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Laut Coverrückseite ist wohl auch die Erstaufnahme eines alternativen Endes des 2. Satzes der Pastorale enthalten.
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Laut Coverrückseite ist wohl auch die Erstaufnahme eines alternativen Endes des 2. Satzes der Pastorale enthalten.
Ligetis "Musica ricercata" ist eines seiner wenigen Werke, das ich schon recht lange kenne, auch wenn ich es erst wenige Male gehört habe. Ich finde den Aufbau sehr spannend, wobei sich Ligeti anfangs auf fast nur einen Ton beschränkt nach und nach immer mehr Töne dazukommen. Mangels eigener Aufnahmen habe ich per Youtube Aimard (mit Noten) gehört, eine sehr lohnenswerte Aufnahme (generell lohnen sich die Noten hier sehr).
1: Irgendwie bin ich mal auf dieses Stück gestoßen, weil ich gelesen habe, dass dieses Stück nur aus dem Ton A besteht (stimmt nicht ganz, ganz zum Schluss kommt das D dazu). Sehr cool, wie Ligeti hier alle Facetten von Artikulation, Dynamik und Rhythmus auskostet und trotz des (fast) nur einen Tons über mehrere Oktaven ein absolut mitreißendes Stück komponiert, toll!
2: Der repetitive Beginn nervt mich ein wenig, spannend wird es mit den neuen rhythmischen Komponenten wie der Diminution und den rasanten Tonrepetitionen, unter denen das Anfangsmotiv wiederkommt. Wird zum Ende hin immer stärker.
3: Ab hier klingt es erstmals halbwegs konventionell nach Musik, spannend, was für ein großer Schritt in Bezug auf Klangvolumen und Harmonik vom 2. zum 3. Stück gemacht wird!
4: Ein unheimlicher Walzer, dem man die Beschränkung auf nur 5 Töne erschreckend wenig anhört, sehr stimmungsvoll!
5: Wilde Tonart (ein # und ein b???), jetzt wird es atonal (in konventionellen Tonarten gedacht), trotzdem mitreißend. Schön, wie das Ende an 1 erinnert, auch über die leise gedrückten, aber nicht gespielten Tasten.
6: Klingt für mich irgendwie nach Shostakovich meets Impressionismus, nach dem vorherigen Stück überraschend tonal, klingt sehr schön farbenreich!
7: Cooles Ostinato der linken Hand, hat etwas Jazziges. Darüber eine schöne, schwelgende Melodie, die immer mehr kontrapunktisch angereichert wird. Die Musik hat etwas Perlendes, ich fühle mich trotz des Ostinatos wieder sehr an den Impressionismus erinnert. Wunderschönes Stück!
8. Schön mitreißend tänzerisch mit wilden Taktwechseln in meist ungeraden Taktarten, macht gut Laune.
9. Der immer wiederkehrende Rhythmus kurz-lang und die Dissonanzen sorgen für Unbehaglichkeit. Den Bezug zum Titel und Bartok kann ich leider nicht ganz nachvollziehen, am Anfang höre ich da eher Pärt.
10. Schwungvoller Beginn, das Stück wird immer dissonanter, die anfänglichen Terzen werden zu Sekunddissonanzen, dann zu Clustern. Es wechselt immer mehr vom Melodischen zum Rhythmischen. Wilde Rhythmen und Taktwechsel, man kommt beim Hören aber gut in den Fluss, charmantes tonal-melodisches Ende.
11. Auch hier erschließt sich mir die Hommage an einen anderen Komponisten (Frescobaldi) nicht, auch wenn das Notenbild z.T. an eine Chorpartitur mit verschiedenen Stimmeinsätzen erinnert. Ich kenne aber auch keine Musik von Frescobaldi. Interessant, dass sich die anfängliche weitestgehende Homophonie später nach und nach auflöst und auch die wie eine Passacaglia oder fugierte Passagen erinnernden Klänge verschwinden. Am Ende kommt dann wieder das A des 1. Stückes zurück, schöner Kreis.
Insgesamt für ein Ligeti-Stück sehr gut anhörbar, hat Spaß gemacht, das Stück nach langer Zeit mal wieder zu hören, lieben Dank für den Vorschlag!
Liebe Grüße
Amdir
Ich bin auch gerne wieder dabei (dann wohl auch endlich wieder mit mehr Zeit), ich nehme gerne meinen alten Platz (eigentlich hinter Dr. Pingel, wegen dessen Tausch mit Tristan also hinter diesem, sprich die zwei Wochen ab dem 31.08.).
Okay, jetzt wird es wirklich bekloppt: Am 26.6. erscheint SCHON WIEDER eine neue Aufnahme von Gerd Schaller mit Bruckners 9. Sinfonie inkl. der 2024 überarbeiteten Version seiner Vervollständigung des Finales:
Kleiner Reminder: Erst am 25.5. erschien schon einmal eine Aufnahme von Bruckners 9. Sinfonie unter Gerd Schaller auch mit genau dieser 2024 überarbeiteten Finalversion (!), ich hatte hier darauf hingewiesen:
Gerd Schaller schallert uns am 25.5. wieder neuen Bruckner um die Ohren - diesmal erstmals international mit dem LPO und nicht seiner Philharmonie Festiva! Es handelt sich um eine erneute Aufnahme der 9. Sinfonie, mit einer (schon wieder) überarbeiteten Version seiner Finalvervollständigung aus dem Jahr 2024. Seine ursprünglich im Jahr 2016 entstandene Version und seine Überarbeitung aus dem Jahr 2018 gibt es von und mit ihm auch schon auf CD.
