Beiträge von Wulf

    Zitat

    Original von Ulli
    Ach Wulf, von Dir hätte ich auch mehr erwartet...
    :hello:


    Danke, das schmeichelt mir :lips: :P



    Zitat

    Original von Gurnemanz
    Vielleicht bedeuten Beiträge wie dieser, daß nun alle Kompositionen genannt sind, die irgendwie, wenn auch nur entfernt, mit Schach zu tun haben


    Ich wollte damit auch nur ironisch auf die vorherigen, zwar nett gemeinten, dennoch völlig threadfernen Beiträge, anspielen.... ;)


    :hello:
    Wulf

    Die Oper ist noch Neuland für mich, daher eine Frage an die Kenner:


    Wie bewertet ihr die neuere Einspielung unter Previn bei der DG?
    Und wie steht es um die zu einiger Bekanntheit gelangter beim gleichen Label erschienenen Aufnahme unter Maazel??


    :hello:
    Wulf

    Zitat

    Original von Gurnemanz
    Die Ballettszenen von Bliss, Checkmate habe ich eben angesehen und gehört: ja, wirklich faszinierend! Die Naxos-CD kommt auf meine Liste.


    Lieber Gurnemanz,


    freut mich, daß es Dir gefällt. :yes:


    :hello:
    Wulf

    Hallo klingsor,


    für mich ist aggressiv eben hinreißend :D


    Aber ich gebe Dir recht, mit pastoraler Schafherde hat das wenig zu tun, ein typischer Bliss eben - aber Vorsicht bei Aggressivität: da gibts doch noch die 4. von RVW, die 6. von Bax - m.E. nach viel aggressiver als dieses Werk. Vielleicht einigen wir uns auf "stürmisch"??


    Ich höre gerade oben gepostete Aufnahme - wundervolle Umsetzung!! - und stelle verblüfft fest, dass sich die zeitliche Nähe der Entstehung der Fimmusik zu Things To Come und dem Ballett auch auf die Partitur des letzteren ausgewirkt hat.


    Zitiert Bliss im Prologue nur ab und zu, ist der Entry of the Red Castles naehzu deckungsgleich mit The Building of the New World (zumindest nach der Rekonstruktion durch Christopher Palmer).



    Bin übrigens gerade bei The Attack - muss Dir Recht geben: das ist schon streckenweise recht kampfeslustig :D


    :hello:
    Wulf

    Lieber Gurnemanz,


    hervorragend! Schon beim Titel hoffte ich, Du suchtest nach Schach in der Musik.
    Voila, hier mein Vorschlag:



    Arthur Bliss: Checkmate - Ballett (1937)


    "http://www.youtube.com/watch?v=KiqscELZEs4"
    "http://www.youtube.com/watch?v=U6-6mdsfoMs"



    Ein bezauberndes Ballett voller hinreißender Themen und brillianter Orchestrierung.
    "Geheimtip" für diejenigen, die meinen, fast alles Lohnenswerte in Sachen Ballett zu kennen.


    :hello:
    Wulf


    P.S. Zenaida Yanowsky (aus den yotube-Videos) ist übrigens die Frau von Simon Keenlyside.



    Wow! 8o Es gibt hier noch jemanden außer mir, der diese exquisiten Krachmacher kennt? Habe ich durch Schüttes Buch "Basis-Diskothek Rock und Pop" kennengelernt. Nicht meine Lieblings-Krachmacher, hin und wieder gefällts mir aber richtig gut.


    :hello:
    Wulf

    Zitat

    Original von ThomasBernhard


    Echt jetzt? meines erachtens würde die Erde dann keine Kreisbewegung mehr fliegen aber "drehen" würde sie sich noch eine "ganze Weile" (unphysikalisch gesprochen). Aber vielleicht hab ich heute auch einfach noch nicht genügend CDs gedreht....


