Beiträge von Karl

    Hallo,


    das Klaviertrio, entstanden noch vor Beginn des 1.Weltkrieges, ist dabei das Erste der 3 bekannten Kammermusikstücke Ravels, die aus der mittleren und späten Schaffensperiode stammen.


    Zitat

    Neben den aparten Harmonien und Klangexperimenten sind es diese unbestimmten Rhythmen, die dem Klaviertrio eine faszinierende Unbestimmtheit verleihen. Den soliden Gegenpol zu dieser hochgradig zerbrechlichen Klangwelt bildet der langsame Satz, eine Passacaglia, die sich an den strengen Formen der Barockzeit orientiert. Und im Finale ballt Ravel die Klänge der drei Instrumente zu solch wuchtigen Kaskaden auf, dass er beinahe orchestrale Wirkungen erreicht.


    Holger hat die Einspielung mit Kantorow angesprochen, die Claude Sautet in seinem Film "Ein Herz im Winter" verwendet. Der Filmemacher sagt dazu:


    Zitat

    Der Anfang des Trios bestimmt das Klima des Films: eine tiefe, doch zarte, zurückhaltende Melancholie. Die beiden Sonaten mit ihren funkelnden, gleichsam diabolischen Rhythmen, besonders der „Blues” und das „Perpetuum mobile”, gaben mir die Untermalung für die Arbeit der Geigerin und die psychologische Entwicklung der Gestalt.

    Ich hörte mir alle zur Verfügung stehenden Schallplatten an; doch keine erreichte die Strenge, den Gefühlsgehalt und die Kraftfülle, die aus der Einspielung von Jean-Jacques Kantorow sprechen.

    Es gibt noch eine neuere CD mit den 3 Stücken Ravels, die ich gerne alternativ höre, sie stammt von


    Susanna Yoko Henkel


    Ihr Ravel ist anders, aber sie hat eine Linie im Spiel, der man gerne folgt. Das ist schlüssig und durchdacht vorgetragen, macht immer wieder Spaß beim Hören.


    Vom Klaviertrio gibt es mE mehrere gute und auch sehr guter Aufnahmen, aber - für mich - auch eine Referenz.


    Ich kenne nur diese eine Aufnahme, bei der mit den ersten Klängen des Klaviers schon ein Klangzauber entsteht, der diesem Stück innewohnt.


    Auch bei den sehr guten Aufnahmen bemerkt man doch ab und zu eine gewisse Ungestümheit im Spiel, die sich einschleicht und die Musiker mitnimmt. Das Klaviertrio aber ist nun mal Kammermusik. Hier die Zügel festzuhalten und sich von den Rhythmen und Kaskaden nicht einvernehmen zu lassen, gelingt allein perfekt bei:


    Beaux Arts Trio


    Es grüßt


    Karl

    Hallo,


    nun muss ich nachträglich - so ist das mit dem stetigen Sammeln - noch eine hörenswerte CD bezüglich dem Gaspard vorstellen.


    Es handelt sich um


    Marylin Frascone.


    Ihre Ondine hat dieses Lockende und Reizvolle, dieses konsequente Hinführen auf den finalen Punkt mit dem abrupten Ende. Glänzend umgesetzt und verstanden.


    Bei Le gibet gibt es eine leichte Schwäche, die abendliche Stimmung mit der untergehenden Sonne ist sehr gut herausgearbeitet, leider kommt das Kalte und Schaudernde des Galgen nicht klar durch. Der Klavieranschlag ist dafür zu weich und federnd.


    Und der Scarbo? Da beginnt sie recht verhalten, ich dachte schon, das wird dann wohl nichts. Aber es dauert nur kurz und Marylin Frascone legt los. Der Kobold erwacht zum Leben, er poltert wie von Sinnen und sein Rasen steigert sich fortwährend.


    Für mich eine weit über den Durchschnitt liegende - künstlerische - Leistung, was allerdings auch für die Aufnahmetechniker gilt.


    Es grüßt


    Karl

    Hallo,


    ich kann mir gut vorstellen, daß eine vom Masterband gezogene 24/96 Digitalaufnahme besser als eine 16/44.1 Aufnahme klingen kann, da häufiger abgetastet wird und andere Filter beim Abspielen zum Einsatz kommen.


    Ich kann mir auch vorstellen, daß eine 16/44.1 Original CD Aufnahme nach der Analogwandlung im CD Player und anschließender Neudigitalisierung mit einer höheren Abtastrate in der Soundkarte etwas anders klingt.


