Beiträge von Damiro

    Natürlich hat er das.


    Und in unterschiedllchem Ausmass. Hängt sicher auch von der Persönlichkeit und vom Arbeitsstil des Rezensenten ab. Sollte schon deshalb zulässig sein, weil es mehr oder weniger Schwankungen der Schreibbedingungen gibt, die sich gar nicht eliminieren lassen, v.a. auch externe Einflüsse wie Eile, Konzentration, Gesundheitszustand, aber auch zu Ende gehende Farbpatronen des Druckers, Flimmern des Monitors u.a. Bei Chirurgen genauso wie bei Religionslehrern, und eben auch bei professionellen und Amateurkritikern.


    Zu banal ?


    Freundlichst
    D. :)

    Aber Johannes Sch. sollte doch keinen Roman schreiben.... ;)


    Du kannst dir doch sicher denken, dass es ein Meer von Antwort- und Begründungsmöglichkeiten gibt... --->>> Hören, hören, hören.
    Im Zweifelsfall sollte man wissen, wie hoch die Gagenforderungen der Orchester im Vergleich sind, um deren Qualität annähernd abschätzen zu können. ?( ?( ?( X( :whistling:


    Nein im Ernst:


    es gab schon immer Tonträger oder Rundfunkaufnahmen mit recht unbekannten Orchestern, welche sehr ansprechend und gut musiziert haben, u.a. Aufnahmen von früher existierenden Schallplattenclubs. War mal in Kosice in einem Sinfoniekonzert des örtlichen Orchesters, und war sehr angetan, wie sie ihr Programm absolviert haben. Ich fand es schlichtweg gut. 8-) Oder das Konzert in einer nahe meines kleinen Wohnorts gelegenen Kreisstadt mit deren "Sinfonieorchester", welches durch Amateure und Hochschul- Musikstudenten "verstärkt" worden war. Es war Juli und sie spielten mit einer Riesenbesetzung (zahlenmässig) schön aneinander geknüpfte Teile aus "Siegfried", zwei SängerInnen inclusive. Oh, je, oh je. Der Dirigent ging volles Risiko ...Werden sie das schaffen ??? :untertauch: Am Ende hat das Publikum buchstäblich gerast, sie wollten mit dem Beifall nicht mehr aufhören.
    Zwei sehr schöne Konzertabende also ! (meist sind die CDs dieser Orchester auch nicht besonders teuer, technisch sehr oft tadellos))


    Gruss vom
    D.

    Als ich diesen Thread überflogen hatte, habe ich mir die SONY - 6 CD - Kassette besorgt und sofort CD 1 und CD 5 gehört, sowie in die anderen CDs reingehört. Ich war sofort fasziniert von diesem Pianisten, natürlich von der Makellosigkeit seines Spiels, seiner unglaublichen Technik sowie der Beherrschung der Agogik, aber auch vom "amerikanischen" Klang des oder der Flügel, den ich besonders von Horowitz und R. Serkin und deren CBS- (nur bei Serkin) und RCA- Aufnahmen verschiedener (technischer) Qualität her kannte.


    Zu Rach 3:
    jahrelang war ich am Rätseln, was mir an der neueren Andsnes- Aufnahme mit Osloer Ph./ Berglund eigentlich fehlt. Es ist jedenfalls nicht die Wärme im Spiel der Norweger oder ihre Empathie, sondern der zu sparsame Einsatz der Möglichkeiten der Tempogestaltung. Da die Berman- Aufnahme mit LSO/ Abbado ein Tick langsamer ist als die einiger anderer Interpretationen, drückt das ohnehin schlichte Hauptthema des ersten Satzes bei ihnen noch mehr Einfachheit aus, gespielte Einfachheit.


    Zur Chopin Sonate op. 35:
    bei diesem Werk für Soloklavier kommen die Möglichkeiten der Agogik noch mehr zur Entfaltung. Bei Berman wirkt sein Spiel dabei ganz selbstverständlich, bei Horowitz eher wie ein theatralisches Mittel ( "Zauberstab") und deshalb gelegentlich überzogen.


