Beiträge von lohengrins

    Abschied von RBB Kultur. Wie der RBB mitteilt, wird ab dem 2. April aus "RBB Kultur" "Radio 3".


    Unter anderem heißt es in der Pressemitteilung: "radio3 strukturiert das Programm auch musikalisch klarer als bisher: Klassik wird überall vorkommen, jedoch in bestimmten Programmstrecken Schwerpunkte haben. In Primetime und Drivetime unterstreicht anspruchsvolle, hochwertige Musik verschiedener Genres von Jazz über Soul bis hin zu Singer-Songwritern die Aktualität, die die erweiterten Wortstrecken vorlegen."


    Weiter: "Klassische Musik ist weiterhin der Markenkern von radio3. In den aktuellen Strecken am Morgen und am Nachmittag steht sie als journalistisches Thema im Fokus, von 10.00 bis 16.00 Uhr und ab 19.00 Uhr spielt sie die uneingeschränkte musikalische Hauptrolle."


    Dazwischen und zusätzlich sollen Singer/Songwriter, Soul- und Jazz-Interpreten zu hören sein.


    Alles wird (wie immer) besser, neuer, dazu noch tiefgründiger. Ich bin gespannt, bedaure aber schon jetzt, dass hier der letzte nahezu reine Klassik des ÖRR eingestellt wird.

    Hier auch mal etwas Jazz, bevor es an die frische Luft geht.



    Wobei es genau genommen um andere Versionen von "Birds"-Songs geht. Bei Qobuz nennt sich das Album, das hier läuft, "Three Birds". Es sind drei Stücke aus dem verlinkten Album und zwar in der "Rhodes Version". Also Rhodes Piano statt Klavier. Und das gefällt mir im Vergleich wirklich besser.

    Insgesamt nahezu fröhliche, beschwingte (!), federnde (! - um im "Birds"-Bild zu bleiben) Musik. Passt zum nahezu frühlingshaften Wetter.

    Die schöne CD ist bestellt! :)

    Ich hoffe und denke, dass du an dem Album Freude haben wirst!


    So wie ich an der letzten Erwerbung aus meiner CD-Bestellung



    Ich werde noch zum CD-Hörer, wenn das so weiter geht.

    Hier laufen gerade die Streichquartette mit dem Danish String Quartet. Wunderbare Musik. Nach dem ersten Hören lese ich dazu dieses Buch, das mir gut zu passen scheint (warum auch immer, Däne zu Däne, vielleicht)


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    Das Metier Film ist für mich kein Ausschlusskriterium.

    Da habe ich mich bestimmt missverständlich ausgedrückt. Auch für mich ist "der Film" als Sujet kein Ausschlusskriterium. Hier wird es mir nur mit den Stilmitteln des Films, die quasi in das Buch übernommen werden, zu viel. Schuss - Gegenschuss - Perspektiv-Wechsel, sogar Genre-Wechsel, die Grenzen zwischen Fakt und Fiktion verschwimmen lassen - das ist technisch alles fein gearbeitet, aber mir im Ganzen zu gewollt.

    Das meinte ich.

    Gleich weiter gemacht mit diesem Album hier:



    Ich bin bei den "Verkleinerungen" von Symphonien tendenziell skeptisch. Und natürlich verändert dies die Klangfarben und auch die Dynamik. Aber andererseits werden Strukturen oder Stimmen so auch deutlicher. Ich mag diese Aufnahme. Ich würde ihretwegen nicht die anderen, gewohnten Einspielungen entsorgen - aber das soll ich ja auch gar nicht.

    Irgendwie die Frage danach, was Musik einem bedeutet, fast banal. Und wenn ich jetzt darüber nachdenke, stelle ich fest, dass ich darüber eigentlich nie nachdenke. Entsprechend unsortiert kann auch nur werden, was ich gleich anfügen werde. Ich bitte vorab um Entschuldigung.


    Die Beschäftigung mit Musik, vielmehr mit Kunst, ist immer da. Aber was das bedeutet, hinterfrage ich üblicherweise nicht. Insofern danke für die Anregung.

