Beiträge von helmutandres

    Die Frage habe ich schon mal in einem anderen Forum gestellt:


    Wer kennt das Orgelwerk, das in seinem zeitlichen Umfang den gesamten Ring übertrifft - und, je nachdem, welche Perspektive man anlegt, auch dessen musikalisch-mythologischen Gehalt?


    Na, mit dieser Charakterisierung hab ich's ja fast schon ausgeplaudert...

    dann sind wir uns doch sicher auch einig, daß eine Musikkonserve etwas 'Totes' ist. Jeder Bogenstrich auf alle Zeit immer der gleiche. Allein deshalb habe ich von vielen - nicht von allen - Werken mehrere Aufnahmen. Außerdem sammle ich seit den 60er Jahren Rundfunkaufnahmen (Eigenproduktionen, Festspielübertragungen etc.).
    Da ist natürlich auch jeder Huster auf alle Zeit der gleiche :jubel:


    Dann kommt es noch auf die Hörgewohnheiten an. Meine erste Schallplatte (3. Beethoven mit Artur Rother) habe ich in mono und mit 10 g Auflagegewicht so oft gehört, daß ich später froh war, noch mal ein ungespieltes Stereo-Exemplar auf dem Trödel zu finden. Heute höre ich sie einmal im Jahr immer noch mit viel Freude.


    Interessant wäre auch mal zu erfahren, wie es mit dem 'Abnutzungseffekt' ist. Das dürfte jeder kennen: auch die tollste Aufnahme verliert, wenn man sie zu oft hintereinander hört, an Suggestion.


    Noch ein Aspekt: je nach der eigenen Gefühlslage kann eine objektiv gute Aufnahme besonders gut ankommen - oder überhaupt nicht. Wer kann schon an jedem beliebigen Tag Tristan hören?


    Grüße aus Bonn

    Hallo,


    die Komponenten:
    - Vollverstärker harman/kardon HK 650 (auftrennbare Vor-/Endstufe)
    - CD-Player Pioneer PD S507
    - CD-Recorder LG ADR 620
    - Plattenspieler Linn Axis Turntable
    - TA-Systeme Denon DL 160 oder audio-technica AT20SLa
    - LS nubert nuWave 3 mit Modul EF-3 plus nubert Sub AW 900
    - DVR-Sat-Receiver Kathrein UFD 558 (mit Festplatte)
    - außerdem TV 38er (um den Receiver 'sichtbar' zu machen), Kassettenrecorder, HiFi-Videorecorder, Tonbandgerät Akai GX 4000D


    Entscheidend ist der Raum: 10 x 5,50 mit Dachschrägen, fester (Büro-)Auslegware, Rauhputzwänden, Holzprofildecke, wenig möbliert, wenig Stoff.


    In dem Raum sitze ich mit den Satelliten in einem Stereo-Dreieck von etwa 1,70 m. Es hat sehr lange gedauert, bis ich das Dreieck und den Sub einigermaßen positioniert hatte. Aber jetzt bin ich ziemlich zufrieden.


    Wer es irgendwie ermöglichen kann, sollte die Lautsprecher soweit wie es geht von den Wänden holen - der Hörgewinn ist frappierend. Ich weiß inzwischen, daß man auch für sehr viel mehr Geld Raum und 'richtige' Anordnung im Raum nicht erkaufen kann (saubere = möglichst neutrale Lautsprecher sollten es natürlich schon sein).


    Grüße aus Bonn


    Helmut Andres

    Zu dem Konzert mit der 4. Bruckner hatte ich seine Aufnahme mit dem N.O. Symphonie-Orchester, Wien (Hüllentext) respektive The Vienna State Symphony Orchestra (Platten-Aufkleber) mitgenommen. In der Pause vor der Bruckner-Symphonie faßten meine Frau und ich uns ein Herz und machten uns auf den Weg in Künstlergarderobe, wobei uns auch niemand aufhielt. Wir trafen ihn dort an, und er rief seine Frau aus einem Nebenzimmer hinzu. Ich zeigte ihm die Schallplatte, was ihn sichtlich erfreute. Das gewünschte Autogramm brachte er sofort an. Dann entspann sich ein nettes Gespräch über seine Affinität zu Bruckner. Er holte eine Kladde hervor, in der er sämtliche Bruckner-Dirigate seines Lebens handschriftlich eingetragen hatte (Datum, Ort, Orchester). Der Bogen spannte sich über Jahrzehnte und von Perth/Australien zu nahezu allen geläufigen, aber auch überraschenden Spielstätten, z. B. im Baltikum, überall auf der Welt. An das Plattencover konnte er sich auf Anhieb erinnern. Die Aufnahme war bei Concert Hall erschienen, und die Differenz zwischen Hüllen- und Plattentext führte er auf die besseren Vermarktungsmöglichkeiten der Orchesterbezeichnung 'Vienna-State-Symphony-Orchestra' zurück. Unsere Unterhaltung nahm fast die ganze Pause in Anspruch, und seine Frau (die als seine 'Managerin' fungierte) mußte ihn mahnen, allmählich seine Konzentration wieder auf die folgende Aufführung zu richten.


    Weiß jemand, wann die Aufnahme der 4. entstanden ist?