Beiträge von Melot1967

    An erster Stelle steht da bei mir Bach, hauptsächlich Musik für Orgel, Klavier/Cembalo oder andere Solo-Instrumente, gleichrangig mit Beethovens Klaviermusik und Streichquartetten und Debussys Klaviermusik.


    Dann das Klavierwerk von Brahms und Schumann und die Symphonien von Brahms, Mahler und Bruckner.


    Bei Chopin habe ich so Phasen, in denen ich viel von ihm höre und dann wieder gar nichts hören kann, aber süchtigmachend ist er für mich auf jeden Fall.


    P. S.
    Ach ja, und Wagner!

    Zitat

    Original von rolo betman
    Da bin ich mal gespannt, 71 Minuten lang, Scherzo und Adagio vertauscht, ob das was Gescheites ist ...


    Diese "Erstfassung" von 1872 ist fabelhaft. Leider hört man die Zweite Bruckner selten in dieser Version.

    Von Koroliovs präzisem Bach-Spiel kann ich gar nicht genug bekommen. "Die Kunst der Fuge" mit Koroliov ist die Entschädigung dafür, dass es von Glenn Gould keine vollständige Klavier-Aufnahme davon gibt, die so gut wäre wie etwa seine Englischen Suiten oder das WTC.


    Jetzt eine Aufnahme von Koroliov, die fast so süchtig macht wie seine "Kunst der Fuge":


    Ich schätze diese Sängerin sehr. Wenn ich sie auf der Bühne sehe, geht es mir gut. Und auf den von Christian genannten CDs ist sie doch auch fabelhaft. Ich mag sie vor allem als Ariadne, und als Tove in den Gurreliedern.


    Diese Vergleiche "... ja, aber an eine XY reicht sie nicht heran ..." finde ich sinnlos, egal mit welchem Künstler man sie anstellt.

    Ich gehe ca. jede Woche ins Konzert, und auf diesen reinen Schumann-Klavierabend gestern mit Aimard habe ich mich besonders gefreut. Maisenbergs reiner Schumann-Abend neulich war zwar auch wunderbar, aber bei Aimard ist es für mich deswegen so besonders, weil ich mir nie vorstellen konnte, dass er an einem Abend die Symphonischen Etüden und Carnaval spielen würde. Zumindest kennt man von ihm, dass er meist Ligeti oder Messiaen etc. dabei hat - was ja auch sehr interessant gewesen wäre! Aber ein reiner Schumann-Abend ist schon etwas viel Schumann, und ich dachte, so etwas gibt es ja gar nicht mehr, und so etwas gefällt ja nur mir.


    Leider konnte ich erst nach nochmaligem Hören (es kam heute Vormittag im Radio, und ich hatte zum Glück nicht vergessen, den DVD-Rekorder zu programmieren) feststellen, dass die Stücke hervorragend gespielt waren (bis auf ein paar kleine Patzer, die ich nicht der Rede wert fand). Ich nehme an, es lag an meinem Sitzplatz, dass ich das Klavier auf eine Weise hörte, als wäre das Pedal durchgehend durchgetreten gewesen. Ist etwas übertrieben ausgedrückt, aber auf weiten Strecken hörte ich alles zu vermischt. Ich saß in einer der Balkonlogen seitlich - vom Plan her müsste man denken, es wäre akustisch wunderbar, denn es gibt kein "Dach" darüber, und es ist quasi mitten im Raum.


    Was wäre denn in einem großen konservativen Saal wie im Wiener Konzerthaus oder auch Musikverein ein akustisch guter Sitzplatz bei einem Klavierabend? Einmal saß ich relativ nah - aber nicht ganz vorne (ca. Reihe 12), da hörte ich Sokolovs Schumann und Schubert sehr klar. Allerdings waren das mit die teuersten Plätze, was ich mir auch nicht oft leisten kann.


