Beiträge von Mme. Cortese

    Oswald von Wolkenstein brachte mich auf dieses Lied. Der Text geht ja wohl auf Walter von der Vogelweide zurück.


    Edvard Grieg: "Die verschwiegene Nachtigall"






    DIE VERSCHWIEGENE NACHTIGALL

    Karl Joseph Simrock


    Unter den Linden,
    An der Haide,
    Wo ich mit meinem Trauten saß,
    Da mögt ihr finden,
    Wie wir beide
    Die Blumen brachen und das Gras.
    Vor dem Wald mit süßem Schall,
    Tandaradei!
    Sang im Tal die Nachtigall.

    Ich kam gegangen
    Zu der Aue,
    Mein Liebster kam vor mir dahin.
    Ich ward empfangen
    Als hehre Fraue,
    Daß ich noch immer selig bin.
    Ob er mir auch Küsse bot?
    Tandaradei!
    Seht, wie ist mein Mund so rot!

    Wie ich da ruhte,
    Wüßt’ es einer,
    Behüte Gott, ich schämte mich.
    Wie mich der Gute
    Herzte, keiner
    Erfahre das als er und ich—
    Und ein kleines Vögelein,
    Tandaradei!
    Das wird wohl verschwiegen sein-

    Johannes Brahms "Lerchengesang"



    Lerchengesang

    Karl August Candidus


    Ätherische ferne Stimmen,
    Der Lerchen himmlische Grüße,
    Wie regt ihr mir so süße
    Die Brust, ihr lieblichen Stimmen!

    Ich schließe leis mein Auge,
    Da ziehn Erinnerungen
    In sanften Dämmerungen,
    Durchweht vom Frühlingshauche.

    Vom "Heidedichter" Hermann Löns stammt das Gedicht "Horch wie der Tauber ruft",


    vom Tauber selbst gesungen!




    Horch, wie der Tauber ruft

    O du, du, du

    Und seine Taube hört

    Ihm freundlich zu

    Was wohl der Tauber will,

    O du, du, du

    Denk mal darüber nach

    Und hör ihm zu.


    Horch, wie mein Herze schlägt

    O du, du, du

    Was sagt dein Herze denn

    Dazu, dazu?

    Was wohl mein Herze will

    O du, du, du,

    Denk nicht darüber nach

    Und gib ihm Ruh.


    Der Tauber ruft nicht mehr

    O du, du, du

    Und seine Taube hört

    Ihm nicht mehr zu

    O du, du, du

    Wozu sind wir im Mai

    Wozu, wozu?

    Von Puccini gibt es eine Oper mit dem schönen Titel "La rondine" (die Schwalbe).

    Obwohl darin Schwalben keine sonderliche Rolle spielen, hier das bekannteste Stück daraus:



    Chi il bel sogno di Doretta

    Chi il bel sogno di Doretta
    potè indovinar?
    Il suo mister come mai
    come mai fini


    Ahimè! un giorno uno studente
    in bocca la baciò
    e fu quel bacio
    rivelazione:
    fu la passione!


    Folle amore!
    Folle ebbrezza!
    Chi la sottil carezza
    d'un bacio così ardente
    mai ridir potrà?


    Ah! mio sogno!
    Ah! mia vita!
    Che importa la ricchezza
    se alfine è rifiorita
    la felicità!
    O sogno d'or
    poter amar così!

    https://lyricstranslate.com

    Und nochmal Mahler: Das Lied von der Erde: "Der Trunkene im Frühling"






    • Der Trunkene im Frühling (1908)

    Der Trunkene im Frühling

    Li Tai-Po , translated by Hans Bethge

    Wenn nur ein Traum das Leben ist,
    Warum denn Müh und Plag?
    Ich trinke, bis ich nicht mehr kann,
    Den ganzen lieben Tag.

    Und wenn ich nicht mehr trinken kann,
    Weil Kehle und Seele voll,
    So tauml ich bis zu meiner Tür
    Und schlafe wundervoll!

    Was hör' ich beim Erwachen? Horch!
    Ein Vogel singt im Baum.
    Ich frag ihn, ob schon Frühling sei, -
    Mir ist als wie im Traum.

