Beiträge von Karl

    Zitat

    Die Demokratie ist wahrscheinlich die Staatsform, wo selbst der Dümmste sich lautstark artikulieren kann.

    Wahrscheinlich, bei Internetforen trifft das zu 100% zu.

    Na endlich mal ein Thema, wo Kant und Co. außen vor sind, auch wenn selbst hier moralische Grundsätze (im Sport als fairplay bezeichnet) hineinspielen.

    Es liegt nun mal im Wesen niedergeschriebener Musikwerke, daß sie - im Gegensatz zu einem Gemälde - einen Mittler (Orchester, Dirigent, Solist) brauchen und damit ein Spielraum an Interpretation dazugehört.

    Soweit ich informiert bin, gibt es z.B. klangliche Unterschiede bei Instrumenten wie Klavieren oder Geigen.


    Beruht zum Teil allein auf der unterschiedlichen Fertigung.


    In der Elektronik ist es nicht anders.


    Ob solche Unterschiede dann hörbar sind, liegt an der Gesamtqualität des Gerätes oder der Gerätekette und auch am Hörvermögen des Probanden, wie ich persönlich schon feststellen durfte.

    Es ist schon ein bisschen mühsam, mit Dir über diese Dinge zu sprechen, wenn Du gleich den Fachphilosophen raushängen lässt und anderen so oberlehrerhaft begegnest. Ich könnte jetzt Lektüre empfehlen, die Du offensichtlich nicht kennst, und damit meine ich nicht nur Koselleck, aber das macht ja keinen Sinn, weil Du nicht daran interessiert bist, andere Meinungen zu hören, sondern zumeist nur Deine Meinung bestätigt sehen willst. Das finde ich ein bisschen, nun ja, schade, denn sonst hätte man den - von der Diskussion über Kontingenz ausgelösten - Gedanken einmal weiterführen können (in einem anderen thread), was die Rahmenbedingungen sind für den für die klassische Musik faszinierenden Epochenumbruch um 1750. Was sind die Unterschiede zum Barockzeitalter im Hinblick auf die im Absolutismus völlig andere Konstitution von Individualität? Welche veränderten Rahmenbedingungen haben dazu geführt, dass Mitte des 18. Jahrhunderts in Literatur und Musik eine kreative Explosion stattfindet, die so einzigartig ist, dass sie uns heute noch fesselt? Was hat sich in dieser Zeit so verändert und so einen Schub ermöglicht? Das sind spannende Fragen, finde ich - und ich habe keine vorfomulierten Antworten darauf. Aber auf die Weise, wie du hier Gespräche führst, habe ich wenig Lust weiter darüber nachzudenken.


    Viele Grüße

    Christian

    Hallo Christian,


    die entstehende Freiheit in Gedanken, Worten und Werken, unterstützt vom aufkommenden Bildungsbürgertum, dürfte dabei maßgeblich beteiligt sein, oder?


    Es grüßt


    Karl

    Zitat

    Sorry, aber was hat das noch mit BWV 124 zu tun?

    Die Bachkantate verweist auf Jesus, der eine Frohe Botschaft verkündet hat.


    Zitat

    Religion hat ihren Kredit verspielt, wenn sie unglaubwürdig wird.

    Die christliche Religion stammt von Paulus, Jesus war kein Religionsstifter (das Reich ist nahe herbeigekommen).

    Jesus hat in enfachen Worten und Beispielen, die jeder verstehen konnte, die Frohe Botschaft verkiündet.


    Paulus hat daraus später - ohne ihn perönlich gekannt zu haben - eine neue Religion geformt, in deren Mittelpunkt der Sinn des Kreuzigung und die Auferstehung steht.


    Mit dem ersten Konzil 325 n. Chr. (ca. 200-300 Teilnehmer) wurde noch die Trinitätslehre fester Bestandteil dieses christlichen Glaubens.


    Darüber kann man nun viel Nachdenken und anschließend eine Wissenschaft machen, was oft so rein gar nichts mehr mit der ursprünglichen Frohen Botschaft zu tun hat.