Die im Mai erschienene Aufnahme ist mit dem London Philharmonic Orchestra und wurde wohl 2025 aufgenommen, die diesen Monat erscheinende Einspielung in der gewohnten Kombination mit "seiner" Philharmonie Festiva, aufgenommen 2024. Trotzdem: Warum bringt man innerhalb EINES MONATS zweimal DIESELBE Fassung der Sinfonie mit DEMSELBEN Dirigenten heraus????? ![]()
Zudem handelt es sich um Schallers fünfte Aufnahme der 9. Sinfonie (und sogar die sechste, falls man seine Orgelversion mitzählt), davon die vierte (bzw. fünfte) mit einer Version seiner Finalkomplettierung.
Immerhin erscheint ebenfalls am 26.6. Schallers bisher noch fehlende Aufnahme der Erstfassung der 8. Sinfonie, seine GA scheint sich dem Ende zu nähern, außer er muss jetzt alles doch nochmal mit dem LPO aufnehmen... ![]()
In den letzten Wochen hatte ich leider nur extrem wenig Zeit, deshalb kommen hier zwei (zugegebenermaßen nur kurze) Beiträge in einem:
Was für ein tolles und außergewöhnliches Stück! An Gitarristen kenne ich neben Paco de Lucía eigentlich nur die Romeros, das hier ist aber eine ganz andere Kiste, klasse! Mir gefällt die Live-Version besser, mehr Musik zum Genießen und einfach absolut mitreißend
Die Flamenco-Jazz-Kombination ist sehr interessant, die Verbindung von hypnotisierenden virtuosen Melodien und treibenden Rhythmen ist faszinierend. Ein tolles Beispiel für Genre-Crossovers, das Stück klingt auch so, als könnte Tarantino es wunderbar in einen seiner Filme einbauen ![]()
Ein grandioser Vorschlag, danke m-mueller
Schönbergs "Erwartung" hatte ich vorher schon einmal in der Sinopoli-Aufnahme gehört, es ist allerdings nichts hängengeblieben. Tatsächlich habe ich drei Aufnahmen bei mir gefunden, Dorothy Dow/Dimitri Mitropoulos (1951), Janis Martin/Pierre Boulez (1977) und Alessandra Marc/Giuseppe Sinopoli (1996).
Schlau wie ich bin, habe ich den Untertitel "Monodram" als "Melodram" gelesen und schon damit gerechnet, dass wir es mit viel Gesprochenem zu tun haben. Mit der Gattung des Melodrams tue ich mich noch schwer, arbeite aber seit Jahren daran. Umso größer war meine Überraschung, als es mit Gesang losging, bis mir mein Fehler auffiel. Ich brauchte auch ehrlicherweise mehrere Hördurchgänge, um mich an die Musik zu gewöhnen, die Atonalität und das schon beim Blick auf die Spielzeiten der Sinopoli-Aufnahme erschreckende Ungleichgewicht zugunsten der 4. Szene haben es mir schwer gemacht. Mit jedem neuen Hören gefällt mir das Stück aber immer besser, auch wenn es trotzdem harte Kost bleibt. Die Sinopoli-Aufnahme hat sich bei mir schnell als Favorit herausgestellt, da sie die expressionistischen Extreme stärker auskostet als Mitropoulos oder Boulez, auch sagt mir der Gesang in dieser Aufnahme am meisten zu.
Obwohl ich mich in die Thematik eingelesen habe, fühle ich mich immer noch am Beginn meiner Beschäftigung mit dem Stück. Es fesselt mich, aber ich durchblicke es noch nicht. Nichtsdestotrotz ergibt sich eine gewisse Faszination durch die Handlung, das überraschende Ende und das seltsame Nebeneinander von Orchester und Gesang, ein Stück, dass bei mir noch einiges an Zeit benötigen wird. Aber vielen Dank für den Anstoß an Holger, ich merke mit jedem neuen Hören, wie sich die Beschäftigung mit diesem Werk mehr und mehr lohnt!
Liebe Grüße
Amdir
Nach einigen Wochen mit sehr wenig Zeit habe ich heute im Verlauf des Vormittages des Brückentages mal geschaut, was ich musikalisch wieder "erwarten" kann:
CD 2:
Arnold Schönberg
Erwartung, Monodram in einem Akt, Op. 17
Alessandra Marc (Sopran)
Staatskapelle Dresden
Giuseppe Sinopoli
Aufgenommen im Mai 1996.
CD 55:
Arnold Schönberg
Erwartung, Monodram in einem Akt, Op. 17
Janis Martin (Sopran)
BBC Symphony Orchestra
Pierre Boulez
Aufgenommen am 14.-15. April 1977.
CD 30:
Arnold Schönberg
Erwartung, Monodram in einem Akt, Op. 17
Ernst Krenek
Symphonic Elegy (In Memoriam Anton Webern), Op. 105
Arnold Schönberg
Verklärte Nacht, Op. 4 (Version für Streichorchester)
Dorothy Dow (Sopran, Op. 17)
Philharmonic Symphony Orchestra of New York
Dimitri Mitropoulos
Aufgenommen am 21. April 1951 (Krenek), 19. November 1951 (Op. 17) und 3. März 1958 (Op. 4).
Liebe Grüße
Amdir
Ich bin vor einigen Monaten das erste Mal über ihn gestolpert, wegen seines Violinkonzertes, daraufhin hab ich mir noch die Meeresbilder besorgt, das ist wieder so ein Komponist von dem ich mir wünschen würde das es mehr Aufnahmen gäbe - ganz zu Schweigen von Werken. Außer bei den Meeresbildern konnte ich auch keine größeren Diebestouren entdecken
![]()
Lieber Orffeus,
viele von Klamis Stücken gibt es in mehreren Einspielungen, die wohl meisten gibt es von seinem bekanntesten Werk, der „Kalevala-Suite“. Ich hatte hier die 8 auf CD/SACD erhältlichen Aufnahmen kurz vorgestellt.
