Beiträge von Melomane

    An all das kann ich mich von meinem in dieser Inszenierung her (2015 oder 2016, ich hatte lange gewartet in der Hoffnung, dass mal regulär ein anderer Tenor übernimmt, aber diese Hoffnung erfüllte sich - vermutlich schon aus szenischen Gründen - nicht) noch sehr gut erinnern, weswegen ich auch kein zweites Mal reingehen werde.

    Eine einzige Vorstellung sang in dieser Inszenierung tatsächlich mal ein anderer Tenor, wenn auch nicht regulär, in einer Repertoire-Vorstellung (ich glaube, es war 2012 oder 2013) sprang ein damals noch relativ unbekannter Tenor ein: Andreas Schager.

    Wenn hier z.B. geschrieben wird, man möchte die Kunst genießen und nicht belehrt werden (ich meine dies jetzt ausnahmsweise einmal völlig wertfrei), mit welchem Recht erwarte ich dann von anderen (hier vorzugsweise unseren Kindern), dass sie sich durch Kultur bzw. dem Wissen darum herum belehren lassen sollen?

    Ein äußerst bedenkenswertes Argument, wie ich finde, das einmal mehr die kindische Verweigerungshaltung derjenigen offenbart, die behaupten, Kultur nur unter der Maßgabe zu konsumieren, dass sie dadurch keine neuen Erkenntnisse gewinnen. Jeder Mensch mit einer gewissen Offenheit wird durch ein theatrales Ereignis zum Reflektieren angeregt und das gilt selbst für den Fall, dass er dieses theatrale Ereignis für misslungen hält. Ganz selten ist ein Theaterabend (übrigens ganz unabhängig vom Stil einer Inszenierung) so, das es überhaupt keinen Aspekt gibt, über den es sich nachzudenken lohnt, es sei denn natürlich, man verbietet sich das Nachdenken von Vornherein. Warum das eine nachahmenswerte Haltung sein soll, hat mir bisher jedenfalls niemand plausibel machen können.

    Andererseits weiß man nicht, was ohne sie alles noch passiert wäre und wo wir heute ohne sie stehen würden. Für mich ist diese Aussage also keine ausreichende und überzeugende Begründung für eine quasi-nihilistische Haltung in dieser Frage.

    An dieser Stelle würde ich gerne einhaken und auf eine Begebenheit verweisen, dass mich persönlich sehr bewegt hat, als ich sie zum ersten Mal gelesen habe. In seiner Autobiographie "Mein Leben" schildert Marcel Reich-Ranicki, wie er und seine Frau Teofila nach ihrer Flucht vor der unmittelbar bevorstehenden Deportation aus dem Warschauer Ghetto bei einem arbeitslosen Schriftsetzer Unterschlupf fanden. Für diesen Mann war das Verstecken der beiden Juden mit einem hohen persönlichen Risiko verbunden, da dies bei einer Entdeckung für ihn die Todesstrafe bedeutet hätte. Reich-Ranicki versprach ihm für den Fall, dass er den Krieg überleben würde Geld und "revanchierte" sich auch noch durch eine zweite "Gegenleistung", nämlich indem er die in seiner Berliner Gymnasialzeit erlernten Geschichten aus deutscher und europäischer Literatur auf anschauliche Weise dem Schriftsetzer und seiner Familie erzählte. Reich-Ranicki verband dieses Erzählen, um am Leben zu bleiben, in der Rückschau häufig mit dem Scheherazade-Motiv aus Tausendundeiner Nacht.

    Egal, ob das jetzt Realität oder Legende ist, vermittelt dieses Beispiel aus meiner Sicht sehr gut, was Literatur als utopischer, ja humanistischer Bezugspunkt zu leisten im Stande ist. Auf Musik und bildende Kunst trifft dies aus meiner Sicht im gleichen Maße zu.

    Wer Lust hat, kann sich diese Begebenheit in folgenden Video-Beispielen noch einmal zu Gemüte führen:


    Hier ab 21:20


    Hier ab 32:00

    Maßstäbe (ich weigere mich, diese künstlerisch zu nennen) werden halt nur im Hinblick auf Kostüme und Kulissen angelegt.

