Beiträge von Damiro

    Hallole,


    hallo Woka,


    diese im letzten Beitrag gezeigte CD fiel mir vor kurzem auf, ich glaube, beim Dussmann in Berlin. Nun ist sie hier verlinkt und ich hab sie zu einem guten Teil gehört. Das ist so schöne Musik !...und um diesem Musizieren mit Spass zuzuhören, muss man kein jazz native sein !


    Weil manche sofort gerne hören würden. hier noch ein älterer Link:


    https://www.youtube.com/watch?v=v1qP_JMiwx0


    Sry, kleine Unterbrechung.

    Mit grossem Interesse verfolge ich euere Diskussion. Ich fühle mich beim Lesen wohl.


    Es ist schon merkwürdig mit den Gamelan Orchestern. Wenn ich mal nur beim Hören bleibe - und nichts bis wenig über diese Musik weiss - wundert es mich, dass das gelegentliche (oder häufigere ?) Lärmige der Musik nahezu regelmässig neben feinsten Klang- und Dynamikdifferenzierungen durch Lautstärke und Instrumentenwahl auftritt... Ich meine, dass Debussy die Musik nur als Anregung betrachtet hat für einige eigene Kompositionen.


    Man kann Gieseking ab und zu schludern hören, z.B. auf der EMI- LP der Schumann - / Grieg`schen Klavierkonzerte (leider ist diese LP noch in einer Umzugskiste). Natürlich wird er für mich immer zu den ersten gehören, er kann eben auch federleicht und sehr genau spielen wie wenige. Ich neige schon länger dazu, ihm "zu verzeihen"... :S

    Vermutlich sind Steppenhund und Eric Hoffmann keine schreibenden Mitglieder mehr.


    Mit ihnen würde ich gerne die Barcarole op. 60 oder/und das Prelude op. 45 von Chopin hören, in der Zwei-, Drei- und Vierklänge - zusammen mit Melodien und Rhythmus das Geschehen prägen, wobei feine harmonische Abwandlungen die Stimmung ("mood") unmerklich oder deutlicher verwandeln. (Das Experiment könnte man mit vielen weiteren Stücken aus allen möglichen Epochen wagen.) Einzelne Töne - auf dem Klavier hintereinander gespielt - weisen meist aus, dass das Instrument nicht singt, weshalb das Publikum besonders Geige, Saxofon und Trompete mag, die einfach singen, quäken, atmen usw. - mal ganz subjektiv ausgedrückt. Der einzelne Klavierton klingt sogar ziemlich unpersönlich, einige Posts vorher wurde -als Gegenpol gemeint- "vielfältig" formuliert !


    Nochmals beispielhaft, jetzt aber beim Jazz, kann die Wirkung der Harmonien (d.h. mehrere Töne gleichzeitig zu spielen) und Harmoniewechsel des Klaviers gut empfunden werden: "Central Park West" von John Coltrane, "The Girl from Ipanema" von Tom Jobim. Beim Bossa Nova übernimmt die Gitarre die harmonische Führung, der Mensch singt dazu. D.h. die Gitarre begleitet den Gesang. Im Mainstream Jazz, also ab ca. 1965 bis xxxx kam man darauf, Stücke in sog. modalen Tonleitern zu komponieren. Dabei konnten auf dem Klavier einige wenige Harmonien gespielt werden, die aber zu sehr vielen Stücken passten, sehr gut für die Jazzpraxis, mit seinem Instrument bei fremden Musikern einfach (formal betrachtet) "einsteigen", d.h. ohne grosse Absprache mitspielen zu können. :whistling: :D


    Einige wenige Aspekte aus der Musikpraxis !


    Freundlichst
    Damiro

    Ach, hätten wir Menschen doch drei paar Ohren mit den passenden Gehirnen dazu.... Wenigstens.


    Wir könnten soviel mehr hören und darüber sprechen.


    Ich habe einige Zeilen zur DG Pollini- CD 12 Etudes und Berg, Sonate op. 1 zu Papier - sagt man zu Taste ? - gebracht. Die Etudes liebe ich von Tag zu Tag mehr. Will es bald fertig hören / schreiben.


