Beiträge von teleton

    …. das ist auch meine Einstellung! Ich möchte das Werk nicht nur hören, sondern auch physisch besitzen. Sonst hat es für mich keinen Wert.

    Soweit würde ich nicht gehen, lieber nemorino.

    Genau wie Du will ich auch alles auf CD haben. Von "daunlood" bin ich auch nicht begeistert.

    8) Aber manchmal geht es nicht anders ...

    *** Beispiel --- mein hochgeschätzter russischer Komponist Andrei Eshpai. Der ist auf CD leider nur einigermassen vertreten. Sein komplettes Werk und seine Sinfonien bekommt man nur auf YT. Dort sind alle Sinfonien und zahlreiche andere Werke, in massstabsetzenden TOP-Aufnahmen vorhanden ... aber nicht auf CD. Da hilft nur der YT-Downloader ! Ansonsten kaufe ich alles Verfügbare auf CD von diesem Schostakowitsch-Nachfolger !


    :!: Was die Ausfallrate angeht, so kann ich mich den Ausführungen von Johannes anschliessen. Meine ersten CD´s sind auch aus den 80ern. Die ca. max 10CD, die irgendwelche Fehler hatten (Bronzing-Schrott hatte ich noch nie dabei), konnte ich durch Brennen mit dem PC als CD-R (mit einem Plextor-Brenner) wieder retten.


    Einzig die CD-R im Auto (;)8) CD-Original nehme ich nie im Auto mit) hatten mal wegen den starken Tempraturschwankungen nachgelassen und mussten neu gebrannt werden.

    Violinkonzert op.61

    in der Aufnahme mit Beethovens eigener Kadenz nach der Klavierfassung op.61a


    Bisher sind viele der Hauptwerke von Beethoven (Sinfonien, Klavierkonzerte, Sonaten) in diesem Inselthread vorhanden ... :huh: das Violinkonzert op.61 fehlt aber noch !


    Hierfür möchte ich die Aufnahme mit Tetzlaff/Zinman (ARTE NOVA, 2006) auswählen, die das Konzert von allem Schwulst befreit (den man in vielen anderen Aufnahmen leider antrifft), es klar und deutlich hinstellt, die Ecken und Kanten nicht weichspült. Als Ergebnis entstand eine der hörenswertesten und spannensten Interpretationen des VC.

    8) Der sehr gute Eindruck mit wirklichem Hörspass wird durch die ausgezeichente digitale Klangtechnik nur noch unterstützt !


    :!:Der Wichtigste Punkt ist aber, dass hier ein echter Beethoven vorliegt:

    Die Kadenz im 1.Satz ist von Beethoven selber komponiert und stammt aus der Klavierfassung mit Pauken des VC op.61a, die von Christian Tetzlaff selber für Violine umgeschrieben wurde.

    Zitat von teleton

    Tetzlaff selbst schrieb die originale Klavierkadenz aus op.61a für Geige um, da er die sonst verwendete Kandenz von Fritz Kreisler sowohl harmonisch, wie auch von der Konzeption und Idee her als Fremdkörper betrachtet. Beethoven geht in der originalen Solokadenz mit den mitspielenden Pauken einen ganz anderen Weg und ist auch im Grundtempo schneller.

    "Das verstärkt die militärischen Assoziationen sehr wesentlich und macht gleichzeitig einen zentralen Aspekt des ganzen Kopfsatzes aus." (Zitat aus Textheft Arte Nova).

    Für meinen Geschmack ist das die beste Kadenz für das Beethoven - VC. Das Zusammenspiel der Geige mit Pauken passt hier genau so gut, wie in der Klaverfassung op.61a mit Klavier und Pauken.


    ARTE NOVA, 2006, DDD

    Lieber Wolfgang,


    … "............" in Verbindung mit Beethoven, das hört sich ja fast nach Blasphemie an :( !

    Lieber nemorino,


    Du hast ja Recht, das gibt es bei Beethoven nicht - aber es sind ja auch nur bestimmte Aufnahmen, auf die das meiner Empfindung nach zutrifft !

    :!:Gestern habe ich die Tetzlaff/Zinman-Aufnahme des VC (ARTZE NOVA) gehört: Einfach grosse Klasse - und bei der Aufnahme ist an das nicht nochmal wiederholte Wort zu denken. Selbst bei den Romanzen 1+2, die anschliessend folgten vermeidet Tetzlaff den Schwulst vieler anderer Aufnahmen.

    :hello: Du solltest Dir diese anhören, denn die Kadenz nach der Klavierfassung op.61a von Tetzlaff für Violine umgeschrieben ist zusammen mit den Pauken genial ... ;) und von Beethoven selbst ! Damit sind wir auch wieder beim Thema op.61a.

    Hat Tetzlaff bei Zinman auch die "retro-arrangierte" lange Kadenz (aus der Klavierfassung) mit Pauken im ersten Satz?

    :thumbup:Ja, das finde ich auch voll angemessen.

    Tetzlaff selbst schrieb die originale Klavierkadenz aus op.61a für Geige um, da er die sonst verwendete Kandenz von Fritz Kreisler sowohl harmonisch, wie auch von der Konzeption und Idee her als Fremdkörper betrachtet. Beethoven geht in der originalen Solokadenz mit den mitspielenden Pauken einen ganz anderen Weg und ist auch im Grundtempo schneller.

    "Das verstärkt die militärischen Assoziationen sehr wesentlich und macht gleichzeitig einen zentralen Aspekt des ganzen Kopfsatzes aus." (Zitat aus Textheft Arte Nova).

