Beiträge von AcomA02

    Dito


    LG und gute Nacht


    Siamak

    Hallo


    F Chopin


    Cellosonate g-moll Op.65


    Alexander Kniazev, v'cello


    Nikolai Lugansky, p


    (Warner, DDD, 2006)


    R-4926183-1379626635-6159.jpeg.jpg


    Erstaunlich, erst jetzt hörte ich Chopins letztes Werk mit einer Opuszahl ! Ich habe sie nach einem ersten Durchgang noch nicht so recht verstanden.


    LG Siamak

    Hallo,


    ich habe mal gelesen, dass die Grundtonart der Fantasie C-Dur ein Hinweis auf Clara Wieck sein könnte.


    Die Aufnahmen von Pletnev und Richter habe ich nicht. Richter war ein intensiver, leidenschaftlicher Schumann-Interpret, bei dem der architektonische Überblick stets vorhanden war.


    Ich würde hier noch 2 IMO herausragende Aufnahmen aus meinem CD-Fundus vorstellen.


    Shura Cherkassky, p


    (Orfeo, ADD, live, Salzburg, 1961)



    Cherkassky gewinnt von Beginn an mit einer sonoren und dissoziierenden Stimmführung. Seine Temporückungen sind gewissermaßen ‚altmodisch‘ aber hier doch sehr passend. Man muss jederzeit gespannt sein, was passiert. Der 2. Satz wird mit riskantem Tempo ohne Komplikationen gemeistert ! Im letzten Satz lässt Cherkassky ähnlich dem Kempffschen Ansatz, IMO mit ‚slawischem‘ Grundton (Rachmaninov, Chopin, Scriabin) Zeit zur Entwicklung.


    Alfredo Perl, p


    (ArteNova, DDD, 1991)


    R-11437473-1554565260-5867.jpeg.jpg


    IMO handelt es sich hier um Perls erste CD für ArteNova, also vor dem beginn seines Beethoven-Sonatenzyklus. Er koppelt die Fantasie mit Liszts ‚Après une lecture du Dante‘ und Busonis Fantasia nach J.S. Bach. Nicht ungleich seiner Beethoven-Interpretationen überzeugt er mit rundem und sonoren Anschlag, souveräner formaler Übersicht und dynamischer Differenziertheit. Virtuosität im Dienste des Werks. Ich finde diese Aufnahme doch bewegter und subjektiver im Vergleich zu Pollinis berühmter DG-Aufnahme, die ja hier von Moderato gezeigt wurde.


    LG Siamak

    Liebe Schumann-Freunde,


    bis jetzt schon genannt wurde von den Aufnahmen, welche ich überblicke, die frühe DG-Aufnahme Kempffs und Volker Banfield (cpo). IMO sehr schöne Einspielungen. Kempffs Höhepunkt ist wohl der dritte Satz, wie es Joachim Kaiser trefflich formulierte.


    Nun möchte ich aus meiner Hörerfahrung auf zwei außerordentlich gelungene Interpretationen/Darbietungen hinweisen.


    Alexis Weissenberg, p


    (Orfeo, ADD, live, Salzburg, 1972)


    Soistenkonzert Salzburg Festival 1972 - Ravel / Weissenberg,alexis - Musik - ORFEO - 4011790869124 - 29. Januar 2013


    Ich habe während meiner Zeit als Schüler (etwa 1980) in Neuss (Stadthalle) Alexis Weissenberg live erlebt. Er spielte an dem Abend vor der Pause Bachs Partita Nr.4 und Schumanns Fantasie ! Ich würde auch heute aus der Erinnerung sagen, dass die Fantasie herausragend gespielt wurde. Er spielte sie bei EMI auch ein. Hier handelt es sich um einen akustisch sehr guten Mitschnitt seines Klavierabends bei den Salzburger Festspielen 1972. Danach folgte Ravels Tombeau de Couperin. Die Sonorität seines Anschlages und der Impetus der beiden ersten Sätze und die innige Passion im letzten sind total vereinnahmend. Technisch, wie gesagt live, meistert er die Tücken so gut wie tadellos und geht Risiken ein. Horowitz hatte ja bei seinem ‚Rückkehr‘-Recital in der Carnegie-Hall in den 60ern (1967 ?) derbe Patzer im zweiten Satz hingelegt, welche auf der erschienenen LP retouchiert wurden !