    Ob es bei fehlender Bitgenauigkeit - bedingt durch den Aufnahmeweg - aber besser wird?


    Es grüßt


    Karl


    PS: Selbst habe ich früher 44.1 CD Digitalfiles mit Studiosoftware auf 96 und 192 hochgesampelt (also kein Umweg über die Analogausgabe) und daraus mit Discwelder echte DVD Audio Scheiben gemacht. Klang etwas anders, mehr auch nicht. Gut klingen HighRes Digitalaufnahmen von den echten Masterbändern, leider sind auch viele käuflich zu erwerbende HighRes Files nur nachträglich hochgesampelte - und damit interpolierte - CDs.

    Hallo Holger,


    auf die CD habe ich mich auch gefreut.


    Leider spielt hier ein Duo, Kagan ist zu laut und weiß wenig mit dem doch recht eigenen Ravelklang bei der Violine anzufangen.


    Schade.


    Es grüßt


    Karl

    Hallo Holger,


    die durch den Film "Ein Herz im Winter" bekannt gewordene Einspielung ist ein sehr guter Ausgangspunkt bei der Bewertung dieses Stückes.


    Hallo Christian,


    es gibt sicherlich genug Werke, die besser für den gehypten Nachwuchs geeignet sind.


    Es grüßt


    Karl

    Hallo,


    danke für den Hinweis, höre ich mir an.


    Gefreut hätte es mich, wenn es Aufnahmen von ASM mit diesen Werken


    Violinsonate Nr. 2

    Sonate für Violine und Violoncello

    Klaviertrio


    gäbe.


    Es grüßt


    Karl

    Hallo Holger,


    Ravels KK kommt ja erst am Ende meines Berichtes, aber meine gesammelten umfangreichen Hörerfahrungen dazu sind so gut wie abgeschlossen.


    Während ich beim Gaspard auf Grund der hohen technischen Schwierigkeit von Negativbeispielen absehe, obwohl es dazu manches zu sagen gibt, halte ich das beim KK anders.


    Meine Beurteilung des künstlerischen Inhaltes hat nichts mit dem visuellen Auftreten zu tun, aber gutes Aussehen sollte kein Schutz vor Kritik sein.


    Ich habe z.B. lange nach Aufnahmen Ravels mit ASM gesucht, aber nichts gefunden. Sollte diese Ausnahmekünstlerin für sich erkannt haben, daß ihr Ravel nicht liegt, obwohl sie das technisch drauf hat?


    Es grüßt


    Karl

    Zitat

    Ich werde jedenfalls darüber berichten!

    Verständnisfrage: über das Outfit oder die Musik?


    Zitat

    Yuja Wang hat ja auch so eine extrovertierte Seite - und spielt fantastisch.

    Die nächste Kandidatin bei Ravels KK, die ein perfektes Spiel ohne geistigen Inhalt abliefert.

    Hallo Christian,


    die Vermarktung von Musik ist heutzutage leider nicht zu selten weniger am Können sondern am Aussehen oder Auftreten festgemacht.


    Hallo Holger,


    die Aufnahme aus dem Vatikan in meiner Sammlung darf zu den gelungenen CDs gezählt werden.


    Was Alice Sara Ott betrifft: Solltest Du das kürzlich gesendete Video vom Klavierkonzert Ravels meinen, erlaube ich mir hier die Offenheit zu sagen, daß ich spätestens nach einigen Minuten des 2.Satzes fast geweint hätte, so völlig daneben war das.


    So ein sentimentaler Kitsch ist mir selten untergekommen.


    Hockt da mit geschlossenen Augen und zieht eine Show ab, als wenn sie gleich abhebt.


    Nichts von diesem gläsern zerbrechlichen Ton, nichts von diesem Gefühl der Einsamkeit und Suche, nichts...


    Gruß


    Karl

    Hallo,


    Ravels wohl interessantestes Stück für Kenner dürfte der Gaspard sein, für die Allgemeinheit der Bolero.


    Also was gibt es zum Gaspard zu sagen?


    Man könnte das Werk in die 3 Einzelwerke unterteilen und bewerten, da schneiden dann doch wesentlich mehr Interpreten gut ab.


    Gerade mit der Ondine kommen weibliche Pianistinnen gut zurecht, dieses Lockende und mit den Reizen spielende liegt wohl in der Natur.


