Beiträge von Damiro

    Das stimmt natürlich, lieber HolgerB !


    Ich glaube das heisst Pop Instrumental oder ... es stehen durchaus noch andere Begriffe zur Verfügung ;).


    Abgesehen davon hat das Stück ein anderer in den obigen Thread gepackt. In dem Thread befinden sich aber extrem unterschiedliche Stücke ausserhalb der Rubrik Jazz, was sich offenbar schon länger "entwickelt" hat. :untertauch:

    Die Theorie kann man dann aber knapper oder ausführlicher behandeln, von vielen wird sie trotzdem wenig beachtet oder "etwas beiseite" geschoben. Wirklich konzentriertes Hören bringt einen fast immer weiter...

    Ich würde Currentzis ebenfalls nicht gleich einen Exzentrtiker in Sachen Mozart "schimpfen". Eigentlich wirkten die Musiker unter dem jungen Meister ziemlich motiviert und spielten vielleicht insgesamt etwas expressiver und lauter. Schneller ? ich weiss nicht. Ob dieses Hörbild sich ausbreitet, werden wir sehen.


    Habe ich das richtig beobachtet, dass sich Currentzis auf Mozart`sche Werke jetzt regelrecht stürzt ? Dann würde Mozart für mich wahrscheinlich eine neue, nämlich mehr dramatische Qualität bekommen... !!!:saint::)

    Danke für # 190, lieber Mathematik- Vorderbänkler !


    Ich wusste nicht, dass A. Mangelsdorf mit diesen jüngeren Typen etwas aufgenommen hatte. Leider hört man die hochfrequenten Becken von Al. Mouzon, auch auf einer "besseren" Anlage, nur ziemlich dünn, also "raschelig". Dabei hatte er zeitweise oder hauptsächlich bis zu vier grosse Becken auf freistehenden Ständern in seiner "batterie"!


    Ich habe seit dem Winter einige CDs erstanden mit A. Mang., Slide Hampton, J.J. Johnson und Jiggs Wigham, möchte dann mal später einen Thread starten mit Posaune, wenn ich mehr darüber weiss. ;)^^

    Ich muss sie jetzt mal loswerden, diese teils heftigen Sirmeleien also anwenden:


    Bruce H. und seine Leute (bzw. seine Keyboards bzw. sample CD) mal einfach nochmals gepflegt drauflos dreschen lassen (war das nicht schon mal vor ein paar Wochen ? Och, war doch so kräftig und optimistisch, bes. Nr. 5 !)




    (Erinnert mich jetzt stark an Gratis - open air - event in Nashville, also scho bissle modifiziert...

    Immerhin wird bei Kesting nicht so recht klar, wie er die Aufführung nun denn fand. Und das wundert eigentlich keinen. Denn die Qualitätssteigerung bei Currentzis und / oder sein Erfolg flachen sich langsam ab, das entwickelt sich fast zwangsläufig so, wie man einschlägig liest und hört. Und es erzählen mannigfaltige sog. Erfolgsbiografien so oder so ähnlich. Es kann auch anders gehen. Wie genau, wird man in aller Ruhe verfolgen können.

    In meinem Umfeld ist man weiterhin interessiert an seiner Arbeit und deren Ergebnissen, die bisher sehr positiv waren. Ich finde es leicht zu verstehen, wenn gewisse seltsame Dinge passieren, die mit der Orchestermusik oder Oper herzlich wenig zu tun haben. Er ist auf einer solchen Erfolgswelle, dass er sich allerhand Experimente und auch Mätzchen leisten kann, da können Kritiker noch so eifern. Wenn nur das Publikum es mitmacht.


    Wenn er wieder in Stuttgart ist (oder im Umkreis ;)) werde ich wahrscheinlich dabei sein. In 2019 war er mit Mahler 3 bei uns sehr erfolgreich. Und wir sind gespannt und erwartungsfroh ^^

    Es gilt hier, die Dinge nicht durcheinanderzubringen !


    Das Verrücken der Tonart, wenn ich`s noch richtig weiss, geschieht im Laufe des Stücks um einen Halbton nach unten, also von h- moll nach b- moll, nicht so leicht hörbar wie bei Milhaud, Roussel u.a., wo die linke Hand diese und die rechte eine andere Tonart gleichzeitig spielen. Ich denke, dass wir bei unserem Beispiel keinen "Fehllauf" hören, sehr wohl aber zwei verschiedene Skalen dicht beieinander..