    Trotzdem angemessene Spielzeit des 1.Satzes bei Tetzlaff/Zinman = 22:47 - (8:51 - 9:10) .

    Aulis Sallinen: Sinfonien - GA mit Ari Rasilainen

    Ari Rasilainen (geb. 1959) ist finnischer Dirigent, der seine Dirigentenlaufbahn 1994 beim Tampere PO begann und später auch in Deutschland als GM bei der Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz fungierte. Heute ist er seit 2016/17 Chef bei der Südwestdeutsche PH Konstanz.

    Er hat zahlreiche GA seiner finnischen Landsmänner auf CD gemacht; darunter auch die Atterberg-Sinfonien (cpo)

    und ganz ausgezeichnet voll autentisch die 8 Sinfonien, Tondichtungen und das Violinkonzert op.18 von Aulis Sallinen (geb. 1935).


    Die Aufnahmen erfolgten 2002-2004 & 2007 mit der Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz in Ludwigshafen und mit dem Norköpping PO.

    :saint: Klangtechnisch gehen die perfekten cpo-Aufnahmen in Richtung :thumbup:audiophil :thumbup:!


    :angel: Sallinen war meine begeisterungswürdigste Neuentdeckung des Jahres 2016 ... und natürlich ein BestBuy 2016.

    Sallinens 8 Sinfonien entstanden im Zeitarum von 1970 bis 2004. Sie sind für meine Begriffe voll geniessbar, weitgehend tonal und ohne avantgardistische Mätzchen.


    cpo, 2002-2004 & 2007, DDD

    Lieber nemorinio,


    wie Einige in diesem Thread bereits erwähnten, fühle ich mich auch in der Sparte Klavierkonzerte wohler, als bei Violinkonzerten (besonders, wenn sie aus dem 19.Jhd stammen). 8) Insofern fühle ich mich mit Beethovens Bearbeitung als KK recht gut bedient.

    ** Wir kommen da höchstens bei der Aufnahme des VC mit Francescatti/Walter (CBS/SONY) auf einen Nenner !


    Gerade beim VC fühle ich mich bei der etwas weniger lyrische Aufnahme mit Tetzlaff/Zinman (ARTE NOVA) besser aufgehoben, weil hier die Ecken und Kanten betont werden, die Paukenkadenz mitreissed ist und (sorry), weil es dort nicht so "schmalzig" klingt.


    Dein Statement über die Barenboim - Aufnahme des op.61A hat mir jedenfalls gezeigt, dass ich diese nach Webersinke/Masur (BerlinClassics) mit Sicherheit nicht benötige.

    Mit den dort gekoppelten Violinromanzen 1+2 geht es mir genau so - die schätze ich weniger, denn die sind mir einfach (nochmal sorry) zu schmalzig. Das mag auch an meiner Vorliebe für Werke ab dem 20.Jhd liegen, in der mir die VC von der Epoche her einfach mehr liegen.

    Lieber moderato,


    :) Dein Beitrag in allen Ehren, denn Du erinnerst an einen viel zu unterschätzten und zu wenig beachteten russischen Komponisten.
    Vladimir Fedossejew ist einer der grossen Förderer von Boris Tschaikowsky gewesen und hat auch die meisten Einspielungen von Boris Tschaikowsky gemacht.

    Die Sinfonietta kannte ich bisher noch nicht. Seine Aufnahme der Sinfonietta ist wirklich voller Gefühl und Hingabe (im Vergleich historischen oberen Aufnahme mit Samosud noch beseelter und zudem klangtechnisch ungleich besser). Wenn man das Konzert ansieht, dann merkt man wie Fedossejew das Werk zelebriert und genau kennt. Ein Blick in die Partitur, die vor ihm liegt, erfolgt nicht, denn der wird bei ihm überflüssig.


    *** Mit Fedossejew habe ich seine Sebastpol-Sinfonie (1980), Wind of Siberia (1984), Music for Orchestra (1987), Sinfonie Nr.2 (1967), Symphony with Harp (1993). Sehr gut auch sein Klavierkonzert (1971), die Sinfonie Nr.1 (1947) und die Suiten The Morning Forest (1953) und After the Ball (1952), die auf Naxos vorliegen.

    :!:Dazu kann man sich bei Tamino im Thread Boris - der andere Tschakowsky informieren !

    Die Einspielung des leider kürzlich verstorbenen Peter Serkin mit dem New Philharmonia Orchestra unter Seiji Ozawa von 1969 für RCA war zu LP-Zeiten im Westen wohl die Aufnahme schlechthin. Es gab, wie gesagt, nicht allzu viele Alternativen. (Eine ähnliche Stellung hatte in der DDR die Einspielung Webersinke/Masur, wie chrissy zurecht anmerkte.)

    Richtig, denn wenn man aus einem Violinkonzert ein KK macht, dann kann ja für das Soloinstrument Klavier nichts allzu virtuoses herauskommen ... und wenn man dann noch ein so lange Spielzeit von 29Minuten für den 1.Satz verwendet, wird dieser Eindruck als "Klavierkonzert ohne Virtuosität" noch unterstützt.


    Ich war auch zuerst (auf LP) mit der Serkin/Ozawa-Aufnahme (RCA) zufrieden - ;) eben weil es früher keine andere Alternative gab. Grund war zunächst die begeisternde Dominanz der Pauken bei dieser Bearbeitung. Das war schon eine Überraschung.

    Aus heutiger Sicht zeigt mir meine einzige auf CD - die Webersinke/Masur-Aufnahme, dass es auch angemessener geht und das Klavier nicht so unprofessionell da steht : 23:21 - 8:34 - 10:04.

