Beiträge von GiselherHH


    Quelle: Norddeutscher Rundfunk




    Zur Berufung Hengelbrocks noch ein weiterer Artikel aus der Samstagsausgabe des "Hamburger Abendblattes":


    "www.abendblatt.de/daten/2009/03/28/1102564.html"


    :hello:


    GiselherHH

    Zitat

    Original von Diabolus in Opera
    (...) - auch wenn da jetzt vielleicht einige aufjaulen werden - (...)


    Nö, eher so: :rolleyes: . Wenn ich schon einen genuin lyrischen Bariton in der Rolle hören will, lege ich mit die Ausschnitte mit Herbert Janssen (und Kirsten Flagstadt) unter Fritz Reiner (live, Covent Garden 1937) auf den Plattenteller. FiDi ist interpretatorisch schon ganz o.k., gerät dafür aber stimmlich in schwere See, wo er das Orchester zu überschreien versucht. Das ist dann auf unfreiwillige Art mitleiderregend.


    Dämonisch im Sinne von "Verkörperung des Bösen" ist der Holländer sicher nicht. Er ist ein umherirrender Verfluchter, dessen Lebensspanne bis zur Qual ausgedehnt wurde und der trotz immer neuer Enttäuschungen doch noch auf seine Erlösung durch eine bis in den Tod treue Frau hofft. Seine Stimmungen wechseln zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit, Zorn und Melancholie, Sarkasmus und Verzweiflung. All das lässt Hotter in seiner Interpretation erkennen (auch wenn Hermann Uhde manches noch schärfer und prägnanter artikuliert hat (man muss nur einmal sein "Nirgends ein Grab - niemals der Tod!" hören, das noch keiner todessehnsüchtig-verzweifelter herausgestoßen hat)).


    :hello:


    GiselherHH

    Das problematische am Sachs war für Kurt Moll aber die Tatsache, dass die Tessitura der Partie zum Ende hin immer mehr ansteigt. Die Festwiese mit den beiden Ansprachen ist für Baritone wie Weikl bei Einteilung der stimmlichen Reserven relativ gut zu schaffen, aber für genuine Bässe wird es geradezu mörderisch, zumal dann, wenn sie, wie es bei Moll gelegentlich der Fall war, Probleme mit ihrer Höhe haben (zu hören etwa beim König Heinrich auf der Abbado-Aufnahme). Insofern hat Moll schon die richtige Entscheidung getroffen, auch wenn der Ausschnitt durchaus verlockend klingt. Allerdings hätte es dann Schwierigkeiten bei der Besetzung eines adäquaten Partners für den Pogner gegeben. In dem Wiener Mitschnitt von 1975 sind die Partien mit Ridderbusch als Sachs und Moll als Pogner zumindest vom Stimmtyp her richtig besetzt (der Sachs muss heller als der Pogner klingen).


    :hello:


    GiselherHH

    Zitat

    Original von Alviano


    Der Mitschnitt von 1974 zeigt allerdings bereits, wo die Probleme von Ridderbusch als Hans Sachs liegen. Das, was sich hier andeutet, machen seine späteren Auftritte in dieser Partie so schwer erträglich. Eigentlich war der Wechsel vom Pogner zum Sachs ein Fehler.


    In Karajans Dresdner Studioaufnahme wäre mir dieser "Fehler" allerdings ganz recht gewesen. Mit einem ordentlichen Korrepetitor an der Seite hätte das durchaus etwas werden können.


    :hello:


    GiselherHH

    Zitat

    Original von Joseph II.
    Ich stelle mal zur Diskussion Theo Adam (Karajan II) und Dietrich Fischer-Dieskau (Jochum), bin mir aber sicher, daß da noch viele Namen ergänzt werden müssen.


    Diese beiden Sänger würden auf meiner Liste sicher keinen Platz finden :D. Ohne lange zu überlegen:


    1. Platz: Friedrich Schorr (Bodanzky 1936, auch die Live-Ausschnitte von der Berliner Staatsoper von 1928 )


    2. Platz: Hans Hotter (Jochum 1949, wenn auch mit gewissen vokalen Schwächen, besser noch die Vorkriegs- und Kriegsaufnahmen der großen Monologe)


    3. Platz: Paul Schöffler (Abendroth 1943, auf späteren Mitschnitten stimmlich nicht mehr so frisch)


    Daneben noch erwähnenswert: Hans-Hermann Nissen (mehr wegen der stimmlichen als der interpretatorischen Potenz, u.a. bei Toscanini 1937 oder der Studioaufnahme des 3. Aktes aus Dresden unter Böhm), Rudolf Bockelmann (Studioaufnahmen der Monologe aus den 1930ern) und Thomas Stewart (Kubelik 1968 ).


