Beiträge von Karl

    Hallo Holger,


    grundsätzlich ist ja jedes öffentliche Auftreten eine Art Inszenierung.


    Vergleiche ich ABM mit Clara Haskil, vergleiche ich ABM mit Horowitz, usw., komme ich für mich aber zu unterschiedlichen Ergebnissen.


    Und es gibt noch etwas anderes zu beachten.


    Menschen mit einer Ausstrahlung, mit Charisma, die einen unwillkürlich in den Bann ziehen.


    Da mag einer von Inszenierung sprechen, ich sehe das nicht so.


    Es grüßt


    Karl

    Hallo Holger,


    in der Doku war für mich erkennbar, daß ABM wohl ein recht widersprüchlicher Mensch gewesen ist.


    Teils offen und hilfsbereit für seine Mitmenschen, teils eigensinnig und pedantisch.


    Was mir besonders aufgefallen ist, war die Szene, wo er dicht umringt vom Publikum spielt.


    Ich denke schon, daß er - wenn möglich - für sein Spiel diese direkte Annäherung und Atmosphäre gesucht hat und damit seine ganz persönliche Gesamtinszenierung schuf.


    Das ist für mich nichts Negatives, das kam nicht aus Eitelkeit, das hat ihn wohl irgendwie beflügelt.


    Es grüßt


    Karl

    Hallo,


    die nicht erfolgte "Generalentschuldigung" von Garben dürfte damit begründbar sein, daß - wie es im Film deutlich angesprochen wird - Michelangeli nach seinem Herzinfarkt Garben als Dirigent bestimmte, da er renommierte und damit auch widersprechende Dirigenten für den Neustart fürchtete.


    Garben hat ihm diesen Freundschaftsdienst erwiesen.


    Ich denke, da hatte Garben etwas gut bei ABM und durfte auf etwas mehr Nachsicht rechnen.


    Es grüßt


    Karl

    Hallo,


    ein kleines, knapp 6 Minuten langes Klavierstück soll nun den Anfang machen, es ist eines der Frühwerke Ravels aus dem Jahre 1899:


    Pavane pour une infante défunte


    Bei Wiki liest man dazu:

    Zitat

    Ravel selbst beschrieb das Stück als „eine Erinnerung an eine Pavane, die eine kleine Prinzessin in alter Zeit am spanischen Hof getanzt haben könnte“; sie sei „keine Trauerklage für ein totes Kind, sondern eine Vorstellung von einer Pavane, wie sie vielleicht von so einer kleinen Prinzessin in einem Gemälde von Velázquez getanzt wurde“. Später erklärte er jedoch, den Titel letztlich allein wegen der Assonanz gewählt zu haben

    Die lange Liste der Einspielungen dazu füllt mein CD Regal, es ist gut und notwendig, sich möglichst viele Interpretationen anzuhören, denn schon hier zeigt sich eine Eigenart der Ravelschen Werke sehr deutlich.


    Das Werk muss geistig tief durchdrungen und verstanden werden, um aus dem Noten ein schlüssiges Gesamtkonzept herauszuarbeiten.


    Bei Ravel scheitern für mich viele - auch hochgepriesene Künstler - nicht selten, weil sie der innewohnenden Seele der Stücke nicht nahekommen.


    Wie geht man Pavane pour une infante défunte nun an, damit dieses kleine Kunstwerk das Herz des Zuhöreres so seltsam zart berührt?


    Nicht durch dahinschwelgendes Getöns, weder flott noch zu stark im Ausdruck.


    Die Kunst liegt für mich in einer schwierigen Balance aus einem anrührendem Werk, das einen mit Kinderaugen zuhören läßt (klingt etwas schräg, aber wir haben ein vertontes Bild bzw. Geschehen vor uns), aber nie ins Kitschige oder Sentimentale abgleiten darf. Das ist für den Pianisten ein Ritt auf der Rasierklinge, da ist jeder Tastenanschlag genauestens abzuwägen, um Leichtigkeit mit Anmut und Schönheit herauszuarbeiten.


    Ich kenne bisher nur eine einzige Aufnahme, die diese Vorgaben für mich erfüllt, die von:


    Juan José Chuquisengo


    juanjoschuquisengo3qjkm.jpg

    Hallo,


    die Doku über ABM ist ein echtes Juwel, will man sich diesem Mann etwas nähern.


