Beiträge von Alviano

    Ich geb es zu: ich hab nach einem Thread gesucht, wo ich meine Frage unterbringen kann, deshalb bitte ich um Entschuldigung, wenn das "vergessen" nicht ganz stimmt. Kennt jemand von euch diese auf dem deutschen Markt jetzt anscheinend neu vorliegende "Walküre" aus dem Jahr 1959 mit Josef Traxel als Siegmund? Wie ist der Tenor denn so? Ich höre Traxel arg gern und bin an der Aufnahme sehr interessiert (auch, wegen der Beteiligung der vielleicht schon etwas in Vergessenheit geratenen Wiener Sopransitin Liane Synek...).


    Gruss

    Beim Thema "Endrik Wottrich" möchte ich nicht abseits stehen. Ich hab ihn noch als Anfänger im Ohr - und damals dachte ich, dass da vielleicht mal ein sehr guter Lohengrin heranwächst. Zwischenzeitlich habe ich eher die Befürchtung, dass da eine Karriere vorzeitig zu Ende geht. Auch ich habe seinen Stuttgarter Stolzing gehört, das ging für mein Empfinden noch. Der Parsifal war tatsächlich - wie hier schon zu lesen war - ziemlich schwach und sein Siegmund einfach nur grottig: schrei, stemm, brüll, das alles gepaart mit einer Intonation, die einem das Fürchten lehrt ("Winterstürme"). Allerdings sei der Tenor erkältet gewesen - wenn das stimmt, hätte er besser eine Indisposition ansagen lassen sollen. Nun, man darf gespannt sein, ob Wottrichs persönliche Verbindung zum Haus Wagner stark genug ist, um dortselbst weiterhin auftreten zu können.


    Gruss

    Hallo,


    ich kenne nicht viel von Fiebich, aber "Sarka" hat auf mich einen starken Eindruck gemacht - und seitdem ist mein Interesse an diesem Komponisten geweckt. Die ältere Aufnahme mit Eva Depoltova, Vilem Pribyl und Eva Randova finde ich ganz toll.


    Gruss

    Hallo Siegfried,


    mea culpa, ich hab mich im Jahr geirrt - Esser/Jones war 1977. Damals war Richard Cassily vorgesehen und Hermin Esser sprang ein. Wenkoff war dann der Tannhäuser 1978, allerdings an der Seite von Eva Marton. Gut sortierter Haushalt hat sowas doch da, hüstel :o)...


    Wenkoff ist jetzt nicht so ganz mein Fall, aber der schlug sich damals wirklich ganz tapfer. Ich hab ihn einmal live gehört, als Tristan, und das war auch ganz ordentlich - vor allem im Vergleich zu Sängern, die heute auf den Bühnen in dieser Partie zu hören sind.


    Gruss und so...

    ... und schon in Frankfurt war er ziemlich grauenvoll ...


    Allerdings fand ich auch nicht ohne, wie im Münchener "Rienzi" Cheryl Studer René Kollo schlicht an die Wand gesungen hat...


    Gruss

    Hallo ihr Lieben,


    ich hab gerade nur hier reingelesen - und bin leider zu müde, noch alle Beiträge mitzunehmen, das will ich aber noch machen, wenn ich fitter bin. Nur vorab soviel: es hat auch bei mir lange gedauert, bis ich mit Adam wirklich "warm" geworden bin - aber dann gehörten seine Aufnahmen zu denen, die ich nicht missen will, vor allem der Wotan unter Böhm, aber auch bsplsw. sein Wozzeck sind für mich über dem Durchschnitt anzusiedeln.


    Gruss

    Hallo, musicophil,


    genau - das ist die CD. Ich danke für den Hinweis, das da nicht die komplette Lied-Platte drauf ist. Ich besitze nämlich eine Cassette mit den Mozart-Liedern - die ist von der LP. das heisst also für mich: nicht Löschen, sondern unbedingt nochmal hören :o).


    Gruss in die Niederlande (stimmt doch, oder?)