    Eine ganz andere Atmosphäre stellt sich bei Le gibet ein. Der monotone, präzise Glockenklang in seiner Unbarmherzigkeit erzeugt ein leichtes Unbehagen, weiß man um die gegebene Situation. Diese Stimmung aufzubauen und beizubehalten, stellt so manchen namhaften Künstler vor echte Probleme.


    Am Scarbo scheitern nicht wenige. Man könnte manchmal meinen, der Pianist ist froh, das ungemein schwierig zu spielende Werk ohne Fehler endlich hinter sich zu haben.


    Anfangs war ich versucht, für mich echt grottenschlechte Einspielungen hier zu nennen, aber genau genommen verdient jeder Respekt, der den Gaspard technisch zu nehmen versteht, auch wenn er dabei nur Klavier nach Noten spielt.


    Auf Platz 3 meiner Bewertungen könnte ich mehrere Einspielungen empfehlen, beschränke mich aber auf zwei.


    Da ist Cecile Ousset,


    https://www.jpc.de/jpcng/class…Klavierwerke/hnum/5188551


    die bei allen 3 Teilstücken überzeugt, insbesondere aber natürlich bei Ondine.


    Man merkt ihr die Souveränität an, mit der sie dem Werk begegnet. Da ist nichts Überhastetes oder leicht Undefinierbares zu finden, ein Klavierspiel auf höchstem Niveau.


    Auch Philippe Entremonts Gaspard in den „Complete Piano Works“ überzeugt mit einem sehr schlüssigen Vortrag, bei dem insbesondere der Scarbo nie in einem dicken Klangbrei versinkt.


    Auf Platz 2 kommt bei mir ABM. Es ist allerdings nicht der Gaspard aus Lugano von 1969, der aufnahmetechnisch (zudem wohl Mono) leider die Freude an der gezeigten Leistung ABMs einschränkt.


    Es ist diese Vatikaneinspielung


    https://www.jpc.de/jpcng/class…ican-Concert/hnum/1811616,


    in meiner Sammlung jedoch als Sonderpressung von der Firma Steinway.


    Eine der wenigen Live CDs von ABM, die das Wort "Aufnahme" auch verdient. Das hört sich nicht nur wie ein Flügel von Ferne an, da wurde ein Flügel nach Studiovorgaben mikrofoniert.


    Künstlerisch entscheidend gegenüber Platz 3 ist hier beim Scarbo, daß das Lauernde und Quälende in dem zur Musik gewordenen Alptraum schon bei den ersten Tastenanschlägen deutlich spürbar herauskommt.


    Bei ABM geht es nicht mehr um die Bewältigung technischer Schwierigkeiten, er versteht es, den Kobold zum Leben zu erwecken. Dabei bleibt der Tastenanschlag immer klar und sicher, von Ermüdung, die zu Unsauberkeit führt, keine Spur.


    Wie bedauere ich es, daß dieser italienische Sturkopf keinen Zugang zu Aufnahmestudios gefunden hat, die meisten der vielen Liveaufnahmen von ihm sind kurz gesagt nicht akzeptabel.



    Platz 1 belegt eine Aufnahme, die künstlerisch wie aufnahmetechnisch hervorragend ist.


    Dabei nahezu unbekannt, obwohl für die Aufnahme mit Sicherheit viel viel Zeit investiert worden ist, denn einen Flügel in dieser Fulminanz und Genauigkeit, diesen Klangfarben und dieser Körperhaftigkeit aufzuzeichnen bzw. abzumischen, ist allein schon ausgesprochen selten.


    Gekannt habe ich den Pianisten nicht, auch vorher nichts über ihn gelesen. Entspringt allein meiner Sammelleidenschaft für Ravel, daß ich die CD bestellt habe.


    Es ist Ciro Longobardi


    https://www.jpc.de/jpcng/class…erwerke-Nuit/hnum/1067322,


    der einen Scarbo präsentiert, bei dem der Flügel zu Bersten scheint. Ein brachiales Feuerwerk mit allen Stilelementen Ravelscher Klavierkunst, akribisch herausgearbeitet und stilistisch perfekt umgesetzt.


    Kennt man diese CD, dann fragt man sich schon, warum selbst bei renommierten Studios oft nur mittelmäßig aufgezeichnet wird.


    Es grüßt



    Karl

    Das Beaux Arts Trio spielt den Schubert natürlich ohne Fehl und Tadel, aus der Partitur entsteht anhand der Noten und des Taktes diese wunderschöne Musik.


    Immerseel verwendet das Hammerklavier, was der Aufnahme spürbar gut tut. Dieser leicht kokette Klang verschafft dem Stück die Lebendigkeit und Leichtigkeit, die mir bei dem Beaux Arts Trio fehlt.