    Na ja, sie würde tangential die Umlaufbahn verlassen, das meinte ich. Die Änderung der Eigenrotation muss ja irgendwie der Drehimpulserhaltung gehorchen, müsste man mal aufzeichnen.... :rolleyes:


    Wulf

    Hallo laurentius,


    also für mich swingt die Musik Bachs nicht von vornherein, will mich aber auch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, da meine Jazzerkundungen noch in den Kinderschuhen stecken. Interessieren würde mich aber schon, inwiefern Miles Davis oder ein Thelenious Monk durch Bach beeinflusst sind.


    Zum Schluss übrigens noch ein ganz objektiver Gedanke:


    Meines Erachtens würde sich die Erde sofort aufhören zu drehen, nähme man ihr die Sonne weg (ja, ich weiß - immer diese Physikernasen) ;-)


    :hello:
    Wulf

    Hallo Lars,


    Deine J.S. Bach-Verehrung in allen Ehren, aber mich wundert, daß Du als offensichtlicher Jazz-Kenner einen gern zitierten, aber wohl in seiner Universalität eher falschen Bzeuig anbringst: den eben zwischen Bach und Jazz. Meiner Kenntniss nach, ist die Behauptung, Bach sei zu allen Zeiten des Jazz Vorbild gewesen ein Konstrukt der heutigen Zeit, die Bezüge eher nachträglich "inszeniert", denn auf historischem Wege erfahren.
    Hier kann uns aber bestimmt unser Jazz-Experte Matthias (Oberg) weiterhelfen :yes:
    In Deiner Liste weiterer Komponisten, die (ein wenig) Einfluss auf den Jazz ausübten, fehlt einer, der einen wohl ziemlich deutlichen Einfluss zu verbuchen hatte: Debussy - das nur nebenbei.


    Indes bin ich der Ansicht, daß es auch einem J.S. Bach keinen Zacken aus der Krone bricht, wenn man davon ausgeht, daß er keine Oper geschrieben hat, weil er dazu nicht in der Lage war. Die Kantaten sind ne feine Sache, die Passionen nicht der Eltern Sorgekind, so what??


    :hello:
    Wulf

    Mich fasziniert an Mozart, daß er selbst solche erreicht, die neunmalkluge Negativurteile zu allernorts angeblich mangelhafen Interpretationen fällen, ohne vermutlich jemals einen Taktstock in der Hand gehabt zu haben oder nur fähig wären eine vernünftige Note zu Papier zu bringen.


    Hätte nicht gedacht, daß Mozart sooo massenkompatibel ist. :stumm:


    :hello:
    Wulf

    Lieber Alfred,


    sei doch so lieb und merke bitte 10 Dosen Hustenpastillen "Concerto" vor - selbstverständlich "Vivace" und "Forte" - für mich und meine Konzertfreunde vor. Husten geht vor, ein Konzertabend ohne will und kann ich mir gar nicht mehr vorstellen. Wo kämen wir denn dahin, wenn alle Konzertbesucher ihren zwanghaften Trieb sich selbst Ausdruck zu verleihen nicht mehr ausleben oder langweilige Stellen im Werk nicht durch ein ordentliches Husten ganz im Sinne eines demokratischen Mitwirkprozesses ergänzen könnten..... :no:
    (Für eine halbe Minute war am Zweifeln, da ich den 1. April vergaß. :D )