    Oder renne ich damit in diesem Thread offene Türen ein ? (hab mir erlaubt, nicht alle Posts durchzugehn)


    Freundlichst
    D.

    Weiter nach der Novellette mit der Spielanweisung "Leicht und mit Humor" ging es mit einer unglaublich erzählenden und klangdifferenzierenden Sarabande aus der 4. Partita von J.S. Bach.


    Nach der Pause folgte die Nov. mit der Charakterisierung "Rauschend und festlich" ein anderes, mehrere Sekunden lang anhaltendes hochfrequentes "Rauschen" im Diskant des Flügels. So können Fünftausend Stare klingen, wenn sie in eine Gruppe von Pappeln zur Landung einfliegen (ist von mir kolportiert ;) ). Auch im Verlauf des 8. von "Vingt Regards sur l`Enfant Jesus" von Olivier Messiaen könnte man Unterhaltung zwischen grösseren oder kleineren Vögeln assoziieren. Jedoch ist Messiaen nie lautmalerisch oder gar programmatisch, es ist einfach nur Musik zum Hineinhören und Sich konzentrieren, Eigenschaften, die uns unsere lärmige Gesellschaft partout abgewöhnnen will. Um Messiaen kennenzulernen, sollte man seine Stücke für Orgel hören, dann die Klavierstücke erforschen. Dafür ist jedes Buch und Programmheft unnötig. Vielleicht aber nützlich ?! Der Abschluss ist wieder Diskantrauschen, "die Vögel fliegen weiter..."


    Dann Chopin- Walzer a- moll, op. 34/2, ein grossartiges Stück mit chopin- typischen Melodiebögen, deren Ausdruck so oft etwas Gebrochenes oder Abbrechendes hat, und das in perfekter Form und Länge.


    Vor der letzten und mächtigsten Novellette erklangen zwei späte Werke von Liszt, welche irgendwie abstrakt und nahezu atonal klangen. Z.Tl. kaum mehr als "gewohnte" Liszt- Werke erlebbar.


    Ungeheuer kontrastierend dann der Konzertabschluss mit der riesigen 8. und letzten Novellette. Schumann holt aus und schwingt sich auf, wie ein starker junger Mann nur zur Sache gehen mag, wenn er das Leben, die Welt und noch die passende Frau für sich haben will (s.o. ;) )


    ***********


    Martin Helmchen spielte sich nach anfangs eher vorsichtigem Zugriff nach und nach frei, überzeugte dann schliesslich ohne hörbare falsche Noten. Und genoss am Ende den herzlichen Beifall. :thumbsup:


    Freundlichen Gruss
    vom Damiro

    Hätte ich nicht das Brahms- Stück, welches als bekannte (dritte) Zugabe erklungen ist, noch in meinen CD- Beständen hören- suchen wollen, wäre mein Post schon am Mittwoch abend nach dem Konzert hier zu lesen gewesen. Aber wegen der Vollständigkeit wollte ich die Zugabe genau identifizieren. Und heute erschien eine lesenswerte Kritik in der Stuttgarter Zeitung (lt. Kollegin auch in der deren Online Ausgabe).


    Um es kurz zu machen: das Publikum - leider nicht besonders zahlreich vertreten (Meisterpianistenkonzert einer Zehnerreihe durch die Saison 2017/2018) - spendete langanhaltenden Beifall nach diesen zwei Blöcken von abwechslungsreicher Klaviermusik plus drei Zugaben (Schumann: Vogel als Prophet, Mendelsohn Prelude, und eben Brahms xxx!).


    Helmchen wird genau dieses Programm morgen in Paris, am kommenden Montag in Amsterdam spielen, und Mitte Februar in Berlin !


