Beiträge von Wulf

    Hi Alfred,


    interessant. Was hältst Du von den Werken des Ferdinand Ries? Ist es deiner Meinung nach mehr als blosses Epigonentum wie man bei cpo nicht müde wird zu betonen? Was sind da deine Höreindrücke?


    LG
    Wulf.


    P.S.: Ich denke, es handelt sich bei deiner um die cpo-Einspielung, oder??

    walter T.


    Wunderschöne Beispiele, die Du aufführst. Ja, das Adagio aus Dvoraks 8. ist schon beängstigend (schön). Leider kenne ich bisher noch keine Sonaten von Skrijabin. Vielleicht sollte ich mich diesem Komponisten doch einmal nähern. Welche Einspielung könntest Du mir da empfehlen?? Und was hältst du von der - falls Du sie kennen solltest - Einspielung bei Brilliant Classics (alle Sonaten von Prokofieff, Shostakovich und Scrijabin)??


    LG
    Wulf.

    Ein sehr interessantes Thema, zu dem ich gleich eine provozierende Frage in den Raum werfen möchte:


    Wem nutzt das?? Ich habe mich desöfteren gefragt, was ich einem Klassikeinsteiger auf die Bitte mir "wichtige", "bedeutende" Werke, eine Art Grundstock zu nennen, der zunächst nicht mehr als sagen wir 100 Werke umfassen sollte, empfehlen würde. Ich bin bis heute zu keiner einheitlichen Lösung gekommen. Das hängt sicher auch immer von der Einstellung dieser Person ab. Ist er jemand, der sich gerne dem anvertraut was andere Autoritäten als Maßstab erkoren haben, um einen gewissen Sozialisationsprozess zu durchschreiten (vielleicht um den Chef zu beeindrucken oder wen auch immer..) so hätte ich da nicht allzu arge Probleme. Derlei Zusammenstellungen der bekanntesten Komponisten und ihrer Werke gibt es ja zu Haufe. Das einzige Probleme bestünde in der Frage "bedeutendes" Werk oder Einstiegshilfe nehmen? (was sich,wie Edwin sehr richtig amkerte ja durchaus nicht ausschließen muss). Auch in diesem Punkt muss ich Edwin zustimmen: Einstiegshilfen sind äußerst subjektiv. Beispiel: Ich habe als erste von Schostakowitsch Symp. die Nr. 7 kennengelernt. Ich war wie elektrisiert. Die angeblichen Einstiegshilfen 5 & 9 wollen heute noch nicht so recht bei mir zünden (ich weiss, das DS die 9. bewusst "gering" gehalten hat.). Und bei Beethoven. Ich würde Nr. 7 empfehlen und nicht Nr. 5 (und noch weniger Nr. 3).
    Nun gut. Jemand, der allerdings völlig offen ist in neue Gebiete vorzustossen, was empfehle ich diesem? Meine Lieblingswerke? Am liebsten würde ich ihn bei Dussmann aussetzen und ihm raten, sich querbeet das anzuhören, was er gerade aus dem Regal greift. Bis zur Erschöpfung (oder bis Dussmann schliesst oder ggf. beides). Sicher etwas naiv und auch bestimmt sehr überfordernd so ganz ohne Leitfaden (Menschen brauchen ja immer Leitfäden und Leute, die für sie schon mal vorgedacht haben :D). Oder die für die Musikgeschichte bedeutenden Werke?? (Ist irgendjemand dieser ominösen Musikgeschichte schon einmal begegnet und hat sie gefragt, was sie davon hält, ständig diktiert zu bekommen was bedeutend und unbedeutend für sie ist?? - und was habe ich davon persönlich zu wissen, dass Arnold Schönberg angeblich bedeutend für die MG ist? Nichts. I dont like him X( ). (Es gibt nur eine einziges Kriterium OBJEKTIVER Bedeutung eines Werks/Komponisten : Die Anzahl der nachfolgenden Komponisten, die sich auf diesen Komp./diesesWerk berufen. (vielleicht ist ja dann damit die oben genannte ominöse MG gemeint, wenn man davon spricht). Alle anderen Versuche Bedeutung zu erfassen, müssen meiner Meinung nach subjektiv bleiben. Denn Bedeutung ist personenbezogen, soll heißen bedeutend kann etwas nur für eine Person sein - nicht für ein abstrakten Begriff. Form, Struktur, Kontrapunkt, Rhytmik, Melodie etc. sind Maßstäbe bzw. Konstrukte, die MEINE (oder auch deine ;)) Vorstellung von der Bedeutung mehr oder weniger maßgeblich beeinflussen. Warum nur mehr oder weniger? Musik ist für mich mehr als die Summe ihrer Teile :)
    Wie denkt Ihr darüber???
    So, jetzt habe ich endgültig genug geschwooft, nicht wahr?
    Liebe Grüße an alle,
    Wulf.

