Beiträge von Amdir

    Ich hätte nicht gedacht, dass noch mehr Leute die 2. so sehr schätzen... :/

    Naja, ich finde es super :)


    Meine Liste:


    2 - 1 - 5 - 7 - 3 - 6 - 4 - 9 - 8


    Ich mochte schon immer die ersten beiden viel lieber als den Rest, 5, 7, 3 sind schon etwas abgenudelt. Mit der 9. habe ich mich sehr lange sehr schwer getan, mittlerweile kann ich auch Teilen des Finales etwas abgewinnen...


    Liebe Grüße

    Amdir

    Ein finnischer Gustav:





    Gustav Mahler

    Sinfonie Nr. 1

    Blumine


    Finnish Radio Symphony Orchestra

    Hannu Lintu


    Aufgenommen im Mai & Dezember 2014.





    Hat mir richtig, richtig gut gefallen! Tolle Interpretation, fantastischer Klang und die Steigerungen im Finale haben gut Kraft. Super! Blumine wird beruhigt-träumerisch interpretiert, eine trotz des vielleicht etwas zu starken Trompetenvibratos willkommene Zugabe.


    Liebe Grüße

    Amdir

    Macht drei Kreuze in den Kalender, ich höre Kammermusik:




    Franz Schubert

    Streichquartett E-Dur D353

    Quartettsatz c-Moll D703

    Streichquartett G-Dur D887

    Streichquartett a-Moll D804 "Rosamunde"

    Streichquartett d-Moll D810 "Der Tod und das Mädchen"


    Verdi Quartett


    Aufgenommen 1996 (D810), 1997 (D703, D804) und 1998 (D353, D887).




    Die Doppel-CD habe ich trotz meiner Kammermusikphobie gestern bei Oxfam für 2€ mitgenommen. Hat sich gelohnt, schöne Musik mMn gut interpretiert. Insbesondere der Quartettsatz D703 ist mir im Gedächtnis geblieben, der hat gut Power und Schwung!


    Liebe Grüße

    Amdir

    Mehr als was?

    kurzstueckmeister meint mit seinem "lokalen Mehr an Vibrato" wahrscheinlich, dass an der betreffenden Stelle mit einer Spielanweisung (z.B. "espressivo") ein stärkeres Vibrato gespielt werden könnte als an anderen Stellen, in denen Mahler mit seinem anscheinend üblichen "kräftigen Vibrato" spielen ließ.


    Als Streicher (Violine + Viola) kann ich sagen, dass die Spielanweisung "espressivo" normalerweise wie von euch vermutet zunächst einmal durch ein stärkeres Vibrato umgesetzt wird. Das ist aber nicht alles, dazu zählt z.B. auch etwas mehr Bogendruck (= kräftigerer Ton), mehr Bogen (längere Zugstrecke in gleicher "Streichzeit"), evtl. ein Wechsel der Kontaktstelle von Bogen und Saite etwas näher Richtung Steg, etc. Im Klartext versucht man, so viel Klang wie möglich aus dem Instrument herauszuholen, da ist es nur mit stärkerem Vibrato nicht getan.

    Im Übrigen gibt es auch beim Vibrato mehr als nur eine Variable, man kann etwa die Amplitude erhöhen, die Bewegung der linken Hand vergrößern (also stärkere Tonunterschiede erzeugen), länger vibrieren als nur zu Beginn/zur Mitte eines (längeren) Tones, etc.

    Man kann also wirklich viel tun, um die betreffende Stelle vom Rest, wo sich keine gesonderte Spielanweisung findet, abzusetzen.


    Im Falle der expliziten Spielanweisung "Vibrato" kann ich mir auch die zugegebenermaßen etwas unwahrscheinlichere Lösung vorstellen, dass Mahler trotz seines Dauervibratos sichergehen wollte, dass an dieser Stelle auf jeden Fall vibriert wird und es nicht vergessen wird.


    Liebe Grüße

    Amdir

    Fast alle meiner "entsorgten" CDs sind Dopplungen, die durch einen nachträglichen Box-Erwerb entstanden sind. Ich hatte nur einige wenige Fälle, bei denen ich CDs wegen Nichtgefallen entfernt habe. Dies kommt vor allem dadurch zustande, dass ich bei neuen Interpretationen von bekanntem Repertoire oft vorher bei Spotify/Youtube etc. in die Aufnahmen reinhöre und danach entscheide, ob mich die CDs interessieren. So mache ich es auch bei Komponistinnen und Komponisten, von denen es nur wenige Einspielungen gibt und von denen ich vorher nichts gehört habe. Da reichen auch oft die Klangbeispiele bei JPC - klingt es mir zu atonal, sinkt mein Interesse rapide (natürlich gibt es auch einige wenige Ausnahmen).