    Diese Maßstäbe sind allerdings äußerst heterogen: Alles, was an anderen Häusern furchtbar und eine schlimme Verunstaltung wäre (ein "Trovatore" in der Gegenwart, eine Mimi, die auf einem Stuhl stirbt), ist in Liberec interessant, akzeptabel oder stört zumindest nicht weiter.

    :untertauch:

    Ich finde auch: Wenn die künstlerischen Maßstäbe so gelagert sind, dass die in diesem Video-Ausschnitt dargebotenen sängerischen Leistungen einer "Sternstunde" entsprechen, kann sich das Theater Görlitz in seiner künstlerischen Ausrichtung voll und ganz bestätigt fühlen, wenn der User "chrissy" eben diese künstlerischen Maßstäbe dort nicht erfüllt sieht. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.

    Meine Bitte hat nur ein Ziel unnötigen Streit zu vermeiden.

    Meine Meinung dazu ist übrigens, dass eine gesunde Streitkultur auch im Bereich der Künste nicht das verkehrteste ist. Im Gegenteil: Ein Streit über einen Sänger, eine Inszenierung, einen Dirigenten ist für ein Diskussionsforum nicht lähmend, sondern beflügelnd, wenn ein gewisses fachliches Niveau von beiden Seiten gewahrt wird. Ich persönlich lese jedenfalls Diskussionen aus der Vergangenheit in diesem Forum wesentlich lieber, wenn unterschiedliche Punkte - auch durchaus zugespitzt - erörtert wurden als das ewige "Lieber XY, hier muss ich dir völlig zustimmen."

    Ich meine das umstrittene Duett, ein Stück in der Oper, wurde nun genügend von allen Seiten beleuchtet und diskutiert. Wir sollten diese Diskussion bitte beenden, sonst könnte der Verdacht entstehen, dass hinter der Penetranz, mit der das Thema weiterverfolgt wird, auch andere Motive und Absichten stehen könnten, so unter dem Motto: "Man schlägt den Sack und meint den Esel".

    Lieber "operus",


    sorry, aber bei allem Respekt muss ich leider anmerken, dass mir solche Versuche, eine m. E. sehr berechtigte Diskussion abwürgen zu wollen, gehörig auf die Nerven gehen. Eine Diskussion in einem öffentlichen Forum endet dann, wenn von keiner Seite mehr Diskussionsbedarf besteht und nicht, wenn ein User par ordre du mufti festlegt, dass jetzt Schluss ist.

    Die immer wieder geäußerte Befürchtung (in einigen Fällen auch Drohung), wenn die Diskussion weitergeht, habe User XY keine Lust mehr, weiter zu schreiben, zielt m. E. völlig am Kern vorbei. Ein Diskussionsforum ist ein Ort des Austausches, wo gegensätzliche oder übereinstimmende Meinungen aufeinander treffen. Entweder man hält gegensätzliche Meinungen aus, dann ist man in einem Diskussionsforum richtig aufgehoben oder man tut es nicht, dann bietet die Welt des Internets andere Möglichkeiten, sich zu verwirklichen, ein Blog zum Beispiel, wo man selbst kontrollieren kann, welche Standpunkte angezeigt werden und welche nicht.

    Ein Forum, das wie das "Tamino-Klassikforum" für sich reklamiert, ein gewisses fachliches Nievau auf dem Gebiet der klassischen Musik zu bieten, sollte jedoch verschiedene Standpunkte abbilden können. Im konkreten Fall würde ich sogar sagen, Widerspruch zur einseitigen Meinung des Autors muss gestattet sein, da ja jeder Mitleser die Qualität des Gesangs im Video nachhören kann. Würde die Meinung des Autors unwidersprochen dastehen, würde dieses Forum m. E. seine fachliche Integrität aufs Spiel setzen.

    Auch muss es notwendigerweise erlaubt sein, Widerspruch in der Sache zu äußern, wenn Meinungen eines Autors so eindeutig darauf abzielen, ein bestimmtes Haus hochzuschreiben und andere abzuwerten. Das ist durch den Starter dieses threads sehr häufig geschehen, sei es durch das Einstellen von Kritiken zu Aufführungen am Görlitzer Theater mit suggestiven Bemerkungen, obwohl die entsprechenden Aufführungen gar nicht gesehen wurden oder durch haltlose Behauptungen wie, dass es an der Semperoper kaum ernst zu nehmende Sängerleistungen gegeben habe.