    Schliesslich habe ich heute nachmittag J. Kaisers letzte Auflage von "Grossen Pianisten" zur Hand genommen und war ganz baff, wie kurz er den L.B. abhandelt, was schon im Thread weiter oben auf Unverständnis gestossen ist.


    Gruss vom D.

    Hm,


    toller Thread. :jubel:


    Er beantwortete bereits einige Fragen, welche sich in Monaten aufgestaut bzw. konkretisiert haben, auf dem Weg zur Integration meiner Hörwünsche bzw. -bedürfnisse an zwei ganz verschiedenen Komponentengruppen. Ich möchte mich umgehend wieder melden.


    Gruss und Danke
    D.

    Haha, daran hatte ich gar nicht gedacht! „Taphan“ wäre eine Alternative. Aber wenn ich Alfred vorschlage, dass ich jetzt meinen Namen ändern will... :untertauch:
    Die CD-Schublade „versteckt“ sich im unteren Zentimeter des Displays. Ich habe das auch erst gesehen, als ich im Laden davor stand.
    Erster Eindruck mit CD ist super! Jetzt läuft „Linn Jazz“ im Internetradio. Riesen Spaß! Für die B&W 804 hat der Vollverstärker offenbar ausreichend Kraft. Eine Session mit Mahler und höherer Lautstärke steht allerdings auch noch aus.
    :hello:

    Was bitte ist Linn Jazz ? Hat`s mit der Equipment- Firma Linn zu tun ?


    Danke für die Aufklärung.


    Gruss
    D.

    Nein Holger,


    ich sehe keinen grossen Gegensatz, jedenfalls nicht was mich anlangt, der eh - sieh`s mir bittschön nach - auch jetzt noch die Zeit als Kriterium anführt, Zeit für die Beschäftigung mit den Umgebungsbedingungen für Musikentstehung, damalige Musikszene, Rezeption durchs damalige und spätere Publikum, Presse usw. Für mich war fehlende oder anders genutzte Zeit sehr oft der Grund, vorliegende Infos nicht aufzunehmen und somit nicht ins Werk einzudringen. Stattdessen bin ich dann eben geistig- emotional vor und beim Hören in die Musik irgendwie "eingesickert" (was ich jetzt nicht weiter vertiefen will), um einmal mehr die Begriffe "ratlos" und "Zugang" mit Leben zu erfüllen.


    Also Dazulernen rund um den musikalischen Kosmos sehr gerne und auch gründlicher als bisher in vielen Werken, nur eben manchmal scheibchenweise. :thumbup:


    Hierzu habe ich eine Reihe von Standardwerken im Bücherschrank, welche auch schon Gebrauchsspuren zeigen.


    Danke für deine oft sehr erhellenden Posts. Gegensätzliche Begriffspaare sind u.a. sehr gut zur Gegenüberstellung und Erklärung von Sachverhalten, auch von Tendenzen und/oder nicht so genau zu definierenden Gemengelagen.


    Meinerseits möchte ich uns für 2018 ein entschiedenes SOWOHL ALS AUCH UND MÖGLICHST VIEL DAVON ABER GUT DOSIERT wünschen.... :thumbsup:


    Gruss

    Ja, lieber Doktor, genau davor schrecken die Leute ja zurück, etwas Anständiges zu lesen. ;)


    Ich habe öfter das Gefühl, dass ich bei mehr und der richtigen Vorinformation noch mehr von der Musik haben oder gehabt haben könnte. Ein hinkendes, aber schlagendes Beispiel ist die Einteilung unserer Zeitgenossen in Leute, die Gebrauchsanweisungen für Geräte, Kleidung und Nahrungsmittel überhaupt nicht lesen, und solchen, die es grundsätzlich tun.