    Zuletzt mit italienischem Temperament und Flair, aufgenommen in einer alten Villa nahe Mailand, eine Interpretation, bei der die eingesetzten Instrumente an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit getrieben werden.


    3mal das gleiche Werk - ganz unterschiedlich angefasst und dem Hörer präsentiert.


    Das ist die übliche Spannweite bei klassischer Musik, das reicht aber nicht bei Ravel.

    Hallo,


    in der mittleren Schaffensperiode - bis zum Beginn des 1.Weltkrieges - ist neben dem Gaspard von 1908 das Klaviertrio von 1914 von besonderem Reiz und Wirkung auf den Hörer.


    Ein Stück, das Ravels Aufgabenstellung für die Interpreten deutlich erkennbar macht.


    Und trotzdem: Wie beim Gaspard gibt es trotz der Vielzahl von Einspielungen nur wenige Treffer, die meisten CDs enthalten Musik aber keinen Ravel.


    An was liegt es? Dazu muss Schubert herhalten, sein Trio in Es-Dur, D929 (Op.100).


    Zuerst das Beaux Arts Trio:

    schubertbeauxarts1ajkf.jpg





























    Dann Immerseel:

    schubertimmerseeltfk8y.jpg





























    Zuletzt La Gaia Scienza:

    schubertlagaiascienzabxk0p.jpg

    Hallo Holger,


    ich merke, daß wir Begriffe unterschiedlich verstehen.


    Es geht für mich - wenn wir ein frequenzgangkorrigiertes Horn haben - nicht um Verzerrungen oder tonale Aspekte, es ist diese direkte Art der Musikwiedergabe.


    Vielleicht besser ausgedrückt:


    Die Musikdarstellung soll mich nicht überfahren, ich möchte das Klanggeschehen betrachten können.


    Es grüßt


    Karl

    Hallo Holger,


    Zitat

    Ein perfekt abgestimmter Hornlautsprecher ist verfärbungsfrei und an Neutralität, Auflösungsfähigkeit und Dynamik unschlagbar.

    es ist gerade diese Dynamik, mit der ich meine Probleme habe.


    Das kann einen schon nach wenigen Minuten "nerven" oder es kann kommen wie bei einem Bekannten, der für viel Geld in Hörner investiert hat.

    Nach 2 Wochen rief er an und teilte mit, daß er zwischenzeitlich beim Musikhören Kopfschmerzen hat und deshalb wieder zurück auf sein altes System gegangen ist.

    Die Hörner standen dann 3 Jahre im Abseits, bevor er sie endlich mit ordentlichem Verlust veräußern konnte.


    Die Langzeittauglichkeit bei der Musikwiedergabe ist gerade bei Systemen, die einen auf Anhieb besonders auffallen, oft nicht gegeben.


    Es grüßt


    Karl

    Hallo Holger,


    Benchmark und Soekris stehen für recht unterschiedliche Konzepte, das würde für einen recht interessanten Hörvergleich sprechen.


    Mit Hörnern - selbst wenn sie frequenzgangkorrigiert sind - habe ich keine guten Erfahrungen gemacht, da bin ich auch schon aus dem Zimmer gegangen. Das ist mir zu direkt und fast schon aufdringlich.


    Aber über Geschmack läßt sich trefflich diskutieren.


    Es grüßt


    Karl

    Hallo Holger,


    wenn die Leute bei der CD von Tonkonserve sprechen, darf man vermuten, daß es eben auch so bei ihnen klingt.


    So wäre ich nie zur Klassik gekommen, da haben Pop/Rock Aufnahmen es leichter, uns klangtechnisch zufriedenzustellen.



    Es grüßt


    Karl

    Hallo Holger,


    3500 CDs sind doch etwas viel, allerdings kann man ja mit den Lieblingen mal beginnen und damit dann Vergleiche anstellen.


    Aber grundsätzlich stimme ich dir zu, die Zeit lieber mit Musik zu verbringen und weniger auf das Klangbild angestrengt zu achten.


    Im Grund ist es recht einfach: wenn Musikhören anstrengt und man nach einer gewissen Zeit dabei müde wird, sollte man was an der Anlage ändern.


    Es grüßt


    Karl

    Hallo Holger,


    Dynaudio hat sich ja grundsätzlich einer möglichst neutralen Wiedergabe verschrieben. Der Lautsprecher gibt aus, was er bekommt.


