Beiträge von nemorino

    Lieber Holger, liebe Taminos, die mich gestern und heute hier angesprochen haben!


    Holgers Wunsch ist nicht in Erfüllung gegangen, seit gestern liege ich flach mit einer Sommergrippe ?, die mich glatt umgehauen hat. Schüttelfrost (und das bei 30°, aber ohne Fieber), Kopfschmerzen, Übelkeit. Kann mich kaum auf den Beinen halten.

    Sobald es mir besser geht, werde ich mich wieder melden!


    LG Nemorino

    Lieber Joseph II.,


    als Kitsch würde ich das hübsche, dankbare Stück für Cellisten nicht bezeichnen. Es zählt sicher nicht zu Tschaikowskys stärksten Eingebungen (das Los teilt es mit dem Capriccio italien, aber wohl jeder Cellospieler hat es in seinem Repertoire). Es gibt ja nicht allzu viel Literatur mit Orchester für dieses Instrument.


    Ich habe die Rokoko-Variationen vor über 50 Jahren mit einer alten Mono-Aufnahme kennengelernt, die in dieser 6 CD-Box zu finden ist:

    Maurice Gendron (Cello) und das Orchestre de la Suisse Romande, Dirigent: Ernest Ansermet (Aufnahme: ca. 1954). Edition Fitzenhagen.

    Habe soeben gesehen, daß auf CD 6 auch die Suiten Nr. 3 & 4 drauf sind, sogar in Stereo. Das war mir gar nicht mehr geläufig!


    Viel später kam die Version Rostropovitch/Karajan (DGG) dazu, sehr brillant gespielt und (womöglich) noch brillanter begleitet. Die Aufnahme zählt wohl zu den Leitinterpretationen des Stücks, zumindest vom Bekanntheitsgrad.


    Trotzdem gebe ich dieser hier den Vorzug:

    Janos Starker (Cello) mit dem London Symphony Orchestra, Dirigent: Antal Dorati (Aufnahme: 6/1964).

    Die beiden Ungarn feuern sich gegenseitig an; das Stück brennt ab wie ein Feuerwerk. Besonders wertvoll ist die CD aber wegen des Dvorak-Konzerts: Das ist echt der Hammer!


    LG, Nemorino

    Ich muss gestehen, dass mir weder Bianca noch Freddy Breck zuvor überhaupt ein Begriff waren (offenbar hält sich der dadurch entstandene "Schaden" in Grenzen).

    Lieber Joseph II.,


    …. mir ging es ja fast ebenso; "Bianca" sagte mir in dem Zusammenhang gar nichts, Freddy Breck hörte ich erstmals bewußt, wie schon gesagt, auf einem Betriebsausflug, mit der "Gefangenenchor-Verunstaltung". Auf meine Frage hieß es, das ist doch der Freddy Breck! Man lernt nie aus, doch der "Schaden" hielt sich in Grenzen ….

    Es stimmt, eine Zeitlang waren Schlager mit klassischem Hintergrund "en vogue", vor allem in den 70ern, worauf La Roche zu Recht hingewiesen hat. Das ist leider nicht zu verhindern, so wenig wie die Verwendung populärer Klassik in der Werbung.

    In einer Opernaufführung von "La Gioconda" (oder war es bei einem Konzert?) stieß beim berühmten "Tanz der Stunden" eine Besucherin ihren Begleiter an: "Das ist doch von Koppenrath & Wiese!" Ich selber habe das nicht erlebt, ein Bekannter erzählte es mir ganz entsetzt nach einem Opernbesuch.


    Aber auch klassische Werke entgehen ja nicht der Abnutzung. Während bis weit in das 20. Jahrhundert hinein selbst ein Angehöriger der sog. "Oberklasse" als eifriger Konzertgänger eine berühmte Sinfonie wie z.B. Beethovens "Pastorale" höchstens ein Dutzendmal in seinem Leben zu Gehör bekam, kann man heute dank der Technik jedes Stück, ob klassisch oder nicht, zu jeder Tages- und Nachtzeit sich zu Gemüte führen. Berufsmusiker wurden schon früher mit solchen Werken an den Rand der Verzweiflung gebracht. So meinte einmal der Schweizer Komponist Arthur Honegger, nachdem er Beethovens Fünfte mehr als zweihundertmal gehört habe, sei sie für ihn nur noch Geräusch^^.

    Wie grundlegend anders wirkte diese Sinfonie auf einen unbefangenen Konzertgänger, der sie zum allerersten Mal zu Gehör bekam! Der (heute kaum noch bekannte) französische Komponist Jean-Francois Lesueur erzählte seinem Schüler Berlioz, daß er, als er nach der Pariser Erstaufführung auf der Straße seinen Hut aufsetzen wollte, seinen Kopf nicht finden konnte!


    Ich erinnere mich noch gut: Als Mauricio Kagel im Beethoven-Jahr 1970 den ernst zu meinenden Vorschlag machte, man möge doch Beethovens Musik eine Zeitlang gar nicht mehr aufführen, damit sie danach, von allzu großer Strapazierung befreit, aufs Neue ihre Qualitäten dem Konzertgänger nahebringen könnte, gab es in manchen Kreisen einen Sturm der Entrüstung. So etwas läßt sich natürlich nicht realisieren, aber eine gewisse Erholungspause täte manchen verschlissenen Werken vielleicht wirklich gut, nicht nur solchen von Beethoven.

    Damals warf man Kagel vor, ein Kulturzerstörer und Revoluzzer zu sein! Er hatte ja zu diesem Jubiläum auch den Film "Ludwig van" verbrochen, in dem er einige Klangverfremdungen in Beethovens Werken vorgenommen hatte, was von vielen Klassikhörern als Schändung abendländischen Kulturgutes empfunden wurde. Heutzutage sieht man so etwas viel lockerer. Ich habe damals Kagels Anliegen auch nicht verstanden, dafür waren viele klassische Werke für mich noch Neuland, aber heute bringe ich dafür schon eher Verständnis auf.


