Beiträge von lohengrins

    Ja, warum nicht ein Streichquartett zum Morgen?


    Hier:


    Ich erinnere mich noch daran, als ich dieses Album erstmals hörte, im Radio, im Auto. Ich weiß noch, dass ich extra wartete, um zu erfahren, welches Album das war. Mein Erstkontakt mit Koechlin. Wunderbare, ganz eigene Musik, die von versponnen über tänzerisch bis eruptiv reicht und dabei nie ihre Mitte verliert. Bei aller Leichtigkeit mischt sich Schwermut in den Klang, jede Ballung hat doch etwas Spielerisches.


    Und weil Koechlin mich so sehr erfasst heute, werde ich danach diese hier hören:



    Auch ein altes (älteres) Lieblingsalbum. Noch aus der Zeit, als Baborak bei den Berliner Philharmonikern war.

    Bei mir läuft derzeit Mahlers 5. Ivan Fischer mit dem Concertgebouw.


    Genauer gesagt, höre und gucke ich. Denn ich streame das über stage+. Über die Freunde habe ich bis November ein kostenfreies Schnupper-Abo abgeschlossen. Und ich bin ziemlich angetan, habe bereits einige Bayreuther Aufführungen und manches Konzert verfolgt. Mir gefällt vermutlich vor allem, dass das Angebot weit größer als bei der Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker ist – und stage+ dabei noch günstiger ist. Auch im Vergleich zu YouTube schneidet es gut ab, schon allein, weil es keine Werbeunterbrechungen gibt sowie Bild- und Tonqualität deutlich besser sind.


    Mittlerweile überlege ich, ob ich mir nicht zwei kleine Genelecs ins Fernsehzimmer hole, damit ich die Musik auch wirklich mehr genießen kann (die "richtige Anlage" steht bei mir im Wohnzimmer, der Fernseher ist in einem anderen Raum). Bei der Gelegenheit: Wie macht ihr das mit dem Fernseh-Ton? Reicht euch der Klang des Fernsehers? Wenn nein, habt ihr eine andere, vorzugsweise kleine Lösung gefunden?

    Ich finde am lustigsten, dass die Hälfte der GenZ-CD-Käufer laut Gemini gar keinen CD-Player besitzt. Es gehe mehr um das Wissen, dass digitale Lizenzen auslaufen können, es geht um das dingliche Besitzen. (Und es geht um Sammeln an sich und um K-Pop, auch interessant.)


    Ich hatte mir zuletzt einen CD-Player zugelegt, als mein W-Lan herumzickte und ich nicht ohne Musik sein wollte. Meine bastille musique-Alben hole ich mir über Bandcamp – als CD und kostenlos als Download. Als CD ehrlich gesagt deshalb, weil das Label darüber am meisten verdient – und ich mir wünsche, dass noch weitere zu den bisher 41 Alben dazukommen.

    Zuletzt aus gegebenem Anlass diese hier:



    Das ist natürlich schön, aber die Romantik und ich gehen auch nicht immer zusammen.


    Deshalb jetzt diese Aufnahme:



    Auch ganz sehnsuchtsvoll, aber eher auf der Ebene, die mich anspricht (bezogen auf Berg, den Mahler nehme ich aber – namentlich in dieser kleinen Besetzung – auch sehr gern mit.

    Wer das tut, der liest und interpretiert Müllers Text ganz einfach nicht sorgfältig und richtig.

    Wenn es etwas gibt, das mich hier verlässlich nervt, dann ist es diese Art der Rechthaberei. Unerträglich. Warum kann man andere Meinungen nicht gelten lassen, das hier ist doch kein Wettstreit.


    Aber warum, lieber Dr. Holger Kaletha gar so viele Worte? Zur Farbe Grün, zum grünen Jäger? Wo lauert hier der Erkenntnisgewinn?

    Wenn du das "Grün" absichtlich abkoppelst vom Jäger, zwackst du einfach nur eine Bedeutungsebene ab. Du machst das Versiegen der Hoffnung auf gemeinsame Liebe bloß weniger dramatisch/sarkastisch.

    Denn auch wenn Grün die Farbe der Hoffnung ist, so sehe ich wenig im landläufigen Sinne Hoffnungsvolles an des Müllers Verwenden des Wortes grün in "Die liebe Farbe". Stattdessen Todessehnsucht. Worauf er sich ja auch ausrichtet, in seiner selbstbezogenen "Liebe" zur Müllerin (insofern dem Tristan gar nicht unähnlich).

