Beiträge von Alviano

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    Original von ThomasNorderstedt
    Da findest du ja recht starke Worte zur Qualität von Arabella.


    Lieber Thomas,


    ist das wirklich so? Für meine Verhältnisse fand ich meine Anmerkungen noch relativ freundlich. Es kommt natürlich mehreres zusammen: bekanntermassen ist Strauss nicht mein Lieblingskomponist und unter seinen vielen Werken gehört die "Arabella" zu den schwächeren. Jetzt hatte ich direkt am Vorabend den "König Kandaules" von Alexander Zemlinsky in Kaiserslautern gesehen und gehört. Im direkten Vergleich schneidet Strauss mit seiner "Arabella" enorm schlecht ab - da steht Zemlinsky gerade in Fragen der Orchesterbehandlung und der Instrumentation meilenweit über Strauss. Interessanterweise führt auch das ausgezeichnete Dirigat von Sebastian Weigle in Frankfurt dazu, dass man merkt, wo Strauss auch gut arbeitet, z. B. zu Beginn des dritten Aktes, aber auch die "Leerstellen" werden so deutlicher hör- und erfahrbar.


    "Arabella" stellt einen Regisseur vor einge Probleme - eine operettenhafte Bebilderung verstärkt das kitschige des Stückes, eine radikale Neubefragung scheitert an der Dürftigkeit der Handlung. Den Weg, den Loy gegangen ist, finde ich spannend - er zeigt immer wieder sehr verzögerte Aktionen, die "Arabella" wird so zu einem Stück des Abschieds, auch am Ende, wenn Mandryka und Arabella in den schwarzen Bühnenraum gehen, das hat wenig von Verlobungsnacht, da ist auch wieder so eine Ungewissheit, eine Melancholie spürbar, die dem Stück gut bekommt.


    Dass ausgerechnet diese "Arabella" die erste Opernuraufführung Nazi-Deutschlands wurde, ist ein wenig eine Ironie der Geschichte - zur faschistoiden Politik lieferte Strauss ein reaktionäres, schwaches Stück Opernmusik.

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    Original von ThomasNorderstedt
    So, jetzt bin ich schon wieder weg aus diesem Thread.


    Lieber Thomas aus Norderstedt,


    was irgendwie schade ist, was fängst Du denn mit den angebotenen Beispielen an? Mir hat das Überlegen, was so in etwa Deine Frage beantworten könnte, viel Spass gemacht. Das kann ich vom Lesen der neuesten Beiträge hier nicht in jedem Fall behaupten.

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    Original von Kurzstueckmeister
    Bei so freundlicher Aufforderung und Deinem intensiven Eingehen auf meine Beiträge ("herumpolemisieren") fühle ich mich wenig veranlaßt, Deinem Imperativ Folge zu leisten.
    :no:


    Kein Problem, wenn ich mich nämlich recht erinnere, ist Oper nicht Deine starke Seite und ein Besuch der Oper für Dich eher die Ausnahme, als die Regel. Auf Deine Beiträge einzugehen, ist vergebene Liebesmüh, soviel Erfahrung habe ich hier mittlerweile.

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    Original von Michael M.


    Ach was. Bloß, den Beitrag von Fortunata


    Vielleicht erzählt uns KSM ja auch noch, was er sich so in der Oper anschaut und wies ihm gefällt und was ihm gefällt. Inhaltlich ist der gute KSM da nämlich mehr als schwach auf der Brust, rumpolemisieren liegt ihm ganz klar besser.

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    Original von fortunata
    In unsere "altmodischen" Inszenierungen kann jedenfalls jederzeit ein Star ohne viel zu proben einsteigen!


    Ist das denn wirklich wünschenswert? Das heisst doch nur, dass es eine wie auch immer geartete Inszenierung nicht gibt, jeder macht das, was er an anderen Bühnen auch macht, oder steht halt dekorativ auf der Bühne rum. Genau deshalb ist es irreführend, zu behaupten der "Barbiere" sei eine Rennert-Regie, da kann ich mitreden, den habe ich gesehen, das ist Quatsch. Sowas mag noch durchgehen, wenn die Sänger/innen toll sind - aber sonst?

