Beiträge von ThomasBernhard

    Hallo allseits


    habe jetzt immer noch nicht die nötige zeit dazu, werde mich heute nacht endlich vollständig äussern. Aber ich will jetzt schon mal verraten, daß ich gestern böhms schubert 3,5,8,9 gehört habe (ich bleibe bei der alten Zählung, da die große C-Dur-Symphonie eindeutig die nummer NEUN verdient hat). Alfred schrieb, daß bei Böhm alles so tänzerisch sei. Hm. tut mir leid, konnte ich anhand des Schuberts nicht nachvollziehen, ich finde bei Böhm meine Lieblingssinfonien, NR. 5+8+9, langweilig und nicht gut gelungen. Schuberts dritte ist böhm ganz schön gelungen, gebe ich zu. Aber vergleicht doch mal die fünfte mit den einspielungen von Günter Wand (NDR 2001 / Köln, 1984). Bei Wand gerät der erste Satz spielerischer und tänzerischer, bei Böhm, hört nur mal die ersten takte wiederholt an, finde ich es gar nicht locker, sondern verkrampft. Bei Wand sin die Flötentöne am anfang schön lebendig und die streiche kommen lebensfroh und leicht dazu. bei böhm klingt das alles zu unflexibel. Dynamik: Bei böhm fällt der dynamik-kontrast meist recht zahms aus. im zweiten satz der fünften finde ich wand viel schöner, sozusagen weltabgewandt. Böhm geht da mit einer ernsten strenge durch und lebt die Bögen nicht so wirklich.
    ich werde heute nacht noch einige andere stellen aufführen. es sei schon verraten: schlusssatz in der neunten. vergleiche böhm mit furtwängler, gardiner oder wand. Bei den letzten drei ist mehr tänzerisches und lebensfrohe und ausgelassene als bei böhm. ich werde das heute nacht noch konkretisieren. aber ihr könnt ja schon mal vergleichshören. Auch böhms "unvollendete" werde ich als suboptimal zu beweisen versuchen.


    Bis dann, wir sehen uns auf dem schlachtfeld.
    seid mir dennoch herzlich und freundlich gegrüßt. markus

    Du lieber Himmel,


    kaum verlässt man mal für ein paar stunden ausnahmsweise das haus (in der oper gab es gunods faust) schon zieht hier ein beängstigender sturm auf, da hab ich ja ganz schön was losgetreten, mir rinnt der angstschweiß.
    1.) Ich plappere keine Meinungen aus dem Internet nach, mir missfällt Böhms schubertzyklus etwas (im vergleich zu anderen schubertzyklen), weil ich ihn selbst besitze und hörte und vergleiche selbst anstellen kann. lediglich die angesprochenen mozartsymphonien besitze ich zwar nicht, habe sie aber gelegentlich gehört. In sachen schubertzyklus werde ich mich morgen rechtfertigen.
    Böhms Wagner habe ich ja nicht kritisiert.
    3.) Mit der zauberflöte fühle ich mich noch sicherer, da können wir gerne einen hühnchenwettstreit austragen. ich sagte, daß böhms nur eine zauberflöte unter mehreren ist. sicher ist fritz wunderlich ein gewaltiges plus dieser aufnahme. aber: roberta peters ist nun wirklich nicht DIE Königin der Nacht, Fischer-Dieskau ist ein interessanter, hörenswerter papageno, ich finde aber, daß er der rolle nicht recht gerecht wird. Wenn ich diese Zauberflöte mit der zauberflöte von thomas beecham (1938, berlin) auf der romantischen seite und östman auf der historischen seite betrachte, sind mir diese beiden alternativen lieber, so unterschiedlich sie natürlich sind.
    Mit der zauberflöte werde ich morgen auch detailierte Vergleiche anstellen.