    Um bei Beethoven zu bleiben: Er ist einer meiner liebsten Komponisten, aber es kam eine Zeit, da konnte ich das 5. Klavierkonzert einfach nicht mehr hören! Nachdem ich es in meinen klassischen Anfängen rauf und runter, in verschiedenen Ausführungen, gehört hatte, mußte ich mir selber eine lange Abstinenzzeit verordnen. Merkwürdigerweise ist es mir so nie beim 4. Klavierkonzert gegangen; ich weiß nicht, warum, aber da gab es eigentlich (bei mir) nie Abnutzungserscheinungen.


    LG, Nemorino

    Lieber Joseph II.,


    gut, daß Du auch an Werke des Komponisten, die nicht im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses stehen, erinnerst.


    Ich bin erstmals mit einer Suite von Tschaikowsky um ca. 1990 in Berührung gekommen, es war diese Aufnahme der "Mozartiana":

    Rossiniana / Mozartiana

    Gerd Albrecht dirigiert das Radio-Symphonie-Orchester Berlin (Aufnahme: 1980). Auf der CD fand sich noch die "Rossiniana" von Ottorino Respighi, insofern eine sinnvolle Koppelung.

    Die CD ist noch in meinem Besitz, aber seit Ewigkeiten ungehört. Das Werk hat damals, beim ersten Hören, keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. "Weder Tschaikowsky noch Mozart" oder so ähnlich war mein Kommentar.

    Trotzdem habe ich mir später die vier Suiten geschlossen gekauft, auf den von Dir im Eingangsbeitrag gezeigten NAXOS-CDs mit Stefan Sanderling. Das aber vor allem, um meine Sammlung um Stücke zu komplettieren, die noch nicht vorhanden waren. Auch diese CDs fristen ein Schattendasein, ich habe sie geschätzt nur einmal gehört. Der Funke sprang nicht über. Es sind schöne, harmlose Stücke, die aber keine "zündende Wirkung" haben, wie das Capriccio. Ich weiß, der Vergleich hinkt. Ich müßte sie mir wieder einmal anhören. Nur, wann? Ich bin Rentner, das sagt alles:D.


    LG Nemorino

    So kann man "Bianca" aus dem Kopf kriegen...

    Lieber Holger,


    …. da liegt eben der feine Unterschied zwischen Dir und mir: Du kanntest offenbar diese schreckliche "Bianca" vor dem Capriccio, während ich Tschaikowskys Italien-Huldigung schon viele Jahre vorher kennengelernt habe, als der Schlager noch gar nicht "verbrochen" war! Und weil ich sozusagen nie Radio gehört habe (und auch heute nicht höre), kannte ich die Vergewaltigung des Stücks gar nicht. Deshalb brauchte ich es erst gar nicht aus dem Kopf zu kriegen.

    Freddy Breck war mir schon ein abschreckendes Beispiel mit seiner "Nabucco"-Verhunzung: die habe ich mal auf einer Betriebsfeier einen ganzen Abend über mich ergehen lassen müssen:huh:! Ich denke, das ist noch vor der BIANCA erschienen?


    Auch Dir ein schönes, sonniges Wochenende

    Nemorino

    Wenn es um Capriccio Italien geht, dann ist die Mercury-CD in Beitrag 36 - dort wird Capriccio Italien vom London Symphony Orchestra gespielt..

    Die Aufnahme ist, wie gesagt, der Hammer !!!

    Lieber Wolfgang,


    ich hatte es befürchtet, daß Du diese Aufnahme vorrangig empfiehlst. Befürchtet deswegen, weil auf dieser CD neben dem Capriccio ausgerechnet zwei Stücke sind, die für mich kaum erträglich sind, die Ouvertüre "1812" und Beethovens unsäglicher "Wellington"! Da nützt es mir auch nichts, wenn diese Stücke als Lautsprechertests bestens geeignet sind||.

    Trotzdem habe ich die CD auf meine Warteliste gesetzt. Aber eine Frage dazu habe ich noch: Wird das Capriccio wirklich vom London Symphony Orchestra gespielt? Auf der Rückseite der CD heißt es nämlich "London Symphony Orchestra (Beethoven)". Demnach kommt es nur bei Wellingtons Sieg zum Einsatz. Ich frage deshalb, weil das LSO nach meiner Erfahrung in einer anderen Klasse spielt als das Orchester aus Minneapolis.


    Schönen Abend nach Bonn,

    Nemorino

    Die frühen Fricsay-Aufnahmen von 4-6 (von 6 gibt es noch eine späte) gehören zu den "härtesten" und trockensten (auch befördert durch den trockenen Mono-Klang) Einspielungen dieser Werke.

    Hallo, Johannes Roehl,


    ich besitze sie alle in dieser Fricsay-Gedächtnis-Box mit 45 CDs, die alle instrumentalen Studioeinspielungen des Dirigenten festhält:


    Sie entstanden 1952 (Nr. 4), 1949 (Nr. 5) und 1953 (Nr. 6), mit den Berliner Philharmonikern, selbstverständlich in Mono.

    Nur von der Nr. 6 gibt es eine spätere Studioeinspielung vom September 1959, in STEREO, diesmal mit dem Radio-Symphonie-Orchester Berlin, die aber von Fricsay nicht zur Veröffentlichung freigegeben wurde, weil er einige Retuschen vornehmen wollte. Die konnte wegen seiner fortgeschrittenen Krankheit nicht mehr verwirklicht werden, und so ist die Aufnahme erst viel später, erstmals 1996, erschienen, mit ausdrücklicher Genehmigung der Ferenc-Fricsay-Gesellschaft, die über das künstlerische Erbe des Dirigenten wacht.