    Da es ja auch unterschiedliche Ausprägungen des absoluten Gehörs gibt, kann ich nur annehmen, dass es überhaupt Leute gibt, die sowas beim Liszt hören8|:)...

    Ich habe den Don Giovanni gestern auf arte ab 22:05 bis gegen 2 Uhr mit meiner Frau zusammen angesehen. Ich bin in meinem Leben bisher kein Opernfreund geworden, d.h. ich habe mir in Stuttgart und Frankfurt bisher max. 15 Opern quer durchs Repertoire angesehen, v.a. wegen des gemeinsamen Erlebnisses mit meiner Frau bzw. Familie.


    Ich war sehr beeindruckt von dem einfachen, aber grossartigen Bühnenbild, den fast nur ganz in Weiss oder Schwarz gekleideten Figuren, und vom musikalischen Teil der Oper. Die Musik war ein Mozart, den ich noch gar nicht kannte, nämlich dramatisch, rauh und auch manchmal etwas schrill. Die herabfallende Autoattrappe und der durch den Fall zerspringende Flügel haben mich zwar beides Mal erschreckt, jedoch nicht sonderlich beeindruckt. Es hätte kein Mal mehr sein dürfen !


    Das Interview mit der Festivaldirektorin in der Pause liess mich aufhorchen und ich fand es substantiell. Selbstverständlich habe ich da nicht etwas Ausgewogenes oder so erwartet.


    Insgesamt ein starkes Erlebnis für mich, das mich anschliessend und auf heute noch viele Details rekapitulieren lässt.

    (Bei diesem kurzen Beitrag möchte ich es auch bewenden lassen) :yes:;):)

    Ein bisschen schade ist es, dass Herrn Dr. Pingels Beitrag, in dem er aus seiner Chormusikpraxis berichtet, in den nachfolgenden Beitragstexten etwas untergeht.


    Gerade darin wird unterstrichen, wie Musikvermittlung über einen Lied-, Choral-, Madrigal- oder Messentext sozusagen mit der Musik verzahnt wird, wie deren Strophen, Verse, ja Imperative wie Komm... ! Ach... ! usw. direkt im musikalischen Ausdruck münden, und dabei menschliche Zustände transportieren, augenblicklich, verbindlich, sozusagen mittels Zuruf, vorher oder später ruhigen, ernsten und eindringlichen Worten geklärt wird. Sozusagen eine direkte, emotionale, semantisch- phonetische Kopplung erfolgt, die mein damaliger Lehrer (C. F. Graumann) "geistige Entität" genannt hatte, damals und heute ohne die Topologie der Anatomen, Physiologen und Radiologen. Das habe ich erst nach meinem Studium richtig verstanden, dass verschiedene Strömungen (Ströme !) des Geistes und des sensomotorischen Vermögens ( inkludiert die Musiker, Sänger usw.) gleichzeitig einen ultrakomplexen Einfluss mit und ohne Zeitverzögerung auf Musiker und Hörer/ Betrachter bewirken. Ohne Reflexion, zuerst einmal egal, was danach kommen könnte. Es ist plötzlich da, sozusagen wird der Denkvorgang der geschilderten Entwicklung nachgeführt. Dass man dann ein Buch braucht, einen Lerntext, audiovisuelle Einflüsse, ist nahezu ganz natürlich. Oder will man diese "nur" haben, besitzen. Die Zeiteinheiten und Mengen, die dazu benötigt werden, sind nirgendwo verbindlich definiert und geregelt. Einer geht voran und nicht der Folgenden bekommt Beifall.


    Ich würde sehr gerne die Gedanken der (in den lfd. und kürzlichen Threads genannten) Grossen in ihren Werken nachvollziehen, mir differenziertere musikalische Bildung aneignen, habe jedoch zuviel mit Vordergründigem zu tun, welches mein Leben regelt, aber auch verbessert. Ich gehe nicht gerne zur Seite und sage nichts dazu. Ich bin nicht ehrfürchtig.


    Und seit meinen 40er Jahren habe ich mir bei Konzerten keine Programmhefte mehr gekauft, im Wunsch dabei, absolute Musik zu hören, mich einzufühlen, auch quasi sportlich zu erraten, worum es sich handelt.


