The King of harpsichord returns. 

J. S. Bach • Frühwerke
Andreas Staier
The King of harpsichord returns. 

J. S. Bach • Frühwerke
Andreas Staier

Wenn Rieu nicht kuckte als ob er Verstopfung hätte, wäre das mein Kandidat.
Mein zartes Gemüt erschrak dagegen ganz schön bei dieser Neuerscheinung:
http://img248.imageshack.us/img248/9708/sangiovanniuv6.jpg
ZitatOriginal von miguel54
Vielen Dank für diese Ergänzung und Richtigstellung. Das erklärt natürlich, warum sich nichts mehr tat, und ist sehr sehr schade, denn die editorische und klangtechnische Qualität von Bernsteins Aufnahmen war auch schon bei Astrée außerordentlich hoch.
Meine vollste Zustimmung. Um so bedauernswerter der Verlust, sollte Arcana tatsächlich in der Versenkung verschwinden, wonach es derzeit leider stark aussieht. Ich kann mich da Ullis "
" nur anschließen, denn die Arcana-CDs waren eigentlich immer etwas Besonderes.
Salut miguel54 & compagney,
Michel Bernstein arbeitete nicht nur für Astrée, er war der Gründer des Labels.
Ich habe ein Astrée-Labelportrait in der Mache (etwa zu 50% fertiggestellt, derzeit allerdings aus Zeit- und Motivationsmangel ruhend) welches gleichzeitig als Portrait Bernsteins fungiert und die vier im Laufe seines Lebens gegründeten Labels vorstellt, darunter Valois, Astrée und eben ARCANA.
Michel Bernstein verstarb am 31. Oktober 2006, im Alter von 75 Jahren, an einem Herzinfarkt.
~•~
Die Aktivitäten Arcanas ruhen seit Bernsteins Tode, es gab in diesem Jahr keine neuen Veröffentlichungen und auch keine Katalog-CD mehr. Seine Witwe, die teilweise als Mitherausgeberin fungierte, plant offenbar keine Weiterführung der Labelgeschäfte. Was aus dem Labelfundus werden wird, ist derzeit ungeklärt. Gerüchten zufolge gab es bereits zwei oder drei fertige CDs, die aber nicht mehr erscheinen werden. Das gleiche gilt leider auch für die nicht fertiggestellten Serien, wie die von miguel54 erwähnte Debussy-Reihe, die Schubert-Quartette mit dem Quatuor Festetics oder die Haydn-Quartette desselben Ensembles, in dessen Reihe der noch fehlende Band 4 mit den Artaria-Nummern 4 & 5 vermutlich nie erscheinen wird:
[AMX=B00004YWZC]150[/AMX][AMX=B000050J6D]150[/AMX][AMX=B000F5FQ68]150[/AMX]

[AMX=B00008NF4B]150[/AMX][AMX=B00004U65D]150[/AMX][AMX=B000056NM7]150[/AMX]
Gleiches gilt für die Fortsetzung der Frescobaldi-Aufnahme mit Alessandrini. Teil 1 von Buch 2 wurde von Alessandrini schon eingespielt, wird aber vermutlich nie vervollständigt werden. Die Rechtelage des gesamten Labelkatalogs scheint wohl unklar zu sein, was auch einen Weiterverkauf unwahrscheinlich macht.
Wer sich für die CDs von Arcana interessiert, sollte nicht zu lange zögern. Sobald alle Restbestände abverkauft sind, wird es vermutlich keinen Nachschub mehr geben. Schon gar nicht in der Form, wie man es von Arcana gewohnt war – diese Ära endete mit der letzten Veröffentlichung im Jahre 2006.
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Also den Fäulnisgeruch der ganzen alten Meister, so wie bei Blackadder, möcht ich ja nun nich gerade in der Regalen haben. Und Fortschritt wär's auch keiner. Statt Schellack, Vinyl oder CD hieße es dann Sarg, Urne oder Reliquar. Wie sieht das denn aus?! ![]()
Die Ironie an der ganzen Diskussion ist ja, daß es Leute gibt, die ein für den Massenmarkt produziertes Stück Plastik als letztes Bollwerk vor kulturellem Verfall ansehen. Nun ja.