    Anschliessend an Fairy Queen und auch so ein wenig an das, was keith geschrieben hat, möchte ich das nochmal klar sagen: ein Dialog wird dann unmöglich, wenn überhaupt keine Dialogbereitschaft besteht. So betont Alfred z. B. immer wieder, dass er gar nicht diskutieren möchte, sondern nur seine Position verteidigen will - er akzeptiert also eine andere Auffassung, als seine eigene grundsätzlich nicht. Es ist keine Einladung zum Dialog, wenn die eigenen Vorurteile wertend eingebracht werden und damit die Position des Gegenübers diskreditiert wird. Es ist ein Unterschied, wenn bsplsw. Edwin konkret sagt, dass ihm die Form, wie Zefirelli Oper nur bebildert, anstatt eine Handlung wirklich zu inszenieren, für eine Theateraufführung entschieden zu wenig ist - da geht es nicht um die Frage, wie der Rahmen, also das Bühnenbild oder die Kostüme gestaltet sind, sondern darum, ob eine Regie eine wichtige Aufgabe erfüllt hat, z. B. eine vernünftige, glaubwürde Personenführung erfolgt ist - oder ob man vorneherein alles ablehnt, was den eigenen Geschmacksvorstellungen nicht entspricht. Der Hauptirrtum, den auch Alfred immer wieder begeht, ist die - leicht zu wiederlegende - Behauptung, Theater sei statisch, unveränderbar, museal. Das war Theater nie, Theater war immer - und ist es natürlich auch heute noch - dynamisch, veränderbar, oft ein Seismograph der Gegenwart und Ort des gesellschaftlichen Diskurses. Theater ist nicht ein-, sondern vielfältig, auch diese Behauptung, es gäbe nur noch eine bestimmte Form von Inszenierungen, lässt sich durch die Realität an unseren Theatern widerlegen, allerdings muss man sich dann schon auch hin-und-wieder mal eine Aufführung anschauen. Manchmal misslingt eine Aufführung aber oftmals gibts richtig spannendes Theater zu sehen. Nur eines sollte Theater nicht sein: in Konvention erstarrt, langweilig oder mittelmässig.


    Wie die Entwicklung im Theater weitergehen wird, können wir alle in Ruhe auf uns zukommen lassen - was nicht kommen wird, ist die Restauration der 60er Jahre Optik, davon bin ich überzeugt.

    Lieber keith,


    Ich möchte verstehen, was Du meinst, deshalb meine Nachfragen:


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    Original von keith63
    Geht es hier lediglich um rhetorische Behauptung?


    Welcher Art? Was wird von wem behauptet?


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    aber alles in diesem Thread ist sehr müßig...; weil nicht/oder so wenig ergebnisorientiert.


    Wie soll das Ergebnis aussehen? Ich erlebe die konservativen Opernfreund/innen hier immer wieder als Leute, die absolute Wahrheiten im Gepäck haben, da ist doch kein Dialog möglich.


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    [i]Hier geht es um etwas [I]ganz

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    anderes...!


    Da schliesse ich mich vollumfänglich Edwin an.


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    [i]Wenn sich die 'Klassikliebhaber'/die 'Opernliebhaber' schon in sich bekämpfen


    Ich bekämpfe niemanden.


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    [i]Ich "loderte" nicht das Feuer an....


    Das habe ich an keiner Stelle behauptet, da möchte ich auch bitte nicht missverstanden werden.

    Lieber Thomas aus Norderstedt,


    wenn ich drüber nachdenke, gibt es das öfter, als man meinen könnte, in unterschiedlicher Ausprägung. Ein sehr gelungenes Beispiel ist die "L´Orfeo" (Monteverdi) Inszenierung in Basel durch Jan Bosse gewesen. So findet die Hochzeitsfeier Orfeo - Euridice im Foyer des Theaters Basel mit den real-existierenden Zuschauern statt (meine Besprechung der Aufführung ist hier im Forum zu finden).


    In Hamburg hat Uwe-Eric Laufenberg den "Prinz Jodelet" (komponiert von Reinhard Keiser) im Zuschauerraum beginnen lassen - die Sänger verkaufen als Obdachlose eine Strassenzeitung ans Publikum.


    Ebenfalls in Hamburg sitzt in Konwitschnys "Freischütz"-Inszenierung der Eremit in der ersten Parkettreihe und wirft Agathe nach ihrer Arie mit einem "Bravo" jene Rosen auf die Bühne, die den Brautkranz bilden werden.


