Beiträge von Ulli

    Solche Starrköppe gabs ja (zum Glück) immer - ich liebe die :D (es mußte ja auch damals noch was Neues für die Staubis geben...)


    Zum Bleistift Naumann, der quasi parallel zu Beethovens 'Fidelio' noch eine extrem klassische 'Aci e Galathea' komponierte, die nach 1770 passt. Die Gegensätzlichkeiten sind derart krass...


    :pfeif:


    Ich würde aber Hasse erstmal nicht als solchen bezeichnen, gerade wenn man seine 'Cleofide' mit ihren Klassenkameradinnen vergleicht. Gegen Ende seines Schaffens mag das ggfs. hinkommen - nicht jeder Komponist war so schlau, sich durch frühes Ableben nichts vorwerfen lassen zu können.


    :beatnik:

    Zitat

    Original von Kurzstueckmeister


    Ich meinte, bei Cleofide ist er noch nicht so sehr Metastasios Ideal folgend aus der Mode gekommen (ist nicht meine Beobachtung, sonder lexikalische Auskunft).
    :hello:


    So 'aus der Mode' war das aber bis in die 1770er garnicht: Metastasio vertrat die Auffassung, akkompagnierte Rezitative nur zu Spannungssteigerungszwecken (also quasi am rezitativischen Höhepunkt) zu verwenden und ansonsten das klassische Secco-Rezitativ zu verwenden. Dies wurde ja auch noch von Mozart z.B. in Lucio Silla und Mitridate umgesetzt.


    Metastasio war Zeit seines Lebens, also bis 1782, maßgebend. Mit seinem Tod endete auch abrupt seine Ära, während der seine Prinzipiendiktate kaum unterwandert wurden (das wäre blasphemisch gewesen): das dt. Singspiel als eigenes neugeschaffenes Genre sei mal eine Ausnahme, wobei z.B. Mozarts 'Entführung' rein zufällig (?) 1782 entstand, wenige Monate nach Metastasios Amtsniederledung. Über sein Verhältnis zu Gluck und Glucks Verhältnis zu ihm weiß ich nichts (und hab auch keine Lust, jetzt danach Mme. Google zu befragen).


    Reden wir jetzt wieder geschickt aneinander vorbei...? :D

    Zitat

    Original von der Lullist
    Ich denke auf diesem krassen Gegensatz zwischen Händel und Hasse beruht auch dieser Opernstreit in London.


    Ob der Streit wirklich darauf beruht, wo nicht nachgewiesen ist, ob Hasse je (wirklich) in London war... ?


    Zitat

    Und neben den Werken von Hasse, Porpora und Giacomelli wirkt Händel in der tat weniger modern, um es mal vorsichtig auszudrücken.


    Das kann man schon so ausdrücken, ohne das gleich negativ zu werten.


    :hello:

    Zitat

    Original von der Lullist


    ?( wieso nicht ?


    Wieso eigentlich noch nicht? Ich empfinde es eher als nicht mehr (als 'Alternative zu Händel und Vivaldi'). Stilistisch ist diese 1731 komponierte Oper m. E. schon etwas aus Händels und Vivaldis Stil herausgewachsen (ähnlich den mir bekannten beiden Opern von Thomas Arne (Masque of Alfred, Artaxerxes)). Das geht doch schon eher Richtung Johann Christian Bach, der freilich erst nach der 'Cleofide' geboren wurde... Stilistisch hat sich nach meiner 'Kenntnis' zwischen den 1730er und 1760er Jahren wenig bewegt, bis eben J. Chr. Bach und Chr. Willibald Gluck auf den Plan kamen...


    :hello:

    Also wenn ich meine heutige Entdeckung richtig interpretiere, dann sind die mp3-Downloads doch deutlich auf dem Vormarsch: Zwecks Einstellen einer Empfehlung suchte ich nach einer CD, die ich dann bei jpc nur mit sehr viel Aufwand finden konnte. Als ich die Bestellnummer kopieren wollte, stand ich vor einem Problem... es gab keine:



    Diese CD gibt es - sowohl bei jpc als auch bei amazon (wenn nicht gebraucht) nur noch als mp3-Download - und zwar z.B. hier (bei jpc).


    Interessant ist der Hinweis:


    Zitat


    Rechte für den privaten Gebrauch: unbegrenzt kopieren, unbegrenzt brennen, unbegrenzt abspielen


    Besonders letzteres ist ja sehr gnädig... alles andere wurde in weiser Voraussicht bereits umgesetzt :D


    Weiters auch der Hinweis weiter unten, daß die Daten im kopierschutzfreien MP3-Format (Qualität: 320 kbit/s) angeboten werden!