    :hello:


    GiselherHH

    Andreas Schmidt war mal ein wunderbar balsamisch klingender lyrischer Bariton mit einer, wie sagitt schon sagte, gewissen Ähnlichkeit zu DFD (liedhafte Gestaltung der Partien, Kopfstimme). In seiner besten Zeit habe ich ihn hier in Hamburg oft gehört, beispielsweise als Wolfram, als "Figaro"-Graf oder auch als Pentheus in Henzes "Bassariden". Weswegen er in seine schwere Stimmkrise geraten ist, weiß ich nicht, aber seine Auftritte in Bayreuth vor ein paar Jahren waren geradezu katastrophal schlecht. Mittlerweile scheint er sich auf eine Lehrtätigkeit in Dresden zurückgezogen zu haben. Eine viel zu kurze Karriere, die nur etwas mehr als 20 Jahre gedauert hat.

    Die Empfehlung von Clemens hinsichtlich Tate kann ich nur unterstützen. Für mich eine der besten "Allround"-Leistungen der "Hänsel und Gretel"-Diskographie mit einem Ensemble auf einheitlich sehr hohem Niveau. Frau Lipovseks Hexe weiß alle stimmlichen Register zu ziehen ohne ins Knallchargenhafte abzugleiten, die Kinder sind mit Bonney und Otter sehr gut, die Eltern mit Schmidt und Schwarz außerordentlich gut besetzt. Luxus auch in den Nebenrollen mit Lind und Hendricks als Tau- und Sandmännchen. Dazu ein BRSO in Topform, man merkt, dass hier für heutige Verhältnisse intensiv vor den Aufnahmen geprobt wurde.


    Also bei der neuesten Variante steht ja "Libretto enclosed" auf dem Cover, also sollte es wohl mit dabei sein. Da ich aus der "Grand Opera"-Serie der zweiten Variante ein paar Aufnahmen habe, die alle ein Libretto haben, wird diese "Hänsel und Gretel"-Ausgabe auch keine Ausnahme sein. Zu den beiden anderen Aushaben haben Clemens und Harald ja schon das Notwendige gesagt.


    :hello:


    GiselherHH

    Zitat

    Original von Alfred_Schmidt
    ...(wie heute noch einige an die edlen Motive der EU glauen - und deren diktatorischen Charakter nicht sehen - oder nicht sehen wollen - Hier dient Übrigens Beethovens "Europa-Hymne" als (unfreiwilliges , annektiertes) Logo.
    "Mal sehen ab nach Zerfall der EU Beethovens Musik im Allgemeinen - oder nur die 9. "geächtet" wird.


    Lieber Alfred,


    ich hoffe, dass der andere berühmte Sohn Salzburgs beim Anblick dieses bei Schott verlegten Werkes nicht allzusehr in Deiner Achtung sinken wird ;) :


    Europahymne


    Komponist: Ludwig van Beethoven
    Bearbeiter: Herbert von Karajan


    Musik aus dem Schlusssatz der 9. Symphonie


    Besetzung: symphonisches Orchester
    Verlag: Schott Music
    Aufführungsdauer: 2' 15''
    Ausgabe: Partitur
    16 Seiten - Rückendrahtheftung
    ISMN: 979-0-001-06886-4
    Bestell-Nr.: ED 6488


    Preis: 16,95 €.



    :hello:


    GiselherHH

    Zitat

    Original von Joseph II.
    Interessanterweise hinderte dies die Queen indes nicht, ihn 1975 zum Commander of the British Empire zu ernennen und zehn Jahre später gar zum Ritter zu schlagen - eine Ehrung, die vielen Dirigenten bekanntlich versagt blieb.


    Ehrlich gesagt kenne ich kaum einen bedeutenden britischen Dirigenten, der nicht irgendwann im Leben seine Knighthood abbekommen hätte. Fast könnte man glauben, dass das K sozusagen perk of the job ist. Hier eine kleine Liste bekannter "Sirs":


    Sir John Barbirolli
    Sir Thomas Beecham (obwohl der eigentlich nicht in die Liste gehört, da er als Baronet einen erblichen Adelstitel trug)
    Sir Adrian Boult
    Sir Andrew Davis
    Sir Colin Davis
    Sir Edward Downes
    Sir John Eliot Gardiner
    Sir Reginald Goodall
    Sir Eugene Goosens
    Sir Charles Groves
    Sir Richard Hickox
    Sir Raymond Leppard
    Sir Charles Mackerras
    Sir Neville Marriner
    Sir Roger Norrington
    Sir John Pritchard
    Sir Simon Rattle
    Sir Malcolm Sargent
    Sir Georg Solti.


