Beiträge von Mme. Cortese

    Ich empfehle, Brügge im November zu besuchen.

    Dann aber nach Möglichkeit an einem sonnigen Tag. Ich war vor einigen Jahren im Frühjahr in Brügge. Es war bewölkt, nieselte, und die Wolken hingen so tief, dass die Spitzen der Türme bereits im Nebel verschwanden. So schön die Stadt ist - unter diesen Umständen fiel mir sofort "die Tote Stadt" ein.

    Lieber Caruso,


    auch wenn ich nie das Vergnügen hatte , Jose van Dam auf der Bühne zu hören, gehört er doch zu meinen liebsten Sängern, und das Ständchen aus der "Jolie fille da Perth " höre ich immer wieder mit großem Vergnügen. Dass seine Darstellung unterkühlt sein soll, wie ja hier mehrfach gesagt wurde, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Besonders liebe ich auch seinen "Don Quichotte" von Massenet, und wenn ich ihn in dieser Partie höre, kann ich absolut nicht verstehen, weshalb Dulcinée sich so abweisend verhält. Es ist jammerschade, dass die ober eingestellte CD-Sammlung "Autograph" offensichtlich derzeit nicht erhältlich ist. Augenblicklich höre ich mich durch sieben CDs mit Victoria de los Angeles, und ich bin sicher, dass ich an der obengenannten Box eben so viel Freude hätte. Vielleicht besinnen sich die Plattenfirmen anlässlich dieses Geburtstags wieder darauf.


    Es grüßt Mme. Cortese

    Hier hat niemand einen Thread zerschossen. Hättest du, als man dich auf deinen Fehler aufmerksam machte - eine Tätigkeit, der du ja selbst bei anderen mit grenzenloser Ausdauer nachgehst - hättest du also schlicht und ergreifend gesagt "Das habe ich nicht gewusst - Danke für die Korrektur", anstatt dich lang und breit darüber auszulassen, dass man und warum so etwas nicht wissen muss, dann wäre die ganze Geschichte längst erledigt gewesen. Aber - im Gegensatz zu deiner Bemerkung weiter oben - mit dem Zugeben von Fehlern hast du halt ein Problem.

    Ich konnte die Fotos auch nicht vergrößern - liegt wohl an dem Übersetzungsproramm. Als habe ich bei Tante Google die Website des Theaters gesucht, selbige aufgerufen, auf "Oper" und dann auf "Perlenfischer" geklickt, und siehe da -alle Fotos ließen sich problemlos vergrößern. Übrigens - schaut ja alles schön bunt aus!

    Auch Bastian Sick hat in einem seiner Beiträge das Tapet aufs Tapet gebracht.


    https://www.spiegel.de/kultur/…n-horizonts-a-256341.html


    Da er aber Jahrgang 1965 ist, gehört er deiner Meinung nach sicher auch schon zu den Greisen.

    Ich habe nie verstanden, was an Wagners Texten so lächerlich sein soll. Niemand Geringerer als Arthur Schopenhauer hat die Libretti des Rings des Nibelungen doch literarisch gelobt - und dieser kannte noch nicht einmal die Musik dazu. Die Texte können durchaus auch für sich allein genommen bestehen.

    Lieber Joseph,


    es gibt sicherlich viele durchaus gelungene Stellen, die Wagners Unzucht mit dem Stabreim zeugte, aber: mal abgesehen von dem notorischen "Wagalaweia" - wenn ich Zeilen lese oder höre wie "Als zullendes Kind zog ich dich auf" (Mime zu Siegfried) oder "Eine zierliche Fresse zeigst du mir da, lachende Zähne im Leckermaul" (Siegfried zum Drachen), dann kann ich mir einfach nicht helfen: der Länge nach liegend lache icch laut.


    Nichts für ungut!


    Mme. Cortese

    Lieber La Roche

    Du hast das punktgenau ausgedrückt, was ich in meiner Würdigung und Bewertung der "La Traviata" von 1953 meinte.


    Herzliche Grüße

    CHRISSY


    Wer in den 50-er Jahren auserkoren war, mit der Callas eine Aufnahme für die Ewigkeit zu machen, der steht außerhalb jeder Kritik.


    Herzlichst La Roche

    Lieber La Roche, lieber Chrissy,


    das halte ich doch für übertrieben. Wie weit die Callas gerade in den ersten Jahren ihrer Karriere darauf Einfluss nehmen konnte, wer neben ihr auf der Bühne oder im Plattenstudio stand, ist fraglich. Wenn eure Annahme stimmt, dann müsste auch Gianni Poggi, der den Enzo in der ersten Studioaufnahme der Callas von "La Gioconda" sang, ein Ausnahmesänger gewesen sein. Für mich ist er einer der gruseligsten Tenöre, die ich je zu hören das (Miss)vergnügen hatte. Auch Mario Filippeschi, der den Pollione in Callas´erster "Norma"-Einspielung sang, bietet kein ungetrübtes Hörvergnügen. Da wäre sicherlich Mario del Monaco, der ja auch in "Norma" häufiger mit ihr auf der Bühne stand, die bessere Wahl gewesen. Leider war der aber schon exclusiv an Decca gebunden. Will sagen, die Partner der Callas, sei es auf der Bühne oder auch im Studio, wurden teilweise schlicht nach Verfügbarkeit und weniger nach "Ewigkeitswert" ausgesucht. Bemerkenswert ist auch, dass beispielsweise Tito Gobbi, der ja ein kongenialer Pertner der Callas war, wesentlich seltener mit ihr auf der Bühne stand, als es den Anschein hat.. Gobbi war in erster Linie an der Römischen Oper engagiert, die Callas an der Scala. Bezeichnend ist die Tatsache, dass in der Scala- Premiere von Verdis "Maskenball" Ettore Bastianini den Renato sang. Die Plattenaufnahme der Oper machte Callas zusammen mit Gobbi. Bastianini war nämlich ebenfalls an Decca gebunden.


