Beiträge von Melomane

    Einen ganz herzlichen Dank an diejenigen, die mit lebendigen Berichten sich hier in die Diskussion eingeführt haben. Um das Erlebnis einer der letzten Aufführungen des Felsenstein-"Blaubart" beneide ich "Stimmenliebhaber", obwohl die Inszenierung durch Videoaufzeichnungen so gut dokumentiert ist. Gerade hier glaube ich ihm sehr gerne, dass das Live-Erlebnis in diesem Fall unersetzlich ist.


    Ich kehre thematisch jetzt wieder zur "Tosca" zurück, eine Aufführung, die sicher niemand vergisst, der dabei gewesen ist.


    "Tosca", Deutsche Oper Berlin, 28. Juni 2003


    Musikalische Leitung: Daniel Oren

    Inszenierung: Boleslaw Barlog


    Tosca: Eliane Coelho

    Cavaradossi: Luciano Pavarotti

    Scarpia: Juan Pons

    Angelotti: Harold Wilson

    Der Mesner: Roland Schubert

    Spoletta: Jörg Schörner

    Sciarrone: Miomir Nikolic

    Ein Schließer: Klaus Lang

    Stimme des Hirten: Knabe des Staats- und Domchores


    Luciano Pavarotti und Berlin - das war eine wahre Liebesbeziehung. Das Publikum der Deutschen Oper vergötterte denjenigen Tenor, der mit Fug und Recht als einer der größten des 20. Jahrhunderts, wenn nicht als DER größte gilt. Legendär waren seine Auftritte an der Deutschen Oper Berlin in den 80er Jahren, "Aida", "Tosca" oder auch "Der Liebestrank". Bei einer Aufführung des letztgenannten Werkes wurde der Weltrekord an gezählten Applausvorhängen gebrochen: Am 10. März 1988 vermeldet die Chronik der Deutschen Oper 137 Vorhänge und somit 72 Minuten Applaus, inklusive der als Zugabe dargebotenen Arie aus dem 1. Akt "Tosca". Danach folgten lange Zeit keine Opernabende mehr (Anfang der 90er gab er noch einmal einen Liederabend), was auch daran lag, dass aufgrund von Steuerschulden Pavarotti die Einreise nach Deutschland nicht mehr möglich war. Anfang der 2000er Jahre war die Steuerangelegenheit bereinigt worden und Pavarotti konnte wieder in Deutschland auftreten. In der Spielzeit 2002/03 verabredete die Deutsche Oper Berlin ein Gastspiel mit ihm als Cavaradossi, wobei es wilde Spekulationen gab, um welchen Termin es sich wohl handeln möge, da die DOB ihn nicht im offiziellen Jahresheft veröffentlichte. Irgendwann wurde bekannt, dass es sich um den 28. Juni 2003 handelt, die Deutsche Oper verkaufte die Karten zu horrenden Sonderpreisen, die die doppelt so hoch waren wie die regulär höchste Kategorie "D". Trotzdem war der Andrang gewaltig, die Karten waren innerhalb kürzester Zeit vergriffen. Auch jüngere Opernfreunde, die die Aufführungen in den 80ern nicht live erlebt hatten, waren scharf darauf, diesen Giganten des Operngesanges wenigstens einmal live zu erleben, wenn auch im Alter von inzwischen 67 Jahren.

    Die Ironie des Schicksal wollte es, dass diese letzte Vorstellung, die eine der letzten der Spielzeit 2002/03 war, auch zuletzt der letzte Abend mit großer Öffentlichkeit des geschassten Intendanten Udo Zimmermann war. Er war ein Vertreter der radikalen musikalischen und szenischen Avantgarde (was ihm an der Deutschen Oper neben anderen Vorkomnissen zum Verhängnis geworden war) und verachtete solche rein "kulinarischen" Opernereignisse wie den Auftritt eines Startenors.

    Der Abend fing an, dass sich der Vorhang öffnete und Zimmermann vor das Publikum trat. Ein Stöhnen ging durch den Raum, weil viele eine kurzfristige Absage Pavarottis vermuteten. Aber nein: Der noch amtierende Intendant verkündete "nur" die - ohnehin schon auf den Besetzungszetteln vermerkte - Umbesetzung der Titelrolle von Carol Vaness zu Eliane Coelho. Er ließ es sich nicht nehmen, dem Publikum mit einem beißend ironischen Unterton viel Vergnügen bei diesem "Fest der Stimmen" zu wünschen.