    Ich persönlich stelle doppelte CDs bei ebay Kleinanzeigen ein, entweder im Konvolut für einen Gesamtpreis/geringen Preis pro Einzel-CD, seltenere/besonders gut erhaltene CDs und Boxen auch einzeln. Auch auf Flohmärkten bin ich manchmal aktiv, an Freunde habe ich auch hin und wieder schon einmal etwas verschenkt.


    Da Momox, rebuy etc. nur sehr geringe Beträge bieten, ist es mir das Geld nicht wert. Da stelle ich die CDs lieber einmal bei Kleinanzeigen rein und warte, bis sich irgendwann jemand findet. Im Zweifelsfall bringe ich "Ladenhüter", die auch nicht viel wert sind, lieber als Spende zu Oxfam.


    Liebe Grüße

    Amdir

    Irgendwie habe ich mal wieder richtig Lust auf dieses unbekanntere Stück bekommen:





    Erkki Melartin

    Sinfonie Nr. 3 F-Dur, Op. 40


    Tampere Philharmonic Orchestra

    Leonid Grin


    Aufgenommen im Mai 1994.






    Meine Lieblingssinfonie von Melartin und einer meiner liebsten Sinfonieschlüsse überhaupt. Diese letzten zwei Minuten sind wirklich ganz, ganz großes Kino, von kraftvoll, majestätisch und lyrisch-gesanglich ist alles mit dabei! Und auch der Rest der Sinfonie kann sich wirklich hören lassen! Schade nur, dass Grin das Finale nicht als das geforderte Largo, sondern stattdessen etwa doppelt so schnell dirigiert. Mittlerweile habe ich mich aber mit dem schnellen Tempo angefreundet, eine Neuaufnahme auch unter Verwendung der nach den Aufnahmen erschienenen Kritischen Edition der Sinfonien wäre aber mehr als wünschenswert. Bislang muss man sich mit einem auf Youtube gestellten Rundfunkmitschnitt unter Sakari Oramo begnügen.


    Liebe Grüße

    Amdir

    Lieber Amdir


    kennst du das Klavierquintett von Bruch? Ein tolles und zu Unrecht selten gespieltes Meisterwerk!


    Lieber ftmitschke,

    tatsächlich nicht, ich höre leider nur selten Kammermusik (ich brauche die instrumentale Vielfalt des Orchesterklanges), ich werde mir das Quintett aber mal zu Gemüte führen, danke für den Hinweis!


    Die besagte CD traf gestern auch bereits bei mir ein und wurde am späten Abend noch gehört. Ich teile Deine positive Einschätzung, besonders der Symphonie Antique, auch wenn ich nicht ganz so euphorisch formuliert hätte (was aber keine Kritik sein soll ;) ). In jedem Falle eine sehr hörenswerte Repertoirebereicherung von ungeahnter Stelle. Ich hätte Widor solch ein Werk, ehrlich gesagt, gar nicht zugetraut, hatte diesen Komponisten bislang auch nur sehr peripher auf dem Schirm. Tatsächlich würden mich seine Orchesterwerke nun doch einigermaßen interessieren, von denen es ja noch ein paar weitere gibt.


    Herzliche Grüße und nochmal danke für den wertvollen Tipp! :hello:

    Sehr gerne! Freut mich, dass dir das Stück auch zusagt! Es ging mir genauso, Widor hätte ich dieses Werk nie im Leben zugetraut! Ich kannte zuvor schon seine Orgelsinfonien und auch schon einige seiner Orchesterstücke, die Symphonie Antique ist ein komplett anderer Stil. Vielleicht hat auch diese Überraschung zu meinem Euphorieausbruch beigetragen ;)


    Liebe Grüße

    Amdir

    In den letzten Tagen habe ich mal wieder die Sinfonien von Max Bruch gehört, diesmal unter dem Dirigat von James Conlon:


    Max Bruch

    Sinfonie Nr. 1 Es-Dur, Op. 28

    Sinfonie Nr. 2 f-Moll, Op. 36

    Sinfonie Nr. 3 E-Dur, Op. 51


    Franz Schreker

    Vorspiel zu einer großen Oper


    Gürzenich-Orchester

    Kölner Philharmoniker


    James Conlon


    Aufgenommen im September 1992, März und Juli 1993 sowie Mai 1997.



