Beiträge von Karl

    Hallo Holger,


    ich höre es schon am Esstisch:


    Zitat


    Der Papa hat wieder schwarze Finger!:jubel:


    Die Sache mit den Lichtreflexionen/Vibrationen dient hier allein dem Vergleich zwischen optischer und elektromagnetischer Abtastung.

    Hallo Wolfgang,


    stimmt, war aber auch nicht meine Intention, siehe


    Zitat

    Ich habe diese Anwendung nur deshalb gepostet, um die Vorteile der elektromagnetischen Abtastung etwas deutlicher darzustellen.

    Hallo Wolfgang,


    die Technik muss möglichst einfach sein, damit sie jeder anwenden kann.


    Das mit dem Puck ist umständlich, mindert aber die Vibrationen.


    Würde ich deshalb nicht als Vodoo bezeichnen. Einer mit einem klassischen CD Player schon eher, denn schließlich funktioniert es ja auch ohne diesen Puck.


    Wenn die Schublade zu ist, wird es übrigens im Innern des Player hell. Liegt am Laser.


    Würde deshalb physikalische Eigenschaften nicht in die Vodooschublade stecken.


    Aber auch hier gilt: man braucht es nicht, da der Player auch ohne "Vodoo" ohne Aussetzer spielt. Dank der Fehlerkorrektur, die Lesefehler ausbügelt.


    Ob diese elektronischen Helferlein, die es bei allen digitalen Datenübertragungen gibt, bei schlechter Übertragung und dadurch permanenter Arbeit auch Nebenwirkungen haben, ist eine spannende Frage.


    PS: Ich habe diese Anwendung nur deshalb gepostet, um die Vorteile der elektromagnetischen Abtastung etwas deutlicher darzustellen. Die optische Abtastung ist nun mal rein mechanisch gesehen Schnee von gestern.

    Hallo Wolfgang,


    der fette Puck im Sony dient ja zur Reduzierung von Vibrationen, so bleibt der Laser besser in der Spur.


    Auch Lichtreflexionen durch den Laser, um der klangschädlichen Fehlerkorrekturschaltung Arbeit zu ersparen, kann man einschränken.


    1. Den Rand der CD mit schwarzem Marker bemalen (siehe Pfeil im Bild)

    2. lichtundurchlässige Carbonmatte


    Carbonmatte


    cdrandndj2x.jpg


    xa5esxtkgu.jpg

    In meiner Beethovensammlung der Neunten ist auch diese Aufnahme:


    Asahina


    Eine hervorragende Aufnahme, bei der das Tempo stimmt und die Orchestergruppen nicht überrepräsentiert werden.


    Allein der 3.Satz gibt mir Rätsel auf, das ist schon eine sehr eigenartige Interpretation und Ausführung.

    Zitat

    Die eigentliche Frage aus dem Jahre 2005 war:


    Kann man aus einen herkömmlichen Computer (relativ neu, 3,2GHZ, 1024MB RAM) eine vernünftige HIFI-Anlage machen? Auf welche Komponenten kommt es an


    Man kann es, zumal seither 15 Jahre vergangen sind und der PC selbst in die Tonstudios Einzug gehalten hat.


    Allerdings wird der PC meist nur als Datenlieferant verwendet, die eigentliche Musik entsteht dann außerhalb auf einem zweiten Gerät (kann man als externe Soundkarte verstehen), das über USB, Netzwerk usw. mit dem PC verbunden ist.


    Grund dafür: das externe Gerät hat seine eigene Stromversorgung und Clock, beides in der Regel besser als im PC.


    Von diesem externen Gerät geht es dann per S/PDIF Kabelverbindung zum DAC oder über den Analogausgang zum Verstärker.


    Und wie fast immer gilt: umso besser, umso teuerer.

    Zitat

    Lieber Karl , sorry, dass ich löchere. Das hört sich für mich Laien aber doch gerade so an, als würde eine solche Schaltung das Problem mit dem Jitter auf dem Transportweg lösen können.

    Ja, das hört sich so an in bezug auf die getroffene Aussage, daß man damit das Problem lösen könnte.


    Aber in der Realität hört es sich dann nicht so an.


    Zitat

    Wenn also etwas über CD besser klingt, sind es andere Faktoren, als der reine BIt-Transfer?

    Um hier eine Aussage treffen zu können, müssten vergleichbare Situationen vorliegen.


    Die Audiodaten liegen auf der CD in einer anderen Struktur vor, erst nach dem Rippen der CD werden daraus einzelne Wave Dateien gemacht, die man auf Festplatte abspeichert.