    Doch hier geht es ja um die Vierte, die er nur einmal aufgezeichnet hat. Künstlerisch ist sie, wie auch die beiden anderen, von hohem Wert, aber für heutige Ohren ist der trockene Monoklang schon gewöhnungsbedürftig (erstaunlich ist, daß die Nr. 5 von 1949 besser klingt als die späteren Aufnahmen!). Speziell die Vierte hatte ich bereits auf LP; doch auch ich, der nicht grundsätzlich Mono ablehnt, höre sie heutzutage nur noch sehr selten. Bei diesen großsinfonischen Werken klingt alles doch sehr eindimensional, das Orchestergewebe zu undurchsichtig. So ist sie eigentlich nur noch zu Vergleichszwecken oder aus historischem Interesse an Fricsay zu gebrauchen.

    Wenn ich die Vierte heute hören möchte, greife ich meist auf Karajan (1976) oder Mrawinskij (1960, beide DGG) zurück.


    LG Nemorino

    Fazit: die Melodie an sich finde ich wunderbar, in der Qualität der Interpretation tun sich gegantische Unterschiede auf.

    Lieber Willi,


    auch ich finde die Melodie, trotz oder gerade wegen ihrer Eingängigkeit, wunderschön. Und obwohl sie sich in Tschaikowskys Capriccio lediglich als Adaption wiederfindet, gefällt mir seine Bearbeitung ausnehmend gut, besser, als die weiter oben vorgestellten Versionen der italienischen Volksweise, die Tschaikowsky zum Vorbild diente. Ich habe eben beide angehört, zuerst Carlo Buti, gleich im Anschluß Tito Schipa, wobei letzterer wohl mit Abstand der bessere Sänger ist. Aber mich kann weder die eine noch die andere überzeugen, weniger wegen der dürftigen Tonqualität, sondern das Ganze klingt mir zu sehr nach einer Einlage bei einem bunten Volksfest auf einem italienischen Marktplatz in der Emilia Romagna, woran vor allem die Choreinwürfe schuld sind. Ich weiß, genau dort hat Tschaikowsky die Melodie aufgeschnappt, aber - er hat sie meisterhaft in ein sinfonisches Gewand gekleidet. Und das eben gefällt mir.


    LG Nemorino

    Wenn man an Goethe denkt, die Italienbegeisterung, welche sich in Mignons Lied ausspricht... Das war eine Begeisterung für die Antike, die alten Mythen. Oder an Liszts "Annees...": Da ist es die bildende Kunst - Rafael, Michelangelo, die Literatur der Renaissance: Petrarca. Was ist daraus bei Tschaikowsky geworden? Das ist das Italien von dolce vita und dem Tingeltangel-Tourismus


    Franz Liszt hat Die drei Zigeuner von Nikolaus Lenau vertont. In dieser Zigeunerromantik faszinieren die Zigeuner auch wegen dolce vita - sie sind Müßiggänger. Nur verbindet sich das mit einer sehr subversiven, gesellschaftskritischen Perspektive. Davon ist bei Tschaikowsky keine Spur. Das Schlagermäßige ist Ausdruck eines Populismus - das ist ein Stück, das nur noch unterhalten will in einem Sinne, dass das gefällige Musik ohne Ambition sein möchte, Musik "für alle".

    Lieber Holger,


    selbstverständlich ist Tschaikowskys Capriccio meilenweit von der Ambitionen eines Franz Liszt entfernt. Er wollte ja, wie ich bereits eingangs zitiert habe, eine eingängiges, brillantes Stück mit italienischem Flair komponieren - nicht weniger, aber auch nicht mehr. Gesellschaftskritik hat ihm ganz sicher ferngelegen. An Michelangelo, Rafael, da Vinci wird er auch nicht gedacht haben. Und die spezifisch deutsche Italienbegeisterung und -sehnsucht, die ja bis auf (oder gar vor) Goethe zurückreicht, wird ihn wenig oder gar nicht beeinflußt haben.

    Wie Du ganz richtig festgestellt hast: Ihm ging es um ein Stück, das unterhalten will, um gefällige Musik ohne jede Ambition. Doch ich finde, genau das hat er auf meisterhafte Weise zustande gebracht. Niemand wird wohl in Capriccio italien ein sinfonisches Meisterwerk sehen, das will es gar nicht sein, aber es ist (ganz abgesehen von allen Verhunzungen durch Schlagerindustrie und Werbung) ein eingängiges, anspruchsloses Stück Musik zum Entspannen und Genießen. Letzteres gelingt aber nur, wenn man keinerlei Assoziationen zu irgendwelchen Biancas oder Freddy Brecks herstellt.

    Ich bin nach wie vor gespannt auf Deine Eindrücke der Karajan-Version.


    LG Nemorino

    Ich hatte ja schon im Tschaikowsky 5-Thread von "Bianca" geschrieben ... das hattest Du warscheinlich gar nicht verstanden, weil Du offenbar den saublöden Schlager bis zu diesem Thread gar nicht kanntest.

    Lieber Wolfgang,


    genau so war es! Wobei ich nicht ausschließen will, daß ich den Schlager irgendwann einmal gehört *), aber ganz bestimmt nicht mit Tschaikowskys Capriccio in Verbindung gebracht habe. Letzteres gefällt mir zwar sehr gut, aber ich höre das natürlich auch längst nicht jede Woche.

    Als Du neulich im Zusammenhang mit der Fünften von "Bianca" schriebst, war ich total überfordert. Fragen wollte ich nicht (weil ich im Ernst dachte, es hätte sich eine Bildungslücke bei mir aufgetan:untertauch:! Aber ich habe tatsächlich in zwei Konzertführern nachgesehen, ob mir da etwas entgangen ist:D, und natürlich nichts gefunden!). Selbst gestern, als hier der Begriff "Bianca" auftauchte, habe ich nicht an Deinen Eintrag von neulich gedacht! Nun ja, jetzt hat sich dies Sache aufgeklärt, und meine Bildungslücke ist geschlossen:).