    Dimitris Sgouros, p


    (Elysium, DDD, 1999)


    Dimitris Sgouros - Schumann: Fantasy in C Major - Brahms: Sonata No. 3 in F Minor


    Vielleicht wird sich jemand noch an den Teenager Sgouros erinnern, welcher Anfang der 80er Furore machte, u.a. auch Rachmaninov 3. Klavierkonzert bei der EMI als 15-Jähriger einspielte. Als 13-Jähriger legte er seine Debutplatte mit Schumanns Symphonischen Etüden und Brahms Paganini-Variationen hin. Mir fiel sofort sein sehr tragender sonorer Anschlag und natürlich seine virtuose Energie auf. ich konnte ihn dann während des Anfangs meines Studiums etwa 1985 im Essener Saalbau erleben. Mit dem Erwachsen-Werden wurde es sehr still um ihn ! Warum, weiss ich nicht. Vielleicht war es damals einfach für den teenager zu viel. Aber, vor wenigen Wochen besorgte ich mir eine der ganz wenigen CDs, welche er danach herausgab (eigentlich nur 2 Produktionen. Und hier hat er in einem New Yorker Studio Schumanns Fantasie sowie Brahms 3. Sonate aufgenommen. Und ich muss sagen:

    Ich bin begeistert. Unverändert verfügt er über einen wunderschönen sonoren Anschlag. Er singt die Phrasen aus, die polyphonen Strukturen blühen auf. Aufnahmetechnisch 1A. Für mich unfassbar, dass er im Betrieb quasi ‚untergegangen ist‘.


    LG Siamak

    Robert Schumann


    Fantasie C-Dur Op.17


    Schumann erstellte diese Komposition zwischen 1836 und 1838. Das Werk widmete er Franz Liszt und es wurde 1839 veröffentlicht. Diese Komposition kann auch als Fantasia quasi una sonata verstanden werden. Der erste, zu Beginn wie ein Aufschrei sich präsentierend, Satz steht formal als Sonatenhauptsatz. Der leidenschaftliche emotionale Überschwang verinnerlicht den ‚Florestan-Gedanken‘. Der zweite Satz ist grifftechnisch vertrackt und fehleranfällig selbst bei Meistervirtuosen ! Der dritte Satz fasziniert mit seinem ruhigen sonoren Grundcharakter und durchschreitet alle dynamischen Lagen.

    Schumann bringt hier auch seine Bewunderung für Beethoven zum Ausdruck. Es gibt Anspielungen im ersten Satz (An die ferne Geliebte) und letzten Satz (2. Satz; 7. Sinfonie).


    Ich war vom ersten Hören an gefangen von diesem Werk (die DG-Aufnahme Pollinis aus Ende der 70er Jahre). Es wundert mich ein bischen, dass es bis dato keinen eigenen Thread zu diesem wundervollen Werk gibt. Ich würde meine Erfahrungen mit den Aufnahmen dieses Werkes demnächst noch anbringen. Vielleicht gibt es auch Äußerungen von Euch zu diesem Werk.


    LG Siamak

    Hallo,


    Klaviertrio Nr.2 C-Dur Op.87


    Brahms komponierte dieses Trio etwa 25 Jahre nach der Urfassung des 1. Trios. Der kompakte 1. Satz wurde 1880 und die folgenden 3 Sätze 1882. Brahms führte es öffentlich in Frankfurt a. M. 1882 mit Joseph Joachim und Robert Hausmann auf. Absolut begeistert bin ich vom leidenschaftlichen Variationssatz und dem jubelnden Finalsatz.


    Meine 3 Lieblingsaufnahmen entsprechen quasi Denen des ersten Trios.


    Christian Tetzlaff, v

    Tanja Tetzlaff, v’cello

    Lars Vogt, p


    (Ondine, DDD, 2015)



    Renaud Capucon, v

    Gautier Capucon, v’cello

    Nicholas Angelich, p


    (Virgin, DDD, 2003)



    Josef Suk, v

    Janos Starker, v’cello

    Julius Katchen, p


    (DECCA, ADD, 1968)


    Klaviertrios 1+2


    LG Siamak

    Hallo,


    LvBeethoven


    Klaviersonaten Nr.29-32


    Gerhard Oppitz, p

    (Hänssler, DDD, 2004-2006)



    K Szymanowski


    Klaviersonate Nr.1 c-moll Op.8


    Rafal Blechacz, p

    (DG, DDD, 2012)