    Nochmal Hamburg, nochmal Konwitschny: in "Lulu" streitet sich im Parkett während der eigentlich als "Filmmusik" vorgesehenen Passage im Publikum ein Ehepaar, dass auf die Bühne eilt (dort sieht man originalgetreu den Garderobenbereich der Staatsoper), der Mann bringt die Frau um, und dann läuft die Handlung rückwärts, bis das Ehepaar wieder zum Publikum wird.


    Hilsdorf, "Don Carlo" Wiesbaden/Essen/Münster - der Chor des Autodafés wird mitten unter den Zuschauer/innen im Parkett gesungen.


    Leipzig "Holländer": ursprünglich hatte die Stripperin direkten Kontakt mit dem Publikum, auch Senta tritt durchs Publikum auf.


    Essen: sowohl in "Turandot", als auch in "Tannhäuser" und "Mahagonny" ist der Chor im Zuschauerraum präsent. Während der Erda-Szene im "Rheingold" schreiten die drei Nornen durch den Zuschauerraum, eine unglaublich starke Szene.


    Dass ist das, was mir spontan zu Deiner Frage einfällt.

    Lieber keith,


    nein, nein, Bernd beschreibt nur einen Umstand, den ich auch nur zu gut kenne. Es gelingt mir noch recht problemlos, diesen Thread die ersten Tage nach seinem erneuten auflodern weitgehend zu ignorieren, es besteht auch tatsächlich kein Verlangen, irgendetwas zu posten. Jeden Tag hoffe ich, dass dieser Thread wieder in den Tiefen dieses Forums verschwinden möge, aber immer wieder kommt es vor, dass jemand den Faden erneut aufnimmt. Nach geschätzten 4 Tagen passiert es: ich schreibe einen Zwei- bis Dreizeiler und weiss, jetzt ist alles verloren, ich bin schon wieder irgendwie mittendrin und schäme mich, doch so schwach gewesen zu sein, die Schreibabstinenz schon wieder nicht durchgehalten zu haben. Spätestens wenn Bernd, den ich als in dieser Frage wesentlich willensstärker, als ich es bin, erinnere, auch wieder in diesem Thread postet, weiss ich, ich bin nicht allein...

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    Original von Frank Georg Bechyna
    Alviano :


    Es bleibt doch dann , Du bist hier sehr inkonsequent , die Frage , warum diess Rollen besetzung ??? Für Dich , siehe Datz dannach , gibt es offensichtlich nur schwarz oder weiss . Ärgerlich .F.


    Naja, ob ich wirklich "inkonsequent" bin, lasse ich mal dahingestellt sein - nein, es gibt für mich nicht nur schwarz und weiss, das unterscheidet mich von Leuten, die den Sänger "xy" immer und überhaupt ganz toll finden und auch nicht müde werden, dies, unabhängig davon, obs gerade passt oder nicht, mitzuteilen. Nochmal: Fricsay hat solche Besetzungen abseits der Norm immer wieder gerne gemacht, auch um zu einen anderen Klang zu finden. Ein gelungenes Beispiel ist das "Requiem" von Verdi, ebenfalls mit Stader und als Tenor mit Helmut Krebs besetzt - das verändert natürlich die Gesamtwirkung des Stückes erheblich, man hört plötzlich ein bekanntes Stück ganz neu. Bei der "Lucia" fehlt es aber Stader an den Voraussetzungen, eine anspruchsvolle Koloraturpartie meistern zu können, kein kleines Manko für die Titelpartie.


    "Ärgerlich" finde ich solche schwer verständlichen Sprachwüsten, wie Du sie oft produzierst, aber da leben wir hier halt mit.

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    Original von Frank Georg Bechyna
    Hat die Stader damals nicht oft genau den Publikumsgeschmack getroffen und weniger eine Idelabesetung verkörpert ?


    Ganz im Gegenteil, die Stader ist hier genauso wie Haefliger bewusst gegen bestehende Rollenbilder besetzt worden. Mit sowas hat Fricsay immer wieder ausgezeichnete Ergebnisse erzielen können, z. B. beim Fidelio mit Haefliger als Florestan, bei der "Lucia" funktionierte das allerdings überhaupt nicht.


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    soweit ich weiss , hat Coreli den Edgardo auch nie gesungen


    Zumindest auf Tonträgern hat er die Partie nicht eingespielt - aber so ein Missverständnis kommt davon, wenn man ellenlang im falschen Thread postet.