    Bisher kannte ich nur die Einspielungen von Masur und Trevino. Conlon, der mir schon bei Zemlinsky sehr gut gefallen hatte, beweist eindrucksvoll, dass er sich vor den anderen beiden nicht zu verstecken braucht. Auch wenn Bruchs Sinfonien vielleicht keine Meisterwerke sind, machen sie doch richtig Spaß, wenn sie wie von Conlon schwungvoll und selbstsicher gespielt sowie wie Meisterwerke präsentiert werden!


    Ich hatte jedenfalls viel Freude beim Hören und fühle mich darin bestätigt, dass ich Bruch unter meine Top 5 bis Top 10 Lieblingskomponisten zähle. Der Schreker ist eine willkommene, seltene Zugabe, im Fin de Siècle ist Conlon ja ohnehin zuhause!


    Liebe Grüße

    Amdir

    Es dürfte sogar noch einiges mehr in der Richtung vorhanden sein. Etwa gibt es auch von Abbado eine Art "Parsifal"-Suite (mal bei DG erschienen).

    Du hast Recht - und die betreffende Abbado-Wagner-CD besitze ich sogar! Ganz vergessen, dass auch hier schon "suitiert" wurde (wenn auch nur aus dem 3. Akt, das Vorspiel zum 1. Akt gibt es gratis dazu):


    Ich habe diese Aufnahme vor kurzem ebenfalls angehört und war insgesamt recht angetan. Hie und da hätte ich mir noch etwas "mehr" erwartet, aber vielleicht ist mein Erwartungshorizont da auch hochgesteckt. Klanglich kann man nichts beanstanden, soweit ich mich erinnere. Die Idee zu so einer "Suite" ist nicht ganz neu. Stokowski nannte seine "Symphonische Synthese" (übrigens formidabel von ihm selbst eingespielt in exzellentem frühen Stereo mit dem Houston Symphony Orchestra auf Everest). Dann gab es noch andere symphonische Versuche, etwa von Erich Leinsdorf (eingespielt durch ihn selbst und auch Sir Roger Norrington) und als "Orchestrales Abenteuer" durch den Bearbeiter Henk de Vlieger (Aufnahmen unter Neeme Järvi und Edo de Waart).


    :hello:

    Danke für die Info betreffend ähnlicher Parsifal-"Versuitisierungen"! Da wusste ich gar nicht, dass es da noch weitere gibt! Vom Ring kenne ich aber zumindest Maazels "Ring ohne Worte", der mir sehr gut gefallen hat. Vielleicht lohnt es sich für mich, da in Zukunft ein wenig weiter zu schauen und zu entdecken.


    Gourlays Parsifal-Suite hat mir soweit auch sehr gut gefallen, ich hätte nicht gedacht, dass das wilde Hin-und-Hergespringe zwischen den einzelnen Akten so gut funktionieren würde, Respekt an dieser Stelle! Großes Manko ist aber mMn wirklich die kurze Spielzeit, da hätte man locker noch einen Dauerbrenner wie das Siegfried-Idyll, die Tristan-und-Isolde-Kombi Vorspiel Akt 1 + Isoldes Verklärung (oder "Liebestod", wie es ja immer falsch genannt wird) oder ein paar der Klassiker unter den Wagner-Vorspielen mit hinzufügen können und wäre so problemlos bei der üblichen Spielzeit von 60-70 Minuten gelandet. Schade!


    Liebe Grüße

    Amdir

    Achtung, Warnhinweis! Für auf absolute Werktreue pochende Taminos und Paminas ist der folgende Post nicht geeignet! ;)


    Auf diese Empfehlung von hasiewicz bin ich schon länger sehr gespannt, jetzt ist es endlich an der Zeit. Die kurze Spielzeit (47:16) ist schon einmal nicht so erfreulich, ich bin aber sehr gespannt, wie es dafür bei der Stückzusammenstellung (es wird wild aus den Akten zusammengemischt) und der Interpretation aussieht. Kann ein solch verrückter Parsifal-Obstsalat funktionieren? Mal hören...