    Im Programmheft wurde das Publikum in äußerst höflicher Form gebeten, sich "vor allem während und in zeitlicher Nähe zu dem jeweils aufgeführten Stück" besonders still zu verhalten, da das Konzert nicht nur im Radio ausgestrahlt werden würde, sondern der Künstler es überdies gerne für eine CD verwenden würde.
    Ich glaube, so eine Ankündigung bringt überhaupt nichts. Die Leute - diesmal waren es vor allem die Frauen - haben munter drauflos gehustet. Man fragt sich manchmal, wo man so einen Huster mit weit aufgerissenem Maul lernt. Ich glaube, ich habe noch nie so alles übertönend gehustet. In einem Konzert habe ich glaube ich noch nie gehustet - oder habe mich höchstens während des Applauses ausgehustet. In meiner Nähe saßen ältere aufgetakelte Damen mit Opernguckern :rolleyes:, die bei Beginn von Carnaval weiter plauderten als wäre noch Pause. So unter dem Motto "Ich habe bezahlt und werde mich doch nicht vom Klavierspieler in meiner Unterhaltung mit den anderen wichtigen Damen unterbrechen lassen..." ?? Obwohl der Saal komplett verdunkelt wurde, mussten viele - ich sah das, denn ich hatte einen guten Überblick - im Programmheft schmökern, und in meiner Nähe wurde munter herumgeblättert, mit Geräusch.


    Trotzdem war es ein wunderbarer Klavierabend. Bei den Zugaben (Debussy, aus den Préludes I)) hätte ich mir gewünscht, dass jetzt ein reiner Debussy-Klavierabend folgen würde für mindestens eine weitere Stunde, doch dann kam leider schon die letzte Zugabe: "Pantomime" von György Kurtag. Es war ... - eine Pantomime (ohne Ton).

    Der Link funktioniert. Falls nicht sofort, dann eben später mal probieren. (Derzeit habe ich z. B. mit tinypic das Problem. Solange die down sind, erscheint in meinen Beiträgen kein einziges Foto.)


    Zu dem kurzen Video mit Horne/Sutherland:
    Im ersten Augenblick dachte ich, es wäre eine der Parodien von French&Saunders. Aber ich habe natürlich schnell gesehen, dass der entzückende Ausschnitt original ist.

    Ich finde, dass Musik an sich eine andere, übergeordnete Dimension darstellt, die über all diesen Bewertungen steht.


    Wenn ich sie in einem bestimmten Rahmen höre, z. B. bei einem Gottesdienst, bei einem Begräbnis, bei einer Krönung, bei einem Fest, auf einer Tanzveranstaltung, bei einem Gedenkkonzert, beim Festakt zur Eröffnung eines Nationalparkes, dann kann ich ihr einen gewissen Verwendungszweck zuschreiben. Aber ob sie von sich aus eine gewisse Eigenschaft besitzt (vom Komponisten bekommen hat), kann oft genug bezweifelt werden.


    Wir sind es, die etwas mit ihr assoziieren und sie in der Folge bewerten (oder sogar vorher schon bewerten!). Verschiedene Menschen bewerten sie verschieden, und man streitet sich wegen der Musik, aber dieselbe Musik bleibt dieselbe und steht über allem. Katholisch, protestantisch, jüdisch, deutsch, akademisch, fantasielos - das ist nicht die Musik, das sind wir.

    ohne Wertung



    Gustav Mahler Jugendorchester
    Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
    Wiener Philharmoniker (vor allem als Staatsopernorchester)
    Berliner Philharmoniker
    Staatskapelle Dresden
    Chicago Symphony Orchestra
    Cleveland Orchestra
    Boston Symphony Orchestra
    Concertgebouw Orkest
    St. Petersburger Philharmoniker

    Danke für die Kommentare, die ich sehr plausibel finde. Ich bin auch der Meinung, dass Deutschtümelei nicht das Element ist, an dem man sich in den Meistersingern stoßen könnte. Jedenfalls nicht, wenn man die entsprechende Zeit mitbeachtet.


