Beiträge von Wulf

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    Original von rappy


    Substanz in der Musik - das wäre erst noch zu definieren ;) Laut Hanslick gibt es keine Substanz außer - ich formuliers mal so: die Töne und deren Platz im Gesamtkunstwerk.


    Super Stichwort. Vielen Dank, rappy, denn genau zu diesem Thema wollte ich bereits vor Tagen einen thread ins Leben rufen.


    Also: was ist das eigentlich? Substanz? Ich meine, für viele an Klassik und Romantik geschulte Hörer ist es vermutlich eine in die Musik transzendierte Dialektik, ein Dialog, ein Wettstreit - Musik muss menschliche Kommunikation abbilden - sei es ein Dia- oder ein Monolog. Das ist sicher eine Definition.
    Aber ist es die einzige? Oder gibt es eurer Ansicht nach andere Zugänge zum Substanz-Begriff??


    :hello:
    Wulf

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    Original von Pius


    Ich hatte mich mal als BHMS-Hörer charakterisiert, da die Komponisten, deren Namen mit B, H, M oder S beginnen, den erdrückend überwiegenden Teil meiner CD-Sammlung ausmachen. Insofern wird sich schon jemand mit M nach dem Monteverdi finden (bin schon beim Magnificat).


    Na, Pius, dann stell Dir doch mal eine etwas angemessenere Hürde auf, Du glaubst doch nicht, daß Du nur mit einer schwachen A. durchkommst :D


    Ich habe schließlich auch "Ma" gewählt, also gäbe es da Mozart, Moszkowsky etc.
    Wenn Du ne ganz coole S... bist, greifst Du nach Monteverdi zu Monn. ;)


    :hello:
    Wulf

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    Original von Zwielicht
    Zender und Zelenka hätte ich da noch im Angebot... :P


    Stimmt. (Zender habe ich sogar aufm Silberling :wacky: )
    Doch gar nicht so schwer. Zumal beides interessante Komponisten. Und was bietest Du dem Xenakis-Fan?? :P

    Hey! Heute ist 1. Internationaler Tag der Alliteration (habe ich so eben ins Leben gerufen, googlen wird euch also nicht helfen :P ). Wer macht mit??


    Ich höre jetzt nach Bohulsav Martinu:



    Gian-Francesco Malipiero: Symphonie Nr. 7


    Moscow Symphony Orchestra
    Antonio de Almeida


    (die Ba-Fraktion hats natürlich schön einfach, problematischer wirds für den Zemlinksy-Hörer, da stünde noch Zelter zur Verfügung :wacky: :baeh01: )


    :hello:
    Wulf

    Zunächst einmal sei gesagt, daß ich weder die große Bewunderung noch die relative Geringschätzung Edwins teile.
    In einem Punkt muss ich aber Edwin auf jeden Fall zustimmen, lieber Glockenton. Von einem Komponisten A zu sagen, man kenne ihn zwar nicht , könne sich aber auch kaum vorstellen, daß dieser auf dem gleichen Niveau wie B geschrieben hat (vielleicht gerade weil man ihn nicht kennt), ist eine schwache Schutzbehauptung.
    Ich möchte Dir gerne speziell im Falle Draeseke die informative Seite
    "http://www.musikmph.de/rare_music/composers/a_e/draeseke_felix/1.html"
    ans Herz legen. Über Draesekes 3. Symphonie ist der Ausspruch eines berühmten Dirigenten überliefert, sie sei die größte aller deutschen Symphonien seit Beethoven.


    Artur Nikisch etwa sagte:
    Ich habe für diesen Winter Ihre Tragische Symphonie aufs Programm gesetzt, um dieses herrliche Meisterwerk immer bekannter zu machen und dorthin zu stellen, wohin es gehört: als ebenbürtig unseren klassischen Symphonien, dem eisernen Bestand der Gewandhauskonzerte angehörend.



    Hans von Bülow fand die folgenden Worte:


    Werke wie die Deinigen können im Laufe der Dinge nur analegomena figuriren. Vulgus will ergötzt, sagen wir erquickt sein und solche ¸niedere´ Tendenz ist Dir allzubekanntlich wildfremd. Man wird Deiner Musik – von Sachverständiger Seite – stets den gebührenden Respekt entgegenbringen, aber auf besondere Sympathie darfst Du nirgends rechnen. Du hast Besseres zu tun als Dir ein großes Exemplar von Publikum ¸chemisch´ zu zerlegen: tätest Du’s, Du würdest die Kapellmeister nicht so ohne Weiteres der Trägheit oder des Mißwollens zeihen.