    Die lautet: Gott ist Liebe - ohne Vorbedingung. Glaub es!

    Paul Auster


    Weltbekannt wurde der kürzlich verstorbene Paul Auster durch seine Serie experimenteller Kriminalromane:


    Die New-York-Trilogie[1] hat dem amerikanischen Schriftsteller Paul Auster (1947–2024) international zum Durchbruch verholfen. Sie besteht aus den Romanen Stadt aus Glas (City of Glass, 1985), Schlagschatten (Ghosts, 1986) und Hinter verschlossenen Türen (The Locked Room, 1987).


    Ein hinreißend guter Geschichtenerzähler


    und auch ein kritischer Zeitgeist, siehe:


    Trump


    Über Präsident Donald Trump, den 45. US-Präsidenten, sagte Auster: »Ich ertrage den Mann nicht. Er hat ein Vokabular von 16 Wörtern, sagt jeden Satz doppelt, und jeder ist gelogen.« Nicht nur beim Corona-Krisenmanagement verhalte sich Trump wie ein zweijähriges Kind, das ausschließlich sich selbst im Zentrum der Welt sehe.

    »Fünfjährige sind schon halbwegs vernünftig«, meinte Auster. »Nummer 45 ist immer noch zwei Jahre alt, in Windeln, den Löffel gegen den Hochstuhl hämmernd. Wir sehen einem Kranken zu.«

    Hallo Alfred,


    ich würde auf einen Hybridverstärker umsteigen, siehe


    Unison Research


    Die Röhren sind an der richtigen Stelle: im Vorverstärker.


    Die Endstufe selbst arbeitet mit Transistortechnik, das schafft Power und Zuverlässigkeit.


    Hatte selbst lange Jahre einen Unison Hybridverstärker in meiner Passivanlage und kann diese Firma nur empfehlen.


    Es grüßt


    Karl

    Die Ursache des cleanen Klanges liegen bei der digitalen Wiedergabe in Zeitfehlern.


    Die digitalen Rohdaten bekommen nach dem Auslesen von der CD, Festplatte usw. anschließend einen Zeitstempel, der über das Ein- und Ausschwingverhalten der Töne entscheidet.


    Je ungenauer dieser Vorgang abläuft, umso mehr erkennt unser Hörsinn die Unnatürlichkeit der Wiedergabe.


    Das hat aber nichts mit Transistortechnik zu tun. Die ist daran völlig unschuldig.


    Röhren geben nun diesem zeitfalschen Signal Obertöne hinzu, die den Ton mehr oder weniger "etwas aufpeppen".


    Der Ein- und Ausschwingvorgang wird dadurch nicht besser, aber es klingt angenehmer.


    Präzise zeitliche Taktung durch entsprechend teuere Oszillatoren und eine insgesamt sehr gute Stromversorgung sind hier die Lösung.

    Hallo Thomas,


    ich freue mich immer über eigenständige Beiträge, deren Sichtweise - egal in welcher Richtung - durch eine schlüssige Begründung für mich nachvollziehbar sind. Das schafft die Möglichkeit der Reflexion mit der eigenen Denkweise und dem eigenen Geschmack.


    Danke.


    Karl

    Gestern lief auf ARTE eine Doku zu diesem Ereignis.


    Chopin-Wettbewerb


    Neben der offenkundigen künstlerischen Leistungsfähigkeit der jungen Teilnehmer fiel mir eines besonders auf:


    Wer nach 3 Wochen Wettbewerb im Finale steht, muss sich seine Kräfte einteilen.


    Da waren dann doch einige Finalisten nicht mehr 100%tig körperlich wie geistig fit, der Sieger allerdings schon.


    Würde gerne wissen, was da für ein Stab an Hilfskräften im Hintergrund sehr gute Arbeit geleistet hat.


    Die Doku erinnerte mich insgesamt etwas an Turnierleistungssport.

    In diesem Thread ist so alles drin, was es über Musik zu sagen gibt.