Meine derzeite CD-Anhäufung stapelt irgendwo so zwischen geschätzten zwei- und dreihundert Stück vor sich hin. Ich wills gar nich genau wissen. :wacky: Mein mittelfristiges Ziel ist, diese Zahl auf 99 zu senken (und nebenbei das Budget nach Möglichkeit verstärkt in Konzertkarten zu investieren.) Ein spannendes Experiment, welches hilft, sich Gedanken darüber zu machen, was man alles mal so eben mitgenommen hat weils billig war. (Zu Risiken und Nebenwirkungen wenden sich sich beispielsweise vertrauensvoll an Herrn Roehl :D) Denn, und darüber sind wir uns wohl alle einig, in kaum einem Genre gibts Musik derzeit so billig wie auf dem Klassiksektor. Ich bin schon hochgespannt, wie sich mein Abenteuer CD-Diät entwickeln wird.
Derweil werde ich gespannt den tonträgerlosen Musikmarkt beobachten, den ich, im Gegensatz zu einigen hier, als Fortschritt betrachte.
Machen wir uns nichts vor, die Umsätze mit CDs gehen rapide zurück. Ganze Ketten traditioneller Musikgeschäfte (beispielsweise Tower Records) gehen reihenweise pleite. Gleichzeitig schicken sich Amazon und Pepsi an, im Rahmen einer Werbeaktion 1 Milliarde Downloads zu verschenken (für die übrigens 5 Milliarden Pepsi-Flaschen geleert werden müssen - in der amerikanischen Zahnärztekammer knallen sicher schon die Sektkorken.) Wal-Mart droht SonyBMG und Warner ihr Angebot aus seinem Onlineshop zu entfernen, wenn sie statt WMA-Dateien keine DRM-Freien MP3s anbieten. Das Ultimatum läuft in den nächsten Wochen aus. Universal befindet sich diesbezüglich bereits seit August in einer Erprobungsphase, die bis Ende Januar gehen soll. 2008 dürfte sicher hochspannend werden...
Viel viel herzlicher als alle anderen hier. Und überhaupt!
Gentilhombre
Nabend,
mit dem Thema des Sankt Nikolaus beschäft sich beispielsweise auch diese Einspielung:

La Nuit de Saint Nicholas
La Reverdie & Cantori Gregoriani
Dabei handelt es sich um die Rekonstruktion einer Messe basierend auf einem gregorianischen Choral des 13. Jhdts. (Cambridge Univ. Lib. MS Mm 2g). Gregorianische Gesänge (Chor & solistisch) wechseln sich ab mit gesprochenen bzw. gesungenen Einschüben (Latein), die das Leben und die Wunder des Heiligen Nikolaus erzählen. Etwas spekulativ vielleicht, aber sehr schön.
Wer weitere Musik zur Thematik des heutigen Tages sucht, dürfte hier eine reichhaltige Fundgrube vorfinden:
"http://www.stnicholascenter.org/Brix?pageID=137
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Nabend Alfred & Taminos,
ZitatAlles anzeigenOriginal von Alfred_Schmidt
Der Tontechniker dürfte also - ich behaupote das schon seit langem - eine WESENTLICHE Rolle spielen ob eine Aufnahme als ge- oder mißglückt zu betrachten ist.
Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht ?
Frühert war es ja einfacher, da hatte jedes Label seine Tontechniker, die man per Namen kannte - heute wird ausgelagert und zugekauft - Pfui Deibel...Wer soll sich da noch ein Bild von einem Label machen können ??
Nicht von einem Label, aber dafür von mehreren. ![]()
Bei den Aufnahmen des französischen Labels Astrée aus den späten 80er und frühen 90er Jahren fallen immer wieder mal zwei Namen auf. Zunächst Pierre Vérany, der bald ein eigenes Label gründete. Aber vor allem Musica Numeris. Dieses belgische Tonstudio hat mit seinem Team unter der Leitung von Nicholas Bartholomée (früher) und Nicolas de Beco viele der Aufnahmen für Astrée, z.B. mit Jordi Savall durchgeführt, und arbeitet heute regelmäßig mit Labels wie Alpha, Alia Vox oder Ambroisie zusammen, um nur einige zu nennen.
Der Name bürgt in der Regel für sehr gute Aufnahmequalität.
"http://www.musica-numeris.eu/
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PS: Karajans "Breitwandsound", ist der nicht eher Ergebnis von Karajans Interpretationsansatz? Oder schmeiß ich da was durcheinander?
Morgenstund ist aller Laster Anfang... ![]()
oder kurz:
Moin! ![]()
Zum Frühstück:
Luigi Boccherini • Die Gitarrenquintette
Pepe Romero
Academy of St Martin in the Fields Chamber Ensemble
Ich stelle immer wieder von Neuem fest, wie gut diese Doppel-CD ist. Das Academy of St Martin in the Fields Chamber Ensemble spielt die flotten Sätze richtig schön schmissig!
