Von Grass kenne ich neben der so obligatorischen wie extensiven "Blechtrommel" noch "Katz und Maus" (Schullektüre) sowie "Mein Jahrhundert", das ich schon in meinem Geschichtsunterricht verwendet habe - war eine nette Abwechslung.
Auch wenn sich das fies anhört: Aber das Beste am Literaten Grass sind seine Zeichnungen. Ich fühle mich bei ihm auch immer wieder an Fontane erinnert und dessen Stil lag mir auch nicht sonderlich. Vielleicht liegt es ja auch daran, dass man als Süddeutscher weniger direkten Zugang zu seiner Lebenswelt hat - jedenfalls fällt mir dies immer wieder bei literarischen Gesprächen mit Nord- und Ostdeutschen auf. Die können häufig wiederum weniger mit Mörike anfangen... Grass ist ein guter Literat, zweifelsohne, aber er behagt mir einfach nicht.
Beiträge von ulfk179
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Vor Prüfungen höre ich mit Vorliebe die "Meistersinger"-Ouvertüre, der Anfang und das Ende machen so richtig Mut während der Mittelteil zur Beruhigung beiträgt.
Um meine Laune zu heben, wirkt "Midsommarvaka" von Hugo Alfven wahre Wunder. Das Stück selber ist kein Meisterwerk, aber pfiffig und erinnert mich an einen wunerschönen Urlaub von ein paar Jahren in Stockholm, wo ich im Konserthuset Bekanntschaft mit der skandinavischen Sinfonik machte und schwedische Orchesterlieder mit Anne Sofie von Otter hören konnte. (Für Hinweise, wo ich eine CD dieser Art finde, wäre ich sehr dankbar.) -
Zitat
Original von Siegfried
Neu war für mich,daß Jung den Mime auch gesungen hat.
Manfred Jung ist als Mime sogar auf einer Aufnahme aus Kassel zu hören. Er schlägt sich dabei ganz gut, wobei er selbst für diese Rolle zu viel deklamiert als eigentlich singt.
Als Siegfried steht ihm übrigens einer der besten aktuellen Rollenvertreter zur Seite: Christian Franz. -
Durch diesen Thread angeregt, höre ich mich seit heute morgen queerbeet durch meine bisherigen "Tristan"-Einspielungen - momentan lausche ich dem ersten Akt der inoffiziellen Abbado-Aufnahme.
Was mich irritiert ist die Leistung von Deborah Polaski: rein objektiv ist mir klar, warum sie stimmlich keine erstrangige Isolde ist. Dazu fehlt ihr schlicht und ergreifend die Höhe... Und dennoch, rein subjektiv betrachtet und an Ostern dieses Jahr in Wien zurückdenkend - Polaski sang an der Seite des anämischen Robert Dean Smiths - fasziniert mich ihre Darstellung auch auf CD immer wieder erneut...
Geht das anderen Forumsteilnehmern vielleicht ähnlich ? -
Der "Barenboim"-Tristan ist meiner Meinung nach gewöhnungsbedürftig. Das Dirigat selber ist tadellos, die Nebenrollen sind solide (Struckmann) bis ausgezeichnet (Salminen) besetzt. Das Problem besteht meiner Ansicht nach zum einen im Jerusalem'schen Tristan, dessen spröde Stimme noch weniger als zum Siegfried passt sowie andererseits die eigentlich fehlerfreie Isolde von Frau Meier. Aber sie ist und bleibt eben ein Mezzo und Isolde ist einfach eine Sopranpartie - insbesondere im ersten Akt sorgt das bei den Passagen Isolde-Brangäne für eine gewisse Monotonie bzw. Irritation.
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Hallo GiselherHH,
dass ohne die Optik beim Stuttgarter Ring einiges fehlt, stimmt. Ebenso, dass es sich oft um eher durchschnittliche gesangliche Leistungen handelt. Gleichwohl gibt es stimmlich lohnende Entdeckungen: neben der Sieglinde (Denoke) vor allem die "Siegfried"-Besetzung mit dem aktuell meiner Meinung nach fähigsten Titelheld (J.F.West), dem viel zu selten aufgenommenen Wolfgang Schöne (Wanderer), einem wirklich tollen Mime sowie Lisa Gasteen als Brünhilde.