    :hello:
    Wulf


    Hallo Christian,


    hier gehen wir völlig konform und ich denke, Edwin mit Sicherheit auch.
    Allerdings hat dieser aber nicht an Brahms Thron gerüttelt, indem er die gattungsspezifischen Paremeter wie thematische Entwicklung, Ökonomie der Mittel etc. in Abrede stellte, sondern das Fehlen IMO ganz offensichtlich gattungsunabhängiger Parameter bemängelte: Farbe und Phantasie. Letzteres, obwohl schwer greifbar, hat man wohl schon zu allen Zeiten und von allen Werkgattungen gefordert, ob Messe, Madrigal, Sonate, Symphonie, StrQ etc.
    Als Gegenbeispiel führt Edwin dann die 8. von Schubert (C-Dur) an, in welchem er Farbe und Phantasie aufs Vorzüglichste verwirklicht sieht - nebst der hervorragend gearbeiteten Struktur des Werkes, die bisher meines Wissens nach nie ernsthaft in Zweifel gezogen wurde. Selbst wenn sich eine C-Dur von Symphonie von Schubert was thematische Entwicklung, motivische Dichte etc. mit einer Brahms -Symphonie nicht messen könnte, täte das Schubert nicht im Geringsten einen Abbruch, denn nirgends steht geschrieben, daß die thematisch-motivische Entwicklung das EINZIGE Kriterium zur Beurteilung eines Satzes in Sonatenhauptsatzform sei. Sicher ein wichtiges, aber eben nicht das Einzige.
    Beethoven schätzen wir doch auch nicht ausschließlich für seine Perfektion in Sachen Zeilgerichtetheit oder eben seine thematisch-motivische Entwicklung, sondern auch für die Phantasie, die Kraft der Innovation. Und letztere scheint vielleicht auch in ihrer Gewichtung von der psychischen Disposition eines jeden Einzelnen abhängen. Manch einer erwärmt sich eher für den letzten Ritter und Vollender einer Epoche, der andere findet eher Gefallen am vielleicht nicht in allen Zügen ausgereiften Vorwärtsstürmer, der unentdecktes Land betreten will.
    Natürlich sollte das in keinem völligen Missverhältnis stehen.
    Da ich den Betretern des Neulands, den Ersten (vielleicht auch Einzigen ihres Landes: s. Gesualdo) sehr zugetan bin, sehe ich zwar Unterschiede zwischen einem Johann Sebastian und einem Carl Philipp, aber eben keine himmelweiten wie manch anderer vielleicht.


    :hello:
    Wulf

    Zitat

    Original von Pylades
    Was Edwins Mathe-Professor sagte, weiß ich nicht. Richtig ist, dass Pythagoras, Kepler und Euler das sagten – sie wussten es nicht besser. Dass Einstein das ohne weitere Ausführungen gesagt haben soll, glaube ich eher nicht, denn der wusste ganz genau: bereits seit Anfang des neunzehnten Jahrhundert ist auf Grund der Arbeiten von Gauß, Bolyai und Lobatschewski klar, dass die Euklidische Geometrie, in der der Satz von Pythagoras gültig ist, nicht die einzige denkbare Geometrie ist, und gerade Einstein nutzte die daraus entstandenen Erkenntnisse in der allgemeinen Relativitätstheorie mit der Folge, dass wir heute wissen, dass unsere Welt eben nicht euklidisch ist.


    Was heißt "sie wussten es nicht besser"? Hier auf meinem Blatt Papier gilt das doch, in meinem Zimmer, in meinem Viertel, in meiner Stadt, auf meinem Heimatplaneten. Haben sie denn gesagt, daß es stets und in jedem Rahmen so sein muss? Die Arbeiten von Einstein widerlegen ja nicht die lokale Geometrie in Erdennähe, sondern erweitern den Rahmen auf erdferne Gebiete - so wird auch die Newtonsche Gravitationstheorie nicht widerlegt, sondern lediglich in einen größeren Rahmen gepflanzt, in welchem sie sich als für harmlose Anfangsbedingungen effektive Theorie entpuppt. ;)
    Aber wenn wir uns hier nicht einigen können, stellen wir den geometrischen Bezug in den Hintergrund und sprechen von einer diophantischen Gleichung, für die zufälligerweise :P eine leichte Übersetzung in einen faszinierenden geometrischen Zusammenhang existiert. Einverstanden?


