Beiträge von Herbert Henn

    Hallo musicophil,
    ich glaubte,es ginge um Sänger,die ausschließlich in der
    Schellack-Ära Aufnahmen gemacht haben.
    Es gibt ja viele Sänger,die in der Schellack-Zeit anfingen,
    aber in der LP-Zeit auch gesungen haben(J.Björling,R.Merrill,
    L.Warren,R.Tucker,G.Frick,J.Greindl,D.Fischer-Dieskau,R.Schock
    u.v.a.).Das "Perlenfischer-Duett"(Björling,Merrill)ist vom 3.1.1951,
    also auf Schellack erschienen.Da hast Du recht.


    Gruß Herbert.

    Hallo,Alfred,
    zunächst: Die sogenannte "Spiegelarie"ist instrumental das Vorspiel zu
    der Operette "Die Reise zum Mond", die Barkarole ist ein Ballett
    in der Operette" Die Rheinnixen". Beide Zugnummern sind von
    Bearbeitern mit Texten versehen worden und nach Offenbachs Tod
    in den "Hoffmann" eingefügt worden.(Gott sei Dank!). Anstelle der Spiegelarie ist im Original ein Chanson vorgesehen,
    (Dreh dich du Spiegel, in dem sich die Lerche fängt) welches die
    Figur des Dapertutto viel harmloser erscheinen läßt. Nach meiner Meinung sind die "Bösewichte"auch keine Bösen im eigentlichen Sinn.
    Es sind alle Vier skurrile Fantasie-Gestalten, die aber meist durch
    Fehlinterpretation von Regisseuren oder schweren Heldenbariton's
    zu Pizarros, Jagos oder Scarpias gemacht werden.


    Grüße von Herbert.

    Hallo,
    ich bin der Meinung ,man braucht hier garnicht zu spekulieren.
    Beckmesser's eigenes Preislied ,das er Sachs im 2.Akt vorsingt,
    ("Den Tag seh'ich erscheinen...) ist genau so absurd ,wie das,
    welches er von Sachs genommen hat,und das er auf seine Art
    "verbessert"hat,und unter dem Gelächter des Volkes vorträgt.
    Am Ende ist Beckmesser eine eine tragikomische Figur.


    Gruß Herbert.

    Hallo Misha,
    es liegt mir fern,die Nünberger zu beleidigen,aber Wagner wollte
    hier keinen Belcanto-Sänger,sondern eben einen Hans Lick,der
    allem neuen abhold ist.Darum Zeichnete er ihn als Witzfigur,
    außerdem gibt es in viel höheren politischen Ämtern wohl auch
    in unserer Zeit noch solche.


    Gruß Herbert.

    Hallo Siegfried,
    für mich war H.Prey der am wenigsten überzeugende Beckmesser,
    auch B.Weikl oder R.Hermann fand ich nicht für die Rolle geeignet.
    Der Beckmesser ist ein "Narrenkaspar". Das Libretto und die Musik
    weisen ihn als solchen aus.Deshalb sind für mich nur Sänger
    akzeptabel,welche die Skurrilität der Figur im Spiel ,aber vor allem im
    Gesang zum Ausdruck bringen .
    ( E.Kunz ,K.Dönch,K.Schmitt-Walter, B.Kusche, G.Evens z.B. )


    Grüße von Herbert Henn.

    Hallo,
    Ihr habt ja recht. Ich weiß wohl, daß der Falsettgesang in der Chormusik
    der Renaisance und des Barock gepflegt wurde, (weil Frauen nicht zugelassen waren) wenn es dabei bliebe, wäre auch nichts dagegen einzuwenden.Jedoch,wenn die Opernrollen von Händel, A.Scarlatti, Vivaldi oder A. Salieri von Falsettisten gesungen werden, kann ich das nur exotisch finden. Auch in der Operette muß es nicht unbedingt sein. Es gibt einige "Hosenrollen" (z.B.: Orlowski, Orpheus, Cherobino etc.) und die sollten es auch bleiben.


    Herbert Henn.

    Hallo Caesar,
    ich finde Countertenöre völlig überflüssig,lediglich eine Modeerscheinung.
    Was kann ein Countertenor bringen,was eine Altistin nicht kann?
    Außerdem ist dieses Falsettsingen wider jede Gesangstechnik(falso heißt
    auf ital.falsch).Die Kastraten sangen nicht Falsett,hatten also einen ganz
    anderen Stimmklang.Ich kann nur hoffen,daß diese "Falsettära "
    und die "Originalklangära"bald wieder zuende gehen.
    Dies ist meine persönliche Meinung.


    Herbert Henn.

    Hallo Norbert,
    hier meine unmaßgebliche Einschätzung von M.Sereni.
    Eine sehr schöne,technisch hervorragende Stimme im
    italienischen Fach,ähnlich wie R.Merrill,C.MacNeil oder
    S.Milnes,alles Nachfolger von L.Warren,aber sie besaßen
    alle nicht diesen individuellen Stimmklang wie Warren oder
    auch Gobbi und G.Becchi,jedoch man muß auch feststellen,daß es heute
    keinen Bariton wie die oben genannten mehr gibt.
    Also erfreuen wir uns auch an Sereni,Merrill,MacNeil und Milnes,
    die uns auf Tonträger überliefert sind.