    Dass das Grün auch die Farbe des Jägers (und das im allgemeinen Sprachgberauch, s. Farbton "Jägergrün") ist, macht des Müllers Hinwendung zur "lieben Farbe" Grün nur noch schmerzlicher. Und der Verweis auf den grünen Zypressenhain als typischem sehnsuchtsvollem Erfüllungsort wird so nur noch grausamer – ebenso wie der Verzicht auf Grabkreuz und Blümlein zugunsten des Rasen-Grüns.

    Und wenn die Müllerin das Grün so liebt, dann steht das natürlich für die Hoffnung, aber eben nicht für die Hoffnung auf die Liebe des Müller(knecht)s.


    Weiterhin erschließt sich mir nicht, warum man bei einem Gedichtzyklus nur das einzelne Gedicht gelten lassen will. Und daran ändert auch das gesamte Wortgeklingel nichts, dass du dazu ablässt.


    Ich höre solche Lieder eigentlich nie. Aus diesem Anlass schon. Immerhin das also kann ich als Bereicherung empfinden.

    Bei mir diese Aufnahme, weil ich generell überzeugt bin, dass man mit Gerhaher nie etwas falsch macht (ja, er trägt den gesamten Zyklus vor, sehr schön).


    Hier auch Aimard



    Játékok (Spiele) von Kurtág. Es geht darum, wie beispielsweise ein Kind spielerisch das Klavier erkundet. Und das in 81 Miniaturen, kürzestenfalls in 17 Sekunden, längstenfalls in knapp vier Minuten.

    Aimard und Kurtág sind offenbar eng befreundet. Die Aufnahme ist unter der künstlerischen Leitung Kurtágs entstanden. Aimard bezeichnet die Stücke als "Essenz der Musik".

    Schade, ich hatte mich auf Ligeti gefreut. Das Violinkonzert ist ja recht zugänglich. Aber gut.


    Tallis also. In der Hinsicht bin ich ein wirklicher Banause. Ich erinnere mich nur noch recht gut daran, dass ich mit einer Freundin ein Konzert des Hilliard Ensembles mit Jan Garbarek in der Gethsemane-Kirche besuchte. So klingen die Lamentationes natürlich auch – klar, ohne Saxofon. Für mich ist das das Prinzip des "All-over" in die Musik übertragen: Es ist egal, zu welchem Zeitpunkt ich mich dem Klang nähere oder mich von ihm entferne, die Musik wird ewig so weiter gehen. Vielleicht vermag einen diese Musik auch in eine besondere Stimmung zu versetzen. Ich finde das auch gar nicht unangenehm, die Musik sagt mir nur nichts. Da störte damals in der Kirche eben auch das Garbarek'sche Saxofon nicht, es war alles Wohlklang.


    Insofern habe ich mir eine Einspielung der Lamentationes angehört. Ganz. Tallis weckte in mir allerdings das Bedürfnis, ganz dringend Gil Scott-Heron ("We're new again", auch spirituell) und dann Økse (anders spirituell) zu hören.

    Zum Glück kein Barock-Gedudel!


    Ich höre diese Einspielung – und auch wenn sie hier noch nicht genannt wurde, so gehe ich einfach davon aus, dass ich mit Aimard mal nichts falsch machen kann.

    Klar spricht mich diese Musik an. Das Bruchstückhafte, das Nicht-Ausformulierte werden mich immer anziehen. Hier mag ich insbesondere, wie unterschiedlich die Stücke sind. Eine Wundertüte im besten Sinn. Danke für den Hinweis, ich kannte die Musica ricercata bislang nicht.

    (Die auf dem gezeigten Album ebenfalls enthaltenen Etudes höre ich gleich mit – und sie gefallen mir noch besser.)

    Wir hatten hier zuletzt auch eine "Graf von Monte Christo"-Phase. Ich mag die Geschichte einfach so sehr – es schwingt wohl auch ein Stück Kindheitsverklärung mit. Egal, ich teile deine – Joseph II. – Einschätzungen. Wohl am wenigsten gefiel mir die jüngste französische Spielfilm mit Pierre Niney. Nicht zuletzt, weil das Ende selbst verkorkst war. Das Ende mit seinem (aber noch zurückhaltenderem) Happy-End-Zwang ist für mich der Kritikpunkt an der von Bille August gedrehten Serie (warum kann man es nicht lassen, wie Dumas es schrieb?). Die Serie kann sich mehr Zeit lassen und sie findet den Ton einfach besser.