    Zu hilfe, zu hilfe, sonst bin ich verloren! Schon nahet sie sich

    Hallo Alfred,


    Zugegeben, Campra interessiert mich wohl auch nicht so wirklich brennend, aber freuen wir uns doch an dem was wir haben, es gibt ja schließlich zwei vollständige Bachwerke auf dem CD-Markt, und das wichtigste von Bach: Orchester-, Orgel-, Klavier-, Kantatenwerk etc. wird immer wieder in Gesamtausgaben aufgenommen. Das wird bald nicht mehr selbstverständlich sein, nehme ich an. Man muß ja schließlich schon irgendwie berücksichtigen, daß auch Käufer vorhanden sein müssen - und die brauchen ja schließlich auch noch Platz in ihrem Plattenschrank...
    Und Naxos oder kleine Label werden sich des hernn Campra schon noch annehmen. (Auch in einem CD-Laden ist nicht uneingeschränkt viel Verkaufsfläche, hat der Herr Campra gelitten. Entweder man kauft ihn sich gleich aus dem Internet, oder: wenn es einmal eine aufsehenerregende neuaufnahme gibt, dann werden die Schallplattenmagazine schon werbung machen und dann liegt derHerr Campra auch zum Verkauf im Laden aus.)


    [Übrigens: Im Handel liegen ja oft auch nur die neueren Aufnahmen von klassischen und romantischen Werken aus. Man suche mal zum beispiel nach dem Tschaikowsky-Klavierkonzert 1 mit Celibidache bei EMI. NIX! nur noch Lang Lang und was sonst noch so in der letzten Zeit auf den Markt geworfen wurde, Celibidaches Veröffentlichung ist ja auch schon drei jahre alt, die hat scheinbar beim Händler nix mehr verloren)


    Gruß, Markus aus FfM

    Genau! Weiter durch die Filmgeschichte.


    Ich möchte die Filme des japanischen Meisters Akira Kurosawa empfehlen, zum Einstieg vielleicht "Ran" (eine schöne neue doppel-dvd ist zur zeit erhältlich). [ich verzichte auf eine Abbildung] Ran (Farbfim) ist Shakespeares "king Lear" ins japanische Mittelalter verlegt, sehr überzeugend! Dazu eine sehr diskrete aber tiefe Filmmusik von Toru Takemitsu. Die Musik lernt man erst nach und nach schätzen.
    Weitere tolle s/w-Filme: Throne of blood (Shakespeares Macbeth), Yojimbo (Vorlage von Leones "Für eine handvoll dollar"), The seven samurai (die glorreichen sieben), und weitere Gegenwartsfilme. Musikalisch wie gesagt ist Ran am interessantesten. ("Kagemusha" ist auch ein tiefsinniges, episches Werk)

    nubar


    Sevus, ja Du hast recht: Battle Royale 2 ist ein blöder, politisch gefärbert alberner Kinderfilm (nur die brutalität verhindert, daß man diesen kitschigen mist auch tatsächlich kindern vorführen darf). Der erste Teil hingegen macht echt spaß und stammt von Meisterregisseur Fukasaku Kinji - so eine art japanischer quentin tarantino.
    Im ersten teil wird nicht nur das dies irae aus verdis requiem missbraucht (geb ich zu), sondern es wird auch noch witzigerweise und zynisch der radetzkymarsch benutz zur untermalung der lakonisch tödlichen durchsagen von takeshi kitano. ein schubertlied "über den wassern zu singen" (in der listz-bearbeitung) findet auch unterschlupf. Leider ist die unzensierte Battle Royale-Fassung im deutschsprachigen raum nur schwer zu bekommen. (Ich möchte hier nicht allgemein für diesen Film reklame machen, er ist nur was für quentin tarantino-fans)


    Gruß, Markus aus FfM

    Hallo Alfred und Foristen


    Da wollte ich einen neuen Thread starten und habe schon wieder übersehen, daß er ja eigentlich längst vorhanden ist. danke fürs rüberschieben, Alfred.
    Ich glaub das Thema ist damit auch fast schon erledigt und abgegrast.
    (aber seltsam: dabei hab ich doch im suchdingens nach FILM geforscht. naja, hab ich es wohl übersehen.)
    Gruß, Markus