    :hello:
    Wulf

    Zitat

    Original von ChKöhn
    Hallo Wulf,


    ich bin der Meinung, dass das von der Zusammensetzung der Majorität abhängt: Für ein ästhetisches Werturteil reicht es ganz sicher nicht aus, nur Meinungen zu zählen, ohne zu berücksichtigen, inwieweit die auf Sachurteilen basieren, die wiederum nur mit Sachkenntnis gefällt werden können. Diese Sachkenntnis geht den "10000000 Fliegen", die z.B. einen Schlager für wesentlich bessere Musik halten als ein Haydn-Streichquartett in der Regel ab. Wer dagegen ein fundiertes Sachurteil über ein Haydn-Streichquartett fällen kann, dürfte im Allgemeinen auch in der Lage sein, den musikalischen Gehalt eines Schlagers fundiert zu beurteilen. Wenn nun eine große Mehrheit mit Sachkenntnis in einem ästhetischen Urteil übereinstimmt, hat dieses meines Erachtens deshalb schon ein gewisses Gewicht.
    Viele Grüße,
    Christian


    Hallo Christian,


    auch wenn dies der falsche Ort ist und die Debatte in einen gesonderten thread ausgelagert werden könnte, möchte ich gern ein paar Gedanken äußern.
    Prinzipiell bin ich auch geneigt, Urteilen hinter denen Sachkenntnis steckt mehr Gewicht zuzubilligen, denn solchen ohne. Dennoch sollten wir uns IMO gewahr werden, daß keine "Heuristik", sei sie noch und nöcher durch Personen mit Sachkenntnis abgesichert, zu unverrückbaren, allgemeingültigen ästhtetischen Werturteilen führt.
    In deinen Zeilen lese ich eine implizite Unterstellung heraus

    Zitat


    Diese Sachkenntnis geht den "10000000 Fliegen", die z.B. einen Schlager für wesentlich bessere Musik halten als ein Haydn-Streichquartett in der Regel ab.


    Ich sprach selbst nirgends davon, daß sich die Fleigen einen Schlager mit einem Haydn-Streichquartett vergleichen, aber ersetze Haydn-Streichquartett durch bspow. Gyrowetz-Symphonie und "Schlager" durch bspw. Lieder von Bob Dylan und ich gehöre zu den 1000000 Fliegen und bilde mir sogar noch ein, von Klassischer Musik etwas mehr Ahnung als manch andere Fliege auf dem Sch...haufen neben mir zu haben.
    Indes bezweifle ich, daß jemand mit hoher Sachkenntnis den "Gehalt" (was ist das bitte????) eines Schlagers besser beurteilen kann als jemand ohne. Aber das führt zu weit vomn Thema weg.


    Edwin hat mit seinem ersten Post Reaktionen hervorgerufen, die sicher selbstverschuldet sind. Allerdings hat er auch klipp und klar angeführt was SEINE Prämissen sind, mit denen er zu seinem Urteil gelangt. Das hast Du ihm quasi "zur Last gelegt". Doch wenn wir ehrlich sind, werden immer Prämissen mitgeführt, bei Dir, bei mir, bei jedem. Johannes hat soeben die 9. von Dvroak als ein "überschätztes Werk" bezeichnet, denn die Thementransformation sei flau. Stattdessen hier und da noch ein böhmisches Melodiechen (eine implizite Abwertung der Melodie, über deren Wichtigkeit weder Brahms noch Dvorak zu jeder Zeit eine unverrückbare Meinung hatten)
    Für Johannes gilt motivische Dichte, Thementransformation etc. als Gütesiegel für eine Symphonie. KSM schrieb "Kein Wunder, daß Edwin Gesualdo schätzt", ich sage: kein Wunder, daß Johannes Dvoraks 7. am ehesten schätzt.
    Und? Hier prallen zwei unterschiedliche Welten, zwei unterschiedliche Ansätze auf, nach denen ästhetische Urteile gefällt werden. Mit dem Unterschied, daß der eine von Anfang an gesagt hat, auf was für Prämissen seine Urteile fussen.
    Die Mehrheit mag sich auf eine aus ihrer Sicht radikale Sicht wie die Edwins nicht einstellen, doch wird diese dadurch exotischer und weniger gewichtig? (Mal abgesehen davon, lieber Christian, daß viele vermeintliche Sachkundige auch gerne vom Doktorvater übernehmen usw. - das soll nicht heißen, daß nur abgekupfert wird, aber ich glaube man gibt sich einer Illusion hin, daß alles, was von vermeintlich fachkundiger Seite zu Brahms (oder zu anderen) gesagt wurde ureigenster Reflexion entspringt - so weit ich weiß, sieht Harnoncourt in Brahms und Dvorak zwei vom Ansatz unterschiedliche, aber von der Qualität gleiche Welten).