    Schlager waren mir seit meiner Pubertät ein Greuel, ich bin mit ihnen nur auf Tanzmusiken oder bei Betriebs- oder Familienfesten in Berührung gekommen. Doch, manchmal habe ich in den 70ern Dieter Thomas Hecks "Hitparade" eingeschaltet, aber nur, um bei Cindy & Bert, Peter Orloff, Chris Roberts, Jürgen Markus, Bernd Clüver oder Mouth & McNeal zu staunen, mit was alles man die Leute, vornehmlich junge, in Ekstase versetzen kann.


    Noch nicht erwähnt wurde der ausgezeichnete Tschaikowsky-Dirigent Antal Dorati.

    Ich glaube, das ist ein weiterer Tip von Dir, der mich zum Kauf einer CD verleitet. Dorati fehlt bei mir mit dem Stück, aber er ist seit frühen Tagen einer meiner Lieblingsdirigenten. Vor allem als Dirigent von Dvoraks "Neue Welt"-Sinfonie ist er mir lieb und teuer. Seine Aufnahme von 1959 mit dem Concertgebouw-Orchester (Philips) rangiert in meiner "Hitliste" dieses Werks ganz, ganz oben. Sie ist nicht nur klanglich großartig gelungen, sondern auch atmosphärisch finde ich Doratis Dirigat überragend. Ich ziehe sie selbst Fricsay, Szell, Kubelik und Klemperer noch ein wenig vor, um nur ein paar markante zu nennen.

    Welche würdest Du vorziehen, die aus Minneapolis oder Detroit? Denn alle beide will ich sie nicht anschaffen. Ormandy ist bei Tschaikowsky auch immer eine "sichere Bank" (ich habe vor allem die Ballettsuiten in bester Erinnerung), aber man kann beim besten Willen nicht alles haben, vor allem nicht alles unterbringen!


    Ich bin jedenfalls noch immer überrascht, welch eine Kontroverse ich hier mit einem so harmlosen Stück wie dem Capriccio ausgelöst habe. Das hätte ich mir wirklich nicht vorstellen können. Ich dachte noch, wahrscheinlich bleibt's mal wieder bei zwei oder drei Antworten ….. So kann man sich irren. Auch ich halte es ja nicht für ein überragendes Meisterwerk, aber es ist ein wunderschönes Stück Musik, das immer wieder freundliche Stimmungen in mir auslösen kann. Ganz offensichtlich ist bei manch anderem Musikfreund das glatte Gegenteil der Fall.


    *) Wie ich soeben in Wikipedia gelesen habe, kam diese Schnulze 1973 in Umlauf. Das Capriccio kannte ich aber mindestens schon seit 1960, da gab's für mich keinen Zusammenhang.


    LG Nemorino

    Tschaikowsky und kein Ende!


    Hallo moderato,


    die Maazel-Aufnahme der Vierten aus Wien habe ich nicht, aus dieser Serie steht nur die Fünfte bei mir im Regal. Deshalb kann ich Deine Aussage zur Klangqualität nur bestätigen, denn diese ist um die gleiche Zeit entstanden.


    Ich habe aber heute Nachmittag endlich die Vierte mit Maazel von 1960 (DGG) mit den Berliner Philharmonikern gehört. Diese war zwar schon auf LP in meinem Bestand, ist mir aber nach Einführung der CD aus dem Blickfeld gekommen. Nun habe ich sie seit einigen Tagen auch auf CD, in dieser 10 CD-Kiste:


    Meine Erinnerung hat mich nicht getäuscht, es ist eine großartige Interpretation des damals gerade 30jährigen Lorin Maazel!

    Maazel bekommt den fabelhaften Spagat hin bei allen gebotenen Emotionen, die Sinfonie nicht zu sehr aufzuputschen, ohne auf die nötigen Emphasen (ohne diese Sinfonie ja nun wirklich nicht auskommt) zu vernachlässigen.

    Das sind auch meine Eindrücke. Maazel erinnert mich in mancherlei Hinsicht an seinen Vorgänger in Berlin, Ferenc Fricsay, der 1953 mit dem RSO Berlin das Werk für die DGG eingespielt hatte. Von der viel schlechteren Klangtechnik (mono) abgesehen, bietet sie einen ganz ähnlichen Interpretationsansatz. Auch die Spielzeiten sind wenig voneinander entfernt; das gilt für alle vier Sätze.

    Doch zurück zu Maazel: Wenn ich an seiner frühen Berliner Aufnahme etwas zu beanstanden hätte, so wäre es vielleicht das für meine Begriffe etwas zu laute, fast lärmende Finale. Maazel nimmt das "con fuoco" wirklich mehr als wörtlich, an einigen Stellen tut er m.E. des Guten ein wenig zu viel. Jugendliches Feuer eben! Das ist aber aus meiner Sicht der einzige nennenswerte Einwand gegen eine ansonsten großartige Lesart dieser Sinfonie. Die Klangtechnik ist von erstaunlicher Güte und Durchsichtigkeit, die Aufnahme übertrumpft in dieser Hinsicht manche neuere, z.B. Abbados Londoner Produktion von 1968 (ebenfalls DGG). Ich bin froh, daß ich mir Maazels frühe Genietat nun wieder ungeschmälert auf CD anhören kann.


    LG Nemorino

    Lieber Willi,


    danke für die Einstellung des interessanten Textes zu Liszts Sinfonischer Dichtung "Les Préludes".


    Ich finde es überhaupt sehr gut, daß Du dieses Werk hier ins Gespräch gebracht hast, ist es doch geradezu ein Paradebeispiel dafür, wie man ein an sich völlig unverdächtiges Stück ohne Zutun und Willen des Komponisten in Mißkredit bringen kann.