    Gruß von Herbert,


    aus der Nähe von Köln.

    Hallo Norbert,
    M. Sereni ist am 25.3.1928 in Perugia geboren.Er ergriff zunächst
    den Beruf eines Mechanikers,dann Ausbildung an der Accademia
    Chigiana in Siena, sowie bei Mario Basiola.Debüt 1953 in Florenz in
    "Il diavolo nel campanile"von Lualdi.Dann hatte er eine erfolgreiche
    Karriere an den großen itaienischen Bühnen.1956 gastierte er am
    Teatro Colon in Buenos Aires,1957 Debüt an der Met mit "Andrea
    Chenier".Er sang an der Met 26 Partien in 380 Vorstellungen,
    u.a.Germont,Amonasro,Marcello,Sharpess und Belcore.Große
    Erfolge hatte er auch bei Gastspielen in London und Rom 1963
    sang er erstmals an der Mailänder Scala,1965 in Wien.Er sang
    auch bei den Festspielen von Floenz und Verona(1965,1973-74).
    Weitere Rollen von Sereni waren:Figaro in Barbiere,Jago,Malatesta,
    Tonio,Nabucco,Und Macbetto.


    Gruß, Herbert.

    Hallo Norbert,
    es gibt nur eine Aufnahme der Aida mit Perlea.
    Die Aufnahme entstand im Juli 1955 in Rom.(RCA)
    Disese Aunahme wird von den verschiedensten
    Firmen angeboten,leider auch oft techniscch"verbessert".
    Die Firmen geben dann meistens das Datum ihrer
    Edition an.


    (Das Original ist eine Mono-Aufnahme)


    Herbert

    Ich würde nie behaupten,daß die Tonart einer Komposition
    zweitrangig ist,aber wir hätten nicht die wunderbaren Liedaufnahmen
    (Winterreise)von G.Hüsch,H.Hotter,G.Souzay,d.Fischer-Dieskau,
    H.Prey,wenn man daraus ein Dogma machen würde.
    In dem Lied "Rückblick"(Es bennt mir unter beiden Sohlen...)
    kann ich keinen Hörnerklang wahrnehmen,aber natürlich in"Die Post".
    Abschließend möchte ich behaupten,daß Fischer-Dieskau der
    bedeutenste Liedersänger des 20.Jahrhundert's ist.Er hat alle
    nachfolgenden Liedinterpreten stark geprägt.


    Grüße von, Herbert Henn.

    Hallo Daniel,
    es gab einen Tenor,Heinrich Vogl,der aber zur "Wagner-Zeit"sang.
    Der Freund Schubert's hieß,Johann Michael Vogl und sang Bariton.
    Fast alle Lieder Schubert's sind aber in der Tenorlage geschrieben.
    Schubert sang nämlich selbst Tenor,wenn also Vogl zum Beispiel
    "Die schöne Müllerin"sang,mußten die meisten Lieder transponiert
    werden,genau wie heute,zum Beispiel bei Fischer-Dieskau.


    Gruß,Herbert Henn.

    Hallo Norbert,
    ich wollte nicht sagen,daß die Stimmen von Warren und Merrill
    ähnlich klingen,im Gegenteil.Man kann das sehr gut in der
    Bajazzo- Gesamtaufnahme hören,wo beide mitwirken.
    (Außerdem: de los Angeles und Björling). Alleine der Prolog
    ist schon das Geld wert.Dann ist auch der Rigoletto eine
    Aufnahme für die"Einsame Insel".(J.Peerce,E.Berger).
    Außerdem sind Der Troubadour und Aida (beide auch mit
    Björling) sehr zu empfehlen,auch eine Arien CD von Preiser,
    (Lebendige Vergangenheit)aber eigentlich ist alles zu empfehlen,
    wo Warren mitsingt.Ich besitze alle Live-Mitschnitte von der Met
    mit Warren.


    Grüße,Herbert.

    Hallo Norbert,
    es ist letztlich eine Geschmacksache,welche Stimme man
    als die großartigste empfindet. Nun gibt es einige Kriterien,
    die man zugrunde legen kann.Ein wesentliches ist zum
    Beispiel,daß die Stimme durch ihr spezifisches Timbre
    unverwechselbar ist(wie auch beim Schauspieler).
    Neben L.Warren waren an der Met noch einige andere
    Baritone engagiert (R Merrill,G.Valdengo,F.Guarrera,
    F.Valentino und J.Brownlee).Alle diese Sänger hatten
    ziemlich ähnliche Stimmen.L.Warren hatte außer seinem
    außergewöhnlichen Timbre eine einmalige Technik,er konnte
    in jeder Tonhöhe die Dynamik verändern,vom Piano zum
    Forte,und umgekehrt.Die Töne wurden immer auf der
    Atemsäule gebildet,während zum Beispiel E.Bastianini
    die hohen Töne mit erheblichem Druck erzeugte,(er kam
    aus dem Bassfach).Auf jeden Fall mußten für die Nachfolge
    Warren's einige Sänger herhalten,aber sein Niveau und seine
    Beliebtheit wurden an der Met nie mehr erreicht.