    Und dann...

    ja, dann wollte ich zuletzt wieder Programmhefte haben;). Nachlesen, was andere dazu meinen, aber auch abgeschreckt zu werden von oberflächlichen und grosssprecherischen Musikkritikern, denen offenbar mit der Zeit keiner mehr etwas bieten konnte. Und auch das zu finden, was nicht schreit und kreischt (ausser meiner jüngsten dreijährigen Enkelin :love:- eine von mehreren). ;)

    Noch ein paar Aspekte zu meinen derzeitigen CD- Käufen:


    1) jpc funktioniert nicht schlecht, jedenfalls häufigst. Bleibt was im Rückstand, wird es erstmal bei ==> Bestellungen weitergelistet. Bis zur tatsächlichen Lieferung kann es dauern.....

    Nicht o.k. fand ich es, dass keine Reaktion erfolgte, als ich eine Rechnung schuldig geblieben war und ich um erneute Zusendung dieser Rechnung gebeten hatte. Dabei war die jpc- Forderung korrekt, weil ich die Rechnung - per email - offenbar versehentlich gelöscht hatte. Ich hatte nicht beachtet, dass es eine ==> Rechnungsliste gibt ! Meine Schuld, man ist halt manchmal etwas in Eile.


    2) Mit Urwaldfluss und Medimops bin ich zufrieden, bestelle aber beim Amazonaisch nur das absolut Nötigste. Am Ende hat dann Medimops viel weniger im Angebot, als man anfangs glaubt (Klassik ohne Oper). Das versuche ich stoisch zu nehmen.


    3) Bei den kleinen Lieferanten arbeitet v.a. der Inhaber und sonst v.a. Aushilfskräfte, die leichter Fehler machen. Als ehemals Selbständiger kenne ich alle Nachteile von Aushilfskräften zu Genüge, möchte hier aber auch viele Vorteile dieser Menschen nochmals ins Gedächtnis rufen.


    4) Bei "Einklang" in Stuttgart kann ich das bisher Gesagte bestätigen, ich glaube, dass der Inhaber entweder eine gekürzte Miete zahlt für diese superteuere Lage oder ein finanziell entspannter Liebhaber ist, der von was anderem lebt. Das Personal dort versucht, die dollsten Bestellungen zu erledigen....


    5) Als Schwaben sind meine Frau und ich regelmässig in Berlin und ich kann dann 2 bis 4 Std. Dussmann einplanen. Wenn die zumachten, würde mir was fehlen.


    6) Ich bin nicht allzusehr auf CDs der Hitparaden aus, kaufe aber auch teurer, wenn nicht anders vorhanden. ;)=O8)

    In diesem Zusammenhang ein Zwischenruf:

    von Riemann Brockhaus Musiklexikon in fünf Bänden (Schuber inclus. Ergänzungsband) möchte ich abraten. Details an dieser Stelle möchte ich jetzt nicht nennen, vielleicht bietet sich ein älterer oder ein neuer Thread zum Thema an. Ich benutze fast nur noch den Ergänzungsband. Welches Musiklexikon für mich gut wäre, hoffe ich noch herauszufinden...


    Ich freue mich, einen so gut laufenden Thread hier vorzufinden und daran teilnehmen zu können, auch wenn die Zahl meiner Beiträge klein ist . Dafür herzlichen Dank an Holger, astewes, KStM (Scusi), und Dr. Pingel. Und auch an alle anderen, die sich noch zugesellen werden.:hello:

    Haalo Holger, haaalo,


    "Du verstehst Mahler nicht, weil du Mahler nicht hörst !?" das würde für mich eher Sinn machen.


    Du kannst oben auch Empathie durch Sympathie ersetzen.


    Du sprichst von Stimmen, Hitlers Stimme ! Das ist eine Stimme, aber wir sprechen von Musik, was eine andere Sprache ist. Lass den "Halbintelligenzler" wie meine Prä- Abi- Geschichtslehrerin (deutsche Universität Prag, Histiorische Fakultät) zu sagen pflegte, einfach weg !

    Gefangen nehmen lassen, ohne wirklich zu verstehen, passiert andauernd und ist in diesem Zusammenhang eine politische Kategorie.


    Nein, lass uns jetzt bei der Musik bleiben. Deren unerklärlicher Faszination, die Widersprüche erzeugt, ist eine Welt für sich, jenseits historischer und philosophischer Betrachtungen, mit denen ständig neue Fragestellungen entstehen.