    Zur Erbauung brauche ich keine Musik. Ich glaube auch, dass ich kaum Erbauung benötige.

    Wenn "Erbauung" seelische Bereicherung bedeutet, würde ich generell sagen: immer her damit. Oder bereichert mich Musik nicht, sondern weckt nur etwas, das ohnehin da ist? Oder ist dieses Wecken schon Bereicherung? Hm.

    Musik ist füt mich etwas, mit dem ich mich auseinandersetzen kann. Nach einer solchen Auseinandersetzung sieht die Welt für mich immer etwas anders aus ...., also eine Tätigkeit wie das Denken,

    Ist das doch diese Bereicherung?

    Musik schafft, transportiert und verstärkt Stimmungen,

    Bin ich empfänglicher für "traurige Musik", wenn ich traurig bin? Oder mag ich die dann gar nicht hören? Ich weiß auch das nicht. Bei mir sind Stimmungen wohl gar nicht so wichtig beim Musikhören.

    Was bei mir andererseits schon klappen kann, ist, mit bestimmter Musik, die ich zu einer gewissen Zeit hörte, oder die ich damit verbinde, mich an ebendiese Zeit auf eine gefühlsmäßige Weise erinnern zu können. Das läuft dann so auf Nostalgie hinaus. Was interessant, aber auch ein bisschen albern ist, wenn ich mich dabei erwische.

    Da bin ich dann wohl eher bei astewes und seiner "Auseinandersetzung". Damit fühle ich mich weit wohler.

    wobei ich mich ganz klar nie auf klassische Musik alleine festlegen würde.

    Absolute Zustimmung. Auch wenn ein ausgesprochenes Klassik-Forum vielleicht der falsche Ort dafür sein mag: Natürlich höre ich auch Pop wie die Beatles oder Jazz wie von Eric Dolphy. Ich empfinde das auch keineswegs - anders als vielleicht mancher hier - als "nieder". Alles, was eine Saite in mir zum Schwingen bringen kann, ist willkommen.

    Ich habe wohl von meiner Mutter das Musikhören gelernt, die Freude an der Musik "mitbekommen". Mit ihr konnte ich Bach ebenso hören wie Hüsker Dü. Na klar, erbauten sie letztere nicht so sehr, aber sie war einfach daran interessiert, womit ich mich so befasse und warum ich diese Musik mochte. Darüber konnten wir ausgiebig reden. Und wir sind eben auch in Konzerte und die Oper gegangen, als ich noch recht jung war. Darüber haben wir uns dann ebenso ausgetauscht.


    Ist Musik für mich "lebenswichtig"?

    Auch schwierig zu sagen. Am ehesten: Kunst ist für mich lebenswichtig. Und ich würde nie deren eine Form gegen eine andere tauschen oder ausspielen wollen.

    Gestern wurden meine neuen CDs geliefert.


    Hiermit beginne ich:


    Lieder nach Goethe von Wolfgang Rihm. Nun bin ich in Sachen "Lied" überhaupt nicht bewandert. Das ist wohl das Genre der klassischen Musik, das ich am wenigsten beachte. Mir erscheint es oft so gekünstelt, dass ich es einfach nicht mag. Aber nun habe ich mir ja vorgenommen, mir alle CDs des Labels Bastille Musique zu holen. Und dann muss ich eben mit der Nummer 2, also dem oben genannten Album, fortfahren (das wieder sehr schön und aufwendig aufgemacht ist).

    Und die Aufnahme gefällt mir richtig gut. Ich erkenne das, was ich mir unter "Lied" vorstelle, aber Rihm macht dann eben doch etwas Eigenes, für mich Spannendes, daraus. Und auf einmal wirkt es nicht mehr gekünstelt, sondern tief.

    Es ist doch immer wieder gut, etwas Neues kennenzulernen.


    Und es ist doch etwas Anderes, eine CD oder per Streaming zu hören. Zumindest unterbewusst weiß man, dass man sich jetzt nur mit diesem einen Werk beschäftigt. Dass man nicht bei jedem Missfallen, jedem Körnchen Langeweile zu etwas anderem wechseln kann (oder will). Man lässt sich darauf ein. Das ist natürlich ganz subjektiv. Aber mir gefällt diese gewisse Entschleunigung gut, auch wenn ich weiter hauptsächlich streamen werde.

