Beiträge von MDM

    Fragt sich, ob Andre Rieu, Vanessa Mae, Andrea Bocelli usw. hier bei den Umsatzzahlen unter "Klassik" mitgezählt werden oder unter "Sonstiges" laufen, sonst wären es wohl noch einiges weniger als 2,2 Prozent.


    Die U-Musik-Stile Schlager, volkstümliche Musik, Deutsch-Pop, Pop, sogar Elemente aus der Rockmusik und Sonstige (z.B. Ethno, Shanty ["Santiano"] verschmelzen seit Jahren immer mehr und sind eigentlich kaum noch trennscharf zu sortieren.

    Hier ist wichtig, was wir unter Pop-Kultur verstehen wollen. Vieler Pop-Musik lastet dieses Ressentiment keineswegs an.

    Eben. Pop-Musik ist nicht gleich Pop-Musik. Für viele Leute, die sich überhaupt nicht auskennen und ausschließlich Klassik oder Jazz hören, ist das sozusagen alles eine Soße und sie subsumieren unter dem Begriff "Popmusik" fälschlicherweise schlicht fast alles, was so unter moderner , "populärer" Unterhaltungsmusik angeboten wird. Also unter anderem auch die unzähligen Spielarten und Subgenres des Rock und Metal, Punk, Beat, Blues, Folk, Reggae, Ska, Country & Western. Elektro, Darkwave, EBM, Calypso, Ethno , die ganzen Crossoverstile davon und vieles mehr. Es würde von völliger Ignoranz zeugen, dies alles als minderwertigen Mist, der vordergründig nur auf billige affektive Wirkungen abzielt , über einen Kamm zu scheren. (Ich selber höre zum Beispiel gern auch diverse Rockstile.)


    Das müsste also erstmal geklärt werden, bevor weiterdiskutiert wird. Aber selbst, wenn wirklich originär "Popmusik" gemeint ist, würde ich mich sehr davor hüten, das alles als primitiven Dreck abzutun, der irgendeiner verblödeten Masse als Kleister in die Ohren geschmiert wird, damit sie noch mehr verblödet und artig konsumiert. Es gibt durchaus Unterschiede, ob man beim Begriff "Popmusik" an Modern Talking oder Tina Turner, Take That oder Depeche Mode denkt.

    :hello:

    Nachdem ich besagte Dokumentation auch gerade gesehen habe, kann ich das nur bestätigen. Die Hintergründe zum "Tod in Venedig" sind aus heutiger Sicht ziemlich abgründig und lassen auch das Genie Luchino Visconti in einem anderen Lichte dastehen. Es nimmt ihm nichts von seinem Ausnahmerang, aber offenbart doch ein fragwürdiges Menschenbild. Letztlich ist Björn Andrésen wohl auch an diesem Film zerbrochen. Ein hoher Preis. Heute, 50 Jahre danach, bleibt der Film zwar trotzdem ein Meisterwerk. Gleichwohl gut, dass man nun mehr über die Entstehung erfuhr.

    Als Ergänzung dazu sei vielleicht noch angemerkt, dass die ARTE-Version der Dokumentation mit 52 Minuten offenbar 40 Minuten kürzer als der Originalfilm ist.


    :-]

    Mir ist gestern erstmalig ein Malheur passiert. Wollte auch "Tod in Venedig" sehen, 20:15 eingeschaltet, ca. 30 min mit sinkendem Interesse zugeschaut. Und plötzlich war es kurz nach 22.00 Uhr. Bin wohl eingeschlafen. Habe wohl auch nichts versäumt. Ist nicht meine Welt.

    La Roche

    Habe durchgehalten. Das Flair dieser Epoche wurde gut eingefangen und musikalisch passend untermalt . Viel passieren tut allerdings nicht, größtenteils gafft Aschenbach dem polnischen Bengel hinterher und macht sich irgendwann zunehmend lächerlich, wird dann lebensmüde und stirbt schließlich an Cholera. Das war es im Prinzip schon. Hin und wieder gibt es noch Rückblenden, in denen es um das Leben der Hauptperson und deren Ringen um ihr künstlerisches Selbstverständnis und der Suche nach "wahrer Schönheit" geht. Naja, viel mehr an "action" konnte man auch nicht zu erwarten, wenn man irgendwann mal das Buch gelesen hat. Gepflegte Langeweile halt. Ist ja auch ehrlich gesagt nicht ganz so einfach, quasi eine antike Tragödie auf die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts filmisch zu übertragen und dabei auch noch der literarischen Vorlage einigermaßen gerecht zu werden.


    Die Doku um den Darsteller des Tadzio habe ich auch noch geschafft. Björn Andrésens Lebensweg ist wohl das wahre Drama rund um diesen Visconti-Film.