    Eigentlich möchte ich mich von Mahlers Musik erstmal beeinflussen lassen, so gut es geht und es mir guttut.


    Wir befinden uns hier in einem Laienfarum über klasssische Musik, welches imgrunde keine hochwertigen philosophischen Diskussionen erlaubt, diese natürlich zulässt. Was sonst !


    Holger,

    ich müsste mich, zugegeben, mit Hitlers Tischreden befassen. Doch dafür ist keine Zeit mehr, da mein Leben den bekannten biologischen Gesetzmässigkeiten folgen wird.


    Bzgl. Mahler werden wir uns noch gegenseitig loben !:)


    MlG

    Damiro

    Von Herbert Schuch (s.o.) habe ich inzwischen CDs entdeckt, die wohl eine recht junge Zielgruppe haben, vielleicht Verliebte ?

    Jedenfalls ist das bei mir schon länger her ..... (dahinschmelz !)

    Die oben näher genannte, nicht nagelneue Box (# 176) bietet abgesehen vom Schumann op. 9 (für sehr wenig Geld) abwechslungsreiche klassische Klaviermusik auf durchwegs hohem bis höchsten Niveau.


    Ein Pianist, den ich imgrunde wenig kenne, und mit dem ich inzwischen v.a. Beethoven` sche Sonaten assoziiere, ist


    Michael Korstick (s.u.)


    Dieser ist inzwichen über 60 Jahre alt, für Pianisten ein interessantes, oft sehr produktives Alter. Er spielt den CARNAVAL mit einem ziemlich poetischen Grundton, den ich gerne in die Nähe der Interpretation von Wilhelm Kempf rücke.

    ...

    Frägt man heutzutage junge Leute (ich kenne leider nicht viele), wie sie Musik konsumieren - pardon rezipieren, dann kann man ganz leicht sehr enttäuscht sein wegen deren unprätentiöser Betrachtungsweise.


    Ich kann in Gesprächen, wo Themen der Musik unter anderem erörtert werden, oft gar nicht feststellen, ob es Sollen oder Tun ist mit dem Hören und Ausüben von Musik ist. Fest steht, so scheint mir, dass Musikinstrumente gewünscht werden, um darauf zu üben, diese auch zu besitzen, gleichzeitig auch elektronische Hilfen zu benutzen, z.B. Soundeffekte, um eine gewisse Performance in der Familie oder Schulklasse hinzukriegen. Man ist offenbar mit einigen Effekten leichter zufrieden als mit der Suche nach einem ästhetischen Ideal, welche dann wesentlich schwieriger ist als vor sich hin zu klimpern. Auch unter Betrachtung der (momentanen) Möglichkeiten des Schülers braucht es offenbar dafür eine Art musische Umgebung (Eltern, Schule, Kirche, Verwandte, ...).


    Mal was ganz anderes, lieber astewes:

    wie rezipierst denn du Musik, oder wie sollte/ könnte man sie rezipieren ? :/

    Doch, man kann Mahler "irgendwie" hören, mit gross erwachsender Empathie !


    Und im Hören Glück verspüren, zumindest ein tiefes Gefühl, auch Bewunderung für den grossen Ausdruck in dieser Musik empfinden. An der Oberfläche zu bleiben schliesst nicht aus, sich weiterhin von ihr gefangennehmen zu lassen, also sie wieder und wieder zu hören, ohne dass man in die Tiefe gehen müsste mit philosophischer Untermauerung. Als jugendlicher Dialektiker hätte ich diagnostiziert: "Bildungsunterschiede", "Herrschaftswissen". Dabei haben diese so langsam verflossenen, verblichenen Begriffe heutzutage eher Werbe-, Hinweis- oder Plakatcharakter.


    Doch nein, der oben erwähnte Musikhörer ist ganz nahe an Mahler dran, der ihm dann den weiteren Weg weist, mit dem neuen Bühnenbild, mit dem Bam- Bam- Dingdong- Kinderlied.