    Richard Wagner


    Parsifal-Suite (Zusammenstellung: Andrew Gourlay)


    London Philharmonic Orchestra

    Andrew Gourlay


    Aufgenommen am 4. & 5. Juli 2022.





    Liebe Grüße

    Amdir

    Keine Ahnung, wann ich diese Sinfonie zum letzten Mal gehört habe, gefühlt ist es jedenfalls Äonen her. Deshalb wird es mal wieder Zeit:




    Antonin Dvorak


    Sinfonie Nr. 8 G-Dur, Op. 88

    Scherzo capriccioso, Op. 66


    Cleveland Orchestra

    Christoph von Dohnányi


    Aufgenommen im Oktober 1984.





    Ich höre die originale Decca-Einzel-CD, die gibt es bei JPC aber nur ohne Bild :/


    Liebe Grüße

    Amdir

    Wer von der Klassik/Romantik kommt, dürfte mit Nr. 11 tendenziell am ehesten so etwas in der Art finden (vereinfacht gesagt).

    Nr. 12 finde ich sträflich unterschätzt und zu lapidar abgewertet. Dasselbe gilt für Nr. 2 und (mit leichten Abstrichen) sogar Nr. 3, die kompositorisch vielleicht seine schwächste Symphonie darstellt.


    Nr. 4 ist auf eine Art seine modernste, gewagteste, radikalste. Und genau deswegen habe ich wohl ein Problem mit ihr.

    Danke für die Hörtipps! Wenn ich demnächst mal mit Petrenkos GA starte, nehme ich mir dann wohl die 11. zuerst vor.


    Die 2. kann ich mir immer durch die lustige Sirene/Tröte merken, da war ich beim ersten Hören maximal überrascht und dachte, es gibt einen Probealarm :hahahaha:


    An die 1. habe ich die Erinnerung, dass sie mir zu atonal war und ein Klavier hatte (mag ich nicht in Orchesterwerken, ich bin mit Ausnahme von Grieg/Schumann auch ein Klavierkonzertverächter), es ist aber ewig her, dass ich das Stück gehört habe.

    :hello: Ich denke, wenn Du dich zumindest mit den hier genannten Werken von den Anderen und mir beschäftigst, wirst Du sehen und erkennen, was Du verpassen würdest ......


    mir geht es allerdings mit vielen Sinfonien von Mahler so, denn an den "Longschinken" kann ich auch nur ab und zu mal gefallen finden ... bei mir dann nach wie vor immer noch am liebsten mit Solti (Decca), der übrignes auch als Dirigent bei Schostakowitsch voll punkten kann.

    Lieber teleton ,

    ich muss gestehen, mir geht es ähnlich wie hasiewicz, Shostakovich hat auch bei mir einen schweren Stand. Russische Komponistinnen und Komponisten liegen mir zum Großteil leider einfach (noch) nicht, eines meiner persönlichen "Hassstücke" ist beispielsweise Galina Ustwolskajas grauenhafte Sinfonie Nr. 3 "Jesus, Messias, errette uns!". Tchaikovsky war da lange die einzige echte Ausnahme, auch wenn ich einige seiner berühmten Stücke oft als zu kitschig (Violinkonzert, 1. Klavierkonzert) oder zu übertrieben pompös (4. Sinfonie) empfinde. Dennoch hatte er es bei mir von den Russen noch am Einfachsten, insbesondere der "Blumenwalzer", die Ouvertüre 1812 und die 5. und 6. Sinfonie waren unter den ersten Stücken, die ich regelmäßig hörte, als ich zur Klassik gelangte.


    Ich versuche diesen Umstand aber zu ändern, was mir bei Prokofiev etwa schon zum Teil gelungen ist. Und auch von Shostakovich mag ich mittlerweile nicht nur den berühmten Walzer Nr. 2, die Gadfly-Romanze oder seine Cellokonzerte, seine 10. Sinfonie ist die, zu der ich bislang den besten Zugang habe, danach folgen die 5. und die 7. Alle anderen Sinfonien haben sich mir leider noch nicht wirklich erschlossen, ich hoffe, dass Petrenkos GA, die noch auf dem Ungehört-Stapel liegt, mir dabei weiterhelfen kann ;)