    :hello:

    ARTE zeigt gleich um 20.15 Uhr "Tod in Venedig", den einstigen "Skandalfilm" Viscontis von 1971, frei nach der Novelle von Thomas Mann. Wird wohl nicht allzu oft im Fernsehen gezeigt. ( Wiederholung am Freitag, den 5.11. um 14.15 Uhr) In der Programmzeitschrift ist eine Länge von 125 Minuten angegeben, beim deutschsprachigen Wikipedia sind es 130 Minuten. Da ich den Film noch nicht kenne, ziehe ich ihm "Mord im Orientexpress" vor, der zeitgleich auf 3Sat läuft. (Beim letzteren kann ich allerdings mittlerweile schon fast die kompletten Dialoge mitsprechen.:D:)


    Bin gespannt.:bado:


    :hello:

    Ja, das stimmt wohl. Ohne ein wenig Kitsch in ihrem Alltag, offen oder heimlich-verschämt ausgelebt, wären viele Menschen nicht glücklich, mutmaßlich auch gebildete.

    Atemlos durch die Nacht


    Hat es die gute Helene endlich auch ins TAMINO-Klassikforum geschafft, welch eine Freude.:jubel: Wurde ja auch allerhöchste Zeit. :jack:


    Der Wendler, der Schlingel, hat das allerdings schon ein paar Tage vor ihr hinbekommen.:zwink:


    ;) :hello:

    Das liest sich für mich spontan irgendwie wie eine etwas unentschlossene Stilmischung aus Thomas Mann und Hedwig Courths-Mahler oder Eugenie Marlitt. Warum? Einige wenige Passagen erscheinen mir literarisch durchaus gelungen, die meisten Metaphern lesen sich aber doch ziemlich schwülstig-überladen. Eher wie eine Persiflage auf echte Erzählkunst.

    Zitat

    Ist "klassische Musik" elitär?


    Ich würde sagen, eigentlich ist auf dieser Welt aus sich heraus erstmal nichts elitär. Klassische Musik an sich vermutlich auch nicht. Sie ist einfach nur.

    Aber vermutlich könnten Philosophen da besser Aufklärung geben als meine Winzigkeit.


    Ob sich ein Angehöriger einer bestimmten irdischen Lebensform (hier: der Mensch) , der eine gewisse Vorliebe für diese Art von o.a. Musik entwickelt hat, selber als "elitär bezeichnen würde, ist einerseits eine ganz andere Frage und andererseits wohl eine sehr individuelle Entscheidung.


    Mein bester ausspruch in diesem Zusammengang war mal, als mich einer dieser Untermenschen angeschrien hat: "SIE HALTEN SICH WOHL FÜR WAS BESSERES ?" Und darauf ich: Leise mit fragendem Unterton: "Besser als was" ? Als Sieeeee? -(Pause) Ja, natürlich.

    Ich muß allerdings provoziert werden um sowas zu machen - und es wirkt immer -weils mir Spaß macht.

    Lieber Übermensch Alfred Schmidt ;),


    wurden dir für derart, sagen wir, pointierte Antworten denn nie Prügel angedroht?


    Vermutlich warst du aber in jungen Jahren ein gefürchteter Nahkämpfer oder hattest sehr flinke Füße.


    Ein schönes Wochenende und freundliche Grüße nach Wien....MDM :hello:

    Als Gegner der Regietheaters brauche ich hier meine Begeisterung nicht zu verhehlen. Man hat vergessen, wie toll Oper sein kann. Das betrifft nicht nur die Kulisse, wo es hervorragend gelungen ist, Natur und Bühne zu verbinden. Das betriftt auch die Kostüme, die tatsächlich sehr bunt, aber wirkungsvoll waren, und es betrifft vor allem die Lichtregie.

    Ja, du hast recht. So "einfach" könnte es eigentlich sein. Warum nur nicht immer so?:nixw: :rolleyes::rolleyes::rolleyes::rolleyes:


    Mir haben die 2 Stunden Puccini gestern jedenfalls auch sehr gut gefallen.:gio:


    Da der youtube-Link oben nicht mehr geht, hier noch der Hinweis auf


    https://www.3sat.de/kultur/mus…margarethen-2021-102.html


    Schöne Grüße :hello:

    Ein CD-Fachgeschäft ( vor allem im teuren Zentrum einer Großstadt) zu führen, dürfte sich wirtschaftlich nicht mehr lohnen, wie schon mehrfach richtig festgestellt wurde. Außerdem: Es fehlt- nicht nur in Deutschland- mittlerweile an Fachkräften in so ziemlich allen Bereichen, die man sich denken kann und es wird künftig alles noch viel schlimmer. Egal, wohin man schaut, ob in Medizin, Pflege, Handwerk, IT, Bildung, Militär, Polizei, Gastronomie u.v.m. Ungeplante Vorkommnisse wie Corona und die Hochwasserkatastrophe verschlimmern den Mangel. Fachverkäufer mit wirklicher Kompetenzen im Bereich Musik dürften da keine Ausnahme bilden. Das kann man wohl auch nicht wirklich lernen, sondern diese zur fachkundigen Beratung notwendige echte Klassikkompetenz kann man sich wohl eigentlich nur in vielen Jahr(zehnt)en nach und nach aneignen.