    Ich vermute, ich höre ich deshalb so wenig Mahler, weil er diese dramatische Wendung vom Super- Suggestiven zum gross erscheinenden Banalen immer mal wieder macht, was mich zuweilen ärgert (Ich hoffe, dass meine Sätze trotzdem Mahlers grosse Wirkung auf mich ausdrücken). :yes:

    Herrlich, lieber moderato und Joseph II, wie ihr das aufgegriffen habt, insbesondere der junge Backhaus schien sogar zwei Frisuren gleichzeitig gehabt zu haben. Ob da der Blitz schuld war damals dort und jetzt dort drüben , der jedenfalls MILD eingeschlagen hat, kann ich mangels eindeutiger Wahrnehmung und eben auch ausreichender Definition einfach nicht feststellen. Nachdem aber der Holger hartnäckig versichert hatte, oder war`s der WolfgangZ, dass er beim Wissen nur im 50 %- Bereich läge, hat mich das nun so deutlich beruhigt, dass ich dem Klassik vs. Romantik- Thread eine grosse oder aufregende oder... Zukunft vorhersage. (Die paar Freunde mit oder bei 80 % wollte ich jetzt mal nicht diskutiert haben, da uns olympische Dimensionen derzeit eh näher sind als sonst).


    Als ich # 34 gelesen hatte, was ich (seit # 1) beinahe nicht geschafft hätte, dacht ich, dass nun der Thread endlich anfängt, was natürlich nicht sofort bestätigt werden sollte. Äh. Doch wurde klar. dass man eine Definition der musikalischen Romantik unbedingt bräuchte, v.a. wenn man keine solche der Klassik hätte ;). Ich war aber erfreut zu lesen, dass es notfalls nebulös oder eher wenig definiert weitergehen könne, eine unendlich wichtige Erkenntnis :):saint:. Früher hat mich ein mehrfach diplomierter und durch jüngere Menschen gefeiter, leider verstorbener (bester) Freund und Geisteswissenschaftler gelehrt, dass das Erkennen und Umreissen des Problems im Zweifelsfall schon ein Fortschritt sei, insbesondere für einen Praktiker wie mich (durchaus mit Abschlüssen und promoviert), was er nie gesagt, aber schon gemeint hatte, mit teils liebevollen, teils genervten Seitenblicken usw. Ich hatte bei # 34 sofort an meinen Freund, den Lehrer gedacht, und dass ich mit zunehmendem Alter es dankbar annehmen würde, wenn mir Nicht- Geisteswissenschftler einer etwas erklärt. ;(:) Ich habe im Laufe der Zeit doch viele Bücher angesammelt, teils sogar teilweise und manchmal sogar ganz gelesen.


    Kurz gesagt hat sich bei mir ein Hunger nach kurzen Informationen angesammelt, mit der Lust, ganz viel Musik (wieder) zu hören, ohne viel Lesen zu müssen. Und Klavier zu spielen, improviisieren und dann was darüber aufschreiben. Also - anständig zu dilettieren. Doch Klassik und Romantik will ich schon unterscheiden können, notfalls es hier lernen ;)


    Vielleicht lag ich richtig, als ich mit Zwanzig die Eroica in die Ohren bekam, danach dann die Unvollendete - und dann wusste, das "ist die Romantik".



    (---> weiter für mich drüben im Thread "Von der Klassik zur Romantik")

    Hallo, lieber Alfred,


    ich habe auch nicht erwartet, dass da gleich was käme. Vielleicht aber nach einigen Tagen oder Wochen.


    Super ist aber, dass du mir den Link geschrieben hast, den ich sonst wohl nur durch Zufall oder gar nicht gefunden hätte. :hello: Daanke !

    Bei mir lief das so /läuft...

    Als männlicher Jugendlicher war Beethoven mein Gott. Chopin und Debussy kamen in der Folge dazu, glaubte damals, C. und D. sei ähnliche Musik. Beim Jazz fand ich ziemlich schnell New Orleans- und Dixieland- Klänge altertümlich und komisch, wenn nicht ganz und gar zickig. Freejazz wollte ich ein paar Monate/ Jahre lang mögen, bis ich schliesslich dessen Chaos / Lautstärke usw. fast schon abstossend fand.

    Ich lernte allmählich und wusste dann - es kam wie aus einem Nebel unglaublich langsam zum Vorschein, mit Umrissen - oder waren es zuerst die Details ? - was ich wollte: es waren Melodien, dann zugewählte Harmonien, was mich interessierte. Begleitet durch Rhythmus und "Sound", die ganz schön variieren konnten.