    Zitat

    Ich finde das schade, weil es mir die Freude an einer ausgezeichneten Darstellerin verdorben hat (man sehe sie sich etwa im Chéreau-"Ring" an!) - und auch die Freude an einer sagenhaft schönen, leuchtenden Stimme, die mich immer denken ließ: Ja, so soll eine Brünnhilde klingen.


    Hallo,


    zuerst habe ich mich mit Gwyneth Jones eher schwer getan: diese scharfe, bleckende, stark virbrierende Stimme machte mir das Zuhören nicht immer leicht. Aber ihre Brünnhilde fand ich - nach dem ich mich eingehört hatte - auch ausgesprochen spannend. Da war eine Sängerin, die das lebte, was sie sang, die beteiligt war und die die Töne produzieren konnte, die man erwartet. Dazu ihre tolle Bühnenpräsenz! Schwerer tue ich mich mit ihrer Elisabeth/Venus: das fand ich ziemlich schrecklich - überhaupt ist dieser Bayreuther Mitschnitt ein ziemlicher Tiefpunkt: auch Hermin Esser ist als Tannhäuser eine Katastrophe.


    Leider habe ich die Jones nur ein einziges Mal auch live erlebt: als Chrysothemis in Wien - und das freundlichste, was mir dazu einfällt: es ist ganz sicher nicht ihr Fach :o)


    Gruss

    Hallo,


    auch für mich ist Elisabeth Schwarzkopf eine der ganz grossen Sängerinnen des vergangenen Jahrhunderts - die Unverwechselbarkeit ihres Sopranes, ihr technisches Können, das "gewusst wie", die Stimmfarbe - und - Verzeihung - die Vokaleinfärbungen verleihen dieser Sängerin etwas, was ich heute oft vermisse: Individualität und Charakter.


    Wenn ich also für eine solche Stimme schwärme - und auch bemüht bin, Aufnahmen von ihr zu sammeln, fällt es schwer, zu sagen, wo sie denn nun am Besten war. Ohne ihre Fiordiligi oder Contessa Almaviva, ohne die Marschallin oder Ariadne, ohne "Requiem" von Verdi oder die Liu zu vergessen, würde ich mich für die "Capriccio"-Gräfin entscheiden, für die "Vier letzten Lieder" und für ihre Einspielungen der Lied-Literatur. Vor allem letztere möchte ich allen Freunden des Liedgesangs zum Neu- oder Wiederhören an herz legen: die Mozart-Lieder mit Gieseking habe ich mir gerade neu - und erstmals auf CD - gekauft - und ich bin wirklich begeistert - aber auch die Schubert- und Wolf-Einspielungen gehören für mich zum Schönsten, was sich im Bereich "Lied" auf Tonträgern wiederfinden lässt.


    Herzliche Grüsse

    Hallo SMOB,


    ich mach´s ganz kurz: leg Dir die Aufnahme der Motetten mit "Cantus Cölln" unter Konrad Junghänel zu. Die ist für mich zum Niederknien schön. Was dieses solistisch besetzte Ensemble kann, ist enorm - sowohl was die Homogenität und Präzision angeht, aber auch, was die Ausdruckstiefe angeht.


    Gruss

    Hallo Ulli,


    zuerst war ich durchaus entäuscht, dass Konwitschny die Produktion nicht zu Ende bringen konnte, fand dann aber das szenische Ergebnis unter diesen Umständen insgesamt respektabel.


    Die Götter sind ein ziemlich abgehalfterter Haufen von gelangweilten Party-Besuchern unter der Führung des Obermachos Jupiter, der es allerdings an der Seite seiner Megäre Juno gewiss auch nicht ganz leicht hat. Selbige liefert sich am Ende des 2. Aktes einen heftigen Kampf unter Frauen mit Venus, der sich gewaschen hat.


    Schön fand ich den Einfall, das Ausgeliefertsein der Menschen vom Willen der Götter durch Puppen zu zeigen. So sieht man beisplsw. eine kleine Dido. die sich mit Steineschleppen abmüht und etwas später dann einer ebensolchen Miniaturausgabe von Aeneas begegnet.