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    Original von fortunata
    Ist Konwitschny nahe an Verdis "Don Carlo" wenn er Posa eine Pizza bringen lässt weil Eboli den Braten im Rohr vergessen hat?


    Aber ja, vor allem ist Konwitschny perfekt an der Musik Verdis dran, auch das hat mit der Frage, ob diese Szene gefällt, nichts zu tun, ich finde sie ob ihrer Synchronität mit der Musik sehr gelungen. Solche Fragen, wie sie hier von fortunata gestellt werden, implizieren bereits die negative Antwort, das sagt wieder nur etwas über den Geschmack der Fragestellerin, aber nichts über den Gehalt der angesprochenen Inszenierung aus.


    Lieber Edwin,


    wir sind uns bei Zefirelli völlig einig, aber das ist schon "Oper 2.0", was Du da einbringst, soweit sind wir hier noch nicht.


    :hello:

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    Original von oper337
    Zefirelli gehört unter Denkmalschutz, nicht weil er verstaubt ist, sondern weil er die Opern, dem Komponisten getreu spielen lässt.


    Das ist ein ganz wesentlicher Irrtum. Zefirelli hat nichts anderes gemacht, als das, was z. B. auch Konwitschny tut - er hat die Stücke so inszeniert, wie er sie verstanden hat. Jetzt gefallen manchen Leuten die Zefirelli-Inszenierungen besser, als jene von Konwitschny - das ist, so, wie das hier diskutiert wird, eine reine Geschmacksfrage. Würde man andere Parameter, als den persönlichen Geschmack heranziehen, könnte sich herausstellen, dass Konwitschny näher am Stück dran ist, als das ein Zefirelli jemals sein konnte. Sich auf den Komponisten zu berufen, aber da will ich jetzt nicht breiter werden, ist aus mehreren Gründen völlig untauglich.

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    Original von fortunata
    Auch für mich stellen Zeffirelli-Inszenierungen das non plus ultra an Regiekunst dar, und meiner Meinung nach gehören diese weltweit unter eine Art Denkmalschutz gestellt.
    Es gab an unserer Oper in letzter Zeit nur zwei neue Inszenierungen die meine Begeisterung gefunden haben – „La Fille du regiment“ und „Capriccio“, da haben heutige Regisseure bewiesen dass es auch ohne Provokation geht.


    Nur dass die szenischen Arrangements die nur behaupten, eine Inszenierung zu sein, kaum mehr Aufschluss über die ursprüngliche Arbeit von Zefirelli zulassen - dessen Inszenierungen gibt es faktisch nicht mehr, so ehrlich sollte man schon sein.


    Der Begriff der Provokation ist irreführend - wer sich von was provozieren lässt, ist individuell sehr unterschiedlich und weil man etwas als Provokation empfindet, muss das vom Regisseur so nicht intendiert worden sein.

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    Original von Theophilus
    Und er wollte es genau so, wie in seinen Libretti beschrieben!


    Was Du alles weisst...


    T.: Du, Richard, in Graz machen sie Deinen "Holländer".
    R.: Weiss schon, Theo...
    T.: Ein Verbrechen, sag ich Dir, Frühsport in der Spinnstube, die fahren Fahrrad, Richard, Fahrrad!
    R.: Hmm, sind sie nett, die Frauen, ich meine, Du, weisst schon, Theo...
    T.: (empört) Richard!
    R.: Naja, weisst Du, bei den Blumenmädchen, das hätte ich auch schon gerne "deutlicher" gehabt...
    T.: Das steht so aber nicht im Libretto - und da warst du doch immer so genau.
    R.: Hör doch auf, Theo, wenn ich gekonnt hätte, wie ich nicht gedurft hab, Du weisst doch, die Cosima, naja, war nicht immer leicht, ist doch toll, wenn da mal mein "Holländer" so frisch und entstaubt rüber kommt, ihr lebt doch nicht mehr 1843... "Kinder", hab ich schon früher immer gesagt, "Kinder, schafft Neues"´, schön, wenn das beherzigt wird.
    T.: Naja, weisst Du, Richard, mir hats da in Graz im "Holländer" schon auch gefallen, so rigendwie, aber ich hab halt gedacht, wegen dem Libretto und so...
    R.: Macht ja nix...Machs gut, Theo.
    T.: Du auch, Richard...