Auch von seinen anderen Stücken wie dem Violinkonzert, den Meeresbildern, Suomenlinna, etc. gibt es mehrere Aufnahmen. Klami ist einer meiner Lieblingskomponisten und ich habe mir die meisten CDs mit seinen Werken zugelegt.
Bei drei Stücken schmerzt es mich, dass es bisher nur eine Aufnahme gibt, seine beiden nummerierten Sinfonien (die Symphonie enfantine wurde mehrfach eingespielt) sowie das sehr unbekannte Stück „Pyorailija“ („Der Fahrradfahrer“) wurden erst einmal aufgenommen. Letzteres Stück findet man versteckt auf dieser Kompilation, JPC erwähnt Klamis Stück noch nicht einmal:
Liebe Grüße
Amdir
Ich finde, dass der Anfang des Concert champêtre unerwartet archaisch klingt, gar nicht nach Barock, etc. Generell wirkt der 1. Satz sehr episodisch, es wechseln sich sehr häufig schroffe, archaische Abschnitte mit offensichtlich von barocker Musik inspirierten Teilen ab. Dabei wechseln sich Orchester und Cembalo häufig ab und spielen sich gegenseitig die Bälle zu. Es gibt immer neue Klänge zu entdecken, ich muss aber auch gestehen, dass der Satz nicht hätte länger sein dürfen, ansonsten hätte mich das Hin und Her angefangen zu langweilen.
Beim zweiten Satz finde auch ich das Melodienreichtum herrlich, die Passagen, in denen Orchester und Cembalo zusammenspielen sagen auch mir deutlich mehr zu als die Solopassagen.
Der letzte Satz gefällt mir am besten, die Tonsprache ist weniger schroff und Orchester und Cembalo spielen häufig zusammen oder ergänzen sich wirklich passend. Spannend sind hier die langsame Episoden, die an den ersten Satz erinnern und eine unheimliche, mysteriöse Ebene mit in den fröhlichen Tanz bringen. Auch das langsame Ende mit den dissonanten Bläsern und dem seltsamen, verklingenden Schlussakkord verwundern.
Man merkt auf jeden Fall Poulencs Willen, unter Nutzung barocker Formen, Instrumente und Stereotype etwas Neues zu erschaffen, was mMn wirklich gut gelungen ist. Mir persönlich ist das Gesamtergebnis jedoch etwas zu weitschweifend, mir fehlt ein wenig der musikalische "rote Faden". Dazu kommt, dass ich einfach kein großer Cembalo-Fan bin ![]()
Trotzdem vielen Dank für den Vorschlag!
Liebe Grüße
Amdir
Drei dicke Brocken (8. Sinfonie, Erstfassung und Zweitfassung + 9. Sinfonie) habe ich noch vor mir, dann bin ich mit dieser Box durch. Also frisch an's Werk!
Anton Bruckner
Sinfonie Nr. 8 c-Moll (Erstfassung 1887, Ed. Hawkshaw)
Bruckner Orchester Linz
Markus Poschner
Aufgenommen vom 4.-6. Juli 2022
Liebe Grüße
Amdir
Insgesamt gefällt mir Gerd Schallers Bruckner auch sehr gut. Etwas enttäuscht war ich seinerzeit nur von seiner Einspielung der 5. Sinfonie. Wieso er nun indes bereits die zweite Orgeltranskription derselben vorlegt, weiß der Geier. Ich muss gestehen, dass mich diese Bearbeitungen für Orgel überhaupt nicht überzeugen, sich Langeweile einstellte und ich irgendwann abbrach. Bezüglich seiner zig Aufnahmen der 9. Sinfonie verliere ich den Überblick. Mit und ohne Finale, letzteres in mannigfaltiger Form; mal von ihm selber, mal nicht. Da hätte ich mir persönlich z.B. lieber die berüchtigte Schalk-Fassung der Fünften gewünscht, die ich zwar auch kaum mehr ansteuere, die aber doch eine historische Bedeutung hat, galt sie ja über Jahrzehnte als "die" Fassung des Werks.
Mit den Orgeltranskriptionen kann ich auch gar nichts anfangen, ebenso mit der Orgel-GA von Hansjörg Albrecht.
Wer weiß ob er nicht die (mMn furchtbare) Schalk-Version der 5. Sinfonie noch aufnimmt, bei der 3. hat er sich auch rangewagt. Aus historischer Sicht wäre das sicher sinnvoll.
Ganz so kompliziert ist es mit seinen Aufnahmen der 9. Sinfonie ja nicht, er hat sie immer mit Finale aufgenommen:
1. mit Carragan-Finale (einzige Einspielung der letzten Überarbeitung von 2010)
2. mit Schaller-Finale von 2016
3. mit Schaller-Finale in der Überarbeitung von 2018
4. Orgeltranskription (entstanden 2020)
5. mit Schaller-Finale in der Überarbeitung von 2024 (erscheint diesen Monat)
Wichtig ist mMn das Carragan-Finale (entstanden 1981-1983, überarbeitet 2003, 2006 & 2010), das in der letzten Überarbeitung nur in der Schaller-Aufnahme greifbar ist. Von den anderen früheren Versionen ist nur die ursprüngliche Version aus 1981-83 in der Chandos-Aufnahme mit Yoav Talmi einigermaßen gut erhältlich.