    Der Vogel zwitschert: ja, der Lenz
    Ist da, sei kommen über Nacht, - Aus tiefstem Schauen lauscht' ich auf,
    Der Vogel singt und lacht!

    Ich fülle mir den Becher neu
    Und leer ihn bis zum Grund
    Und singe, bis der Mond erglänzt
    Am schwarzen Firmament.

    Und wenn ich nicht mehr singen kann,
    So schlaf ich wieder ein,

    Was geht mich denn der Frühling an?

    Lasst mich betrunken sein!

    Lieber Greghauser,


    deine Ansichten zu Verdis Tenorarien haben mich einigermaßen überrascht. Wenn du die alle langweilig findest, kannst du sie eigentlich nur von langweiligen Tenören gehört haben. Was braucht denn ein Tenor für "Di quella pira"? Eigentlich nur ein verlässliches hohes "c", das Verdi übrigens gar nicht geschrieben hat. Was braucht er für beispielsweise das "langweilige" "Ah si, ben mio"? Phrasierungskunst und Ausdrucksvermögen. Insofern sehe ich die Langeweile genau im umgekehrten Verhältnis. Meiner Meinung nach hat Verdi gerade in den langsameren Arien viel Charaktisierungskunst verlangt, während er diese bei den Cabaletten eher vernachlässigt hat - und die Stretta ist ja nichts weiter als eine Cabaletta.


    Es würde mich auch interessieren, welche Tenorarien du bei den von dir aufgeführten Komponisten aufregend findest - zumindest bei Catalani bin ich völlig ratlos.


    Was die idealen Verdi-Tenöre angeht, schließe ich mich im wesentlichen meinen Vorrednern an - Bergonzi, Björling, evtl. Pavarotti aus der jüngeren Vergangenheit, wobei man ja auch die unterschiedlichen Anforderungen der jeweiligen Rolle in Betracht ziehen muss - ein Tenore di grazia kann nun mal keinen "Otello" singen. Was nun Flaviano Labò angeht, den halte ich bestenfalls für brauchbar...


    Es grüßt Mme. Cortese

    Aber es ist schon bekannt, dass Ariodante ein Mann ist?


    Warum sollte die Sängerin des Ariodante dann nicht auch wie ein Mann aussehen? Verkleidung gehört dazu. Bart kann, muß aber nicht sein.

    Lieber Orfeo,


    da Ariodante zu meinen Lieblingsopern gehört, ist mir das durchaus bekannt. Allerdings mutiert dieser Ariodante im Verlauf dieser Aufführung immer mehr zur Frau. (Die gesamte Inszenierung ist übrigens auf YT zu sehen.) Auch dass Bartoli in ihren Alben auf die Problematik des Kastratentums aufmerksam macht, ist durchaus löblich. Meine Kritik an dem Cover gründet sich vor allem darauf, das Kastraten eben natürlicherweise keine Bärte hatten und sich bei Aufführungen, soweit ich weiß, auch keine anklebten. Daher finde ich das Foto auf einem Farinelli gewidmeten Album etwas schlecht gewählt.


    Es grüßt Mme. Cortese

    Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß Frau Bartoli dafür verantwortlich ist. Einen solch obskuren Geschmack traue ich ihr echt nicht zu.

    O doch, lieber Nemorino! Genau so ist sie in Salzburg als Ariodante aufgetreten!


    Noch mehr Gefiedertes von Gustav Mahler:



    5. Lob des hohen Verstandes


    5. Lob des hohen Verstandes

    Einstmals in einem tiefen Tal

    Kukuk und Nachtigall

    täten ein’ Wett’ anschlagen.

    Zu singen um das Meisterstück,

    gewinn’ es Kunst, gewinn’ es Glück!

    Dank soll er davon tragen.

    Der Kukuk sprach: „So dir’s gefällt,

    hab’ ich den Richter wählt,“

    und tät gleich den Esel ernennen.

    „Denn weil er hat zwei Ohren groß,

    so kann er hören desto bos,

    und, was recht ist, kennen!“

    Sie fl ogen vor den Richter bald.

    Wie dem die Sache ward erzählt,

    schuf er, sie sollten singen!

    Die Nachtigall sang lieblich aus!

    Der Esel sprach: „Du machst mir’s kraus!

