Beiträge von Wulf

    Zitat


    Ferner gibt es noch die "Spring Fire"-Sinfonie von Bax(seine "nullte" ).


    Hallo Michael!


    :motz: Mir einfach so zuvorzukommen. Da wollte ich mal etwas extravagantes, außerhalb des "Mainstreams" anführen, und Du kommst mir mit dem Bax einfach zuvor :motz:


    Aber als anglophiler Mensch, der Du ja wohl auch bist, sollte es mich eigentlich nicht wundern.. :)


    "Enter Spring", was hier in Berlin wie purer Sarkasmus anmutet, ist ein faszinierendes Werk von einem eh faszinierenden Komponisten.


    LG


    :hello:

    Liebe Emerson-Freunde, liebe Freunde der Kammermusik generell!


    Jawohl, eine neue emerson-Scheibe ist auf dem Markt - und was für eine!!



    Der Blick geht dies mal nach Norden. Das Ergebnis: drei Werke unvergleichlicher Schönheit und Originalität in einer gewaltigen Interpretation.


    Da wäre zunächst Griegs Streichquartett op 27 - ein vorwärtsdrängendes, lebhaftes Werk, welches Vorbildfunktion für das Streichquartett Debussys (g-moll) gehabt haben dürfte.


    Dann ein kurzes, dennoch tiefgehendes Werk Nielsens:An der Bahre eines jungen Künstlers.
    Und schließlich Sibelius' Meisterwerk: Voces intimae . IMO der Höhepunkt dieser CD.


    Mein FAZIT: Kaufen!!

    Hallo Edwin,


    nun, ich liebe heikle Themen :) Umso interessanter Deine Erfahrungswerte. Die Frage, ob Musik auch ohne Hintergrundwissen als verlogen emfunden werden kann, kannst Du also mit einem eindeutigen Ja beantworten.


    Ich habe mich mal bei jpc auf die Suche nach den beiden anderen von Dir genannten Komponisten gemacht, jedoch Fehlanzeige.
    (Apropos Moore: Auch Michael Moore finde ich in dem Zusammenhang nicht ganz unproblematisch, aber das führt zu weit weg vom Thema).


    Ich würde Dich bitten einen kurzen Blick in Deine PN-Box zu werfen.


    LG
    Wulf

    Lieber Edwin!


    Absolut d'accord! Da ich kein Werk Chrennikows kenne und nach Deiner Einführung über diesen Mensch auch nicht sonderlich gewillt bin, diesen Zustand zu ändern, bleibt van Rossums Frage IMO doch nicht ganz unberechtigt.
    Ich sag mal so. Angenommen einer Deiner weiteren absoluten "Lieblinge" good ol' Edward Elgar würde durch eine DNA-Analyse als Jack the Ripper überführt. Zeitlich dürfte das ja hinhauen.
    Müßte ich dann die Pomp and Circumstances nicht nur also patriotisches Imperialismus-Gehabe hören, sondern auch noch als Freudenfest eines wahnsinnigen Serienmörders? Ich will nicht Jack the Ripper mit einem Verbrecher-Regime und seine Repräsentanten aufwiegen, keineswegs.
    Vielleicht so: Kann man Musik anhören, wie verdorben der Charakter des Komponisten hinter ihr war - wenn ich vorher nichts über genau diesen Charakter wusste? Kann Musik richtig verlogen klingen? Wann wird aus einer gefälligen Melodie eine Portion Schleim für die du am liebsten die Ghostbusters zu Hilfe rufen würdest, würde es sie denn geben?
    Da ich absolut kein Werk des heiß diskutierten Chrennikows kenne, ist die Frage meinerseits nicht rhetorischer Natur.


    LG
    Wulf

    Hallo Kurzstückmeister,


    mein Blick richtete sich vor allem auf so manche Musikchroniken und Konzertführer.
    Daß Du Dich auch für die "Kleinmeister" erwärmen kannst, habe ich nicht überlesen.
    Insofern war

    Zitat

    Leuten, die sich an den Thron klammern in der Angst vor Berührung mit dem niederen Bodensatz


    nicht auf Dich bezogen.


    Vielleicht sollte man eh einmal einen thread zur Problematik der Begirfflichkeit "Kleinmeister" eröffnen. Oder gibt es den bereits?


    Grüsse,
    Wulf.