    Bekanntlich ist eine markante Passage dieses Werks von den Nazis als Fanfare für - gleichermaßen für wahre und erfundene - Siegesmeldungen von der Ostfront mißbraucht worden und als solche im Gedächtnis vieler Deutscher, die sich sonst für Musik dieser Art kaum interessieren, haften geblieben. Ich erinnere mich noch gut, als ich das Stück erstmals auf Platte hatte und abspielte, daß mein Vater ziemlich entsetzt zur Tür hereinkam und fragte, ob Goebbels wiederauferstanden sei! Er wußte zwar auf Anhieb, daß es original eine Liszt-Komposition war, aber er hatte es seit dem Ende des Naziterrors nie mehr gehört. Es wurde auch in den ersten Nachkriegsjahren mehr oder weniger, zumindest in Deutschland, gemieden.


    Heutige Hörer werden wieder ganz unbefangen an das Stück herangehen. Doch über viele Jahre klebte an ihm das gewollte oder ungewollte Gedächtnis an diese unselige Zeit. Was konnte Liszt dafür? Er war zu Beginn des Dritten Reiches schon 50 Jahre tot und konnte das Heraufziehen des Naziterrors noch nicht einmal in seinen Träumen erahnen ….


    ….. so wenig wie Tschaikowsky voraussehen konnte, daß man aus einer seiner Kompositionen fast 100 Jahre später mal eine "Bianca" hervorbringen würde.


    LG, Nemorino

    Hallo, liebe Leute,


    nie hätte ich mir träumen lassen, mit der Vorstellung einer so harmlosen Komposition wie Tschaikowskys "Capriccio Italien" eine solch heftige Diskussion auszulösen! Das war ganz bestimmt nicht von mir beabsichtigt; andererseits schadet es ja nicht, wenn man über ein Stück ganz konträre Ansichten hat. Vielleicht führt das ja zu ganz neuen Einsichten, obwohl dieses "Capriccio" nun alles andere als ein tiefsinniges Werk ist. Als solches wollte es wohl auch der Komponist nicht verstanden wissen.


    Auf jeden Fall höre ich mir aber Karajan an!

    Das würde ich Dir wirklich raten, lieber Holger! Seine Aufnahme des Stücks ist meilenweit von einer Kitsch-Apotheose entfernt. Auch ich bin ja nicht der Meinung, daß es sich hierbei um eine tiefgründige Komposition handelt, aber für mich ist dieses Capriccio ein Musterbeispiel für ein mitreißendes, ohrenschmeichelndes, farbiges Werk, das wie kaum ein anderes geeignet ist, schlechte Laune und trübe Gedanken zu verscheuchen. Karajan hatte ja angeblich die Gabe, selbst (und gerade) zweitklassige Musik erstklassig zu interpretieren. Wobei ich das Capriccio nicht pauschal als "zweitklassig" bezeichnen würde, sondern eher als leicht, duftig und beschwingt.


    Joseph II. hat in seinem Beitrag #20 schon zu Recht darauf hingewiesen, daß Karajan seine besten Tschaikowsky-Aufnahmen in den 1960er Jahren gemacht hat, und das "Capriccio" von 1966 unterstreicht diese Feststellung. Nach meinem Empfinden ist es Karajan, der das Stück als absolute Musik, ohne jede Sentimentalität und falsche Drücker, zur Aufführung bringt, dabei aber die orchestrale Pracht auf ganz wunderbare Weise zur Entfaltung bringt. So vorgetragen, ist es ein wahrer Leckerbissen für Connaisseure.


    Nach all den großen Interpretationen von Tschaikowskys Sinfonien, die wir in den vergangenen Wochen eifrig gehört und noch eifriger diskutiert haben, war das schwungvolle Stück für mich hervorragend geeignet, einen deutlichen Kontrast zu setzen, ohne den Komponisten wechseln zu müssen. Das wäre mir weder mit "Romeo und Julia", "Francesca da Rimini" noch der Ouvertüre "1812" gelungen, deren Bombast mir bis heute immer ein wenig unbehaglich vorgekommen ist. Aber auch das ist Geschmacksache.


    Ich wünsche Dir noch einen schönen restlichen Feiertag!

    LG, Nemorino

    Mir schwant aber Böses - Karajan ausgerechnet mit Bianca ....

    Lieber Holger,


    …… es tut mir leid, aber hier kann ich Dir nun wirklich nicht folgen! Was um alles in der Welt kann Tschaikowsky dafür, wenn man eine seiner Melodien in eine Schlagerschnulze verwandelt hat, und wieso dirigiert Karajan "Bianca"?

    Ehrlich gesagt, ich habe diesen Schlager bis zur Stunde überhaupt nicht gekannt (Karajan ganz sicher auch nicht!), muß man wohl auch nicht. Aber wenn man dieser Denke konsequent folgt, so müßte man Beethoven für den unsäglichen "Song of Joy" und Verdi für Freddy Brecks "Überall auf der Welt" verantwortlich machen, was zur Folge hätte, jede Aufführung von Beethovens Neunter und alle Vorstellungen von "Nabucco" weiträumig zu umfahren. Das kann doch nicht Dein Ernst sein! Nur einen Schritt weiter, und Ponchielli muß auf die Negativliste gesetzt werden, weil er Reklame für Koppenrath & Wiese komponiert hat^^. Man könnte die Liste jetzt bis ins Unendliche fortsetzen. Also ich habe bis heute weder bei Beethoven oder Verdi jemals an die schrecklichen Dudeleien der Schlagerindustrie auch nur gedacht - bei Bianca fiel es mir leicht, weil ich den Mist nie gehört habe.


    Wir leben leider in einer Zeit, wo alles und jedes für irgendwelche Zwecke mißbraucht wird - aber der Mißbrauch darf doch nicht nachträglich zum Original gestempelt werden.