    Die Aufnahmen in München 1992 mit Celibidache wurden wegen eines ausgefallenen Scheinwerfers auf Anordnung von ABM ja vernichtet, ein echter Jammer, da hier Fachleute von Sony zugegen waren, die sicherlich hifitaugliche Mitschnitte gemacht haben.


    Alle waren ja gespannt, ob die - laut Filmsprecher - Referenzaufnahme von 1982 mit Celibidache in London nach 10 Jahren noch getoppt werden könnte. Und dann so was von Divahaftigkeit, die uns Musikliebhaber unverdientermaßen bestraft.


    Irgendwie ein ausgesprochen gutes Gefühl als Sammler und Liebhaber des G-Dur Konzertes, daß ich dafür diese seltene Aufnahme aus 1982 mit viel Glück erwerben konnte (ME1039/40).


    Es grüßt


    Karl

    Ich habe mit ihm gelegentlich zu tun und darf sagen, daß er als Mann schon eine etwas hellere Stimme hat.


    Andererseits wird ja nicht mehr nur auf den Gesang geachtet, sondern auch auf das Erscheinungsbild.


    Da kann er durchaus punkten.

    Hallo,


    die gestellte Frage kann mit Ja oder Nein beantwortet werden.


    Brauche ich den räumlichen Klang für mich, dann muss es Stereo sein.


    Geht es mir vorrangig um die musikalische Umsetzung eines Werkes, darf es Mono oder Stereo sein.


    Es grüßt


    Karl


    PS: mit verrauschten oder klanglich undefinierbaren alten Aufnahmen oder privaten Tonbandaufnahmen a la ABM Fans kann ich - leider- überhaupt nichts anfangen.

    Hallo Alfred,


    die technischen Probleme bei Lautsprechern und die der Raumakustik kennt ja eigentlich jeder, der über Kopfhörer und anschließend über die Lautsprecher hört.


    Was hier zwischenzeitlich möglich ist, kann letztendlich nur durch die persönliche Erfahrung bei privaten Workshops in Sachen HiFi erfahren werden.


    Klar ist natürlich, daß hier im Forum kein Mangel an der sicheren Beurteilung von natürlichem Klang vorhanden wäre.


    Es grüßt


    Karl

    Hallo Alfred,


    da darf ich aus Erfahrung widersprechen.


    Kann man die vielen Hürden der heimischen Stereofonie meistern, hört man - bei guter Mikrofonierung der Aufnahme - mehr als im Konzert und das - durch die gegebene Zeitrichtigkeit - ohne klangliche Verfälschung.


    Man hat das Ohr nicht im Publikum, sondern dort, wo der Solist bzw. Dirigent steht und kann z.B. die überragenden Fertigkeiten einer ASM mit der angesprochenen Stradivari mitverfolgen, die feinen und feinsten Vibrationen der Saiten kommen dabei durch.


    Dinge, die vor Jahren noch nicht denkbar und technisch möglich waren.


    Es grüßt


    Karl

    Hallo Alfred,


    schallharte oder überdämpfte Räume sind die bekannten akustischen Probleme, die man - wenn die angesprochene Oberhoheit im Raum besteht - selbst recht gut korrigieren kann.


    Anders ist es damit:


    Zitat

    Die Realität:

    Übliche Mehrwegesysteme mit passiven Frequenzweichen verändern den Zeitablauf des Originalklangs. Hochtöner kommen zuerst, dann spielen die Mitteltöner und zuletzt kommt der Bass. Der vom Lautsprecher ausgehende Direktschall wird vielfach an Boden, Decke und Seitenwänden, an Möbeln und anderen Einrichtungsgegenständen reflektiert, hin- und hergeworfen, absorbiert und verstärkt. Am Hörplatz kommt ein Signal an, welches nicht mehr dem Signal entspricht, das am Lautsprecher erzeugt wurde.


    Was man dagegen machen kann:

    Zitat

    Die Lösung:

    Am Hörplatz wird der eintreffende Schall anhand eines Meßsignals aufgenommen und analysiert. Hierbei wird ein besonderer Wert auf die Qualität des Direktschalls innerhalb eines einstellbaren Zeitfensters gelegt. Anhand einer Zielkurve, die der Anwender gemäß seinen Hörgewohnheiten beeinflussen kann, wird ein Korrekturfilter ermittelt. Mit diesem Korrekturfilter wird später bei der Wiedergabe das Signal so korrigiert, dass sich am Hörplatz ein optimaler Klang einstellt.