    Von Wagner gibt es ein einziges Werk, bei dem ich mich mit der Musik nicht wohl fühle (ohne dass ich es jetzt sagen könnte wieso), und das ist Rienzi. Ich kenne allerdings Das Liebesverbot und Die Feen nicht. Ab dem Holländer finde ich dann alles stimmig. Ich kenne Musiker, die weite Strecken der Musik in Wagners Stücken nicht herausragend finden, und dann spielen sie eine für mich Laien weniger bedeutende Stelle vor und sagen, dass sie wegen dieser "genialen Stelle" das Werk mögen. Da bin ich immer froh, dass ich Laie bin und ein Stück von Anfang bis zum Ende genießen kann mit all seinen musikalischen Gegebenheiten, an denen sowieso nichts mehr zu ändern ist, und die immer schöner werden können, je vertrauter ich mit ihnen bin.

    Eigentlich habe ich mich bemüht, einen Beitrag zu dem jetzt geschlossenen Wagner-Thread zu schreiben. Leider ist das nicht mehr möglich und bin jetzt etwas frustriert, dass wir nicht weiter diskutieren können.


    Ich werde also das Tabu-Thema weglassen und trotzdem versuchen, meine Fragen zu formulieren. Worum es mir im Folgenden geht, ist, ob man gewisse Eigenschaften aus der Musik per se heraushören kann.


    Inwiefern ist die Musik in den Meistersingern "deutscher" als z. B. der Ring oder z. B. die Zauberflöte?


    Mir fällt dazu immer ein Freund ein, der sagt, dass er Bruckners Symphonien nicht mag, "weil sie so katholisch sind", und dass die katholische Kirche schon so viel Unheil über die Menschheit gebracht hat. Der Freund vermengt also verschiedene Themen, was ich für sinnlos halte. Und ich verstehe immer noch nicht, wie Musik "katholisch" sein kann; oder "übertrieben Deutsch". Musik kann doch auch nicht per se gut oder böse sein, so a la "Dur ist lustig, Moll ist traurig."


    Noch mal zu der "deutschen Musik" (?) in den Meistersingern:
    Es geht in den Meistersingern um Kunst und den Konflikt zwischen Tradition und Freiheit bzw. Moderne. Vielleicht wäre der Stoff in Frankreich auch möglich gewesen, mit dem ganzen Stolz auf französische Kunst, französische Ehre oder was weiß ich. Wäre das dann auch abzulehnen?


    Wenn wir Schöpfer, Werk, und andere Aspekte und Gegebenheiten nicht manchmal auseinanderhalten könnten, müssten wir viele schöne Werke ablehnen.

    Zitat

    Original von SMOB
    Ist zwar offthread, aber:
    Meine drei Cds der Kunst der Fuge, die ich alle toll finde auf unterschiedliche Art und Weise


    Aha. Die Streichquartettversion kenne ich mit dem Emerson Quartett. Und ich finde es - obwohl sonst ein großer Fan von seinem Bach - schade, dass die Kunst der Fuge bei Glenn Gould etwas seltsam geraten ist.

    Ich getraue mich zu Wagners persönlichem Antisemitismus aus Mangel an Belesenheit in diesem Punkt nichts zu sagen.


    Aber ich fand es schon immer lächerlich, Wagners Musik oder ihre Aufführung wegen Wagners Antisemitismus grundsätzlich abzulehnen oder gar verwerflich zu finden. Ich verstehe aber, dass Teile der jüdischen Bevölkerung nicht mit der Verehrung der Musik von Hitlers Lieblingskomponisten konfrontiert werden wollen (z. B. in Israel die Opfergeneration und ihre Kinder). Das Trauma durch den Holocaust ist extrem, auch für Nachkommen, und wer es nicht "aufarbeiten" konnte (sorry für den anmaßenden Ausdruck), hat ein Recht darauf, dass man ihn/sie von solchen Konfrontationen verschont.