    Eher plakativ dann die beiden Völker: die Karthager ein friedliches Bauernvolk, die Trojaner ein rüder Haufen Soldaten, die sich aber von ihrem Chef überreden lassen, die Waffen abzulegen. Nur Juno lässt sich nicht gnädig stimmen - sie will keine Versöhnung mit Aeneas, als dieser an der Einweihung eines Juno-Tempels teilnehmen will.


    Jarbas und die seinen sehen aus wie Bilderbuchwilde, so richtig mit Tierfell und Tiermaske - und allein daran ist schon zu erkennen, dass Jarbas nicht zur in auch schon mal elegantes Grün gekleideten Dido passen wird. Fast rührend und zärtlich der Umgang des Jarbas mit seinem Vater Jupiter.


    Insgesamt würde ich sagen: es ist eine durchaus spannende Inszenierung, bei der es viel zu sehen gibt, z. B. bei der Trauungsszene, wenn der Chor alles als Geschenk dabei hat, was ein modernes Kaufhaus an Küchen- und anderen Geräten so zu bieten hat, oder wenn am Ende Dido tatsächlich im Feuer verschwindet.


    Als Ruhepunkte könnte man die zahlreichen Zweierszenen zwischen Dido und Aeneas sehen - da hätte ich mir vielleicht eine klarere Personenführung gewünscht.


    Für mich bei den Sängern sowas wie eine Entdeckung: Dominik Wortig als Aeneas - dem würde ich auch gerne in anderen Rollen wiederbegegnen.


    Soviel nur als kleine Eindrücke eines langen Opernabends in einem sommerlich-heissen Stuttgart. Ich denke, die Fachpresse hat ausgiebig über dieses Ereignis berichtet, vielleicht besser, als ich das hier kann.


    Schöne Grüsse

    Hallo Melot,


    ui, da gehen die Geschmäcker aber auseinander :o). Ob ich mich wirklich nach vergangenen Moden sehne, lass ich mal dahingestellt sein. Aber das ich auch grossen Spass an einer "alten" Aufnahme wie der vom "Giulini-Giovanni" habe, das gebe ich gerne zu. Und die Intensität und die Kraft der genannten Sängerinnen würde ich schon auch gerne heute noch mal erleben dürfen - als eine Möglichkeit unter anderen, einen packenden Mozart vorstellen zu können. Ausserdem finde ich das total spannend, durch die Tonträger miterleben zu können, wie sich Stil und Geschmack über ein ganzes Menschenleben hin verändern. Mit Klemperers Zeitlupen-"Giovanni" kann ich allerdings auch nix anfangen.


    Gruss

    Hallo,


    normalerweise lese ich nicht weiter, sondern antworte erst und schaue dann, was es noch für Beiträge gibt. Diesmal hab ich angefangen zu lesen und mich dann doch entschlossen, schnell meine Antwort los zu werden - so von wegen "unbeeinflusst". Also: der Giulini-"Giovanni" ist schon herausragend. Nicht nur, dass hier der Dirigent fulminat zur Sache geht - er hat ein Spitzenorchester zur Verfügung und Super-Sänger Schwarzkopf und Sutherland, wo hört man sowas heute noch? Und sicher mag George London der männlichere, erotischere Sänger im vergleich zu Wächter sein, aber das ist vielleicht auch nur eine Geschmacksfrage...? Also, welche Aufnahmen würde ich empfehlen? Die beiden älteren: unerreicht die Sternstunde mit Bruno Walter - da stimmt für mich von der ersten bis zur letzten Note alles, da singt wirklich ein erstklassiges Ensemble unter der Leitung eines brillianten Dirigenten, der jeden Moment mitatmet, vorwärtsdrängt, losschlägt, klasse. Allein Pinza als Giovanni wäre schon die Anschaffung wert. Selbst jene Stelle, wo die Novotna dem Leporello Alexander Kipnis im Sextett aus der Patsche hilft, ist für mich ein Beleg für einen Esemblegeist, der heute selten geworden ist.