    Die Vorstellung war ein reines Trauerspiel. Pavarotti war in körperlich furchtbarer Verfassung, er konnte sich nur von Stuhl zu Stuhl hangeln. Auch geistig - wahrscheinlich stand er unter dem Einfluss starker Schmerzmittel - war er nicht auf der Höhe. Immer wieder verpasste er ganze Sätze. Besonders eklatant war das in der kurzen Szene mit Angelotti nach dem Duett mit Tosca, das er zuvor vollständig im Sitzen absolviert hatte und die überraschte Eliane Coelho auf seinen Schoß gezogen hatte, was unfreiwillig komisch war: Hier setzte er gar nicht ein, der arme Harold Wilson stand daneben wie ein begossener Pudel. Das hohe h auf "la vita mi costasse" sang er wie einen Vokalisenton, ohne Text und Noten davor und danach. (Aber es kam.) Hier und wieder blitzte sein unverwechselbar schöner Stimmklang auf, einige Phrasen gelangen auch, aber unter dem Strich war es furchtbar, den armen Mann bei einer Aufgabe zusehen zu müssen, die er körperlich nicht mehr bewältigen konnte. Ganz schlimm wurde es im dritten Akt: Hier wollte man Pavarotti den Auftritt über die Treppe auf das Dach der Engelsburg ersparen und ließ ihn schon, als sich der Vorhang hob, dort sitzen. Als im Orchester das Thema der Arie erklang, setzte er bereits hier ein und sang "O dolci baci o languide carezze" noch bevor der Kerkermeister ihn angesprochen hatte. Bei der Erschießung waren auf der Bühne Sandsäcke verteilt, auf die Pavarotti niedersinken konnte. Als sich der Vorhang schloss, dauerte es eine gefühlte Ewigkeit, bis man Pavarotti wieder hochgehievt hatte, so dass er sich verbeugen konnte. Gefeiert wurde er dennoch, und das völlig zurecht, für seine Lebensleistung. Eine japanische Besucherin hielt beim Applaus jubelnd eine Pavarotti-Puppe in die Höhe, das Sinnbild eines völlig verkorksten Abends. (Auch die anderen Solisten waren nicht besonders, insbesondere Juan Pons blieb dem Scarpia jede Gefährlichkeit schuldig, das Dirigat dröhnte dumpf daher.)

    Der letzte Akt dieses Schauspiels wurde am Bühnenausgang geboten. Pavarotti hatte das Theater mit seinem Chauffeur bereits durch das Rolltor auf der anderen Seite des Gebäudes verlassen. Die Autogrammwünsche der Wartenden erfüllte stattdessen Pavarottis Cover Salvatore Licitra. Er hatte den ganzen Abend auf der Seitenbühne gestanden, um für den Fall der Fälle die Aufführung zu Ende singen zu können.

    Für das Berliner Publikum war es sehr schade, dass sich diese Legende mit einem derart traurigen Abend verabschieden musste. Ihm hätte man eine andere, würdigere letzte Vorstellung in Berlin von Herzen gewünscht.


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    Herzlichen Dank an "La Roche" für das Einstellen dieses Berichtes, der eindrücklich beweist, dass Berichte von lange zurückliegenden Opernabenden nicht langweilig sein müssen. Auch vielen Dank an "Orfeo", dass er diese Produktion, von der noch heute die Fans der Rheinoper schwärmen, wieder ins Gedächtnis gerufen hat. Hier würde mich ein kurzer persönlicher Bericht natürlich brennend interessieren.

    Nur dass Jurowski wenige Monate später zurückkam und noch jahrelang dirigierte. Das erste Mal erlebte ich ihn wieder im Sommer 1997 im Konzerthaus mit Schnittkes "Faust"-Kantate mit Doris Soffel, Siegfried Lorenz und anderen.

    Michail Jurowski ist immer noch aktiv. So ist er in der kommenden Saison als Dirigent einer Serie von Prokowjews "Feurigem Engel" an der Met geplant - witzigerweise hat sein Sohn Vladimir in München diese Produktion aus der Taufe gehoben:


    https://www.metopera.org/seaso…1-season/the-fiery-angel/

    Zwei Tage später gab es zudem drei Übersetzungen. Dessì, Armiliato und Colombara haben nicht mehr gesungen. Aus dem Kopf kann ich sagen, dass Burchuladze den Ramphis gesungen hat. Ich denke, dass Valayre und Grigorian die anderen Einspringen waren, überprüfe das aber nachher.

    Genauso war die Besetzung. Grigorian war am 22. allerdings kein Einspringer, er war ja auch am 20. besetzt, bevor er an diesem Termin abgesagt hatte. Er hat die Vorstellung am 22. somit ganz "regulär" gesungen.