    Wir kommen also zum Punkt der Akzeptanz unde Beliebtheit. Wenn wir alle analytischen Kriterien abgeklopft haben (natprlich ist das Zusammenspiel aus Harmonik, Rhythmik, Melodik, Instrumentation etc. ausschlaggebend) und zu dem Schluss gelangen A hat eigentlich nichts anderes gemacht als B, aber B ist so viel substanzreicher, dann sollten wir vielleicht überdenken, daß dieses Substanzreiche, vielleicht auch das besonders Ökonomische, was wir bei B finden eine höchst subjektive Erfahrung ist, die entweder in der Masse aufgeht oder eben nicht. An sich gereicht die Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit zu einer Majorität, geht es um ästhetische Werturteile, weder zum Vorteil noch zum Nachteil.
    Manchmal kann ich mich aber des Eindrucks nicht erwehren, daß die Argumente, die wir Klassik-Fritzen mit rümpfender Nase in anderen musikalischen Gefilden gerne anprangern (1000000 Fliegen können sich nicht irren) , in der ureigenen Domäne recht und gut sind. Zum konkreten Beispiel: Draeseke wurde deswegen verdrängt und vergessen, weil er zum Ende seines Leben hin mit übelsten Pamphleten gegen neuere Muskströmungen aufwartete und darüberhinaus von den Nationalsozialisten missbraucht wurde.


    :hello:
    Wulf

    Hallo Lars,


    es gibt da nur einen kleinen Unterschied ich habe mit meinem Händel-Post lediglich auf Ullis lustigen Kommentar reagiert, Amfortas hatte den Mahler-thread nebst seiner Bewunderung für Mahler (die da ja auch hingehört!) sich mal wieder in missionarischem Eifer für seine anderen Lieblinge ergangen. Zusammenhang: äußerst locker bis null. ;)


    :hello:

    und bei mir:




    Alan Bush(1900-1995): Violinkonzert op. 32 (1948 )


    Manoug Parikian, Violine
    BBC Symphony Orchestra
    Norman del Mar



    Ein starkes Violinkonzert eines aufgrund seiner politischen Einstellung (Bush war Kommunist) im Heimatland lange Zeit vernachlässigten Meisters.
    Heute kümmert sich die "Alan Bush Music Trust" um seinen Nachlass und die Verbreitung seiner Werke.


    "http://www.alanbushtrust.org.uk/"


    :hello:
    Wulf

    Zitat

    Original von Blackadder
    bis er mich auf einen Stuhl gepresst hat und sagte "Du A*****, Du hörst jetzt mal gefälligst genau hin!"... Tja, das ehedem Spröde war für mich plötzlich überhaupt nicht mehr Spröde. Ich weiß gar nicht mehr, wie ich jemals darauf kam, dass er spröde gewesen sein sollte.


    Klar, Blacky, mit Revolverlauf im Blickfeld hätt' ich das auch behauptet.... :D

    Hallo Matthias,


    gerne. Ja, der Gesang ist schon skurril. Bei "Murder Mystery" finde ich den Wechsel zwischen den beiden Teilen großartig. Der eine spannungsgeladen, quasi ostinate Gitarrenlinie, dazu schnelles Gebrabbel wie im Nachrichtenstil, der andere Teil typisch Velvet.


    :hello:
    Wulf

    Zitat

    Original von Matthias Oberg
    Hallo Wulf,


    na, Velvet Underground sind ja zumindest auch schon Klassiker :D Ich mag ja besonders gerne von ihnen die mit zusätzlich Nico.


    Hallo Matthias,


    ich muss gestehen mit dem berühmten +Nico-Bananen-Album nicht wirklich viel anfangen zu können. Aber vielleicht wirkt die Musik erst nach Einwurf bestimmter Pillen. "Murder Mystery" ist allerdings ein großartiger Song! :yes:


    :hello:


    Hallo Alfred,


    da sind wir absolut einer Meinung - bezüglich der Aufnahme :yes:
    Was die Symphonien betrifft ist es bei mir genau umgekehrt, ich favorisiere g2, dann die D-Dur (allerdings gefällt mir bei letzterer Bamert besser).


    :hello:
    Wulf


    Lieber Peter,


    ein fantastisches Werk, oder?? Haben Holger (Sambale) und ich am Sa auch gehört. :]


    :hello:
    Wulf

    Ich denke, die meisten der von uns in diesem Forum gelisteten Komponisten waren zumindest in einem ganz pragmatischen, handwerklichen Sinne Meister ihres Fachs. Selten tauchen Amateur-Komponisten auf (wie bspw. Lord Berners o.ä.). Viele Werke dieser Meister sind handwerklich meisterlich gemacht, in einem weiten Sinne insofern schon Meisterwerke. Daß nicht alle Meisterwerke musikgeschichtlich bedeutend oder der ganz große Wurf sind, ist auch klar.
    Aber auch hier gehe ich d'accord mit meinen Vorpostern: natürlich muss es nicht immer das Werk der Werke, das Lied der Lieder sein. Was soll das auch sein?
    Ich glaube, so eng sieht das hier aber auch keiner - egal wie streng nach Hierachien geordnet wird, ich kenne hier kaum jemanden, der von sich behaupten würde ausschließlich die wegweisendsten Meisterwerke zu hören, oder?