    Was mich ein wenig stört an der Debatte ist gar nicht die besondere Betonung der drei sog. "großen" Meister: Haydn, Mozart und Beethoven - völlig zu recht wird ihre musikgeschichtliche Relevanz bzw. Bedeutung in allen gängigen Lehrbüchern dargestellt. Viel störender empfinde ich die stiefmütterliche Behandlung des Mozart-Umfelds, wo fast(!) alle Komponisten nachwievor ohne Differenzierung zu "Kleinmeistern" egalisiert werden. Nur selten wird dieses wirklich so spannende Umfeld unvoreingenommen und ohne ständigen Blick auf die Säulenheiligen betrachtet. Tut man dies, so wird man schnell feststellen, daß es unter den sog. "Kleinmeistern" wiederum "Große" und nicht ganz so "Große". Zu ersteren ist IMO Myslivecek vor allem in Hinblick auf sein Opernschaffen zu zählen. Ebenso zu den "großen Kleinen" zähle ich Vanhal, dessen Kühnheiten in manch seiner Sinfonien sich deutlich von der Gefälligkeit eines Gyrowetz abhebt.
    Oder Gossec. Wirklich viel im Vergleich zu den Haydn-Sinfonien fehlt da nicht.
    Wie gesagt: ich möchte an keinem Thron rütteln oder Statuen von ihren Säulen holen, um Gottes Willen, aber ich bin leidenschaftlich dabei, Leuten, die sich an den Thron klammern in der Angst vor Berührung mit dem niederen Bodensatz, aufzuzeigen, daß nicht alles Bodensatz ist im Vergleich zu den Großen und daß die Stufen zum Thron bunt besetzt bin. :rolleyes:


    LG
    Wulf

    Kenner der Renaissance-Musik mögen mich korrigieren, falls ich hier falsch liege. Ich glaube aber mich zu erinnern , daß es von dem italienischen Renaissance-Komponisten Giulio Caccini ein Ave Maria gibt, das mich beim erstmaligen Hören nicht weiter verwunderte. Ein Bekannter spielte mir dieses Werk ohne Kommentar vor. Dann fragte er mich, in welches Jahrhundert ich das ganze einordnen würde. Ich sagte ihm, nichts sei leichter als das - eindeutig 20. Jh., etwas was in Richtung "U-Musik" geht (fast ein wenig kitschig...)
    Als er mir mit einem etwas selbstgefälligen und jroberts-ähnlichem Grinsen die Lösung präsentierte, hatte er genau das erreicht, was er bei mir anscheinend erreichen wollte: völlige Gesichtslähmung und starren Blick. Nur er vermochtees seine Mundpartie zu einem noch breiteren Grinsen zu verziehen - etwa so: :D


    LG
    Wulf


    P.S. Bin mir 100%ig sicher,was das Wek betrifft, 90% was den Komponisten angeht.....

    BBB:


    Zitat


    Wie kommst du gerade darauf ? Händel war impulsiv, aufbrausend und im allgemeinen Umgang eher wenig diplomatisch, und das genau sind doch wohl die General-Tugenden, die einen "guten" Juristen ausmachen !


    Och, das muss nicht zwangsläufig ein Widerspruch sein. Ich denke da nur an meinen Vater.... :stumm: :D (der davor eigentlich Germanistik studierte, was ja dann doch wieder passt -von wegen impulsiv, aufbrausend etc....)


    LG
    Wulf

    Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    Andererseits kenne ich wiederum Musiker, die leider einen anderen Beruf ergriffen haben. Die amerikanische Außenministerin etwa soll ja eine recht talentierte Pianistin sein... :stumm:


    Genau wie der langjährige Staatsfeind No.1 selbiger Nation: Saddam Hussein. Dieser ließ es sich nicht nehmen vor natürlich sehr sorgfältig ausgewähltem Publikum eine Interpretation von Cages 4´33 zum -nun ja- Besten zu geben.


    Aber zurück zum eigentlichen Thema, dem ich noch eine Komponisten hinzufügen möchte:


    Alexis Emanuel Chabrier (1841 - 1894)



    Als Sohn eines Rechtsanwaltes und einer musikalischen Mutter wollte er zunächst Musiker werden, beugte sich aber schließlich dem Willen des Vaters und nahm 1858 in Paris das Studium der Rechtswissenschaften auf. Drei Jahre später, nach Abschluss des Studiums, nahm er sogar eine Stellung im franz. Innenminsterium an, die er erst 1880 aufgeben sollte, um sich ganz der Musik zu widmen.