    Debussy-Szymanowski


    Klaviersonate Nr.2 A-Dur Op.21


    Lucas Debargue, p

    (Sony, DDD. 2012)



    Klaviersonate Nr.3 Op.36


    Piotr Anderszewski, p


    (Virgin, DDD, 2004)


    Szymanowski: Piano Sonata No. 3 / Metopes / Masques by Piotr Anderszewski (2005-08-02)


    LG und gute Nacht


    Siamak

    Hallo,


    Klaviertrio Nr.1 H-Dur Op.8


    Brahms komponierte eine ‚Urfassung‘, welche er 1854 wenige Monate nach dem Besuch Robert Schumanns fertigstellte. Dem reifen Brahms gefiel außer dem 2. Satz (Scherzo) vieles in seinem Jugendwerk nicht, so dass er die anderen 3 Sätze einer erheblichen revision unterzog und 1889 seinem Verleger Simrock übergab. Das wunderbar schwelgerische Hauptthema des ersten Satzes, welches als erstes vom Violoncello vorgetragen wird, hatte Brahms so belassen.


    Mich hatte dieses Werk vom ersten Hören an leidenschaftlich gepackt. Und diese Wirkung hat das Werk bis heute auf mich bewahrt. Ich lernte es damals während des Studiums mit der EMI-Aufnahme mit Ulf Hoelscher, Heinrich Schiff und Christian Zacharias auf MC kennen. Leider habe ich diese Aufnahme nicht auf CD.


    Nun standen mir 5 Aufnahmen zur Verfügung: Heifetz/Feuermann/Rubinstein (RCA), Szeryng/Fournier/Rubinstein (RCA), Tetzlaff/Tetzlaff/Vogt (ONDINE), Capucon/Capucon/Angelich (Virgin) und Suk/Starker/Katchen (DECCA). Die frühe Rubinstein-Aufnahme ist als Dokument natürlich beeindruckend, aber klangtechnisch im Vergleich zu den Stereo-Aufnahmen nachteilig.


    Christian Tetzlaff, v

    Tanja Tetzlaff, v’cello

    Lars Vogt, p


    (Ondine, DDD, 2015)



    Es handelt sich hierbei gewissermaßen um eine ‚familiäre‘ Konstellation. Die Geschwister Tetzlaff und Lars Vogt spielen seit langer Zeit zusammen. Bis in die feinsten Nuancen ist das Spiel abgestimmt. IMO eine sensationelle Interpretation und dazu noch exzellente Akustik.


    Renaud Capucon, v

    Gautier Capucon, v’cello

    Nicholas Angelich, p


    (Virgin, DDD, 2003)



    Wie auch bei der obigen Aufnahme spielen die Streicherparts Geschwister. IMO hören wir hier eine ‚französiche‘ Auslegung des Werkes mit eleganter Stimmführung und Klang. Die Aufnahme überzeugt gerade in den lyrischen Momenten.


    Josef Suk, v

    Janos Starker, v’cello

    Julius Katchen, p


    (DECCA, ADD, 1968)


    R-3616887-1337535146-3876.jpeg.jpg


    Hier handelt es sich freilich um einen ‚Klassiker‘ unter den Brahms-Platten. Eine im Prinzip noch sehr romantische Aufführungspraxis mit dem legendären Brahms-Pianisten Katchen. Die Aufnahme entstand etwa 1 Jahr vor seinem frühen Tod. Katchen ist hier im Vergleich zu Vogt und Angelich IMO der dominanteste Pianist und mit dem virtuosesten Zugriff. Tolles Zusammenspiel.


    LG Siamak

    Liebe Taminos,


    mich habe so etwa in der Zeit, als ich in die 11. Klasse ging (1980/81) Askenase in der Düsseldorfer Tonhalle live erlebt: Mozart vor und Chopin nach der Pause. Ich war damals erst am Beginn der musikalischen Entdeckungen und dachte erst, wir gehen zu Ashkenazy. Erst war ich enttäuscht, stattdessen einen greisen Künstler zu erleben. Aber ich war schon vom natürlichen Mozart-Spiel mit einem tollen und ‚sauberen‘ Jeux perlé fasziniert !