    Die Daten sind hier: http://www.martin-helmchen.de/#termine




    Nun also, was für ein Programm ?


    es waren die acht Novelletten aus Robert Schumanns frühem Schaffenszyklus, in dem von op. 1 bis op. 27 fast alles für Solo Klavier komponiert war und die Beziehung zu Clara Wieck sich noch im vorehelichen Zustand entwickelt hatte. Nach jeder Novellette folgte ein anderes Stück von einem anderen Komponisten: das erste von Clara Wieck, als zweites die Klavierstücke op. 19 von Schönberg, drittens die Sarabande aus der 4. Partita von J.S. Bach usw..... (Details auf der Homepage von M.H. s.o.).
    Die Novelletten sind selbst für den geneigte Schumannhörer ein richtig schwerer Brocken (ich besitze eine etwas basslastige, sonst sehr gute LP von Phillips mit Claudio Arrau), man kann sich leicht erschlagen fühlen nach der letzten Rille ! Wohl deshab selten im Konzertsaal zu hören.
    Sehr interessant, dass im Programmheft diese Art der Abfolge nicht mit einem Wort erwähnt war, was unsere Phantasie um so mehr anrührte. War das Wieck`sche Stück noch sehr poetisch und fast einfach zu nennen, so waren die Schönberg - Ministückchen - kaum waren Forte und Fortissimo der zweiten Novellette verklungen - einzelne Farbtupfer nach leicht durchschaubarem "Plan" oder "Muster". Man wurde daran erinnert, dass Musik mit einem einzigen (leisen) Ton beginnen / erklingen kann und darf. Das im Kontrast zur den vorigen Schumann`schen Spielbezeichnungen "Äusserst rasch und mit Bravour", oder später"Ballmässig. Sehr munter" und noch mehr "Rauschend und festlich".


    kleine Unterbrechung.

    Die Deutschen haben schon die besten Oberklasse- Autos, können also nicht auch noch die besten Dirigenten stellen. :D :D :D Ja, klar, wird das gegenseitig "ausgestreichelt" und -gehandelt ! 8-)


    Aus meiner Sicht ist das Zuspielen einzelner Spuren (Audio-, aber auch Videosp.) keine Kleinigkeit, sondern kann künstlerisch fragwürdig sein. Es muss evtl. aber zur Fehlerkorrektur möglich sein. Vielleicht auch zur Verkaufsförderung !? Oder .....? Dieser Sachverhalt sollte aber dem Publikum bekannt gemacht werden ! Ansonsten empfände ich dieses als Beschiss.


    Gruss
    D. :)

    Dieser schwedische Jazzpianist, der jetzt 73 Jahre alt ist, hatte in den 70er und 80er Jahren viele Auftritte in Mitteleuropa mit der Jan Garbarek Gruppe und auch im Trio mit diversen Begleitmusikern, u.a. Arild Anderson und Jon Christensen, hatte auch bis 2005 bei ECM mehrere CDs aufgenommen. Vor wenigen Jahren und zuletzt hat er in Schweden, Polen und anderen Ostländern mit grossem Erfolg konzertiert, zuletzt ein grösserer Auftritt beim Garana Festival in Rumänien, immer wieder im Sudhaus nahe Tübingen.


    Da seine Auftritte eher kammermusikalischen Charakter haben, gerät er gegenüber Gruppen mit starkem (und lautem) Marketing oft in den Hintergrund. Originell war vor ca. 8 Jahren eine CD- Aufnahme in einem schwedischen Waldstück mit sehr klarer trockener Akustik - interessant.


    Im Wald: https://www.youtube.com/watch?v=VPatOYgfXuQ



    In Garana /Rumänien 2017 (sehr detailreich videotiert !): https://www.youtube.com/watch?v=0DfFbXvlCiw



    ZU Gehör bringen möchte ich heute die ECM Trio- CD von 2008 namens CANTANDO:


    https://www.jpc.de/jpcng/jazz/…944-Cantando/hnum/8363749



    8363749

    Hier erlaube ich mir, eine kleine Anekdote einzuflechten zu Rudolf Buchbinder:


    Vor bereits vielen Jahren waren wir in der Ossiacher Stiftskirche abends bei einem Konzert, wo ein historischer Flügel, ein Bösendorfer aus 1924 (?) und eiin weiterer moderner Flügel aufgestellt waren (Bechstein ?). Im Verlauf spielte der Herr Buchbinder die Waldstein- Sonate (was ich aber nicht beschwören könnte). In der Pause wanderten wir im Friedhof zwischen den Gräbern herum, wo man auch schon mal die Champagnergläser auf den Grabsteinen abgestellt hatte, anscheinend ein ganz natürliches Can Do diverser sehr gut gekleideter älterer Damen und deren Begleiter.