    Die 10. Sinfonie gefällt mir aber wirklich sehr, sehr gut, da bin ich froh, dass ich vor einigen Jahren schon einmal verstärkt Shostakovich gehört habe und mir dieses tolle Stück erschließen konnte. Lustigerweise habe ich den Weg zu der 10. über das D-Es-C-H-Motiv gefunden, ich bin also über die Musiktheorie bzw. die Geschichte auf diese Sinfonie gekommen ^^


    Ansonsten kann ich mir aber leider nicht erklären, warum es Shosti und Prokofiev so schwer bei mir haben, zumal Carl Nielsen, der in der 5. und 6. Sinfonie ja gewissermaßen ein dänischer Proto-Shostakovich ist, zu meinen Lieblingskomponisten gehört und ich insbesondere dessen 5. Sinfonie sehr hoch schätze.


    Liebe Grüße

    Amdir

    Lieber Apollon,

    sehr gerne! Messen sind nun so gar nicht mein Spezialgebiet, daher war mir überhaupt nicht bewusst, dass die Verwendung eines Männerchors so eine Besonderheit darstellt.


    Zur Klarheit sei aber erwähnt, dass Widors Messe für zwei Chöre ist, einen Männerchor von 200 Stimmen (Stimmlage Bariton, meist einstimmig, z.T. in mehreren Systemen) und einen gemischten Chor von 40 Stimmen (SATB). Die Messe ist also nicht NUR für einen Männerchor komponiert worden, ich hoffe, sie fällt trotzdem unter deine Kategorien ;)


    Liebe Grüße

    Amdir

    Du hast mich überzeugt, soeben bei Medimops geordert. :hello:

    Dann hoffe ich, dich nicht zu einem Fehlkauf verleitet zu haben und bin gespannt auf deine Eindrücke! :)


    Wenn ich daran denke, dass ich die CD schon ein paar mal im Ungehört-Stapel ganz nach unten geschichtet habe, weil ich mir dachte "Ach, da freue ich mich am Wenigsten drauf, wird bestimmt langweilig/nur wenig interessante Musik, die CD habe ich eh nur aus Komplettierungsgründen gekauft!"... :untertauch::hahahaha:

    Charles-Marie Widor

    Messe fis-Moll für Männerchor, gemischten Chor und zwei Orgeln, Op. 36

    Symphonie Antique mit Schlusschor Te Deum für Soli, Chor, Orchester und Orgel, Op. 83


    Andreas Meißner (Orgel)

    Paul Wißkirchen (Orgel)

    Domkantorei Altenberg

    Gürzenich-Chor Köln

    Deutsch-Französischer Chor Köln

    Total Vokal Dortmund

    sowie weitere Sängerinnen und Sänger

    Radio Sinfonie-Orchester Pilsen

    Volker Hempfling


    Aufgenommen am 28. August 1994.


    Ach du Schande, was passiert hier?!?!? =O Diese CD hier habe ich kürzlich gebraucht erstanden, weil ich nicht nur die Orgelsinfonien von Widor haben wollte, sondern auch seine Sinfonien mit Orchesterbeteiligung. Als ich herausfand, dass er auch eine "Symphonie Antique", Op. 83 geschrieben haben soll, von der ich noch nie zuvor etwas gehört hatte, machte ich mich auf die Suche und fand obige CD, die meines Wissens nach auch die einzige Aufnahme von Op. 83 ist.


    Die Messe Op. 36 ist mit knapp 14 Minuten recht schnell durchgehört und ein schöner, kurzer aber auch weitestgehend unspektakulärer erster Teil der CD. Als ich dann sah, dass Op. 83 knapp 50 Minuten dauern sollte, davon knapp die Hälfte (24:26) für den Schlusssatz, hatte ich, der ich mit langen geistlichen Werken meist nicht allzu viel anfangen kann, schon leichte Bedenken.


    Die Zweifel legten sich aber schon kurz nach Beginn des Stückes. Das Ding ist ein absolutes Meisterwerk und dieses Prädikat vergebe ich nicht oft! :hail:Trotz der langen Spielzeit von 50 Minuten ist das Stück wirklich erstaunlich kurzweilig, der bombastische, knapp 11-minütige Anfangssatz verging wie im Flug! Auch der Gesang konnte mich nicht abschrecken, ganz im Gegenteil! Die beiden Mittelsätze können die Spannung aufrechterhalten und das lange Chorfinale mit gewaltig-jubelndem Ende gebührend vorbereiten.