    Und unglaublich ! ?( ... bzgl. dem Umgang mit dem Rechner und seinen Anwendungen ("dein/ mein Netzwerk") fahre ich umsobesser, je mehr ich so draufloswurstele.


    Grüssle
    D.

    Stimmt,


    ich hatte spontan assoziiert, dass der Timo verspannt ist, und sich nicht so einfach entspannen könnte. Das war aber zu kurz gesprungen....
    Man sollte sich über die Funktion des verkaufsfördernden "Musik zum Entspannen" im klaren sein (s.o. mein Betrag)


    Alfreds Annahmen sehe ich vor allem dann als gegeben an, wenn es sich bei dem Jazz um dessen tanzbare Stilrichtungen handelte.... Darüber hinaus hat natürlich herumhüpfen ohne und mit passende Musik einen entspannenden Wert.


    Und wie Agon suche ich in klassischer Musik keine Entspannung. Doch das mit dem "Verrat" finde ich eher bissi seltsam. Du hast doch deine CD bezahlt, oder ? :D


    Gruss
    D.

    Ich habe auch nachgedacht, folge deshalb nicht meinem ersten Impuls nach Lesen der Frage.
    (Ich nehme an, dass du`s nicht gewohnt bist, bei völliger Stille zu entspannen).


    Hier also zwei passende CDs:


    1) ECM Nr. 1125; Terje Rypdal, Miroslav Vitous, Jack DeJohnette, (kein Titel) (aus dem Jazz- Repertoire, ECM ist das Platten- Label)


    2) Es gibt von einem apl. Prof. der Salzburger Musikhochschule eine CD, auf welcher die Töne sind, welche mit Lappen u.a. auf verschiedenen Steinplatten erzeugt werden. Ich habe sie mir zur Behandlung meines (nicht mehr wirklich störenden) Tinnitus gekauft. :yes: Falls du sie bei mir ausleihen wolltest, würde ich sie suchen (sie ist in einem Konvolut eines Teilumzugs).


    Gute Besserung und schöne Feiertage


    Gruss vom Damiro.

    Möchte mich nochmals zu Wort melden, weil die letzten ca. 20 Beiträge meine Zustände in Konzerten und Gefühlswerte dabei und danach gut beleuchten.


    Vor ca. 15 bis 18 Jahren habe ich angefangen, mir vor Konzerten keine Programmbüchlein mehr zu kaufen. Dies ist meinem Rezeptionsfeeling gut bekommen. Seither muss ich nicht lesen und deshalb nur halb auf die Musik hören oder umgekehrt. Ich kann mich schön dem Hören widmen.


    Die Büchlein sind ja von sehr unterschiedlicher Qualtät. Das werte ich nicht sehr, denn es gibt jeweils viele Gründe, dort drinnen etwas zu besprechen oder auch nicht. Schon früher ist ein Konzert für mich nicht mit dem letzten Ton beendet gewesen, sondern ist nachgeklungen. Es wurde schon auf der Nachhausefahrt darüber geredet, zuhause nochmal in die passende LP oder CD reingehört, oder aber erst am nächsten oder übernächsten Tag. Anfangs habe ich bedauert, mich nicht so sehr in die Materie hineinversetzen zu können/ wollen, genauer: den richtigen Interpretationsansatz zu bemühen, oder einfach mal das Passende oder Adäquate aus meinen Gehirnwindungen herauszukitzeln. Da ich eine naturwissenschaftliche Ausbildung erworben habe und mir oft praktische Problemlösungen entwickeln musste, blieb für geisteswissenschaftliche Weiterbildung nicht so viel Zeit. ---- Mit Ausnahmen !