    Zitat


    Wenn es einen Nobelpreis für Musik gäbe, wäre es vielleicht ähnlich. By the way: Gibt es etwas vergleichbares?
    Viele Grüße,
    Pius.


    Hallo Pius,


    es gibt einen von der Ernst von Siemens Musikstiftung in Auftrag gegebenen Musikpreis, namentlich der Ernst von Siemens Musikpreis (wer hätte es gedacht ;)), welcher jährlich in München verliehen wird. Der Hauptpreis, der ein Lebenswerk krönen soll, ist mit schlappen 150.000 EUR dotiert. Nicht übel, gelle? Ausgezeichnet werden allerdings Komponisten ODER Interpreten ODER Musikwissenschaftler.
    Aufgrund seiner angeblich (auch internationalen) Wertschätzung wird er gerne als der Nobelpreis der Musik bezeichnet.
    Bisher ausgezeichnete Komponisten:
    1974 Benjamin Britten
    1975 Oliver Messiaen
    1979 Pierre Boulez
    1981 Elliot Carter
    1983 Witold Lutoslawski
    1986 Karlheins Stockhausen
    1987 Leonard Bernstein (ob als Komp oder Dirig. weiss ich leider nicht)
    1989 Luciano Berio
    1990 Hanz-Werner Henze
    1991 Heinz Holliger
    1993 György Ligeti
    1995 Harrison Birtwistle
    1997 Helmut Lachenmann
    1998 György Kurtag
    2000 Mauricio Kagel
    2003 Wolfgang Rihm
    2005 Henri Duttileux


    Dieses Jahr wurde der Preis bereits an Daniel Barenboim verliehen.


    An dieser stelle noch einen Ausspruch von Hans von Bülow:
    "Je preiser gekrönt, desto durcher gefallen" :D


    Liebe Grüße aus dem wundervollen Berlin,
    Wulf

    Hallo zusammen,


    ich lausche den Klängen eines leider in Vergessenheit geratenen , dank Concerto Köln wieder ins Leben gerufenen großen Meisters:





    Wenn ich als Neuling das mal so formulieren darf: Für alle Liebhaber der klassischen Periode, die diese wundervolle Einspielung noch nicht ihr Eigen nennen dürfen: verbindliche Kaufempfehlung :)


    @Alfred: Gab es schon einen Thread in der Reihe Mozarts Zeitgenossen zu Anton Eberl?
    Ich denke das könnte auf Resonanz stossen - zumal ich sehr gespannt bin, was andere Forianer dazu berichten können.


    P.S.: Tatsächlich ist Eberl so interessant, weil er wie kein zweiter die Tür zur Frühromantik in seinen beiden großen Symphonien Es-Dur und D-Dur aufstösst. Laut MGG war Eberl ein vornehmer und edler Geist, durchdrungen von Freundlichkeit und Wärme. Eigenschaften, die sich (für meine Ohren) in diesen Symphonien manifestieren.

    Hallo zusammen,


    freut mich sehr, nun auch dem Kreis der "Taminoianer" anzugehören. Und wat jibt et schöneres , als gleich mal jedem zu verkünden, für wen das Herz ganz besonders stark schlägt :)
    Obwohl sich bisher immer wieder ein steter Wechsel meiner Lieblingskomponisten vollzogen hat, bleibt mir nichts anderes übrig als mich Maik, Reinhard und Anna - Beate anzuschließen. Mein "absoluter" Lieblingskomponist ist: A. Dvorak.
    Warum ? Ganz einfach:
    1. Wie bei Maik (wenn ich richtig aufgepasst habe) hat mich die 9. Sinfonie zur klassischen Musik geführt. Im Alter von 8 Jahren erhielt ich von meinem Vater dieses Meisterwerk als MC unter der Leitung von Fritz Reiner. Auf meinem popeligen Cassettenplayer lief diese Cassette wie kaum eine zweite.


    2. Grund: Es gab bisher nie eine Phase in meinem Leben in der mir Dvorak überdrüssig wurde;


    last but not least: nirgends finde ich Kunstmusik so "ungekünstelt" daherkommend wie bei Dvorak; bei ihm klingt alles unglaublich "natürlich", ja naturverbunden - diese wundervolle Mischung aus Wehmut, Sehnsucht, Abschied und wiederum Lebensfreude und Vitalität...:jubel: :jubel: :jubel:


    Liebe Grüße an alle aus dem hohen Norden
    Wulf