    LG
    Wulf

    Sir John Blackwood McEwen: A Solway Symphony


    daraus


    II: Moonlight Molto tranquillo


    Ein Motiv äußerster Einfachheit ist die Keimzelle dieses bezaubernden Satzes, der sehnsuchtsvolle Stimmung zu erwecken mag. Einfach nur schön.


    LG
    Wulf

    ad Marx:


    Der "impressionistische" Einfluß ist ja - wie gesagt - nicht auf meinen Mist gewachsen :) . Ich glaube mich aber zu erinnern, daß der Autor vielmehr das Klangbild als impressionistisch bezeichnete (diffus etc.) als die schon erwähnten Auflösungserscheinungen in der Harmonik.
    Ich glaube auch nicht, daß er irgendeinen Vergleich zwischen Debussy und Marx zog. Da ich wie gesagt bisher nichts kenne, habe ich das erst einmal so hingenommen.


    Erstaunlich, daß bisher noch nicht das Klavierkonzert cis-moll op. 30 von Rimskij-Korsakow genannt wurde. Es ist ein wirklich großartiges Werk, sprühend vor schönen Einfällen. Wenn man richtig böse sein will, könnte man sagen, Rimskij-Korsakows Konzert ist das Konzentrat aus dem Rachmaninow später seine (durchaus 100%igen) Säfte gewann :D
    Im Ernst: Wer dieses Konzert hört und seinen Rachmaninow kennt, wird überrascht sein, wieviel Rachmaninow hier schon vorweggenommen ist.
    Diese starke Konzentration spiegelt sich auch in der Länge des Konzertes wider, welche sich auf eine gute Viertel Stunde beschränkt. Darin könnte aber auch den Grund liegen,warum es sich im internationalen Repertoire hat nie wirklich durchsetzen könnnen.


    LG


    Und zwar ein halbes Jahrzent in etwa, wenn ich mich nicht irre.
    Ein fantastisches Konzert von einem hoch interessanten Komponisten.
    Schade,daß er so der Vergessenheit anheim gefallen ist.


    LG
    Wulf.

    Guten Abend zusammen!


    Ich meine einmal gehört zu haben, Joseph Marx sei im deutschsprachigem Raum eine der ganz wenigen, wenn nicht gar der einzige, dessen Werke impressionistisch geprägt seien.


    Was ist da Wahres dran? Muß gestehen, mich bisher mit Marx noch nicht beschöftigt zu haben.


    LG
    Wulf.

    Lieber Walter!


    Daß Dein Beitrag bisher so ohne Resonanz geblieben ist, erstaunt mich ob des bekannten Werkes sehr. Vielleicht weil am Ende eine an die Mitglieder gerichtete Frage fehlt?
    Nun, vielleicht erwartest Du ja gar keine Antworten, so möchte ich dennoch meinen Senf dazu geben.
    Ich schätze Saties Klavierwerke schon seit langem und natürlich auch insbesondere die Trois Gymnopédies, die mir einst ein Schulfreund, der von meiner Begeisterung für klassische Musik wusste, nahe brachte.
    So bin ich in Besitz der Noten und selbstverständlich auch einer Pressung auf Silberscheibe.
    Da Du ja alles Wissenswerte über das Werk bereits erwähntest (zumindest kann ich nicht mehr dazu beifügen), noch ein paar CD- Hinweise meinerseits.
    Neben dem von Dir genannten Ciccolini, der ja vielerorts als DER Satie-Interpret gerühmt wird, seien ferner noch folgende Pianisten genannt:


    Pascal Roge: Er spielt die Gymnopédies mit recht zügigem Tempo und verleiht dem Werk zugleich einen federnden Charakter


    Reinbert de Leeuw: Wenn ich mich recht erinnere, dürfte er den Gegenpol zu Roge darstellen. Bei Leeuw findet man stark gedehnte Tempi unter denen das Stück fast zu "zerfallen" scheint.
    Eine IMO recht eigensinnige Interpretation, mir hat sie weniger zugesagt.


    Jean-Yves Thibaudet


    Anne Queffelec: Erschienen bei Virgin Classics war das zum Zeitpunkt des Kaufes mein Favorit. Anne Queffelec spielt IMO die Gymnopedies mit vernünfitgen Tempi und präsentiert einen recht surrealistischen Satie - mir sei dieses Wortspiel einmal erlaubt :D. Mal solide und dann wieder äußerst fragil im Ausdruck steckt hinter diesen Interpretationen eine große Spannung, die ich sehr ansprechend finde.
    Eine tolle CD!