    Lieber Alfred,


    sicher, manchmal genügt schon der Bericht über eine Opernaufführung, und die Emotionen schlagen hoch. Das wird dann, da bin ich durchaus Deiner Meinung, aus unterschiedlichen Gründen, gerne gelesen. Aber es gibt ja auch Berichte, die zwar gelesen, aber nicht diskutiert werden. Ich war z. B. etwas überrascht, dass der Leipziger "Holländer" hier bei "Tamino" kein Thema war.


    Was mich etwas anstösst, ich will das hier gerne noch mal sagen, dass es anscheinend Leute gibt, die überhaupt keine Diskussion wünschen, sondern fordern, dass Besprechungen nicht genehmer Aufführungen, von der Administration unterbunden werden sollen - das halte ich für, Verzeihung, schäbig.

    macht sich bei mir breit, wenn ich die Entwicklung dieses Threads verfolge: jetzt wird schon beim Thema "Lucia - welche Aufnahme?" über Corelli schwadroniert und dessen Aussprache des Französischen näher betrachtet - unter der besonderen Berücksichtung, wo und wie einzelne Teilnehmer hier Englisch erlernt haben, klasse!


    Maria Stader verfügte über eine feine und wiedererkennbare Stimme, die allerdings eher im Konzert- und Oratorienfach zu Hause war. Ihre Ausflüge in die Oper, so sie auf Tonträgern dokumentiert sind, lassen erkennen, dass die gesungen Partien oftmals über ihre Möglichkeiten hinausgingen. Dies gilt insbesondere auch für ihre Lucia, weder verfügt Stader über eine hinreichende Koloraturengeläufigkeit oder Equilibristik, vieles verrutscht da und wirkt bemüht, noch verfügt sie über eine sicher ansprechende, ausladende Höhe. Die Wiederveröffentlichung der "Lucia" hätte meiner Meinung besser unterbleiben sollen - sie ist für kaum einen der Mitwirkenden sonderlich schmeichelhaft.


    Auch in anderen Partien überzeugt Stader nicht immer: ihre Konstanze leidet unter ähnlichen Einschränkungen wie die Lucia, ihre Donna Elvira streift haarscharf die Fehlbesetzung.

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    Original von Herbert Henn
    Lieber Operus,
    wir wissen ja mittlerweile alle, gottlob durch Deine Beiträge,
    daß Gottlob der Größte war.
    Wir danken Dir dafür.


    Lieber Herbert,


    ausgerechnet von Dir kommt so eine Anmerkung :D. Versuchen wir nicht alle irgendwie, unsere Lieblingsaufnahmen vorzustellen? Möglicherweise taucht dann der eine oder andere Sängername etwas häufiger auf... Allerdings fand ich, dass operus dass hier recht sympathisch gemacht hat, in dem er Vergleiche gezogen und verschiedene Vorzüge von zwei prominenten Sängern
    gegeneinander abgewogen hat, mir hat das Spass gemacht.

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    Original von Harald Kral
    Ganz im Gegenteil bin ich modernen Interpretationen durchaus aufgeschlossen.


    Da - hohe Erwartungen geweckt und wenns konkret werden soll, bleibst Du stumm. Lass es raus, erzähl uns, ob Du schon mal bei Neuenfels "Bravo" gerufen hast oder Dir heimlich Konwitschny-Videos anschaust oder gar den Besuch einer Bieito-Inszenierung erwogen hast, wir haben doch alle unsere Nachtseiten :D .

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    Original von Alfred_Schmidt
    Hier bei Tamino haben sich etliche konservative Kräfte darüber beschwert, daß ich Berichte über moderne Inszenierungen überhaupt zulasse.


    Unabhängig davon, was für eine Geisteshaltung hinter einer solchen Forderung steht, die nicht öffentlich geäussert wird, es muss keine/r diese Berichte lesen. Sie scheinen aber so interessant zu sein, dass diese kleinen Besprechungen auch von vielen Gästen gerne gelesen werden, die Zugriffszahlen sind so schlecht nicht und es steht einem Klassikforum nicht schlecht an, dass aktuelle Aufführungen hier vorgestellt werden, das ist eine Bereicherung und nichts, was man verhindern müsste. Selbst Alfred hat kürzlich meinen Text zum Baseler "Holländer" gelesen - und das, obwohl er an anderer Stelle gesagt hat, dass er die Aufführungsberichte aus bekanntem Grund nicht lesen würde.


    Ansonsten ist mir der Dogmatismus der "konservativen Kräfte" ziemlich fremd geworden, ein Dialog erscheint mir gewinnbringend nicht möglich.

