Beiträge von orsini

    Zurück zu den vier letzten Liedern: Tenöre singen sie wohl - wenn überhaupt - nur in Live-Konzerten. Hat Jonas Kaufmann sie nicht mal gesungen?

    Aber kommerzielle Aufnahmen von Tenören scheint es nicht zu geben. Jedenfalls ist mir diesbezüglich nichts bekannt.


    Gregor

    hallo Gregor,


    von Rene Kollo gibt es zumindest eine Aufnahme des Lieds "Im Abendrot", begleitet vom Orchester der Deutschen Oper Berlin unter Christian Thielemann. Weiters enthalten ist eine Tenor-Version der Wesendock-Lieder. Die Aufnahmen sind von 1992.

    "Im Abendrot" wirkt auf mich in der Tenor-Fassung nicht mehr so ätherisch, sondern eher bodenständig. Kein Ersatz, aber eine zumindest bemerkenswerte Alternative.


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    Zu hören hier: https://youtu.be/npu7UKa9htA

    Sonntagskonzerte 2020/2021


    Nachdem Carlo die Münchner Sonntagskonzert von ihrem Anbeginn bis Mitte 2020 so akribisch und detailreich nachverfolgt hat, möchte ich hier - zumindest für die Sonntagskonzerte im engeren Sinne (d.h. ohne Paradisi gloria oder Sonderkonzerte etc.) - mit der Saison 2020/2021 fortsetzen.


    10.10.2020 1. Sonntagskonzert, Prinzregententheater

    Opernausschnitte und Musik von Giacomo Puccini

    Solisten: Monica Zanettin (anstelle von Krassimira Stoyanova), Martin Muehle. Dirigent: Ivan Repusic

    Wegen Corona-Beschränkungen fanden zwei einstündige Aufführungen mit gleichem Programm statt. Es erklangen Arien und Duette aus Le Villi und Tosca sowie Crisantemi, jeweils in Arrangements for kleines Orchester.


    13.12.2020 2. Sonntagskonzert, Prinzregententheater

    André Messager: Passionnément

    Solisten: Véronique Gens, Sopran, Nicole Car, Sopran, Chantal Santon-Jeffery, Sopran, Éric Huchet, Tenor, Etienne Dupuis, Bariton, Armando Noguera, Bariton. Dirigent: Stefan Blunier.

    Ich bin nicht sicher, ob das Konzert öffentlich aufgeführt wurde (unwahrscheinlich) oder ohne Publikum. Ein CD-Mitschnitt ist bei Palazzeto Bru Zane erschienen.


    24.01.2021 3. Sonntagskonzert, Studio 1 im Funkhaus, Live-Übertragung

    Stimmen der Liebe - Werke von W. A. Mozart

    Solisten: Tara Erraught, Mezzosopran (anstelle von Adela Zaharia) , Bogdan Taloş, Bass, Maximilian Maier, Moderation. Dirigent: Alexander Soddy (anstelle von Ramon Tebar)

    Auf dem Programm standen Auschnitte aus Idomeneo, Le nozze di Figaro und Don Giovanni sowie zwei Konzertarien.


    25.04.2021 4. Sonntagskonzert, Prinzregententheater

    Franz von Suppé: Die schöne Galathée

    Solisten: Daniela Fally, Sopran, Deniz Uzun, Mezzosopran, Jörg Schneider, Tenor, Gerhard Siegel, Tenor, Chor des Bayerischen Rundfunks, Dirigent: Ivan Repušić

    Pandemiebedingt wurde das 4. Sonntagskonzert mit Hörfunk-Liveübertragung am 25. April 2021 um 20.30 Uhr aus dem Prinzregententheater leider abgesagt.




    Wieder ein - vermutlich unerfüllbarer Wunsch - denn der Komponist ist nicht mal bei Wikipedia zu finden - ein Jammer...

    Andrerseits muß es ja bänder oder digitale Files geben.

    Und es wäre sicher eine finanziel vertretbare Idee, diese wirder auf CD verfügbar zu machen

    hallo Alfred,


    die Sinfonie von Orlowski ist auf folgender CD veröffentlicht worden (z.Zt. anscheinend nur antiquarisch erhältlich), Tracks 16 bis 18:


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    Nach den Musikschnipseln zu urteilen, dürfte dies die auch bei youtube zu hörende Aufnahme sein. Es spielt die Accademia dell'Arcadia unter Roberto Balconi.


