Hallo Ben,
schon vor Tagen habe ich mir Ihre Erklärungen bzw. Studien zu Anton Bruckners IX, Sinfonie angesehen. Erst jetzt komme ich dazu auf die Thematik etwas einzugehen, und hätte dazu einige grundlegende Fragen.
Dass es in der Absicht, aus den Fragmenten des 4. Satzes Bruckners IX. zu vorvollständigen, große Auffassungsunterschiede gibt, ist auch bei uns in Tirol nicht verborgen geblieben.
Da gibt es neuerdings eine fast professionell gestaltete Kampagne, und es sollte wohl der Weisheit letzter Schluss sein, dass mit dem Dirigenten Peter Jan Marthé der große Durchbruch geschehen sein sollte. Die 30 minütige Verlängerung wirdvon gewissen Kreisen auf's höchste gepriesen. Sogar bei den “Bruckner Wochen” in St. Florian - Bruckners Urheimat - spielte das “European Philharmonic Orchestra” unter seiner Leitung, somit schien es, zumindest dort, keine - oder nur wenige - Zweifel an der Kompetenz gegeben zu haben.
Und dies, 110 Jahre nach Bruckners Tod, obwohl große internationale Musik-Experten aus Respekt vor diesem großen Meister bzw. seinem Werk immer klein beigaben und keine Kompromisse einzugehen bereit waren.
Ich erinnere mich an ein großartiges Bruckner Konzert (etwa vor 10 - 12 Jahren im TV) mit dem von mir sehr geschätzten - leider inzwischen verstorbenen - Dirigenten Günther Wand, der sich im begleitenden Künstlergespräch so äusserte, “dass er erst im Alter “über” 40 Jahren (!) den Versuch machte sich an Bruckner zu wagen”, aus Respekt vor diesen großen Meister.
Auch in Tirol ist Marthé mit dem Orchester unterwegs, ich besuchte die ersten zwei Bruckner Aufführungen (Freiluftkonzerte auf der Alm - als “Klangdom”), und die anfängliche Begeisterung flaute ab. Für die Aufführung der IX. d-moll vor 14 Tagen habe ich mich nicht durchgerungen, da meinerseits große Zweifel an einem echten Konzertgenuss aufkamen und die übertriebene “Selbstdarstellung” beim Dirigieren eine eigene Sache ist.
Jetzt die Frage an “Ben”, “kennen Sie diese Bearbeitung?”
Für eine gelegentliche Beantwortung, die sicher andere Forumsteilnehmer auch interessiert, bedanke ich mich im Voraus, und
verbleibe ich mit freundlichen Grüßen aus Tirol
Ihr
Edmund Crepaz