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    Original von Liebestraum
    "La Calisto" hat nie zum Kernrepertoire gehört und wird es wohl auch nie. - Es war trotzdem sehr gut besucht, weil ein Herbert Wernicke eine grandiose szenische Umsetzung gelungen ist, die die Menschen ins Opernhaus strömen ließ.


    Wohingegen ich Strauss´ "Elektra" schon zum Kernrepertoire zähle, weil sie von allen großen Opernbühnen der Welt regelmäßig neu inszeniert wird. Es gab so gar Zeiten in Berlin (um 2000) da konnte man 3 Inszenierungen in Berlin erleben: je eine an den Berliner Opernhäusern. Ja, und alle Inszenierungen waren gut besucht, so dass gar nicht das Problem auftrat, eine Inszenierung verschwinden zu lassen. Will sagen: die Säle waren immer mehr als halbgefüllt und daher völlig okay!


    Du bist Dir sicher, dass Du noch am Thema dran bist und diese Einlassung zur Diskussion passt? Ich zweifle und überlasse Dich jetzt ganz Deiner Parallelwelt mit sehr eigenen Ansichten und Definitionen z. B. zu dem Wort "Publikum" oder "Subventionsbetrieb".

    Nachdem ich jetzt den Knappertsbusch-"Ring" aus dem Jahr 1958, aufgenommen in Bayreuth, gehört habe, ist meine Einschätzung von Greindl keine wesentlich andere geworden. Aber: während ich an seinem Fafner und Hunding nicht unbedingt Gefallen gefunden habe, fand ich seinen Hagen vom Ausdruck und der Stimmfarbe her wirklich interessant, da habe ich trotz der bekannten Einschränkungen gerne zugehört und ich fand diesen Hagen phasenweise sehr gelungen. Es ist halt eine - ich meine das beschreibend - recht konventionelle Interpretation, stimmstark, ein Bilderbuchbösewicht.

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    Original von Michael M.


    Weil es nach deiner Logik (gemäß dem, was du weiter oben gepostet hast) Verschleuderung von Steuergeldern ist, eine teure, aufwendige Produktion herzustellen, von der von vornherein klar ist, dass sie nur 5 bis 7 Aufführungen erleben wird, weil sich nicht mehr Menschen dafür interessieren.


    ... oder, wenn bsplsw. "Elektra" vor fast leerem Haus geboten wird, diese Produktion nach der Vorstellung unseres Sprachjongleurs sofort aus dem Programm genommen werden müsste, die Beispiele lassen sich beliebig fortsetzen.


    Hier noch mal für den Pseudo-Begriffsstutzingen: die dem Beschwerdeführer missfallenden Inszenierungen sind oftmals gut besucht, würden also nicht vom Programm verschwinden, weil erfolgreich - dafür käme manches unter die Räder, was nicht zum Kernrepertoire gehört, weil das erfahrungsgemäss weniger Menschen ins Theater lockt.


    Aber Micha hat schon recht:


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    Jetzt wird's mir aber auch langsam zu blöd. Dir auch noch deine eigenen Argumente zu erläutern!


    Sich erst beschimpfen lassen müssen und dann auch noch Aufklärungsarbeit leisten, das muss nicht sein.


    Ich sehe gerade, dass unser Überflieger wieder ungeschickt vom Thema ablenkt. Vielleicht geht er erstmal wieder zurück auf "Los" und versucht, seine eigenen Texte zu verstehen - auch Provokation will gekonnt und gelernt sein, allzu dumm darf diese nicht daherkommen, um Spass zu machen.

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    Original von Liebestraum
    Es stand mir nicht der Sinn danach, nur das gängige Opernrepertoire auf den Spielplänen zu sehen.


    Dir ist aber schon klar, dass das die Konsequenz aus Deiner Forderung ist, dass das vom Spielplan genommen gehört, was nicht nachgefragt wird? Das, was Du vorstellst, ist alles nicht folgerichtig und Deine Sprache ist verräterisch, deswegen wäre es sicher günstiger, wenn Du Deine Worte sorgfältiger wählen würdest.

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    Original von Harald Kral
    Ich hatte mir von der Neuinszenierung in Köln jetzt natürlich keine Neuauflage einer alten und verstaubten Oper erwartet - ganz im Gegenteil bin ich modernen Interpretationen durchaus aufgeschlossen.