    Eine Phasenregelschleife, auch als englisch phase-locked loop (PLL) bezeichnet, ist eine elektronische Schaltungsanordnung, die die Phasenlage und damit zusammenhängend die Frequenz eines veränderbaren Oszillators über einen geschlossenen Regelkreis so beeinflusst, dass die Phasenabweichung zwischen einem äußeren periodischen Referenzsignal und dem Oszillator oder einem daraus abgeleiteten Signal möglichst konstant ist.


    Anwendungen findet die PLL in digitalen Kommunikationssystemen zur Taktrückgewinnung und Synchronisation.

    Das eigentliche Problem scheint das Clocking zu sein. Ein altes Protokoll der CD Player platziert den Clock-Master bei der CD, obwohl es sinnvoller wäre, den beim DAC zu haben der schließlich die Analogumwandlung durchführt. Daher scheint es bei CD Playern ein Jitter-Problem mit externen DACs zu geben. Erfreulicherweise verwendet der Roon-Server (meine Installation :) ) das RAAT Protokoll, welches genau so arbeiten kann, dass der umwandelnde DAC hier das Clocking vorgibt.

    Zitat

    Jitter, der sich auf der digitalen Ebene einstellt oder hinzugesellt (und das kann in der Tat einiges sein), zeigt keinerlei Auswirkungen, solange die ursprüngliche Bitfolge erhalten bleibt und die D/A-Wandlung mit der gleichen Genauigkeit und Abtastfrequenz wie beim Aufnehmen erfolgt.

    Ich bitte um Verständnis, daß sich die ganze Problematik der DA Wandlung nicht in wenigen Worten darstellen läßt, zudem würden manche Ausführungen tiefere Kenntnise in der Elektronik voraussetzen.


    Ein Bild kann da vielleicht etwas weiterhelfen:


    Stellen wir uns ein Fließband vor, darauf liegen Teile, die durch einen Stempel von oben eine Prägung bekommen.


    Damit das immer wieder klappt, müssen das Fließband und der Stempel synchron zueinander laufen.


    Bei der DA Wandlung passiert das in einer unglaublich hohen Geschwindigkeit, die hereinkommenden Bits (die Teile auf dem Fließband) werden mit der Clock des Wandlers zeitlich kodiert (der Stempel kommt herunter und prägt) und daraufhin als analoges Signal zur weiteren Verarbeitung ausgegeben.


    Da aber eingehende Bits (vom Zuspieler) und das Clocking (vom DAC) von 2 verschiedenen Clocks gemacht werden und diese nicht komplett synchron laufen (auch wenn die Hersteller von PLL Schaltungen im DAC das gerne behaupten), kommt es zu einer Abweichung.


    Zusätzlich ist die Clock im DAC keine Hochpräzisionclock - im Highendbereich legt man da schon mal 500€ allein an Materialwert hin - sondern von üblicher Qualität, d.h. sie erzeugt ebenfalls noch Jitter.

    Zitat

    Wenn ich es also schaffe, diese Inhalte von der Quelle zum Ziel (hier im allgemeinen ein DAC) zu transportieren, so dass kein Jitter entsteht und keine Verluste oder Fehler vorliegen, ist mein Problem (so einfach ist das hier) gelöst.

    Ich würde gerne etwas erläutern:


    Die Übertragung digitaler Daten geschieht immer auf analogem Weg.


    Bitgenauigkeit wird damit so gut wie immer erreicht, die Dateien sind also in der Regel vollständig übertragen.


    Die Problematik beim späteren Wandeln dieser vollständigen digitalen Audiodaten in analoge Signale ist in der zeitlichen Domäne zu suchen.


    Man spricht hier von Jitter. Je stärker leichte Störungen und Taktungenauigkeiten (die Auswirkungen von Jitter ist deren Gesamtsumme) durch die analoge Übertragung der digitalen Signale entstehen, umso höher ist die zeitliche Schwankung im Moment der Wandlung im DAC.


    Dieser zeitliche Versatz bei der analogen Wiedergabe des vorliegenden vollständigen Musiksignals wird von unserem Hörsinn leider erkannt.

    „Bayreuth ist Chefsache“

    Kunstminister Bernd Sibler rechnet mit Festspieleröffnung am 25. Juli – Staatsempfang ungewiss


    Bayerns Kunstminister Bernd Sibler gibt sich zuversichtlich: Am 25. Juli sollen die Bayreuther Festspiele eröffnet werden. Im Kurier-Interview spricht Sibler über die Absage im vergangenen Jahr, mögliche Schnelltests vor den Aufführungen und darüber, dass vieles noch nicht entschieden ist.