Und gegen die Einspielung des Quintetts G. 488 «Fandango» stinkt selbst Savalls Version mächtig ab. ![]()
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Salüttchen,
ZitatOriginal von Ulli
Für was wurde das nochmals neu eingespielt?
wenn ich das wüßte! Vielleicht wars sein geheimer Wunsch einfach mal was mit 'nem Nobelpreisträger zu machen?
Das ist jedenfalls auch mein Kritikpunkt an seiner derzeitigen Repertoirepolitik. Der Gute ergeht sich wenn nicht an Neuspielungen (Haydn, Marais, Hume) oder Eigenkompositionen zweifelhaften Repertoirewerts (Lachrimae Caravaggio) an Konzeptalben mit immer stärkerem Hang zur Weltmusik (Orient-Occident/Route to the Orient) usw. Mag ja alles schön und gut sein, aber wenn man das mit seiner früheren musikalischen Entdeckertätigkeit kontrastiert, kann man schon mal etwas wehmütig werden. ![]()
Statt der neuen sieben letzten Worte hätt's ja beispielsweise auch noch 'ne Sympho vom ollen Ludwig van sein können. Ich meine mal gelesen zu haben, der Aufnahme eines kompletten Zyklus hätten alleine finanzielle Gründe entgegengestanden. Keine Ahnung ob das jemals tatsächlich diskutiert wurde oder es sich eher um Fanträume handelte.
Interessante Neuausgrabungen Alter Musik hab ich dagegen schon länger nicht mehr von ihm gesehen.
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ZitatOriginal von Frank Pronath
Glücklicherweise haben sich die Geruchsmoleküle bis zum Finale des Konzerts wieder verflüchtigt. Es bleibt zu hoffen, dass es sich nur um einen einmaligen Unfall gehandelt hat.
Normalerweise findet sich das Gegenmittel doch in jeder gutsortierten Damenhandtasche, derer es auf jedem Konzert sicher einige geben dürfte: *pfffft*pfffft*pfffft*... Problem gelöst. ![]()
Zur Allgemeinproblematik empfiehlt sich dann noch folgender Maßnahmenkatalog:
1x Husten = 3 Stockschläge
2x Husten = 10 Peitschenhiebe
3x Husten = mit einem Gewicht an den Füßen in den See
Danach sollte eigentlich Ruhe herrschen.
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Hallo Ulli & Christian,
ZitatOriginal von Ulli
das Cover sieht bei mir anders aus, aber es dürfte sich um die gleiche/selbe Einspielung handeln:
[amx=B00004R7PQ]150[/amx]
da unterliegst Du leider einem Irrtum, Ulli.
Bei Ullis Version handelt es sich um die Einspielung für Astrée aus dem Jahre 1990.
Bei der Aufnahme um die es Christian hier geht (Alia Vox), handelt es sich dagegen um eine Neueinspielung aus 2007! Siehe auch hier. Auch sie enthält wohl gesprochene Texteinwürfe.
Gehört habe ich allerdings noch keine der beiden Aufnahmen.
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Hiho,
kleine Meldung für Fischer-Fans zwischendurch.
Fräulein Fischer hat ihr Label gewechselt:
Adieu Pentatone, salut Decca.
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¡Señoras y señores, buenas tardes!
Mal wieder ein Hinweis für die Noch-Freunde musiktragenden Polycarbonats. ![]()
Folgende Wiederveröffentlichungen aus dem ehemaligen Astrée/Naïve Katalog kündigt Alia Vox im Rahmen seiner Heritage-Reihe für die kommenden Monate an:
Purcell • Fantasías para violas
Dowland • Lachrimae
De Morales • Officum Defunctorum–Missa pro Defunctis
Charpentier • Canticum ad Beatam Virginem Mariam
Couperin • Pièces de Viole 1728
Mozart • Requiem
Beethoven • Sinfonía n. 3 "Eroica"
Man beachte, daß bislang zwar längst nicht alle von Jordi Savall in einem Interview für 2007 in Aussicht gestellte Aufnahmen erschienen sind. was bei seinem vollen Konzertkalender allerdings auch kein Wunder ist. Die hier aufgeführten Titel entstammen jedoch einer vom spanischen Vertrieb geschalteten Anzeige, und sollten, da es sich schließlich nur um Wiederveröffentlichungen handelt, im Laufe der kommenden Monate mehr oder weniger zügig erscheinen.
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Ahoi allerseits,
zunächst OT für Wulf: Die MAK-Einspielung reizt mich durchaus. Aber Deinen Tip hab ich mir mal notiert um ihn bei nächster Gelegenheit einer Hörprobe zu unterziehen. Meine Aufnahme des Combattimento mit Garrido hat mich nämlich bisher seltsamerweise kalt gelassen.