    Eine weitere Sinfonie Orlowskis wurde hier eingespielt:

    Musica Antiqua Polonica * 18th Century Polish Symphonies

    - Michal Orlowski: Symphony in F major,

    - Wojciech Dankowski: Symphony in E flat major,

    - J. Engel: Symphony in E flat major & F major,

    - Jakub Pawlowski: Allegro,

    - Namieyski: Symphony in D major

    Warsaw Chamber Orchestra, Dirigent: Marek Sewen

    * Olympia OCD 380, CD DDD, 1992


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    Die Nachricht von überraschenden Tode Edita Gruberovas macht mich unendlich traurig. Wie viele unvergleichliche und unvergessliche Opernabende habe ich durch ihre Kunst in München, Wien oder Dresden erlebt. Leider war es ihr im Herbst 2020 durch die pandemiebedingten Einschränkungen nicht mehr möglich, die geplanten Abschiedskonzerte zu geben.


    Eine der ganz Großen... Möge sie in Frieden ruhen!

    Ein gute Adresse für Aufnahmen von Myslivecek-Werken (aber auch für Fibich, Dvorak, Smetana, Reicha u.a.) ist auf jeden Fall der Online-Shop des tschechischen Labels Supraphon (www.supraphonline.cz).


    Aus dem Bereich der Kammermusik finden sich hier von Myslivecek u.a.

    • Bläseroktette
    • Oboenquintette Nr. 1 B-Dur, Nr. 2 D-Dur, Nr. 3 F-Dur
    • VI Streichquintette (G-Dur, Es-Dur, C-Dur, A-Dur, F-Dur, B-Dur)
    • VI Sinfonie concertanti o sia Quintetti op. 2 (B-Dur, E-Dur, G-Dur, A-Dur, D-Dur, C-Dur), dazu 2 Hörner ad libitum
    • vier Trios für Flöte, Violine und Cello
    • Cembalo-Sonaten und -Divertimenti
    • diverse Streichquartette (op. 3 F-Dur und A-Dur, G-Dur op. posth. Nr. 5, Nr. 1 B-Dur, Nr. 2 D-Dur)

    Titel werden hier z.T. als physische CD, bei älteren Aufnahmen vorwiegend als Download im mp3- oder FLAC-Format angeboten.


    Wer sich aus den mp3- oder FLAC-Daten eine eigene CD brennen möchte, für den liefert Supraphon Cover-Bilder, Einleger für die Rückseite der CD-Hülle und tlw. Texte der Booklets als pdf-Datei mit.


    Darüber hinaus findet man beim Stöbern auch viele interessante Einspielungen wie z.B. 4 CDs mit Myslivecek-Sinfonien und dem Prager Kammerorchester, Recitals, die lange vergriffen sind (Maria Tauberova, Eduard Haken, …) sowie viele Opernaufnahmen. Und das alles zu sehr moderaten Preisen.


    Die Website gibt es nur in Tschechisch, ist aber mehr oder weniger selbsterklärend. Alternativ kann man sie auch direkt vom Browser übersetzen lassen. Dann wird aus z.B. „Myslivecek“ schnell mal „Jäger“ oder „Hunter“ 😊 Bezahlung über Kreditkarte läuft problemlos - ich habe dort schon mehrfach Downloads gekauft.

    Einen ganz kleinen Teil historischer Sonntagskonzerte und anderer Eigenproduktionen hat der BR in der Reihe "Great Singers live" auf seinem hauseigenen Label veröffentlicht. Die untenstehende Box enthält auf 6 CDs Konzertmitschnitte mit Lucia Popp, Mirella, Freni, Nicolai Ghiaurov, Margaret Price, Hermann Prey und Elisabeth Grümmer (die CDs sind/waren auch einzeln erhältlich).