    Ich habe zum Welt-Katzen-Tag am 8. August die bereits erwähnten Musik-Werke aufgelistet, in denen Katzen das Thema sind.

    Lieber moderato,


    vielen Dank fürs Ordnen!


    Ein wertvolles kleines "Nachschlagewerk", das bei Bedarf immer mal wieder ergänzt werden kann.


    Ich habe mir die Liste gleich mal kopiert und gespeichert.:yes:


    LG...MDM smilie_tier_113.gif

    Liebe Paminas und Taminos,


    heute am 8.8. ist Weltkatzentag. smilie_tier_263.gif


    Berühmte Komponisten wie Strawinsky, Ravel oder Offenbach waren große Katzenliebhaber und haben auch recht hübsche "Katzenmusik" komponiert.


    Vieles davon wurden hier schon genannt.


    Ich habe noch einen Link zu einen interessanten Beitrag des BR mit einigen Hörbeispielen gefunden, die bislang in diesem Thread fehltensmilie_tier_194.gif :


    https://www.br-klassik.de/aktu…en-katzenstuecke-100.html


    Hier sieht man übrigens meine persönliche Lieblingsrasse:



    Ich wünsche allen Katzenfans und ihren Lieblingen einen schönen Sonntag!


    smilie_tier_87.gif

    Mit den Medimöpsen habe ich nie schlechte Erfahrungen gemacht.

    Ich auch nicht. Bis November letzten Jahres. Nie. Trotz ungezählter Bestellungen. Und ich bin (war) seit 2006 dort Kunde, also an die 15 Jahre lang. Bis dahin wurde fast alles per DHL versandt und alles war zuverlässig spätestens 2 Tage später da. Aber wie berichtet, seitdem die, vielleicht auch Corona-bedingt, zusätzlich diese PIN MAIL Truppe mit reingenommen haben, läuft da einiges schief, speziell bei Bücher-Einzelbestellungen. Habe das denen auch am Telefon gesagt. Bestelle bei Medimops momentan nix mehr.:P ( An Medimops liegt es wie gesagt nicht, sondern an dieser Versandfirma.)


    Gruß... MDM

    Achtung: Von Versandhäusern, die als Zustelldienst den privaten Dienstleister PIN MAIL AG nutzen( unter anderem Medimops sowie die Unaussprechlichen), kann ich derzeit nur dringend abraten. :mist: :mist::mist: Steht genug im Netz an negativen Erfahrungsberichten. Ich selbst habe 3x mal bei Medimops gebrauchte Bücher bestellt, zweimal erst gar nicht angekommen und einmal nach 3 Wochen mit dreimal umettikettierten und halb zerrrissenen Versandumschlag von PIN MAIL AG auf DPD auf DHL, die habens dann endlich geschafft. Besonders wenn man beispielsweise auf ein Buch sehnlichst wartet, weil man eine Fortsetzung lesen möchte, ist das extrem nervend. smilie_wut_079.gif

    Ich habe ja Germanistik studiert - und Thomas Mann war u.a. ein Prüfungsthema von mir. Thomas Mann "arbeitete" wirklich, wenn er oder besser bevor er etwas schrieb, anders als Kafka z.B. Kafka. Der schrieb intuitiv drauf los. Thomas Mann dagegen - Beispiel: Der Tod in Venedig - fing erst einmal an Material zu sammeln: Erwin Rhode (klassische Philologie), Platon, dann ein Foto von Mahler, dann Georg Lukacz... Der "Held" der Figur vereinigt Züge von Mahler und Lukacz. Thomas Mann arbeitete erst seine Quellen durch und wertete sie dann sehr methodisch aus, bevor er auch nur eine Zeile aufs Papier brachte. Seinen Roman "Doktor Faustus" kann selbst ich als studierter Germanist nicht ohne gelehrten Kommentar lesen, um all die literarischen Anspielungen zu verstehen. ^^ Es gibt dafür auch einen Begriff in den Literaturwissenschaften: "Intertextualität" - er stammt von Julia Kristeva für Literatur, die andere Literatur verarbeitet, die man also nicht "werkimmanent" nur verstehen kann.