Zurück zum Thema.
Ich muß ehrlich zugeben, manche Reaktionen hier verwundern mich enorm. Man hat beinahe das Gefühl, das Ende der zivilisierten Welt stünde bevor.
Wenn jemand mit der Sammelei von Tonträgern glücklich wird, ist das völlig legitim. Ich habe das selbst durchgemacht, früher Vinyl später CD. Gottseidank erhole ich mich gerade rapide von dieser Manie. Das heißt natürlich nicht, daß ich anderen nicht ihren Tonträgerfetisch gönne.
Vor einiger Zeit entdeckte ich die Einspielung der Brandenburgischen Konzerte von Bach mit Musica Antiqua Köln für mich. (Bitte jetzt keine Interpretationsdiskussionen anfangen, dafür gibt es die entsprechenden Themen - im Zweifelsfalle Suchfunktion). Von dieser Aufnahme bin hellauf begeistert und kann sie mir immer und immer wieder anhören. Wenn beispielsweise die beschwingten ersten Takte des Allegros aus Konzert Nr. 2 in F-Dur anklingen, stellen sich bei mir Glücksgefühle ein. Da ist mir eine runde Scheibe in einer Plastikhülle doch völlig wumpe, um es mal salopp zu formulieren.
Manch einer scheint Regale voller Plastik als Lebensqualität zu definieren, das sei ihm unbenommen. Teilen kann ich diese Ansicht nicht. Ich habe schon immer den Großteil meiner Sammlung in Kartons, in Schubladen oder hinter Schrankwänden untergebracht, da ich Reihe über Reihe von CDs schon immer potthäßlich fand. Was man daran ästhetisch finden kann erschließt sich mir einfach nicht. Bereits zu Vinylzeiten hat mich der Anblick dieses uniformen dünngerippten Blocks von ca. 30cm Höhe schon gestört. Da hat wohl jeder seinen eigenen Geschmack.
Andere wiederum scheinen der Tonträgersammelei gar eine "erotische" Komponente zusprechen zu wollen. Ich will es mir lieber nicht vorstellen...
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Mal ganz abgesehen davon, daß nichts einen Konzertbesuch ersetzt (egal ob Saal oder Kirche), beschleicht einen bei der Lektüre dieser Diskussion beinahe das Gefühl, unser musikkulturelles Erbe sei nur in Form von in Plastik verpackten Polycarbonatscheiben von 12cm Durchmesser angemessen zu bewahren. Wem konzentrierteres Zuhören nur noch durch von Hand einzulegende Tonträger möglich ist, der ist wirklich zu bedauern.
Jan äußerte sich 'je mehr Masse, desto weniger Genuß'. Ein umfangreiches Angebot kann damit nicht gemeint sein, das gibt es schließlich jetzt schon in der Form von Tonträgern. Aber daß der Verzicht auf selbige automatisch massives Horten von Aufnahmen mit sich bringt war mir neu. Wie Medard bereits einwarf, es kommt darauf an, wie man mit einem umfangreichen Angebot umgeht, egal ob von Vinyl, CD, tonträgerlos oder sonstwoher.
Irgendwer brachte das Argument der Klangqualität ins Spiel, ich glaube Alfred wars. Auch wenn ich mich davor hüten würde darum zu wetten, ob ich noch einen Unterschied zwischen MP3 in maximaler Bitrate und CD-Qualität hörte, will ich nicht pauschal ausschließen, daß er wahrnehmbar sei. Genug Leute behaupten der Klang von Audio-CDs sei schon unzureichend, auch wenn ich das persönlich bisher nicht nachvollziehen konnte. Wenn man allerdings die Diskussion von dieser, wenn man so will, audiophilen Seite her aufrollt, warum sich dann überhaupt noch mit der hoffnungslos veralteten CD-Technologie abfinden? Der Verzicht auf Tonträger ermöglicht es, sich hochauflösenden bis hin zu angeblichem Studioklang ins Haus zu holen. Linn Records beweisen bereits jetzt wohin die Reise gehen kann: "http://www.linnrecords.com/linn-download-quality-and-file-type.aspx"
Was will man da noch mit popligen CDs?
Rein technisch gesehen, befinden wir uns gerade in einer Übergangsphase. Ich persönlich halte Downloads oder das Überspielen der eigenen CDs (oder LPs) auf größere Datenträger nicht für der Weisheit letzen Schluß. Was ich mir wünsche, ist eine Streaminglösung, in welcher Form auch immer, die mir jederzeit unbegrenzten Zugang auf sämtliche Aufnahmen ermöglicht. Die Vision, die Antracis weiter oben beschrieb, ist technisch bereits realisierbar und dürfte so oder ähnlich irgendwann kommen.