    Meine Ersteindrücke von 2008 in diesem Thread muss ich dahingehend revidieren !


    Thomas Pape geht in Beitrag 6 sogar soweit, das er die erst gehörte Klavierfassung als Original ansieht und die VC-Fassung als Bearbeitung - ausgelöst durch die Aufnahme von Webersinke/Masur:

    Zitat von Thomas Pape

    Die Skurilität der Umarbeitung eines Violinkonzertes in eines für Klavier hat seinerzeit bei mir dazu geführt - ich war damals 15 Jahre alt - daß ich mir op. 61a zu Gemüte geführt hatte, bevor ich mir op. 61 anhörte.


    Merkwürdigerweise empfinde ich das eine nicht als Transkription des anderen; op. 61a wirkt nicht umgestrickt.

    Inzwischen kann man die Aufnahme auch als Einzel-CD erwerben.

    Ich habe sie auch seit langem in der Beethoven-Box Unbekannte Meisterwerke auf edelClassics (9 CD_box) in Aufnahmen aus Ostdeutschland von 1968-1979:


    edel Classics, 1972 (op.61a), ADD




    :!: Ich komme nicht umhin auch hier wieder festzustellen, das Kurt Masur bei den Beethoven Klavierkonzerten auch hier wieder für mich einen Massstab setzt, denn mit seiner orchestral gewiss nicht perfekt klingenden Aufnahmen der Klavierkonzerte 1 - 5 mit Emil Gilels / Staatliches SO der UDSSR / MAsur (Brillant, 1976) habe ich auch diesen sehr positiven Eindruck.



    :hello: An Dich, lieber nemoriono sei noch gesagt, dass Du lieber in die Webersinke-Aufnahame investieren solltest, als die langsame Serkin-Aufnahme, die wir ja auf RCA-LP haben. Ich hatte sie vor ein paar Jahren auch mal wieder aufgelegt, aber danach lieber zur Webersinke-Aufahme auf CD gegriffen ...

    Die Barenboim-Aufnahme (DG) , die Du auf CD hast, soll ja im Vergleich zu zahm sein ...

    Bartok: Konzert für Orchester / Tanz - Suite mit Solti / London SO (Decca, 1965)

    Georg Soltis setzte seine Dirigentenlaufbahn nach dem 2.WK 1946 in München als GM der Bayerischen Staatsoper und 1953 bei der Frankfurter Oper, im Jahre 1961 in London fort, wo er bis zu seinem Tode wohnte.

    1969 begann nach Soltis jahrzehntelanger Karriere als Operndirigent sein zweiter großer künstlerischer Abschnitt mit der Verpflichtung als Chefdirigent des Chicago SO. Solti blieb dort 22 Jahre bis 1991. Daneben war er musikalischer Direktor des Orchester de Paris 1971 bis 1975 und künstlerischer Leiter des London Philharmopnic Orchestra 1979 bis 1983. Solti starb 1997 nach einem Herzinfarkt wenige Wochen vor seinem 85. Geburtstag.


    In seiner Londoner Zeit dirigierte er auch oft das London Symphony Orchestra und machte herausragende sinfonische Aufnahmen bei seinem Label DECCA mit diesem Orchester. Darunter auch eine der packensten Aufnahmen der Tschaikowsky Sinfonie Nr.5.


    :!:Bedeutungsvoll als grosser Bartok-Dirigent sind die Aufnahmen seines Landsmannes Bela Bartok des Konzertes für Orchester und der Tanz Suite im Jahre 1965 mit dem LSO, die zu den Herausragensten aller Verfügbaren gehören. Diese beiden Werke hatte er auch in herausvorragneden Aufnahmen mit seinem späteren Chicago SO aufgenommen.


    Meine Bemerkungen aus dem KfO-Thread machen deutlich, warum diese früheren Aufnahmen mit dem LSO noch mehr Bedeutung haben:


    ... 51XI%2BSEvOgL._SX300_.jpg  

    Decca, 1965, ADD

    Ronan O´Hara / Royal PO / James Judd (RPO, 1994)


    wäre ein weitere noch nicht genannte Aufnahme in audiophiler Klangqualität, die aber auch von der brillanten Interpretation glänzt.


    Eine Zeit lang habe ich bei Rossmann; Müller & ähnlichen Drogeriemärkten (als die noch ein Klassik-CD-Regal hatten) regelmässig die RPO-CD´s gekauft. Die erfüllen vom Klang mit 32Bit-Digital-Sound fast alle audophile Ansprüche (darunter findet sich auch Holst Die Planeten mit Handley) und kosteten meist nur den Hammerpreis von 2,99Euro/CD.

    Auch das Grieg - KK aus dieser Serie kann sich sehen und hören lassen. Den Anfang des KK hat man selten mit solch prägnanten Pauken gehört .. dann gehts mit Feuer weiter; der sonore Klang des Flügels ist phänomenal und wird von Hara mit virtuoser Brillanz ausgeführt. Der 2.Satz sehr gefühlvoll mit Seele, um dann in einen feurigen Finalsatz mit allem drum und dran zu münden.

    Als schöner Filler hat die CD die Lyrischen Stücke drauf.


    Spielzeiten KK: 13:42 - 6:29 - 10:22


    RPO, 1994, DDD



    Diese RPO-Aufnahme kann sich in die Reihe meiner Favoriten einreihen:

    Entremont / Ormandy (SONY; 1958, ADD) - davon hatte ich in Beitrag 53 berichtet

    und

    Fleisher / Szell (CBS, 1960, ADD).