Ich schätze das Carragan-Finale, auch wenn es "unbrucknerisch" ist und von den Skizzen abweicht, die letzten ca. 3-4 Minuten sind grandios. Besonders gut gefällt mir Carragans Einfall, den Choral in der Coda so modifiziert auftauchen zu lassen, dass er in den Trompeten als absteigendes, Vierton-Begleitmotiv benutzt wird, was zugleich eine Reminiszenz an die Streicher in der Coda des 1. Satzes der 5. Sinfonie ist (bloß deutlich verlangsamter). Schallers Aufnahme ist klangtechnisch und von der Orchesterleistung nicht optimal, für mich aber wegen des Carragan-Finales unverzichtbar.
Hier einmal ein Youtube-Link zu Schallers Aufnahme des Carragan-Finales (besagte Trompetenstelle findet sich bei 21:35):
Liebe Grüße
Amdir
Mal wieder Poulenc in der Ulli-Gedächtnis-Aufnahme (CD 5):
Francis Poulenc
Konzert für zwei Klaviere und Orchester*
Suite francaise
Concert champêtre+
Claire Chevallier (Klavier)*
Jos van Immerseel (Klavier)*
Kateřina Chroboková (Cembalo)+
Anima Eterna Brugge
Jos van Immerseel
Aufgenommen vom 30. März bis 1. April 2009
PS: Die "komische, zusammengeschusterte" Mischfassung der achten Sinfonie scheint allerdings allgemein akzeptiert und abruckner.com behandelt sie ganz regulär, glaube ich.
Abruckner listet diese Version zwar, jedoch wurde sie bisher nur von Schaller (und von niemandem sonst) aufgenommen und dort auch nur als "Variante" oder "Intermediärvariante" statt als "Fassung" bezeichnet, weil es sich wohl um eine Art im Prozess befindliche (aber noch nicht abgeschlossene) Überarbeitung handelt, quasi eine Zwischenstation vor der eigentlichen Überarbeitung zur Zweitfassung.
"Allgemein akzeptiert" sieht anders aus, Hurwitz etwa fertigt die Version wie für ihn üblich frech ab: "utterly pointless version of something that never in fact existed" und "The result is an atrocity, an absurdity, and a farce."
Abruckner führt sie unter:
"1888 Variant - Unpublished - Edited by William Carragan and incorporating Adagio edited by Dermot Gault and Takanobu Kawasaki"
Alles anzeigenJa, in der Tat dürfte der Schaller überzeugender sein. Ich hatte mir da die Beinahe-Integrale von 2018 gekauft und bin am Überlegen, ob ich mir etwas nachkaufe. Eine Fassung der großen Achten hat er auf jeden Fall noch veröffentlicht - oder sie steht dazu an - und bei der Aufnahme dieser Fassung war ich vor zwei Jahren in Ebrach - nur zwanzig Kilometer Luftlinie von uns - dabei.
Schaller müsste jetzt eigentlich - oder quasi - fertig sein mit seinem kompletten Bruckner. Wobei sich die Frage stellt, was man unter "fertig" versteht und ob das realistischerweise - und natürlich sinnvollerweise - zu erreichen ist. Denn es gibt ja die unterschiedlichen Herausgeber zu vielen der Sinfonien. Nun ja - sinnvoll wäre das kaum bei Partiturunterschieden, die nur Top-Spezialisten hören und sehen.
Ich bin Liebhaber, verstehe wenig im Detail, kann einige der Sinfonien gut voneinander unterscheiden, mehr aber nicht, und muss mich von Fall zu Fall ohnehin erst wieder informieren. Doch gerade bei der Achten (und anderen genauso) gibt es Unterschiede, die man nicht überhören kann.
Poschner werde ich mir nicht zulegen. Da habe ich allerdings schon Negatives gehört - was Du ja jetzt auch bestätigst, Meister Amdir!
Wolfgang
Die 18-CD-Box aus dem Jahr 2018 habe ich auch, seitdem hat Schaller einige neue Bruckner-CDs aufgenommen. In der erweiterten 20-CD-Box aus dem Jahr 2022 fehlten aber auch die in der ersten Box enthaltenen Aufnahmen der 9. mit Carragan-Finale sowie der 9. mit dem ursprünglichen Schaller-Finale, stattdessen waren mehrere in der Zwischenzeit veröffentlichte Aufnahmen (u.a. die 9. mit 2018 überarbeitetem Schaller-Finale) enthalten.
Seit der 2018er-Box müssten diese Aufnahmen neu entstanden sein, die nicht in der 2018er-Box sind:
Sinfonie Nr. 3 (Drittfassung v. Schalk)
Quintett f-Dur (Orch.: Schaller) + Ouvertüre g-Moll
Sinfonie Nr. 1 (Wiener Fassung)
Sinfonie Nr. 9 (mit 2018 überarbeitetem Schaller-Finale)
Sinfonie Nr. 9 (Orgeltranskription)
Sinfonie Nr. 4 (Erstfassung)
Sinfonie Nr. 5 (Orgeltranskription)
Sinfonie Nr. 3 (Zweitfassung)
Sinfonie Nr. 4 (Drittfassung)
Sinfonie Nr. 5 (Orgeltranskription), einfach nur auf einer anderen Orgel, komplett bescheuerte Veröffentlichung nur 2,5 Jahre nach seiner ersten Aufnahme der Orgelfassung der 5.
Sinfonie Nr. 8 (Orgeltranskription)
Sinfonie Nr. 8 (Zweitfassung)
Sinfonie Nr. 3 (Erstfassung) + Adagio 1876
Sinfonie Nr. 9 (mit 2024 überarbeitetem Schaller-Finale) - erscheint am 25.5.