Aber das gehört jetzt vielleicht in einen anderen Thread. Sorry...Grüße,
ulfk179
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Vielen herzlichen Dank für den Hinweis - insbesondere, da Naxos mir auf meine Anfrage mitgeilt hat, die von mir so ersehnte "Walküre"-Aufnahme würde erst Ende 2006 erscheinen. Saftladen...
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Hallo Melot,
der Fehler liegt ganz auf meiner Seite. Ich meinte natürlich den "Parsifal". Damit wollte ich deiner Aussage hinsichtlich der guten Qualität von Botha, Denoke, Quathoff, etc. beipflichten. Sorry...
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Original von Edwin Baumgartner
Der Thielemann-"Tristan" ist, wie auch der "Parsifal", etwa das durchschnittliche Wiener Niveau. Das sind zum Teil Stimmen und Interpretationen, die ich nicht schätze - aber besser als Bayreuth ist das wohl noch allemal.
Hallo Edwin,
da hast du leider recht, was den Vergleich Wien-Bayreuth betrifft.
Was einen ebenfalls traurig stimmt, ist die Tatsache, dass es ja noch bessere Sänger im Wiener "Tristan" gegeben hat, die aber leider nicht aufgenommen worden sind. Ich kann z.B. verstehen, dass die Namen Thielemann und Domingo mehr "ziehen" als Runnicles und Botha. Aber warum man Struckmann Quasthoff vorgezogen hat, insbsondere da sein Amfortas ein selten hohes Mass an Öffentlichkeit genoss...? (Selbst mein opernunkundiger Herr Papa hat mich darauf angesprochen.)
Manchmal glaube ich, dass es keine richtige Wagnersängerkrise gibt, sondern dass viele kompetente Sänger meistens erst dann auf Platte gebannt werden, wenn sie ihren Zenit schon überschritten haben oder einfach nicht ausreichend Marketing für sie betrieben wurde. -
Ich habe die Aufnahme neulich im Handel gesehen, war aber skeptisch aus zwei Gründen:
1. Wie schlägt sich denn Rita Gorr ? Ich kenne sie nur von der Leinsdorf-Aufnahme und mache seitdem einen großen Bogen um sie. Und ohne gute Ortrud macht selbst der beste Lohengrin keinen Spaß...
2. Hört man den Souffleur ? Bei meinem "Tristan" (Orfeo, Karajan) höre ich fast ununterbrochen den Souffleur während des Liebestodes und das bringt mich nahezu um den Verstand...
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Eine spannende Oper mit einem interessanten Klangbild: eine spätromantischer Klangteppich, ein paar expressionistische Ausbrüche garniert mit zwei herrlichen "Schlagern": "Glück, das mir verblieb" sowie "Mein Sehnen, mein Wähnen".
Ich habe die Oper einmal in meiner Heimatstadt Ulm gesehen, Robert Künzli sang damals den Paul. Die Oper hat mich als Teenager damals auch wegen der Thematik bedeutend mehr beeindruckt als z.B. Mozarts Werke.
Als Aufnahme besitze ich die Live-Aufnahme (Orfeo) mit Torsten Kerl, Angela Denoke und Bo Skovhus von den Salzburger Festspielen - gefällt mir ausgesprochen gut ! -
Vielen Dank, lieber Spielmann, für den Hinweis.
Allerdings weiß ich nicht, ob der ganze Spaß 50 Euronen wert sein wird.
Ach, und wie war das nochmal vor einem Jahr beim Domingo-"Tristan" ? Die letzte große Studioproduktion - so hiess es doch...
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In nächster Zeit soll, leider habe ich das Label vergessen, eine "Tristan"-Einspielung mit J.Treleaven, C.Brewer veröffentlicht werden. Das BBC SO wird dabei von D.Runnicles dirigiert.
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In diesem Zusammenhang sei auf das spezielle Genre der Rockoper hingewiesen. Man tut Lloyd Webber keinen Gefallen, sein gesamtes, stilistisch überaus vielfaltiges Opus unter dem Begriff "Musical" zu subsumieren. Werke a la "Phantom der Oper" oder "Sunset Boulevard" sind verkappt-klassische Opern während seine frühreren Stücke "Evita" und "Jesus Christ Superstar" das Startsignal für die Rockoper waren. Bei diesen Werken kommt dem Libretto auch eine höhrere Bedeutung zu - die Texte von Tim Rice sind so geistreich wie zynisch. Spätere Rockopern sind das oratorienähnliche "Tommy" von The Who oder das moderene "Rent" von Jonathan Larson. Im Gegensatz zum Musical handelt es sich also um kein ausschließlich eskapistisches Musiktheater, sondern das Bemühen um Verbindung zwischen Anspruch und Unterhaltung, U- und E-Kultur - wenn man dieses Schubladendenken denn überhaupt für sinnvoll erachtet.
