Beiträge von AcomA02

    Hallo


    Eduardo Marturet, cond
    Berliner Symphoniker
    (Denon/Verdi Records, DDD, 1992)

    Marturet ist ein venezolanischer Dirigent, welcher 1992 alle Orchesterwerke Brahms mit den Berliner Symphonikern aufnahm. Eine solide Aufnahme, wobei klanglich das Orchester an seine Grenzen stößt. Der 3. Satz ist wirklich bezaubernd gespielt.


    LG Siamak

    Hallo,


    es sei nochmals erwähnt, dass der 3. Satz der 3. Sinfonie filmmusikalisch im Film 'Aimez vous Brahms' mit Ingrid Bergman, Yves Montand und Anthony Perkins unter der Regie von Anatol Litvak verarbeitet wird. Wie auch immer, ich versuche meine Eindrücke zu den mir vier verfügbaren Aufnahmen zu geben.


    Hermann Scherchen, cond
    RTSI Orchestra
    (Ermitage/Aura, ADD, live, Lugano, 1962)

    Obgleich das Orchester der Radiotelevisione Svizzera Italiana aus Lugano kein sog. A-Orchester ist, gefällt mir dieser Live-Mitschnitt sehr. Der erste Satz wird tatsächlich als Allegro con brio interpretiert und man bekommt hier eine transparente vollwertige Darstellung.


    Herbert von Karajan, cond
    Berliner Philharmoniker
    (DG, ADD, 1964)

    Klanglich ist diese Aufnahme beeindruckend. Die Interpretation ist gerade im ersten Satz sehr breit angelegt. Die Streicher sind hier schneidend und dominant.


    LG Siamak

    Hallo


    J Brahms


    Sinfonie Nr.3 F-Dur Op.90


    Hermann Scherchen, cond
    RTSI Orchestra
    (Ermitage/Aura, ADD, live, Lugano, 1962)


    Herbert von Karajan, cond
    Berliner Philharmoniker
    (DG, ADD, 1964)


    Eduardo Marturet, cond
    Berliner Symphoniker
    (Denon/Verdi Records, DDD, 1992)


    Christoph von Dohnanyi, cond
    Cleveland Orchestra
    (Teldec, DDD, 1987)


    Eine kurze Vergleichsbeurteilung wird folgen


    LG Siamak

    Hallo,


    ich habe heute die 2. Sinfonie in einer Studio-Aufnahme sowie einer Live-Aufnahme gehört.


    Herbert v. Karajan, cond
    Berliner Philharmoniker
    (DG, ADD, 1963)


    Carl Schuricht, cond
    Wiener Philharmoniker
    (Audite, ADD, live, Luzern, 1962)


    Ich mag diese Sinfonie extrem. Der erste Satz entsendet eine Wärme und ist streicherlastig. Die Karajan-Aufnahme von 1963 besticht durch den Streichersound und eine außerordentliche Virtuosität. Bei Schurichts Live-Aufnahme wird zügiger und betont strukturell gespielt. Vom Sound und der Präzision ist die Karajan-Aufnahme weit vorne. Aber der musikalische Kontext wird bei Schuricht einfacher erfassbar.


    LG Siamak

    Hallo


    LvBeethoven/Liszt


    Sinfonie Nr.9 d-moll Op.125


    Konstantin Scherbakov, p


    (Naxos, DDD, 2004)


    Ich höre die Neunte nur in der Liszt-Fassung für Klavier, da ich die Gesangseinlagen sehr plakativ finde und ich sowieso kein Freund des Lied- oder Operngesanges bin. Ich habe die Sinfonie in Auszügen damals in der 8. Klasse gehört, komplett dann erstmals in der Liszt-Fassung mit Katsaris. Diese Aufnahme mit Scherbakov ist ebenfalls großartig !


    LG Siamak

    Hallo


    LvBeethoven


    Sinfonie Nr.8 F-Dur Op.93


    Nikolaus Harnoncourt, cond
    Chamber Orchestra of Europe
    (Teldec, DDD, live, Graz, 1990)


    David Zinman, cond
    Tonhalle Orchester Zürich
    (ArteNova, DDD, 1993)


    Transkription von Liszt:


    Konstantin Scherbakov, p
    (Naxos, DDD, 2004)


    LG Siamak

    Lieber Willi,


    viel Vergnügen beim Kaiser-Buch. Ich habe die erste Auflage aus den 60er damals als Teenager von meiner Klavierlehrerin ausgeliehen und bis heute einbehalten. Ich schaue alle 12 Monate mal rein. Es ist IMO ein geniales Werk und einzigartig. :hail: Manchmal ärgere ich mich etwas, da Joachim Kaiser einige wirklich bedeutende Pianisten nahezu nicht oder gar nicht berücksichtigt, z.B. Cziffra, Francois und Cherkassky. :cursing:


    LG Siamak

    Gleich danach weiter in dieser Beethoven Symphony Journey:


    LvBeethoven


    Sinfonie Nr.7 A-Dur Op.92


    Nikolaus Harnoncourt, cond
    Chamber Orchestra of Europe
    (Teldec, DDD, live, Graz, 1990)


    Carlos Kleiber, cond
    Wiener Philharmoniker
    (DG, ADD, 1975)


    Transkription von Liszt:


    Konstantin Scherbakov, p
    (Naxos, DDD, 2004)


    LG Siamak

    Lieber Thomas,


    ich habe meine für mich am wichtigsten CDs als ITunes auf meinem IPhone gespeichert (etwa 170 GB) und höre ausschließlich damit. Entweder mit einem B&O-Kopfhörer, mit einer per Bluetooth angeschlossenen Box oder mit dem IPhone-Lautsprecher selbst. Das bedeutet, dass ich nur mit dem Kopfhörer Stereo höre, sonst Mono !