    Ein Forum ist ein Ort des Austausches und dient nicht dazu, die einseitigen Vorlieben einzelner unwidersprochen auszustellen. Und darum sind sind kritische Beiträge dazu essentiell, wenn ein fachlicher Anspruch einer solchen Plattform, die sich ein Fachforum nennt, gewahrt werden soll.

    Ich finde es höchst erstaunlich, dass hier von einigen Usern, unter anderem solchen, die berufen sind, eine ganze Inszenierung anhand eines aussagekräftigen Farbfotos zu bewerten, behauptet wird, man könne eine Sängerleistung nicht anhand eines Videoausschnitts beurteilen. Das ist allerdings nachweislich falsch, man kann sehr wohl die erbrachte sängerische Leistung in diesem Ausschnitt bewerten, so es die technische Qualität des Videos zulässt. (Die ist zwar im vorliegenden Fall nicht prickelnd und sicher nicht dazu angetan, den Stimmklang beider Sänger authentisch wiederzuspiegeln, aber wie rein technisch und stilistisch gesungen wird, kann man sehr wohl nachvollziehen.)

    Natürlich wird hier niemand seriös prognostizieren wollen, wie die beiden Sänger die restliche Partie bewältigt haben, aber es muss erlaubt sein, zu bemerken, dass in diesem Video das Duett zwischen Luna und Leonora von beiden Interpreten schlecht und unzulänglich gesungen wird und dass beide enorme technische Schwierigkeiten haben, das in der Tat anspruchsvolle Stück überhaupt zu bewältigen.

    Hätte in der Rezension gestanden: "Den tollen Abend konnte auch ein etwas schwächeres Duett zwischen Luna und Leonora nicht trüben.", wäre das höchstwahrscheinlich noch immer Schönfärberei, würde aber immerhin der Realität etwas Rechnung tragen.

    Die vom Begründer dieses threads immer wieder vorgebrachten Superlative, die sich auch durchaus aggressiv gegen andere Häuser (Dresden) richten, kann ich persönlich vor diesem Hintergrund nicht ernst nehmen. Es ist der Versuch, einseitig Werbung zu machen und hat für mich mit ernsthaften, lesenswerten Aufführungsberichten nichts zu tun.

    Chrissy, lass dir den Mut, die guten Inszenierungen aus Liberec zu schildern nicht durch Leute nehmen, die alles das, was nicht an berühmten Opernhäusern in entstellter Form gezeigt wird, kleinreden wollen!

    Auch wenn es für dich ganz schwer vorstellbar sein sollte: im konkreten Fall hat sich gar niemand zur Inszenierung geäußert. Es ging die sängerischen Leistungen in einem hier eingestellten Video des Duettes zwischen Luna und Leonora. Und die waren so, dass da nichts kleingeredet werden musste, sondern dass jeder, der das Stück kennt und ein bisschen was von Gesang versteht, ganz einfach seine eigenen Schlüsse daraus ziehen konnte.

    Und hier Szene /Duett Leonora /Luna. Ein Live - Mitschnitt der Aufführung vom 23. März, bei der ich wieder dabei war:

    Jetzt bin ich aber ein bisschen verwirrt: Da ist im Bericht von Solisten zu lesen, die eine "großartige, hervorragende Leistung" vollbracht haben und im Video hört man eine über weite Strecken zu tief intonierende Leonora mit Luft auf der Stimme und einen bellenden Luna mit schwacher Höhe. Ganz offensichtlich muss es sich doch um einen Mitschnitt einer anderen Vorstellung handeln.

    Schade, was man aus dieser schönen Oper gemacht hat. Für diesen Klamauk wären mir Zeit und Geld zu schade!