    Die Qualität des erzeugten Musiksignals der vorgeschalteten Kette und die Raumakustik geben deshalb vorrangig den Ton an.


    CD Spieler habe ich durchaus getestet, sowohl mit hochwertigen Sonylaufwerken wie auch dem allseits bekannten Philips CD-Pro.


    Im Ergebnis kommt man an den modernen Geräten wie Netzwerkstreamern oder Audio PCs nicht vorbei.


    Natürlich gibt es hier - wie überall - beträchtliche Unterschiede in der Ausführung, somit kann man viel Zeit für Tests opfern und Stück für Stück weiterkommen oder man hört lieber Musik.


    Da liegt das Problem.


    Es grüßt


    Karl

    Hallo Holger,


    von der Ferne betrachtet ist es der gleiche Lautsprecher.


    Konkret ist es die XD 60, also ein volldigitales System mit digitaler Weiche inkl. DSP, PWM-Vorstufe und Class-D-Endstufe.


    Es grüßt


    Karl


    PS: Wichtig ist - wie ich es auf deinem Bild sehe - bei Lautsprechern der - oft übersehene - seitliche Abstand zur Wand, wodurch die Erstreflexion der Schallwellen stark gemindert wird.

    Hallo Holger,


    mit der freien Aufstellung der Dynaudios hast du eine sehr gute Ausgangslage für dreidimensionales Hören geschaffen, das Bild vermittelt zudem ein angenehmes Raumempfinden an sich.


    Falls du es mit leichten Resonanzen oder leichter Unruhe im Klangbild - schallharte Wände und Fußboden - zu tun bekommst, wären Diffusoren an der Wand das geeignete Mittel.


    Glückwunsch zur neuen Workstation.


    Es grüßt


    Karl

    Hallo,


    nun komme ich zum Streichquartett in F-Dur.


    Maurice Ravel hat es seinem Lehrer Gabriel Fauré gewidmet.

    Ravel selber empfand sein erstes bedeutendes Kammermusikwerk als Abschluss der Studienzeit (1903), man darf es als sein "Gesellenstück" ansehen.


    Mit einer Dauer von knapp 30 Minuten stellt das Streichquartett seine bis dato auch umfangreichste Partitur dar.

    Der Komponist verläßt hier vertraute Pfade, der gelernte Pianist wendet sich den Streichinstrumenten zu. Es zeigt, wie selbstsicher und zuversichtlich der junge Ravel schon geworden ist, denn mit seiner Musik betritt er Neuland und darf nicht auf breite Zustimmung hoffen.


    Mit diesem Werk voller raffinierter Klangeffekte und rhythmischer Finesse bewirbt sich der 28-Jährige für den Prix de Rome. Es löst allerdings einen Eklat aus, weil es gegen tradierte Kompositionsnormen (an die Stelle eines zu erwartenden langsamen 2.Satzes tritt z.B. ein energisch-virtuoses Scherzo Assez vif – Très rythmé mit spanischem Flair) verstößt.


    Diese Rhapsodie ist ihrer Zeit ein Stück vorraus, obwohl Ravel weniger als Zerstörer, denn als Erneuerer traditioneller Formen und Techniken hervortritt.


    Heutzutage ein Klassiker für Streichquartette, dessen klangliche Schönheit zeitlos ist.


    Dazu 2 Anmerkungen:


    "Ravels Kunst strebte weder nach Leidenschaft noch nach Wahrheit, sondern wohl eher nach der ´Betrachtung des Schönen´, und zwar durch die Befriedigung des Geistes mittels der Freude des Hörens" (Arbie Orenstein).


    und


    "Ich erinnere mich an einen sehr schönen und guten Unterricht bei Herrn Kakuska vom Alban Berg Quartett vor vielen Jahren, wo er uns ausdrücklich gesagt hat - und das stimmt wirklich - dass man Ravel wie Mozart angehen muss, damit die Farben wirklich leuchten.

    Aber wieweit man in dem Stück runter gehen kann, wieweit man ausbrechen kann, dass kann man nur auf der Bühne ausprobieren, weil das wirklich Sachen sind, die man erfühlen und ausprobieren muss (Annette Reisinger)."


    Meine persönliche Empfehlung - bei einer Auswahl von 10 Einspielungen - ist:


    Cuarteto Casals



    cuartetocasalsnajz8.jpg


    Lebendigkeit und Spielfreude zeichnen die hervorragende Aufnahme aus, da können selbst die sonst bekannten Aufnahmen dieses Werkes nicht mithalten.


    Es grüßt


    Karl