    „Aida“, Deutsche Oper Berlin, 20. April 2001


    Musikalische Leitung: Giuseppe Sinopoli


    Inszenierung: Götz Friedrich



    Der König: Kwangchul Youn


    Amneris: Nadja Michael


    Aida: Daniela Dessì


    Radamès: Fabio Armiliato


    Ramphis: Carlo Colombara


    Amonasro: Lado Ataneli


    Ein Bote: Volker Horn


    Eine Priesterin: Catherine Cangiano



    Diese Vorstellung vereint so viele unglaubliche Geschichten, dass es schwer ist, sie einigermaßen linear zu erzählen. Beginnen muss man mit der Erzählung 20 Jahre zuvor, am 3. Februar 1980. An diesem Tag hat an der Deutschen Oper Berlin Verdis „Macbeth“ Premiere, Regie führt Luca Ronconi, Renato Bruson singt die Titelpartie, Olivia Stapp die Lady. Am Pult steht ein noch relativ unbekannter junger italienischer Dirigent, der sich bisher eher einen Namen als Komponist gemacht hat und für den die Premiere ein fulminanter Erfolg und der Grundstein zu einer späteren Weltkarriere wird: Giuseppe Sinopoli. Die „Macbeth“-Premiere findet noch unter der Intendanz von Siegfried Palm statt, sein Nachfolger Götz Friedrich holt Sinopoli, den das Orchester der Deutschen Oper Berlin über alle Maßen schätzt, immer wieder ans Haus zurück: In den 80ern dirigiert Sinopoli u. a. Premieren von „Madama Butterfly“, „La fanciulla del West“ oder auch „Arabella“. Als Friedrichs loyaler und wackerer Generalmusikdirektor Jesús López Cobos zum Ende der Spielzeit 1989/90 sein Amt niederlegt, gibt es nur einen natürlichen Nachfolger, nämlich Sinopoli. Nach längeren Verhandlungen wird ein Vertrag unterzeichnet, der ihn als Chefdirigenten ab der Spielzeit 1990/91 für fünf Jahre an das Haus an der Bismarckstraße bindet. Dazu kommt es jedoch nicht. Friedrich und Sinopoli, die nicht nur eine künstlerische, sondern auch eine persönliche Freundschaft verband, überwerfen sich in Kompetenzfragen derart massiv, dass sie zehn Jahre lang kein Wort miteinander sprechen. In der Spielzeit 1990/91 dirigiert Sinopoli als Gast noch die bereits verabredeten Premieren von „Salome“ (von der auch eine CD-Aufnahme entsteht) und „Otello“ (von dem sich Friedrich als Regisseur zurückzieht) und damit ist das Kapitel Deutsche Oper Berlin für Sinopoli zunächst beendet. Neuer GMD wird Rafael Frühbeck de Burgos, der jedoch sehr glücklos agiert und das Haus nach Ablauf seines Vertrages nach fünf Jahren wieder verlässt, sein Nachfolger wiederum wird Christian Thielemann.


    Springen wir 10 Jahre weiter: Götz Friedrich plant seine letzte Saison, die Spielzeit 2000/01, danach soll er in den verdienten Ruhestand eintreten. Er verabredet in Rom ein Treffen mit Sinopoli, mittlerweile Chefdirigent der Staatskapelle Dresden, die beiden versöhnen sich. (Mit seinem aktuellen GMD Christian Thielemann hat sich Friedrich inzwischen auch überworfen, aber das nur am Rande.) Sinopoli erinnert sich, dass Friedrich zu ihm sagte: „Ich möchte die Deutsche Oper nicht verlassen, ohne gemeinsam mit Dir in diesem Theater noch einmal das zu erleben, was wir am besten können, wofür wir geboren sind.“ Die beiden umarmen sich und verabreden zwei „Aida“-Vorstellungen im April 2001.


    Götz Friedrich stirbt in der Nacht zum 12. Dezember 2000 nach kurzer schwerer Krankheit, es ist ihm nicht vergönnt, seine Intendanz wie geplant zu beschließen. Als Sinopoli antritt, die verabredeten zwei Vorstellungen zu dirigieren, ist am 20. April, der ersten Vorstellung, dem Abendprogramm ein Extrazettel beigefügt. Sinopoli hat einen Text verfasst, in dem er an die besondere Freundschaft zu Götz Friedrich erinnert, er bedauert, dass es zur künstlerischen Wiedervereinigung zwischen ihnen nicht gekommen ist. Er beschließt den Text mit einem Zitat aus Sophokles‘ „Ödipus auf Kolonos“, die eingedenk der weiteren Ereignisse des Abends eine prophetische Bedeutung erlangen: „Du und diese Stadt… das Schicksal sei euch gnädig, und im Wohlergehen erinnert Euch immer mit Freude an mich, wenn ich tot sein werde.“