    Ebenfalls aus einem Guss: die Aufnahme mit Fritz Busch, einem Dirigenten, der es verdient, nicht in Vergessenheit zu geraten. Vielleicht sind die Sänger hier nicht alle aus der "ersten Reihe" (Mildmay, Brownlee) - aber ich finde diese Einwände, wenn man das Gesamtergebnis nimmt, vernachlässigbar. Buschs Mozart ist für mich enorm modern und gehört in jeden Plattenschrank!


    Sicher, beide Aufnahmen wissen nichts von "historischer Aufführungspraxis" - aber sie sind so herausragend, dass man sich auch heute noch ihrer höchst subjektiven Wirkung nicht entziehen kann.


    Einfacher ist es wohl, einen Flop zu benennen: Finger weg von Gönnenweins (in deutsch) Ludwigsburger Aufnahme - die finde ich geradezu unterirdisch schlecht.


    Schöne Grüsse an alle

    Hallo,


    na, hier geht´s aber hoch her - ich war in der Premiere in Stuttgart, hatte von Kraus bisher nur ein Orchesterstück gehört (in einem Konzert) und war sehr gespannt, auch auf die Inszenierung. Wer hat´s denn gesehen und wie hat´s gefallen?


    Dann das musikalische - da können auch die Radio-Hörer mitreden: wie fandet ihr die SängerInnen, Chor und Orchester?


    Ich sag mal zum Stück (bitte nicht schlagen!): muss ich nicht jede Woche haben - auch mit den Kürzungen kann ich ganz gut leben und mich hat die Musik nicht an Mozart, sondern eher an Gluck, Haydn und (doch) Beethoven erinnert.


    Gruss an alle hier

    Hallo Edwin,


    vielen Dank für Deine Anmerkungen. Wenn ich mich richtig erinnere, war die Wiesbadener Aufführung ungekürzt, die in Bremen auf keinen Fall.


    Genau, finde ich auch, Kollo macht das wirklich - wenn auch nicht unangestrengt - sehr gut. James King habe ich in seinen späten Jahren zweimal live gehört, einmal als Aegisth in Wien und dann als Florestan in Wiesbaden. Der Florestan war ganz schlimm. Trotzdem: auch wenn der Tenor immer irgendwie klang, als hätte er Schnupfen - ich möchte auf seinen Lohengrin, Parsifal und Siegmund nicht verzichten. Und: sein Samson oder Pinkerton ist des Kennelernens wert.


    Karen Armstrong, ja, was soll ich da sagen...? Wäre uns diese Sängerin bekannt, wenn sie nicht die Ehefrau von Götz Friedrich wäre? Gewiss: bei der direkten Auswahl zwischen nur zwei Stimmen: ich würde wohl auch lieber Neblett nehmen :o).


    Bei Torsten Kerl (wie gesagt, ich kenne nur die Rundfunkaufnahme, nicht die CDs) hatte ich mehr erwartet - und war dann schon etwas entäuscht, vielleicht das falsche Fach.


    Zum Schluss: es gibt ja noch die schwedische Aufnahme unter Segerstam, die kenne ich nicht und die Münchener Rundfunkaufnahme mit Carl Friedrich und Maud Cunitz. Friedrich finde ich von der Stimme her interessant, aber: auch er spart, wo er wohl muss.


    Gruss aus Hessen

    Hallo,


    Korngolds "tote Stadt" habe ich wohl das erste Mal im Fernsehen gesehen, mit James King und Karen Armstrong. Mir hat das Sujet damals sehr gut gefallen, dieses Düstere und mehr an die Psyche rührende - gepaart mit der spätromatischen, oft wuchtig aufgehenden Musik.


    Später kaufte ich mir dann die CDs von Leinsdorf (ein irrer Dirigent - ich habe ihn in Wien noch "Elektra" dirigierent erlebt) - toller Orchesterklang, ich finde auch, dass sich Kollo wacker mit dieser doch schwierigen Partie schlägt - allein Carol Neblett ist überhaupt nicht mein Fall.