    Weiters gibt es Aufnahmen von Edita Gruberova und Fritz Wunderlich, die nicht in obiger Box enthalten sind oder eine Zusammenstellung von Wagner-Szenen oder Verdi-Ausschnitten:


    Bella Voce hat eine Doppel-CD-Box mit Arien und Szenen mit Nicolai Gedda, Arleen Auger, Tatiana Troyanos und Gundula Janowitz herausgebracht, die auch bei den Sonntagskonzerten enstanden sein dürften. Es begleitet das Münchner Rundfunkorchester. Darunter finden sich auch Raritäten wie Arleen Augers Zerbinetta oder das Rosenkavalier-Terzett und -Schlußduett mit Janowitz, Troyanos, Auger Link


    Ich meine mich auch eine eine CD von den Sonntagskonzerten mit Duetten mit Erika Köth und Fritz Wunderlich zu erinnern, weiß momentan aber nicht, auf welchem Label sie erschienen war (Orfeo?).


    Alles in allem fokussieren die Veröffentlichungen allerdings eher auf den großen und sehr bekannten Namen, wahrscheinlich auch, um das ganze auch finanziell halbwegs stemmen zu können.


    beste Grüße,

    orsini

    Live habe ich Montserrat Caballe leider nie gehört. Trotzdem gehörte sie für mich zu den prägendsten Sängerinnen in meinen klassischen Anfangsjahren. Ich war geradezu betört von der Schönheit und Fülle dieser Stimme, den magisch verhauchenden Piani, den großen Legato-Bögen, der völligen Unangestrengtheit ihres Singens. Dazu kam eine Breite des Reperoires, die mich staunen machte: Salome, die Elisabetta aus Roberto Devereux, Armida neben Tosca oder die schon mehrfach erwähnte Traviata, Il pirata neben Macbeth, Turandot neben Semiramide... wer konnte das schon? Teilweise ist ihr ein gewisses Phlegma bei der musikalischen Gestaltung vorgeworfen worden, was besonders für einige (zu?) späte Aufnahmen zutreffen mag. Allein, die Schönheit des Timbres und der Wohlklang ihrer Stimme haben das für mich jedoch mehr als wettgemacht - für mich ist sie eine der großen Gesangslegenden des letzen Jahrhunderts.


    Eine mir besonders liebe Box mit Aufnahmen aus den Jahren 1965-1972 ist die nebenstehende. Sie enthält 15 CDs. Neben Gesamtaufnahmen von Norma und Salome enthält sie u.a. Ausschnitte aus Norma, Il pirata, Roberto Devereux, Lucrezia Borgia und Maria di Rohan, Zarzuela Arien und Duette, Strauss-Lieder, Verdi-, Donizetti- und Rossini-Raritäten, die berühmten Duette mit Shirley Verrett u.a.

    Gioachino Rossini "Sigismondo"


    Am kommenden Sonntag, dem 14.10.2018, führt der Bayerische Rundfunk im Rahmen der Sonntagskonzerte aus Anlaß seines 150. Todestages Rossinis selten gespielte Oper "Sigismondo" als Münchner Erstaufführung konzertant im Prinzregententheater auf.


    Mitwirkende
    Hyesang Park - ALDIMIRA Tochter von Ulderico und Gattin von Sigismondo (Sopran)
    Marianna Pizzolato - SIGISMONDO König von Polen (Mezzosopran)
    Rachel Kelly - ANAGILDA Schwester von Ladislao (Mezzosopran)
    Kenneth Tarver - LADISLAO Erster Minister von Sigismondo (Tenor)
    Gavan Ring - RADOSKI Vertrauter von Ladislao (Bariton)
    Guido Loconsolo - ZENOVITO Polnischer Adliger (Bassbariton)
    Il Hong - ULDERICO König von Ungarn (Bass)


    Münchner Rundfunkorchester
    Chor des Bayerischen Rundfunks
    Leitung, Keri-Lynn Wilson