    LG Nemorino

    die kleineren Piecen von Tschaikowsky, wie das hier genannte Capriccio italien, die 1812-Ouvertüre, aber auch manche der Orchesterouvertüren nach Schauspieln oder Dramen, sind mir ein Gräuel. Ich kann sie einfach nicht mehr hören...

    Lieber musikwanderer,


    ich habe Deinen Beitrag soeben erst gelesen. Die 1812-Ouvertüre ist in der Tat gewöhnungsbedürftig, aber doch mit dem wunderbaren Capriccio nicht zu vergleichen. Kennst Du die Karajan-Aufnahme? - Ich will Dich ja nicht belabern, aber wenn Du das Stück lange nicht gehört hast und es dann in dieser lukullischen Aufnahme Dir zu Gemüte führst, wirst Du vielleicht milder gestimmt sein ….


    LG Nemorino

    Konzerte, in welchem dieses Werk angekündigt wird, erfreuen sich allerhöchster Beliebtheit, es verströmt Heiterkeit, hebt die Laune durch deine Fröhlichkeit, läßt Urlaubserinnerungen erwachen und mancher erinnert sich vielleicht daran, daß gerade dieses schwungvolle Werk zu den ersten Bekanntschaften mit klassischer Musik gehört.

    Lieber La Roche,


    Du hast es auf den Punkt gebracht! Schöner kann man das Werk gar nicht beschreiben.


    Leuten, die bei dieser Musik die Nase rümpfen, ist nicht zu helfen. Ich höre das Stück immer wieder mit größtem Vergnügen.


    Schönen Feiertag,

    Nemorino :hello:

    Lieber Willi,


    vielen Dank für die Einstellung so vieler Aufnahmen des effektvollen Stücks, das sich auch heute noch großer Popularität erfreut, selbst bei Leuten, die sonst mit Klassik wenig am Hut haben. Davon zeugen die vielen Aufnahmen prominenter und weniger prominenter Dirigenten.


    Eine Aufnahme aus meiner Sammlung habe ich vergessen zu nennen, das hole ich hier schleunigst nach:

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    Auf dieser Sammel-CD ist sie enthalten, zusammen mit Stücken von Borodin, Rimsky-Korssakov (Capriccio espagnol) & Mussorgsky (Aufnahmen: ca. 1960, Stereo).


    Wie bei Szell nicht anders zu erwarten, ist es eine klare, mit äußerster Präzision gestaltete Aufführung, aber ihr fehlt nach meinem Empfinden die nötige Wärme. Alles klingt zwar großartig, aber ein bißchen unbeteiligt. Technisch ist die CD einwandfrei.


    LG Nemorino

    Ich höre gerade zur Feier des Tages aus dieser CD

    Gregorian Chant: Salve Regina - Antiphona (tonus monasticus) in Honorem Beatae Mariae Virginis

    die herrliche Fronleichnams-Sequenz "Lauda Sion Salvatorem" des Thomas von Aquin, die man heutzutage in unseren Kirchen so gut wie gar nicht mehr zu hören bekommt.

    Es singt der Chor der Benediktinermönche der Abtei Saint-Maurice & Saint Maur, Clervaux/Luxemburg (Aufnahme: 1959, Stereo).


    LG Nemorino

    Nachdem wir uns hier im Forum in den vergangenen Wochen intensiv mit Tschaikowskys sinfonischem Werk, insonderheit mit den Sinfonien Nr. 4-6, beschäftigt haben, möchte ich jetzt ein "leichtes Stück" von ihm vorstellen, das bis in unsere Zeit eine beachtliche Popularität genoß: das

    Capriccio italien, Op. 45.


    Das eingängige Werk entstand während eines Italien-Aufenthaltes des Komponisten, im Frühjahr 1880, in Rom. Eine "italienische Suite aus Volksmelodien, in der Art der spanischen Fantasien von Glinka, mit entzückenden Themen, die zu sammeln mir teils aus Sammelbänden, teils nach eigenem Hören auf den Straßen der Stadt gelang", wie Tschaikowsky in Briefen an Frau von Meck im Februar 1880 schrieb. Im Mai des gleichen Jahres schrieb er ihr in einem weiteren Brief: "Ich weiß nicht, welchen eigentlich musikalischen Wert das Werk haben wird, aber ich bin schon jetzt davon überzeugt, daß es schön klingen, d.h. daß das Orchester effektvoll und brillant sein wird."

    Das reißerische Stück kam am 6. Dezember 1880 in Moskau zur Uraufführung; der Dirigent war Nikolai Rubinstein. Bereits die Gattungsbezeichnung, "Capriccio", wie Tschaikowsky das Werk überschrieb, signalisiert die lockere Reihungsform, die in fast allen Abschnitten von der Tonart A-dur bestimmt wird. In der überaus farbigen Instrumentierung reflektiert der Komponist seine musikalischen Eindrücke aus Italien. Das 6/8-Signal der Trompeten, welches das Werk eröffnet, hat er auf einem Kasernenhof inmitten der Stadt aufgeschnappt. Es folgt eine italienische Volksweise in Kanonform, das von einem Tanzlied nach Art eines Bolero abgelöst wird. Das wirkungsvolle Final-Presto nimmt den neapolitanischen Rhythmus der Tarantella auf, und in den Schluß klingt wie ein Motto noch einmal das militärische Signal. Das Ganze gleicht einem bunten folkloristischen Bilderbogen, einem Fest der Sinnenfreude, wie der römische Karneval, den Tschaikowsky damals miterlebt hat. "Das Publikum …. braucht weder Schnaps noch Wein, es berauscht sich an der herrlichen Luft, der schmeichelnden Wärme", hält der Komponist die Stimmung des Stücks in einem weiteren Brief an seine Freundin Frau v. Meck fest.