    Was ist deine bevorzugte Aufnahme?
    Was ist Dir wichtig bei einer Interpration?

    LG aus Berlin
    Wulf.

    Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    Hallo BBB,
    mit der 14. Schostakowitsch kannst Du das harmlose 2. Klavierkonzert nicht vergleichen. Mount Everest und Maulwurfshügel. Aber der Hügel vom Baby-Maulwurf ist der Gorecki...
    LG


    Lieber Edwin,


    ich hoffe, das meinst Du nicht allzu verächtlich. Denn hin und wieder bin ich ganz gerne in der Natur und diese Maulwurfshügel sind doch einfach zu drollig - zumindest die von dem ausgewachsenen. Den Baby-Maulwurfshügel, oder wie Du ihn tauftest: der Gorecki, ist mir meist dann doch zu klein. :stumm: :D


    LG
    Wulf.


    Auf dieser CD wird deutlich in welch stilistischer Nähe manches (nicht jedes) Werk Dusseks zu Beethoven steht.
    Wie Andreas Staier in ein paar Sonaten die Vorwegnahme Beethovenscher Energie aufspürt, spricht sowohl für die Interpretation als auch für die Werke selbst.
    IMHO die beste momentan verfügbare CD mit Klavierwerken von Dussek.

    So leid es mir tut, aber kaum ein zweiter Dirigent hat mich in letzter Zeit dermaßen enttäuscht wie der Chef unseres Möchtegern-Vorzeigevereins: Sir Simon (the Sorcerer) Rattle.
    Bereits vielfach diskutiert in diesem Forum, habe ich den Eindruck gewonnen, daß sein kompromissloser Einsatz für die Musik inzwischen zu einer reinen Medienfarce geworden ist. Rattle versteht es sich in Szene zu setzen. Kalkulierter Gesichstausdruck zwischen Spitzbübigkeit und Weltoffenheit sind sein Trumph, die Musik IMO schon lange nicht mehr.
    Wer das Silvesterkonzert 2004 der Berliner unter Rattle erlebt hat - Motto: Gershwin - der bekam eine Lehrstunde in Demontage von Jazz.
    Ich behaupte mal, jede fortgeschrittene BigBand hätte den Gershwin um Längen besser hinbekommen.
    Gut dachte ich mir, vielleicht ist ja Gershwin nicht sein Ding.
    Letztes Jahr stand ja dann die Carmina Burana auf dem Spielplan.
    Abgesehen von den albernen Laser-Lichtspielen, eine Katastrophe war es nicht, aber von einer guten oder gar sehr guten Interpretation (wie man es ja von einem solchen "Elite"-Orchester erwarten dürfte) kann längst nicht die Rede sein. Insofern war die Idee mit den Lichtspielereien gar nicht mal übel: So hatte man jedenfalls eine visuelle Freude :stumm:


    LG
    Wulf

    Zitat

    Original von tom
    Das Ganze ist zumindest grenzwertig hinsichtlich eines ehrenrührigen Werturteils mit abwertendem Charakter. Und da fängt auch irgendwann die strafrechtliche Verantwortung an.


    Lieber Tom,


    nun lassen wir mal die Kirche im Dorf.
    Der Titel ist sicher bewußt provokant gehalten und er hat sein Ziel ja wahrlich erreicht - ein rege Teilnahme.
    Und so wie ich den Einleitungstext von BerlinBär gelesen habe stellt dieser wenier eine Diffamierung der Persönlichkeiten dar als vielmehr eine Klage über den Werdegang selbiger, die er selbst sehr geschätzt hat. Jemand der sich einer bewußt sarkastischen Sprache bedient, tut dies häufig aus einem Gefühl der "Verletzung" heraus. Was er einst über alles liebte und schätzte hat sich aus seiner Perspektive selbst in seiner Würde beschnitten.
    Und selbst wenn dies bei BigBerlinBear nicht so sein sollte, so what?
    Man muss ja nicht jeder gleich in götzenhafter Ehrfurcht erstarren. Ironie und Sarkasmus ist schließlich ein beliebtes Stilmittel intelligenter Menschen. Denn diese Art von Provokation führt ja gerade zu einer fruchtbaren Debatte, die im besten Falle jeden dazu anregt (auch den vonBigBerlinBear) seinen eigenen Standpunkt kritisch zu hinterfragen.
    Und wenn Dir diese Art von Debatte mißfällt, auch gut.
    Stay :beatnik:


    :hello:


    LG
    Wulf.