    Da reden die Ausführenden miteinander über Musiktheorie und das Technische an sich, der interessierte Außenstehende kann nur staunen, was es da alles zu sagen und zu diskutieren gibt.


    Schade wäre nur, wenn sich dadurch mancher von der Musik abwendet, weil er von all dem so gut wie gar nichts versteht und weiß.


    Ihm sei gesagt, das brauchst und musst du nicht verstehen um ein Liebhaber Klassischer Musik zu werden!


    Musik sollte nicht nur im Kopf stattfinden, hier beginnt es zwar, leider endet es aber hier auch bei so manchem Vortragenden.


    Gerade der Gaspard zeigt dies mehr als deutlich auf.


    Da kann ein Pianist praktisch alles richtig machen und trotzdem kommt nichts dabei heraus als belangloses Spiel auf höchstem technischen Niveau.


    Die 3 Teile des Gaspard vermitteln jeweils eine Stimmung, die es herauszuarbeiten gilt.


    Weiblicher Reiz und Verlockung, ein bedrohlich wirkendes unbehagliches Szenario, ein Alptraum, aus dem man nicht herauskommt.


    Das kann wohl jeder mit eigenen Gefühlen und Emotionen verbinden, das kennt man als Mensch.


    Ursuleasa hat ihren eigenen Zugang zu diesem Werk gefunden, sie spielt es - erinnert mich dabei etwas an Patricia Kopatchinskaja mit Beethovens Violinkonzert - so ganz anders wie ich es gewohnt bin.


    Aber ich muss gestehen, das ist nicht mein Ding. Sie macht oft kleine Pausen oder verändert überraschend die Lautstärke, wodurch folgende Einzelpassagen recht deutlich herausgestellt werden, was mir allerdings auf Grund der Häufigkeit übertrieben gemacht vorkommt.


    Individuell und auch interessant, gehört damit schon in die Sammlung.


    Claudio Arrau habe ich einfach mitgekauft, da Siamak sich lobend über ihn geäußert hat.


    Eine Nähe zu ABM konnte ich allerdings nicht erkennen.


    ABM schafft eine Strenge und Distanz zwischen dem Werk und dem Hörer, das macht Arrau nicht.


    Aber: Arrau verblüfft mich auf das Angenehmste.


    Arrau erzeugt in jedem der drei Teile eine Stimmung, die dem zugrundeliegenden Text gerecht wird. Man merkt recht bald, dass er den Kern des Werkes durchdrungen hat und dies mit seinem ihm eigenen Stil zu Gehör bringt.


    Wunderbar gespielt trotz einiger Fehlgriffe in dieser Liveaufnahme. Ein Muss für Kenner.

    47289943bk.jpg


    Der Ausspruch stammt von Mihaela Ursuleasa, die ich mir neben Claudio Arrau die letzten Tage noch genau angehört habe.


    Vielen Dank an Siamak #119 für den Tip, der Kauf hat sich mehr als gelohnt, weil er die unterschiedlichen Herangehensweisen zum Thema Klassische Musik damit überdeutlich herausstellen konnte.

    So steht es im Cover einer CD, die ich heute erhalten habe.


    Von wem stammt diese persönliche Notiz?

    47247925wn.jpg


    Die Arkadia Aufnahme vom Gaspard habe ich mir heute mal wieder angehört und danach die mit Gavrilov - sicherlich mehr bekannt durch Chopin (EMI Red Line - Etudes & Ballades).


    Kann ich jedem nur empfehlen, diesen Hörvergleich zu machen.


    Bei Odine geht das für mich noch in Ordnung, aber schon bei "Le Gibet" ist es vorbei.


    Da hören wir ständig eine Totenglocke in der abendlichen Dämmerung beim Anblick eines Gehängten.


    Bitte kein schönes Klavierspiel, der Ton der Glocke muss kühl und kalt kommen.


    Und beim Scarbo geht es doch nicht um die Demonstration der Klaviertechnik, ich will einen spürbar gelebten Alptraum hören und empfinden.


    ABM ist hier qualitativ so weit entfernt von Gavrilov, und der ist ja wirklich kein Durchschnittspianist.