    Die Aufführung selbst wird mit großer Spannung erwartet. Ursprünglich war Gegam Grigorian als Radamès vorgesehen, als er absagte, bestand Sinopoli auf Fabio Armiliato, den Ehemann der Aida Daniela Dessì, als Ersatz. Viele prominente Gesichter aus dem Kulturbereich sind unter den Gästen: Thomas Hampson, Bryn Terfel, Kent Nagano. Neu für Berlin sind neben Dessì auch die junge Nadja Michael sowie der Bass Carlo Colombara, der den Ramphis singt. Die Vorstellung beginnt mit einer Ansage des Abendspielleiters Knut Sommer, der einer der engsten Vertrauten von Götz Friedrich war: Er betont, dass dieses „schöne Ereignis“ eine winzige Trübung erfahre, da die Aida von Daniela Dessì indisponiert sei. Dann tritt Sinopoli ans Pult und wird mit tosendem Beifall begrüßt. Die Aufführung ist trotz aller Erwartungen keine besonders gute: Dessì merkt man ihre Indisposition deutlich an, Armiliato steuert nicht mehr als tenorale Routine bei. Auch Colombara und Michael reißen sängerisch keine Bäume aus. Am verwunderlichsten aber ist das Dirigat: Da gibt es so viele Koordinationsprobleme mit der Bühne, wie man sie von Sinopoli eigentlich gar nicht gewohnt ist, auch die Orchesterleistung selbst ist nicht gut. In den Pausengesprächen macht sich unter den Berliner Opernfreunden Ernüchterung breit. Als sich der Vorhang nach der Pause zum Nilakt hebt, geht es äußerst schleppend weiter. Das Duett zwischen Aida und Radamès wird langsamer und langsamer, bevor es an der eigentlich im piano verklingenden Stelle „Il ciel de' nostri amori come scordar potrem?“ einen lauten Knall aus dem Orchestergraben gibt. Der als Amonasro eigentlich hinter Netzen versteckte Lado Ataneli eilt an die Bühnenrampe, der Ruf „Theaterarzt bitte!“ erschallt. Es schließt sich der Vorhang. Abendspielleiter Sommer tritt vor den Vorhang und bittet das Publikum den Saal zu verlassen. Es seien zwei Ärzte bei Herrn Sinopoli, der beim Dirigieren zusammengebrochen ist. Nachdem das Publikum ca. 20 min in den Foyers gewartet hat, erscheint der kommissarische Intendant des Hauses, André Schmitz, und verkündet den Abbruch der Vorstellung, Herrn Sinopoli gehe es aber besser. Noch in der gleichen Nacht ist im ARD-Videotext (Internet war damals noch nicht so verbreitet) zu lesen, dass Sinopoli gestorben ist.


    Die Vorstellung „Aida“ zwei Tage später findet unter der musikalischen Leitung von Marcello Viotti im Gedenken an Giuseppe Sinopoli statt. Bevor die Vorstellung beginnt, dirigiert Christian Thielemann „Im Abendrot“ mit Alessandra Marc als Solistin.


    20 Jahre nach seinem fulminanten Debüt mit „Macbeth“ endet Sinopolis Karriere am selben Ort unter unfassbar tragischen Umständen. Am Haus, insbesondere beim Orchester, wird bis heute mit der größter Wertschätzung über den Dirigenten gesprochen.


    Giuseppe+Sinopoli.jpg

    An dieser Stelle möchte ich einen Versuch wagen: Mal sehen, ob sich weitere Mitglieder dieses Forums finden, denen so etwas Spaß macht: „Caruso41“ hat in einem anderen Thread auf seine umfangreichen Besetzungsaufzeichnungen verwiesen und er wird mit Sicherheit nicht der einzige sein, der so etwas über die Jahre angesammelt hat. In einem anderen, inzwischen nicht mehr existierenden, Forum gab es mal eine sehr schöne Rubrik, die hieß „Vor 25 Jahren“. Dort konnte man an Vorstellungen erinnern, die 25 Jahre zuvor stattgefunden hatten und es war erstaunlich, wie viele lesenswerte, spannende Berichte auch nach so vielen Jahren zustande gekommen sind.


    Hier möchte ich etwas Ähnliches versuchen, wenn auch etwas weniger rigide, was den Zeitpunkt der Aufführung angeht. Es soll hier über live erlebte Vorstellungen berichtet werden. Wie lange der Besuch her ist, spielt keine Rolle. Nur für aktuelle Vorstellungsbesuche eignet sich dieser Thread nicht – dafür gibt es das Unterforum „Gestern in der Oper“. Abgehandelt werden sollen Vorstellungen, die aus irgendeinem Grund bemerkenswert waren. Sei es, weil sie künstlerisch eine herausragende Bedeutung haben oder sei es, dass irgendetwas Kurioses oder Erstaunliches passiert ist. Schön wäre, wenn dem Bericht Datum, Ort und Besetzung der Vorstellung vorangestellt werden könnten. Ich freue mich auf eine rege Beteiligung!

    Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich mich sehr über die Rückkehr von "Caruso41", "Stimmenliebhaber" und "Kapellmeister Storch" freue und sehr hoffnungsvoll bin, dass mit diesen Mitgliedern die Diskussion im Opernbereich um einiges niveauvoller ablaufen wird als das zuletzt der Fall war.


    Ich nehme das zum Anlass, um diesen schönen Thread wieder einmal hochzuholen, auch, da ich noch ein paar Namen beitragen kann.


    Der Bass Georg Zeppenfeld hat, obwohl das Zentrum seines künstlerischen Schaffens ganz klar außerhalb von Berlin liegt, an allen drei Berliner Opernhäusern gesungen.