    Komisch, "Lichtspiel" hat mich gar nicht begeistert. Mein Problem mit Büchern von Daniel Kehlmann ist vielleicht einfach, dass sie mir zu kunstvoll, zu absichtlich sind. Hier kam hinzu, dass mir der Autor unbedingt etwas sagen will, und sichergehen möchte, dass ich es auch mitbekomme. Und abschließend, dass er sich im Metier Film bewegt - und dies auch spiegeln möchte. Mir war das zu viel und zu gewollt. Ich habe das Buch verliehen. Falls ich es wiederbekommen sollte (dieses Russische Roulette namens Bücherverleihen wäre fast auch ein eigenes Thema), werde ich noch mal reingucken. Mir hat - wenn man es denn vergleichen möchte - Krachts "Die Toten" sehr viel besser gefallen. Aber ich bin auch ein Kracht-Fanboy.


    Ich lese immer mehrere Bücher gleichzeitig. "Iowa" von Stefanie Sargnagel über ihre Zeit als Gast-Doezntin an einem amerikanischen Elite-College finde ich außerordentlich unterhaltsam, und dabei keineswegs seicht; schon allein ihr Miteinander mit Christiane Rösinger (Lassie Singers), also die Kombination jüngere-ältere Frau, mochte ich. Dass Rosiger in Fußnoten immer wieder Sargnagels Text kommentiert, ist eine wunderbare Idee.

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    Ansonsten bin ich sowieso der Ansicht, dass man gar nicht genügend Clemens J. Setz lesen kann. Bei mir derzeit eines seiner früheren Bücher, "Indigo".

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    Bei Setz wird ja immer wieder von überbordender Fantasie gesprochen (und Nerdness) gesprochen. Völlig zu Recht. Auch dieser Roman wirbelt Fakten und Fiktion und Genres munter durcheinander. Das ergibt ein Leser-Erlebnis, das auf eine sehr geistreiche Art unterhaltsam und auch verstörend sein kann.


    Thomas Hettche ist für Romane wie "Pfaueninsel" oder "Herzfaden" (letzterer zur Augsburger Puppenkiste) bekannt geworden. Ich mochte sein jüngstes Buch "Sinkende Sterne" (das sind wir Männer, übrigens) außerordentlich. Auch hier geht es um einen Mix aus Fakten und Fiktion, um Kindheit, Wokeness, Dystopie. Aus hier schrammt man knapp an der (uns bekannten) Wirklichkeit vorbei, und verhandelt dabei jede Menge Themen. Ebenfalls sehr geistreich, sehr unterhaltsam.

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    Und weil mir dies so gut gefiel, habe ich mir gleich noch ein paar ältere essayistische Werke geholt. So wie das "Fahrtenbuch" (das zudem noch wirklich sehr schön aufgemacht ist).


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    Lieber Johannes Schlüter

    das Zitat ist wirklich schön.


    Ich gestehe, auch Mitglied in diesem Club der Lese-Stapler zu sein. Noch allerdings ohne allzu schlechtes Gewissen, weil ich mich doch nach Kräften mühe, hinterherzukommen. Nur habe ich festgestellt, dass ich für bestimmte Bücher schon auch in einer bestimmten Stimmung sein muss. Je belletristischer/abstrakter/anspruchsvoller, desto wichtiger wird das.

    Andererseits kann ich die Lese-Stapelei auch positiv sehen: Wir haben kürzlich unsere Billys auf einheitliches Maß umgestellt, bei uns stehen also nur noch die 40 Zentimeter breiten Exemplare. Bei der Gelegenheit nahm ich naturgemäß wieder viele Bücher in die Hand. Und dabei überkam mich immer wieder ein Gefühl der Vorfreude - Bücher neu oder wieder zu lesen.

    Habe mich gegen Rusalka entschieden, weil es mir bislang zu wenig sagt. Aber vielleicht entscheiden wir uns auch noch spontan anders.