    Auf der Suche nach der Toilette bzw. danach bin ich auf dem grossen (neugestalteten) Platz östlich der Kirche gelandet, wo nur ein einziges, sehr elegantes und sehr grosses schwarzes Auto in der Nähe des seitlichen Kircheneingangs stand: eine blitzsaubere Maybach Limousine mit zwei zugehörigen jungen Gestalten in schwarzen Anzügen. Auf meine launige Frage, ob sie Prominenz zu fahren hätten und wer denn das wohl sein könnte, bekam ich zur Antwort: Na mir sind für den Herrn Professor Buchbinder da, blieb mir nur noch ein Fahrt`s aber vorsichtig zu bemerken.


    Nach diesen beiden "Bildern" ist meine Liebe zu Österreich (na wie ich`s eben empfinde) vermutlich noch gewachsen.
    Das war so skurril und einzigartig !!!
    Dennoch habe ich von Buchbinder als Pianist keinen rechten Eindruck gewonnen, obwohl er in Stuttgart und im Rhein- Neckar- Raum jedes Jahr ein- bis zweimal gastiert und ich hier noch ein weiteres Solo- Konzert mit seinem Beethoven gehört habe.


    Ich möchte doch noch nach einer Empfehlung fragen, wo er (ausser Beethoven) noch Haydn oder Schubert oder Mozart oder Brahms o.ä. spielt.


    Danke.


    Freundlichst
    D.

    https://www.jpc.de/jpcng/class…0-Orgelwerke/hnum/9803794


    (Wie krieg` ich jetzt noch das CD Cover aus der JCP- Seite hierher, welches ich mit der linken Maustaste - länger gedrückt - blau gemacht habe ?)


    J. Haas ist als Lehrerskind im Nördlinger Ries in Mittelfranken 1879 geboren, war mindestens drei Jahre lang Schüler bei Max Reger, hatte in den 20er Jahren in Stuttgart eine Professur für Komposition, war (neben Hindemith u.a.) Mitbegründer der Donaueschinger Musiktage, wirkte dann an der Münchener Musikakademie (u.a. als Professor für katholische Kirchenmusik; Rektor der dortigen Musikhochschule ?). Er starb 1960.


    Das Orgelwerk ist ein eher kleinerer Teil seines vielfältigen Schaffens. Die Kompositionen bleiben immer im Tonalen, wobei einzelne Werke mehr oder weniger atonale Passagen aufweisen, in welche es "natürlich" hinein und wieder herausführt. Ich finde die Stücke harmonisch und geschmackssicher. Nur selten wird die Musik etwas konventionell (1930er Jahre ?).


    J. Haas unterstützte dennoch die Neutöner: eine Tatsache, die mich nachdenken und recherchieren liess.


    Beatrice-Maria Weinberger ist an der Späth- Orgel der St. Georgs- Kirche in Riedlingen/ Donau zu hören. Der Orgelklang ist sehr gut, an der Technik ist mir nichts Negatives aufgefallen.


    Gruss vom
    D.

    Natürlich hat er das.


    Und in unterschiedllchem Ausmass. Hängt sicher auch von der Persönlichkeit und vom Arbeitsstil des Rezensenten ab. Sollte schon deshalb zulässig sein, weil es mehr oder weniger Schwankungen der Schreibbedingungen gibt, die sich gar nicht eliminieren lassen, v.a. auch externe Einflüsse wie Eile, Konzentration, Gesundheitszustand, aber auch zu Ende gehende Farbpatronen des Druckers, Flimmern des Monitors u.a. Bei Chirurgen genauso wie bei Religionslehrern, und eben auch bei professionellen und Amateurkritikern.


    Zu banal ?