    LG Siamak

    Hallo


    LvBeethoven


    Sinfonie Nr.5 c-moll Op.67


    Carlos Kleiber, cond
    Wiener Philharmoniker
    (DG, ADD, 1975)


    Nikolaus Harnoncourt, cond
    Chamber Orchestra of Europe
    (Teldec, DDD, live, Graz, 1990)


    Transkription von Liszt:


    Konstantin Scherbakov, p
    (Naxos, DDD, 1999)


    LG Siamak

    Hallo,


    nachdem ich meine 4 favorisierten Aufnahmen begründete, möchte ich hier noch 2 Aufnahmen erwähnen, welche in gewisser Sicht auch aus den anderen allen guten Interpretationen etwas herausragen:


    Arthur Schnabel, p
    (Piano Historical, AAD, 30er)

    Arthur Schnabel: Das Zentrum dieser Interpretation ist IMO der 2. Satz. Er gehört mit über 11 Minuten Dauer zu den langsamsten Darstellungen. IMO phrasiert Schnabel mit sonorem Anschlag am schönsten, reinster Belcanto. Die übrigen Sätze sind dagegen etwas grob formuliert.



    Stephen Kovacevich, p
    (EMI, DDD, 1994)

    Stephen Kovacevich präsentiert eine sehr geschlossene und elegant-phrasierte Gesamtsonate. Die Tempi aller Sätze sind im Vergleich zu den anderen Kollegen im mittleren Bereich. Er wiederholt auch die Exposition im 1. Satz. nachteilig ist leider die etwas hallige Aufnahme und vor allem der ultrahart intonierte Flügel. Ich hatte Kovacevich live in Essen-Werden vor über 10 Jahren mit der D 960 gehört, und hier war der Steinway angenehm vorbereitet und die Interpretation war ansonsten der Aufnahme sehr vergleichbar.


    LG Siamak

    Lieber Alfred,


    ich danke Dir für diesen ausgewogenen und trefflichen Kommentar. Ich fand den Kommentar von Garaguly auch übertrieben anklagend. ich habe in den Äußerungen davor nicht im Ansatz Abwertungen auf persönlicher Ebene erkennen können. Einige haben mit Ihrer inneren Überzeugung geäußert, dass sie die historischen Aufnahmen nicht missen wollen. That's it. :hello:


    Ich wollte hier abschließend noch etwas zu Klavieraufnahmen sagen. Beim obertonreichen Klavierton ist das schöne, dass man bei historischen Aufnahmen aus der Mono-Zeit kaum Abstriche machen muss, um eine Interpretation und Phrasierungskunst nicht nur zu beurteilen sondern auch klanglich zu geniessen. Alfred Brendel hatte geschrieben, dass er für die alten Klavieraufnahmen aus der Mono-Ära schwärmte und aufnahmetechnisch mit dem Digitalzeitalter nicht wirklich zufrieden sei. Ich höre häufig meine Klavieraufnahmen mit dem Iphone ohne Kopfhörer, da spielt die Aufnahmetechnik eine noch geringere Rolle. Neulich hörte ich Aufnahmen Cortots aus den 1930er Jahren (Chopin, Schumann): welch eine Verzauberung, welch klanglich-poetischer Zugriff.


    Außerdem ist es wahnsinnig spannend, Komponisten ihre eigene Werke spielen zu hören, das wäre ja HIPer als HIP :yes:
    als Beispiel verweise ich auf die Aufnahmen Rachmaninows und Prokofievs



    LG, Siamak

    Lieber Agon,


    damit ist IMO gemeint, dass man sich nahezu ausschließlich auf Darstellungen bzw. Interpretationen jetzt aktiver Musiker beschränkt bzw. fokussiert. Und wenn man es konsequent verfolgt, muss man letztlich eine zeitliche Zäsur setzen. Es könnte auch 1995 sein. 2000 klingt symbolträchtiger und entspräche dem Millenniumswechsel. Das bedeutet, das die allermeisten Aufnahmen ab 2000 durch jetzt noch lebende und aktive Musiker erstellt wurden. Diese Art der Solidarisierung soll die lebenden Künstler auch wirtschaftlich unterstützen. Außerdem zeichnet sich ja eine Globalisierung im E-Musikbetrieb ab, was ja für den Fortbestand dieses sehr wichtigen Kulturgutes, welches national nur von einer absoluten Minderheit beachtet und konsumiert wird, essentiell ist.


    LG Siamak

    Hallo

    Sviatoslav Richter, p
    (Brillant Classics, ADD, live, 1965)


    die vierte von mir favorisierte Darstellung der Sonate ist die durch Sviatoslav Richter. Überragt wird hier das Werk durch eine sehr langsame Darstellung des 1. Satzes, die zweitlangsamste im Vergleich. Im Gegensatz zu Afanassiev fällt hier der Satz nicht auseinander sondern wird gerade eben zusammengehalten. Aber er wirkt in Richters Interpretation lethargisch und doch sehr intensiv. Richter beginnt das Hauptthema mit sehr langsamen Puls und beschleunigt allmählich geringfügig. Im übertragenden Sinne präsentiert der Satz sich als Zustand eines schwererkrankten Menschen mit leichten Modulationen der Organfunktionen. Richter 'singt' herrlich. Der 2. Satz kommt als flüssiges Impromptu. Der 3. und 4. Satz werden im vergleich am raschesten vorgeführt. Man staunt über die manualtechnischen Möglichkeiten Richters. Während manche es als 'Abspulen' empfinden, spricht mich dieses Konzept durchaus an. Es wird Rezipienten geben, welche behaupten werden, dass Richter sich selbst spielt und nicht Schuberts Vorgaben. Ich empfinde Richter hier als genial.


    LG Siamak