    Schöne Grüße

    Holger

    Hallo Holger,


    danke dir für die Erläuterung! Meine etwas provokante Frage oben kam mir in den Sinn, weil Thomas Mann zu meiner Zeit Schullektüre war und womöglich heutzutage immer noch ist. ( Vielleicht kann einer der Deutschlehrer hier im Forum Auskunft darüber geben, danke!) Ein Achtklässler von 14 oder 15 Jahren zum Beispiel kann aber als Voraussetzung zur Lektüre von T.M. schwerlich die komplette deutsche Literaturgeschichte (und dazu vielleicht sogar noch ein wenig klassische Philosophie) kennen.


    Nicht mal das würde aber beispielsweise bei "Tod in Venedig" ausreichen, weil man da theoretisch unter anderem ( vieles mehr, Aschenbach als Mahler-Projektion? usw.) noch über den Aufbau des antiken griechischen Regeldramas Bescheid wissen müsste, also im weitesten Sinne zumindest Teilkenntnisse über die Geschichte der Weltliteratur haben. Du hast ja oben beschrieben, wie du dich solchen Werken nähertest.


    Ich wollte noch anmerken, dass diese ganzen komplizierten Vorbedingungen, die immer wieder gestellt werden und das umfangreiche Vorwissen, welches man haben muss, um ein so schmales Büchlein von Mann oder gar ein komplexeres Musikwerk von Mahler angemessen zu rezipieren, für den normalgebildeten Mitteleuropäer schon deprimierend sind. Eigentlich ist das für Leute, die mitten im Leben stehen und zahlreiche private und berufliche Interessen und Verpflichtungen haben, schon rein zeitlich kaum leistbar. Es ist oft schon anstrengend genug, überhaupt jemanden zu motivieren, sich mit klassischer Literatur und Musik zu befassen. Wenn derjenige dann noch erfährt, was er vorher so alles gelesen und vor allem auch begriffen(!) haben und sich es auch merken(!) muss, dann wirft er von vornherein die Flinte ins Korn. Das Wissen um das notwendige Vorwissen wirkt also eher resignierend als motivierend. Irgendwann sind die Konzertsäle dann eben leer. Was soll`s.


    Das ist aber alles nicht deine Schuld. Ich stelle es nur fest und es ist nun mal so, wie es ist. Außerdem kommen wir vom immer mehr vom Threadthema ab.


    Schönes Wochenende...:hello:

    Eigentlich hätten es Stalin und Voroshiiov nicht verdient, im Forum zu erscheinen. In meiner Einschätzung sind es Schurken.


    Lenin spricht


    Streng genommen würde das dann wohl auch auf Lenin zutreffen:


    Zitat von Jan C. Behrends , Historiker


    Lenin eröffnete 1917 die Epoche der modernen Diktatur und der kommunistischen Herrschaft in Europa. Darin liegt seine besondere Bedeutung für Russland, Europa und die Welt.....


    Lenin hat nach seiner Machtübernahme die Eliten des alten Russland, seine Gegner im Bürgerkrieg, aber auch seine früheren Mitstreiter aus anderen revolutionären Parteien brutal verfolgt. Er gab der Geheimpolizei die Vollmacht zu töten und hat den staatlichen Terror alltäglich werden lassen. Auch die Anfänge des Gulags fallen in seine Regierungszeit.


    Quelle: https://www.pnn.de/potsdam/int…ahrhunderts/21590482.html

    :/

    Wird mir jemand glauben, wenn ich sage, dieser Regisseur kann auch ganz anders, kann auch ausgesprochen konventionell sein? Zum Beweis führe ich Tscherniakovs Pariser Inszenierung von THE SNOW MAIDEN an, bei der fast alles, was auf der Bühne vor sich geht, mit der ursprünglichen Handlung Hand in Hand geht. Wer schöne, naturalistische Produktionen mag, wird diese Inszenierung lieben. Sie ist übrigens auch auf DVD erhältlich. Wie gesagt: Tscherniakov hier mal ganz anders als sonst, wohl auch ganz anders als beim Bayreuther Holländer! Taminos, kauft euch die Snow-Maiden-DVD! Sie wird euch gefallen!


    Herzliche Grüße


    Lustein


    :hello:

    Lieber Gerhard,


    danke für die Rückmeldung!.

    Habe mich gefreut, dass du immer noch fit und angriffslustig bist und außerdem noch Freude an der Erstellung und Übersetzung von Operninhalten hast. Wer weiß, vielleicht kommen auch mal wieder andere Zeiten hier.


    Ich habe mir den Bayreuther "Holländer" angehört und in einigen größeren Ausschnitten angesehen. Musikalisch hat mir das überwiegend gut bis teilweise sogar sehr gut gefallen. Der Rest ist in meinen Augen Bullshit; zu viel Tcherniakov, zu wenig Wagner. Aber solange die Urgroßenkelin sich solche "Künstler" ins Haus holt und deren Egotrip-Experimente durchwinkt, ist eben leider keine Besserung in Sicht.


    Schöne Grüße nach Leverkusen...MDM :hello: