Beiträge von Karl

    Hallo Holger,


    Zitat

    Ja, aber das ist dann kein objektives Kriterium sondern bleibt subjektiv beliebig. Wenn das alles wäre, braucht man keine ernsthaften Interpretationsvergleiche anzustellen

    das ist richtig, das ist das Ziel, allerdings findet man fast in jeder künstlerischen Beurteilung beides vor.


    Nennen wir es mal objektive Subjektivität.:pfeif:


    Es grüßt


    Karl

    Hallo Holger,


    die Qualität würde ich nicht am Alter ablesen wollen, gefährlicher ist allerdings:

    Zitat

    Die Crux bei diesem Konzert ist ABM, der einfach ein Ideal in jeder Hinsicht gesetzt hat. Hat man ein anderes Konzept, fällt man davon ab, indem es eben doch nicht so schlüssig ist.

    So etwas kann als Einbahnstraßendenken verstanden werden.


    Aber es geht uns ja alle letztendlich um den Musikgenuss, der sehr persönlich ausfallen darf und kann.


    Es grüßt


    Karl

    Hallo Holger,


    bei Ravel habe ich eigentlich immer den Eindruck, daß in seiner Musik etwas tief vergraben liegt.


    Wie man da erfolgreich danach schürft, wie man das zum Klingen bringt, hat wohl viel mit der Erfahrungswelt des Interpreten zu tun, und ich meine nicht unbedingt die Künstlerische.


    Es grüßt


    Karl

    Hallo Wolfgang,


    bei Triendl höre ich komplett, bei ABM breche ich nach dem 2.Satz ab.


    Warum das so ist? Wahrscheinlich muss ich mal auf die Couch und eine Therapie durchlaufen, um mein Innerstes zu verstehen.


    Reine Vermutung: Für mein Hörempfinden zergliedert ABM die Sätze stärker und da paßt der 3.Satz einfach nicht mehr richtig dazu.


    Es grüßt


    Karl

    Hallo Holger,


    die Frage wird man sich als Interpret bei Ravel immer stellen müssen: wie gehe ich mit der Vielfalt der Klangfarben um?


    Man müsste meinen, etwas runder, gefälliger und weicher ist das probate Mittel der Darstellung.


    Daß man bei Ravel - teils sehr stark - davon abweichen sollte, macht den besonderen Reiz dieser einzigartigen Musik aus.


    Nette Grüße


    Karl

    Hallo,


    augenscheinlich brauche ich länger, um mir ein gefestigtes Urteil zu bilden, aber dann bin ich mir auch sicher.


    Verglichen habe ich genug Werke zum Thema G-Dur Konzert, siehe

    ravelg-dur7okru.jpg


    Aber Zimerman kann ich beim besten Willen mit ABM nicht im gleichen Atemzug nennen.


    Die Schwierigkeit in der neutralen Beurteilung abweichender Interpretationen besteht mMn in unserer verfestigten Hörgewohnheit, wenn man ein Werk stark favorisiert, so geht es mir zumindest.


    Wenn man aber merkt, daß bei einem anderen Künstler erkennbar etwas dahintersteckt, muss man sich auf das ungewohnt Neuartige ohne Vorbehalte einlassen.


    Im vorliegenden Fall ist für mich Triendl der Zweite nach ABM, der die Sache richtig anpackt, wobei man nicht außer Acht lassen sollte, daß die Aufnahmequalität um einiges besser als bei ABM ist und dadurch der etwas kräftigere Grundton die Einspielung realistischer macht.


    Es grüßt


    Karl

    Hallo Holger,


    es wäre ja billig, ABM möglichst deckungsgleich nachzuahmen.


    Das tut Triendl nicht, die wichtigen Passagen kommen - für mich - exakt richtig, aber seine Interpretation ist insgesamt gleichmäßiger angelegt, etwas lockerer und runder.


    Aber das ist dann Geschmackssache, ich kann deine Argumentation auf jeden Fall nachvollziehen.


    Nette Grüße


    Karl

    Hallo,


    für den gefestigten Vergleich zwischen der Referenzaufnahme mit ABM und der Einspielung von Triendl hat es doch etwas gebraucht.


    Ich wollte mir da wirklich sicher sein und nicht einer Tagesschwankung unterliegen.


    Aber meine Meinung dazu hat sich verfestigt.


    Es gibt für mich nur diese zwei Aufnahmen, die ausdrücken, was sich Ravel bei dem Werk gedacht haben muss.


    Dabei geht es um eine gelegentlich auftauchende Stimmung, die einen ganz speziellen, leicht hellen Tastenanschlag erforderlich macht, der sehr pointiert und klar kommt, allerdings sehr knapp und ohne Nachklang.


    Es ist damit eine spürbare Einsamkeit verbunden, ein nicht von dieser Welt Gefühl, eine Art Verklingen und Verschwiinden.


    Bei ABM ist es noch einen Tick kantiger, der Kontrast noch stärker herausgearbeitet.


    Hier gibt es für mich aber kein besser oder schlechter mehr, da entscheidet die persönliche Stimmung, was gerade für mich paßt.


    Zur Zeit höre ich mehr Triendl.


    Es grüßt


    Karl

    Hallo,


    für mein Denken ist der Klaviervirtuose aus den privaten Salons heraus entstanden, weniger auf der Konzertbühne.


    Es ist etwas sehr intimes und privates, eine Sache, die sich in einem kleinerem Raum abspielt, wo Solist und Zuhörer sich kennen oder vorgestellt sind.


    Keine Zirkusnummer, ein Musikabend für Liebhaber und Kenner, die das Besondere suchen und erwarten.


    Es grüßt


    Karl

    Hallo Holger,


    gut zu wissen, daß sich das jemand nun zutraut und auch Garantie darauf gibt, allerdings:


    Zitat

    Dieser Riss im Gusseisen verschaffte Glenn Gould jahrelang Stress und Ärger, denn kein Klavierbauspezialist konnte den Flügel wieder vollkommen restaurieren. Jeder Konzertflügel ist ein Einzelstück mit eigenem Klangcharakter.

    Es grüßt


    Karl

    Hallo,


    die Doppel -CD mit ABM und Celibidache (Beitrag 69) beinhaltet noch 2 Überraschungen.


    Da ist das ältere Konzert von 1969 aus Helsinki, Beethovens KK5, das im 2.Satz diese ganz spezielle Klaviertechnik Michelangelis erneut zum Ausdruck bringt. Es erinnert an den 2.Satz des G-Dur Konzerts aus 1957, dieser klare und knappe Anschlag, der Ton überschreitet dabei nie die Grenzlinie, wo er bricht und Artefakte erkennbar werden. Einfach genial, kenne ich so bei keinem anderen Pianisten, wobei allerdings selbst ABM im späten Alter davon abgeht.


    Und dann gibt es noch auf der 2ten CD das KK3 aus München von 1981, das ist übelste Aufnahmequalität, das hat mMn einer aus dem Publikum still und heimlich aufgenommen. Klingt wie aus den 40iger Jahren, das hätte man sich wirklich sparen können.


    Es grüßt


    Karl

    Hallo Holger,


    wie gesagt, man braucht Geduld, Ausdauer und Glück, dann bekommt man Sammlerstücke auch zu einem annehmbaren Preis.


    So habe ich erst vor 1 Woche ein lange gesuchtes, bestimmtes Carrera Universal 132 Rennauto, das bei mir angenehme Kindheitserinnerungen auslöst, in einem sehr guten Zustand für knapp 1/3 des Sammlerpreises bekommen. Steht in der Vitrine und erzeugt beim Anschauen gute Laune wie klassische Musik beim Hören.


