Beiträge von Mme. Cortese

    Wie schon WDR3 und das Schweizer Klassikradio nimmt auch der Rundfunk Berlin Brandenburg Änderungen an der Musikauswahl des Kulturradios vor,

    wie der Berliner Tagesspiegel berichtet.


    Fr. Keysers, die Chefin des Senders, wird wie folgt zitiert:

    Ausschließlich klassische Musik, das haben uns viele in einer Studie befragte Hörerinnen und Hörer zurückgemeldet, wirkt auf nicht wenige, die sich potenziell für unsere Inhalte interessieren, im wahrsten Sinne des Wortes exklusiv.

    Wieso kommt anscheinend niemand von den Verantwortlichen auf die Idee, dass es für Leute, die sich nicht für klassische Musik interessieren, weiß Gott genug andere Sender gibt?

    Wilhelm Taubert:



    ) Der Eitelkeit der Primadonnen und Kastraten

    Lieber Alfred,


    eine kleine Anmerkung: Wieweit es in der französischen Barockoper Primadonnen gab, weiß ich nicht. Mir ist aber bekannt, dass man dort von Kastraten gar nichts hielt und sich über die "Kapaunen" in der italienischen Oper lustig machte. Die hohen Männerrollen wurden von Sängern gestaltet, die wohl eher an die heutigen Countertenöre erinnern.


    Es grüßt Mme. Cortese

    Und es sagt viel über unsere Zeit, dass die Massenet-"Manon" so sehr auf dem aufsteigenden und die Puccini-"Manon L." auf dem absteigenden Ast ist.

    Dann bin ich dieser Zeit schon seit einigen Jahren voraus, da mir eigentlich schon immer Massenets Version lieber war. Für meinen persönlichen Geschmack ist mir Puccinis "Manon Lescaut" zu sehr mit dem (über)breiten Pinsel gemalt.

    Lieber Rheingold, lieber udohasso, das Frageverbot als notwendige Vorbedingung für den geschwisterlichen Inzest zu sehen, ist im Lohengrin-Diskurs üblich, wenn ich das als Amateur so feststellen darf. Mir haben Friedrich Dieckmanns Anmerkungen zu dem Komplex immer eingeleuchtet. Unfruchtbarkeit ist in der menschlichen Sphäre Vorbedingung dafür, über den Inzest auch nur spekulieren zu können. Der kategorische Bann, Monster oder Kretins zu zeugen, liegt als Barriere vor dem Wunsch, sexuelle Handlungen an Blutsverwandten vorzunehmen. Diese Sperre ist Manifestation des eigentlichen Tabus, die mögliche Nachkommenschaft betreffend.


    In seiner Inszenierung nimmt der Regisseur diese Symmetrie unter die Lupe.

    "Bin gar so dumm, nehmt mir`s nicht krumm"- was in aller Welt hat denn Inzest mit Lohengrin zu tun? Nebenbei bemerkt - ich habe seinerzeit den Livestream gesehen, bin aber nicht über den ersten Akt hinausgekommen, weil ich die Inszenierung öde und lächerlich ( Heerrufer, Origamischwan) fand.

    Majestät verzeihen mir hoffentlich (andere Taminos und Paminas bitte auch), wenn mir gerade diese Aufnahme eben wegen Rebroff nicht zusagt. Dem Bassisten hat man nämlich Falsett-Gesang zugemutet (Alfred hat's weiter vorn schon erwähnt) und das hört sich für mich unmöglich an.


    :hello:

    Dann vielleicht doch lieber ein echter Countertenor? Jochen Kowalski war ja eine Zeit lang auf diese Rolle "abonniert".


    Ich empfehle, Brügge im November zu besuchen.

    Dann aber nach Möglichkeit an einem sonnigen Tag. Ich war vor einigen Jahren im Frühjahr in Brügge. Es war bewölkt, nieselte, und die Wolken hingen so tief, dass die Spitzen der Türme bereits im Nebel verschwanden. So schön die Stadt ist - unter diesen Umständen fiel mir sofort "die Tote Stadt" ein.

    Lieber Caruso,


    auch wenn ich nie das Vergnügen hatte , Jose van Dam auf der Bühne zu hören, gehört er doch zu meinen liebsten Sängern, und das Ständchen aus der "Jolie fille da Perth " höre ich immer wieder mit großem Vergnügen. Dass seine Darstellung unterkühlt sein soll, wie ja hier mehrfach gesagt wurde, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Besonders liebe ich auch seinen "Don Quichotte" von Massenet, und wenn ich ihn in dieser Partie höre, kann ich absolut nicht verstehen, weshalb Dulcinée sich so abweisend verhält. Es ist jammerschade, dass die ober eingestellte CD-Sammlung "Autograph" offensichtlich derzeit nicht erhältlich ist. Augenblicklich höre ich mich durch sieben CDs mit Victoria de los Angeles, und ich bin sicher, dass ich an der obengenannten Box eben so viel Freude hätte. Vielleicht besinnen sich die Plattenfirmen anlässlich dieses Geburtstags wieder darauf.