    Dass dieses Stück so unbekannt ist und nicht öfter gespielt und vor allem aufgenommen wird ist eine echte Schande!

    Die Musiker sind zwar sicher nicht die besten (es gibt immer wieder leichte Wackler, etwa direkt zu Beginn des 1. Satzes nach etwa 25 Sekunden im Blech), das hat meinem Hörspaß aber absolut keinen Abbruch getan. Die beteiligten Damen und Herren spielen und singen sich hörbar die Seele aus dem Leib, dass es trotz der kleineren Fehler eine Freude ist, dem Spektakel zuzuhören. Die Pauken sind ein Traum, bis auf die erwähnten kleineren Schnitzer lässt auch das Blech kaum Wünsche offen und der Rest der zusammengewürfelten Truppe spielt/singt ebenfalls wie aus einem Guss, die Spannungsschraube quasi durchgängig am Anschlag!


    Diese CD sei allen Freunden spätromantischer (Schwer-)Sinfonik sowie Freunden, aber auch Verächtern von geistlicher Musik, die glauben, geistliche Musik sei langweilig, mehr als wärmstens empfohlen. Für mich ein absoluter Best-Buy, das hätte ich vor dem Hören nie im Leben so erwartet! :):D


    Wer mal reinhören möchte:


    Liebe Grüße

    Amdir


    P.S.: Das letzte Mal, dass ich beim ersten Hören vom ersten Ton an so gefesselt zugehört habe, war bei meinem Erstkontakt mit Sibelius über das Finale dessen 5. Sinfonie mit Bernstein/WPO - und der ist jetzt mein Lieblingskomponist und die 5. Sinfonie mein Lieblingswerk überhaupt! Der Beginn des ersten Satzes erinnert mich auch irgendwie an Sibelius Kullervo...

    Lieben Dank für deine Eindrücke! Dann bin ich mal gespannt auf Hughes Lesart der 2. und 4. Sinfonie. Ich habe gestern noch die CD mit der 1. und 3. Sinfonie gehört und kann deine Einschätzung größtenteils nachvollziehen, wenngleich nicht ganz so einhellig positiv. Das ist ein wirklich schön musizierter, kultivierter Sibelius mit tollem Orchesterspiel und größtenteils (zur Ausnahme komme ich gleich) guter Durchhörbarkeit, hin und wieder fehlt aber der letzte Kick.


    In der 1. Sinfonie sehe ich (wie so oft) den ersten Satz als Problem, Hughes tappt in die Falle, die beiden großen Steigerungen ab ca. 4:20 und ca. 11:08 nicht vollständig als solche spielen zu lassen. Grund dafür ist die Pauke, die in der 1. Stelle komplett unhörbar ist und in der 2. Stelle zu sehr im Gesamtklang eingebettet ist, sogar die Flöten sind lauter (bei gleicher Dynamikbezeichnung)!. Wenn nur Streicher, Holzbläser und Pauke spielen müssen (wie in der 1. Stelle) und alle Instrumente die gleichen Dynamikbezeichnungen haben, sorgt das automatisch dafür, dass die Pauke am Besten zu hören sein muss (da ein Pauken-Forte lauter ist als z.B. ein Fagott-Forte). Da das hier nicht passiert, nimmt das den eigentlich enormen Steigerungen das Gewicht und die nachfolgenden Passagen werden unzureichend vorbereitet, der Satz funktioniert nicht.


    Fabelhaft lösen dieses Problem übrigens Bernstein/WPO (meine Lieblingsaufnahme der 1., auch wenn die Pauken hier schon fast übertreiben - was ein Spektakel!), Segerstam/Helsinki (ich meine mich zu erinnern, dass auch Segerstams erste Sibelius 1 mit dem DRSO ebenfalls die Pauken betonte) und sogar recht aktuell Mäkelä/Oslo (wenngleich dieser die Steigerungen viel zu langsam beginnt).


    In der 3. fehlt mir am Ende des Finales einfach der Drive, das Tempo ist zu langsam. Ansonsten aber eine tolle Aufnahme, auch die Steigerungen kommen nicht zu kurz.


    Abgesehen von diesen Einschränkungen aber wirklich gute Einspielungen! Ich bin gespannt auf den Rest.