    Mich persönlich interessieren Berichte von Aufführungen in 90 % aller Fälle sehr (Ausnahmen sind solche, die inhaltlich und formulierungstechnisch den vorangegangenen Berichten desselben Autors nahezu 1:1 gleichen), sie gehören für mich mit zum Wertvollsten, was so ein Forum leisten kann, was auch daran liegt, dass Repertoire-Aufführungen in der Presse kaum noch eine Rolle spielen. Was mich persönlich überhaupt nicht interessiert, sind Hypothesen, wer für was Geld ausgeben würde und wer nicht. Und ich finde es sehr schade, dass gelungene, plastisch geschriebene Aufführungsberichte in diesem Forum mit schöner Regelmäßigkeit durch solche langweiligen und uninteressanten Hypothesen verwässert werden und verstehe es aus diesem Grund sehr gut, dass nur sehr wenige hier Lust haben, über Aufführungen zu berichten.

    Man kann Beiträge für einen kurzen Zeitraum (ich glaube 1 oder 2 Stunden) korrigieren, ohne dass etwas darunter steht. Da aber zwischen dem Beitrag von "MSchenk" und "La Roche" mehrere Stunden liegen, müsste man eine etwaige Editierung unter dem Beitrag tatsächlich erkennen können. Es handelt sich also einmal mehr um eine der berühmten Ausreden des Users "La Roche", die er gerne anbringt, wenn er auf einen der zahlreichen in seinen Beiträgen enthaltenen sachlichen Fehler hingewiesen wird.

    Ein sehr wertvoller Beitrag.

    Nun ja, der eine hält das eine für wertvoll, der andere etwas anderes... Ich persönlich, das kannst du natürlich gerne anders sehen, finde es zumindest einen sehr interessanten Aspekt, dass die hier vom User "timmiju" gelobte Inszenierung gerade die Premierenserie und keine einzige Aufführung mehr erlebt hat, die vom selben User - natürlich mal wieder, ohne sie gesehen zu haben - als "absurd" bezeichnete Inszenierung hingegen bis dato schon ihre vierte oder fünfte Serie erlebt...

    Ich war letztes Jahr in der Inszenierung und fand sie insgesamt gar nicht absurd und lächerlich. Es gab ein paar Kuriositäten, aber im Großen und Ganzen war das wirklich harmlos. Die Wolfsschlucht war sogar ganz großartig und regelrecht gruselig.

    So kann das hier aber nicht gehen, dass sich Leute erdreisten, über Inszenierungen zu urteilen, die sie tatsächlich gesehen haben! "Gerhard Wischniewski" hat nach Ansicht des einminütigen Trailers und einer Viertelstunde Ansehen der Übertragung entschieden, dass die Inszenierung voller "lächerlicher und absurder Inszenierungsideen" ist und selbst noch mal mit Verweis auf die Regeln dieses threads darauf hingewiesen, dass dem nicht zu widersprechen ist. Bitte unbedingt so einen Unfug in Zukunft unterlassen: Über Inszenierungen urteilen, die man gesehen hat! Wo kommen wir denn sonst noch hin?

    Dagegen gab es früher eine wunderbare Salome an der DOB von Peter Weigl, die ich auf DVD habe. Mit der kann ich mich begnügen.

    Die Zuschauer an der DOB mussten sich allerdings auch sehr bald mit der DVD dieser "wunderbaren" Salome-Produktion begnügen - die Inszenierung selbst erlebte genau 6 Aufführungen in der Premieren-Serie. Danach wurde sie nie wieder gespielt.

    Sogar Du wirst wohl erkannt haben, daß die von mir reingestellte künstlerische Vita eine Kopie, ein Abdruck ist, die nicht von mir ist. Für die Vollständigkeit und Richtigkeit zeichne ich nicht verantwortlich!

    Woran hätte ich das erkennen sollen? An der Quellenangabe, die du nicht geliefert hast? So lange du fremde Texte als deine eigenen ausgibst, indem du sie nicht einmal als Zitat kennzeichnest, wirst du dir leider auch Nachfragen dazu gefallen lassen müssen. (Übrigens selbst bei einem hereinkopierten Text hindert dich niemand daran, ihn vorher einmal zu lesen und zu überprüfen, ob der Google-Translator da groben Unfug wie das "bayerische Theater in Dolno" zutage gefördert hat.)


    Ich habe künftig und generell keinerlei Interesse an gegenseitiger Korrespondenz, auch nicht an einer höflichen!