    Hallo Liebe Musikfreunde


    Ich bin ja nicht nur ein Musikfreund sondern bin ja auch an den anderen schönen Künsten interessiert. Anspruchsvolle Filme sollte man ja hoffentlich zweifellos auch als hohe Kunst und Kultur werten, und ein Film lebt nunmal oft auch von der Musik im Film. Hier wäre also Platz, um etwas über Euere Lieblingsfilmkomponisten (Schostakowitsch, Bernard Herrmann und die vielen anderen über Morricone bis John Williams). Diese speziellen Filmkomponisten sind mal mehr und mal weniger nahe an der "klassischen" Musik dran, wenn wir die Filmmusik der "Schauspielmusik" gleichsetzten wollen, gehört die Filmmusik ja auch in die Klassik.Familie, aber das sind ja nur dumme Definitionsstreitigkeiten, mit denen wir uns nicht zu befassen brauchen. Sicher ist die Filmmusik oft nahe am Kitsch, Filmmusik wird oft als Schimpfwort für Komponisten wie Tschaikowsky benutzt. Und tatsächlich hat Tschaikowskys Musik ja auch schon manche Schnulze gewürzt, daß einem nur so die Tränen kommen mögen (aus welchen Gründen auch immer...).


    Es gibt aber auch immer wieder kongeniale Verbindungen von "alter" klassischer Musik und einem "dazukomponierten Film". Extrembeispiel "Fantasia" (1941 mit Leopold Stokowski), wobei Fantasia ein kitschiger Scheiß ist und keinesfalls als kongenial zu bezeichnen wäre - andererseits: die zauberlehrlingsepisode ist schon ganz gut...
    Nein, ich meine Filmkunstmeisterwerke, wie die Werke von Stanley Kubrick, nehmen wir Clockwork orange: Eine Gang von abgrundtief ekelhaften Personen treibt ihr unwesen - und ihr Chef ist Klassikfanatiker. Zu einer Vergewaltigung (sogar ein befreundeter katholischer Priester (mit Doktortitel) findet diesen Film überaus ästhetisch und kunstvoll) spielt Kubrick eine Rossiniouvertüre.
    Es gibt noch mehr Filme, in denen die "gute" klassische Musik zu ganz "bösen" sachen gespielt wird, großartige Momente, wie ich meine. (Der Tod und das Mädchen, Schindlers Liste, Battle Royal (Japanischer Kultfilm), Apocalypse now, etc., etc.)


    Andere Filme setzten klassische Musik nicht so zynisch ein, und man meint, die Musik sei eigens für den Film, für die einzelne Szene komponiert worden, und jetzt sagt mir bitte nicht, daß das ein Missbrauch der klassiscehn Musik sei!
    Ligeti ist vermutlich Stanley Kubrick unendlich dankbar, daß er seine Musik in 2001 und shining so genial ins Bild setzte


    Verratet mir bitte: in welchen Filmkunstwerken ist Euch schon mal der Unterkiefer runtergefallen vor Erstaunen und Begeisterung, wie großartig hier bekannte alte Musik in einem neuen Zusammenhang gebracht wurde und mit dem Bild zu einer neuen Kunstform verschmolzen wurde.


    Ich hoffe auf wohlwollende resonanz, Gruß, Markus

    Hallo Alfred,


    ist der Thread schon für Dich gestorben? Bin heute erst darauf gestossen und hoffe die Mozartklavierkonzerte hier ein bisschen wiederzubeleben.
    Auch mir bedeuten Mozarts Klavierkonzerte unheimlich viel, für mich ist Mozart der größte Klavierkonzertkomponist der Klassik und Romantik, weit vor Beethoven, dessen Klavierkonzerte ich zuerst geliebt habe und dann erst in das Mozartuniversum gestiegen bin.
    Es gibt ja so viele dumme Ignoranten, die zwar Mozarts Musik nicht kennen, aber ein fest gefügtes, falsches Mozartbild haben, in dem es nur die kleine Nachtmusik, Papageno, Friede, Freude und Eierkuchen gibt. Mit den Moll-Konzerten kann man diesen unsensiblen Ignoranten beweisen, daß Mozart auch eine geradezu dämonische, beethovenartige Seite hatte (beethovenartig sage ich hier nur, weil die dummen Ignoranten beethoven viel höher einschätzen als Mozart, in Wahrheit gehen die Moll-Sachen Mozarts weit über beethoven hinaus!)


    So, jetzt habe ich den Thread wider nach vorne geschafft, dann könnten wir jetzt eigentlich in die Detailarbeit einsteigen?!


    Gruß, Markus aus FfM


    (Nie die Hoffnung aufgeben, daß Mozart nicht doch noch seine verdiente Würdigung erhält)

    Hallo


    Ich besitze diese Arte Nova-Aufnahme, ("ensemble incanto" (cello: guido schiefen)), kaum gehört, zur Qualität dieser Aufnahme kann ich demnach auch nicht viel sagen, ausser, daß mir die Klarinette etwas zu sehr heraussticht, aber vielleicht soll das ja auch so sein...?


    Gruß, Markus aus FfM


    PS: Vielleicht besorge ich mir demnächst noch deine EMI-Nipper aufnahme zum Vergleich (wenn ich gewillt bin mich intensiver mit Messiaen zu beschäftigen) ansonsten gibt es ja noch recht viel andere Aufnahmen von diesem Quartett auf dem markt

    Hallo


    Vor einigen Jahren ist diese Naxos-CD sehr gelobt worden. (Rondo CD des Monats 6/2000, siehe rondomagazin.de)
    Ich besitze diese CD und finde die Musik sehr interessant und "studierenswert", kann mich dazu auch noch nicht fundiert äussern. Mit dem preiswerten Kauf der Naxos-CD kannst Du dir eigentlich nur einen Gefallen tun. Ich hoffe, daß hier noch weiteres Interessante zu lesen sein wird.


    Gruß, Markus aus FfM

    Hi Theiresias,


    willkommen im Club, interessante Frage. Ich weiß nicht, ob wunderlich sich mit der Winterreise beschäftigt hat. Die Stimmlage dürfte eigentlich kein Problem sein, die dürfte vergleichbar sein mit der von Christoph Pregardien, der ja auch eine wunderschöne Winterreise eingespielt hat.


    Gruß, Markus aus FfM

    Hallo Peet


    Langsame Tempi sind hier eigentlich kein Thema, denn ich schrieb ja, daß Bernstein seine langsame Phase bereits beendet hatte, als er Bruckners neunte für DGG in Wien dirigierte. Auch sein letztes Konzert in Tanglewood mit Beethovens siebter hat "normale" Tempi.


    Ansonsten besagen Zeitangaben nicht viel, hören schafft den wahren Eindruck. Hör dir mal den zweiten Satz von Tschaikowskis fünfter an (DGG; New York Phil, 1990): Diese herrliche Musik schreitet so langsam wie bei keinem anderen dahin. und es ist umwerfend schön. Wenn Mravinski oder jemand anders es viel schneller dirigiert, kann natürlich eine ebenso wunderschöne Aufnahme dabei herauskommen, sie ist dann halt schneller und hat einen etwas anderen Charakter.


    Zurück zum eigentlichen Thema: Die Interpretation Bernsteins wurde ja nicht wegen des Tempos gerügt. Schaut mal in die Kritik auf http://www.gramophone.co.uk (suchbegriff composer: bruckner, conductor: bernstein im reviews, search gramofile (oder so)) (schnelle und kostenlose anmeldung erforderlich

    Hallo


    Habe gerade Martin Scorseses "Aviator" im Kino gesehen, ich finde ein guter Film, aber da stehe ich vielleicht recht alleine da. In einigen beeindruckenden Szenen mit Flugzeugen wird die Orchestertranskription der Fuge als Filmmusik verwendet. dazu ist sie bestens geeignet. hat mir gefallen. aber wahrscheinlich bin ich jetzt nur von dem Film berauschtt und bereue den beitrag morgen.
    Gruß, Markus aus FfM

    Hallo richard,


    Du hast natürlich recht. Zu dem da oben habe ich zusätzlich gekauft heute:



    Ihr glaubt, ihr kennt Bruckners fünfte? Harnoncourt hat mal wieder eine Symphonie verblüffend neu "beleuchtet". die "katholische" Symphonie so säkular wie noch nie.



    Super! mein erster japanischer Bach



    Symphonie fantastiqu - Igor Markevitch - Berlin, Mono



    noch nicht gehört


    Und noch Bruckner 8+9, Carl Schuricht, SWR-Orchester, live, Hänssler, 2 CD 17,99 €


    Ich freu mich immer, wenn ich meinem Staat ein bisschen Mehrwertsteuer zukommen lassen kann. Hier wird ja immer gejammert, als sei die BRD ein Dritte-Welt-Land. huuups, war das jetzt zu politisch?

    Servus Rienzi


    bei JPC kostet der boris godunov von gergiev auf DVD grade stolze 37,99. Ich kaufte ihn damals glaub ich ein bisschen billiger im Laden oder auch nicht.


    Mal was anderes, Rienzi: stell doch mal Wagners Rienzi in einem thread vor. Ich kenn da jemanden, der mich permanent mit dem Rienzi nerven will, fürchte nur, daß ich die Oper (mit ausnahme der ouvertüre) schrecklich langweilig finden werde.


    Gruß, Markus

    Hallo


    Ich fragte schon an anderer Stelle, ob jemand diese Aufnahme kennt.
    Erstaunen tut mich, daß diese alte Einspielung immer noch im Hochpreissegment ist (eine der ganz wenigen ADD-Aufnahmen in dieser Optik). Ich erwarte nicht, daß mir diese Aufnahme wahnsinnig gut gefallen würde, wenn ich sie denn kaufen täte. Oder irre ich?


    Gruß, Markus aus FfM

    Hallo Norbert


    Auch für mich sind Zeitangaben nicht im geringsten ein Qualitätsmerkmal. Man muß bei Zeitangaben freilich auch aufpassen, ob der eine Interpret wiederholen lässt und der andere nicht (was bei Bruckner 9 allerdings kein thema ist)


    Also: Bruckner 9, Bernstein, Wiener Philharmoniker, DGG


    erster Satz: 26:58
    zweiter Satz: 12:14
    dritter Satz: 26:56


    Um Lennies Langsamkeitsorgie der späten jahre zu dokumentieren werde ich jetzt die Zeiten von Tschaikowskis fünfter und sechster aufführen. Erste Zahl: die Zeit der späten DGG-Aufnahme, zweite Zahl: die zeit der Sony-Aufnahme, als Lennie noch jünger war.


    Tschaikowski Nr. 5:


    1: 16:24 - 14:36
    2: 16:29 - 14:14
    3: 6:20 - 6:09
    4: 13:27 - 12:31


    Tschaikowski Nr. 6


    1: 22:35 - 18:44
    2: 8:32 - 7:05
    3: 9:54 - 8:51
    4: 17:14 - 11:38


    Das sind schon teilweise bemerkenswerte Unterschiede. Ich habe zwar nicht im Einzelfall geprüft, ob die Verwendung der Wiederholungen übereinstimmen, bin mir da aber ziemlich sicher, daß dem so ist. Und das war jetzt nur Bernstein (alt) mit Bernstein (jung) verglichen, macht mal den Vergleich mit Toscanini oder Mravinski....


    Gruß, Markus aus FfM

    Hallo liebe Karl Böhm-Freunde


    Ich hatte hier schon einen langen text verfasst, ihn aber wieder gelöscht. Es ist doch besser, diesen Thread mit wenigen Worten zu eröffnen: Also Klartext:
    Hier gibt es ja einige Böhm-Fans - Ich bitte Euch, mich von den Qualitäten Eueres Meisters zu überzeugen.
    Böhms Tristan überrascht mich positiv, weil er so rastlos und feurig ist, was nicht recht in mein Böhm-Bild passen will. Auch die unsentimental interpretierten "Vier letzten Lieder" mit Lisa della Casa stechen überraschend aus der Diskographie heraus.
    Mit Böhms Zyklus der Schubertsymphonien bei DGG kann ich nichts anfangen, ich finde sie unangenehm satt, breit und der musikalische Fluß enthält Kleister, wenn auch manches Detail durchaus in der Gestaltung sehr schön ist.
    Als Interpret der Mozartsymphonien will ich Karl Böhm sein exklusives Expertentum absprechen!!! Begründung später.
    Auch seine legendäre Zauberflöte ist für mich nur eine Aufnahme unter vielen.


    Ich bitte Euch, mir den musikalischen Charakter Karl Böhms und seine Qualitäten anhand ausgewählter Aufnahmen darzustellen.
    Gruß aus Frankfurt

    Hallo


    Ich wollte gestern Weissenbergs Goldbergvaraitionen noch schnell im Bett hören, aber 77 Minuten sind halt doch eine lange Zeit, so daß ich in der Hälfte abbrach. Und Weissenbergs Interpretation lullt einen auch nicht gerade ein sonder ist eher anstrengend, wenn man aufmerksam zuhören will.
    Mir gefällt Weissenbergs Bach ganz gut, obwohl er wirklich eigenartig ist. Wenn mich meine Ohren nicht täuschen, spielt er absolut Pedal-frei, aber das sollte bei bach ja nichts ungewöhnliches sein. Weissenbergs aufnahme verdient auf jeden fall gehör, sie ist ideal für Leute, denen Glenn Gould zu exzentrisch und Murray Perahia zu romantisch spielt.
    Die Aufnahme hat swing und Intelligenz, ist gelegentlich virtuos schnell und vor allem die lockeren Phrasierungen kleinerer und größerer Abschnitte gefällt mir. Der Anschlag nähert sich gelegentlich dem perkussiven oder dem Cembaloklang an, was aber durchaus auch Cembalo-Hassern gefallen könnte.

    Hallo Alfred


    Ich würde mich auch sehr für Paisiellos Barbier interessieren, kenne aber keine Aufnahme davon.


    Lediglich einen zu kurzen Ausschnitt kenne ich aus dem kunstvollen und empfehlenswerten Meisterwerk von Stanley Kubrick "Barry Lyndon".
    Auch wegen seiner liebevollen Musikintegration ist dieser beste aller "Historienfilme" jedem zu empfehlen.


    bringt mich auf die Idee ein Thread zum Thema "intelligente Klassikverwendung im anspruchsvollen Film" zu starten. Neben allen Kubrick-Filmen wäre da noch an "Apocalypse now" und einige andere Filme zu denken.

    Und noch eine Operngesamtaufnehme:



    Ich habe "nur" zwei Tosca GA und werde mir wohl nie eine dritte kaufen wollen, denn meine beiden sind auf ihre Art perfekt und doch gänzlich unterschiedlich im Sound und im Tempo.


    Neben der Karajan/Price Aufnahme habe ich natürlich noch die obligatorische de Sabata/Callas Aufnahme

    Hallo Matthias


    Ja, muß Dir beipflichten, habe die Boris Godunov Aufnahme auch und finde sie m.E. großartig. Unbedingt Kennenlernenswert, guter Einstieg in die russische Musik der "traditionell russischen Abteilung" (im Gegensatz zu den "westlicheren russischen Komponisten")


    Ein Riesenvorteil der DVD ist, daß sich die Handlung viel besser erschließt, als wenn man eine einem noch unbekannte Oper blind von CD mit dem Textbuch in der Hand hört.

    Hallo Alfred


    Hm, was soll man zu der mangelnden Beteiligung sagen?
    Die Leute scheinen mit den Covern zufrieden zu sein, oder es ist ihnen egal. Mir persönlich ist die Optik des Covers auch egal, solange es nicht auf total cool und hip gemacht ist oder mich sonst irgendwie für dumm verkaufen will.


    Gruß aus Frankfurt