    :hello:
    Wulf

    Zitat

    Original von keith63
    erspare ich mir medizin-psychologische Erklärungen
    Bis dann.


    danke, zu gütig. :O Aber auch ohne Erklärung wird klar, daß man wohl eher Für Luise denn das Confutatis spielen wird, allerdings natürlich auch eher Mozarts A-Dur-Sonate denn Beethovens Egmont-Ouverture.


    Zitat


    Als Variante für Opernfreaks schlage ich noch vor: Die Arie des Osmin: Oh, wie will ich triumphieren" versus "Mir ist so wunderbar" aus dem Fidelio...


    :D
    Jedenfalls Du verstehst meinen kranken Humor...


    :hello:
    Wulf

    Zitat

    Original von keith63
    Exkurs:
    Welche Musik wird in Zahnarztpraxen während der Behandlung wohl gespielt: Mozart oder Beethoven?!


    Bis dann.


    Tja keith,


    wohl eher Beethovens Für Elise denn Mozarts Confutatis maledictis aus seinem Requiem. Obwohl: diesen Zahnarztbesuch würde ich mir auf KEINEN Fall entgehen lassen. Ich überlege noch, ob das Confutatis eher in der HIPpigsten Variante available gespielt wird, um das Sägegeräusch aus dem Behandlungsraum und die anschließenden Schreie zu einem harmonsichem Ganzen zu verweben oder eher eine romantisch aufwühlende Variante, die sich wie ein sarkastischer Schleier über den Warteraum legt. JAAA, die Vorstellung gefällt mir :beatnik:


    :hello:
    Wulf

    Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    Nun sind in Großbritannien auch zu Vaughan Williams' Lebzeiten einige Symphonien entstanden, die durchaus Gewicht haben: ... Jetzt will ich zwei, drei aufzählen und schon komme ich ins Stocken... Vielleicht gibt's bei dem knorrigen Havergal Brian ein paar Juwelen, aber seine Musik ist schablonenhaft kurzatmig, die Dritte ist nicht übel - aber ich würde sie niemals mit Schostakowitsch vergleichen - nicht einmal mit einer seiner Filmmusiken. Edmund Rubbras Zuspät-Romantik ist fast lächerlich, Holsts Choral Symphony ist ein Wurf, aber mehr Kantate als Symphonie. Der brillante Frank Bridge schrieb keine Symphonie, Bantock - du meine Güte, das ist wirklich schlimm! Elgars Symphonien - na ja... Stanford und Parry fischen um Jahre zu spät in Brahms' Gewässern. Hätte man in dieser Zeit in England neben Vaughan Williams einen Symphoniker vom Rang auch nur eines Felix Draeseke, von einem Nielsen, einem Sibelius oder einem Langgaard nicht zu reden, er wäre als DER große englische Komponist weltweit bekannt.


    Beim Stöbern wiedergefunden.
    Aber, aber, lieber Edwin - einen hattest Du bei der Aufzählung vergessen: Arnold Bax. Vielleicht nicht mit Nielsen, DSCH und den anderen vergleichbar, aber ich wüsste nicht warum seine 2., 3. und 6. Symphonien den m.E. nach recht durchmischten Langgaards nachstehen sollten (sicher: seine "Sphärenmusik ist ein Geniestreich und Meisterwerk) - die sind doch recht eigenständiger Natur und bieten - zumindest für meine Ohren - mehr als bloße Pastorale. Aber im Prinip gebe ich Dir bei Arnold recht.