    :hello:


    GiselherHH

    Hallo,


    mein, wenn ich das mal so nennen darf, "kleiner innerer Faschist" kommt bei Respighis "Pinien der Via Appia" immer ziemlich heftig ins Marschieren, bevorzugt in der Aufnahme des wahrhaftig kongenialen HvK. Dessen Album mit preussischen und österreichischen Märschen drehe ich auch mal ganz gern in einer schwachen Stunde. Ach ja, und da wir schon im Beichstuhl sind: Albert Ketelbeys musikalische Hervorbringungen wie etwa "In a Persian Market"... :untertauch:


    Sündige Grüße


    GiselherHH

    Zitat

    Original von Joseph II.


    Der bis dato relativ unbeantworteten Frage...


    Nun ja, zumindest ich habe meine Meinung damals kundgetan. Aber deren Wert scheint ja nur ein ziemlich relativer zu sein... :D


    :hello:


    GiselherHH

    Hallo Thomas,


    meine Aussage bezog sich nicht generell auf die Notwendigkeit, den Anweisungen des Komponisten in der Partitur zu folgen (wie sehr und ob das dann schon alles ist, darüber lässt sich sicher sehr lange reden), sondern auf Norrington selbst, der gern mal Aussagen mit universellem Absolutheitsanspruch raushaut und dabei m. E. oft danebenliegt. So etwa in einem früheren Interview, wo er seine vibratolosen Mahlerinterpretationen als die historisch einzig richtigen darstellte (was durchaus umstritten ist, da es Aussagen und Tondokumente gibt, welche seinen Aussagen widersprechen) und den reichlichen Gebrauch von Vibrato in die ästhetische Nähe des Faschismus rückte, was nun wirklich nicht nur Quatsch ist, sondern eine absichtliche moralische Herabsetzung anderer Interpretationsansätze.


    :hello:


    GiselherHH

    Hallo,


    Mahler hat zwar seine Partituren mit Dynamikvorschriften, Tempo- und Vortragsbezeichnungen geradezu überschwemmt, dennoch gibt es zahlreiche Augenzeugenberichte und Kritiken, die von geradezu diametral gegensätzlichen Interpretationen einundderselben Sinfonie durch den Dirigenten Mahler berichten. So ist es denn auch kein Wunder, dass sich die Mahler-Schüler Walter und Klemperer in ihren grundsätzlichen Ansätzen so fundamental unterscheiden.


    Die Aussagen Norringtons würde ich, vorsichtig formuliert, nicht auf die Goldwaage legen. Sein Gequatsche von der "moralischen Überlegenheit" des Non-Vibrato-Spielens ist jedenfalls nichts weiter als prätentiöser Quatsch.


    :hello:


    GiselherHH

    "Italienische Fassung" cd 1962 TKM Records TNS


    Der Begriff "Italienische Fassung" ist ein wenig irreführend, da Meyerbeer neben der originalen französischen Fassung nur noch eine alternative deutsche Version sanktioniert hat (zu hören u.a. auf der DVD der Dew-Inszenierung aus Berlin). Im Juni 1962 wurde das Stück mit heftigen Strichen (dafür aber immerhin mit einem (gekürzten) fünften Akt) in italienischer Übersetzung gesungen.



    Orchester und Chor der Scala Milano, Dir.: Gianandrea Gavazzeni - 3,5 (Ordentliches Routinedirigat, das keinen sonderlichen Eindruck hinterlässt)


    Margaritha de Valois - Joan Sutherland - 4 (Rein technisch gesehen sehr gut (wenn auch nicht auf dem Niveau ihrer Studioaufnahme), aber sie wirkt doch sehr unbeteiligt)


    Raoul de Nangis - Franco Corelli - 3 (Man kann verstehen, warum Liebhaber prächtigen Stimmmaterials hier hohe Noten vergeben, da Corelli sicherlich über eine der schönsten und durchschlagkräftigsten Tenorstimmen des 20. Jhd. verfügte. Aber leider war diese prächtige Naturstimme technisch zu wenig geschult (Corelli war größtenteils Autodidakt), was sich in dieser Rolle besonders negativ auswirkt. Corellis Raoul wirkt auf mich wie ein riesiges T-Bone-Steak, das außen sehr scharf angegrillt wurde, innen aber noch blutig ist: Raw excitement. Das ist vordergründig umwerfend und hoch emotional - und damit völlig an der Rolle und am Stil der Grand Opéra vorbei. Corelli singt dynamische Vorschriften reihenweise über den Haufen, lässt Noten ganz aus oder komponiert sie völlig neu. Stilistisch ist diese Interpretation fast eine Travestie des Originals: Ein Sizilianer in Paris. Beim Hören kam mir immer wieder ein Ausspruch Nietzsches in den Sinn: "Mit einer sehr lauten Stimme im Halse, ist man fast außer Stande, feine Sachen zu denken.")