    Hier:



    Und tatsächlich "old school" via CD, weil ich dieses Album nicht bei meinen Streaming-Diensten finde. Aber da ich zuletzt die Aufnahmen von Karajan und Thielemann mit den Dresdnern (also Kollo und Vogt) gehört hatte, und wieder so eine Meistersinger-Phase habe, dachte ich, dass es mal wieder Zeit für Kubelik (und Kónya!) ist. Sehr schön!

    völlig zu Recht

    Hast du den Martus gelesen?


    Wobei ich den Punkt verstehe. Biller wird zwar ein paar mal genannt. Aber es fehlen Namen. Der "blinde Fleck", deutsch-jüdische Autoren betreffend, den Süselbeck offenbar anspricht (ich kenne weder Billers Kolumne noch die anderen Texte, weil sie allesamt hinter Bezahlschranken sind), ist ein Thema. Das Schwergewicht im Buch ist dann schon eher die Pop-Literatur. Da ich mich damit inhaltlich beschäftigt habe, kam ich insofern aber auch auf meine Kosten.

    Das Deutsche ist eine lebendige Sprache und die Regeln im Duden orientieren sich am aktuellen Sprachgebrauch, nicht an nostalgischen Wunschvorstellungen.

    Danke.

    Die Auseinandersetzung mit Neuem und Ungewohnten ist nicht besonders beliebt. Dieser Thread macht klar, dass sehr viele Mitglieder des Forums im wahrsten Sinne des Worte erzkonservativ sind und Neuerungen sogar vehement ablehnen.

    Nochmals danke.

    Das Problem bei diesen Geräten ist, dass das Profi-Geräte für Toningenieure sind.

    Das an sich muss ja nichts Schlechtes sein.

    Die sind für den normalen Musikhörer einfach zu kompliziert. Die Funktionen braucht man als Hifi-Hörer alle nicht in der Praxis.

    Üblicherweise gibt es verschiedene wählbare Settings. Man kann der Einfachheit halber auch alles auf neutral lassen.

    Das Problem bei diesen Geräten ist, dass das Profi-Geräte für Toningenieure sind.

    Nein. Namentlich die SPL-Geräte, um die es hier geht, entstammen der Sparte "Professional Fidelity". Das ist nicht die "Pro Audio"-Sparte. So lange man kein eigenes Tonstudio einrichten will, benötigt man die auch nicht. Und mit all den Apparaten, die dafür erforderlich sind, wäre unsereiner wohl tatsächlich überfordert.

    Aber Grundsatz der Geräte wie der SPL "Professional Fidelity"-Serie oder anderer aus der Tonstudio-Technik entlehnter Geräte ist ja lediglich, dass möglichst neutral abgebildet werden soll, was ist. Das kann ja nicht verkehrt sein.

    Der Hifi-YouTuber Darko Audio hatte mal "meinen" RME ADI-2 DAC getestet. Er bemühte beim Hören mit anderen DAC den Vergleich zur Kamera. Er stellte die Frage, ob man dank höherer Auflösung dauernd so viele Details sehen (hier also: hören) möchte. Das sei die Frage. Ihm war ein etwas wärmerer, runderer Klang lieber, mir nicht. Es ist eben Geschmacksache. Ich höre mit "normalen" Anlagen nicht mehr so gern.


    Insofern finde ich SPL "Professional Fidelity" interessant. Mein bevorzugter Hifi-Händler hat die im Programm. Ich liebäugele mit dem "Diamond". Den werde ich bald mal zuhause ausprobieren.

    Hier gerade diese:



    War darauf aufmerksam gemacht worden. Und ich weiß jetzt auch nicht. Das ist logischerweise ganz meisterhaft und sehr individuell eingespielt, aber vielleicht auch ein bisschen zu individuell. Das stockt manchmal ungewohnt, an ungewohnten Stellen und bekommt so etwas Ruckiges, mit dem ich auf Dauer etwas überfordert bin, zum Ausgleich dehnt sie wieder anderes extrem. Insgesamt kommt mir die innere Linie dabei abhanden. Nicht meins.


    Ich höre es noch ein wenig und dann – nicht nur zum Vergleich – eine Lieblingsaufnahme der Cello-Suiten. Diese:



    Hier scheint mir alles so folgerichtig (vielleicht auch nur: gewohnt?), egal, ich fühle mich damit in der Musik. Wunderbar.

    Vince Ebert?


    Nachdem ich dieses



    wieder gelesen habe, musste ich mir erst mal alles von Setz bestellen, was ich noch nicht habe. Was für ein wunderbarer Autor!


    Und dann war ich noch bei Hugendubel in der Schlossstraße:


    (auch so jemand, von dem jedes Buch lohnt)


    (wunderschön aufgemacht)


    (sehr kurzweilig)