    "Extreme Gefühlswelten, die kaum in Worte zu fassen sind, werden im italienischen Belcanto zu purer Musik. So auch in Rossinis Oper Sigismondo (1814) − einem vergessenen Koloraturen-Juwel, das es wiederzuentdecken gilt. Intrige und Wahnsinn, Idylle und Schlachtengetümmel bestimmen die Handlung. Am Ende versöhnt sich König Sigismondo mit seiner fälschlich der Untreue verdächtigten, tot geglaubten Frau. Wie er – geplagt von Gewissensqualen – zwischen Wahn und Realität hin- und hergleitet, das hat Rossini eindrucksvoll in Noten gesetzt. Ein nicht nur musikalisch, sondern auch psychologisch interessantes Werk, mit dem das Münchner Rundfunkorchester an den 150. Todestag des Komponisten erinnert!
    In der koloraturenreichen Titelpartie des Sigismondo ist die italienische Mezzosopranistin Marianna Pizzolato zu erleben, die sich international als Rossini-Expertin einen Namen gemacht hat – u.a. beim Rossini-Festival in Pesaro und an der New Yorker „Met“. Am Pult des Münchner Rundfunkorchesters steht die Dirigentin Keri-Lynn Wilson, die 2017 eine umjubelte Aufführung von Gounods Roméo et Juliette mit dem Münchner Rundfunkorchester bei den Audi-Sommerkonzerten leitete." (Bayerischer Rundfunk)


    Das Konzert wird am 14. Oktober 2018 live auf BR Klassik übertragen (19.00 - 22.00 h).

    dann sollte es jetzt mir einem R weitergehen, und ich nehme Herr von Robert aus "Die beiden Pädagogen" von Felix Mendelssohn-Bartholdy
    In der verlinkten Gesamtaufnahme dieser Kurzoper singt Günter Wewel den Herrn von Robert.


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    Nachtrag:
    Neugierig geworden ob der unterschiedlichen Angaben, habe ich noch etwas zur Oper "Neues vom Tage" gegoogelt. Hier kann man die Partitur online ansehen. Die Nr. 4 ist ein Quartett der Rollen, Elli, Olli, Ali und Uli, die glücklich ihre Scheidung besingen.
    Die Szenenanweisung dazu lautet: "Aus einem Amtszimmer kommen munter Elli, Olli, Ali und Uli. Elli ist lang und spindeldürr, Olli winzig und zierlich. Ali ist klein und kugelrund, Uli sehr groß und dick. Sopran und Tenor sind das eine Paar, Alt und Bass das andere." Im Verlaufe der Oper folgen noch zwei weitere Aufritte dieses Quartetts...

    dann setzte ich fort mit der Rolle des Arcesius aus der Oper "Die toten Augen" von Eugen d'Albert, die zur Zeit des Neuen Testaments in Jerusalem spielt.


    Hier ein Duett Arcesius / Myrtocle. Franz Fehringer als Arcesius, die Myrtocle könnte Marianne Schech sein, sicher bin ich mir nicht...

    Daniel Francois Esprit Auber
    Ouvertüren und Ballettmusik


    Gothenburg Opera Orchesra
    Dirigent: B. Tommy Andersson


    In "Original Version" erklingen Ouvertüren und Balletmusiken zu Jenny Bell, L'Enfant prodigue, La Sirène, Vendôme en Espagne, Le dieu et la bayadère, Le premier jour de bonheur, zum Teil als Weltersteinspielung.
    Ich hätte mir die Interpretationen etwas leichter, spritziger vorgestellt/gewünscht... aber allemal eine hörenswerte Begenung mit großteils unbekannter Musik von Auber.

    dann also weiter mit "O"


    Miroslav Srnka's Oper "South Pole" wurde 2016 in München uraufgeführt - Oscar Wisting ist einer der Polarreisenden. Hier der Trailer der Bayerischen Staatsoper. In der Premiere sang John Carpenter den Wisting.


    dann jetzt der Einsiedel aus Karl Amadeus Hartmanns "Des Simplicius Simplicissimus Jugend"
    Szene Einsiedel - Simplicius mit Chor "Mein lieber und wahrer, einziger Sohn" - Eberhard Büchner als Einsiedel, Helen Donath als Simplicius


    Diese CD mit Aufnahmen der jungen Renata Tebaldi aus den Jahren 1949 und 1955 (alles in mono) enthält neben dem üblichen Repertoire (Aida, Faust, Butterfly, Manon Lescaut, Tosca, La Wally, Adriana Lecouvreur) auch einige ungewöhnliche Sücke u.a. zwei Ausschnitte aus Licinio Refices erster Oper Cecilia, 1934 mit sensationellem Erfolg in Rom uraufgeführt:


    Per amor di Gesù progete il core (Die Verkündigung)
    Grazie, sorelle (Der Tod der Cecilia)


    Sehr hörenswert!

