca sind die Digitalaufnahmen der Sinfonie Nr.4 (Decca, 1984), der Sinfonien Nr.5 (Decca, 1987) und die Analogaufnahme der Sinfonie Nr.6 (Decca, 1977) - von der Sinfonie Nr.6 gibt es keine DDD-Aufnahme mit Solti.


    Ich habe diese CD´s der Sinfonien Nr. 4-6 mit Solti als Einzel-CD-Ausgabe (witzigerweise bei allen drei Sinfonien mit seiner Aufnahme von Romeo und Julia gekoppelt).




    Das ist dann, lieber Wolfgang, wohl so ähnlich wie bei Mahler 2!

    JA, lieber Holger,


    die ältere Decca-Aufnahme der Fünften ist genau wie bei Mahler 2 (dort mit dem LSO) eindeutig vorzuziehen !

    Da hat er noch mehr Elan, Power, Emotion und mehr Biss.

    Solti und die Fünfte

    Das ist ja interessant, daß es sogar zwei Decca-Aufnahmen mit Solti gibt!
    Ich hatte mich schon gewundert, wieso es so viele Versionen ein und derselben Aufnahme auf CD gibt. Offenbar war die Hälfte davon die Digital-Aufnahme.


    Meine Bezeichnung "Solti-Wahnsinn" aus Beitrag 1 bezieht sich aber eindeutig auf Soltis Aufnahme mit dem CSO von 1975, die Joseph in Beitrag 124 abgebildet hat. So umwerfend wie dort hat er es dann 1987 doch nicht mehr hinbekommen, wenngleich auch diese Aufnahme spitzenmäßig ist und klanglich natürlich herausragend.


    Ich hatte es schonmal geschrieben:
    :thumbup: Solti und die Fünfte war bei mir immer schon eine Einheit ! Meine erste Aufnahme der Fünften (damals auf LP) war ebenfalls mit Solti seine erste Decca-Aufnahme mit dem Orchestre National de France. Schon diese hatte mich für Jahre zufriedengestellt. Was er dann später mit dem CSO aufnahm war dann natürlich nochmal um Klassen besser.

    Hallo Josef,

    es gibt sogar 3 Decca-Aufnahmen der Sinfonie Nr.5 mit Solti:


    1. Die mit dem Orchestre Conservatoire Paris (Decca, 1956 Stereo) - die hatte ich als Erste auf LP und hatte mich schon für Jahre begeistert ...


    2. Die :angel: Hammeraufnahme mit dem CSO (Decca, 1975, ADD) - das ist der :hail: Solti-Wahnsinn , von dem ich in Beitrag 1 schrieb ... die kam, als die CD ihren Einzug nahm.

    *** Die Abb der CD findet man in Josefs Beitrag 124 --- nur ... ein Jammer = =O die CD gibt es nicht mehr.

    Ich habe wiederum eine andere Decca-version aus der Serie OVATION: die Fünfte ist mit Mussorgskys Naxcht auf dem kahlen Berge; Kovanshina-Prelude und Glinkas Russlan und Ludmilla-Ouv gekoppelt (diese LSO-Aufnahmen gehören auch zum Besten, was man davon zu hören bekommen kann !).


    3. Die späte Digitale mit dem CSO (Decca, 1987, DDD) - auch TOP, aber nicht so umwerfend wie die 75er ...



    :!:Da wir im Thread zur Sinfonie NR.6 aktuell schon mehrfach die Sinfonie NR.5 angesprochen hatten - hier nun an richtiger Stelle weiter mit

    herausragenden Fünften von Tschaikowsky --- zu der natürlich auch Solti - 1975 gehört !

    Hallo Nemorino und Josef,


    es freut mich, dass wir Drei da an einem Strang ziehen, ich Euch Beide von dieser Aufnahme überzeugen konnte und wir mit Recht die 64er-Karajan-Aufnahme der Sinfonie Nr.6 gleichermassen hoch schätzen.

    Es gibt da auch ganz andere Meinungen (die suche ich ggf mal rauss)... sei es drum ... 8) für uns sind das nachvollziehbar eben Hammeraufnahmen.


    Nemorino, ich hatte zuerst in meiner Jugend als Schüler die DG-LP-Ausgabe als Doppel-LP mit den Sinfonien Nr. 5 und 6 (DG, 1964/1965).

    Da Du nun in Beitrag die CD der Sinfonie NR.5 abgebildet hast, habe ich mir diese tolle Aufnahme als CD nun auch bestellt (für unter einem € zu haben !)

    DA werde ich in alten Erinnerungen an diese DG-Doppel-LP schwelgen ...