Das Argument Musik dann nur noch am Computer hören zu können ist längst nicht mehr haltbar und entspringt veralteten Technikvorstellungen. Entsprechende Zuspieler für die Stereoanlage existieren längst. Die Technologie wächst immer weiter zusammen. Der PC, wie wir ihn bislang kennen, verliert bereits jetzt an Bedeutung.
Sämtliche technischen Gegenargumente scheinen mir nicht zuende gedacht, sondern eher Resultat der Angst an liebgewonnen Gewohnheiten nicht mehr festhalten zu können. Leute, selbst wenn von heute auf morgen gar keine CDs mehr produziert würden, die abertausende von Tonträgern, die in den letzten 25 Jahren produziert wurden, verschwinden doch nicht plötzlich von der Oberfläche dieses Planeten! Da reicht eure gesamte Lebenszeit doch nicht um die alle zu hören. Das Gros der Klassik-CDs die bislang verkauft wurden findet irgendwann auch seinen Weg zurück auf den Gebrauchtmarkt. Kein Grund zur Panik also, falls man sowas unbedingt zum Glücklichsein braucht.
Ich persönlich werde meine bisherige CD-Sammlung in den nächsten Monaten einer radikalen Schrumpfkur unterwerfen, alles was ich nicht unbedingt brauche fliegt raus. Mal sehen, wieviel am Ende übrigbleibt.
Seit einiger Zeit liebäugle ich mit einer Squeezebox ("http://slimdevices.com/"). Technikaufgeschlossene steuern soetwas bereits jetzt mit einem drahtlosen Tablet von Nokia bequem vom Sofa aus, gewissermaßen als Luxusfernbedienung. In Verbindung mit einer kleinen NAS-Lösung die Ideale Perspektive um die Übergangszeit bis zu einer umfassenden Lösung (hohe Klangqualität/keine Downloads/Backupfrei/einfache Bedienung/keine Bastelei), womöglich ähnlich Antracis Vision, zu überbrücken.
Ich kann es inzwischen kaum erwarten die ganzen Plastikstapel loszuwerden.
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ZitatOriginal von Robert Stuhr
Naxos macht es schon vor: Für US-$20 pro Jahr kann man unbegrenzt von der Webseite den kpl Katalog plus den anderer Label (zB BIS) hören, in sehr guter Qualität. Nur legaler Download geht noch nicht.
Stimmt. Vor ein paar Monaten habe ich das noch abgelehnt, als es hier im Forum diskutiert wurde, aber in inzwischen... Wenn sich in hoher Zahl weitere Labels darauf einließen, wäre die Sache unschlagbar, glaube ich.
Nabend zsamm,
hier wurde ja schon mehrfach der Preisfaktor angesprochen. Ein wichtiger Punkt, wenn man den allgemeinen Preisverfall im Klassiksektor berücksichtigen will. Vom Sonderangebot über midprice-Reihen bis hin zu den Billigwiederverwertern im Schuhkartonformat (Brilliant) – klassische Musik, seit eh und jeh Domäne hochpreisiger Veröffentlichungen, bekommt man heute so billig wie noch nie. So gesehen, sind €10,99 für ein Album im MP3-Format nicht günstig. Aber Medards Beispiel der Rosenkranzsonaten mit Eduard Melkus zeigt, daß das nicht unbedingt immer so sein muß.
[Kleiner Einwurf für Medard: die gibts übrigens seit geraumer als 2CD Billigwiederveröffentlichung von Universal Korea, für umgerechnet knapp €10, wenn ich mich nicht verrechnet habe.
Aber nach mehreren Monaten habe ich es inzwischen aufgegeben einen Online-Shop zu finden, der mir auf Nachfrage nach internationalen Bestellungen überhaupt antwortete. ;)]
Der neue DG-Webshop ist sicher nicht der Weisheit letzter Schluß, aber daß es ihn jetzt überhaupt schon gibt, ist für mich ein deutliches Zeichen, daß der Umbruch im (Klassik-)Musikmarkt schneller vonstatten gehen wird, als ich ursprünglich vermutete.
Der Chef von Brilliant soll vor ein paar Monaten im Interview gesagt haben, er rechne damit, in 10 Jahren noch ca. 50-60% des Umsatzes mit Compact Discs zu machen. Wer weiß ob er wirklich recht behalten wird?
Bei Universal, SonyBMG und vielleicht auch Warner, denkt man beispielsweise schon über Musikpauschalen nach:
ZitatWhile the details are in flux, insiders say Morris & Co. have an intriguing business model: get hardware makers or cell carriers to absorb the cost of a roughly $5-per-month subscription fee so consumers get a device with all-you-can-eat music that's essentially free. Music companies would collect the subscription fee, while hardware makers theoretically would move many more players.
Quelle: "http://www.businessweek.com/magazine/content/07_43/b4055048.htm
Der Klassikmarkt ist sicher der konservativste im Vergleich zu Pop oder Rock, aber das neue Download-Portal der DG, mit dem ich so nicht gerechnet hätte, zeigt, daß auch hier die Entwicklung nicht mehr aufzuhalten ist.
Ich war früher mal Vinylsammler, habe mich aber mit der Zeit ans Medium CD gewöhnt. Hin wieder habe ich sogar, genau wie audiamus es oben beschreibt, ein paar Euro mehr für die Originalausgabe einer CD ausgegeben, weil mir die Aufmachung der günstigeren Neuauflage nicht gefiel.
Aber wenn ich ehrlich darüber nachdenke, will ich mir in der heutigen Zeit noch so eine Plastikwand in der Bude auftürmen? (Siehe auch Robert Stuhrs Beitrag, zwei Beiträge höher.)
[SIZE=7][Sollte sich jemand wundern, das Bild ist nicht von mir (->Suchmaschine)][/SIZE]
Meine Sammlung ist zum Glück noch klein und trotzdem habe ich bereits das Gefühl mehr Musik angehäuft zu haben, als ich je hören könnte (rein subjektiv). Vom Platzbedarf, den der ganze Krempel beansprucht, ganz zu schweigen.
Ich denke, ich werde von nun an erst mal abwarten und wenn überhaupt, dann nur in Ausnahmefällen und sehr punktuell CDs kaufen. Tonträger hin oder oder her, ein Konzertbesuch ist letztenendes sowieso nicht zu schlagen. Ich habe in letzter Zeit viel zu viele interessante Konzerte verpaßt. Mal sehen, wie ich damit in den kommenden Monaten fahre... ![]()
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PS: Für unbegrenzten Zugriff auf den kompletten Back-Katalog in vernünftiger Qualität, wäre ich vermutlich bereit eine Pauschale zu zahlen, sofern der Preis stimmt. Ich könnte mir sogar entsprechende Streaming-Angebote vorstellen: wozu sich noch Gedanken über Backups machen müssen? Sollen sich doch die Anbieter darum kümmern – ich will Musik hören! ![]()
Moin!
Delenda Carthago sagte schon Cato der Ältere... Nee, quatsch. Avis tina vermem capit sagte die DGG als sie heute um 00:00 Uhr den nächsten Sargnagel für die Compact Disc auspackte.
Sicher, über die Preise kann man diskutieren. Viele Aufnahmen bekommt man auf CD teilweise billiger. Andererseits kann ich beispielsweise nach dieser Aufnahme lange suchen:

"http://www2.ham.deutschegrammophon.com/cat/result?SearchString=415+2962
Ich weiß, ich habe mich in dieser Hinsicht hier im Forum bereits konträr geäußert, aber meine Bereitschaft zum massenhaften Erwerb physikalischer Tonträger sinkt immer mehr. Vielleicht sollte ich doch darüber nachdenken, ob ich mir nicht einen MP3-Player zulege und auf Vinylhalde oder Polycarbonathügel verzichte...
So, jetzt wird erst mal Kaffee gekocht und das Haus mit Bach geweckt. Derzeit noch von 12cm Polycarbonatscheibe, hauchzart mit feinstem Aluminium bedampft. Aber wie lange noch?
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Bin mal gespannt, wie hier so das Meinungsbild ausfällt.
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Grüß Gott,
für die Glücksritter unter den Schnäppchenjägern ein kleiner Hinweis bezüglich dieser hier im Forum recht gelobten Einspielung:
Bei Zwomilleeins jüngst für unschlagbare €6,99 zu erwerben. Laut online-Katalog zwar nicht mehr lieferbar, aber mit ein wenig Glück findet man vielleicht noch ein Exemplar in einem der Läden.
Viel Glück!
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Hi klingsor, tresor, Rideamus & Rest, ![]()
ich bin mir nicht sicher ob klingsor das jetzt zu weit gefaßt ist, aber wenn es ihm nicht nur um parodierte Einflüsse (Stichwort "alla turca") geht, würde ich, bezogen auf Spanien, bis ins Mittelalter zurückgehen und auf die berühmten Cantigas von Alfonso X. (1221-1284), König von Galizien, Kastilien und Léon hinweisen.