    Ein entscheidender Punkt war nun: ich las über Kunst, Physik, u.v.a. Doch nichts über Musik ! Die hörte, spielte und tanzte ich nur. Unter wachsender beruflicher Anspannung hörte ich nun immer weniger Musik, zuletzt empfand ich in einem Jahr mit acht Todesfällen die Vier letzten Lieder und die Regerschen Fantasiewerke auf der Orgel als schönste und gleichwohl "beste" Musik überhaupt. Am Interessantesten erschienen mir Saxophon und Posaune als unbegleitete Soloinstrumente im modalen Jazz. Und unbegleitete Cello- und Violinestücke bzw. -werke. Und von allem möglichst wenig...


    Mir war klar, dass ich nun etwas für mich Wichtiges in der Musik gefunden hatte, irgend etwas Verstecktes darin, das sich mir offenbart hatte. Doch warum gefiel mir Bach nicht, und das über Jahrzehnte hinweg ?

    Warum fing die Musik (früher) für mich erst nach Bach an ?

    Vor einigen Jahren nun hörte ich gesungene Renaissancemusik, erst ein- und mehrstimmig, was mir über die Maßen gefiel. Dann so allmählich alles mögliche, was es so gibt ab 1400 und später. C.Ph.E. Bach finde ich sehr reizvoll und einnehmend, aber eben net den alten Bach. Auch finde ich Musik aus afrikanischen Quellen tief berührend und ausdrucksvoll (z.B. Kulu se mama, )

    Und den Gesang von Anouar Brahem.


    Mit den vielen Fragen zur Musik, warum dieses und warum jenes nicht ? kann ich gut leben. :yes:

    OEHLBACH "T"

    Ich bin mir nicht sicher, ob dieses Gerät hier zu besprechen sinnvoll ist, oder ob es einen eigenen Thread haben sollte.


    https://www.oehlbach.com/de/anschlussarten/power/phaser


    Interessant im Expose (Ider Herstellerfirma) sind Adjektiva wie effizient usw.

    Normalerweise bin ich Argumenten wie "messbar" oder "sehr wahrscheinlich" ziemlich zugänglich, gelegentlich scheinen solche Kaufargumente aber kaum möglich oder schlicht nicht vorhanden.


    Meine Frage lautet:

    kann ein hörbarer Effekt (bei sonst teils sehr hochwertigen HiFi- Komponenten inklus. dicken LS- Kabeln) mit OEHLBACH T erwartet oder erzielt werden ? Betreibt das Gerät jemand von den Taminos ?


    (Dazu eine Randnotiz, die mein Denken und/ oder Fühlen demonstrieren soll:

    ich besitze eine Modellbahnanlage, die mit einem digitalen System namens DIGITRAX (US- Produkt) strom- und steuerversorgt wird (2 L =). Sie ist sehr gross und weist deshalb Stromversorgungs- und Steuerkabel bis 14 m Länge auf. Die Verkabelung erfolgt über 2 x 1,5 bis 2,5 mm² Kupferlitze sowie einem 6- adrigen Flachbandkabel. Diese geschah nach einer sehr ausführlichen Bau- und Materialanleitung bzw. -liste eines amerik. Modellbahn ("elektro- bzw- elektronik")ingenieurs und den Leitlinien eines namhaften deutschen lokalen Modellbahn- Clubs, mit funktionierenden ("echten") Urheberdaten wie Tel., Fax, und Netz. Der Grund dieser aufwendigen Praxis scheint die Ausschaltung immer wieder auftretende Fehlfunktionen zu sein, v.a. wg. Phasenüberlagerungen (?) bzw. unberechenbarer Stromimpulse der Betriebs- und Steuerströme (?), die bei einfachen Verdrahtungen gang und gäbe und prinzipiell für den Betrieb a la "Haushalt" unerheblich seien (und für die gängigen, eher kleineren Modellbahnanlagen Märklin, Roco o.a. ausreichten). ...

    ... ...)


    Sind da Analogieschlüsse zum HiFi- Betrieb erlaubt ? Und wenn ja, in welcher Weise ? :rolleyes:


    M lb G und einem Dankeschön

    Damiro

    Ich bin nicht überrascht, dass so ein Format ausgerechnet vom RBB kommt, Brandenburg und Berlin beinhalten sicher ganz unterschiedliche Hörerkreise, denen der Sender es recht machen will/ muss. Sender und Produzenten steht es frei, auch mal was anderes zu produzieren als Mainstream und alte Schlager hochleben lassen. Ticciati hat schon weiss der Herr welche Superorchester in Mitteleuropa und auch die Philadelphia- und Cleveland- Orchester (u.a. !) dirigiert und wird sich auch zur hier besprochenen Produktion nicht besonders verbogen haben.