    Freundlichst
    D. :)

    Aber Johannes Sch. sollte doch keinen Roman schreiben.... ;)


    Du kannst dir doch sicher denken, dass es ein Meer von Antwort- und Begründungsmöglichkeiten gibt... --->>> Hören, hören, hören.
    Im Zweifelsfall sollte man wissen, wie hoch die Gagenforderungen der Orchester im Vergleich sind, um deren Qualität annähernd abschätzen zu können. ?( ?( ?( X( :whistling:


    Nein im Ernst:


    es gab schon immer Tonträger oder Rundfunkaufnahmen mit recht unbekannten Orchestern, welche sehr ansprechend und gut musiziert haben, u.a. Aufnahmen von früher existierenden Schallplattenclubs. War mal in Kosice in einem Sinfoniekonzert des örtlichen Orchesters, und war sehr angetan, wie sie ihr Programm absolviert haben. Ich fand es schlichtweg gut. 8-) Oder das Konzert in einer nahe meines kleinen Wohnorts gelegenen Kreisstadt mit deren "Sinfonieorchester", welches durch Amateure und Hochschul- Musikstudenten "verstärkt" worden war. Es war Juli und sie spielten mit einer Riesenbesetzung (zahlenmässig) schön aneinander geknüpfte Teile aus "Siegfried", zwei SängerInnen inclusive. Oh, je, oh je. Der Dirigent ging volles Risiko ...Werden sie das schaffen ??? :untertauch: Am Ende hat das Publikum buchstäblich gerast, sie wollten mit dem Beifall nicht mehr aufhören.
    Zwei sehr schöne Konzertabende also ! (meist sind die CDs dieser Orchester auch nicht besonders teuer, technisch sehr oft tadellos))


    Gruss vom
    D.

    Als ich diesen Thread überflogen hatte, habe ich mir die SONY - 6 CD - Kassette besorgt und sofort CD 1 und CD 5 gehört, sowie in die anderen CDs reingehört. Ich war sofort fasziniert von diesem Pianisten, natürlich von der Makellosigkeit seines Spiels, seiner unglaublichen Technik sowie der Beherrschung der Agogik, aber auch vom "amerikanischen" Klang des oder der Flügel, den ich besonders von Horowitz und R. Serkin und deren CBS- (nur bei Serkin) und RCA- Aufnahmen verschiedener (technischer) Qualität her kannte.


    Zu Rach 3:
    jahrelang war ich am Rätseln, was mir an der neueren Andsnes- Aufnahme mit Osloer Ph./ Berglund eigentlich fehlt. Es ist jedenfalls nicht die Wärme im Spiel der Norweger oder ihre Empathie, sondern der zu sparsame Einsatz der Möglichkeiten der Tempogestaltung. Da die Berman- Aufnahme mit LSO/ Abbado ein Tick langsamer ist als die einiger anderer Interpretationen, drückt das ohnehin schlichte Hauptthema des ersten Satzes bei ihnen noch mehr Einfachheit aus, gespielte Einfachheit.


    Zur Chopin Sonate op. 35:
    bei diesem Werk für Soloklavier kommen die Möglichkeiten der Agogik noch mehr zur Entfaltung. Bei Berman wirkt sein Spiel dabei ganz selbstverständlich, bei Horowitz eher wie ein theatralisches Mittel ( "Zauberstab") und deshalb gelegentlich überzogen.


    Schliesslich habe ich heute nachmittag J. Kaisers letzte Auflage von "Grossen Pianisten" zur Hand genommen und war ganz baff, wie kurz er den L.B. abhandelt, was schon im Thread weiter oben auf Unverständnis gestossen ist.


    Gruss vom D.

    Hm,


    toller Thread. :jubel:


    Er beantwortete bereits einige Fragen, welche sich in Monaten aufgestaut bzw. konkretisiert haben, auf dem Weg zur Integration meiner Hörwünsche bzw. -bedürfnisse an zwei ganz verschiedenen Komponentengruppen. Ich möchte mich umgehend wieder melden.


    Gruss und Danke
    D.