    Offenbar wird das nun mit älteren Einspielungen in dieser Weise gehandhabt werden. Ich schätze mal, daß einige der Recycling-Label damit in Zukunft Probleme bekommen werden, wenn die Majors nämlich diese etwas älteren Aufnahmen auf diese Weise selbst vertreiben.


    Wie ist das zu sehen?


    Ich persönlich finde das natürlich äußerst praktisch, da es platzsparend ist und mir zudem das Grabben und Präparieren für die Festplatte einspart (ich muß mir dann wohl ein anderen Hobby suchen...)


    :hello:


    Das geht mir genauso - bis auf das 'fast' :D


    Kennengelernt hab ich die Version vom Beaux-Arts-Trio (not bad, aber auch not HIP). Daher:



    Gibts nur noch als mp3-Download, hier


    dafür mit dem interessanten Hinweis:


    Zitat


    Rechte für den privaten Gebrauch: unbegrenzt kopieren, unbegrenzt brennen, unbegrenzt abspielen


    Besonders letzteres ist ja sehr gnädig... alles andere wurde in weiser Voraussicht bereits umgesetzt :D


    :angel:

    In Mozarts 'Zauberflöte' werden genannt:


    • Barmherzige Götter!
    • die(se) Göttinn der Nacht
    • dies Götterbild
    • (O) ihr (guten) Götter!


    ...und anderes mehr. Das deckt sich in etwa mit den diversifizierten 'Numi' und 'Dei' der Opera Seria. Auch in 'Cosí fan tutte' begegnet man dem 'dio d'amor' oder die 'Dei' (Götter) werden angerufen, obwohl es sich eigentlich um ein (damals) zeitnahes Geschehen handelt. Mag dies bei der 'Zauberflöte' (wenn man sie als Märchenoper betrachtet) durchaus noch 'passen' (und selbst da ist im Duetto (Nr. 7) von 'der (einen?) Gottheit' die Rede (wird aber oftmals durch 'Götter' ersetzt)), empfinde ich die Nennung der 'Götter' in 'Cosí fan tutte', welche ja eher im Sinne der fortgeschrittenen Aufklärung entstanden ist, doch eher als unpassend, es sei denn, dies ist als Parodie oer Persiflage gemeint. Die 'Entführung' hält sich da deutlich zurück: Ganze zweimal wird 'Gott' in der Einzahl genannt (Konstanze, Pedrillo), einmal der 'Göttertrank' (Der Librettist Gottlieb Stephanie d.J. sowie der Komponist Amadé zählen natürlich nicht).


    In Beethovens 'Fidelio' sind die 'Götter' bereits vollständig passée. Es gibt hier stets 'nur' (den einen?) Gott, und der wird nicht selten genannt. Beethoven hätte es aus Überzeugung wohl auch kaum anders gekonnt...


    Auch in Humperdincks 'Hänsel und Gretel' wird ausschließlich der '(Herr) Gott' genannt. In dieser Märchenoper, in welcher wir daneben auch Sand- und Traummännchen begegnen, empfinde ich beispielsweise den Schluß 'Gott der Herr die Hand uns reicht!' als extrem rührend, geradezu herausreißend aus der Märchenwelt, auf den Teppich der Tatsachen: Eine überwältigende Stelle.


    Da scheint es eine Entwicklung weg vom Polytheismus zu geben, was sich durch das Auslaufmodell Opera Seria hin zur (deutschsprachigen) Oper/Singspiel durchaus erklären lässt.


    Gibt es ältere (als die genannten) Sujets, in denen 'nur Gott' vorkommt? Händels Oratorien lasse ich nicht gelten...


    Meinungen? Daten? Fakten?


    :angel:

    Das Unterforum 'Gestern in der Oper' ist nicht sonderlich klug angelegt... ich wollte eigentlich keinen eigenen Thread für einen einzigen Opernbesuch, den vermutlich eh niemand kommentieren wird, erstellen, aber sei's drum...


    :angel:


    Spontan nach dem Mittagessen beschlossen: heute gibt's FIDELIO im Badischen Verfremdungstheater. Vielleicht gibt's noch Karten? Es gab! Hartz-IV-Karten zu 9 € - Platz 1001 ! Letzte Reihe, vorletzer Platz - also dann...