    Kennengelernt habe ich das schöne Werk mit einer 45er EP, die noch mitten im Stück gewendet werden mußte:


    Capriccio italien op. 45 (Schallplatte)

    Ferdinand Leitner dirigiert die Berliner Philharmoniker (Aufnahme: 1960, Berlin).

    Eine recht schöne, aber etwas trockene Aufnahme.


    Später kaufte ich mir dann diese auf LP, die das lästige Wenden ersparte:

    Kyrill Kondrashin mit dem RCA Victor Symphony Orchestra (Aufnahme: 1960).

    Das war schon eine ganz andere, viel spritzigere und mitreißendere Angelegenheit, wie auch Rimsky-Korssakows "Capriccio espagnol" auf der Rückseite.

    Auf der oben vorgestellten CD sind zusätzlich noch Werke von Khachaturian und Kabalevsky dabei.


    Meine absolute Lieblingsversion ist aber seit vielen Jahren diese:

    oder hier:

    Herbert von Karajan und die Berliner Philharmoniker (Aufnahme: 1966, Jesus-Christus-Kirche, Berlin).

    Farbiger, orchestral vollkommener kann ich mir das Werk nicht vorstellen. Karajan serviert hier eine kulinarische Kostbarkeit, mit einer Raffinesse und einer Orchesterkultur, die ganz einfach unerreicht ist. So zumindest ist mein Eindruck. Wenn man diese Version (die von der DGG noch in diversen anderen Kombinationen herausgebracht wurde) hat, braucht man eigentlich keine weitere. Ein Ohrenschmaus!


    Allerdings gibt es dieses musikalische Feuerwerk in unzähligen Versionen; kaum ein Dirigent von Rang hat es sich entgehen lassen. Vielleicht nennt der eine oder andere seine Lieblingsaufnahme.


    LG Nemorino


    Wenn ich ein OT-Thema aus einem Beitag aufgreife, dann kopiere ich das Zitat des Vorschreibers in einen entsprechenden Thread des Themas (hier: Lalo- Symphony Espagnole) und schreibe dort an richtiger Stelle weiter über das Thema.


    ....ich kümmere mich nicht mehr darum, dafür noch Zeit zu investieren auch wenn es wie Kraut und Rüben in den Foren aussieht!

    Hier im Forum gibt es soviel Anleitungen, aaaaber ;( ! Na ja, die Forumsleitung scheint es ja auch nicht zu stören!

    Lieber Wolfgang, lieber Fiesco,


    ich habe mir schon wiederholt von meinem Sohn erklären lassen, wie man ein Zitat von einem Thread in den anderen überträgt, aber - es ist so und wird auch so bleiben - ich kapiere es zwar jedes Mal, aber nach wenigen Tagen habe ich es wieder vergessen, eben weil ich es nur ganz selten machen muß.

    Mein technisches Verständnis ist eben am Beginn der Französischen Revolution stehengeblieben. Alles, was mit Technik und Mathematik zu tun hat, war und ist mir ein Buch mit sieben Siegeln. Erschwerend kommt hinzu, daß ich mit Computern erst nach meinem 60. Lebensjahr erstmals in Berührung gekommen bin.


    Zur Zeit lese ich von dem Prof. Dr. Victor Klemperer das Buch LTI (Lingua tertii imperii, deutsch: Die Sprache des Dritten Reiches). Ich bin weder Träger des einen noch des anderen akademischen Titels, aber mich tröstet der Satz dieses hochgelehrten Mannes, der freimütig auf Seite 47 schreibt: " …. mir, dem leider alles Mathematisch-Technische so unergründlich fernliegt …."

    Ich habe auch etliche Forums-Anleitungen dazu gelesen, aber wenn ich zum Schluß gekommen bin, habe ich den Anfang schon wieder vergessen. Dagegen kann ich Schillers "Glocke" heute noch fast wörtlich rezitieren, obwohl ich das Gedicht vor über 60 Jahren gelernt habe.

    Ist es wirklich so schlimm, wenn mal vom eigentlichen Thema abgewichen wird, wie man ja auch in einem Gespräch häufig vom Hölzchen aufs Stöckchen kommt? Hier verlaufen doch leider die meisten Diskussionen sowieso nach wenigen Einträgen im Sande …. da muß man doch nicht gleich mit erhobenem Zeigefinger sich über solche Lappalien mokieren. Im übrigen habe ich schon wiederholt die Bitte an die Moderation gestellt, einen solchen von mir an falscher Stelle eingeordneten Beitrag in den richtigen Thread zu übertragen, leider (mit einer Ausnahme) ohne Erfolg.


    Lieber Fiesco, niemand verlangt von Dir, daß Du Deine Zeit investierst, um die Abbildungen in die "richtige Form" zu bringen. Es ist aber noch nicht lange her, da hast Du genau das mit Akribie und Leidenschaft betrieben. Ich kann mit großen, kleinen, eckigen und runden Bildern gut leben, habe aber Verständnis dafür, daß es für Alfred und Forum von Vorteil ist, wenn sie in das vorgeschriebene Format gebracht werden. Ich bemühe mich redlich, diesem Wunsch nachzukommen, es gelingt mir aber nicht immer. So werden wir weiterhin mit diesen Unbilden leben müssen ….


    LG Nemorino

    Du hast doch das Cover Deiner Aufnahme mit der Symphonie Espagnole mit GIMPEL/ RIEGER selbst in das Tamino übertragen!? Oder hast Du das von AMAZON übertragen?

    Lieber wok,


    ja, dieses Cover habe ich bei amazon kopiert, allerdings nicht in der hier gewünschten Größe. Da habe ich öfter meine Schwierigkeiten.