    Georg-Zeppenfeld.jpg


    An der Deutschen Oper Berlin debütierte er am 23. November 2002 als Sarastro in der "Zauberflöte" und hat diese Partie auch in folgenden Spielzeiten immer mal wieder, wenn auch recht selten, gesungen. Außerdem ist er in der Spielzeit 2018/19 als König Marke in "Tristan und Isolde" eingesprungen. Am 7. September 2016 sang er in einem Konzert des Orchesters der Deutschen Oper Berlin in der Philharmonie den Hunding im 1. Aufzug der "Walküre" unter der Leitung von Donald Runnicles. Siegmund war Peter Seiffert, Sieglinde Anja Harteros.


    An der Komischen Oper Berlin hat er im Dezember 2006 einige Vorstellungen Sarastro in Hans Neuenfels' Inszenierung der "Zauberflöte" gesungen.


    Dass er den Sarastro auch an der Staatsoper Berlin gesungen hat, habe ich immer vermutet, jedoch nicht belegen können. Nun liegt mir jedoch ein Besetzungszettel vom 28. Dezember 2005 vor. In dieser Vorstellung singt Zeppenfeld den Sarastro unter der musikalischen Leitung von Julien Salemkour. Tamino ist Martin Homrich, Pamina Katherina Müller, Papageno Roman Trekel, Anna Kristiina Kaapola singt die Königin der Nacht und Norbert Ernst den Monostatos.

    Neu aus der Presse: Domingo hat widerrufen.

    Nein, hat er nicht. Es handelt sich bei allen heutigen Meldungen um einen Rückgriff auf jenes Facebook-Posting, das ich heute früh hier eingestellt habe. Darin widerruft er nichts, sondern "modifiziert" einige Aussagen, die er in der Reaktion auf seine Entschuldigung als nicht korrekt ausgelegt empfunden hat.

    Endlich hat Gerhard wieder mal was geschrieben.

    Und wie gewohnt und nicht anders zu erwarten, ist ein bekannter Trittbrettfahrer, bei dem es ja zu Eigenem nicht reicht, sofort aufgesprungen.

    Wozu es bei dir reicht, darüber kann sich dankenswerterweise jeder, der hier mitliest, anhand solcher Anwürfe ad personamsehr gut ein eigenes Bild machen. Mehr möchte ich dazu nicht sagen, da ich nur sehr wenig Motivation verspüre, mich auf dein Niveau hinabzubewegen.

    Lieber Nemorino,


    du hast die Wahrheit ausgesprochen.

    Für eine Diskussion ist es immer wahnsinnig zielführend, wenn einer der Diskutanten im Besitz der unumstößlichen Wahrheit ist. Auch die Schlussfolgerung aus dieser unentrinnbaren Tatsache ist folgerichtig: Folgt die Welt außerhalb des maßgeblichen Internetforums, in dem diese "Wahrheit" verkündet wird, nicht in vollem Umfang, ist sie halt "irre" geworden. So true, so sad.

    Folgendes Statement postet Domingo heute auf seiner Facebook-Seite :


    Mit anderen Worten: Da, wo man ihn noch auftreten lässt, wird er auftreten. Von denjenigen Institutionen, die eine Zusammenarbeit mit ihm als problematisch ansehen, wird er sich zurückziehen. Die anstehenden "Traviata"-Vorstellungen in Madrid wird er nicht singen.

    Susan Maclean singt in dieser Aufnahme die Schwertleite, Lukasz Konieczny den Fafner und den Hunding. Zu nennen wären eher die übrigen Hauptpartien: Raymond Very (Loge), Jochen Schmeckenbecher (Alberich), Michael Weinius (Siegmund), Sarah Ferede (Sieglinde, Götterdämmerungs-Waltraute), Katarzyna Kuncio (Fricka), Corby Welch (Siegfried), Cornel Frey (Mime), Sami Luttinen (Hagen), Richard Sveda (Gunther), Renée Morloc (Siegfried-Erda, 1. Norn).

    Die Richard-Wagner-Gedenkstätte Wahnfried berichtet auf ihrer Facebook-Seite, dass Kammersänger Franz Mazura am heutigen 23. Januar 2020 im 96. Lebensjahr verstorben ist. Er stand bis zuletzt auf der Bühne, u. A. als Pfleger des Orest in Patrice Chéreaus "Elektra"-Inszenierung oder als Hans Schwarz in der Inszenierung der "Meistersinger" von Andrea Moses an der Berliner Staatsoper. Bei den Bayreuther Festspielen war er von 1971 bis 1995 eine feste Größe. Dem Nationaltheater Mannheim war er über Jahrzehnte hinweg als festes Ensemblemitglied verbunden. Unvergessen ist, wie er - regulär als Gurnemanz besetzt - zusätzlich für einen erkrankten Kollegen in derselben Vorstellung die Partie des Klingsor übernahm. In den großen Partien des Bassfaches gastierte er an beinahe allen großen Bühnen der Welt.