    ES wundert mich, dass Du, Josef diese tolle Szell-Aufnahme als unterkühlt bezeichnest. Ich finde sie Ideal und vom Tempo her liegt sie mir ungleich mehr als Zimerman / Karajan (DG), der mir einfach zu langsam ist. Holger meint das sei wegen Karajan´s Tempoauffassung ... aber auch klar ist, dass die auch in der obersten Riege anzusiedeln ist. Anda / Kubelik (DG) finde ich insgesamt noch besser als Zimerman / Karajan, aber da ist leider zu seichte Anfang ohne saftige Pauken verkorkst.

    Ganz andere Klasse bei Ormandy, der sicher auch bei Deiner Baekkelund-Aufnahmen orchestral überzeugend rüber kommt !?

    :) Ich denke mal, mit Hara / Judd (RPO) hättest Du auch Deine Freude ... und das wäre eine Aufnahme die uns Beiden voll liegt !


    nemorino berichtet von Gutierrez (EMI). Ein unheimlich brillanter und tempramentvoller Pianist, der mir durch die Prokofieff KK 2+3 mit Järvi (Chandos) als phänomenal aufgefallen ist - eine der besten Aufnahmen dieser KK. Aber wenn Tennstedt bei Grieg "orchestral keinen Bombast" liefert, dann kann das irgendwie nicht harmonieren ...

    Das bedeutet, dass die Leser diese Threads als eine Art Online-Nachschlagewerk betrachten, und das kann nur für diejenigen, die die Beiträge geschrieben haben, von großer innerer Befriedigung sein, und für die Außenwirkung des Forums ist dies ja auch nicht unbedeutend.

    Lieber Willi,

    es freut mich, dass Deine Arbeit so belohnt wird. Klasse !


    :thumbup: Wenns um Beethoven - Sonaten geht, dann kann das nur heissen = "Sonaten-Willi" !

    Die Wiener Neujahrskonzerte sind ein Event, das ich mir gerne am Neujahrsmorgen im Fernsehen anschaue, aber es ist auf den Tag, sprich den Jahresbeginn, zugeschnitten, und damit hat es für mich sein Bewenden.

    Die Zeiteinteilung scheint bei jedem anders zu sein.


    Ich sehe es genau wie Du, lieber nemorino:

    8) Neujahrskonzert mit Freude auf den schönen Pausenfilm und dann für den Rest des Jahres abgehakt !


    Ich habe gerade mal nachgesehen, was ich überhaupt in der Richtung habe (weil ich das quasi nie auflege):

    1. Famous Strauss Walzer, Willi Boskovsky (EMI, 1982, DDD)

    - mind . 15Jahre nicht mehr gehört

    2. Karajan Leichte Kavallerie, Karajan / Philharmonia Orchestra (Laserlight, Aufnahmen 1960, ADD)

    - ganz nette Sachen von Suppe, Chabrier, Offenbach dabei

    3. Ein Straussfest, Erich Kunzel Cincinnati Pops Orchstra (TELARC, 1985, DDD)

    - wurde mir mal als Test-CD gegeben ... 1 x aufgelegt :pfeif:

    Nielsen - Sinfonien mit Paavo Järvi / Frankfurter RSO (RCA, 2009-2013)

    Mit Nielsens Sinfonien bin ich nun wahrlich gut bestückt.

    Von Blomstedt (EMI und Decca) bis Ormandy und Bernstein (SONY), von Neeme Järvi über Salonen (RCA) bis Roshdestwensky (Chandos) alles gute bis sehr gute Sinfonien-GA.


    :saint: Paavo Järvi fasst alle möglichen Vorteile in seiner GA zusammen.

    Spannend, straff und mit Biss präsentiert er die 6 Sinfonien.

    Auch klangtechnisch ist diese GA ganz ausgezeichnet ... man käme fast mit dieser alleine aus (wenn man die Hammer-Vierten mit Martinon, Bernstein und Karajan als Ergänzung noch hinzunimmt). Die Sinfonie Nr.4 braucht sich aber auch bei Paavo nicht vor diesen zu verstecken, denn auch hier liefert einen umwerfenden 4.Satz mit beiden Schlagzeugern !


    RCA, 2009-2013, DDD



    @ Freut mich, dass Dir die Schostakowitsch-KK auch so gut gefallen, lieber Siamak ! :hello:


    Wie war das ? ... jeden Tag Eine ... es könnte noch lange weiter gehen ...

    Janis / Reiner vs Fleisher / Szell

    Die mir bis dahin noch unbekannte Aufnahme - Janis / Reiner liegt mir jetzt vor. Es ist in der Tat eine starke Konkurrenz für Fleisher / Szell.

    Orchestral zeigt sich Reiner genau so zupackend (wo angebracht) wie Szell. Pianistisch wird nach meiner Meinung bei Beiden absolute Spitzenklasse geboten.


    Einziger Nachteil für Szell = die Klangqualität ist sehr prägnant und detailreich, aber die 1960er-Aufnahme rauscht im Hintergrund, was die edlen RCA-Techniker bei Reiner mit Ihrem herausragenden Living Stereo und dann heute mit dem 24Bit/96kHz-Remastering einfach noch besser hin bekommen haben.


    Der Übergang und Anfang des 3.Satzes zeigt bei Szell gleich am Anfang klarere Kante und stellt das Thema bestimmend hin ... mit der Aussage: So und nicht anders !!!