    So spontan, wie wir uns gestern dann doch noch für Bayreuth entschieden haben. Ich hörte davon, dass die Freunde ihr Kontingent ausgeschöpft und überzählige Karten in den freien Verkauf gegeben haben. Und, zack, holten wir uns Karten für den "Tristan". Dass man jetzt auch in Bayreuth Plätze direkt aus dem Saalplan wählen kann, finde ich sehr angenehm.

    Semyon Bychkovs "Lohengrin"-Einspielung mag ich sehr, also bin ich auf seinen "Tristan" gespannt. Und eigentlich gehört ein Bayreuth-Besuch zum Sommer auch einfach dazu. Ich bin jedenfalls voller Vorfreude.

    Und man braucht einen Plattenspieler um das zu hören ;)

    Das glaube ich nicht. Jedenfalls habe ich bei Spotify eine Playlist mit entsprechendem Cover entdeckt. Man findet es bei Interesse auch hier.

    Aber ich will nicht noch einen Streaming-Dienst abonnieren und Musik via YouTube zu hören ist auch nicht so meins, deshalb via Qobuz bei mir jetzt diese:



    Sahib Shihab kannte ich bislang nicht. Danke für den Hör-Tipp!

    So, ich habe es tatsächlich getan: Ich habe mir erstmals seit werweißwieviel Jahren CDs bestellt.



    Tristans Empfehlung und meine Freude an Nielsens Musik - und der Preis! - brachten diese CD-Box auf meine Wunschliste. So gebündelt gibt es das eben nicht zu streamen. Bin gespannt.


    Und dann habe ich beschlossen, mir nach und nach alle Alben/Boxen von Bastille Musique zu holen. Die beiden Alben mit Musik von Claude Vivier besitze ich bereits. Nun kommen eben alle anderen dazu. Auch hier: Ich habe dies nicht zum Streamen gefunden und schätze überdies die stets liebevolle Aufmachung der kleinen Pappboxen. Ich mag das Programm, das sie haben, freue mich darauf, Neues kennenzulernen und möchte dieses Label ganz einfach unterstützen, damit es seine Arbeit fortsetzen kann.



    Ich war schon länger nicht mehr im Konzert, umso mehr freue ich mich auf den 17. Februar.

    Das DSO bringt unter Noch-Chefdirigent Robin Ticciati ein Programm mit einer Uraufführung eines Werks von Charlotte Gray, dann die "Scène d'amour" aus Berlioz' "Roméo et Juliette" und abschließend der zweite Aufzug des "Tristan" mit Michael Weinius als Tristan, Dorothea Röschmann als Isolde, Franz-Josef Selig als Marke, Karen Cargill als Brangäne und Jan Reimers als Melot.

    extreme Gleichschaltung

    staatsgefährdenden Rollstuhlgang

    analogen Geschreikampagne nach der "Wannseekonferenz 2"

    die tatsächlich unabhängigen Blogs wie Tichys Einblick, Achgut, Reitschuster, Nius etc.

    Was mich betrübt, ist, dass wir mittlerweile so auseinanderdriften, dass es angesichts all der unumstößlichen "Wahrheiten" und den diametral gegenüberstehenden Gegen-Wahrheiten gar keine gemeinsame Gesprächsgrundlage mehr gibt.

    Habe mir auch mal wieder das Fono Forum gekauft. Gefällt mir. Habe noch nicht alles gelesen, aber die mich zunächst interessierenden Themen fand ich gut aufbereitet. Die neue Form der Rezensionen gefiel mir auch, die Begründung (jeder soll in etwa so viel schreiben, wie er für angemessen hält) finde ich folgerichtig.

    Für den Leser angenehm: Es gibt kaum störende Anzeigen. Aber ohne wird es wirtschaftlich auf Dauer nicht gehen. Angenehm ist in diesem Zusammenhang aber auf jeden Fall, dass der ausufernde Anzeigenteil aus der Stereo entfällt. Das gab dem Magazin immer so etwas von einem billigen Anzeigenblatt. Dass das Thema Hifi trotzdem eine Rolle spielen soll (nun mit Fidelity als Partner), finde ich gut.