    Ich weiß, ist etwas abwegig, aber ...;)


    Es grüßt


    Karl

    Hallo Michael,


    so wie du es vorschlägst, so kann man es machen.


    Das ist für mich allerdings Symptombekämpfung, die grundlegende Ursache bleibt unangetastet.


    Über kulturelle Dinge reden und diskutieren und dabei die Umgangsformen nicht beachten wollen?


    Das paßt nicht zusammen, das schreckt Leute ab, etwas zu schreiben oder sich hier anzumelden.


    Das Aushängeschild eines Forums ist für nicht wenige Interessierte zuerst die dortige Umgangnahme, danach die sachliche Kompetenz.


    Ich empfinde es ebenso.


    Es grüßt


    Karl

    Hallo Alfred,


    eigentlich ist es nicht schwer, man muss nur konsequent sein.


    Ansonst passiert genau das, was nun passiert ist. Einer geht, weil er es müde ist, statt sachlicher Kritik persönlich angegangen zu werden.


    Ich kenne andere Foren, wo nach der 2.Verwarnung der Störenfried gehen muss.


    Da kann meckern wer will, es passiert. Und siehe da, nach anfänglichen Austritten von Gesinnungsgenossen beruhigt es sich und ein anderer Ton kehrt ein.


    Disziplin und Ordnung braucht es überall, das haben wir alle noch gelernt, oder?


    Es grüßt


    Karl

    Hallo,


    ich schicke mal voraus, daß


    Vergleiche natürlich auch Geschmacksfragen sind und es durchaus von Bedeutung sein kann, welche erste Begegnung man mit einem Werk hatte.


    Die Referenz von 1957 in Sachen G-Dur Klavierkonzert stammt bekanntermaßen von ABM, nun sitzt der Meister 25 Jahre später wieder am Flügel und man ist gespannt, was da kommen wird.


    Und wie eigentlich nicht anders zu erwarten, es ist keine Kopie von 1957. 25 Jahre hinterlassen Spuren, führen zu Veränderungen im Spiel.


    Am stärksten allerdings beim Orchester! Das sollte nicht erstaunen, da 1982 hier in London zwei Größen der Klassikmusik aufeinandergetroffen sind.


    Celibidache hat ein eigenes Verständnis von dem Werk, er setzt gelegentliche Ausrufezeichen, die sich das Orchester 1957 verkniffen hat. Während bei der älteren Aufnahme der Klavierpart eindeutig im Vordergrund steht, nimmt ABM nun seine Dominanz etwas zurück.


    Man darf davon ausgehen, daß die beiden Titanen sich darüber einig waren und diese vorsichtige Neuinterpretation des Werkes die Zustimmung von ABM hatte.


    Für mich zeigt der Vergleich zwischen 1957 und 1982 eines sehr schön auf:


    Es müssen nicht immer nur ausschließlich Stars auf der Bühne stehen, um Glanzpunkte zu setzen. Gelegentlich ist es das Zusammentreffen der richtigen Leute zum richtigen Zeitpunkt, um wie 1957 Musik für die Ewigkeit zu erschaffen.


    Das soll die Einspielung von 1982 nicht schmälern, sie ist allein aus Sammleraspekten schon ihr Geld wert, aber die Magie von 1957 hat sie nicht.


    Gruß


    Karl

    Hallo Rüdiger,


    Zitat

    Er führt uns aber eine höchst interessante und facettenreiche Persönlichkeit vor (Du sprichst vom Menschen dahinter), die man nicht nur jenen überlassen sollte, die diesen König je nach politischer Position ausschließlich als "Friedrich den Großen" wahrnehmen und ihn damit auch reduzieren.

    als Staatsmann war er groß, als Mensch ein seltsamer und unnahbarer Kauz, dessen Vorliebe für junge Männer uns nicht zu interessieren braucht. Was zählt, ist die Erschaffung der neuen kontinentalen Macht Preußen, damit beginnt die Entstehung unseres jetzigen Staates.


    Es grüßt


    Karl