    Das A-Orchester spielte wie gewohnt eher mittelmäßig, also an sich natürlich schon sehr gut, aber das 'gewisse Etwas' (das eigentlich ein A-Orchester ausmachen sollte) fehlte mir wie immer im Staatstheater. Es gab durchaus punktuell sehr bewegende Momente, während derer ich ein paar Tränchen der Rührung nicht einhalten konnte :pfeif: insgesamt eine runde Sache. Auffallend viel junges Publikum (was mich bei Fidelio wirklich wundert - vielleicht war DSDSO schuld?).


    Wer da nun heute Abend so sang, weiß ich als notorischer Programmheftnichtkäufer nicht, kann aber hier ggfs. erraten werden :D


    Fidelio/Leonore hat mir nicht so gefallen, zu knödelig. Florestan war für mich der Hit des Abends, Pizarro ordentlich, die übrigen Sänger eher unauffällig. Der Chor ist toll!


    Die Inszenierung von Robert Tannenbaum langweilig, nach Gerechtigkeit heischend: Florestan, der ja erst im 2. Akt wirklich was zu tun bekommt, saß auch den ganzen ersten Akt über regungslos in Salieris Rollstuhl mitten auf der Bühne... find ich okay, er wird ja auch für die ganze Oper bezahlt.


    :beatnik:


    Ich bewerb mich dort mal als Inszenör, denn meinen Büropapierkorb schnell vor der Vorstellung auf die Bühne kippen kann ich auch. Ansonsten gab's eigentlich nichts zu sehen - alle Darsteller waren orangefarben gekleidet, nur Don Fernando im neuesten Karstadtoutfit.


    Als notorischer Programmheftignorant weiß ich natürlich auch nichts über die Be-/Verarbeitung des Librettos. Ich meine, aufgeschnappt zu haben, daß die Fassung von 18 Uhr 14 gespielt wurde. Mir kamen die Dialoge jedenfalls ziemlich zerhackt vor, was aber durchaus auch original sein könnte. Es gibt ja durchaus eine mehr oder minder 'logische' Handlung in der Oper, aber das hätte man doch besser verbinden und flüssiger gestalten können. Die Schlußnummer der Oper fand ich überflüssig - ein leises und verhaltenes Ende bekäme diesem Werk m. E. sehr viel besser.


    Die Akustik und Sicht war wie immer gut - das Orchester meistens in Relation zu den Sängerinnen und Sängern zu laut (auch wie immer). Das Problem ist aber dort bekannt und wird mitgeschleppt... der Mensch braucht Konstanten.


    Während der Vorstellung kam mir da noch so ein seltsamer Gedanke... Irgendwie sind ja Opern- und Konzertbesuche nichts anderes als Bordellbesuche (letzteres dem Hörensagen nach beurteilt): Man zahlt, bekommt was geboten, geht mehr oder minder befriedigt heim, Geld ist futsch und in ein paar Tagen ist alles vergessen... aber das ist beim Essengehen ja genauso...


    ~ ~ ~


    Will ich in HIP haben (die Gardiner-Leonore hab ich schon, gefällt mir auch).


    :hello:

    Zitat

    Original von farinelli
    Um aber einen Bogen zurück zum Thema des Threads zu schlagen: Puccinis Turandot geht auf eine Gozzi-Inszenierung (in dt.) in Berlin zurück, inszeniert von Max Reinhardt. Es handelte sich um eine verfremdende Inszenierung (alles Mobiliar war im Maßstab stark vergößert, so daß die chinesische Prinzessin wie eine böse Tiny Alice als männermordende Kindfrau auftrat - gerade das reizte Puccini).


    Um es mal mit Deinen Worten zu sagen: Da bringen sich die Regielis doch um eins ihrer besten Argumente...


    :beatnik:


    Wenn ich auch diese (letzte, unvollendete) Puccini-Oper wenig bis garnicht kenne, so halte ich das gegebene Beispiel doch geradezu als noch relativ zeitnahes Paradebeispiel dafür, daß ein Werk so inszeniert werden sollte, wie es sich Komponist und Librettist dachten. Nämlich gerade das, was den Komponisten reizte, sollte man doch umsetzen...


    :hello:

    Ist die Wertung



    eigentlich aktuell resp. korrekt wiedergegeben?


    Wenn dem so ist, schau ich mir heut Abend mal die Drittplatzierte hier in Karlsruhe an. Es gab noch Karten für 9 €ier, Rollstuhl ist lustig und Cordhose und Bundeswehrpulli hab ich auch noch...