    Ich bin gespannt, wie es weitergeht und kann mir gut vorstellen, weitere Ausgaben zu kaufen.

    Hier das neue Album von Gidon Kremer "Songs of Fate".



    "Die aufgenommene Musik soll uns an tragische Schicksale auf unserem Weg erinnern", so Kremer im Booklet. Fundament des Albums sei die Idee des "Jüdischseins". So sei er vom Schicksal seines Vaters inspiriert. Dieser verlor durch die Nazis im Rigaer Ghetto 35 Familienmitglieder. Darunter seine Frau und seine eineinhalbjährige Tochter, die er nicht überzeugen konnte, mit ihm das Ghetto zu verlassen, die er also zurückließ, was in ihm ständige Schuldgefühle hervorrief, wie Kremer weiter schreibt. Da er seine Wurzeln aber nicht nur im Jüdischen sieht, zieht er auch den Kreis derer größer, die er ansprechen will: "jeden Menschen".


    Bis auf Mieczyslaw Weinberg kannte ich keinen der Komponisten. Es handelt sich ansonsten um zeitgenössische baltische Komponisten.


    Eingespielt hat Kremer dies mit seiner Kremerata Baltica. Als Solisten genannt: die Sopranistin Vida Mikneviciute, die Cellistin Magdalena Ceple und am Vibraphon Andrei Pushkarev.

    Linker Content? Die "Wochen-Show"?

    im kritisierten Kapitalismus ein Millionensalär einzustreichen

    Mir war Welke jetzt eigentlich nicht als umstürzlerischer Linksaußen aufgefallen. Aber das mag eine Frage des Blickwinkels sein.


    Generell ist es in meinen Augen problematisch, wenn Leute im "öffentlichen Bereich" arbeiten, und am Ende mehr Gehalt bekommen als der Bundeskanzler. Olaf Scholz erhält offenbar 360.000 Euro im Jahr. WDR-Chef Tom Buhrow 413.000. Auch nicht zu vergessen: Bahn-Chef Lutz soll 900.000 Euro bekommen und der Geschäftsführer der Bundesdruckerei (!) 863.000 Euro. Entschuldigung, laut Bild erhielt Lutz zuletzt 963.00 Euro Jahressalär - plus 1,27 Millionen Euro an Boni (wofür auch immer).

    Dass die Entlohnung von Moderatoren dann als Kapitalismus in Reinform praktiziert wird ... für mich natürlich problematisch.

    Eine weitere Etappe meiner "Tristan"-Entdeckungsreise:


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    Interessant, dass es auch diese Aufnahme aktuell nicht mehr beim Werbepartner gibt. Ich bin ehrlich: Von Nina Stemme erwarte ich nach allem, was ich von ihr hörte, nicht viel. Aber wer weiß, vielleicht überzeugt auch sie mich. Schon zu Beginn lässt sich ein sehr schöner Orchesterklang vernehmen. Bin gespannt.

    Habe "Tar" und auch "Maestro" gesehen.

    Natürlich sind sie einerseits schwer zu vergleichen, da das erstgenannte Werk ein Psycho-Thriller ist; über eine Frau, die von der eigenen Paranoia, Hybris und mangelnden sozialen Fähigkeiten ins Aus katapultiert wird. Ein Film, der für mein Empfinden auch in anderen Sujets als der Musikbranche hätte angesiedelt sein können.

    Während das zweitgenannte ein - neudeutsch formuliert - Biopic ist, das sich am Leben einer realen Person entlanghangelt. Also nur schwer in einem anderen Umfeld hätte angesiedelt werden können.

    Mein Problem mit "Maestro" ist, dass die Ehe so sehr in den Mittelpunkt gerückt wird, um den Menschen Bernstein greifbar zu machen, dass es mir fast zu viel ist (keine Frage, Carey Mulligan macht das - wie gewohnt - großartig!). Bernstein hätte mehr Mittelpunkt vertragen. Die Musik, sein Ringen um Musik, sein Wille, Musik möglichst vielen Menschen zu nahezubringen - hätte mehr Mittelpunkt vertragen.

