Beiträge von Mme. Cortese

    Hallo Gregor,

    Vielen Dank für deinen Bericht. Warst du live dabei? Ich habe das Konzert im Fernsehen verfolgt und bin da stellenweise zu etwas anderen Resultaten gekommen.

    Gar nicht gefallen hat mir beispielsweise Nina Stemmes Hallenarie, in der ich doch schon ziemliche stimmliche Abnutzungserscheinungen hörte. Und Furlanetto erschien mir doch schon total ausgesungen. Bei Bejamin Bernheim und Günther Groisböck hat bei der Übertragung der Tontechniker leider total versagt - Bernheim war fast überhaupt nicht zu hören, und bei Groisböck war nur die zweite Strophe seiner Arie richtig zu vernehmen; da hatte wohl endlich jemand den Fehler bemerkt. Daher meine Frage, ob du live dabei warst. Was die anderen Sänger angeht, schließe ich mich deiner Beurteilung an.


    Viele Sonntagsgrüße


    Mme. Cortese

    Teuerster Stimmenliebhaber, so lange in vielen RT-Inszenierungen auf der Bühne etwas völlig anderes gezeigt wird als das, was der Text vorgibt, ist es doch völlig egal, in welcher Sprache gesungen wird. Verwirrt ist das Publikum doch allemal. Also ist es doch vielleicht an besten, wenn das Publikum nichts versteht und sich sein eigenes Bild von den Vorgängen auf der Bühne machen kann. Ob dieses dann zu dem Werk passt, sei dahingestellt. Möglicherweise ist das sogar vom Regisseur beabsichtigt.

    Rollen wie Cherubino, Octavian und Komponist sind ja für Frauen komponiert worden - so wie die "Schöne Müllerin" und die "Winterreise" für einen Mann...

    Erstens gab es damals noch keine Countertenöre. Dennoch würde ich dir für diese pubertierenden Knaben durchaus recht geben. Wie steht es aber mit Heldenrollen wie Rossinis Arsace, Tancredi oder Malcolm? Rossini komponierte sie vor allem deswegen für Mezzos, weil das Zeitalter der Kastraten zu Ende ging.

    Ohne Worte

    Fundsache in Rondo 3/2019, Robert Fraunholzer zitiert Dmitri Tscherniakov:

    "Ich fürchte immer, dass ich mich wiederhole und glaube, dass 99% dessen, was mache, totaler Mist sind"

    Ach wäre doch diese Einsicht der erste Schritt zur Besserung! Ich denke da beispielsweise an seine "Carmen" in Aix-en Provence, die ich, milde ausgedrückt, absurd fand.

    Ich halte mich aus den Diskussionen ja weitgehend heraus, weil sie sowieso nichts bringen. Allerdings halte auch ich von den vielen Auswüchsen des Regietheaters gar nichts, vor allem dann, wenn man ein Werk nur noch an der Musik erkennt und ansonsten bei den Vorgängen auf der Bühne meint, man ist im falschen Film. Dass man dann aber deswegen "ins Lager der RTL2/Sat1 Konsumenten einsortiert wird, halte ich , gelinde gesagt, für eine absolute Unverschämtheit!

    Lieber Nemorino,


    auch ich freue mich über deinen Entschluss, im Forum zu bleiben. Ich habe deine Beiträge immer gerne gelesen.


    Im Übrigen ist es eigentlich gar nicht so schwer, mit Stimmenliebhaber gut auszukommen, vorausgesetzt, man beherzigt die alte Regel


    §1: SLH hat immer recht

    §2: Sollte er ausnahmsweise einmal doch nicht recht haben, tritt automatisch §1 in Kraft.


    An dieser Stelle möchte auch ich Alfred alles Gute für seine Gesundheit wünschen.


    Viele Grüße


    Mme. Cortese

    Und was soll uns das jetzt im Hinblick auf das Heranführen Jugendlicher an die Oper sagen?

    Lieber Rheingold,


    da kann man doch deutlich sehen, wie nützlich dieses Forum und speziell dieser Thread ist: Den einen dient er als Anregung, den anderen zur Warnung. Besser könnte es doch gar nicht sein!:)


    Noch eine Anmerkung zu Carmen: Originalschauplatz ist natürlich Sevilla und Umgebung, und Carmen und Josè sind auch beide Außenseiter. Sie stammen aber nicht aus derselben Gegend, zumindest nicht in Merrimées Novelle, in der ich sicherheitshalber gerade nochmal nachgelesen habe. José sagt sehr deutlich, dass sich Carmen ihm gegenüber als Baskin ausgegeben habe, um seine Sympathie zu gewinnen. Zitat aus der mir vorliegenden Reclam-Ausgabe: "Sie log, Herr, sie hat stets gelogen... Sie radebrechte Baskisch, und ich hielt sie für eine Navarresin..."


    Ansonsten wünsche ich dir einen schönen Aufenthalt in Italien. Und falls du es einrichten kannst, fahre unbedingt nach Taormina, es ist zauberhaft, vor allem im Frühling!!


    Herzlichst Mme. Cortese

    Soweit ich das recherchieren konnte, scheint es sich hier um das Landestheater Niederbayern zu handeln. Soweit ich sehe, hat Lardizzone auch vor einigen Jahren den Tenorpart in Verdis Requiem in Görlitz gesungen. Vielleicht kannst du, lieber Chrissy, da mal nachforschen.


    Und eine Frage an Melomane: Kannst du auch mal sachliche Beiträge bringen, statt bei anderen Usern ständig nur nach Fehlern und Unstimmigkeiten zu suchen???

    Habe mir die aktuelle Scala-Inszenierung nun auch angesehen. Im direkten Vergleich finde ich das Ezio Duet hier einiges beeindruckender und kraftvoller als seinerzeit bei Abdrazakov.

    Nun, die Ausstattung ist wohl prachtvoll und aufwendiger, aber grundsätzlich mag ich es lieber weniger der vorgegebenen Zeit entrückt. Aber es war nicht unerträglich, dass ich hätte das Bild ausdrehen müssen. "Nicht unerträglich" ist heutzutage wahrscheinlich fast eine Kaufempfehlung, falls das mal auf DVD heraus käm

    Bezogen auf den letzten Satz: :jubel::jubel::jubel::jubel::jubel::jubel:

    Ich gehöre zu denen, die noch genau wissen, dass 31 Euro einmal 62 DM waren. 62 DM! Für eine einzige Kinokarte! Ich gönne Gerhard, dass er im Gelde schwimmt und das mal ganz locker so hinlegt.

    Das ist aber immer noch sehr viel preiswerter als eine Reise nach New York - Flug, Hotel , Eintritt etc. Insofern finde ich es durchaus nicht als zuviel für eine nicht RT-Vorstellung, die man ja hier kaum noch findet! Für die von Hans Heukenkamp geschilderte "Daphne"-Aufführung würde ich nicht mal bis Frankfurt reisen wollen.