    Bei tiefen Frequenzen entstehen aufgrund des Raums stehende Wellen, auch bezeichnet als Raummoden. Hierbei werden bestimmte Frequenzen verstärkt, andere wiederum abgeschwächt. Zu laute Pegel werden vermieden, indem das Musiksignal in diesem Frequenzbereich abgeschwächt wird. Zu schwache Pegel werden verstärkt.

    Es grüßt


    Karl

    Hallo Alfred,


    nun sind wir bei den technischen Problemen von Lautsprechern.


    Die von dir angesprochenen Mängel waren mit der Grund, daß ich auf Aktivlautsprecher mit digitaler Weiche umgestiegen bin.


    Und wenn man da durch ist, bleibt zum Schluß noch die Anpassung an die Raumakustik zu bewältigen.


    Es grüßt


    Karl

    Hallo André,


    natürlich habe ich gemerkt, wie zufrieden und stolz du mit deiner Anlage bist.


    Und dazu kann und darf man dich beglückwünschen.


    Aber du hast dazu pauschal einige technische Aussagen gemacht, die so nicht zutreffen.


    Das ist die Tatsache, daß ein Verstärker das Signal nicht verbessern kann.


    Er kann es bei seiner Arbeit nur verschlechtern. Tut er das nicht, kommt das Ergebnis heraus, das du bei deinem Gerät wahrnimmst. Das Signal bleibt in seiner Güte erhalten, im Gegensatz zu früheren Geräten, die du verwendet hast.


    Durch die Röhrentechnik wird ferner in der Vorstufe etwas an Obertönen hinzugegeben, die den Klang durchaus verschönern können.


    Und zuletzt: Ich stimme deiner Aussage voll und ganz zu, daß es darauf ankommt, für seine Lautsprecher die geeignete Endstufe zu finden. Das muss eben nicht der oder der Testsieger sein, das erfordert Geduld, ein gutes Gehör und letztendlich auch ein glückliches Händchen.


    Es grüßt


    Karl

    Hallo Andre,


    Zitat

    Hallo Karl,

    hast du den Artikel zum Black Cat gelesen? Empfehle ich wirklich.

    nun mache ich das, was du empfiehlst und darf mir für meine Gedanken dazu anhören, daß missioniert wird.:rolleyes:


    Zur Klarstellung: Modernes HiFi ist für mich die technische Entwicklung seit 2005.


    Es grüßt


    Karl

    Hallo Alfred,


    zum verlinkten Artikel:


    Zitat

    Der "BLACK CAT 2" hat einen Differenztonfaktor von 0,002% und einen Klirrfaktor von 0,033 %, währen der Telefunken HA990, als Beispiel eines handelsüblichen HiFi-Transistorverstärkers, einen Differenztonfaktor von 0,366 (das 183-fache des BC 2) und einen Klirrfaktor von 0,0048 hat.

    Wir sind - wie es ausschaut - im Jahre 2005, bitte mal googeln nach dem Telefunken HA990, ein Stereogerät für den Otto-Normal-Verbraucher. Das hat nichts mit modernem HiFi zu tun.


    Es grüßt


    Karl

    Hallo André,


    die klanglichen Eigenschaften des natürlichen Ein- und Ausschwingens von Tönen oder die Räumlichkeit werden hauptsächlich durch das zeitrichtige präzise digitale Signal und dessen analoger Wandlung erzeugt, nicht bei der Verstärkung.


    Es grüßt


    Karl

    Hallo,


    Ravel erschafft eine Musik, die es davor und danach so nicht gibt.


    Daher stelle ich mir immer wieder die Frage, was für ein Mensch dieser Ravel war. Sicher kein Normalbürger.


    Nach den Schilderungen seiner Zeitgenossen, die ihn näher kennenlernen durften, ein unverwechselbares Individuum, dessen Macken und Kanten nicht aufgesetzt sind, sondern unverfälscht und direkt aus dem Innersten kommen.


    Ravel verstellt sich nicht, Ravel ist Ravel. Diplomatie und Taktieren im Umgang mit anderen sind ihm fremd.


    Fast wie ein Kind sagt er direkt, was er denkt und fühlt. Das ist natürlich nicht jedermanns Sache.


    Er wirkt dadurch bei Fremden arrogant und blasiert, zynisch und kühl.


    Andererseits hat er ein sehr sehr enges Verhältnis zu den Eltern und dem einzigen Bruder.


    Erst nach dem Tod der Eltern und der Heirat des Bruders lebt er allein, in seinem kleinen Haus mit Garten etwas außerhalb Paris ist er aber gerne Gastgeber. Seine Interessen sind vielfältig, mancher der Besucher muss dabei enttäuscht feststellen, daß die Gespräche manchmal so rein gar nichts mit Musik zu tun haben.