    Woran du Interesse hast oder auch nicht, ist deine Privatangelegenheit. So lange du etwas in einem öffentlichen Klassikforum postest, musst du dir leider hin und wieder Nachfragen gefallen lassen, selbst für den Fall, dass sie dir nicht passen, während du natürlich nicht dazu verpflichtet bist, darauf einzugehen. Dann bleibt die Nachfrage halt unbeantwortet stehen und jeder Leser kann sich seinen eigenen Reim darauf machen.:hello:

    Er singt derzeit die Rolle des Radames in Aida auf der Bühne des bayerischen Theaters in Dolno.

    Ich bilde mir ein, relativ viele europäische Theater zu kennen. Das "bayerische Theater in Dolno" ist mir allerdings bis jetzt nie untergekommen. Darf man höflich fragen, um was genau es sich beim "bayerischen Theater in Dolno" handelt?

    Und wenn da von "hermetisch" abgeschlossenem Weltbild die Rede ist - dann ist es noch ein Glück wenn mam etwas hermetisch abschliessen kann (was nicht immer gegeben ist.), denn alzuviel Unrat strömt auf uns zu.

    Hier unterscheiden wir uns tatsächlich fundamental, ich verlange keine Toleranz, das wäre auch widersinnig, sondern sehe sie, wenn ich ihr begegne, als Errungenschaft an und bennene es, wenn ich sie nicht sehe. Auch das Abschließen liegt mir nicht so ganz, eher die Diversität oder sagen wir es einfacher, die Vielfalt, in Kunst das Interdisziplinäre, in der Gesellschaft die Durchmischung. Das ist meine Ansicht dazu, wer heute noch das Einmauern als große Errungenschaft sieht, soll das tun, für mich gibt es in der Geschichte zu viele Beispiele, die mich eine andere Einstellung lehren, als dass ich diesem Beispiel folgen könnte.

    Das Muster der "Argumentation" ist, wie Rheingold ganz richtig feststellt, in einigen Kreisen der Gesellschaft, die dann auch gerne von "Lügenpresse" und "Staatsfernsehen" sprechen, inzwischen geradezu symptomatisch.

    Na ja, so viel Strategie würde ich da jetzt nicht unterstellen wollen, viel mehr die völlige Unfähigkeit, eine Sichtweise, die nicht die eigene ist, verstehen oder wenigstens auch nur nachvollziehen zu können, das kann man ja hier auch in unzähligen anderen Beiträgen nachlesen: "Wie jeder real denkende Mensch bin ich der Meinung, dass...", "Wir Liebhaber der echten Werke...", "Die überwältigende Mehrheit der Opernfreunde denkt so wie ich..." und alles, was nicht gefällt, ist natürlich eine "Fälschung", "Verunstaltung" oder das Produkt eines "Hirnkranken". Da ist es doch völlig klar, dass ein Kritiker, der es wagt, eine andere Ansicht als "Gerhard Wischniewski" zu vertreten, gekauft sein muss, anders passt das in dieses sehr hermetische Weltbild leider nicht rein.

    Auch der Beitrag des Melomanen der ernsthaft behauptet, daß Kritik an der Kunst bzw. bestimmten Kunstwerken einen Konflikt mit dem Grundgesetz verursacht, ist einfach unhaltbar und im Vergleich damit, Millionen von Rentnern der Faulheit bzw Trägheit zu bezichtigen völlig unverhältnismäßig.

    Ich wiederhole mich gerne noch einmal, da du den springenden Punkt meiner Aussage offensichtlich noch immer nicht verstanden hast: Kritik an jeder Form von Kunst ist selbstverständlich gestattet und verursacht keinen Konflikt mit dem Grundgesetz, wenn sie eine ästhetische Kritik bleibt. Auch folgende Aussage ist völlig unproblematisch: "Ich finde diese Form der Kunst nicht so relevant, dass man sie mit Subventionen unterstützen sollte."