    Ich hatte heute zuerst die Byron Janis gehört und dachte: "das ist ganz ausgezeichnet", aber nachdem ich dann Fleisher noch einmal genau in Erinnerung gerufen habe, bleibt die Gunst für meine Favoritenaufnahme einfach ungebrochen bei :love: Fleisher / Szell (SONY, 1960).

    Bis auf das Rauschen ... perfekt ... :hail:


    :thumbup: Etwa gleiche Spielzeiten bei Beiden:

    Fleisher = 14:45 - 2.+3.Satz 15:30 = 30:15

    Janis = 14:57 - 4:47 - 10:53 = 30:37



    Meine weiteren Aufnahmen mit Zimerman / Karajan (DG), Frantz / Bernstein (DG) und die mir vor kurzem hier bei Tamino empfohlene mit Anda / Kubelik (DG) sind auf hohem Niveau (aber doch eher für das dort gekoppelte Grieg-KK interessant), aber haben nicht diese unmittelbare Aussagekraft, eher zu weich und auch dieser packenden Zugriff fehlt.

    Ich habe schon einige empfohlene Aufnahmen wieder entfernt ... darunter auch Bolet / Chailly, die mich gar nicht überzeugen konnten.


    :) Freue mich nun aber diese Beide zu haben, denn auch die SONY-CD mit Byron Janis ist erste Sahne und hat den Liszt-Totenzanz und das Rachmaninoff KK1 im besten 24Bit-Remastering (KLang mutet tatsächlich digital an !) zu bieten. Der Totentanz klingt hier noch besser als in der anderen (derzeit megateueren) RCA-Kopplung u.a. mit Rachmaninoffs Toteninsel (wo Reiner auf dem Coverbild im Garten sitzt).



    ..................... 81OVIXm9IML._SL300_.jpg :angel:

    SONY, 1957 - 1959, ADD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . CBS, 1960, AAD

    Das war ja ein toller Einstand mit Günter Wand für Dich, lieber nemorino.

    In den Jahren war ich noch im 2.-3.Schuljahr auf der Grundschule ... und hatte mit Klassik noch wenig Berührung.


    Dafür war mein Einstand dann später auch in der Beethovenhalle Bonn mit dem Orchester der Beethovenhalle Bonn (ehemaiger Name) mit dem Dirigenten Volker Wangenheim. Es ist in den Jahren 1974-1976 gewesen. Ich habe noch einige Konzertprogramme und war in diesen Jahren erstmals im Abbo der Klassikkonzerte in der Beethovenhalle.

    Die erste Begegnung mit Volker Wangenheim müsste ein Freiluftkonzert in Bonn mit den Beethoven-Ouvertüren Egmont und Coriolan u.a. gewesen sein.

    Penderecki: Klavierkonzert (2007) mit Douglas / Wit (NAXOS, 2013)

    Nebenbei sind alle Aufnahmen der Penderecki-Sinfonien mit Antoni Wit (NAXOS) auf sehr hohem Niveau.

    :thumbup:Aber diese Hammer-CD sei für das Klavierkonzert (2007) besonders hervorgehoben. Penderecki befindet sich bereits in der Phase, wo er sich wohltuend vom Avantgardissmus gelöst hat. Von der Interpretation mit Barry Douglas / Wit spitzenklasse, was die aktuelle Klangtechnik nur aufs Beste unterstützt.


    51timO8Dy0L.jpg

    NAXOS, 2013, DDD

    RE: Janis / Reiner

    Der Grund mag darin liegen, dass sie selbst vom Label RCA weitgehend vergessen und erst vor einigen Jahren (erstmals?) auf CD aufgelegt wurde. Entstanden ist sie mit dem Pianisten Byron Janis und dem Chicago Symphony Orchestra unter seinem legendären Musikdirektor Fritz Reiner im Februar 1959 in der Orchestra Hall in Chicago und wurde durch eine landläufig bekanntere Neuauflage im April 1960 mit Van Cliburn quasi verdrängt.

    :huh: Von der Existenz dieser Aufnahme war mir in der Tat auch nichts bekannt.

    Ich habe mit Janis / Reiner die weitere Kopplung der CD; den hervorragenden Liszt-Totentanz auf einer anderen RCA-CD mit Rachmaninoff - DieToteninsel.


    Diese Janis-Aufnahmen und das Schumann-KK sind auch in folgend abgebildeter RCA-5CD-Box enthalten. Diese würde ich mir aber nicht kaufen wollen, weil ich die enthaltenen Werke alle in TOP-Aufahmen habe ;) und weil man sich mit der Box ne Menge MONO mit einkauft ... :pfeif:


    *** Aber das Schumann - KK auf der von Dir abgebildeten CD aus Beitrag 97im 24Bit-Remastering muss ich haben (CD bestellt !), schon weil die Spielzeiten bei Reiner etwa gleich meiner (bisherigen) Favoritenaufnahme mit Fleisher / Szell (CBS-CD) sind.


    RCA, 1950 - 1959, ADD

    RE: Schumann-KK

    Interessante Einschätzung, da ich auch schon negativeres über die Aufnahme gelesen habe, was ich auch wenig nachvollziehen kann.

    Da Du ja im Thread der "Hervorragenden Aufnahmen nach 2000" die japanische Aufnahme mit Kobajashi / Kyoko Tabe (TRITON) so positiv hervorgehoben hattest, wird dann Zimerman / Karajan auch in der oberen Liga mitspielen.


    :huh: Ich kannte übrigens auch nichts von der Existzenz der Janis / Reiner- Aufnahme (RCA), die ich bestellt habe !