    Je mehr Musik ich gehört habe, umsomehr hat sie sich mir erschlossen, v.a. dem Wesen der Klavierwerke Beethovens und der Orchesterwerke und Violinkonzert von Brahms beizukommen. Neben den analytisch gewonnenen Eindrücken empfinde ich die Aspekte der emotionalen Musikrezeption als individuelle, kulturelle Werte, die in mir Bestand haben, vor allem mir oftmals Leichtigkleit und gute Laune oder auch Dämpfung und Anklänge von Daseins- und Sinnzweifeln geben. Das gilt auch für Mahler, dessen Werke mir gelegentlich aber auch einfach zu lange sind. Ich gebe mir manchmal (oder öfter ?) nicht die Zeit, mir Mahler anzuhören. Insofern ist meine bildungsbürgerliche Prägung nicht mehr weitgehend vorhanden, sondern erodiert.
    Das ist natürlich -in meinem Verständnis- weder gut noch schlecht, sondern nicht mehr zu ändern. ?(
    Denoch ist es toll, wenn man seinen Sachverstand so oft und gründlich als möglich schärft. 8-)


    Zur Ergänzung: neben meiner Berufsausübung habe ich jährlich ein oder zwei Bücher eines Literatur- Nobelpreisträgers gelesen, zuletzt von Saul Bellow, Die Abenteuer des Augie March (hat 1,5 Jahre gedauert) Daneben Literatur über die europäische Geschichte der Musik, Malerei, Wirtschaft, Technik und über elektronische Fragestellungen. Und ständig Klaviermusik gespielt: Beethoven 3 Sonaten bis op. 27,2 oder 3, Chopin Predudes op. 28 und 45, Rach Preludes B- Dur (gescheitert) und g- moll (passabel), schliesslich zwei Mozart- Fantasien, eine ganze Zahl von Stücken aus The Real Book (of Jazz), zusammen mit meinem Freund am E- Bass.


    Gruss vom Damiro.

    Nochmals zu Mahler und Brahms.


    Im Klaviertrio von B., das Alfred verlinkt ( Danke !) hat, entwickelt sich musikalisches Material ohne Bilder in wunderbaren Linien, z.B. auch rhythmische Figuren, die sehr gut zu den Instrumenten passen (ja sehr subjektiv ich weiss).


    Mahler dagen nimmt Material aus der Natur oder/ und Klänge der Strasse usw., er macht aus ihnen SEINE Musik, wobei natürlich was neues entsteht. Er riskiert, dass er das Banale und Bekannte aus dem ursprünglichen nicht herausbekommt, was aber -selbstverständlich !- gelingt. Damit darf der Hörer erleben, wie das geschieht.


    Bei beiden, M. und B., sind diese Prozesse natürlich sehr aufregend und spannend, für mich bei Brahms mehr als beim andern.

    Ich denke, dass -zumindest in diesem Thread - die obigen Begriffe so eine Art Sammelbezeichnung darstellen. Ratlos mag beruhigenderweise auf einen momentanen Zustand hindeuten, wo sich alsbald ein Rat einstellt, z.B. hier im TAMINO- Forum. ;) Auch Zugang zu was darf man wiederholt suchen.


    Z.B. mochte ich Brahms vor Jahrzehnten sofort, wobei Zugang die Ungarischen Tänze für Klavier zu 2 und 4 Händen, später Orchesterversionen, später die zweite und dritte Sinfonie. Gleichzeitig, bzgl. Jahren, habe ich Musik von Rachmaninow kennengelernt. Und Bartok, mit dessen Gyermekeknek ich sogar einen "Jugend musiziert"- Preis gewonnen habe. Ich weiss noch, dass ich es völlig emotional gespielt habe, mit Begeisterung. Alles, was ich später von Bartok gehört hatte, hat mich nicht angesprochen.... aber heute interessiert er mich so langsam wieder. Wieso ? Ich denke, es vielleicht herauszufinden.