    Haha, daran hatte ich gar nicht gedacht! „Taphan“ wäre eine Alternative. Aber wenn ich Alfred vorschlage, dass ich jetzt meinen Namen ändern will... :untertauch:
    Die CD-Schublade „versteckt“ sich im unteren Zentimeter des Displays. Ich habe das auch erst gesehen, als ich im Laden davor stand.
    Erster Eindruck mit CD ist super! Jetzt läuft „Linn Jazz“ im Internetradio. Riesen Spaß! Für die B&W 804 hat der Vollverstärker offenbar ausreichend Kraft. Eine Session mit Mahler und höherer Lautstärke steht allerdings auch noch aus.
    :hello:

    Was bitte ist Linn Jazz ? Hat`s mit der Equipment- Firma Linn zu tun ?


    Danke für die Aufklärung.


    Gruss
    D.

    Nein Holger,


    ich sehe keinen grossen Gegensatz, jedenfalls nicht was mich anlangt, der eh - sieh`s mir bittschön nach - auch jetzt noch die Zeit als Kriterium anführt, Zeit für die Beschäftigung mit den Umgebungsbedingungen für Musikentstehung, damalige Musikszene, Rezeption durchs damalige und spätere Publikum, Presse usw. Für mich war fehlende oder anders genutzte Zeit sehr oft der Grund, vorliegende Infos nicht aufzunehmen und somit nicht ins Werk einzudringen. Stattdessen bin ich dann eben geistig- emotional vor und beim Hören in die Musik irgendwie "eingesickert" (was ich jetzt nicht weiter vertiefen will), um einmal mehr die Begriffe "ratlos" und "Zugang" mit Leben zu erfüllen.


    Also Dazulernen rund um den musikalischen Kosmos sehr gerne und auch gründlicher als bisher in vielen Werken, nur eben manchmal scheibchenweise. :thumbup:


    Hierzu habe ich eine Reihe von Standardwerken im Bücherschrank, welche auch schon Gebrauchsspuren zeigen.


    Danke für deine oft sehr erhellenden Posts. Gegensätzliche Begriffspaare sind u.a. sehr gut zur Gegenüberstellung und Erklärung von Sachverhalten, auch von Tendenzen und/oder nicht so genau zu definierenden Gemengelagen.


    Meinerseits möchte ich uns für 2018 ein entschiedenes SOWOHL ALS AUCH UND MÖGLICHST VIEL DAVON ABER GUT DOSIERT wünschen.... :thumbsup:


    Gruss

    Ja, lieber Doktor, genau davor schrecken die Leute ja zurück, etwas Anständiges zu lesen. ;)


    Ich habe öfter das Gefühl, dass ich bei mehr und der richtigen Vorinformation noch mehr von der Musik haben oder gehabt haben könnte. Ein hinkendes, aber schlagendes Beispiel ist die Einteilung unserer Zeitgenossen in Leute, die Gebrauchsanweisungen für Geräte, Kleidung und Nahrungsmittel überhaupt nicht lesen, und solchen, die es grundsätzlich tun.


    Und unglaublich ! ?( ... bzgl. dem Umgang mit dem Rechner und seinen Anwendungen ("dein/ mein Netzwerk") fahre ich umsobesser, je mehr ich so draufloswurstele.


    Grüssle
    D.

    Stimmt,


    ich hatte spontan assoziiert, dass der Timo verspannt ist, und sich nicht so einfach entspannen könnte. Das war aber zu kurz gesprungen....
    Man sollte sich über die Funktion des verkaufsfördernden "Musik zum Entspannen" im klaren sein (s.o. mein Betrag)


    Alfreds Annahmen sehe ich vor allem dann als gegeben an, wenn es sich bei dem Jazz um dessen tanzbare Stilrichtungen handelte.... Darüber hinaus hat natürlich herumhüpfen ohne und mit passende Musik einen entspannenden Wert.


    Und wie Agon suche ich in klassischer Musik keine Entspannung. Doch das mit dem "Verrat" finde ich eher bissi seltsam. Du hast doch deine CD bezahlt, oder ? :D


    Gruss
    D.