    LG Siamak

    Hallo,


    Sechs Klavierstücke Op.118


    Brahms komponierte genauso wie die vier Stücke Op.119 die sechs Stücke Op.118 während seines Sommeraufenthaltes in Bad Ischl. Wahrscheinlich wurden die Stücke aus Op.118 nach den Op.119 geschrieben. Aus den Briefwechseln mit Clara Schumann geht hervor, dass sie zuerst die Op.119 und dan die Stücke Op.118 zur ersten Einsicht bekam.

    Viele sehen in Op.118 eine Art finale Konzentration an harmonisch und strukturellen Funktionen auf engstem kompositorischen Raum, eine Art resumeé. Unzweifelhaft wird im A-Teil des sechsten Stückes (es-moll) mit dem ‚Dies irae‘-Motiv gearbeitet. Der Mittelteil ist eine Art letztes energisches ‚Aufbäumen‘. Für mich ist dieser Zyklus in der Abfolge ein Abschied von der Klavierbühne. Brahms hat die Stücke nie öffentlich gespielt, dafür aber nicht-öffentlich im Wiener Tonkünstlerverein. Ich höre diese Stücke am liebsten allein, da sie mich komplett vereinnahmen.


    Mir standen 7 Aufnahmen auf CD zur Verfügung: Arcadi Volodos (Sony), Detlef Kraus (Thorofon), Lars Vogt (EMI), Julius Katchen (DECCA), Radu Lupu (DECCA), Valery Afanassiev (DENON) und Wilhelm Kempff. Ich benötigte doch insgesamt 4 Hörrunden über längere Zeit verteilt, um mich für 3 Lieblingsaufnahmen zu entscheiden. Selbstverständlich erfassen alle Pianisten den inneren Kern dieser einzigartigen Werke. Lars Vogt klingt mir doch zu eindimensional. Julius Katchen ist wie immer top, doch IMO teilweise ‚zu virtuos-konzertant‘. Wilhelm Kempff spielt wie auch bei den Opp. 116-119 sehr verinnerlichend und empfindsam. Ich finde, dass er durch die Aufnahmetechnik etwas vernachlässigt wird.


    Arcadi Volodos, p


    (Sony, DDD, 2017)



    Volodos hat die anschlags- und phrasierungstechnischen Mittel, in das Innerste vorzudringen. Vielleicht ist sein Ansatz manchmal zu sehr klangbezogen, fast impressionistisch, aber es ist eine sehr überzeugende eigene Richtung.


    Detlef Kraus, p


    (Thorofon, ADD, 1974)



    Hier verweise ich auf vorherige Besprechungen in diesem Thread. Detlef Kraus hat sich ein Leben lang fokussiert mit Brahms beschäftigt. Das hört man in jedem takt, jeder Nuance. Die kontrapunktischen Verläufe werden hier IMO am deutlichsten herausgearbeitet.


    Valery Afanassiev, p


    (DENON, DDD, 1992)



    Hier haben wir wieder einen eigenen Weg der Darstellung. Afanassiev dehnt die ‚Zeit‘ dieser Stücke. Ich mag das, da es länger dauert, bis es vorrüber ist. Er schafft es, dass die Struktur nicht auseinanderfällt. Was für ein Wunder, wie er den Flügel zum erblühen bringt. Ich habe ihn vor vielen Jahren damit live in Mülheim a.d. Ruhr erlebt.


    Hiermit ist für mich das Brahmssche Solo-Klavier in diesem Thread abgeschlossen !


    LG Siamak

    Lieber Holger,


    ich hatte als Schüler die Rhapsodien Op.79 mit einigen Stücken aus Op.76 kombiniert mit Schumanns Kreisleriana auf einer MC (RCA).


    LG Siamak

    Hallo


    G Catoire


    Violinsonate h-moll Op.15


    Fedor Rudin, v

    Florian Noack, p


    (Ars, DDD, 2017)



    Fedor Rudin ist seit 2019 Konzertmeister beim Orchester der Wiener Staatsoper/ den Wiener Philharmonikern.

    Das gesamte Programm dieser CD und die Interpretation sowie das Klangerlebnis sind top.


    LG Siamak

    Hallo,


    Vier Klavierstücke Op.119


    Brahms komponierte das letzte Solo-Klavierwerk zusammen mit den Sechs Klavierstücken Op.118, welche für mich den eigentlichen Abschluss des Brahmsschen späten Klavierwerkes darstellen. Die ersten drei Stücke wurden ‚Intermezzo‘ bezeichnet, das letzte ‚Rhapsodie‘. Während die Intermezzi eine resignative Grundstimmung innehaben, scheint Brahms in der Rhapsodie, auch emotional, ein letztes Mal Energie zu bündeln, quasi als Reminiszenz an die jungen Jahre.