    Du machst mir’s kraus! Ija! Ija!

    Ich kann’s in Kopf nicht bringen!“

    Der Kukuk drauf fing an geschwind

    sein Sang durch Terz und Quart und Quint.

    Dem Esel g’fi els, er sprach nur:

    „Wart! Wart! Wart!

    Dein Urteil will ich sprechen,

    ja sprechen.

    Wohl sungen hast du, Nachtigall!

    Aber Kukuk, singst gut Choral!

    Und hältst den Takt fein innen!

    Das sprech’ ich nach mein’ hoh’n Verstand,

    und kost’ es gleich ein ganzes Land,

    so laß ich’s dich gewinnen, gewinnen!“

    Kukuk, kukuk! Ija!










    Und ich dachte schon, das sei Conchita Wurst. Mal im Ernst, dieses Foto ausgerechnet für ein Album mit Kastratenarien zu wählen, scheint mir doch ein erheblicher Missgriff.


    Zu dem Album selbst kann ich einstweilen noch nichts sagen. Bei ihren früheren Einspielungen gefallen mir meistens die lyrischen Stücke eher, während ihre schnellen Koloraturen in meinen Ohren tatsächlich oft an eine Nähmaschine erinnern. Da bevorzuge ich doch eher eine Joyce di Donato oder auch Ann Hallenberg.


    Es grüßt


    Mme. Corteese

    ICH GING MIT LUST DURCH EINEN GRÜNEN WALD (1887) NO.7

    Lieder und Gesänge aus der Jugendzeit

    Ich ging mit Lust durch einen grünen Wald

    Anon.

    Ich ging mit Lust durch einen grünen Wald,
    Ich hört die Vöglein singen;
    Sie sangen so jung, sie sangen so alt,
    Die kleinen Waldvögelein im grünen Wald!
    Wie gern hört ich sie singen!

    Nun sing, nun sing, Frau Nachtigall!
    Sing du's bei meinem Feinsliebchen:
    'Komm schier, komm schier, wenn's finster ist,
    Wenn niemand auf der Gasse ist,
    Dann komm zu mir, dann komm zu mir!
    Herein will ich dich lassen, ja lassen!'

    Der Tag verging, die Nacht brach an,
    Er kam zu Feinsliebchen gegangen.
    Er klopft so leis' wohl an den Ring,
    "Ei, schläfst du oder wachst, mein Kind?
    Ich hab so lang gestanden!"

    Es schaut der Mond durchs Fensterlein
    Zum holden, süßen Lieben,
    Die Nachtigall sang die ganze Nacht.
    Du schlafselig Mägdelein, nimm dich in Acht!
    Wo ist dein Herzliebster geblieben?


    Ludwig van Beethoven - Der Wachtelschlag

    By Samuel Friedrich Sauter (1766-1846)

    Ach! mir schallt's dorten so lieblich hervor:

    Fürchte Gott, fürchte Gott!

    Ruft mir die Wachtel ins Ohr.

    Sitzend im Grünen, von Halmen umhüllt,

    Mahnt sie dem Horcher am Saatengefild:

    Liebe Gott, liebe Gott!

    Er ist so gütig, so mild.

    Wieder bedeutet ihr hüpfender Schlag:

    Lobe Gott, lobe Gott!

    Der dich zu loben vermag.

    Siehst du die herrlichen Früchte im Feld?

    Nimm es zu Herzen, Bewohner der Welt:

    Danke Gott, danke Gott!

    Der dich ernährt und erhält.

    Schreckt dich im Wetter der Herz der Natur:

    Bitte Gott, bitte Gott!

    Ruft sie, er schonet die Flur.

    Machen Gefahren der Krieger dir bang:

    Traue Gott, traue Gott!

    Sieh', er verziehet nicht lang.






    Hallo Moderato,


    ich finde es gut dass du das Thema hier mal zur Diskussion stellst. In einem anderen Thread - es ging um den Sänger Leopold Simoneau - wurde dieser dafür gerügt, dass er die Rolle des Orpheus transponiert hatte, obwohl das Orchester natürlich in der heutigen Stimmung spielte.