    Valentina - Giulietta Simionato - 3,5 (Leider läßt sich auch die sonst fast immer exzellente Simionato vom stilistischen Berzerkertum Corellis anstecken und läßt ganze Teile der Rolle aus)


    Urbano - Fiorenza Cossotto - 3,5 (Der Mezzo Cossottos ist für diese Rolle zu schwer und unbeweglich)


    Il Conte di Nevers - Wladimiro Ganzarolli - 4 (Sticht für mich positiv heraus, sowohl gesanglich als auch stilistisch)


    Rest - 3 (Wenig beeindruckende Leistungen, insbesondere von Ghiaurov (rauhstimmig) und Tozzi (leblos))


    Wertung: 24,5/7= 3,5


    TQ - 3- (Mulmig, topfig)



    :hello:


    GiselherHH

    "Ebolis Traum" hat in Konwitschnys Regie dieselbe Funktion wie die ursprüngliche Balletteinlage, die Verdi zähneknirschend für die Pariser Oper schreiben musste (Jockey Club!): Ein Divertissement, eine Sistierung der eigentlichen Handlung zwecks Unterhaltung und Zerstreuung. Konwitschny wollte wenigstens einen heiteren Moment innerhalb dieser doch sehr düsteren Oper. Und das ist ihm, wie ich finde, hervorragend gelungen. Wobei ich, selbst wenn man diesem imaginierten Lebensentwurf den Kitschcharakter nicht absprechen kann, doch keine Denunziation der Figuren darin erkennen kann. Der etwas verklemmt beginnende Abend mit dem Chefehepaar lockert sich mit zunehmendem Alkoholpegel und nach einer kleinen Slapstickeinlage lachen alle miteinander. Verglichen mit der "Rahmenhandlung" des "Don Carlos", wo ein jeder des anderen Unglück gewollt oder ungewollt vermehrt, ist dies ein sehr humaner Moment. Und Konwitschny hat ihn durchaus kongenial mit der Musik inzeniert. Ich denke da nur z.B. an das kurze "Flötensignal", das sich wirklich haargenau so anhört wie der Signalton eines modernen Backofens.


    :hello:


    GiselherHH

    Heute eine weitere Absage von Rolando Villazon: er wird im Sommer nicht mit Frau Netrebko in Tschaikowskijs "Iolanthe" bei den Baden-Badener Festspielen auftreten. Dafür soll es dann einen zusätzlichen "Werther"-Termin mit Frau Garanca geben:


    "http://www.focus.de/kultur/musik/baden-baden-villazon-laesst-netrebko-stehen_aid_367868.html"


    :hello:


    GiselherHH

    Anstelle des erkrankten Rolando Villazon wird Piotr Beczala an der Seite von Anna Netrebko die Übertragung aus der MET am Sonnabend bestreiten:


    "http://operachic.typepad.com/opera_chic/2009/02/its-official-beczala-in-villazon-out-of-saturdays-lucia-broadcast.html"


    Hoffentlich wird das mit Villazon irgendwann wieder...


    :hello:


    GiselherHH

    Hallo,


    die bei 2001 erhältliche CD-ROM-Ausgabe des Kutsch-Riemens umfasst übrigens nicht nur die fünfbändige Ausgabe von 1997, sondern auch noch den Ergänzungsband von 2000, so dass das Aktualitätsdefizit im Vergleich zur aktuellen siebenbändigen Printausgabe von 2003 relativ gering ist.


    :hello:


    GiselherHH



    Ich stehe solchen Mammut-Boxen zwar ziemlich kritisch gegenüber (Wer will das denn alles hören?), aber alle Callas-Studioaufnahmen (Recitals und Operngesamtaufnahmen) auf 70 CDs für schlappe 30,00 Euro (!!!) ist auch für mich eine Versuchung, der ich nicht widerstehen kann.


    Hier der Link: "http://www.amazon.fr/Maria-Callas-LInt%C3%A9grale-enregistrements-1949-1969/dp/B000TIO4Z0/ref=cm_lmf_tit_2_rdssss1"


    Und hier noch eine Rezension mit einer Auflistung des Inhaltes am Schluß:


    "http://www.musicweb-international.com/classrev/2007/Dec07/Callas_complete_studio_3959182.htm"



    :hello:


    GiselherHH




    Hallo,


    eine Bezugsquelle für die CD habe ich zwar nicht gefunden, dafür gibt es sie aber auf Youtube ("Radu Marian Bononcini", man muss die einzelnen Teile allerdings anhand der gescannten CD-Rückseite bei amazon in die richtige Reihenfolge bringen). Von Radu Marian gibt es dort immerhin 82 Clips, teilweise Liveaufnahmen, mit Stücken von Albinoni, Frescobaldi, Fux, Purcell, Rossini usw. (Und der wohl unvermeidliche Bachgounod ist auch dabei...)


    :hello:


    GiselherHH