Zwar gibt es bei der Musik des Mittelalters aufführungspraktisch durchaus unterschiedliche Theorien und Ansätze, bezogen auf die über 400 Cantigas jedoch, ist einer der überzeugendsten für mich derjenige Eduardo Paniaguas, der mit seinem Ensemble Musica Antiqua einen durchaus 'maurisch eingefärbten' Stil pflegt, nicht zuletzt unterstützt duch Musiker aus Marokko.
Paniagua hat, mit seinem marrokanischen Kollegen Omar Metioui, übrigens auch eine Vielzahl rein maurischer Musik des Mittelalters eingespielt.
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Ich hatte letzten Sommer Gelegenheit die Mezquita in Córdoba zu besuchen, man kann die unterschiedlichen Kulturen dort geradezu spüren. (Ich muß da unbedingt noch mal hin.) Die kulturelle Vielfalt (Mauren, Sefardische Juden etc.) würde den Rahmen dieses Themas wohl sprengen, aber zumindest sollte sie hier Erwähnung finden, da dieses Gemisch auch die Musik in Spanien bereits im Mittelalter beeinflußte.
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ZitatAlles anzeigenOriginal von Alfred_Schmidt
Bei dieser Gelegenheit:
VORSICHT !!!
Es MUSS eine HYBRID Version sein !!!
Es gibt (gab ?) jedoch auch SACD-Versionen, welche keinen zweiten Layer (Schicht) aufweisen: Diese sind dann allerdings NUR aus SACD Playern abspielbar...
Hi Alfred,
ich zähle mich zu denen, die SACD nichts abgewinnen können, aber soweit ich das überblicken kann, werden heutzutage eigentlich nur noch Hybrid-Scheiben hergestellt.
Die Zweifel an der eventuellen Langlebigkeit der aufeinandergeklebten scheiben [reine SACDs (also keine Hybride) bestehen übrigens nur aus einer Polycarbonatscheibe, Mehrkanal- und Stereo-Spur sind hintereinander angebracht] teile ich. Wobei ich mir gerade nicht sicher bin, ob die alten Laserdiscs damals nicht auch aufeinandergeklebt waren, da hätte man evtl. Anhaltspunkte. Ich kann mich aber durchaus täuschen.
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Good afternoon allerseits,
Idole gibt's bei mir nicht, aber Lieblingsinterpreten. Da war doch dieser nette Herr mit der Gambe... wie hieß er noch gleich? Ach ja, richtig, Jordi Savall. ![]()
Durchaus möglich, daß mir die Kaufentscheidung in dem einen oder anderen Falle leicht fiel, aber eigentlich lags in erster Linie am Repertoire, welches mich interessierte. Der Preis spielt auch immer eine wichtige Rolle. Und die eine oder andere CD habe ich auch schon bewußt verschmäht.
Ich glaube daher, die Eingangsfrage eher mit nein beantworten zu können. ![]()
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ZitatOriginal von DonBasilio
Wie immer habe ich eine große, ellenlange Wunschliste gemacht, die ich hier kundtun will: (...)
Respekt. Sieht mir eher aus wie'n 5-Jahres-Plan. ![]()
Vivaldi Fagottkonzerte mit I Musici? Hm, ich würd da eher nach 'ner Einspielung unter Alfredo Bernardini mit dem Ensemble Zefiro oder L'Armonia e l'Inventione Ausschau halten.
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Für Freunde der Alten Musik ein interessanter Termin im Pott:
»Folias & Romanescas«
Jordi Savall, Viola da Gamba & Andrew Lawrence-King, Harfe
Konzerthaus Dormundt
Samstag 13. Oktober 2007, 20:00 Uhr
Programm:
Diego Ortiz • Folias & Romanescas
Tobias Hume • Musicall Humors (Auszüge)
Girolamo Frescobaldi • Partite sopra La Frescobalda
Marin Marais • Pièces de Viole (Auszüge)
Jean de Sainte-Colombe (Sohn) • Fantasie en Rondeau
Jean de Sainte-Colombe (Vater) • Les Pleurs
Johann Sebastian Bach • Bourrée
Raoul-Auger Feuillet • Suite »La Bourgogne«
Marin Marais • Couplets des Folies d’Espagne
"http://www.konzerthaus-dortmund.de/language=de/taps=104/159651
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ZitatOriginal von C.Huth
Ich MUSS einfach auf die folgende Neuerscheinung hinweisen. Für mich eine der Sensationen, wenn nicht die Sensation dieses Jahres auf dem Aufnahmenmarkt. Sicher auch, weil ich eventuell live dabei war:
[jpx=5752700]150[/jpx]
(...)