    Die Sopranistin Nadezda Kniplova ist am 14. Januar 2020 im Alter von 87 Jahren verstorben.


    https://www.irozhlas.cz/kultur…ni-divadlo_2001141625_tzr


    Neben der beispielhaften Karriere in ihrem Heimatland gastierte sie an zahlreichen internationalen Bühnen wie der Wiener Staatsoper oder der Deutschen Oper Berlin. Einem breiten Publikum wurde sie als Brünnhilde in der Gesamtaufnahme des "Ring des Nibelungen" unter Hans Swarowsky bekannt. Ebenso große Bekanntheit erlangte sie als Küsterin in der "Jenufa"-Gesamtaufnahme unter Bohumil Gregor.

    ...mit einer ebenfalls total fehlbesetzten Birgit Nilsson in der Titelpartie. Die beiden brüllen um die Wette. Corelli scheint zu glauben, daß ein Feldherr vor allem durch Lautstärke zu glänzen hat, und die Nilsson gebärdet sich als ägyptische Brünnhilde, die in den falschen Film geraten ist.

    Nun ja. Das diminuendo, das Corelli in dieser Aufnahme am Ende von "Celeste Aida" auf dem hohen b macht, dürfte ihm heute so schnell niemand nachmachen. Über Geschmack lässt sich immer streiten, aber allein dieser eine Ton weist Corelli nicht als das reine Stimmwunder aus, als das er von manchen hier ausgegeben wird, sondern beweist ganz im Gegenteil seine mehr als solide Technik.

    Dass Birgit Nilsson keine ideale Aida von ihrer Stimmfarbe her ist, würde ich auch so unterschreiben. Zu behaupten allerdings, sie würde brüllen, ist hingegen nicht nur despektierlich, sondern schlicht falsch. Das grandiose an der Sangeskunst der Nilsson ist ja gerade, dass sie die dramatischsten Effekte erzielen kann, ohne zu brüllen. Auch wenn in dieser Aufnahme einige Töne wie das c im Nilakt beispielsweise zu robust oder zu dramatisch klingenn, hat das nichts mit Brüllen zu tun, sondern damit, dass es sich um eine äußerst dramatische Stimme handelt. Dass die Nilsson dennoch fähig und willens ist, schöne piano-Phrasen zu spinnen, kann man auch in dieser Aufnahme sehr gut nachhören. Allein wie sie die Phrase "Fuggiam gli ardori inospiti..." im Duett mit Radames im von Verdi vorgeschriebenen sottovoce ansetzt ist ganz großes Kino. Hier ernsthaft von Brüllen zu sprechen, entbehrt jeglicher Grundlage.

    Von Leiermanns Entgegnung bin ich entsetzt und erschüttert.

    Wirklich entsetzlich, dass dir hier in deinem geliebten Tamino-Forum ein so stringent und gut argumentierender Beitrag zugemutet wird. Ich, der ich deine Erschütterung zwar gut verstehen kann, da ich sehr gut weiß, dass du mit solchen Beiträgen nicht gut umgehen kannst, habe den Beitrag von "Leiermann" hingegen mit großem Gewinn und ganz ohne Entsetzen gelesen. Die von ihm aufgeworfenen Fragen halte ich für sehr relevant.

    Dass sich User wie "La Roche" von der Freiheit der Kunst derart bedroht fühlen, habe ich auch mit großem Mitgefühl registriert. Da muss doch wirklich so langsam mal etwas geschehen!

    Ich habe heute Abend mit meiner Frau und einer Freundin Verdis "Jerusalem" in einer wunderbaren Aufführung aus Genua angesehen habe. So etwas wirst du optisch wohl kaum kennenlernen, da solche und verschiedene andere Opern von Verdi höchst selten - wenn in Deutschland überhaupt - aufgeführt werden.

    Das ist so natürlich nicht richtig. Verdis "Jerusalem" wurde 2016 am Theater Bonn aufgeführt. Im Februar dieses Jahres gab es eine Wiederaufnahme der Produktion . Ich erinnere mich auch daran, dass das Theater Freiburg das Stück vor einigen Jahren gespielt hat. Dass man diese Stücke in Deutschland nicht sehen kann, ist also definitiv falsch.

    Aber wofür ich bereit bin, Geld und Zeit zu opfern, das möchte ich selbst entscheiden, und dabei spielt der persönliche Geschmack die Hauptrolle.

    Ich kann mich auch nicht erinnern, dass irgendjemand dieses Recht dir je abgesprochen hat. Was ich nur nicht so ganz verstehe: Warum hast du das Recht frei zu entscheiden, was du dir anschaust, während sich Holger hier persönlichen Angriffen aussetzen muss, weil er die Kühnheit besessen hat, eine vom User "m.joho" verordnete Fernsehübertragung nicht zu konsumieren? Gilt die Wahlfreiheit, was man in seiner Freizeit so anstellt nur für die "Freunde der echten Werke"? Und wenn ja, von wo her leitet sich dieses Privileg ab?

    Wenn ich für die Oper "brenne" (und nur dann sollte man sich meines Erachtens dazu äussern), dann lasse ich ich doch keine der wenigen Übertragungen aus, die mir vom Fernseher aus den führenden Opernhäusern mit den heute führenden Sängern frei Haus geliefert werden.