Es fehlen also zumindest noch die Erstfassung der 8. Sinfonie (er nahm bisher nur eine komische, zusammengeschusterte Mischfassung sowie die Zweitfassung auf) und mindestens noch die Zweitfassung der 2. Sinfonie (da wären noch mehr Zwischenfassungen möglich). Im Falle der 3. Sinfonie (komische Fassung von 1874) und der 8. Sinfonie hat er ja auch schon obskure Versionen aufgenommen, die es soweit nur (8.) bzw. fast nur (3.) bei ihm gibt. Vielleicht kommt er ja noch auf die Idee, mit der Oeser-Version der 3. und der 1889er Nowak-Version der 3. seine fünfte und sechste Aufnahme des Stückes hinzulegen, die Haas-Nowak-Mischfassung der 8. aufzunehmen und so ein paar Messchen, das Requiem, Te Deum, Märsche, Orchesterstücke, etc. gibt es ja auch noch ![]()
Hach, und jetzt, wo er sein Finale der 9. wieder überarbeitet hat, muss er wohl auch noch einmal seine Orgelversion der 9. überarbeiten und neu aufnehmen... ![]()
Mal schauen, ob sein Projekt "Bruckner 2024" also nicht vielleicht lieber in "Bruckner 2034" umbenannt werden sollte ![]()
Zu Poschner: Die 6. fand ich richtig stark, die 7. bislang auch (bin gerade im 2. Satz, endlich jemand, der die Coda des 1. Satzes mit Accelerando bis zum Schluss spielen lässt, nur in den letzten Takten gibt es ein kleines Rit.).
Liebe Grüße
Amdir
Edit.: Die Zweitfassung der 2. Sinfonie hat Schaller in einer Mischfassung auch schon aufgenommen und 2024 veröffentlicht, der Frechdachs hat sie nur auf seiner Website und der Website von "Bruckner 2024" seltsamerweise nicht bei seinen Aufnahmen gelistet. Vergessen? Oder sieht er seine Aufnahme als "ungiltig", "ganz nichtig" und "annulirt"?
Bleiben trotzdem noch die gefühlt 37 anderen Misch- und Zwischenfassungen sowie Mini-Überarbeitungen des Werkes zum Aufnehmen...
Gerd Schaller schallert uns am 25.5. wieder neuen Bruckner um die Ohren - diesmal erstmals international mit dem LPO und nicht seiner Philharmonie Festiva! Es handelt sich um eine erneute Aufnahme der 9. Sinfonie, mit einer (schon wieder) überarbeiteten Version seiner Finalvervollständigung aus dem Jahr 2024. Seine ursprünglich im Jahr 2016 entstandene Version und seine Überarbeitung aus dem Jahr 2018 gibt es von und mit ihm auch schon auf CD.
Am 12.6. veröffentlicht Chandos außerdem Orchesterwerke von Mel Bonis mit Rumon Gamba auf SACD, sehr cool!
Nach je zwei gehörten CDs pro Tag aus dieser Box bin ich mittlerweile bei CD Nr. 13 angelangt:
Anton Bruckner
Sinfonie Nr. 5 B-Dur
ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Markus Poschner
Aufgenommen vom 15.-16. Februar 2023
Diese Box ist für mich bisher ein "Mixed Bag", manche Aufnahmen sind wirklich sehr gut gelungen (wie diese 5. Sinfonie), andere kranken an schwächelnden Orchesterleistungen, nicht optimalem Klang oder interpretatorischen Fehlentscheidungen (teils unfassbar schnellen, geradezu gehetzten Tempi sowie Willkürlichkeiten wie starke Crescendi + Decrescendi im Blech nach einem sehr leisen Beginn des Chorals Mitte des 1. Satzes der Drittfassung der 4. Sinfonie). Poschner setzt auf schnelle Tempi und eine Entschlackung des Blechs, was nicht allen Sinfonien gut bekommt (erstaunlicherweise funktioniert es gerade bei diesem Trumm hier, ansonsten gefielen mir die beiden annullierten Sinfonien besonders gut).
Insgesamt bislang zwar interessant und gut für den Vergleich der verschiedenen Versionen, außerdem ein richtig gutes, ausführliches Booklet. Der sich ebenfalls auf Komplettierungskurs befindliche Gerd Schaller liegt mir aber mehr.
Liebe Grüße
Amdir
Nur etwa drei Monate nach Erscheinen der Ersteinspielung von Mathilde Kralik von Meyrswaldens Hymnischer Symphonie (erschienen beim Label Gramola) folgt am 25.5. die zweite Einspielung, diesmal unter Marcus Bosch. Kriegen wir jetzt alle drei Monate eine neue Aufnahme des Werkes? ![]()
Außerdem enthalten ist die Weltersteinspielung von Hermann Graedeners Klavierkonzert d-Moll, Op. 20:
Ein neuer Zeitlupen-Bruckner von Rémy Ballot (9. Sinfonie inkl. der Skizzen zum unvollendeten Finale) erscheint am 5.6.:
Ballot ist im Vergleich zu seiner 9 Jahre zuvor entstandenen Aufnahme der 9. Sinfonie mit demselben Orchester, die auch in Ballots GA wiederveröffentlicht wurde, etwas schneller geworden, insgesamt knapp 4,5 Minuten:
2015: 1. Satz: 32:12, 2. Satz: 14:19, 3. Satz: 30:31
2024: 1. Satz: 31:15, 2. Satz: 13:11, 3. Satz: 28:12
Am spannendsten dürften die Final-Fragmente und ihre Einbindung werden.