    Nicht unproblematisch sind fälschlich vorgenommene Versuche, missliebige Künstler zu kriminalisieren ("Fälscher", "Betrüger" oder eine der absurdesten Aussagen, die ich zu diesem Thema gelesen habe: "Ist fast ein Krimineller, weil er Kindersoldaten ausbildet.") oder als geisteskrank zu bezeichnen, da kommt die Freiheit der Kunst als hohes, schützenswertes Gut ins Spiel (im Übrigen auch das Strafgesetzbuch, da die Grenze der Beleidigung bzw. Verleumdung oder übler Nachrede in diesen Fällen überschritten wird). So lange Kritik an der Kunst eine Kritik mit den Mitteln der Ästhetik bleibt, braucht man das Grundgesetz nicht bemühen. Wenn sie aber mit moralischen, ethischen oder gar pseudo-juristischen oder pseudo-medizinischen Argumenten vorgenommen wird, kann man sehr treffend auf Artikel 5, Absatz 3 GG verweisen, weil kein Künstler es nötig hat, sich für seine Kunst kriminalisieren zu lassen.

    Ich kann schlecht verstehen, wie Opernliebhaber bei dieser Musik in der Pause den Saal verlassen können, vor allen auch, da die Inszenierung ein gutes Bild macht, allerdings für mich an die New Yorker Inszenierung nicht heranreicht.

    Und ich kann sehr schlecht verstehen, wie man auf der Grundlage einiger hier eingestellter Bilder eine Inszenierung (die ja die Summe aller Vorgänge und Bewegungen auf der Bühne darstellt) meint beurteilen zu können und wissen kann, ob sie mehr oder weniger gelungen als eine andere ist. (Ebenso erstaunlich finde ich, dass hier vom User "Gerhard Wischniewski" erneut eine Zeitverlegung der Handlung von mehr als 2000 Jahren goutiert wird, obwohl das ja angeblich streng verboten ist, aber diesen Widerspruch hatten wir ja inzwischen ja schon öfter in letzter Zeit.) Über eine Aufklärung dieser Widersprüche wäre ich persönlich sehr dankbar.

    Der Beitrag hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Ich habe genügend Beiträge von ihm herausgefischt, die schlichtweg überheblich- beleidigend waren. Die Diskussion zum Thema Regietheater an sich ist schon grenzwertig.

    Die einen sagen so, die anderen sagen so. Was man für überheblich hält, liegt natürlich im Auge des Betrachters. Ich kann mich an zahlreiche, gegen einen "gewissen Herrn Doktor" gerichteten Beiträge anderer User erinnern, die auch nicht von schlechten Eltern waren. Nicht zu vergessen natürlich die zahlreichen "Verbesserungen" von Aufführungsberichten durch Leute, die die Aufführung gar nicht gesehen haben. Oder die mit größter Beharrlichkeit vorgebrachte unwahre Behauptung, die "RT-Befürworter" hätten noch nie auf eine Frage geantwortet oder noch nie eine Begründung geliefert. Da ist mir persönlich jemand lieber, der sehr häufig in diesem Forum sachliche Verbesserungen für das Forum durch Berichtigungen vorgenommen hat. Aber das kann natürlich jeder sehen, wie er will. :hello:


    Herzliche Grüße

    Pardon, das liegt daran, dass diese Beiträge öffentlich nicht mehr nachlesbar sind, sondern moderiert wurden. TP

    Nein, daran liegt es nicht. Ich kann mich sehr gut an seinen Beitrag zum Thema "Jazz" erinnern und ich persönlich finde, dass dieser Beitrag diese Maßnahme nicht gerechtfertigt hat. Ist aber nur meine persönliche Meinung, der Forenbetreiber hat seine und die ist die maßgebliche.

    Ich wäre tatsächlich nicht undankbar, wenn die Meldefunktion öfter genutzt werden würde.

    Das erstaunt mich insofern jetzt etwas, da der Forenbetreiber den häufigen Gebrauch der Meldefunktion durch den User "Stimmenliebhaber" als einen der Gründe für seine "Degradierung" genannt hat. (Im übrigen halte ich es für richtig und sinnvoll, Beiträge, die nicht den Forenregeln entsprechen zu melden. Es hat meines Erachtens eine völlig andere Qualität als bei der Forenleitung den Ausschluss missliebiger Mitglieder zu fordern.)

    Ne, andersherum wird eher ein Schuh daraus!

    Tut mir Leid, aber das sehe ich ganz anders. Ich habe hier in letzter Zeit keine Aussage "Stimmenliebhabers" gelesen, die eine solche Maßnahme rechtfertigen würde. Zumal der Forenbetreiber ja immer wieder darauf hingewiesen hat, dass einige seinen Rausschmiss gefordert haben.