Sollte es sich um den Mitschnitt aus Freiburg handeln (wofür vieles spricht, ich glaube nicht, dass dieses Stück in dieser Besetzung wieder aufgeführt wurde), sollte hier eine der vermutlich besten Aufführungen dieses Stückes vorliegen (...)
Hallo Claus,
laut LN-Archiv entstand die Aufnahme in den Tagen vom 16.-18. Mai 2003 im Rolf Böhme Saal des Konzerthauses Freiburg.
"http://www.luiginono.it/registrazioni
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Ich kenne jede menge Musik, die gute Laune macht. Aber wenn es mir schlecht geht, kann ich eigentlich gar keine Musik hören.
Völlig unabhängig dessen, stelle ich übrigens immer wieder fest, wich mich der reine Klavierklang sogar irgendwie deprimiert. :wacky:
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ZitatOriginal von Bernhard
Wird dann meine 10. Einspielung der Marienvesper =) =)
10?
:faint: Himmel hilf!
Ich besitze gerade mal zwei. Derer zwote nicht mal gekauft, sondern gewonnen. ![]()
Ich bin jedenfalls neugierig, welche Aufnahmen da demnächst noch so kommen. Alle sicher nicht, einiges gibt es schon oder wurde inzwischen neu eingespielt. Reizen würden mich die Brandenburgischen sowie die Orchestersuiten. Warten wir's mal ab...
Gerüchteweise war übrigens auch noch von einem Orfeo 'die Rede'. Wenn es sich dabei nicht um eine CD-Umsetzung der Opus Arte DVD handelt, müßte noch 'ne Neuaufnahme anstehen.
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Nabend,
es ist tatsächlich soweit: die Rechte an Jordi Savalls altem Astrée-Katalog gingen zu Beginn des Jahres, im Rahmen eines neuen Vertriebsdeals mit Naïve, wieder an Savall über. Wie bereits spekuliert, werden diese Aufnahmen jetzt als Alia Vox Heritage nach und nach wiederveröffentlicht.
Im November geht's los mit Monteverdis Marienvesper:
Claudio Monteverdi • Vespro della Beata Vergine 1610
Montserrat Figueras
La Capella Reial
Coro del Centro Musica Antica di Padova
Jordi Savall
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ZitatOriginal von Theophilus
Da hast du im Prinzip Recht, aber du siehst die Sache etwas zu eng. Was macht ein Australier, der die Smithsonian Collection of Records sammelt, und dem gerade die oben angeführte CD fehlt? Glaubst du, dass der seine Chancen mit Geduld am Wühltisch nennenswert steigern kann?
Schrieb ich was von Exklusivchancen an Wühltischen? Eben, das war nur ein Beispiel. Mein Gott, es gibt so viele Möglichkeiten, vom Megastore bis zur verstaubten Klitsche, aus der man mit grauen Fingern wieder rauskommt, Schallplatten-/CD-Börsen, Auktionshäuser (es gibt nicht nur eine Bucht im Netz), Online-Geschäfte etc. pp. Das wichtigste ist Geduld zu bewahren und in regelmäßigen Abständen nach den gesuchten Dingen Ausschau zu halten. Wer clever ist, kann online-Suchen auch automatisieren.
Was die Smithsonian-CD angeht, fängts übrigens schon mal damit an, daß man als erstes die Marketplace-Angebote der übrigen Amazon-Filialen abklappert. Bei .com angekommen, wird man dann feststellen, daß die angesprochene CD dort derzeit für $100, also ungefähr €70 Euro angeboten wird. Das ist zwar immer noch (viel zu) teuer, verdeutlicht aber schön, wie der eingangs zitierte Preis von €144,22 mit ein paar Klicks seine Relevanz verlieren kann. Dein Australier hätte also schon mal fast 75 Dukaten gespart.
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Ich kann jedem, der eine seltene CD sucht, nur zur Geduld raten. Bislang ist mir noch beinahe jede Scheibe irgendwann zu einem vernünftigen Preis untergekommen.
Es ist ja schließlich nicht so, als ob von einer CD nur fünf oder zehn Exemplare existierten. In der Regel dürfte sich die Auflagenstärke zumindest im unteren vierstelligen Bereich bewegen. Genug Exemplare also, die immer irgendwo auf dem Markt auftauchen können oder noch immer irgendwo unentdeckt in einer Wühlkiste schlummern.
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ZitatWas wir Klassikfuzzies alle nicht wissen: Die CDs sind - einer unzuverlässigen Quelle folgend - alle von den jeweiligen Kompomisten handsigniert!
Ein neuer Fachausdruck für diejenigen, die besser dem Vergessen anheim gefallen wären?