Genrell finde ich, dass das Musical etwas weiterführt, wenn auch auf vergleichsweise niedrigem, schematisierten Niveau, was bei der aktuellen Oper oft verloren gegegangen ist: Das Bekenntnis zur Melodie. Das trifft auf Sondheim - einen genialen amerikanischen Musicalkomponist und -texter - zwar weniger zu, aber Sondheim ist auch eher ein Vertreter des "sophisticated" Musicals. Es ist bezeichnend, dass seine Stücke relativ selten kommerziell erfolgreich waren. Schade eigentlich, ich liebe "Assassins" ein Werk über Attentäter auf amerikanische Präsidenten, "Into the Woods" (eine geistreiche Märchenparodie) sowie das bereits angesprochene "Sweeney Todd".
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Kaum zu glauben, aber wahr: EMI legt seinen "Ring" unter Haitink erneut auf. Rheingold und Walküre erscheinen in ein paar Tagen, Siegfried und Götterdämmerung folgen am Monatsende.
Lohnt sich die Anschaffung ?
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Bonjour,
zu RLP kann ich mich nicht äußern. NATÜRLICH zählt zur Ausbildung auch Pädagogik (aber nur wenig), ein weiteres Nebenfach (wird an der Uni studiert) und ein anschließendes Referendariat. DANACH hat man aber seine Stelle aber so gut wie sicher in der Tache. Quereinstieg ist immer problematisch - aus mehreren Gründen. Ich weiß aber u.a. von einem ausgebildeten Clown (!), der an einem Gymnasium den Kunstunterricht übernommen hat...
ulfk179
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Meine Meinung zu dem Thema - als Referendar für Sekundarstufe II in den Fächern Englisch und Geschichte in Baden-Württemberg kann ich mich da doch relativ kompetent äußern:
1. Die regulär ausgebildeten Musiklehrer an Gymnasien müssen eine Musikhochschule besucht habe - und dort sind die Aufnahmeprüfungen höllisch schwer. Viele Kollegen haben nach Ende der Schulzeit ein reines Übungsjahr eingelegt. An Grund-, Haupt- und Realschulen erfolgt die Ausbildung an der PH, die freilich nicht im gleichen Maße so anspruchsvoll ist, mit viel Praxis aber vergleichsweise wenig Theorie. O-Ton meiner Hornlehrerin: "Für die Musikhochschule reicht das bei dir nie, aber für die PH reicht's...."
2. Die Einstellungschancen für Musiklehrer sind besser als je zuvor, daher auch tummeln sich in dem Fach auch viele Fachfremde. Wer Musik als reguläres Fach hat, kann nicht nur mit einer sofortigen Anstellung rechnen, sondern sich aus die Schule relativ frei aussuchen. Ein Privileg, das ich mit meinen Fächern leider nicht genieße...
3. Es gibt verpflichtende Lehrpläne - und die sind auch irgendwo im Internet einsehbar. Bei speziellen Fragen kann ich auch gerne mal nachschlagen. Sie werden aber relativ flexibel gehandhabt. Auch ich habe weniger gute Musiklehrer gehabt - aber bei der neuen Lehrergeneration würde ich gerne nochmal die Schulbank drücken, vor allem in den mir früher so verhassten Naturwissenschaften. So viel sei gesagt: Es hat sich viel in der Methodik getan !
4. Diskutierende Forumsmitglieder sollten nicht vergesen, dass sie zu einer geringen Minderheit zählen und einfach andere intellektuelle Ansprüche an den Musikunterricht gestellt haben als der Durchschnittsschüler, bei dem froh sein kann, wenn er ein paar Epochen in die richtige Reihenfolge bringt. Was ist mir in meinen Fächern in der relativ kurzen Zeit schon an absurden Antworten untergekommen...