    Liebe Grüße

    Amdir

    Da würde mich nachher deine Meinung interessieren, lieber Norbert! Die CDs mit den Sinfonien 1 & 3 sowie 2 & 4 liegen bei mir noch auf dem "ungehört"-Stapel und kommen demnächst dran, die CD mit den letzten drei Sinfonien steht auf der Wunschliste.

    Gerade ging folgende Scheibe zuende:



    Jetzt mache ich mit Bekannterem weiter:




    Gustav Mahler

    Sinfonie Nr. 1 D-Dur (inklusive "Blumine")

    Rückert-Lieder (ohne "Liebst du um Schönheit")


    Dietrich Fischer-Dieskau (Bariton)

    Boston Symphony Orchestra (Sinfonie)

    Seiji Ozawa (Sinfonie)

    Berliner Philharmoniker (Rückert-Lieder)

    Karl Böhm (Rückert-Lieder)


    Aufgenommen 1977 bzw. 1984 (Blumine).



    Liebe Grüße

    Amdir


    Arnold Bax

    Violinkonzert

    Cellokonzert

    Morning Song (Maytime in Sussex)


    Lydia Mordkovitch (Violine)

    Raphael Wallfisch (Violoncello)

    Margaret Fingerhut (Piano)

    London Philharmonic Orchestra

    Bryden Thomson


    Aufgenommen vom 23.-25. Juni 1991 (Violinkonzert), 1986-1987 (Cellokonzert) und vom 7.-8. Januar 1987 (Morning Song).


    Liebe Grüße

    Amdir

    Mit Kopfsprung in die Zeit des Fin de Siècle:




    Alexander von Zemlinsky

    Sinfonie Nr. 1 d-Moll

    Sinfonie Nr. 2 B-Dur


    Gürzenich-Orchester

    Kölner Philharmoniker

    James Conlon


    Aufgenommen am 20., 23., 25., 29. & 30. Januar 1996.



    Liebe Grüße

    Amdir

    Mein erster Reznicek in diesem Jahr:




    Emil Nikolaus von Reznicek

    Der Sieger - Symphonisch-satyrisches Zeitbild


    Beate Koepp (Alt)

    WDR Rundfunkchor Köln

    WDR Sinfonieorchester Köln

    Michail Jurowski


    Aufgenommen vom 18.-21. März 2002.





    Liebe Grüße

    Amdir

    Der Abschluss meines morgendlichen Grieg-Hörens der Lyrischen Stücke:





    Edvard Grieg

    Lyrische Stücke Bücher VIII-X, Op. 65, 68 & 71

    Håkon Austbø (Piano)


    Aufgenommen vom 27.-28. Juni sowie 2.-3. und 9.-11. Juli 2001.






    Liebe Grüße

    Amdir

    Zum Tagesabschluss ein echter Klassiker:


    Richard Strauss

    Vier letzte Lieder

    Cäcilie, Op. 72 Nr. 2

    Morgen, Op. 27 Nr. 4

    Wiegenlied, Op. 41 Nr. 1

    Ruhe, meine Seele, Op. 27 Nr. 1

    Meinem Kinde, Op. 37 Nr. 3

    Zueignung, Op. 10 Nr. 1


    Jessye Norman (Sopran)

    Gewandhausorchester Leipzig

    Kurt Masur


    Aufgenommen im August 1982.


    Liebe Grüße

    Amdir

    Jetzt ein Herr, mit dem ich mich erst wenig befasst habe:




    Paul Hindemith

    Konzertmusik für Streichorchester und Blechbläser

    Der Schwanendreher

    Nobilissima Visione - Suite


    Geraldine Walter (Viola)

    San Francisco Symphony

    Herbert Blomstedt


    Aufgenommen im Juni 1989 (Nobilissima Visione) und Mai 1991.




    Liebe Grüße

    Amdir

    Drei "Was wäre, wenn...?"- Stücke, bei denen Themen im Stile berühmter Komponisten variiert werden:


    Siegfried Ochs

    's kommt ein Vogel geflogen


    Karl Hermann Pillney

    Eskapaden eines Gassenhauers


    Ulrich Sommerlatte

    Der alte Peter


    Johannes-Christopher Sprenger (Klavier)

    Nordwestdeutsche Philharmonie

    Peter Falk


    Aufgenommen vom 23.-25. Februar 1994.


    Liebe Grüße

    Amdir