    Inzwischen musse ich für mich ein Erfolgserlebnis verbuchen: lag mir früher ein Behauptung der Art" XY war wirklich talentiert, aber mit den Großen kann man ihn nicht vergleichen" schwer im Magen, so sehe ich heute kein Problem mehr. Daß gewisse Meister eine bestimmte Gattung zur Vollendung gebracht haben, heißt ja eben noch nicht, daß sie die talentierten kurz oder weiter hinter ihnen Stehenden ersetzen können, es sei denn diese waren 100%ige Kopisten. So kann ich mich auch ohne das Damoklesschwert der ständigen Hierachisierung auf einen guten Arnold oder einen guten Bax oder einen guten Walton einlassen, die eben keine schlechten DSCH-Kopisten sind, sondern "ledglich" das symphonische Niveau eines DSCH nicht erreichen konnten.


    Schwierig wirds, wenn man den geschätzten Meister persönlich kennenlernt, wie bei mir vor kurzem mit Steve Reich geschehen. Dazu aber an anderer Stelle. :yes:


    :hello:
    Wulf

    Ganau diese Art von Sachkompetenz habe ich gesucht, bevor überhaupt diskutiert wird:


    Zitat


    erst einmal sollte man unterscheiden zwischen Label und Vertriebsfirma. Letztere sind nämlich im Prinzip die großen Majors, die den Markt und teilweise das Labelprogramm beeinflussen


    Irgendwie so hatte ich das noch in grober Erinenrung, kannte aber längst nicht mehr die Zugehörigkeiten.
    Von den von Dir aufgelisteten Labels könnte man welche als "Independent", also als weitestgehend unabhängig von ihrer Vertriebsfirma sehen? Ist nicht MDG bspw. ein ziemlich unabhängiges Label, das über seine eigene Programmpolitik entscheidet??


    :hello:
    Wulf

    Hallo Alfred,


    gute Idee. Ich habe ja mal drei Jahre in einem Klassikfachgeschäft gejobbt, die Zusammenhänge zwischen Labels bzw. ihre Zugehörigkeit zu den wenigen großen Firmen war für mich eine interessante Sache. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, aber die drei von Dir aufgezählten sind sicher die Majors, zu denen ein Großteil der Labels auf dem hiesigen Markt gehört. Kann mich aber nicht erinnern, daß meine Kollegen von Independent-Labels im Zusammenhang mit Chandos und co sprachen.


    Hier könnte aber sicher Peter weiterhelfen, der sitzt ja bekanntlich heute an der Quelle.


    :hello:
    Wulf

    N Abend zusammen!


    Zunächst stellt sich doch die Frage, ob Aggression grundsätzlich(!) etwas Schlechtes ist. So weit ich weiß beantwortet die Psychoanalyse diese Frage weitestgehend mit einem Nein, insofern kann klingsor seinem Hausgott wieder ganz beruhigt huldigen.


    Macht Beethoven aggressiv? Ganz abgesehen davon, daß es Beethovens Musik sich nicht nur in den Overtüren und Symphonien erschöpft, sondern auch eine Missa solemnis, Klaviersonaten und Streichquartette umfasst, hängt die Frage sicher von der psychischen Disposition eines jedes Einzelnen ab.


    Es ist aber sicher auch kein Zufall, daß einige seiner Werke dem Abusus durch falsche Ideologie zuträglicher sind als bspw. das WTK von Bach und demtensprechend durch die Nationalsozialisten instrumentalisiert wurden.


    Aber ich glaube mich zu erinnern, daß das Thema bereits an anderer Stelle hitzig diskutiert wurde... :wacky:


    :hello:
    Wulf