    Herr Sibler, ziemlich genau vor einem Jahr ist die Entscheidung gefallen, die Bayreuther Festspiele 2020 abzusagen. Hatten Sie das Gefühl, eine historische Entscheidung zu treffen?


    Bernd Sibler: Zunächst war es eine pragmatische, den Zwängen geschuldete Entscheidung. Aufgrund der Pandemielage kam es zu einer Vielzahl von Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung. Dazu zählten auch die Einstellung des Vorstellungsbetriebs in Theatern, aber auch Reisebeschränkungen. Damals gab es zudem kaum belastbare Erkenntnisse darüber, wie man kulturelle Veranstaltungen sowie den dazugehörigen Probenbetrieb unter Corona-Bedingungen sicher hätte durchführen können. Vor diesem Hintergrund erschien die Vorbereitung und Durchführung der Bayreuther Festspiele im Jahr 2020 nicht verantwortbar. Insofern war es eine historische Entscheidung, leider im traurigen Sinn, da in normalen Zeiten die Bayreuther Festspiele ja immer stattgefunden haben.


    Viele dachten damals, dass es 2021 wieder normal weitergehen werde. Doch die aktuelle Situation ist keinesfalls besser als vor einem Jahr. Wie ist im Moment die Stimmung unter den Entscheidungsträgern?


    Sibler: Wir wissen, dass wir bei der Frage, unter welchen Voraussetzungen der Kunst- und Kulturbetrieb stattfinden kann, sehr umsichtig agieren müssen. Erfreulich ist, dass bei der letzten Ministerpräsidentenrunde ein Rahmen aufgezeigt worden ist, unter welchen Bedingungen Kunst und Kultur stattfinden können. Ganz entscheidend ist, dass es mit gestaffelten Öffnungen abhängig von den Inzidenzwerten eine Perspektive gibt. Wenn es die Zahlen zulassen, können die Einrichtungen öffnen. Die gute Nachricht für Bayreuth ist: Wir haben bereits vor einigen Monaten in den Gremien festgehalten, dass am 25. Juli in Bayreuth gespielt werden soll, weil wir wesentlich bessere Erfahrungswerte haben, als das im letzten Jahr der Fall war.


    Die Formulierung lautet ja immer: Die Festspiele sollen stattfinden. Was können Sie heute sicher sagen?


    Sibler: Ich gehe im Moment davon aus, dass am 25. Juli, in der Hochphase des Sommers, gespielt werden kann. Zwischenzeitlich konnten Erfahrungen im Umgang mit Hygienekonzepten bei kulturellen Veranstaltungen gesammelt werden. Außerdem hoffe ich, dass wir dann beim Impfen ein gutes Stück weiter sein werden. Deshalb gehen wir davon aus, dass wir am 25. Juli mit mindestens 200 Besuchern spielen können. Wenn es mehr sein können, wäre ich sehr glücklich. Wir haben hierfür die entsprechenden finanziellen Voraussetzungen geschaffen. Wir haben letzte Woche auch in einem sehr konstruktiven Gespräch mit Ministerpräsident Markus Söder festgehalten, dass wir uns bei Öffnungen für das Publikum im Kunst- und Kulturbetrieb nicht mehr allein an starren Zuschauer-Obergrenzen orientieren wollen, sondern dass wir die Möglichkeiten eines jeden Hauses und die Raumkapazität genauer in Betracht ziehen.


    Heißt das, das komplette Bayerische Kabinett hat den 25. Juli für Bayreuth reserviert?


    Sibler: Ich bin auf alle Fälle dabei. Wer von den Kollegen kommen wird, kann ich nicht sagen.


    Um abschließend noch auf die Sanierung des Festspielhauses zu sprechen zu kommen: Ist inzwischen in trockenen Tüchern, dass der Freistaat Bayern die Bauaufsicht über die Sanierung des Festspielhauses übernimmt?


    Sibler: Es war einer der schönsten Tage im letzten Jahr, als ich diesen Beschluss habe endlich festzurren können.

    Da steckt sehr viel Arbeit dahinter. Wir haben über zwei Jahre dieses Thema intensiv besprochen. Silke Launert war dabei eine wichtige Partnerin. Ja, der Freistaat Bayern wickelt die baufachlichen Fragen ab. Ich bin sehr froh, dass wir einsteigen können, denn Bayreuth ist eine Weltmarke, auf die wir stolz sind.