    Bei Brahms fand ich die melodischen Einfälle, Themen, Entwicklungen meist warm, fliessend (z.B. Holzbläser mit begleitenden Streichern - der "Brahms Sound" eben, Hörner - für mich senden sie mystische Botschaften). Synkopierte Passagen und andere rhythmisch geprägte Abläufe begann ich langsamer zu mögen (z.B. im 1. Klavierkonzert, 3. Sinfonie) als das Anfängliche und Vordergründige. Mein Beruf, welcher häufiger "unlösbare" Probleme mit sich brachte, zwang mich regelmässig, mich zu entspannen, abzulenken - das konnte ich augenblicklich, auch mit Brahms`schen Synkopen und -bald, bald ! -folgendem tiefem Klarinetten- sound (man verzeihe mir den absichtlich gewählten ausserklassischen Begriff), nicht aber mit den wunderbaren harmonischen Rückungen Rachmaninows, dessen Melodiebögen oft schnell vergehen wie Kometenschweife... (nachglühen ?), was dann nach meiner Lesart Musik für den Abend und Nacht ist.


    Bruckner beeindruckt mich kolossal, höre ich sogar manchmal auch gerne. Er erreicht aber nie mein Herz, mein Innerstes. Schüchtert die Musik mich ein ? (Beethoven schüchtert mich niemals ein !) (Warum gehe ich begeistert in Kathedralen ?)


    Ich wollte sehr laienhaft schildern, wie es mir geht und wie ich lebe mit meiner Musik. :yes: :yes: :yes: Ist auch ein Zugang, oftmals ein sehr entspannter.

    das ist ganz wunderbar! So sollte es sein! :) Vielleicht schaust Du mal in den Thread über die Chopin-Sonate op. 35. Ich habe schon weit über 100 Aufnahmen rezensiert - und ein großer Stapel liegt wieder bereit, der noch darauf wartet. Mir fehlt im Moment leider einfach die Zeit! :)




    Lieber Doktor,


    schon beim Schreiben derZeilen beschlich mich das Gefühl, dass diese Sonate einen eigenen Thread oder gar mehrere haben muss. Danke für den Hinweis. Ja, und damit werde ich mich befassen ! Monique Haas will ich derzeit nicht vertiefen, später ganz sicher.


    D.

    Natürlich und GottseiDank nicht.


    Anhand der folgenden netten CD, die ich unter dem To Do - Konzept " Weihnachtsgeschenke" und "Freude bereiten" bei JPC gekauft hatte - ist am Rio Amazonais etwas billiger-, könnte man sich fragen: wo ist der Flamenco- Jazz hingekommen ? Manuel de Plata, Manolo, Paco de Lucia u.a. sind auf dem Altenteil bzw. schauen die Radieschen von unten an. Wer sind die Nachfolger ? Irgendwo habe ich gelesen, dass Tomatito aus der oder einer Flamencoschule kommen soll, was man aber bestimmt beim CD abhören kaum merkt.





    Die CD ist in der einschlägigen Presse gelobt worden, Details hab ich vergessen.


    Das Duett Klavier und Gitarre gleitet oder plätschert überwiegend so dahin, ziemlich geschmackvoll und auch sehr verhalten. Die zwei Herren klingen ziemlich abgeklärt. Die Gitarre macht aber sozusagen keine Flamenco- "Ansage", sondern musiziert mit dem Klavier gleichberechtigt, manchmal regelrecht kammermusikalisch. Auch im Verlauf kommt kein Flamenco- Feeling auf, doch einiges an musikalischer Kurzweil bei Klavier und Gitarre freut uns.


    Das ist ein ehrlicher Deal. "Spain forever" - ja genau - wer Spanien vor 50 Jahren geliebt hat mit seinem Flamenco, wird es weiterlieben, notfalls ohne (Flamenco- Nostalgie). :)


    Gruss vom D.

    Hallo,


    nicht einfach als Neuling bei euch sich zu Wort zu melden. (Im Vorstellungsthread steht einiges über mich).


    Ermutigt durch die Entdeckung, dass hier nicht nur einige Leute weniger als 1000 Beiträge geschrieben haben, sondern sogar weniger als 100, spring ich also ins Haifisch- oder Goldfischbecken.