Fiesco hört Mahlers ersten Sinfonieversuch, ich Bruckners ersten (ehrlicherweise deutlich weniger genialen) Sinfonieversuch aus dieser Box, die mich die nächsten Wochen musikalisch begleiten wird (CD 1):
Anton Bruckner
Studiensinfonie f-Moll
Bruckner Orchester Linz
Markus Poschner
Aufgenommen am 23. und 27. Februar 2022
Liebe Grüße
Amdir
Hiermit habe ich mich heute morgen wachböllern lassen:
Heinz Winbeck
Sinfonie Nr. 1 "Tu Solus" (Revision/Neufassung von 1985)
Bruce Weinberger (Tenorsaxophon)
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Muhai Tang
Aufgenommen im April 1985
Jetzt muss Entspannenderes zur Beruhigung her:
Frederick Delius
Brigg Fair - An English Rhapsody (Rev. & Edit. Thomas Beecham)
Klavierkonzert (2. Fassung in drei Sätzen)*
Idylle de printemps - Morceau symphonique
Paris - A Nocturne (Edit. Thomas Beecham)
Howard Shelley (Klavier)*
Royal Scottish National Orchestra
Andrew Davis
Aufgenommen vom 20.-22. Dezember 2011.
Liebe Grüße
Amdir
Alles anzeigenAmdir hört Lieblingsstücke - ein Lieblingsstück heute auch bei mir:
Jean Sibelius
Die Waldnymphe
Lahti Symphony Orchestra, Osmo Vänskä
SACD, BIS-1745
Exzellent klingende SACD, die seltsamerweise bei jpc nicht gelistet ist. Die Waldnymphe mit ihren den Ansatz von Minimal Music vorwegnehmenden, wahrhaft ekstatischen Klangfeldern im zweiten Teil, ist ein wirklich aussergewöhnliches Stück, das erst spät wiederentdeckt wurde.
Gutes Hören
Christian Hasiewicz
Die "Waldnymphe" ist wirklich außergewöhnlicher Sibelius - und viel zu unbekannt! Muss ich auch mal wieder hören.
Und wenn ich mal mit der JPC-Verlinkung helfen dürfte
:
Drei Lieblingsstücke zum Abend:
Max Reger
Vier Tondichtungen nach Arnold Böcklin, Op. 128
Carl Nielsen
Helios-Ouvertüre, Op. 17
Alexander von Zemlinsky
Die Seejungfrau
New Japan Philharmonic
Toshiyuki Kamioka
Aufgenommen vom 14.-15. Oktober 2017 (Zemlinsky) sowie vom 10.-11. November 2017 (Reger, Nielsen)
Ich mache mich ja gerne über überteuerte CDs lustig und habe nur sehr wenig CDs/SACDs, für die ich 20€ oder mehr ausgegeben habe oder die extra aus Japan kamen. Aber hierbei musste ich eine Ausnahme machen, denn alle drei Werke auf dieser Scheibe liebe ich sehr. Da habe ich in den sauren Apfel gebissen und ausnahmsweise den überteuerten Preis von 37,99€ gezahlt. Die positive Überraschung: Es handelt sich um eine Hybrid-SACD! Bei JPC ist sie fehlerhaft als CD eingespeichert und beim Coverbild bei JPC fehlt das SACD-Logo in der unteren rechten Ecke. Da schmerzt der Preis gleich etwas weniger ![]()
Leider handelt es sich im Fall der "Seejungfrau" nicht um die kritische Urfassung von Antony Beaumont (erschienen 2013), die noch nicht so häufig aufgenommen wurde, sondern um die lange übliche überarbeitete Fassung, bei der Zemlinsky kurz vor der Uraufführung ca. 6 Minuten Musik aus dem 2. Satz herauskürzte. Laut Google Übersetzer (das einen hochwertigen Eindruck machende Booklet ist rein auf Japanisch gehalten) war Kamioka die Existenz der kritischen Ausgabe bekannt, entschied sich aber bewusst für die überarbeitete Fassung.
Dennoch tolle Aufnahmen mit herausragendem Klang, super! Für den Preis musste mir der Inhalt aber auch gefallen ![]()
Liebe Grüße
Amdir
Hier Unbekanntes (CD Nr. 3):
Heinz Winbeck
Sinfonie Nr. 3 "Grodek" nach Texten von Georg Trakl
Christel Borchers (Alt)
Udo Samel (Sprecher)
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Mathias Husmann
Aufgenommen im August 1991
Das ist schon eine wilde Mischung aus Avantgarde, Spätromantik und Expressionismus. Der Einsatz von Udo Samel als Sprecher, der Trakls bekanntes namensgebendes Gedicht "Grodek" über das Orchester und den Gesang rezitiert, kommt unerwartet, treibt einem aber Schauer über den Rücken, huiuiui. Tolles Stück, aber wirklich nicht leicht verdaulich!
Liebe Grüße
Amdir
Adam Fischers Gesamtaufnahme der Mahler-Sinfonien mit den Düsseldorfer Symphonikern (Sinfonien 1-9 + Das Lied von der Erde) ist mittlerweile vollendet. Die Urteile hier im Forum sowie in Rezensionen schwanken von "nix besonderes, Abonnementkonzertniveau" bis hin zu "großartig", man kann wohl mit eher sachlichen Interpretationen rechnen.
Wer sich die GA zulegen möchte, kann das teuer über die Einzelaufnahmen machen oder aber direkt bei der Tonhalle Düsseldorf. Dort gibt es exklusiv eine Gesamtbox im LP-Format, teilweise sogar von Adam Fischer signiert. Dabei sind die Einzel-CDs einfach im Jewelcase in einer schönen Box mit fester Schaumstoffeinlage zusammengefasst worden. Die Box kostete lange 119€, mittlerweile ist sie aber für nur 49€ erhältlich, also ein wirklich guter Preis!