    Es ist reine Geschmacksache, ob man sich diese Sendung geben will oder nicht, mitsamt eines Kommentars eines in vieler Hinsicht besonders befähigten Menschen, der sicherlich nicht philosophisch schwadronieren will. Er hat sich in Grenzbereichen aufgehalten und auch solche Erfahrungen gemacht, und er hat rechtzeitig mit dem Bergsteigen aufgehört.


    Ich dagegen habe bisher nur fünf Narkosen erlebt und besitze drei CD- Versionen der Alpensymphonie ohne Zwischenkommentare. ;):)

    Also gut,

    auf der Ebene von Vico Toriani den Carnaval zu händeln mag ja mal gehen, wo jener doch der Lieblingssänger meiner seligen Mutter war, und ein guter Musikerfreund "Meisterschüler" von Catarina Valente in Mannem, V.T. wiederum öfter mal deren Zweitstimme im Terzabstand unter ihr deutlich vorher, zuweilen auch über ihr (im Terzabstand) :D:D:D


    Mal sehen, was ich mir über Herbert Schuch aufgeschrieben habe, über seine Aufnahme hier: (dessen Carnaval ist sehr preiswert in folgender Box zu haben und seine sonstig enthaltenen Aufnahmen stellen sehr solides, teils recht originelles und traumhaft sicheres Klavierspiel dar ---> ....)




    Weitere Informationen über ihn gibt es hier:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Herbert_Schuch


    H. Sch. ist im Alter von neun Jahren von Temeschburg mit seinen Eltern nach Deutschland übergesiedelt, zunächst nach Rosenheim / Bayern. Er hat im Verlauf eine ganze Menge von Preisen bei Klavier- resp. Musikwettbewerben gewonnen.


    Die vorliegende Aufnahme stammt aus 2008, der Pianist war damals 30 Jahre alt. Der Flügel klingt rund, weich und warm, mit etwas Bassbetonung. REPLIQUE (Pos. 38) geht nahezu tonlos zuende, danach greift der Pianist in den geöffneten Flügel und lässt von den geforderten Grundtönen aus Glissandi erklingen, die den Abschnitt SPHINX zum tönen bringen sollen. Das ist eine sehr freie Interpretation von Schumanns Absicht, das literarische Schema Sphinx adäquat in die Musik einzuflechten. Das wird sicher nicht jedermann gefallen, doch geht es weiter, alsbald mit dem dreiteiligen Komplex VALSE ALLEMANDE - PAGANINI. Die geforderte Vortragsweise Tempo 1 (ma piu vivo) nimmt Schuch wörtlich leidenschaftlich romantisch, ebenso wie CHIARINA. Da wird Schuchs Spiel, ohne dass Fehler und Fehlgriffe passieren einfach phänomenal. Endlich gerät der abschliessende MARSCH DER DAVIDSBÜNDLER recht langsam und eher behäbig. Ich finde, dass alles stilistisch gut zusammen passt. 8)

    Nein, diese CD von Nelson Freire besitze ich noch nicht, aber wohl die Harmonies de soir. Über den Carnaval mit N.F. will ich später noch was sagen.

    Ja, zur Entwicklung des Hörerlebens können biografische Sequenzen schon herhalten.


    Zum Beispiel habe ich diesen Carnaval (s.u.), also von Stefan Vladar, vor einiger Zeit beim Kochen gehört. Wenn es nicht um Sekunden geht, ist aufmerksames Hören während solcher Tätigkeiten durchaus möglich. Mann, kann der Typ Klavier spielen ! Flüssigkeit der Läufe, Phrasierungen , Pausen, Dynamik, alles von hoher Qualität... Und ich habe keine einzige falsche Note gehört. Dazu ein schöner kräftiger Flügelklang....



    Doch wo bleibt die Poesie des Klavierspiels ? Wo sind die kleinen Pausen, leise Ak- und Dezelerationen, wo klingt etwas ohne Hast aus, wo endet ein sachter Pedaleinsatz ? Das alles kann man/ ich beim Kochen nicht hören. Diese Details werden mir erst beim zweiten Male hören bewusst. Nein, das ist mehr Powerklavier, was ich da höre. Nahezu absolute technische Perfektion. Doch am Ende ist eine gewisse Gleichförmigkeit mein Haupteindruck.