    Es grüßt Mme. Cortese

    Hier hat niemand einen Thread zerschossen. Hättest du, als man dich auf deinen Fehler aufmerksam machte - eine Tätigkeit, der du ja selbst bei anderen mit grenzenloser Ausdauer nachgehst - hättest du also schlicht und ergreifend gesagt "Das habe ich nicht gewusst - Danke für die Korrektur", anstatt dich lang und breit darüber auszulassen, dass man und warum so etwas nicht wissen muss, dann wäre die ganze Geschichte längst erledigt gewesen. Aber - im Gegensatz zu deiner Bemerkung weiter oben - mit dem Zugeben von Fehlern hast du halt ein Problem.

    Ich konnte die Fotos auch nicht vergrößern - liegt wohl an dem Übersetzungsproramm. Als habe ich bei Tante Google die Website des Theaters gesucht, selbige aufgerufen, auf "Oper" und dann auf "Perlenfischer" geklickt, und siehe da -alle Fotos ließen sich problemlos vergrößern. Übrigens - schaut ja alles schön bunt aus!

    Auch Bastian Sick hat in einem seiner Beiträge das Tapet aufs Tapet gebracht.


    https://www.spiegel.de/kultur/…n-horizonts-a-256341.html


    Da er aber Jahrgang 1965 ist, gehört er deiner Meinung nach sicher auch schon zu den Greisen.

    Ich habe nie verstanden, was an Wagners Texten so lächerlich sein soll. Niemand Geringerer als Arthur Schopenhauer hat die Libretti des Rings des Nibelungen doch literarisch gelobt - und dieser kannte noch nicht einmal die Musik dazu. Die Texte können durchaus auch für sich allein genommen bestehen.

    Lieber Joseph,


    es gibt sicherlich viele durchaus gelungene Stellen, die Wagners Unzucht mit dem Stabreim zeugte, aber: mal abgesehen von dem notorischen "Wagalaweia" - wenn ich Zeilen lese oder höre wie "Als zullendes Kind zog ich dich auf" (Mime zu Siegfried) oder "Eine zierliche Fresse zeigst du mir da, lachende Zähne im Leckermaul" (Siegfried zum Drachen), dann kann ich mir einfach nicht helfen: der Länge nach liegend lache icch laut.


    Nichts für ungut!


    Mme. Cortese

    Lieber La Roche

    Du hast das punktgenau ausgedrückt, was ich in meiner Würdigung und Bewertung der "La Traviata" von 1953 meinte.


    Herzliche Grüße

    CHRISSY


    Wer in den 50-er Jahren auserkoren war, mit der Callas eine Aufnahme für die Ewigkeit zu machen, der steht außerhalb jeder Kritik.


    Herzlichst La Roche

    Lieber La Roche, lieber Chrissy,


    das halte ich doch für übertrieben. Wie weit die Callas gerade in den ersten Jahren ihrer Karriere darauf Einfluss nehmen konnte, wer neben ihr auf der Bühne oder im Plattenstudio stand, ist fraglich. Wenn eure Annahme stimmt, dann müsste auch Gianni Poggi, der den Enzo in der ersten Studioaufnahme der Callas von "La Gioconda" sang, ein Ausnahmesänger gewesen sein. Für mich ist er einer der gruseligsten Tenöre, die ich je zu hören das (Miss)vergnügen hatte. Auch Mario Filippeschi, der den Pollione in Callas´erster "Norma"-Einspielung sang, bietet kein ungetrübtes Hörvergnügen. Da wäre sicherlich Mario del Monaco, der ja auch in "Norma" häufiger mit ihr auf der Bühne stand, die bessere Wahl gewesen. Leider war der aber schon exclusiv an Decca gebunden. Will sagen, die Partner der Callas, sei es auf der Bühne oder auch im Studio, wurden teilweise schlicht nach Verfügbarkeit und weniger nach "Ewigkeitswert" ausgesucht. Bemerkenswert ist auch, dass beispielsweise Tito Gobbi, der ja ein kongenialer Pertner der Callas war, wesentlich seltener mit ihr auf der Bühne stand, als es den Anschein hat.. Gobbi war in erster Linie an der Römischen Oper engagiert, die Callas an der Scala. Bezeichnend ist die Tatsache, dass in der Scala- Premiere von Verdis "Maskenball" Ettore Bastianini den Renato sang. Die Plattenaufnahme der Oper machte Callas zusammen mit Gobbi. Bastianini war nämlich ebenfalls an Decca gebunden.


    Ich möchte noch hinzufügen ,dass ich persönlich nichts gegen Francesco Albanese habe. Er war sicherlich ein guter Tenor zu seiner Zeit. Ihn aber zu einem "Auserwählten" zu erheben, weil er öfter mit der Callas zusammen sang, erscheint mir doch etwas zu viel.


    Nichts für ungut!


    Mme. Cortese