    Aber: Bradleys Cooper falsche Nase habe ich nur in den ersten Sekunden wahrgenommen. Er schien mir mit der Person, die er darstellte (wie sehr sie wirklich Bernstein gewesen sein mag), zu verschmelzen. Bei der ebenfalls unbestreitbar großartigen Cate Blanchett hatte ich dagegen stets das Gefühl, dass sie "spielt"; sie behauptete das nur. Dieses "Drübersein" war zweifellos von der Rolle gefordert - und es schien mir dennoch noch mal extra aufgesetzt. Ich habe ihr die Dirigentin zu keinem Zeitpunkt geglaubt. Ehrlich gesagt fand ich sie erst ganz am Ende des Films überzeugend. Aber vielleicht ist das auch nur mein Problem, weil dieses Dauer-Exaltierte mich ganz kirre macht.

    Aber egal. Ich bin auf den Geschmack gekommen, was das Thema Musik im Film angeht. Deshalb will ich unbedingt diesen Film hier wieder ansehen:

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    Ist schon lange her, dass ich ihn sah, aber ich habe ihn in guter Erinnerung.

    Was mich an Pop-Musik üblicherweise stört, ist das tongewordene Einerlei vieler Bands. Sie wollen ihren besonderen Sound, ihr Alleinstellungsmerkmal, bewahren. Und darüber vergessen manche, sich weiterzuentwickeln. Und so klingt am Ende alles zwar wiedererkennbar, aber eben auch immergleich. Im Ende also langweilig. Kennst du ein Album, kennst du alle.


    Eine - moderate - Ausnahme sind für mich Lambchop. Über die prägnante Stimme Kurt Wagners zwar stets (sofern kein Vocoder eingesetzt wird) erkennbar, haben sie doch immer wieder versucht, neue Einflüsse in ihre Musik aufzunehmen.

    Hier läuft mein Lieblingsalbum von ihnen: "Is a woman"

    Ein Album, das ich immer wieder gern auch zum Testen von Hifi-Komponenten heranziehe. Sehr atmosphärisch, sehr dicht.


    Das Paradebeispiel für Wandlung - vor allem von kommerziell zu nicht-kommerziell - sind natürlich Talk Talk. Und wenn ich nur darüber nachdenke, werde ich gleich eines der beiden folgenden Alben hören:

    oder

    oder beide.


    Und dann wieder "Tristan".

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    Ich liebe diese Aufnahme ...gerade was Vickers im Verbund mit Karajan im dritten Aufzug vollbringt, ist IMO ganz großes Kino. Vickers ist nicht jedermanns Sache, seine Hingabe allerdings dürfte keinen kalt lassen.

    Vickers ist wirklich beeindruckend. Bei Helga Dernesch weiß ich nicht, ob ich mich um ihre Höhe sorgen muss, aber auch sie macht das sehr gut. Echte Ausfälle gibt es bei den Sängern für mich ohnehin nicht - was für eine Besetzung, auch in den Nebenrollen!

    Was ich erstaunlich fand bei der Aufnahme: die großen Dynamikunterschiede - von nahezu unhörbar bis ohrenbetäubend ist alles dabei. Ein intensives Hörerlebnis. Das Orchester ist mir trotz seines schönen, vollen Klangs manchmal zu sehr im Vordergrund. Karajan hält auch die Spannung, trotzdem ist es mir etwas zu langsam. Ich habe gerade mal Kleibers Live-Aufnahme aus Bayreuth gegengehört, das ist schon etwas ganz Anderes.

    Die Karajan-Studio-Einspielung ist aber klar vorne dabei. Werde ich bald wieder hören.

    Weiter geht's im "Tristan"-Programm.


    Diesmal mit dieser Aufnahme: Karajans Studioaufnahme von 1972 mit großartiger Besetzung.


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    An Vickers als Tristan habe ich keine wachen Erinnerungen, insofern bin ich sehr gespannt. Tempo scheint mir eher auf der langsamen Seite zu sein, müsste ich mal nachgucken/vergleichen. Bin gespannt, wie die Sänger damit zurechtkommen. Sehr klangschön. War Karajan zu der Zeit schon im Breitwand-Samtklang-Modus unterwegs?