Die Box kann man an der Konzertkasse der Tonhalle kaufen. Ich habe sie, als ich vor etwa zwei Monaten in Düsseldorf war, zum obigen Preis von 49€ mitgenommen (sogar signiert), habe aber leider noch nicht hineingehört.
Wer aus der Nähe von Düsseldorf kommt oder in nächster Zeit dort unterwegs ist, kann sich diese Gesamtbox an der Konzertkasse sichern. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass man noch einmal nachfragen sollte, ob es noch signierte Exemplare gibt, mir wurde nämlich erst ein unsigniertes Exemplar gegeben, obwohl es noch signierte gab ![]()
Ob man sich die Box auch zuschicken lassen kann, weiß ich leider nicht, da müsste man wohl einmal direkt bei der Konzertkasse nachfragen.
Liebe Grüße
Amdir
Bereits seit drei Wochen gibt es diese Aufnahme des Deutschen Requiems in einer Version für Kammerorchester und -chor:
Schon kommenden Mittwoch führt Robert Trevino seine Respighi-Reihe mit der Sinfonia Drammatica fort:
Am 5.6. erscheinen diese Neuaufnahme von Holsts Planeten mit interessantem Beiwerk von Väinö Raitio unter Nicholas Collon sowie das Klavierkonzert und das Cellokonzert des mir unbekannten zeitgenössischen Komponisten Kjell Flem:
Ebenfalls am 5.6. kommt diese 11-CD-Box des chinesischen Cellisten Jian Wang bei der Deutschen Grammophon auf den Markt:
Und am 19.6. erscheint Bernard Haitinks 82565960821. Aufnahme von Mahlers 4. Sinfonie (aufgenommen im November 2005 mit dem Symphonieorchester des BR):
Alles anzeigenAm 23.10.26 erscheint Andris Nelsons Mahler-Zyklus u.a. als CD-Box (14CDs).
Lustig, dass die DG auf ihrer Seite schreibt, dass sich die CD-Anzahl noch ändern kann, weil noch nicht alles aufgenommen ist
Und zur 10. Sinfonie schreiben sie "ca. 70 Minuten", im August 2025 führte Nelsons meines Wissens aber nur das Adagio auf (zusammen mit Shostakovichs 10. Sinfonie), mal schauen, ob doch eine der Vervollständigungen aufgenommen wurde.
Liebe Grüße
Amdir
Lieber als Landrat enden, als schon wieder eine Komposition für Tasteninstrument hören
Ich weiß nicht, ob es hier eine Statistik gibt über Epochen und Kompositionsformen, die hier vorgestellt werden, ich werde auch keine anstellen. Aber mir scheint, dass 75% der Musikstücke hier aus Kompositionen für Tasteninstrumente bestehen.
Ich habe mir extra für dich die Mühe gemacht (Angaben ohne Gewähr):
Vorgestellte Stücke insgesamt: 49 (mehrere vorgestellte Stücke in einem Durchgang wie z.B. bei Schütz und de Victoria als insgesamt 1 Stück gezählt)
Besetzung:
Mit Tasteninstrument insg.: 20
Mit Tasteninstrument solo: 8
Mit Chor/Gesangsensemble: 12
Mit Orchester (oder einigermaßen großem Begleitensemble) insg.: 23
Mit Orchester solo: 9
Kammermusik instrumental (mehrere Instrumente): 9
Epochen (teilweise schwer einzuordnen, Stücke sind teils bei mehreren Epochen zugeordnet):
Renaissance/Polyphonie: 5
Barock/Frühbarock: 8
(Wiener) Klassik: 6
Romantik/Frühromantik: 7
Spätromantik: 10
Klass. Moderne (auch Impressionismus, etc.): 13
Moderne/Avantgarde: 5
Durch diesen Thread wurde mein Interesse geweckt, mich erstmals mit Karajans Londoner Beethoven-GA zu beschäftigen, die ich im Rahmen der dicken "Karajan Official Remastered Edition" besitze, in der diverse kleinere, zuvor veröffentlichte Boxen in einem Schuber zusammen neuveröffentlicht wurden:
Ich habe zunächst die 3. und 8. Sinfonie gehört, zwei starke Interpretationen, die schon Elemente von Karajans späterem Klangideal vorausnehmen. Ich finde, dass es sich um kräftige Interpretationen handelt, die aber auch die ruhigen Stellen wie im Trauermarsch nicht überdecken. Tempomäßig habe ich nichts auszusetzen, das Blech ist super! Bei der 3. Sinfonie war ich zunächst sehr überrascht, durch das Remastering von 2014 hatte ich gar nicht den Eindruck einer Monoaufnahme! Erst im Verlauf des 1. Satzes wurden aber die dem Aufnahmejahr geschuldeten klangtechnischen Schwächen offenbar, eine Durchhörbarkeit ist nicht wirklich gegeben, oft verschwimmen Nebenstimmen/-rhythmen ein wenig bis hin zu deutlich hörbar, was mir besonders im Scherzo auffiel. Dennoch lohnt sich diese Sicht auf den frühen Karajan.
Alles anzeigenEs ist höchst erfreulich zu lesen, daß die frühen Beethoven-Aufnahmen Karajans aus London in diesen Tagen neu in einer gebündelten 7 CD-Box erscheinen. Ob es sich um ein neuestes Re-Mastering handelt, ist allerdings nicht genau festzumachen.