    Ich kann folgendes nur aus meinem persönlichen Erleben und Verstehen seiner Werke schreiben:


    Ich finde in seinen Musikdramen nirgends einen Hinweis auf Antisemitismus. Ich finde überhaupt in seinen Musikdramen, wenn ich es mir genau überlege, keinen Hinweis darauf, dass Wagner irgendeine Kreatur verachtet. Es gibt gar nicht "die Guten" und "die Bösen". Wagner hat alle seine Geschöpfe geliebt, so wie er die Natur, z. B. auch die Tiere geliebt hat, und manche Figuren handeln verwerflich, weil sie durch ihre Lebensumstände, Ängste und Geschichte dazu getrieben worden sind (Alberich, Mime, Hunding, Hagen, Klingsor, Ortrud, Friedrich, etc.).


    Zu Wagners antisemitischen Schriften kann ich aber wiegesagt nichts sagen. Vielleicht kann jemand von euch verschiedene Ausprägungen von Antisemitismus erläutern. Wie war denn das bei den Franzosen; wie ist das heute noch in den USA; mit Semiten sind auch nicht nur die Juden gemeint.
    Mich würde das auch sehr interessieren, was Wagner geritten hat. Was war der Hintergrund, und wie war das überhaupt zu seiner Zeit.

    Wenn ich eine (Doppel-)CD mitnehme, dann Bachs "Die Kunst der Fuge", gespielt von Sokolov. Oder doch lieber Koroliov? Oder doch lieber mit Cembalo?


    Nachdem ich mir sowohl das Trinken als auch das Rauchen abgewöhnt habe, wäre "Die Kunst der Fuge" mein Rauschmittel auf der einsamen Insel.


    Bevor ich mich endgültig auf den Pianisten/Cembalisten festlege, würde ich gerne noch ein paar weitere Aufnahmen hören. Habt ihr Empfehlungen? Ich finde momentan keinen Thread über das Werk, und beim Googlen habe ich derzeit auch etwas Mühe, was Aufnahmen von "Die Kunst der Fuge" betrifft.

    Ich hätte die Karajan-Ariadne nicht zu den Aufnahmen der Kollo-Reise und der Brahms-Klavierstücke dazustellen sollen, denn schlecht ist die Karajan-Ariadne wirklich nicht.


    Aber es geht um Aufnahmen, die wir nie wieder hören möchten, und diese Ariadne-Aufnahme langweilt mich sehr, da sie so künstlich und leblos ist. Wenn die Namen Prey und Schock nicht draufgestanden wären, hätte ich sie damals wahrscheinlich auch nicht gekauft.

    Zitat

    Original von heldenbariton


    Um es mit Brünnhilde zu sagen: Ruhe, Ruhe, o Gott.."


    LG, Guido :hello:


    Ruhe, ruhe, du Gott! -
    Sie winkt den Mannen, Siegfrieds Leiche auf den Scheiterhaufen zu tragen; zugleich zieht sie von Siegfrieds Finger den Ring ab und betrachtet ihn sinnend.


    Für die, die es interessiert: Die Veranstaltung ist auf 9. September verschoben, und und es sind jetzt wieder Karten der Preiskategorie 2, 3 und 4 erhältlich, Preiskategorie 1 ist ausverkauft.


    http://konzerthaus.at




    Was mich interessieren würde: Was für eine tolle Sache soll das sein, für die die schlechtesten Karten 210 Euro kosten? Und was sind das für Leute, die dort hingehen? Im Konzerthaus kosten Karten normalerweise von 12 bis 60 Euro (und im teuersten Fall - wenn etwa die Wiener Philharmoniker spielen - 12 Euro bis etwas über 100 Euro).

    Viele meiner Lieblingsaufnahmen sind schon vorgekommen, und viele fehlen noch. Hier die nächsten zwei Strauss-Opern:


    Richard Strauss: "Ariadne auf Naxos"
    Jessye Norman
    Editha Gruberova
    Olaf Bär
    Paul Frey
    Dietrich Fischer-Dieskau
    Kurt Masur dirigiert das Gewandhausorchester Leipzig



    und "Die Frau ohne Schatten"
    Thomas Moser
    Cheryl Studer
    Eva Marton
    Marjana Lipovsek
    Robert Hale
    Bryn Terfel
    Georg Solti dirigiert die Wiener Philharmoniker


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