    Au weia!


    Aber so war das. Als Boccherini von Mozarts Tod erfuhr, zu dem er eine starke homoerotische Neigung verspürte, war zugleich sein Lebenssinn und all die Hoffnung dahin geschieden und so nahm er sich kurzerhand das Leben. Daß Mozart nur mal für kurze Zeit aushäusig war um für Rossini geeigneten Opernstoff zu liefern, wie wir Taminoianer nun ja alle wissen, konnte der arme Luigi natürlich nicht wissen. Also wieder mal ein völlig sinnloser Tod. :D
    Spaß beiseite.
    Einen direkten Dreckfuhler habe ich nicht zu bieten, aber ein äußerst mißverständliche Formulierung.
    Im Booklet unten abgebildeter CD findet sich folgender Satz:
    "In the spring of 1918 Clifford Bax, brother of the composer Arnold,....."
    Clifford Bax, zu seiner Zeit kein unbekannter Dramatiker Englands, war der Bruder des ebenfalls nicht unbekannten Arnold Bax.
    Mißverständlich deswegen, weil zur gleichen Zeit ein Komponist namens Malcolm Arnold die Insel unsicher machte.
    In der Formulierung bleibt es reine Spekulation, ob der Autor sich dieses möglichen Mißverständnisses bewußt war. Ich bin kein Anglist, aber was mich stört ist das "the". Ohne Titel wäre es meines Wissens nach eindeutiger....


    LG
    Wulf.


    Grüss Dich Peter,


    Verarbeitungen "alter" Musik gibt es ja zu Genüge. Da es Dir aber ja im Speziellen um die Suite "im alten Gewand" geht, werde ich mich streng an die Vorgabe halten.


    Als Anglophiler Mensch, der ich nun einmal bin, möchte ich an dieser Stelle auf


    Peter Warlock: Capriol Suite


    hinweisen. Warlock(1894-1930), der als Philip Arnold Heseltine geboren wurde, veröffentlichte sein musikalisches OEuvre unter dem Pseudonym Peter Warlock. Zu seinen beliebtesten und vielleicht auch besten Werken gehört die genannte Suite. Er war als Spezialist für Werke aus Elisabethanischen Zeitalter bekannt und wurde als Autorität auf diesem Gebiet angesehen.
    In der Capriol-Suite, die nach der Orchesographie von Arbeau (1589) gearbeitet ist, zeigt Warlock durch eine äußerst behutsame Instrumentation, wie sehr er auch mit dem Herzen an der Musik aus diesem vergangenen Zeitalter gebunden war.
    Die Sätze im Einzelnen:


    1. Basse-Danse
    2. Pavane
    3. Tordion
    4. Bransles
    5. Pieds-en-l'air
    6. Mattachins



    LG
    Wulf.

    Ich besitze ein einziges Werk L. Ornsteins, nämlich auf folgender Compilation des Labels New World Records:


    1. Aaron Copland: Duo for Violin and Piano
    2. Philip Glass: Violin Solo Music from Einstein On The Beach
    3. Leo Ornstein: Sonata for Violin and Piano op. 31
    4. Richard Wernick: Cadenzas and Variations II (for Violin alone)


    In der Tat ein sehr gewöhnungsbedürftiges Werk, was mich auch nach mehrmaligem Hören in keinster Weise irgendwie begeistern konnte.


    Dafür gefiel mir sogar der Copland.


    LG
    Wulf.

    Hallo Johannes,


    auch hier vielen Dank für Deine Informationen.
    Die Zusammensetzung der Jury liest sich außerordentlich interessant.


    Was den Harvegal Brian angeht, ist er eine der ganz wenigen britischen Komponisten des 20. Jahrhunderts, dessen Musik mir bisher völlig verschlossen bleibt.
    Könntest Du mir in diesem Zusammenhang ein Werk Brians nennen, das sich - so subjektiv dies auch sein mag - in gewisser Hinsicht als Einstiegshilfe anböte? Wäre prima :)


    Mal sehen, ob es den Marek auf CD gibt....


    Sonnige Grüße aus Berlin
    Wulf.