    Prokofieff: Romeo und Julia - Ballett-GA mit Ashkenazy / Royal PO (Decca, 2003)

    Aus meiner persönlichen Sicht, halte ich das Ballett Romeo und Julia für die beste Ballettmusik aller Zeiten.

    DA stimmt alles: eine immense Fülle von musikalischen Einfällen und Themen, spannende Sätze und keine Walzerseeligkeit, zupackende und nie langweilige Dramaturgie, Ohrwürmer ohne Ende ...


    Eine der schönsten und packenden Interpretationen bei der man vom ausgezeichneten Decca-Luxussound verwöhnt wird, liefert Vladimir Ashkenazy:


    Decca, 2003, DDD

    Lieber nemorino,


    ich finde es sehr interessant (und wohl auch angemessen), dass Du die Fricsay-Aufnahmen einiger Beethoven-Sinfonien aufmerksam gemacht hast.

    Du hast dann seine Eroica für den Thread nominiert.


    Es ist wie Du schreibst: Die Fricsay-Aufnahmen wurden durch die wenig später entstanden Karajan-Aufnahmen, die wir ja auch (fast) alle schätzen verdrängt. Ich kenne die Fricsay-Aufnahmen auch nicht und hatte bei meinem persönlichen Beethoven-Einstieg auch bei einigen Sinfonien zuerst zu Karajan - LP´s (DG) gegriffen.


    Wie Du weisst favorisiere ich die Bernstein-Aufnahmen der Eroica besonders hoch - beide auf SONY und DG !

    :?: Was zeichnet nun Fricsay bei der Eroica besonders aus ?

    Angesichts meiner megaguten Bestückung hätte ich nicht die Absicht mir Fricsay zuzulegen ... es sei denn Du sagst mir, dass da ne Hammeraufnahme (Du weisst was ich damit meine ! ==> megapräsente Pauken und berstende Emotion pur !) erwarten würde ...



    Lieber Josef,


    auch deine Nominierung von Schostakowitsch 7 mit Swetlanow (WARNER, Melodiya 1978) hätte von mir sein können ! Die Wahnsinns-Doppel-CD hatte ich auch in den Händen zur Auswahl. Ne bessere Leningrader ist kaum denkbar ...



    Für meine dritte Nominierung überlege ich mir noch etwas ... und ich sage es ganz klar: Da würde ich gerne etwas mit Georg Solti aussuchen.

    Finde auch gut , dass Rüdiger die Tannhäuser-Aufnahme nominiert hat ... ^^ er hätte im Therad nur den Namen Georg Solti ein bischen besser herausstellen sollen, denn den sieht man erst, wenn man den ganzen Text durchliesst.

    Schostakowitsch: Klavierkonzerte Nr. 1 und 2 mit Boris Giltburg / Royal Liverpol PO / Vasily Petrenko (NAXOS, 2016)

    Diese Aufnahmen der beiden KK können mit den besten russischen Aufnahmen mithalten. Egal ob es der brillante Pianist, das präzise mit Biss aufspielende Orchester, das gewählte Tempo, die aktuelle und sehr gute Klangqualität ist - :angel: es ist alles stimmig.


    Eine fabelhafte Neuaufnahme ... und das auf NAXOS !


    NAXOS, 2016, DDD

    RE: Technics Plattenspieler

    Zitat von Alfred

    Ich glaube mich dunkel zu erinnern, daß der Plattenspieler automatisch den Arm auf die Rille bewegte - so man es wollte.

    Ich hab auf jeden Fall immer händisch gearbeitet, denn ich traue solchen Automaten nicht...

    Ich habe jetzt für den NOTFALL; wenn ich mal tatsächlich eine LP auflegen muss, auch einen Technics-Plattenspieler Modell SL-3310.

    Ähnliches Modell wie Alfred, auch mit Direktantrieb und Head-Shell, nur mit den Bedientasten schräg im Frontbereich.


    Das Technics-System hatte ich noch am Kauftag rausgeschmissen, da es klanglich schlecht war und durch ein SHURE M75 ersetzt, später dann das bessere SHURE M95; mit 5Pond Auflagegewicht. Also kein Hobel !


    8) Im Gegensatz zu Alfred habe ich aber die Auflegeautomatik immer benutzt, da diese perfekt und exakt funktioniert. Nur wenn ich mal einen Satz aus der Mitte hören wollte, dann den Tonarmlift benutzt. Warum schwierig, wenn es auch einfach und bequem geht ? Dann sitzte ich nämlich schon auf dem Hörplatz wenn die Musik anfängt und bin nicht noch am Tonarmlift am fummeln !

    Meine Tochter steht auch auf Star Trek und hat auch schon die erste Folge angesehen. Soll gut sein ...


    Ja , ja so ist das. Ich hatte sie schon sehr früh als Kind solche Filme sehen lassen, weil ich ja auch früh als Kind auch immer gerne Invasion von der Wega , UFO und später Raumschiff Enterprise sehen durfte.

    Nun werde ich die neuen Folgen Star Trek-Picard auch mit anschauen (müssen/:S wollen).

    Sinfonie Nr.11 "das Jahr 1905" mit Michael Sanderling / Dresdener PH (SONY, 2018)

    Natürlich hat sich die Aufführungspraktik der Schostakowitsch-Sinfonien in den letzten 30 Jahren geändert.

    Betrachten wir die russischen Aufnahmen: Der polistische Druck ist heute weg, die Schrecken des Krieges sind nicht mehr so präsent bei den aktuellen heute jüngeren Musikern. Die Orchester haben nicht mehr den spezifisch russischen Klang, sodass die Referenzen (Roshdestwensky, Kondraschin, Swetlanow), die die Schrecken des Krieges noch megapackend in Klang umgesetzt haben, heute eher einer gewissen Sachlichkeit gewichen sind.