    Ich war und bin ganz klar ein grosser Horowitz- Fan, weil er mich u.a. seit meinem 14. Lebensjahr begeistert und beschäftigt hat. Habe natürlich 30 bis 40 CDs von und mit ihm. 1986 bin ich in Hamburg in der Musikhalle in der vierten Reihe gesessen und habe u.a. Soirees de Vienne betitelte Schubertstücke gehört: toll, tänzerisch, mitreissend, poetisch und v.a. leise, dabei sehr pointiert alles. Das darf ein Schubert doch auch sein ?
    Bei gewissen anderen Stücken an diesem Abend ergaben sich Töne/Akkorde, die nicht kamen, falsch waren, und ganz sicher auch Passagen von Horowitz anstatt (?) von Liszt, oder Chopin oder Schubert. Auch fehlte zuweilen der lange Atem des Meisters. Ich war trotzdem insgesamt natürlich sehr beeindruckt (er war damals 82).


    1962 hatte sich der ältere Bruder meines Mitschülers, seines Zeichens junger Klavierlehrer, die damals ganz neue CBS- Lp mit der Trauermarschsonate u.a. von Chopin erstanden. Er führte uns vor, wie Horowitz das Tempo im Trauermarsch geführt hat, mit praktisch keinerlei Temposchwankungen bei den B- Ges- Harmoniewechseln, dann aber strategisch plazierten rhytmischen "Verziehungen" und Mini- Accelerandi in den Übergängen von Moll nach Dur. Ich weiss noch, dass ich jahrelang gebraucht habe, um diese Unterschiede genau zu hören bei Horowitz, Anda, Harasziewicz und anderen. Ich habe den Trauermarsch mindestens geschätzte 300 Mal gehört. Mit der Zeit lernt man, auch die Feinheiten zu hören und ordnet auch pianistische Veränderungen und Abweichungen stilistisch ein, bis dahin, dass einem auch die Carmen- Fantasie oder der Hummelflug oder sonst eine Petitesse gefallen kann, ja - man sich sogar sehr daran begeistern kann.


    Ich finde es toll, dass ich aus dem Thread heraus viele Aufnahmen der Berceuse direkt anklicken konnte, aufmerksam gehört habe ich die Guiomar Novaes, St. Askenase und Alfred Cortot. Da die Brasilianerin, welche sie fast liedhaft- melodiös nimmt (Erinnerung an mittellaute, weich fliessende, trotzdem ausreichend artikulierte brasilianischen Sätze !), dort Askenase welcher einem schöne, poetische, für mich gut zugängliche Musik vorspielt und schliesslich das schwankende, fragile, unendlich differenzierte Gebilde eines Cortot, wobei man sich wie in einem leicht schwankenden Ruderboot fühlen kann, auf dem Rücken liegend, in die Sonne blinzelnd, mit offenen oder eben geschlossenen Augen.


    Wir sind gut bedient, all diese Interpretationen nebeneinander aufzunehmen, die Wertigkeiten sollen m.E. nicht so sehr gesucht und dann auch nicht zu streng gegeneinander abgegrenzt werden.


    Gruss vom Damiro


    Ach so, MEINE damalige Klavierlehrerin hatte eine sehr schöne Monique Haas- 25 cm (!)- Lp. Sie durfte auch zwei Semester bei ihr in Paris studieren und sie durfte nicht wissen, dass ich sehr auf das hörte, was uns Horowitz vorgespielt hatte.

    Ich hoffe, mit meinem Beitrag den richtigen Thread gefunden zu haben.


    Mit diesem Link möchte ich etwas sehr subjektiv empfehlen, bzw. andere Foristen auf eine gute CD hinweisen. Hierbei befinde ich mich in keinem Interessenkonflikt !


    Also:





    P.S.:


    Wer über Jobim schreibt (und einiges von ihm gehört hat), dem könnte auch obiges gefallen.