    Du siehst mich ernstlich überrascht - da würde mich interessieren, welche "moderne Interpretation" Dir zugesagt hat, das hätte ich so nicht vermutet, dass es da eine geben könnte.


    Ansonsten finde ich es prima, dass letztendlich für den "Wildschütz" in der Inszenierung von Nigel Lowery hier fortgesetzt wunderbar geworben wird. Also, Harald, ruhig hingehen, anschauen und unbedingt hier im Forum Unmut äussern.

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    Original von Liebestraum
    Die philosophische Herumduselei ist doch völlig unnötig: es ist doch völlig unerheblich wann ein Publikum völlig hetoregen und wann sich inhomegene Grüppchen abspalten.


    Ich sachs mal deutlich: diese Einlasssung belegt, dass Du gar nicht weisst, worüber Du hier sprichst. Du wirfst munter Begriffe durcheinander, die dann, von Dir falsch zusammengesetzt, keinen Sinn mehr ergeben.


    Insgesamt ist bemerkenswert, dass Du in polemische Ausfälle und ebensolche Behauptungen flüchtest - argumentativ hast Du nichts auf der Hand. Die Frage, welche Produktionen von einem Publikum angenommen oder abgelehnt werden, steht nicht immer mit der szenischen Umsetzung in direktem Zusammenhang. Es ist oft sogar der gegenteilige Effekt zu bemerken, nämlich dass die Aufführungen, die Du, auch ohne persönliche Kenntniss derselben, ablehnst, ausgezeichnete Auslastungszahlen vorweisen können.


    Das, was Du hier vorstellst, würde bedeuten, dass wir nur noch das Kernrepertoire in unseren Theatern aufführen - und Komponisten, die z. B. das Pech hatten, auf dem Altar der Reinheit des Blutes geopfert zu werden, die Musik gemacht haben, die einem absolut kranken Volksempfinden als "entartet" galt, auch heute noch unrehabilitiert bleiben müssten.


    Es ist völlig unintelligent, wenn Opernfreunde die Absetzung von Produktionen fordern, da schliesse mich mich gerne den Positionen von Micha und Michael an, letztere hat nämlich recht, wenn er feststellt, dass auch ein halbleeres Theater noch Menschen in die Aufführung gelockt hat, für die zu spielen Freude machen kann.


    Manchmal ist es besser, wenn man sich zur Gänze in eine Sackgasse manövriert hat, einfach den Mund zu halten.

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    Original von Liebestraum
    Das lag aber nicht an der Oper "Elektra" von Richard Strauss. Sie war und ist immer noch ein starkes Zugstück an den Opernhäusern. Es lag dann doch wohl eher an der künstlerischen Umsetzung.


    Ich weiss nicht, woher Du solche Behauptungen nimmst. "Elektra" ist mitunter auch an grösseren Häusern nicht ausverkauft, aber in Kaiserslautern hatten sie mit Barbara Schneider-Hofstetter eine erstklassige Bestzung der Titelpartie aufzubieten (sie singt die Rolle gerade hochgelobt auch in Bonn) und die Leistung des Orchesters und ihres Dirigenten Uwe Sandner war von einer Qualität, wie man sie an kleineren Häusern nicht jeden Tag erleben kann.


    Es gibt in Berlin drei Opernhäuser auf relativ kleiner Fläche, alle drei sind mit dem öffentlichen Personennahverkehr problemlos erreichbar. Die Staatsoper "Unter den Linden" dürfte die zugkräftigste sein. Die "Komische Oper" fährt ein völlig anderes Konzept, sie bietet z. B. den "Lukullus" von Dessau oder Händels "Teseo", in dieser Spielzeit stehen alleine drei Uraufführungen auf dem Programm, dazu z. B. Glucks "Armida" und Tchaikovskis "Pique Dame". Da finde ich eine Platzauslastung von 70% sehr respektabel, gerade vor dem Hintergrund, dass es noch zwei weitere Opernhäuser und einige gute Schauspielbühnen in der Stadt gibt. Man kann in Berlin an allen drei Opernhäusern die "Zauberflöte" besuchen (Lindenoper: Everding, Bismarckstrassenoper: Krämer, Behrendsstrassenoper: Neuenfels), Fragen?


    Meiner Nachfrage in Bezug auf die "Philosophie" bist Du ausgewichen - ich kanns verstehen.