    :!: Nach Josefs Recherche in Beitrag 171 scheint man ja mit der Box "Karajan conducts Tchaikovsky" (8 CDs) dann bestens bedient zu sein, da man dann von den Sinfonien NR. 4 -6 die "richtigen" 60er-Jahre Aufnahmen bekommt !

    Zitat von Christian

    ich wusste gar nicht, dass es einen frühen Karajan-Zyklus aus den 60er Jahren bei der DG gibt.

    Sind das diese Aufnahmen?


    Hallo Christian,


    die DG-Elequence-Box sind die Karajan-Aufnahmen von 1976/77 in einer neuen Ausgabe.


    Die erste abgebildete DG-Box ist eine recht bunte Zusammenstellung von allen Sinfonien Konzerten, Ballettsuiten und Konzerten mit Aufnahmen von 1963 - 1981:

    Die Sinfonie Nr.6 mit der Romeo und Julia-Ouvertüre ist tatsächlich mit der Gesamtspieldauer 66:50 die gleiche CD, wie die aus der KARAJAN-EDITION, die Nemorino zuletzt in Beitrag 163 abgebildet hatte (DG,1964).


    Die Sinfonien Nr 1- 3 sind die Aufnahmen (DG, 1979).


    Welche Aufnahmen der Sinfonien Nr. 4 und 5 dort integriert sind, kann ich nicht genau feststellen.

    Das liegt daran, dass ich auf CD noch die alte Tschaikowsky-Sinfonien_GA (DG, 1975-79) mit Karajan habe, die auf 4CD "gequetscht" wurden.

    Ursprünglich hat Philips noch die sogenannte "Zwickauer Sinfonie" angefügt, der späteren Überspielung auf 2 CDs ist diese zum Opfer gefallen. Bei mir hat dieses Frühwerk keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

    Lieber Nemorino,


    ich bin mit den Jahren mit den Schumann-Sinfonien (zum Vergleich) so gut eingedeckt, dass ich heute kaum eine weitere GA kaufen würde, weil dies bei meiner Auswahl ziemlich unnötig wäre.

    Dies sind die in meiner Sammlung verbliebenen lohnenden GA, die ich für Wert halte auf jeden Fall zu behalten:

    Karajan (DG), Szell (SONY), Bernstein (DG und SONY), Solti (Decca), Paavo Järvi (major, DVD), Levine (DG), Dohnanyi (Decca), Gardiner (DG-Archiv).

    8) Diese sind auch allesamt klanglich auf so hohem Niveau, sodass der Hörspass eindeutig gewahrt bleibt.


    Die Zwickauer Sinfonie (1832) kenne ich nur aus der Gardiner-GA, die ich mir erst im April 19 gekauft habe. Gardiner geht dieses Frühwerk spritzig und feurig mit dramatischer Entwicklung im 1.Satz an. Da sind schon beethovensche Züge als Vorbild deutlich erkennbar und Langeweile kommt da nicht auf. Der 2.Satz wirkt wie eine Mischung aus Andante mit Scherzo ... da war er noch auf der Suche nach der Form. Er skizzierte noch den 3. und 4.Satz, aber hinterliess dann quasi einen Torso.

    Alles in allem trotzdem ein anspringendes Werk, dass unter Gardiner nicht uninteressant wirkt !


    Die Sätze der Zwickauer (Spieldauer bei Gardiner = 18:35):

    1. Moderato - Allegro

    2. Andantino (quasi Alegretto) - Intermezzo (Quasi Scherzo): Allegro assai - Andantino



    Schumann wollte sich ja, genau wie Berlioz, von seinen Vorgängern absetzen, sodass er später auch dazu überging die Sätze nahtlos ineinander übergehen zu lassen - Sinfonie Nr.4 d-moll.

    Die Gardiner-GA (DG-ARCHIV) enthält auch die Originalfassung der Sinfonie Nr.4 d-moll (1841), die sich in der Behandlung des Orchesterklanges deutlich von der bekannten und Spätfassung 1851 unterscheidet, die weit dichter und sinfonischer wirkt. Brahms zog diese Frühfassung wegen ihres klaren Klangbildes sogar gegen die Einwände von Clara Schumann durch (ich berichtete im Schumann 4 - Thread).

    :!:Ist interessant beide Fassungen der Sinfonie Nr.4 zu hören.


    DG-ARCHIV, 1997, DDD

    Karajan und seine beiden DG-Aufnahmen der Sinfonie Nr.4

    Karajans späte Wiener Aufnahme habe ich ewig nicht mehr gehört. Es mag aber zutreffen, dass diese die Berliner Einspielung übertrifft und in einer anderen Liga mitspielt.