    Ich möchte noch hinzufügen ,dass ich persönlich nichts gegen Francesco Albanese habe. Er war sicherlich ein guter Tenor zu seiner Zeit. Ihn aber zu einem "Auserwählten" zu erheben, weil er öfter mit der Callas zusammen sang, erscheint mir doch etwas zu viel.


    Nichts für ungut!


    Mme. Cortese

    Als kleine Ergänzung möchte ich berichten, dass ich Felicia Weathers irgendwann um 1963 in Hannover als Salome gesehen habe. Es war meine erste Salome, und ich fand sie großartig. Auch die Inszenierung war sehr stimmungsvoll. Ich meine, sie im nächsten Jahr dann noch als Butterfly in Wien gesehen zu haben. Wir waren dort auf Klassenfahrt - man ermesse mein damaliges Alter...:)


    Es grüßt Mme. Cortese

    sich mit so etwas nicht den Abend zu verderben.

    Ich habe nun die Vorstellung gesehen und drei Schlüsse gezogen:


    1. Die Inszenierung fand ich absolut uninteressant, aber um einem den Abend zu verderben, war sie zu nichtssagend. Ich möchte nicht wissen, wie viel Geld man dem Herrn Waltz in den Rachen geworfen hat für eine "Inszenierung", die man genau so gut konzertant hätte durchziehen können.


    2. Beethoven hat sehr gut daran getan, seine Oper einer gründlichen Überarbeitung zu unterziehen. Ich fand es interessant, diese Version einmal zu hören, kann aber auf eine Wiederholung gut verzichten.


    3. Sängerisch betrachtet, würde ich die Aufführung als bestenfalls mittelmäßig einstufen. Besonders störend fand ich, dass kaum Muttersprachler mitwirkten, was häufig überdeutlich zu hören war.


    Falls noch jemand die Aufführung gesehen hat, würde ich mich über ein Feedback freuen.


    LG

    Mme. Cortese

    Lieber Willi,


    glücklicherweise habe ich einen drehbaren Fernsehsessel, falls es mit der Inszenierung zu arg wird. Allerdings interssiert es mich schon, wie sich diese Fassung von der allgemein bekannten musikalisch unterscheidet.


    LG


    Mme. Cortese

    Die Tenor - Arie "Gott welch´Dunkel hier...", (ab 1.27) habe ich so musikalisch verändert noch nie gehört.

    Lieber Chrissy,


    gespielt wird eine der früheren Fassungen von "Fidelio". Beethoven hat ja bekanntlich mehrere Anläufe gebraucht, bis er die endgültige Fassung der Oper, so wie wir sie alle kennen, beendete. Unter diesem Aspekt bin ich doch recht neugierig, egal, wie die Inszenierung aussieht.


    LG


    Mme. Cortese

    Tosca, 2. Oktober 1961


    Gastspiel des Teatro dell´opera Roma in der Städtischen Oper Berlin

    Chor und Orchester der Römischen Oper

    Dirigent Oliviero de Fabritiis


    Tosca: Floriana Cavalli


    Cavaradossi: Giuseppe di Stefano


    Scarpia: Anselmo Colzani


    Ich war 15 Jahre alt, schon seit einiger Zeit opernbegeistert - meine Eltern hatten mich gelegentlich in die Oper mitgenommen - und hatte einige Zeit zuvor im Radio die Stimme von Giuseppe di Stefano gehört, der in der Folge für einige Jahre für mich der Tenor war. So war ich natürlich überglücklich, als ich hörte, dass er beim Gastspiel der Römischen Oper mitwirken würde. Das karge Taschengeld reichte für eine Karte im dritten Rang, und so genoss ich den ersten Akt in vollen Zügen. Von dort ober bemerkten meine Sitznachbarin und ich, dass ganz vorne im Parkett noch zwei Plätze frei waren, und so zogen wir in der Pause um, und glücklicherweise kam auch niemand, der die Sitze beanspruchte. Wie selig ich war, die nächsten zwei Akte von dort aus verfolgen zu können, kann sich, glaube ich, jeder vorstellen, der weiß, wie 15-jährige Teenager ticken. Da ich die großen Duette Tosca/Cavaradossi bereits von der Schallplatte (natürlich Callas/di Stefano) kannte, machte es mir auch keine große Mühe, dem ganzen trotz der italienischen Sprache zu folgen. Und so ist mir diese Vorstellung natürlich unvergesslich. Möglicherweise hätte ich heute andere Präferenzen (es gab auch noch den "Trovatore" mit Parutto, Barbieri, Corelli und Bastianini), aber das Geld reichte halt nur für eine Karte, und da musste es eben di Stefano sein.


    Es grüßt Mme. Cortese