    Ich habe auch nachgedacht, folge deshalb nicht meinem ersten Impuls nach Lesen der Frage.
    (Ich nehme an, dass du`s nicht gewohnt bist, bei völliger Stille zu entspannen).


    Hier also zwei passende CDs:


    1) ECM Nr. 1125; Terje Rypdal, Miroslav Vitous, Jack DeJohnette, (kein Titel) (aus dem Jazz- Repertoire, ECM ist das Platten- Label)


    2) Es gibt von einem apl. Prof. der Salzburger Musikhochschule eine CD, auf welcher die Töne sind, welche mit Lappen u.a. auf verschiedenen Steinplatten erzeugt werden. Ich habe sie mir zur Behandlung meines (nicht mehr wirklich störenden) Tinnitus gekauft. :yes: Falls du sie bei mir ausleihen wolltest, würde ich sie suchen (sie ist in einem Konvolut eines Teilumzugs).


    Gute Besserung und schöne Feiertage


    Gruss vom Damiro.

    Möchte mich nochmals zu Wort melden, weil die letzten ca. 20 Beiträge meine Zustände in Konzerten und Gefühlswerte dabei und danach gut beleuchten.


    Vor ca. 15 bis 18 Jahren habe ich angefangen, mir vor Konzerten keine Programmbüchlein mehr zu kaufen. Dies ist meinem Rezeptionsfeeling gut bekommen. Seither muss ich nicht lesen und deshalb nur halb auf die Musik hören oder umgekehrt. Ich kann mich schön dem Hören widmen.


    Die Büchlein sind ja von sehr unterschiedlicher Qualtät. Das werte ich nicht sehr, denn es gibt jeweils viele Gründe, dort drinnen etwas zu besprechen oder auch nicht. Schon früher ist ein Konzert für mich nicht mit dem letzten Ton beendet gewesen, sondern ist nachgeklungen. Es wurde schon auf der Nachhausefahrt darüber geredet, zuhause nochmal in die passende LP oder CD reingehört, oder aber erst am nächsten oder übernächsten Tag. Anfangs habe ich bedauert, mich nicht so sehr in die Materie hineinversetzen zu können/ wollen, genauer: den richtigen Interpretationsansatz zu bemühen, oder einfach mal das Passende oder Adäquate aus meinen Gehirnwindungen herauszukitzeln. Da ich eine naturwissenschaftliche Ausbildung erworben habe und mir oft praktische Problemlösungen entwickeln musste, blieb für geisteswissenschaftliche Weiterbildung nicht so viel Zeit. ---- Mit Ausnahmen !


    Je mehr Musik ich gehört habe, umsomehr hat sie sich mir erschlossen, v.a. dem Wesen der Klavierwerke Beethovens und der Orchesterwerke und Violinkonzert von Brahms beizukommen. Neben den analytisch gewonnenen Eindrücken empfinde ich die Aspekte der emotionalen Musikrezeption als individuelle, kulturelle Werte, die in mir Bestand haben, vor allem mir oftmals Leichtigkleit und gute Laune oder auch Dämpfung und Anklänge von Daseins- und Sinnzweifeln geben. Das gilt auch für Mahler, dessen Werke mir gelegentlich aber auch einfach zu lange sind. Ich gebe mir manchmal (oder öfter ?) nicht die Zeit, mir Mahler anzuhören. Insofern ist meine bildungsbürgerliche Prägung nicht mehr weitgehend vorhanden, sondern erodiert.
    Das ist natürlich -in meinem Verständnis- weder gut noch schlecht, sondern nicht mehr zu ändern. ?(
    Denoch ist es toll, wenn man seinen Sachverstand so oft und gründlich als möglich schärft. 8-)


    Zur Ergänzung: neben meiner Berufsausübung habe ich jährlich ein oder zwei Bücher eines Literatur- Nobelpreisträgers gelesen, zuletzt von Saul Bellow, Die Abenteuer des Augie March (hat 1,5 Jahre gedauert) Daneben Literatur über die europäische Geschichte der Musik, Malerei, Wirtschaft, Technik und über elektronische Fragestellungen. Und ständig Klaviermusik gespielt: Beethoven 3 Sonaten bis op. 27,2 oder 3, Chopin Predudes op. 28 und 45, Rach Preludes B- Dur (gescheitert) und g- moll (passabel), schliesslich zwei Mozart- Fantasien, eine ganze Zahl von Stücken aus The Real Book (of Jazz), zusammen mit meinem Freund am E- Bass.