5. Musik lebt vom Selbermachen - und das kann fast nur im Einzelunterricht geschehen. Das kann aber die Institution Schule schlicht nicht leisten - weder organisatorisch noch finanziell. Wer kein Instrument spielt, für den bleibt ein einfacher Dreiklang ein Buch mit sieben Siegeln, da er nichts damit verbinden kann. Erziehung muss im gleichen Maße zuhause statt finden - Kinder können eben nicht zum Nulltarif an der Schule abgegeben werden.
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Ein paar Infos:
1. Die Vorstellung dauert inkl. zwei Pausen ca. 4 1/2 Stunden.
2. Der SWR überträgt die Vorstellung vom 30.7. live.
3. Eine Wiederaufnahme im nächsten Jahr ist nicht vorgesehen - wohl erst wieder 2009... -
Ich finde, dass die Preise höher sein könnten, solange es Karten zu dann wirklich niedrigen Preisen für einkommensschwache Personen gibt. Wenn ich an der BSO oder an der Wiener Staatsoper bin, denke ich mir jedes Mal, dass die meisten Kulturkonsumenten sowieso Akademiker und somit qua Statistik wohlhabender sind als andere Schichten - für die müssen nicht auch noch Subentionen bezahlt werden. Es ist aber auch nicht die Aufgabe von Staatstheatern, kulturelle Grundversorgung zu betrieben, sondern sie nehem eine Lewuchtturmrolle ein. Grundversorgung leisten - in Deutschland zumindest - die zahlreichen kommunalen Theater mit teilweise mehr als niedrigen Preisen; oft niedriger als ein Kinobesuch...
Es gibt übrigens mehrere Untersuchungen, die belegen, dass der ausbleibende Besuch von Arbeitern und deren Familien in keinem Zusammenhang mit dem Preis steht. Der Hauptgrund ist, dass zum Kulturverständnis eine frühe Sensibilisierung nötig ist - ab einem gewissen Alter ist der Zug meist abgefahren - und auch das Nichtwissen über die teilweise niedrigen Preise. Ähnliches ist auch in anderen Lebensbereichen zu beobachten: Obwohl die Kosten für einen Salat niedriger sind als für Fast Food, konsumieren Unterschichten trotzdem überwiegend letzteres, daher teilweise auch die niedrigere Lebenserwartung. Gleiches gilt für den TV-Konsum, wo RTL 2 anstelle von 3sat oder arte geglotzt wird.
In der Hoffnung, niemandem zu nahe getreten zu sein: Schönen Abend noch ! -
Hallo thdeck,
wenn man bedenkt, dass Baden-Baden ohne reguläre Subvention auskommen muss, sind die Preise fast schon moderat...
Es gibt aber zahlreiche Plätze, für die man wenig bezahlt, viel sieht und eine gute Akkustik hat, z.B. im zweiten Seitenbalkon, erste Reihe. -
Vielen Dank für die Information. Mich reizt die CD eben auch, da der von mir hoch geschätzte Kubelik das Siegfried-Idyll dirigiert.
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Kennt jemand die Aufnahme unter Maazel (Orchstre de France) ? Die gibt es z.Z. bei jpc.de für acht Euro in Kombination mit dem Siegfried-Idyll (RSO München, Kubelik).
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Hallo Felipe,
unter http://www.richard-wagner-werkstatt.com/cd/ kannst du dir mehrere Ausschnitte anhören...
Mir selber behagt die Aufnahme weniger - weder Hofmann noch Vejzovic begeistern mich sonderlich - van Dam und Moll sind beide wirklich gut, aber bei Barenboim bzw. Kubelik gefallen sie mir noch besser. Bei beiden Aufnahmen ist zudem die Kundry (Minton bzw. Meier in Bestform) überzeugender - wobei Vejzovic nicht viel schlechter als Minton ist, aber mit der damals einmaligen Meier kann sie nicht mithalten.Florian
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Hallo Edwin,
und danke für deine Rezension. Ich wollte noch ein paar Meinungen zum Thielemann'schen Parsifal einholen, ehe ich ein kleines Vermögen ausgebe. Nun werde ich also schauen, wo ich einen Mitschnitt mit Denoke und Botha finden kann...
Jedenfalls bin ich nun umso gespannter auf meinen österlichen Parsifalbesuch in Wien.Florian
P.S. Ich wollte dennoch eine Lanze für Domingo brechen: sein Siegmund zählt für mich zu den schönsten, die ich kenne.
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Hat ein Forumsmitglied schon die Thielemann'sche "Parsifal"-Aufnahme gehört ?