    Hallo Josef,


    das kann ich so ganz und gar nicht bestätigen. Die Wiener Aufnahme hatte mich eher enttäuscht ...

    Dazu zitiere ich meinen Beitrag aus dem Thread der Sinfonie Nr.4:

    RE: Karajan und die Pathetique

    Für mich ist diese Aufnahme ein Glücksfall, eine Interpretation voll glühender Intensität und erschütternder Momente, ohne dabei in Larmoyanz zu verfallen. Die exzellente Aufnahmetechnik (ich habe die 5.1-SACD-Fassung gehört) tut das ihre dazu. Die alte Karajan-Aufnahme kenne ich nicht, aber die spätere Digitalaufnahme (sie gehörte zu den ersten CDs, die ich mir damals kaufte), hat mich völlig kalt gelassen.

    Hallo Bertarido,


    Du kannst die Digitalaufnahme mit den Wiener PH (DG) absolut nicht mit der :saint: Hammeraufnahme und den Berliner PH (DG, 1964), von der Josef mit Recht so entusiastisch bereichtet, vergleichen.

    :( Die Wiener DDD-Aufnahme mit Karajan hat mich auch so enttäuscht, sodass die "schneller als der Schall" wieder aus meiner Sammlung verschwunden war - kurzes Fazit: Karajan wrkte dort eher altersweise, als ein durchschlagend packender Tschaikowsky-Dirigent ...


    Zu Johannes Schlüters Beitrag 9 kann ich nur sagen:

    Tschakowsky wäre begeistert gewesen, dass es Dirigenten und die Berliner PH gibt, die seine Sinfonie so packend wiedergeben ... die DG-1964er Aufnahme erreicht das russische Niveau der Spitzenaufnahmen mit Swetlanow und Mrawinsky (Melodiya).

    György Pauk / Antoni Wit


    Im April hatte ich mir nach Garagulys sehr positiven Eindrücken (in Heute gehört) die abgebildtete NAXOS-Aufnahme mit Pauk / Wit zugelegt.


    NAXOS, 1997, DDD


    Was György Pauks solistische Darstellung mit Perfektion und Hingabe anbetrifft, kann ich Garaguly eindeutig zustimmen. Besonders im VC Nr.1 gelingen ihm wunderbar ausgekostete Passagen in beiden Sätzen.

    :( Orchestral fehlt es mir bei A.Wit dem National Polish RSO aber deutlich an Ecken und Kanten sowie der geboteten Ausdrucksstärke. Was im VC Nr.1 noch gerade so durchgeht, weil die beiden Sätze weniger grossorchestral angelegt sind, verblasst dann im VC Nr.2 total.


    Ich hatte mir als Vergleich eine meiner Aufnahmen mit Chung/Solti (Decca) angehört, die ich solistisch nicht als perfekt betrachte, weil die Solistin Kyung Wha Chung zwar technisch perfekt wirkt, aber vom Gefühlsgehalt nicht an die grossen Aufnahmen mit Isaac Stern/Bernstein und Ormandy (SONY) - [siehe Beitarg 15] und Menuhin/Dorati (Mercury) - [siehe Beitrag 16] herankommt.

    :!:Aber Soltis orchestraler Glanz, der alle Ecken und Kanten ausspielt, gibt den beiden VC einen ganz andere und ungleich spannenderen Anstrich, der mir eindeutig besser gefällt.

    A.Wits reine Orchesterbegleitung wirkt dagegen im Vergleich müde; hinzu kommt noch eine recht flache undurchsichtige Klangqualität (die an Naxos Anfangszeiten erinnert) ... die CD muss nicht zwingend in meiner Sammlung bleiben.


    ;) Eine ideale Besetzung wäre vielleicht György Pauk mit Georg Solti gewesen ....

    Der Thread-Titel von Merlot fragt eigentlich nach GA eines Werkzyklusses oder eines Komponisten.

    :!:Die bisher mehrfach vorgestellten fetten CD-Boxen behandeln ja vereinzelt mehrere Komponisten; sind also in dem Sinne keine GA !


    Da es mit dem Thread-Titel nicht so genau genommen wird, möchte ich meine dickste CD-Box mit 23CD hier vorstellen:

    THE ART OF JAMES LEVINE

    enthällt die wichtigsten DG-Aufnahmen von James Levine. Als einzige GA sind lediglich die Brahms-Sinfonien enthalten.

    :love: Aber diese CD-Box hat mir in den letzten Jahren ungeheuren Hörspass bereitet, da alle enthaltenen Levine-Aufnahmen überdurchschnittlich hohes Int-Niveau haben und diese digitalen DG-Aufnahmen zudem alle ausgezeichnet klingen.