    Ich war vor einigen Jahren mit einer Gruppe Abgeordneter im Ausland unterwegs. Als wir erwähnt haben, dass wir einen Abgeordneten aus Bayreuth dabeihaben, war erkennbar, wie hoch die Wertschätzung für Bayreuth als international wahrgenommene Größe als Festspielstandort ist: Bayreuth kennt man aufgrund der Richard-Wagner-Festspiele und des Grünen Hügels in der ganzen Welt. Das ist beeindruckend.


    Bayreuth hat in der Kulturpolitik des Freistaats Bayern deshalb eine herausragende Position. Wir tragen eine hohe staatspolitische und kulturpolitische Verantwortung, dieses Gebäude so zu sanieren, dass es gut für die Zukunft aufgestellt ist. Bayreuth ist immer Chefsache.

    Die beiden CDs oben stammen von der Aufnahme in der Kingsway Hall aus dem Jahre 1972.


    1991 erfolgte die Digitalisierung bei EMI Holland und Erstveröffentlichung auf CD, die linke CD ist eine Neupressung aus dem Jahre 2005 der EMI Switzerland, die rechte CD aus 2004 ist zudem neu remastered.


    Die rechte CD klingt dadurch etwas direkter und offener, dafür hört man aber auch das Bandrauschen deutlicher.


    Die Einspielung mit den Berlinern geschah 1989/90, Karajan ist 1989 gestorben.


    Ich würde meinen, da hat man 1991 bei der EMI Marktchancen für andere Dirigenten erkannt und deshalb ältere Aufnahmen - wie die Kingsway Hall Einspielung - erstmals auf CD herausgebracht.


    Giulinis setzt 1972 zwar auch die Instrumentengruppen recht effektvoll ein, bleibt aber in einem für mich noch akzeptablen Rahmen. Auch beim gefühlten Tempo übt er sich in angemessener Zurückhaltung.


    Ein gelungenes Paradebeispiel für einen langjährig eingeübten und erzielten Orchesterklang ist dann die Aufnahme mit den Berlinern kurz nach Karajans Tod.


    Es dirigiert zwar Giulini, sein Einfluß auf die Musiker bleibt aber überschaubar, man hört Karajan durch.


    Sicherheitshalber habe ich deshalb noch die Mozartsinfonien geholt, siehe


    giulinimozartalk3g.jpg


    auch da ist der Karajanklang noch sehr gut heraushörbar.


    Insgesamt betrachtet bewegt sich Giulini mit der 72iger Aufnahme noch im ersten Drittel bei den bisher gesammelten CDs bezüglich der 9ten, die mit den Berlinern hat mir zuviel Orchesterklang, eignet sich aber hervorragend als Vorführbeispiel.

    Musik zur Berieselung, im background, brauche ich nicht.


    Wenn ich etwas mache, dann grundsätzlich das und nichts anderes. Es sei denn, es geht nicht anders und Multitasking ist gefordert. Das ist aber meist beruflich.


    Musik möchte ich wenn irgend möglich genießen. Daher ist Reduzierung auf das Notwendige angesagt.


    Gehe ich z.B. in meine Sauna im Keller, liegt da weder eine Zeitschrift, noch gibt es Radio oder Fernseher.


    Da bin ich ganz allein, schaue bei der Zwischenpause stumm von der Liege an die weiße Wand und ......relaxe. Herrlich!

    Zwischenzeitlich sind noch weitere CDs zum Vergleich der Neunten hinzugekommen, dabei war auch die mit Bernstein in Berlin, siehe


    Ode an die Freiheit


    Für mein Hörempfinden wird hier der 3.Satz zerdehnt, das Hinführen und die Vorbereitung auf den 4.Satz gelingt nicht.


    Adagio molto e cantabile – Andante moderato ist mE immer im Hinblick auf das Gesamte zu sehen und kein feststehendes Zeitmass, hier darf der Begriff "ausdrucksvoll" vorrangig ins Blickfeld rücken.


    Karl


    PS: aus der Vielzahl der Einspielungen gibt es eine, gibt es die Aufnahme des 3.Satzes, die ich mir als Sahnehäubchen getrennt vom Werk sehr gerne als Einzelaufnahme anhöre:


    Furtwängler 1954 in Luzern

    Der 2.Satz der Neunten verlangt natürlich nach Abwechslung, es braucht zumindest musikalischen Schwung beim Einsatz der Bläser, um einen drohenden Spannungsabfall zu vermeiden, denn mit dem recht ruhigen 3.Satz gönnt Beethoven dem Zuhörer die notwendige Pause, bevor es im 4.Satz zur Sache geht.


    Verwunderlich, daß z.B. hier Celibidache mit den Münchner Philharmonikern die Kurve nicht kriegt.