    :beatnik:

    Zitat

    Original von harry


    Ich weiß ja nicht, wie ernst der Vorschlag gemeint war, den letzten Satz der 9. evtl. durch die Chorfantasie zu ersetzen.


    Och, ich mein das schon ziemlich ernst, weil mir das Solistengekreische im Finalsatz tierisch auf den Sender geht :pfeif: Ich bin aber nachwievor davon überzeugt, daß es an den Interpretationen liegt und nicht an der Komposition selbst ;) (denn die Chorfantasie mit Gardiner s.w.o. gefällt mir recht gut, die Solisten haben dort zwar nicht ganz so extreme Dinge zu bewältigen, aber die Richtung ist ja durchaus angezeigt).


    Zitat


    Hinsichtlich der musikalischen "Qualität" hätte ich dagegen keinerlei Bedenken. Aber es geht aus einem anderen Grund nicht - und auch die frappierende Ähnlichkeit der beiden Hauptmelodien würde daran nichts ändern - : Betthoven zitiert im letzten Satz der 9. im Orchestervorspann, also bevor die Vc/Kb mit der Hauptmelodie beginnen, Themen und Motive aus den vorangegangenen Sätzen (vorliegende Aufnahme aus der Box: 1. Satz bei 0:50, 2. Satz bei 1:27, 3. Satz bei 1:50) und bindet damit die Sinfonie zu einem untrennbaren Ganzen zusammen.


    Ich hätte damit keine Probleme, da ich (wie man vielleicht anhand meiner obigen Äußerung erraten kann) den Finalsatz meistens ganz weglasse.


    :untertauch:


    Allerdings kann man die Chorfantasie allein deswegen nicht nehmen, weil die Tonart nicht stimmt.


    Johann Sebastian Bach [1685-1750]
    Die Kunst der Fuge... BWV 1080


    Il Suonar Parlante:


    Vittorio Ghielmi
    soprano viol, anonym, 18. Jahrhundert, dt. Hersteller
    bass viol, Michel Colichon, Paris 1688


    Rodney Prada
    tenor viol, Giovanni Grancino, Milano 1690


    Fahmi Alqhai
    bass viol, Carlo Chiesa, Milano 2003


    Cristiano Contadin
    grteat bass viol, anonym, 17. Jahrhundert, Italien


    Lorenzo Ghielmi
    harpsichord, Andrea Restelli, Milano 2003 (nach Chr. Vater, Hannover 1738 )
    Pianoforte, Andrea Restelli, Milano 1996 (nach G. Silbermann, Berlin 1749)


    Marcello Gatti (Gast)
    flute, Martin Wenner 2005 (nach Carlo Palanca 1740)


    :jubel:
    :jubel: :jubel:
    :jubel: :jubel: :jubel:
    :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:
    :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:
    :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:
    :jubel: :jubel: :jubel:
    :jubel: :jubel:
    :jubel:


    Ein abwechslungsreiches Wechselspiel zwischen Cembalo, Hammerflügel und diversen Streichern. Der Contrapunctus XIV ist hier von Lorenzo Ghielmi komplettiert worden.


    Wunderbare CD!


    :]


    Ulli

    Nicht nur Avatare braucht der Mensch, auch Usernames.


    Histamine zur allgemeinen Stärkung des Frauenanteils
    Status: FREI


    Nähmaschine für die Liebhaberin des Cembalo
    Status: FREI


    Borderline für die Durchgeknallte
    Status: FREI


    :beatnik:

    Joah, war ganz nett, besonders der rechte Kontrabassist :D - die 5te ist ja eh nicht so mein Ding...


    Mehr versprochen hatte ich mir von dem Interview: Der Vogel, von dem Beethoven das Motiv mopste, war vermutlich 'ne Taube :hahahaha:


    Aber das Ambiente war sehr eindrucksvoll :faint: :jubel: :jubel: :jubel:


    Da geh ich auch mal essen - mit Liveband natürlich.


    :hello:

    Heute (Sonntag, 10.01.10) um 19.15 auf arte


    Jos van Immerseel und die Anima Eterna Big Band mit Beethovens Sinfonie c-moll op. 67, Aufzeichnung vom September 2009 im Brüsseler Concert Noble.


    Wiederholungen:
    11.01.2010 um 06:00
    22.01.2010 um 06:00
    28.01.2010 um 06:00


    [URL=http://www.arte.tv/de/woche/244,broadcastingNum=1076442,day=2,week=2,year=2010.html]< Link >[/URL]


    Kuckich! :D