    Mit den Dirigenten ist es genau so. Dmitri Kitaenko stand mit den Moskauer PH immer für eine echt russische Klangsprache mit Biss und Emotion. Vergleicht man heute seine Aufnahmen aus dem Westen (mit dem Frankfurter RSO und Gürzenich Orchester), so ist die Erefahrung unverändert, aber die ehemals harte Klangsprache ist einer wesentlich weicheren mit weniger Druck gewichen ... Schade !


    Eine anderes Beispiel wäre die neuste Augfnahmen der Sinfonie Nr.8 mit Jewgenij Swetlanow / Philharmonia Orchestra, die ebenfalls nicht mehr den alten Biss hat.


    :| Wenn man heutige Schostakowitsch-Sinfonien hört, sind die ebenfalls mehr sachlich und haben nicht mehr die starke Aussagekraft.


    :angel: Meine Begeisterung war dieser Tage aber gross, mit der Dresdener PH und Michael Sanderling auf CD die Sinfonie Nr.11 in der aktuellen Aufnahme von 2018 zu hören, die tatsächlich an den alten Biss anknüpfen kann:


    Sinfonie Nr.11 "das Jahr 1905" mit Michael Sanderling / Dresdener PH (SONY, 2018)


    Meine Begeisterung kennt keine Grenzen. =O Es ist also doch möglich, das heute Schostakowitsch - Sinfonien aufgenommen werden, die an die alten Grossen mit Roshdestwensky, Kondraschin und Swetlanow gleichziehen können ... und das Ganze in perfekter aktueller Klangtechnik !


    Thomas Sanderlings Int finde ich absolut angemessen, auch vom straffen Tempo her, bei den er keine Kaugummidramaturgie anschlägt, ohne dabei die Schrecken der Oktoberrevulution und der Schrecken der unschuldigen Opfer absolut packend in Szene zu setzen. Die Dresdener PH sind absolut brillant und klingen lassen den russischen Orchesterklang in perfekten Klanggewand neu erleben.

    Die gespenstische Atmosphäre auf dem Palastplatz im 1.Satz gelingt genau so phänomenal, wie der umwerfende Schluss des 4.Satzes mit dem Sturmgeläut und den Glocken (die nur etwas sonorer sein dürften).


    :hail: Das ist die Beste 11 die ich seit Jahren im CD - Player hatte.

    Höchst angemessene Spieldauer: 15:40 - 19:13 - 14:38 - 15:40


    :angel: In der empfehlenswerten brandneuen Sinfonien-GA:

    Aufnahmen 2017 - 2019


    SONY, 2018 (11.), DDD

    Das hat mir gefallen. Und so bleibe ich beim Klavier

    Heute fahre ich voll auf Klavierkonzerte ab

    Hallo Rolo,

    Wahnsinn was Du alles hintereinander hörst: Zwei KK jeweils von Rubinstein, Prokofieff und Rachmaninoff.

    ;) 8) Heute war mal die Sonne zu sehen und ich habe eine E-Bike-Rundtour um Bonn und Waldau gemacht, bei 9-10Grad - immerhin 33km. :pfeif:


    Aber jetzt am Abend läuft bei mir die 11te von Schostakowitsch - :thumbup: mit Michael Sanderling (SONY, 2019) :hail:

    Schostakowitsch - Sinfonien mit Michael Sanderling (SONY, 2017-2019)

    Nachdem ich mit den GA der Sinfonien mit Vasili Petrenko (NAXOS) und Dmitri Kitaenko (Capriccio, SACD) nicht in allen Fällen vollends zufrieden war, ist es mir ein grosses Vergnügen und wichtiges Anliegen die allerneuste Sinfonien-GA mit M.Sanderling zu erwerben.


    Michael Sanderling (* 21. Februar 1967 in Ost-Berlin) ist ein Sohn des Ostdeutschen Dirigenten Kurt Sanderling (* 19.Sept.1912 in Arys,Ostpresussen; 18.Sept. 2011 in Berlin). Er war seit 2010 für 3 Jahre Chef der Dresdener PH.


    Michael S. hatte beim Label SONY die Sinfonien Nr.1, 5, 6, 10 und 13 zusammen mit Beethoven-Sinfonien gegenübergestellt. Nun folgte seine Schostakowitsch-Sinfonien - GA in einem Griff bei SONY C2019.


    SONY, 2017-2019, DDD


    Michael Sanderlings Interpretationen lassen sich in Kurzform in einem Wort charakterisieren: Analytisch.

    Das bedeutet, dass er Details offen legt, die sonst im Klangbrei untergehen, ohne dabei die Dramatik und Aussagekraft der Werke zu bremsen oder zu vernachlässigen. Dies gelingt nicht immer so, wie bei den alten Favoriten, die in ihrer unmittelbaren Direktheit einfach unerreicht bleiben.

    Die Schlagzeuggruppe klingt äusserst präsent und M.Sanderling lässt da auch keine Zweifel an deren notwendiger Präsenz.

    Die Klangqualität mit natürlicher Orchesterabbildung und dem sonoren Klang der Dresender PH ist ausgezeichnet und vielfach besser als die SACD-GA mit Kitaenko (Capriccio), die im Forte vereinzelt zu dick und undurchsichtig geraten ist. Die Solisten der Dresender PH zeigen sich als ausgezeichnete Musiker.