    Sein 1. und 4.Satz sind vortrefflich, aber es fehlt die gebotene Lebendigkeit beim 2.Satz, wodurch bei mir die Konzentration Minute für Minute mehr verloren geht und später die musikalischen Bindung des 4.Satzes an die Vorangegangenen, sprich die Geschlossenheit des Werkes, verloren geht. Schade.

    Bei Beethoven bestimmen in der Regel schon die ersten genommenen Takte die weitere Ausführung des Werkes.


    Nun gibt es Einspielungen der 9ten, da hat man mit dem Einsatz der Celli den - nicht verkehrten - Eindruck, als wenn die gezügelten Rennpferde bald losgelassen werden.


    Und schon beginnt der furiose Sturm, bei dem der Anschein entsteht, daß die einzelnen Orchesterteile hauptsächlich bemüht sind, sich an Wirkung noch zu übertreffen.


    Ein bombastisches Erlebnis, im wahrsten Sinne des Wortes.


    Aber es geht auch anders.


    Nehmen wir dafür


    The Klemperer Legacy (Beethoven: Sinfonie 9)


    Man merkt nichts von der erwähnten Angespanntheit und leichten Nervosität gleich zu Beginn, es braucht nur etwas Neugierde beim Zuhörer, um sich auf Klemperer einzulassen, der genau weiß, was und wohin er will.


    Auffallen dürfte bald, wie er die Orchestergruppen einsetzt. Sie sprechen miteinander, sie begleiten und übernehmen ohne irgendwelches unnötiges Getöns. Es ist der konsequente Aufbau eines zeitlich sehr großen Spannungsfeldes hin zu einem Gesamthöhepunkt.


    Dieser beginnt nach ungefähr 10 Minuten: die Musik flutet sich in einen Klangrausch, die einzelnen Orchestergruppen verschmelzen in ihren Einsätzen und es hat einen. Man ist drin, es entsteht ein Verständnis, was Beethoven dem Menschen hier mitgeben und sagen will. Hat was mit Insichstimmigwerden und Sichgutfühlen zu tun.


    So geht es mir zumindest.

    Zitat

    Eine INT der Neunten, so wie Du sie offenbar hören willst, wäre für mich unter der Rubrik "Langweilig" zu finden.

    Die Geschmäcker der Zuhörer sind verschieden, das ist klar.


    Mich selbst verwundert allerdings, wie stark die Unterschiede auch bei namhaften Dirigenten und Orchestern ausfallen.


    Die musikalische Schönheit der 9ten verschwindet mMn in dem Maße, wie zu kraftvoll dramatisiert bzw. eine Übertriebenheit in Tempo und Dynamik einkehrt.

    Mit der Zahl der verschiedenen Einspielungen verstärkt sich bei mir das Gefühl, daß mancher Dirigent die 9.Sinfonie bezüglich der Spielweise in Verbindung mit der 5ten und 7ten sieht.


    Warum nur? Die 9.Sinfonie kommt aus der Stille!


    Sicherlich kann man Pauken und Trompeten kontrastreich erschallen lassen, wer das allerdings nötig hat, kann die innere Kraft und Dramatik dieser Sinfonie mit geeigneteren Stilmitteln nicht herausarbeiten.

    Musik und Spazieren: Konkurrenz oder Koexistenz?

    Gehört mMn schon allein aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht zusammen.


    Bei uns ist ein Uniprofessor beim Queren einer Straße überfahren worden, da er beim morgentlichen Joggen Ohrstöpfel drin hatte.


    Intelligenz schützt eben nicht vor Dummheit.

    Ich habe das Wort "Arbeit" bewußt gewählt, weil ich - genau wie du - Musik grundsätzlich genießen möchte.


    Vergleiche ich Einspielungen, hat das wenig mit Genuß zu tun, der kommt erst dann, wenn ich weiß, welches Werk ich in Zukunft für das Genusshören verwenden werde.

    Hallo,


    ich wüßte nicht, wie ich ohne direkten Vergleich eine Aufnahme bewerten wollte.


    Wenn mich ein Werk interessiert, sammle ich deshalb im Rahmen eines für mich noch überschaubaren monetären Aufwandes alles, was so angeboten wird.


    Im Gegensatz zum Konzerterlebnis, das auf Erinnerung beruht und leicht Verfälschungen unterliegt (denken wir an das bekannte Problem bei Zeugenaussagen), kann ich dann konzentriert mit der Arbeit beginnen und den Abgleich so oft wie notwendig wiederholen.


    Es grüßt


    Karl