    ... auch noch nicht genannt in unserem Spiel ist Mozarts Oper "La finta giardiniera"/"Die Gärtnerin aus Liebe". Die weibliche Hauptrolle hört auf den schönen Namen Marchesa Violante Onesti und tritt verkleidet unter dem Namen Sandrina auf.


    Helen Donath singt die Kavatine der Sandrina "Ach, vor Tränen, Schluchzen, Seufzen"

    ... dann hänge ich jetzt Afanassi Iwanowitsch an, den Sohn des Popen aus Mussorgskis "Der Jahrmarkt von Sorotschinzy"
    in Ermangelung einer Einzelarie des Afanssi hier eine Gesamtaufnahme aus dem Jahre 1969


    "n" und "y" - was für eine Auswahl... :wacko:
    dann versuche ich es mal mit der Nancy Waters, der Bäckerstochter aus Benjamin Brittens "Albert Herring"
    Judith van den Dool als Nancy in einer Produktion der Dutch National Opera Academy (DNOA)


    ... weiter mit der Emilia aus der Oper "Catone in Utica" von Giovanni Battista Ferrandini (1710-1791).
    Sandra Moon mit der Arie der Emilia "O nel sen di qualche stella"


    Am 12. Oktober 1753 wurde das Münchner Residenztheater (das wir heute unter dem Namen Cuvillies-Theater kennen) mit Ferrandinis "Catone in Utica" feierlich eröffnet.
    Aus Anlass der 250. Wiederkehr dieser Eröffnung brachte das Staatstheater am Gärtnerplatz im Jahre 2013 das Werk in einer halbszenischen Aufführungsserie wieder auf die Bühne des Cuvillies-Theaters. Dabei entstand auch die CD-Aufnahme. Es spielt die Neue Hofkapelle München unter der Leitung von Christoph Hammer.


    ... um mal wieder etwas Abwechslung in die Buchstaben zu bringen, folgt jetzt der Abul Hassan Ali Ebn Bekar, seines Zeichens Barbier und Baß, aus Der Barbier von Bagdad von Peter Cornelius. Kurt Böhme (Abul Hassan) im Duett mit Fritz Wunderlich "Mein Sohn, sei Allahs Frieden"


    Und genau das möchte ich bestätigen; ich habe etliche Aufnahmen dieser Formation und bin von keiner enttäuscht. Die mäkelige Kritik kann ich mir nicht zu eigen machen - es könnte daran liegen, dass ich die bekrittelten Einspielungen nicht habe. Aber was ich habe, ist, wie schon von Salisburgensis geschrieben, wirklich großartig.


    Auch für mich zählt die Weser-Renaissance zu den führenden Ensembles für frühe Musik. Besonders hinweisen möchte ich auf zwei CDs mit Aufnahmen der Musik von Josquin Desprez. Entstanden sind die Aufnahmen zwischen November 2009 und Januar 2010. Da die Weser-Renaissance in wechselnden Besetzungen über die Jahre und Projekte aufnimmt, führe ich die Mitwirkenden für diese Psalmvertonungen, Marienmotetten und die Messe "Ave maris stella" auf:


    Franz Vitzthum, Alex Potter - Diskant
    Terry Wey - Tenor altus
    Bernd O. Fröhlich, Jan van Elsacker, Hermann Oswald, Tom Philips, Harry von Berne - Tenor
    Kees Jan de Koning, Ulfried Staber, Jelle Draaier - Bass


    Ein besonderes Highlight in meinen Ohren ist das Ave Maria a 4, von den Herren Vitzthum, Fröhlich, van Elsacker und Staber solistisch dargeboten. Schierer und reinster Wohlklang, der ätherisch durch den Raum schwebt, aller Erdenschwere entbehrend.


    Der große Vorteil der Weser-Renaissance in meinen Augen ist, dass sich das Ensemble vollständig zurücknimmt und das aufzuführende Werk in den Mittelpunkt stellt. Auch von den Kings Singers gibt es eine Aufnahme des Ave Maria - jedoch dominiert bei ihnen der Eindruck, dass primär die Kings Singers singen (auf Grund eines stark ausgeprägten Personalstils), das Werke selbst verschwindet dahinter fast...