    Zu seinen wenigen Freunden und guten Bekannten zählen Männer wie Frauen, eine Beziehung ist er jedoch nie eingegangen.


    War er dahingehend zu schüchtern, zu reserviert oder hat er sich dabei nur dumm angestellt, sicher ist, daß er zwar Interesse am weiblichen Geschlecht hatte, aber die einzige Frau in seinem Leben dürfte die Mutter gewesen sein.


    Ein enttäuschter Suchender wie Beethoven war er aber nicht, auch kein Einzelgänger.


    Ravel ist in ständiger Gesellschaft, er gehört zur Pariser Avantgarde, ein Pariser Intellektueller seiner Zeit.


    Aus diesen manigfaltigen Erfahrungen und kulturellen Strömungen in der Großstadt, die er aufnimmt und in seiner ganz eigenen Art und Weise verarbeitet, entsteht die neue Musik.


    Neben der Vielfalt im Stil ist es das Wissen um die Instrumente selbst, deren klangliche Möglichkeiten er untersucht und bis zum Außersten treibt.


    Und dann sitzt er da, spielt wenige Töne und überlegt, was er daraus machen kann. Und so kommt - oft über Jahre - erst eins zum anderen.


    So erklärt er es einmal auf die Frage, wie er denn komponiere.


    Es grüßt


    Karl

    Hallo Willi,


    so locker sitzt das Geld dann doch nicht.


    Meinen KH habe ich als Auslaufmodell für 329€ bekommen, der große Vorteil ist im Nachhinein, daß die einfacheren Modelle von Hifiman nur auf einer Seite der Membran Magneten hatten und dadurch leichter sind, was zu einem besseren Tragekomfort führt. Nachfolger dürfte der Sundara sein.


    Sundara


    Mit Kabeln habe ich auch etwas experimentiert, auch hier war maßgeblich für mich, daß es beim Tragen nicht stört, also nicht zu dick ist.


    Es grüßt


    Karl

    Hallo Holger,


    ich habe einen HiFiMAN Magnetostaten, der symmetrisch betrieben wird.


    Den Twelve Master hat ein Freund, der ausschließlich mit KH hört und sich in dem Bereich entsprechend gut auskennt.


    Es grüßt


    Karl

    Hallo,


    das Sammeln und Sortieren in Sachen Ravel geht weiter.


    Notwendig halte ich die Doppel CD von Casadesus, die 10er Box von Perlemuter und diese 4 CD Historienaufnahme.


    Bei den französischen Interpreten war nicht sonderlich viel dabei, was ich für bemerkenswert halte.


    Aber natürlich wird man immer mal wieder überrascht, so bei einem italienischen Pianisten, der für mich die neue Referenz beim Gaspard geworden ist.


    Dazu später.


    Es grüßt


    Karl

    Hallo,


    aus einem früheren Beitrag eines Forenten:

    Zitat

    An Ravel finde ich überhaupt nichts Transzendentes. Für mich ist das eher hochvirtuose und bis ins kleinste Detail sorgfältig konstruierte Musik. Ravel war sicherlich technisch gesehen einer der besten Komponisten, die jemals gelebt haben - aber gerade das Vergeistigte fehlt mir bei ihm völlig.

    Insbesondere nach Lesen des kleinen Büchleins von Jean Echenoz über Ravel kann ich dieser Feststellung für mich zustimmen.


    Ravel wirkt für seine Umgebung oft in sich gekehrt, ein recht kleiner, zurückhaltender und zugleich eitler Zeitgenosse, sehr stark geprägt von der Mode und dem Leben eines Künstlers und Dandys in der Weltstadt Paris.


    Der Vater Ravels stammte aus der Schweiz und war von Beruf Ingenieur. Sein Lieblingsprojekt, in das er viel Zeit und Geld investierte, war die Weiterentwicklung des Gasmotors. Ein Tüftler, von dem sich der kleine Maurice sicher auch einiges abschauen konnte.


    Sein Werdegang vom Pianisten zum Komponisten ist das letzte Puzzleteil dazu.


    Gelerntes Handwerk und bestehende Technik vermischt mit neuartigen Musikstilen auf eine weit höhere künstlerische Stufe in ausgesprochen individuellen Art und Weise zu transferieren mit dem Zweck der Einzigartigkeit, so kommt es mir bei Ravel oft vor.


    Es grüßt


    Karl