    Da es alle enthaltenen DG-CD´s auch als Einzel-CD gibt, habe ich eine Menge Geld gespart !


    Herausragend sind =

    die Brahms-Sinfonien und Tragische Ouvertüre, Schubert Sinfonien Nr. 8 und 9 + Rosamunde-Ballettmusiken und Ouvertüre, Berlioz-Ouvertüren und Symphony fantastique, Orchestermusik aus Die Trojaner, Saint-Saens-Orgelsinfonie (Nr.3), Dukas-Der Zauberlehrling, Dvorak-Sinfonien Nr.8 und 9, Holst-Die Planeten, Mussorgsky-Bilder einer Ausstellung, Strawinsky-Le Sacre, Prokofieff-Sinfonien Nr.1 und 5, R.Strauss-Don Quixote + Tod und Verklärung,

    Schumann - Sinfonien Nr. 1 und 4 + Manfred-Ouv (natürlich habe ich auch die Sinfonien Nr. 2 und 3 als Einzel-CD) = eine der wildesten ungestümsten Schumann-Sichten mit Absolut-Power !


    DG, 1982-1995, DDD

    Schade das der Thread einen so unrühmlichen Anfang nimmt ... ausser Beitrag 1 und 4 ist keiner "brauchbar" was Best Buy anbetrifft und könnte gelöscht werden (auch meiner).

    :( So einen Thread werde ich nicht mit meinen Best Buy-CD´s ausstatten !


    ;) Auch wenn ich Bachianers Statement über Oper inhaltlich teile, so würde ich das nie so krass schreiben um unsere Opernfans nicht zu verärgern ... hen



    - diesen Beitrag bitte auch wieder löschen -

    Gliere Sinfonie Nr.3 mit Farbermann und Downes

    Zitat von Adriano

    Scherchens für mich immer noch die beste Aufnahme dieser Symphonie! Unmittelbar danach (trotz minimaler Kürzungen) kommt die Melodyia-Einspielung mit Natan Rachlin. Enttäuscht hat mich vor allem die Naxos-Einspielung mit JoAnn Falletta, obwohl das Orchester super spielt (und immer echt laut), doch es ist alles zu wenig kultiviert und zu wenig russisch genommen. Dies gilt auch für die allerneueste Einspielung unter Gabriel Feltz (Label: dreyer gaido).

    Eine sehr gute "ältere" komplette Aufnahme ist diejenige von Edward Downes (Chandos). Die Harold-Farbermann-Einspielung (damals auf Unicorn, heute auf Regis) ist zum Einschlafen langweilig.

    In den 1950er-1980er Jahren gab es leider viele stark gekürzte Aufnahmen (Ormandy, Rachlin, Stokowski, Fricsay) - die man heute vergessen soll.

    Dies sind natürlich nur meine persönlichen Eindrücke.

    Hallo Adriano,


    Danke für Deine Eindrücke zu den Aufnahmen von Glieres Sinfonie Nr.3.


    Ich habe die Aufnahmen von Downes (Chandos) und Farberman (Unicorn) vor mehr als 10Jahren von Guercoeur (siehe seinen Beitrag 3) erhalten.

    :| Er zieht sogar, die auch auf mich viel zu langatmig wirkende Farbermann-Aufnahme (Spieldauer = 1:32:58) vor.

    Ich habe diese danach nie wieder gehört und höre nur noch die sehr gute und in ihrer Länge für mich noch vertretbare Aufnahme mit Downes (Chandos), die Du auch positiv einschätzt (Spieldauer = 78:08).


    Mich würde auch die Kurzfassung von Stokowski interessieren, die mit 35Minuten auskommt (siehe Beitrag 5 von Lutgra).

    Hallo woffmann,


    von den Leibowitz-Aufnahmen stehen bei mir seit mind.10Jahren, genau wie bei Dir, ebenfalls ganz hoch im Kurs.

    Die Neunte ist eine meiner Lieblingsaufnahmen (auch weil die Sänger im 4.Satz nichts verkitschen) - die zügige Spieldauer ist auch in meinem Sinne = 61:38 !


    Nur ist ja egal ob es die Chesky-CD-Serie ist, oder die unbekanntere Readers Digest-Zusammenstellung für Mitglieder dieses "Vereins" ist ... die Aufnahmen klingen für die 60er Jahre spitze !

    Es gibt auch noch eine Ausgabe vom Label URANIA von diesen Aufnahmen, die von der Abmischung eine Katastrophe sein soll.


    :love: Ich habe diese ausgezeichnete GA von Chesky:


    Chesky, 1960, ADD