    Als ausgesprochene Opernfreundin ist mir das Problem der höheren Orchesterstimmung natürlich schon länger bekannt, und meiner Meinung nach ist es ein Unding, das gewisse Orchester um des "brillianten" Klangs willen die Sänger an die Grenzen der Unsingbarkeit bringen, und dass Dirigenten dies dulden und Sängern dann sogar Transpositionen untersagen. Meinetwegen sollen die Orchester ihre "Brillianz" pflegen, so viel sie wollen, aber wenn menschliche Stimmen ins Spiel kommen, egal ob Chor oder Solisten, sollten sie sich an die zur Zeit des Komponisten übliche Stimmung halten.


    Wie stehen andere Taminos dazu

    fragt


    Mme. Cortese

    Hallo Fiesco,

    danke für die Rückmeldung. Die erstgenannte Aufnahme könnte ich sicherlich goutieren, bei der zweiten sind mir die Sänger bis auf Rysanek und Paskalis, nicht gut genug bekannt. Du könntest sicherlich argumentieren, dass sich das Kennenlernen lohnt, allerdings zählt das Werk nicht unbedingt zu meinen Lieblingsopern, und der Platz in meinem Regal ist beschränkt. Also bleibe ich bei Callas(2mal) und Milanov, wobei ich natürlich zugeben muss, dass Callas häufig ausgesprochenes Pech mit ihren Tenorpartnern hatte. Poggi beispielsweise gehört zu den Sängern, die ich nach Möglichkeit vermeide.


    @ Nemorino


    Man sollte es kaum glauben, aber Corelli konnte - wenn auch nicht so häufig - tatsächlich piano singen. Gerade neulich hat er mich in einer Aufnahme damit überrascht - allerdings weiß ich augenblicklich nicht mehr, um welches Stück es sich handelte. Da muss ich noch einmal nachforschen.


    Es grüßt


    Mme. Cortese

    Lieber Nemorino,

    damit du dich nicht auf so ganz verlorenem Posten zu stehen glaubst, möchte ich noch ein paar Worte hinzufügen Ich besitze eine ganze Reihe der von die genannten Aufnahmen: "Aida", "Trovatore", "Forza" ( mit di Stefano), "La Gioconda" (Mit Tucker, mit Martinellis Stimme konnte ich mich nie so recht anfreunden) und noch einen Live-Mitschnitt von "Ballo" mit Björling, der da leider die große Arie auslässt). Ich habe mich nicht eher gemeldet, weil ja zu Milanovs Stimme eigentlich alles gesagt war.


    Fiesco

    Dass di Stefano, den ich ansonsten sehr schätze, kein idealer Enzo oder Alvaro war, will ich gerne zugeben. Was dein Verdikt über das Timbre von Milanov und Björling was ja reine Geschmackssache ist, ebenfalls, obwohl ich es nicht ganz nachvollziehen kann. In diesem Zusammenhang würde es mich aber schon sehr interessieren, wen du in den genannten Rollen favorisierst.


    Es grüßt


    Mme. Cortese

    Und gleich noch eine Brahms´sche Nachtigall:




    O Nachtigall,

    Dein süßer Schall,

    Er dringet mir durch Mark und Bein.

    Nein, trauter Vogel, nein!

    Was in mir schafft so süße Pein,

    das ist nicht dein,

    Das ist von andern,

    Himmelsschönen,

    nun längst für mich verklungenen Tönen

    In deinem Lied ein leiser Widerhall!


    Carl Reinhold

    An die Nachtigall


    Ludwig Christoph Heinrich Hölty


    Geuß nicht so laut der liebentflammten Lieder
    Tonreichen Schall
    Vom Blütenast des Apfelbaums hernieder,
    O Nachtigall!
    Du tönest mir mit deiner süßen Kehle
    Die Liebe wach;
    Denn schon durchbebt die Tiefen meiner Seele
    Dein schmelzend Ach.

    Dann flieht der Schlaf von neuem dieses Lager,
    Ich starre dann
    Mit nassem Blick’ und totenbleich und hager
    Den Himmel an.
    Fleuch, Nachtigall, in grüne Finsternisse,
    Ins Haingesträuch,
    Und spend’ im Nest der treuen Gattin Küsse;
    Entfleuch, entfleuch!