    Meine schönste Aufnahme des Bruch-Konzertes ist diese:

    mit Jascha Heifetz und dem London Symphony Orchestra, Dirigent: Sir Malcolm Sargent (Aufnahme: 5/1962, STEREO). Sie ist mit der Schottischen Fantasie op. 46 gekoppelt und enthält noch das Konzert Nr. 5 von Vieuxtemps. Herrliche Aufnahme großen Violinspiels.


    LG Nemorino

    Lieber Willi,


    so richtig interessant wäre für mich die 12 CD-Box von Colosseum mit den späten Aufnahmen, aber nicht zu diesem Preis! Da warte ich lieber mal ab:


    517bGCOfEsL._AC_UL436_.jpg

    Als die Kassette noch relativ günstig zu haben war, habe ich den richtigen Zeitpunkt verpaßt.


    Folgende 10 CD-Box habe ich mal auf meine "Warteliste" gesetzt:

    Leider ist bei Amazon nicht zu erfahren, wann die Aufnahmen entstanden sind. Es handelt sich wohl vornehmlich um Einspielungen aus der Vorkriegszeit.


    LG Nemorino

    Lieber musikwanderer,


    noch ganz lieben Dank für die Einstellung der Auftritte von Clifford Curzon bei den Salzburger Festspielen. Ich wußte gar nicht, daß er so häufig dort als Gast aufgetreten ist. Szell und Knappertsbusch scheinen seine bevorzugten Dirigenten gewesen zu sein; außer dem einen Auftritt mit Rudolf Kempe am 11.8.1959 waren sie stets seine "Begleiter", wie auch bei einigen seiner markanten Studioproduktionen.


    LG Nemorino

    Mich würde auch einmal interessieren, wie Du es zustande bringst, dieses Platten-Cover auf Tamino zu übertragen!

    Lieber wok,


    da kann ich leider auch nicht helfen, mir gelingt es auch nicht. Aber bestimmt weiß unser Computer-Spezialist Fiesco Rat. Wenn er das hier liest, wird er es schon auf die Reihe bringen.


    Aber es gibt die Aufnahme mit Stern/Ormandy auch in einer anderen Ausgabe, die kann ich hier anzeigen:


    LG, Nemorino


    Du musst unter dem Beitrag unten rechts auf "Bearbeiten" klicken, dann das "halbe Bild markieren und anschließen auf "Löschen" klicken, dann müsste es weg sein.

    Lieber Willi,


    vielen Dank für Deinen Tip, aber das habe ich schon gestern probiert. Wenn ich das so mache, so erscheint in einem Fenster alles mögliche, von "in neuem Tab öffnen" bis zu "Element untersuchen", aber "löschen" nicht! Vielleicht kann einer der Moderatoren es entfernen? Danke im voraus.


    LG Nemorino

    Auch zu dieser Tschaikowsky-Sinfonie habe ich bis heute nicht den rechten Zugang gefunden. Woran mag es liegen?


    Von den frühen Sinfonien ist mir die Nr. 1 "Winterträume" lieb und teuer, die Zweite fristet in meiner Sammlung (in 2 Ausgaben) ein Schattendasein, und mit der Dritten verhält es sich nicht anders. Auch hier kann ich auf zwei Versionen zurückgreifen:

    Herbert von Karajan und die Berliner Philharmoniker (Aufnahme: 1979, Berlin)


    und dann noch diese:

    Samuel Friedmann dirigiert das "Russian Philharmonic Orchestra".

    Ich habe die CD vor etwa 20 Jahren angeschafft, weil ich bis dato überhaupt keine Dritte von Tschaikowsky auf CD hatte. Weder der Dirigent noch das Orchester waren mir auch nur namentlich bekannt. Aber die CD war billig, und so dachte ich, zum Kennenlernen ist sie sicher geeignet.

    Einmal davon abgesehen, daß diese Sinfonie nicht unbedingt zu meinen "Rennern" gehört, ist es technisch eine sehr ansprechende Aufnahme, und das Orchester (nach dem Untergang der Sowjetunion bildeten sich etliche Orchester mit z.T. exotischen Namen; keiner wußte damals, wer und was sich dahinter verbarg) spielt ganz ausgezeichnet. Alles andere als eine zusammengewürfelte Truppe, vielmehr ein professionelles Ensemble, das wohl schon früher unter anderem Namen existiert hatte. Der Dirigent war mir ebenfalls völlig unbekannt. In RONDO hieß es einmal, er stehe in der "großen russischen Tradition eines Mrawinsky oder Swetlanow", viel mehr war nicht zu erfahren.

    Im direkten Vergleich mit Karajan schneidet er jedenfalls keineswegs schlecht ab, im Gegenteil, es ist eine engagierte Aufführung, die sich nicht zu verstecken braucht. Als "Zugabe" sind noch die Rokoko-Variationen op. 33 zu hören, die von dem Cellisten Kyrill Rodin schön und mit Hingabe gespielt werden. Auch eine Aufführung, die durchaus neben berühmteren bestehen kann.


    LG, Nemorino

    In der gezeigten Ausgabe von Australian Eloquence ist u. a. noch die bekannte Aufnahme der Ersten unter Tilson Thomas inkludiert.

    Lieber Joseph II.,


    …… das ist IMO eine besonders schöne Aufnahme der "Winterträume", die ich in dieser Ausgabe habe:

    Im "Musik Report '71", herausgegeben von FonoForum, heißt es merkwürdigerweise: "Tilson Thomas, ein junger amerikanischer Dirigent, (benutzt) die Partitur zur Schaustellung wilder Auslegungsfinessen." Ehrlich gesagt, das kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Ich finde die Aufführung ganz großartig. Auch im Vergleich mit Karajan (DGG) und Smetacek (Supraphon) bleibt mir diese Aussage unverständlich.


    Simonows Aufnahme der Zweiten ist mir nicht bekannt (selbst der Dirigent ist mir kein Begriff).


    LG Nemorino