    Gruss vom Damiro.

    Nochmals zu Mahler und Brahms.


    Im Klaviertrio von B., das Alfred verlinkt ( Danke !) hat, entwickelt sich musikalisches Material ohne Bilder in wunderbaren Linien, z.B. auch rhythmische Figuren, die sehr gut zu den Instrumenten passen (ja sehr subjektiv ich weiss).


    Mahler dagen nimmt Material aus der Natur oder/ und Klänge der Strasse usw., er macht aus ihnen SEINE Musik, wobei natürlich was neues entsteht. Er riskiert, dass er das Banale und Bekannte aus dem ursprünglichen nicht herausbekommt, was aber -selbstverständlich !- gelingt. Damit darf der Hörer erleben, wie das geschieht.


    Bei beiden, M. und B., sind diese Prozesse natürlich sehr aufregend und spannend, für mich bei Brahms mehr als beim andern.

    Ich denke, dass -zumindest in diesem Thread - die obigen Begriffe so eine Art Sammelbezeichnung darstellen. Ratlos mag beruhigenderweise auf einen momentanen Zustand hindeuten, wo sich alsbald ein Rat einstellt, z.B. hier im TAMINO- Forum. ;) Auch Zugang zu was darf man wiederholt suchen.


    Z.B. mochte ich Brahms vor Jahrzehnten sofort, wobei Zugang die Ungarischen Tänze für Klavier zu 2 und 4 Händen, später Orchesterversionen, später die zweite und dritte Sinfonie. Gleichzeitig, bzgl. Jahren, habe ich Musik von Rachmaninow kennengelernt. Und Bartok, mit dessen Gyermekeknek ich sogar einen "Jugend musiziert"- Preis gewonnen habe. Ich weiss noch, dass ich es völlig emotional gespielt habe, mit Begeisterung. Alles, was ich später von Bartok gehört hatte, hat mich nicht angesprochen.... aber heute interessiert er mich so langsam wieder. Wieso ? Ich denke, es vielleicht herauszufinden.


    Bei Brahms fand ich die melodischen Einfälle, Themen, Entwicklungen meist warm, fliessend (z.B. Holzbläser mit begleitenden Streichern - der "Brahms Sound" eben, Hörner - für mich senden sie mystische Botschaften). Synkopierte Passagen und andere rhythmisch geprägte Abläufe begann ich langsamer zu mögen (z.B. im 1. Klavierkonzert, 3. Sinfonie) als das Anfängliche und Vordergründige. Mein Beruf, welcher häufiger "unlösbare" Probleme mit sich brachte, zwang mich regelmässig, mich zu entspannen, abzulenken - das konnte ich augenblicklich, auch mit Brahms`schen Synkopen und -bald, bald ! -folgendem tiefem Klarinetten- sound (man verzeihe mir den absichtlich gewählten ausserklassischen Begriff), nicht aber mit den wunderbaren harmonischen Rückungen Rachmaninows, dessen Melodiebögen oft schnell vergehen wie Kometenschweife... (nachglühen ?), was dann nach meiner Lesart Musik für den Abend und Nacht ist.


    Bruckner beeindruckt mich kolossal, höre ich sogar manchmal auch gerne. Er erreicht aber nie mein Herz, mein Innerstes. Schüchtert die Musik mich ein ? (Beethoven schüchtert mich niemals ein !) (Warum gehe ich begeistert in Kathedralen ?)


    Ich wollte sehr laienhaft schildern, wie es mir geht und wie ich lebe mit meiner Musik. :yes: :yes: :yes: Ist auch ein Zugang, oftmals ein sehr entspannter.