    Ich weiß nicht so ganz, ob die Verallgemeinerung dieses absoluten persönlichen Standpunktes zulässig ist. Ich selbst bin ein reger Opernbesucher, habe um die 1800 Aufführungen live erlebt. Oper im Fernsehen gibt mir allerdings gar nichts, ich brauche das Live-Erlebnis bei Bild und Ton, wohingegen ich reine Audioaufnahmen sehr gerne höre. Wirklich begründen kann ich das übrigens nicht, wenn das jedoch heißt, dass ich nach deiner Definition nicht für die Oper brenne, dann werde ich wohl damit leben müssen.

    Unser ehemaliges Mitglied Knusperhexe teilt mir heute mit, dass nach langer Zeit an der Berliner Staatsoper endlich wieder einmal eine Inszenierung gegeben wird, die zum Werk passt.

    Es scheint sich bei diesem ehemaligen Mitglied um einen gewaltigen Hellseher zu handeln, der bereits vor der Premiere weiß, wie die Inszenierung ist. Dumm wie ich bin, habe ich mir eine Karte für eine der Aufführungen gekauft, um beurteilen zu können, wie die Qualität der Aufführung ist. Aber der wahre Profi weiß schon, bevor die Inszenierung das erste Mal gezeigt worden ist, wie sie ist. Ich muss gestehen, dass ich vor solch übernatürlichen Fähigkeiten nur in aller Demut zurücktreten kann.

    Von 2 Tamino Freunden hörte ich, dass sie die ihnen zugesandten Flyer gut verteilen konnten. Der Flyer sei gut beurteilt worden und es gab positive Gespräche mit Interessenten. Also es geht doch!

    Ganz wundervoll, dass sich der Flyer gut verteilt. Herrlich! Aber schauen wir auf die Fakten der letzten Tage: Mit "Caruso41" ist hier ein äußerst sachkompetentes Mitglied, nennen wir es mal vorsichtig, "ausgeschieden", auch "Stimmenliebhaber" schreibt außerhalb der Besetzungsrubriken nicht mehr... Da werdet ihr ordentlich verteilen müssen, um die Quantität, viel mehr aber noch die Qualität dieser Beiträge auch nur annähernd ersetzt zu bekommen.

    Besonders überzeugt hat mich Agnes Baltsa in Karajans zweiter Studio-"Aida" von 1981, in der Rolle der Amneris.



    Agnes Baltsa hingegen singt nicht nur mit Leidenschaft und Feuer, sondern auch völlig frei bis in die höchsten Lagen. Damit übertrifft sie sogar ihre Vorgängerin in Karajans erster AIDA von 1959 aus Wien, Giulietta Simionato, die damals ihren Zenit schon leicht überschritten hatte. Ich halte sie für die beste aller mir bekannten Rollenvertreterinnen, wenn ich einmal von Fedora Barbieri absehe.

    Meines Wissens hat Baltsa die Partie ausschließlich in der Salzburger Produktion gesungen und danach wieder ganz schnell abgegeben. War keine so dumme Entscheidung, wenn man bedenkt, dass sie zwar immer eine sehr drahtige, jedoch nie besonders große Stimme besessen hat. Ihr natürliches Temperament hat ihr erlaubt, bis ins hohe Sängeralter eine überzeugende Carmen oder auch Isabella in der "Italienerin in Algier" verkörpern zu können. Eine herausragende Amneris war sie für mich nicht (wie ich die ganze Aufnahme für hochgradig misslungen halte) und offensichtlich hat sie das selbst ganz genauso gesehen, ansonsten hätte sie die Partie ja weiterhin gesungen.

    Mir ist die hochanspruchsvolle und mit schwierigen Koloraturen gespickte zweite Arie "Il mio tesoro intanto" um einiges lieber als die relativ einfach gestrickte erste Arie "Dalla sua pace". Zumindest die zweite Arie wegzulassen, stellt meiner Ansicht nach ein musikalisches Sakrileg dar. Die möchte ich bei Aufführungen des "Don Giovanni" nicht missen. Zu beachten ist indes, dass diese von Mozart erst für die zweite Fassung der Oper, die Wiener Fassung, komponiert wurde. In der Prager Ur-Fassung war die zweite Ottavo-Arie noch nicht drin.

    Genau andersherum: In der Prager Uraufführung gab es "Il mio tesoro" sehr wohl, hingegen nicht "Dalla sua pace". Letztere Arie wurde für Wien nachkomponiert, da der dortige Interpret des Ottavio, Francesco Morella, eine weniger koloraturreiche Arie wünschte.

    Lieber Melomane,

    die Zahlen aus der relativ neuen Bertelsmann Studie sprechen eine andere Sprache. Nur etwa zehn bis 15% der Absolventen eins Gesangsjahrgangs finden eine dauerhafte Anstellung im Chor oder als Solist an einem deutschen Musiktheater. Es werden immer noch zu viele Sängerinnen und Sänger ausgebildet.