    Die wohl spannenste Inszenierung des Stückes ist mir entgangen: In Düsseldorf hat Günther - jetzt fällt mir der Nachname nicht ein, sowas - genau diese Verbindung zu "Vertico" von Hitchcock gezeigt - mit Richard Versalle (alternierend William Cochran) als Antiheld Paul.


    Das erste Mal auf der Bühne habe ich die "Tote Stadt" dann in Bremen gesehen - in einer sehenswerten Inszenierung von Tilman Knabe mit einem aus dem Ensemble herausragenden Klaus-Florian Vogt als Paul.


    In Wiesbaden dann fand ich die Inszenierung von Dominik Neuner schwächer, aber auch hier konnte ein guter Paul (Hubert Delamboye) aufgeboten werden,


    Die Salzburger Aufführung kenne ich nur von Bildern - aber den Mitschnitt besitze ich - mir fehlt da zu viel - und, mit Verlaub - Torsten Kerl hat mir zuviel weggelassen...


    Doch, ich finde solche Stücke wie die "tote Stadt" sehr bühnentauglich und eine echte Bereicherung unseres manchmal etwas schmalen Repertoires.


    Gruss

    Hallo,


    ich bin auch ein überzeugter Anhänger der Keilberth-Aufnahme. Ich denke, Rudolf Schock hat hier eine erstklassige Leistung gezeigt, an der Seite von Elisabeth Grümmer und dem Stimmpotential von Karl-Christian Kohn, Lisa Otto und Hermann Prey.


    Bei den älteren Aufnahmen würde ich unbedingt noch die von Otto Ackermann erwähnen - mit Hans Hopf, Maud Cunitz, Emmy Loose und Marjan Rus. Ackermann verdient, das man ihn als Dirigenten kennenlernt, der nicht nur Operette für die Platte gemacht hat.


    C. Kleiber finde ich vom Dirigat her absolut toll - aber mit der Besetzung des Max tue ich mich schon schwer.


    Bei Harnoncourt dauert es, bis man sich da reingehört hat - das geht mir aber bsplsw. mit seinem Mozart genauso - da würde ich anderen Aufnahmen der Vorzug geben.


    Klar - für den, der in Sachen "Freischütz" schon alles hat - unverzichtbar: Buno Weil mit einem "Freischütz", der mal ganz anders klingt und das Ohr auf gänzlich andere Details lenkt.


    Gruss

    Na gut,


    versuche ich mich auch nochmal an den Damen:


    1. Maria Callas
    2. Renata Scotto (ja, ich weiss, aber ich schätze sie sehr...)
    3. Christa Ludwig
    4. Brigitte Fassbaender
    5. Elisabeth Schwarzkopf
    6. Kathleen Ferrier
    7. Barbara Schlick
    8. Gundula Janowitz
    9. Christel Goltz
    10. Gertrude Grob-Prandl
    11. Inge Borkh
    12. Edith Mathis


    Macht Spass...

    Puh,


    das ist gar nicht so einfach.


    Aber ganz vorne wäre wohl dann doch für mich


    "Ring" mit Georg Solti, George London als junge, kräftige Stimme auf der einen, Kirsten Flagstad und Set Svanholm als die ältere Generation auf der anderen Seite, James King, die Nilsson und Windgassen (doch, doch...), verklomplettiert mit Fischer-Dieskau, Greindl, Stolze und Ludwig, das hat schon Masstäbe gesetzt. Und selbst der von einer Stimmkrise geschüttelte Hans Hotter vermag durch die Intensität seiner Darstellung für sich einzunehmen.


    dann käme


    "Lohengrin" mit Kempe, Jess Thomas gehört für mich zu den unverwechselbaren Stimmen jener Zeit, die Grümmer, ideal als Elsa und fulminat Christa Ludwig als Ortrud.


    bei "Tristan" gibt es gleich zwei Aufnahmen, die ich für unverzichtbar halte:


    einmal die von Karl Böhm (Windgassen, Nilsson, Ludwig) - vielleicht die insgesamt gelungenste Aufnahme.


    und


    Karajan (Vinay, Mödl, Malaniuk). Letztere finde ich dehalb bemerkenswert, weil Karajan hier mit einem unglaublichen Feuer an diese Liebesgeschichte herangeht und die Mödl sich ohne Rücksicht auf ihre Stimme in diese Partie wirft. Nicht, das da alles gelungen wäre (schon gar nicht bei Vinay) - aber die Verve, mit der das alles auch den heutigen Hörer erreicht, ist schon höchst bemerkenswert.