    Gruß, Herbert.

    Leonard Warren ist mein absoluter Lieblingssänger.
    Er war der größte Verdibariton seiner Epoche.Herrliches
    Timbre,perfekte Technik und in jeder Rolle den
    dazu passenden Ausdruck.Es gab zur gleichen Zeit
    viele erstklassige Baritone ( T.Gobbi,G.Bechi,G.Taddei,R. Panerai,
    N.Herlea,E.Bastianini u.s.w.) aber der Perfektion kam
    Leonard Warren am nächsten.


    Herbert Henn.

    Hallo Johannes,
    die beste Liveaufnahme mit Furtwängler ist meiner Meinung nach
    die Aufnahme von den Salzburger Festspielen 1950,die schon
    durch Julius Patzak als Florestan einen Sonderrang erhält.
    Daneben:K.Flagstad,E.Schwarzkopf,A.Dermota,P.Schöffler,
    J.Greindl,und H.Braun,nicht zu vergessen,die Wiener Philharmoniker.


    Grüße von Herbert.

    Ich möchte einmal meine beiden Fidelio-Favoriten vorstellen.
    Die Nr.1 ist für mich die Klemperer-Aufnahme von 1962.
    Alle Partien sind optimal besetzt.
    Nr.2 Furtwänglers Studio-Aufnahme von 1953.
    Diese Aufnahme enthält ein Kuriosum.Rudolf Schock singt
    einen herrlichen Jaquino,und unter falschem Namen(Alwin Hendricks,
    Schocks Bruder hieß Alwin) den vieleicht besten 1. Gefangenen der
    Schallplatten-Geschichte.
    Ich freue mich über andere Meinungen.


    Herbert Henn.




    Beitrag an den offiziellen Fidelio-Thread gehangen
    MOD 006 Peter

    Hallo Heldenbariton,
    man kann auch vermuten,daß Björling den Maskenball ,des Librettos
    wegen ,nicht sehr mochte,weil die Handlung ,die eigentlich in
    seiner Heimat spielen sollte nach Boston verlegt wurde.
    Die Musik ist auf jeden Fall auf Gustav III zugeschnitten.
    Diese Originalversion wird auch oft aufgeführt,
    nur noch nicht in italienisch.


    Gruß, Herbert.

    Hallo Theophilus,
    ich möchte noch einige" nichtschlanke" Taminos nennen,
    F.Völker,W.Ludwig,Ch.Kullmann,P.Anders,R.Schock,E.Kozub
    und in unseren Tagen S.Jerusalem.
    Auch A.Toscanini wählte für seine Salzburger Aufführung
    H.Roswaenge.


    Gruß, Herbert.

    Hallo Heldenbariton,
    ich kann nicht glauben,daß der sehr selbstbewußte Björling
    sich seine einzige Arie im Maskenball aus dramaturgischen Gründen streichen ließ.Außerdem besitze ich
    vier weitere Maskenball-Aufnahmen aus der"Met"(44,47,55,62)
    in denen die Arie"Ma se m'e forza perderti"gesungen wird ,
    zweimal von Peerce,einmal von Tucker und einmal von Bergonzi.


    Gruß Herbert.

    Hallo Rienzi,
    es stimmt,Aida von 1828 ist hervorragend,vor allem
    durch Pertile.
    Auch der Maskenball von 1940 ist herrlich,vor allem
    durch Milanov und Björling,der leider nicht die Arie
    im 3. Akt singt , warum nicht? Niemand weiß es.


    Gruß, Herbert.

    Ich möchte einmal die Sopranistin Meta Seinemeyer vorstellen.


    Sie wurde 1895 in Berlin geboren,1918 wurde sie an das Deutsche Opernhaus Berlin Charlottenburg verpflichtet. 1924 kam sie an die Semperoper in Dresden.
    Maßgeblich war sie dort an der "Verdi-Renaissance"beteiligt, die der Dirigent Fritz Busch ins Leben rief. 1929 starb sie auf dem Höhepunkt ihrer Karriere.


    Meta Seinemeyer besaß eine der schönsten Stimmen ihrer Zeit. Ihr Sopran war von dunklem Timbre,starkem Ausdruck und völlig unforciert.


    (Eine Box mit 4 CD's ist sehr zu empfehlen.
    Die Aufnahmen entstanden 1924-1929 )

    Hallo Rienzi,
    die Aunahme aus Neapel Ist von 1949.
    Man kann sie als Dokument der frühesten Callas-Gesamtaufnahme
    betrachten,also eine Aufnahme für Callas-Fans.


    (Ansonsten ist wohl Sinopoli erste Wahl )