    Richtig. Die Schuld daran liegt aber nicht bei den Theatern, sondern an den ausbildenden Institutionen. Die Gesangsausbildung an den meisten deutschen Musikhochschulen ist schlecht und praxisfremd. In Deutschland gibt es für gute junge Sänger genügend Arbeit, problematisch wird es eher für solche, die um die 40 sind und schon einiges an Erfahrungen haben, was heißt, dass sie teurer sind als ein junger Sänger. Da gibt es tatsächlich viele Sänger, die lange in einem Festengagement verbracht haben, vor dem Erreichen der Unkündbarkeit nicht verlängert werden und dann merken, dass der Markt nicht auf sie wartet. Das ist bitter, aber leider Realität.

    Wenn hingegen ein junger Sänger nicht einmal den Weg ins Erstengagement schafft, obwohl es nach wie vor über 60 solistische Musiktheaterensembles in Deutschland gibt, in denen zugegebenermaßen eine hohe Fluktuation herrscht, ist er schlicht und ergreifend nicht gut genug, um den Beruf ausüben zu können. Und da müssten sich vor allem die Musikhochschulen in Deutschland die Frage stellen lassen, warum die Quote derjenigen Absolventen, die tatsächlich in den Beruf gehen, so schlecht ist, während gleichzeitig in den USA, Südkorea oder dem Vereinigten Königreich viel bessere Arbeit in der Ausbildung geleistet wird, während - das ist das Paradoxe - dort nur ein kleiner Markt, der Sängerinnen und Sängern feste Arbeit bietet, herrscht, während in Deutschland durch die hohe Dichte der Theater der mit Abstand größte Markt für Sängerinnen und Sänger beheimatet ist.

    An Opernhäusern gibt es keine klassischen Ensembles und weitsichtige Intendanten und Kapellmeister, die aufstrebende Kollegen unter ihre Fittiche nehmen.

    Es gibt meines Wissens momentan in Deutschland kein einziges institutionalisiertes Opernhaus ohne festes Ensemble, nachdem der Versuch in Wuppertal, ausschließlich mit Gästen zu operieren, vor einigen Jahren krachend gescheitert ist. Ansonsten kann ich mit solchen Pauschalaussagen, dass es keine weitsichtigen Intendanten und Kapellmeister mehr gibt, sehr wenig anfangen. Sicher ist es richtig, dass sich das Ensemble- und Repertoiretheater in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt hat, aber zu behaupten, junge Sänger könnten sich heute in Deutschland nicht mehr behaupten, halte ich für haltlos und äußerst despektierlich gegenüber der Arbeit, die sowohl an großen Repertoirehäusern wie Leipzig, der Deutschen Oper Berlin, Düsseldorf oder Mannheim auf der einen und zahlreichen mittleren und kleinen Theatern auf der anderen Seite geleistet wird.

    Der österreichische Dirigent Friedemann Layer ist am heutigen Sonntag, den 3. 11. 2019 im Alter von 78 Jahren einem Krebsleiden erlegen. Das Nationaltheater Mannheim prägte er von 1987 bis 1990 sowie erneut von 2007 bis 2009 als Generalmusikdirektor. Darüber hinaus war er als Gastdirigent an zahlreichen renommierten Opernhäusern tätig. Auch im Konzertbereich zeichnete ihn eine rege Tätigkeit und ein breit gefächertes Repertoire aus.


    https://www.morgenweb.de/mannh…-layer-_arid,1547086.html

    Ich verstehe die Empörung nicht: Wo ist denn der Unterschied zwischen dem, was Holger ankündigt bzw. für sich in Anspruch nimmt und dem, was hier andauernd passiert mit Einwürfen wie Würde ich mir nie anschauen, Ist mir mein Geld für zu schade, Gerne für den der es braucht, aber sicher nicht für mich etc. pp. - Klar, es ist immer blöd, wenn ein anderer das eigene Fehlverhalten formuliert und auf den Punkt bringt, aber - wie Gerhard immer wieder betont - steht ihr da nicht drüber?

    Der Unterschied ist doch ganz offensichtlich: "Gerhard Wischniewski", "La Roche" oder auch "chrissy" sind im Besitz der Wahrheit, sie kämpfen für die echten Werke und damit ist doch wohl klar, dass sich da jeder Widerspruch verbietet. Allen anderen, normal Sterblichen, die nicht im Besitz dieser Wahrheit sind, darf und muss natürlich von diesen Koryphäen nassforsch über den Mund gefahren werden, wenn sie wieder eine live erlebte Vorstellung ganz falsch bewerten. Die einen sind Liebhaber der echten Werke und real denkende Menschen und die anderen unerleuchtete, orientierungslos Umherirrende, die einer Belehrung bedürfen. Insofern ist deine Gleichsetzung dieser höchst unterschiedlichen Welten schon ein wenig gewagt. Ist das denn wirklich so schwer zu verstehen und zu akzeptieren, dass hier einige gleicher sind als andere?