Wie ich sehe, ist die Sinfonie Nr. 9 in einer 2020 erstmals veröffentlichten, in alten Archiven aufgefundenen Stereo-Version in dieses Album aufgenommen worden, die ich mir, weil ich Karajans Londoner Beethoven, trotz des Mono-Klangs, besonders schätze, kurz nach ihrem Erscheinen zugelegt und in freudiger Erwartung hören wollte.
[...]
In Anbetracht dieser Tatsache wäre es m.E. vernünftiger gewesen, die originale Mono-Fassung der Neunten in die Box aufzunehmen, oder aber alternativ beide Versionen zu veröffentlichen. Dann hätte der Hörer die Möglichkeit zu einem direkten Vergleich.
Zum Schluß möchte ich noch bemerken, daß die Achte Sinfonie als einzige des Zyklus in der vom Produzenten Walter Legge autorisierten Stereofassung schon in früheren Ausgaben vorgelegt wurde. Diese Aufnahme, im Mai 1955 entstanden, hört sich wirklich wie eine echte Stereo-Version an. Die späte Neunte in Stereo wurde wohl als Experiment in einem Nebenraum, ohne Wissen Legges, aufgezeichnet.
In den von mir oben verlinkten Boxen ist die 9. Sinfonie in der Mono- UND der Stereo-Version enthalten, laut Boxrückseite erstmals veröffentlicht (also 2014, nicht erst 2020). Deinem Wunsch wurde also 2014 bereits entsprochen, komisch, dass dies in der neuen Box aus diesem Jahr nicht beibehalten wurde.
Das Remastering der in diesem Jahr erschienenen Box scheint außer bei den Klavierkonzerten dasselbe wie in meinen Boxen zu sein.
Liebe Grüße
Amdir
Bei mir lief dreimal die Brailowsky/Ormandy-Aufnahme (1961) aus der Ormandy-1958-1963-Stereo-Box. Das ist schon ein interessantes Stück, das von Beginn an mitreißt und zu einem großen Teil Liszts typischen Böllertrupp-Bombastklang widerspiegelt. Das passt mMn gut zur Betonung der Groteske, wenngleich z.B. Saint-Saëns das ein wenig feinsinniger und weniger plakativ hinbekommt. Das "Virtuosengeklimper" macht zwar ordentlich Laune, nutzt sich aber auch ein bisschen ab und läuft Gefahr zu nerven. Ich verbinde mit dem Thema des Totentanzes eher Hugo Distlers bedrückend-tröstende Interpretation, deren Kerngedanke bei Liszt ja schon alleine durch die Verwendung des Dies-Irae-Motivs als Variationsthema nicht in demselben Ausmaß wie bei Distler Verwendung finden kann. Dennoch versetzt mich der ruhige Mittelteil (Var. 5) in eine Stimmung, die dem nahe kommt, ein schöner Gegensatz.
Ein beeindruckendes, mitreißendes Stück, auch wenn ich nicht vollends überzeugt bin und eher etwas zwiespältig empfinde, sagt mir das Stück auf jeden Fall mehr zu als viele seiner übrigen Orchesterstücke.
Bei mir geistern noch die Aufnahmen Beroff/Masur und Janis/Reiner in Boxen herum (vielleicht sogar noch weitere), die werde ich mir morgen mal zu Gemüte führen. Ich bezweifle, dass ich die Solo-Version besitze, ansonsten muss es Youtube richten.
Liebe Grüße
Amdir
Es tut mir wirklich leid, mich noch einmal über unseren geschätzten Forumspartner lustig machen zu müssen, aber das hier ist einfach zu witzig:
Vier CDs, jeweils um 99% reduziert (von 1999,00€ auf 9,99€) ![]()
Da ist wohl versehentlich das Komma um zwei Stellen verrutscht, die meisten anderen CDs des Labels Raumklang kosten normalerweise 19,99€ und nicht 1999,00€ ![]()
Auf den Terminus der "Salonromantik" o.ä. bestehe ich nicht - abgesehen davon, dass der Begriff schillert und letztlich kaum Aussagekraft besitzt.
Die Parallele zu Sinding behalte ich zwar gerne bei, aber Sinding ist halt dezent abgegriffen.
Oder sagen wir so: Verglichen mit dem späteren Sibelius, scheint mir diese Musik eher dem Wohnzimmer verhaftet. .....
Was ja schon wieder nichts heißt.
Finde ich fair, alles gut! Du hast ja auch selber geschrieben, dass du den Terminus nicht abwertend meinst. Und ich kann die Zuschreibung, wie schon geschrieben, nachvollziehen, allerdings gehen da andere Stücke von Sibelius deutlich stärker in die Salonrichtung ![]()
An der Stelle noch einmal der Hinweis an alle, die von Sibelius als Klavierkomponisten positiv überrascht sind: Hört euch einmal die Cinq Morceaux, Op. 75, "Die Bäume" an, Sibelius bekannteste Klavierkompositionen (insbesondere die Nummern 4 & 5, evtl. auch noch Nr. 3 sind bekannt) - es lohnt sich! Diese fünf Miniaturen gehen mMn noch stärker in die "Salonromantik", haben aber dennoch den nationalromantischen Kern und sind hinreißend gut komponiert, keine "dahingerotzten" Gelegenheitswerke rein für Geld, sondern mit Inhalt und Tiefgang ![]()
Ulli Ich bin sehr gespannt, es ist ewig her, dass ich das Stück mal gehört habe! Liszt ist mir bislang noch fremd geblieben, selbst von seiner Orchestermusik ist nicht viel bei mir hängengeblieben, obwohl ich es oft mit verschiedenen Einspielungen versucht habe.
Liebe Grüße
Amdir