    "Meistersinger"


    für mich ganz klar: Kubelik - ein Einsemble, wie man es heute nicht mehr findet: Thomas Stewart als Sachs (auch so eine Stimme, die ich faszinierend finde), Franz Crass als Pogner (schade, das dieser Sänger so verhältnismässig früh seine Karriere beenden musste), Gundula Janowitz, Gerhard Unger und die luxuriöse Besetzung der Magdalena mit Brigitte Fassbaender, das war schon eine glückliche Zeit damals. Und der Walther? Sándor Konya - ich würde sagen: unabhängig von persönlichen Geschmacksfragen, zeigt hier ein Sänger, wie das alles klingen kann, wenn man von der italienischen Schule herkommt, biegsam, geschmeidig, auf Linie - eigentlich weit weg von dem, was die herren der schwereren Tenor-Zunft bieten können. Ich kann Einwände gegen Konya gut verstehen - aber, wie bei vielen anderen Partien heute - wer macht´s denn besser?


    dann sollten noch folgen:


    "Holländer" mit Konwitschny (Schech, Fischer-Dieskau, Schock - sehr anständig - Wunderlich (Luxus, doch), Wagner und Frick)


    und ebenfalls mit Konwitschny der "Tannhäuser" (Hans Hopf, den finde ich oft richtig gut..., Elisabeth Grümmer, die wohl beste Stimme ihrer Zeit für dieses Fach, Fischer-Dieskau und Wunderlich - ich habe diese Aufnahme schon ganz lange und, ja, ich würde sagen die sollte im Schrank des Musikfreundes stehen).


    Das war´s, Gruss

    Hallo,


    also, ganz ehrlich, die Dame im Bild ist ganz sicher nicht jene, die ich mir als CD-Hexe wünschen würde... Aber der Reihe nach: auch für mich ist die bislang beste Knusperhexe ganz klar Christa Ludwig, die bei Eichhorn meiner Auffassung nach umwerfend ist. Allerdings finde ich auch gefallen an Peter Schreier. Die schrecklichste Einspielung, schwer... Ein Kritiker hat mal über (die von mir ansonsten sehr geschätzte) Elisabeth Söderström bei Pritchard geschrieben, sie klänge, wie eine schlechte Schwarzkopf-Parodie. Wenn man sich es nochmal anhört, wird man sich diesem Urteil nicht gänzlich verschliessen können. Dennoch, ich glaube, die schlimmste Hexe ist dann doch die von Anny Schlemm (nur ihre Witwe Begbick ist im Ohr noch eine Spur quälender).


    Und wen vermisse ich? Klar: Heinz Zednik und Gerhard Stolze bei den Herren, Brigitte Fassbaender bei den Damen (von Helga Dernesch habe ich immerhin einen Live-Mitschnitt, aber: da ist sie auch grenzwertig)


    Gruss

    Hallo,


    das ist hier mein allerster Versuch, einen Beitrag einzustellen - und da hab ich mir etwas vergleichsweise leichtes ausgesucht. Wenn ich mich auf die höheren Stimmlagen beschränke, dann nur, weil es mir sonst mit der berühmten Qual der Wahl doch schwer fallen, würde, den einen oder anderen herauszulassen. Also, los geht´s:


    1. Jörg Waschinski
    2. Max-Emanuel Cencic
    3. Andreas Scholl
    4. René Jacobs
    5. Leopold Simonéau
    6. Alfredo Kraus
    7. Peter Schreier
    8. Ernst Haefliger
    9. Mark Padmore
    10. Hans-Jörg Mammel
    11. Jussi Björling
    12. Jon Vickers


    So, das wäre geschafft, herzliche Grüsse