    Zu einigen Aufnahmen der Sinfonien:

    Die Sinfonien, bei denen es weniger auf die grosse Aussagekraft der Bedrohlichkeit des Krieges ankommt, sind bei Michael Sanderling besonders gut aufgehoben: Sinfonie Nr.1, 9 und 15. Es heisst in einer Kritik: "Sanderling lässt den Deutungsbombast hinter sich. Man hört die Musik selbst, nicht deren Katechismus."

    Diese Worte sollte man nicht auf die Goldwaage legen, denn wo angebracht, lässt Sanderling es auch astrein krachen.

    Vom Tempo fast immer stimmig ohne in langgezogene Larmoyanz zu versinken ...


    Sinfonie Nr.1:

    Hoch angemessene Int des Geniestreiches des Studenten Schostakowitsch.

    Die geniale Paukenstelle kurz vor dem Finale wird nicht angetippt (wie bei der ansonsten hochgeschätzten Ormandy-Aufnahme), sondern mit Schmiss präsentiert um dann ein glänzendes Finale zu präsentieren, das selbst die alten Favoriten nicht besser konnten.


    Sinfonie Nr.4:

    Es kommen Details an den Tag, die sonst vielfach ungehört blieben. So auch in den Höhepunkten in den Sätzen 1 und 3 die in mehrere Fortegrade aufgespalten werden; bei voller Durchsichtigkeit des Orchesters ohne Klangbrei. Freilich, die spätere und 2.Aufnahme mit Roshdestensky LIVE wird in ihrem Schrecken der Unterdrückung nicht erreicht. Trotzdem entsteht ein erschütterndes Zeitdokument.


    Sinfonie Nr.5:

    Auch brillant gespielt, es bleibt nichts unbelichtet. Die doppelbödige Aussage kommt mir aber zu kurz; besonders im Finale ... da bin ich einfach zu sehr von Kondraschin, Swetlanow geprägt. Das muss IMO so klingen, wie es auch die berstende Emotionalität in hochexplosiver Weise mit Bernstein in Tokyo (CBS, 1979) gezeigt hatte.


    Sinfonie Nr.6:

    Eine der Besten in der gesamten Box. Vom Tempo straff; glänzender Schlagzeuger = scharfkantige präsente rhythmische Pauken. Die durchsichtige Klangtechnik macht Laune. Ich bin geplättet ... und fast so zufrieden, wie beim Hammer Roshdestwensky (Melodiya/Eurodisc, 1984).


    Sinfonie Nr.8:

    Der Kriegsgedanke, das Kämpferische in der Musik bin ich krasser gewohnt. Beim sich steigernde 3.Satz mit Übergang ins Finale, fehlt mir das Aha-Erlebnis un der Schrecken des Krieges; das hat selbst Haitink, dessen Aufnahme ich damals, als die CD ihren Einzug nahm, ungleich packender und glänzender zelebriert ... von Rosh ganz zu schweigen.

    Ansonsten eine sehr passable Aufnahme, die orchestral brillant gelungen ist.


    Sinfonie Nr.9:

    Der Spielspass dieser flinkfüssigen Sinfonik ist ausgezeichnet gelungen. Ich bin sogar an Kondraschin (mein Favorit für die 9) erinnert, was schon einiges heissen will ! Diese Neunte ist bei Michael Sanderling in den besten Händen und wird von den Dresdener PH mit vollblütigem Orchesterspiel dargeboten.


    Sinfonie Nr.10:

    Angemessene Dramaturgie in den Ecksätzen, gute nicht zu langsame Tempowahl.

    Gar nicht gefällt mir der Stalin charakterisiende 2.Satz .. viel zu weich ohne den Unterdrückungsgedanken hörbar zu machen. Das hört sich übertrieben ausgedrückt an wie: "Stalin in der Badewanne" ... das haben andere, wie u.a. Karajan eindrucksvoller umgesetzt. Auch zum Vergleich, die Kitaenko-Aufnahme aufgelegt, zeigte hier sogar bessere Klangqualität und ungleich bessere Unmittelbarkeit.

    Aber es sei ausdrücklich gesagt, das die Ecksätze und der 3.Satz mit Michael Sanderling mit Herzblut und Biss packend umgesetzt sind. Die Dresdener PH geben alles und zeigen hier ihre Brillanz.


    Sinfonie Nr.12:

    Straffe Aufnahme, wie die ausgezeichnete neue Aufnahme mit Vasili Petrenko mit allen Details ein orchestrales Spektakel der Extraklasse. An keiner Stelle zu gedehnt, sondern stimmige Tempowahl.


    Sinfonie Nr.15:

    Richtig Spass gemacht hat bei der 15. besonders meine Neuaufnahmen mit Georg Solti und Michael Sanderling, bei denen der Schlagzeugpart besonders prägnant und wuchtig präsentiert wird. Die Tareuerstimmung wird nihct zuu langatmig auszelebriert wie bei Vasiki Petrenko. Während M.Sanderling in den ersten 3 Sätzen sehr stimmig klingt und nie gehörte Details an den Tag legt, fällt der 4. Satz mit 18:55 für mein Empfinden etwas zu sehr auseinander und damit auch die Spannung; trotzdem insgesamt eine fabelhafte brandneue Aufnahme, die den Kern der Hoffungslosigkeit trifft.


    Die Sinfonie Nr.7, 11 und die Gesangssinfonien stehen zum Hören noch aus.



    Fazit:

    Diese GA mit Michael Sanderling hat mir insgesamt deutlich besser gefallen, als die letzten Neuzugänge der GA mit Vasili Petrenko (NAXOS) und Dmitri Kitaenko (Capriccio).