    Hallo Johannes,


    vielen Dank für deine Einspielungsempfehlungen von
    Dukas "Ariane et Barbe-Bleue".
    Tja, leider verschwinden selbst solche genialen Meisterwerke vom Markt.
    Was La Peri betrifft, kann ich Dir auch nur in Gänze zustimmen. Ein bezauberndes Werk, doch IMO ist das Beste daran die einleitende Fanfare. Sie gehört für mich zu den beeindrucksten Fanfaren überhaupt!
    Was Dukas mit reinem Blech an orchestraler Farbe rausholt, ist schier unglaublich!


    So jetzt aber wieder zurück zur Oper :)
    Vermutlich werde ich dann doch mit 1968er Aufnahme liebäugeln müssen....


    LG
    Wulf.

    Hallo Edwin,


    danke für die Info! Daß Atterberg ein Werk Schmidts schlug, war mir noch bekannt. Bloß welches, das hatte ich nicht mehr im Hinterstübchen.


    Da ich weder Schmidts 3. Sinfonie kenne noch die anderen angeblich 600 Werke, die eingereicht wurden, wage ich nicht im entferntesten, mir ein Urteil zu erlauben.


    Ich kann nur sagen, daß mir das, was ich bisher von Atterberg gehört habe (allzuviel ist es leider nicht) recht gut gefallen konnte.


    Aber dann steht mein "Spielplan" für die nächsten Tage fest:
    Franz Schmidt: 3. Symphonie
    Kurt Atterberg: 6. Symphonie
    Mich würde noch interessieren, welche anderen Beiträge zu diesem Wettbewerb noch eingingen. Gibt es dazu öffentliches Quellenmaterial (Internet)?


    LG
    Wulf.

    Hallo zusammen,


    interessant ist die Geschichte hinter der 6. Sinfonie.
    Sie gewann den 1. Preis des von der Schallplattenfirma Coloumbia ausgeschriebenen Wettbewerbs zum 100. Todestag von Schubert.
    Preisgeld: 10.000$. Seitdem nannten /nennen Spötter und Neider das Werk "Dollar-Symphonie" und rügen die Schönheit als kalkuliert.


    Mir sagt die Schönheit der Werke auf jeden Fall zu.


    LG
    Wulf.

    Hallo nala,


    na dann starte ich mal und oute mich.
    Bisher hatte ich zwar gar nicht so häufig die Gelegenheit bei einer Oper die Tränen fliessen zu lassen, doch der erste Opernbesuch in meinem Leben wird stets untrennbar damit verbunden sein.
    Mein Vater nahm mich damals mit, ich weiß aus Erinnerung leider nicht mehr, um welches Opernhaus es sich handelte.
    Zumindest gab es für einen 10 Jährigen eine eher ungewöhnliche Opernpremiere:
    Borodin - Fürst Igor
    Als ich den Tanz der Polowetzer Mädchen hörte mußte ich schon stark mit mir kämpfen. Im Auto meines Vaters konnte ich es nicht mehr zurückhalten und fing an zu heulen. Mein Vater war erst etwas erstaunt und auf die Frage, was ich habe, brachte ich nur ein :"Es war so schön" heraus.


    So, und jetzt sieh mal zu wie Du die Kosten für meinen Analytiker auftreiben kannst:-)


    LG
    Wulf.

    Auch wenn es mir sehr schwer fällt mit solchen "Besten" , Größten" etc. Listen wage ich mal einen Versuch.
    Für mich gehört beide Ansätze untrennbar zusammen.
    Weiß ein Komponist die Möglichkeiten des Klaviers voll auszuloten (klanglicher Bezug) und genügt das ganze nicht dem bloßen Selbstzweck von pianistischem Manierismus (inhaltlicher Bezug) - schafft ein Komponist also beides in ein Gleichgewicht zu bringen, so gehört er IMO zu den "großen" Komponisten. Insofern startet meine Liste mit


    1. Ravel


    Ravels Klavierstil ist von einer nie dagewesenen Brillianz und Klangfinesse.
    Diese Brillianz ist bei Ravel nicht Selbstzweck sondern ist der Intention untergeordnet. Ravel schafft es technisch einfache Werke (Ma mere l'oye) als auch technisch anspruchsvollere (Gaspard de la nuit sollte eines sein) mit Brillianz und Tiefe der Gedanken zu füllen. Insofern (zumindest momentan) mein Favorit.


    Über weitere Plätze muß ich noch ein wenig nachdenken, aber Debussy dürfte Ravel sehr dicht auf den Fersen sein.


    LG
    Wulf.