    Mir standen 6 Aufnahmen auf CD zur Verfügung: Gerhard Oppitz (RCA), Lars Vogt (EMI), Julius Katchen (DECCA), Valery Afanassiev (Denon), Radu Lupu (DECCA) und Wilhelm Kempff (DG).


    Nach 2 Hörrunden konnte ich mich für 3 Lieblingsaufnahmen entscheiden.


    Julius Katchen, p


    (DECCA, ADD, 1965)



    Sein Klangempfinden und sein virtuoser Zugriff in der Rhapsodie überzeugen erneut.


    Radu Lupu, p


    (DECCA, ADD, 1976)



    IMO kommen hier die Qualitäten, welche Radu Lupu bei Schubert so herausragend unterstützen, bei diesen Werken zu Gute. Man braucht schon beim ersten Intermezzo ihn nur mal mit Lars Vogt vergleichen. Lupu spielt ungemein bewegter und sonorer. Die Musik atmet und pulsiert, bei Vogt klingt es IMO doch dünn und unbewegt. Für die Rhapsodie hat er die virtuosen Mittel des Zugriffs.


    Valery Afanassiev, p


    (Denon, DDD, 1992)



    Während Afanassiev in den Opp. 117-118 IMO doch zu sehr dehnt, finde ich ihn hier noch adäquat. Sein Ton und Klangempfinden sind außergewöhnlich und die Rhapsodie kommt mit dem nötigen Zugriff.


    LG Siamak

    Hallo,


    2 Rhapsodien Op. 79


    Brahms komponierte diese beiden Klavierstücke während seines Sommeraufenthaltes in Pörtschach am Wörther See 1879. Er führte sie dann 1880 in Krefeld erstmalig öffentlich auf.

    Dem Titel entsprechend entfalten die Stücke eine kompakte klangliche Atmosphäre in den Hauptthemen mit leicht ‚ungarischem‘ Akzent. Während die erste Rhapsodie (h-moll) in Liedform geschrieben ist mit einem sehr lyrisch-wehmütigen Mittelteil, entspricht die zweite Rhapsodie (g-moll) dem Sonatenhauptsatz.


    Die zweite Rhapsodie lernte ich erstmalig in der Schule (9. Jahrgangsstufe) kennen. Unser Musiklehrer, welcher sogar das Diplom als Konzertpianist hatte, präsentierte sie und sprach über Geza Anda und seine Sicht ! Meine erste Aufnahme beider Stücke war die DDD-Einspielung Glenn Goulds (CBS) auf MC. Leider habe ich sie nicht auf CD.


    Nun standen mir 5 Aufnahmen zur Verfügung (CDs): Anna Vinnitskaya (Alpha classics), Gerhard Oppitz (RCA), Ivo Pogorelich (DG), Julius Katchen (DECCA) und Radu Lupu (DECCA). Selbstverständlich handelt es sich durchweg um gelungene Einspielungen. Aber schon nach der ersten Hörrunde konnte ich mich für 3 Lieblingsaufnahmen entscheiden !


    Anna Vinnitskaya, p


    (Alpha classics, DDD, 2015)



    Wie schon bei Op.116 bin ich extrem beeindruckt von dieser Pianistin ! Anna Vinnitskaya hat einen betörend schönen runden Klavierton, spielt sehr sonor und scheut nicht vor virtuosen Mitteln. Nichts verschwimmt, alle Binnenstrukturen werden herausgearbeitet.


    Ivo Pogorelich, p


    (DG, DDD, 1991)



    Als ‚Pogo-Fan‘ ein ‚Muss‘ für mich. In der Grundanlage der Interpretation erinnert er mich etwas an Glenn Gould. Pogorelich spielt ‚manirierter‘, dehnt die lyrischen Episoden weit. Aber die Konstruktion fällt nicht auseinander. Sein Klang, sein Ton, seine Anschlagsrafinesse sind IMO einzigartig.


    Julius Katchen, p


    (DECCA, ADD, 1964)



    Julius Katchens übermenschliche Virtuosität und sein sonores Klangempfinden nehmen mich sofort gefangen. Ein Klassiker.


    LG Siamak