    :hello:
    Wulf

    Zitat

    Original von Maldoror
    Ist Dir aber nicht gelungen, lieber Wulf :baeh01: . . . . .
    :hello:


    Ach schade. Würde mit der Claire auch gerne vierhändig spielen, wenn es nur meine Fähigkeiten zuließen.
    Dann vielleicht doch eher das anregende Gespräch am Kaminfeuer.... :pfeif:


    Ernst beiseite:



    Karl-Birger Blomdahl: Symphonie Nr. 3 "Facetter" (1950)


    Schwedisches Radio-Symphonieorchester
    Leif Segerstam


    :hello:
    Wulf

    Bleibt noch die "Weltraum-Oper" Aniara (UA: 1959) von Karl-Birger Blomdahl (1916-1968 ) zu nennen, durch die der schwedischen Avantgarde-Komponist aus der "Montags-Gruppe" einem breiterem Publikum bekannt wurde.
    Worum gehts?
    Achttausend Menschen verlassen mit dem Raumschiff "Aniara" die verseuchte Erde - ein Steuerungsdefekt verurteilt das Schiff und seine Besatzung zu einem endlosen Flug durch das All.
    Textliche Grundlage ist das gleichnamige Versepos des Schriftstellers und Literaturnobelpreisträgers Harry Edmund Martinson, der am Libretto selbst feilte, um Bruchstellen zu vermeiden.
    Im Wesentlichen soll das "Verhältnis von Individuum und Kollektiv im Relief der Zeit" beleuchtet werden.


    Leider ist an eine Aufnahme momentan nur schwer heranzukommen :boese2: , ich habe folgende Aufnahme bei der us-amerikanischen amazon-Seite gefunden:



    :hello:
    Wulf

    Hey ,


    da schließe ich mich mal an. Eigentlich wollte ich ja die 3., die "Irische" hören, aus Versehen habe ich jetzt die 6. erwischt. :rolleyes:



    Charles Villiers Stanford: Symphonie Nr. 6


    Bournemouth SO
    David Lloyd-Jones


    Ich habe seinerzeits die Symphonien mal sehr verteidigt, nach erneutem Anhören ziehe ich mich doch etwas zurück - das sind nette Symphonien, die 3. vielleicht seine beste, aber ein bedeutender Symphonienzyklus ist das nicht.
    Da ist sein Violinkonzert deutlich besser (IMO zu Unrecht so unbekannt) oder die geistlichen Werke.


    :hello:
    Wulf

    Zitat

    Original von Alfred_Schmidt
    Interessant ist, daß jeder, der diese Werke positiv beurteilt, sofort ergänzt, sie kämen SELBSTVERSTÄNDLICH NICHT an Beethoven heran (welche Blamage für die Musikwissenschaft, wenn das so wäre !!!)


    Hallo Alfred,


    ein Umstand, den ich auch befremdlich finde. Als ob der Autor aus lauter Angst vor Seriositätsverlust beim Posten noch schnell ergänzen muss, was jeder hören will - man könnte ja eines vernebelten Verstands bezichtigt werden, fände man ausschließlich begeisternde Worte ohne die alles relativierende Schubalde zu bemühen.
    Vielleicht nehmen wir aber auch instinktiv bei Werken, die wir nicht kennen, Lobhudeleien mit anschließender Postionierung in dem "Hierachiebaum" für voller als bloßer Lobhudelei. Insofern könnte das Anfügen einer solchen Kategorisierung "reicht an Beethoven aber nicht heran" gerade als Appetizer gedacht sein, der dem Ries oder wen auch immer-Neuling ein Anreiz sein soll.
    Dennoch: wenn es auch richtig sein mag, das Wort "selbstverständlich" stösst mir - es sei denn der Autor meint es ironisch (was nicht immer leicht rauszulesen) - meist sauer auf.


    Ich weiß, Du wolltest es nicht diskutieren, aber das ist etwas, das ich schon längst mal geschrieben haben wollte.


    :hello:
    Wulf


    P.S. Ich habe mal etwas Kammermusik gehört und war sehr angetan, die Symphonien-Schnipsel sagen mir weniger zu.

    Zitat

    Original von Harald Kral
    Ich würde aber auf "live" tippen....
    LG
    :pfeif: :pfeif:


    Weil er die tiefen Töne nicht sauber getroffen hat (diplomatisch formuliert)?? :stumm::D


    Dafür ist er aber von sich selbst ganz schön engenommen der Gute, aber was soll man in einem solch unterirdischen Format schon machen....


    :hello:
    Wulf

    und nu':



    Ralph Vaughan Williams: Pastoral Symphony (Symphonie Nr. 3) (1921)


    III. Moderato pesante
    IV. Lento


    London Philharmonic Orchestra
    Sir Roger Norrington


    Innerhalb des RVWschen Symphonienkosmos eine wie ich finde zu Unrecht vernachlässigte, ganz bezaubernde Symphonie. Ich finde die "Trias" 3,4 und 5 sowieso ziemlich stark - leider fristen die 3. und die 5. hierzulande immer noch ein Nischendasein, dabei in sich viel inhärenter als die 2.


    :hello:
    Wulf