Beiträge von nemorino

    In meiner Sammlung habe ich Pollinis erste Aufnahmen der Beethoven-Konzerte - das 1. ist mit Eugen Jochum.

    Lieber Holger,


    ich denke ich werde nachsitzen müssen! Die Pollini-Konzerte mit Jochum bzw. Böhm habe ich auch, das 1. Konzert in dieser Ausgabe:


    BEETHOVEN - KLAVIERKONZERTE 1 & 2 / JOCHUM  WP / POLLINI / CD

    Eugen Jochum hat seinerzeit die geplante GA Pollini/Böhm vollendet. Karl Böhm verstarb während der Aufnahmen, und so hat Jochum die Konzerte Nr. 1 & 2 mit Pollini in Wien nachträglich eingespielt.

    Diese Gould-Aufnahme mit Vladimir Golschmann als Dirigenten ist zugute zu halten, dass sie jugendlich frech ist, sich nicht um Konventionen und Aufführungstraditionen schert, sondern frisch und munter drauflos musiziert.

    Vielen Dank für Deine hochinteressante Analyse der Gould/Golschmann-Aufnahme des ersten Konzerts. Nun bin ich doppelt neugierig auf meine neuen Eindrücke davon. Leider bin ich heute nicht zum Musikhören gekommen, aber es wird baldigst nachgeholt. Ich muß nur aufpassen, daß ich des Konzertes nicht überdrüssig werde; in den letzten Tagen habe ich es zu oft gehört, deshalb ist jetzt eine kurze Pause angebracht.


    Ich habe mir eben diese Einspielung auch vor ein paar Tagen angehört und kann die Begeisterung voll teilen.

    Lieber Joseph II.,


    es ist schon spannend, wie unterschiedlich die Aufnahme beurteilt wird. Teleton (Wolfgang) war des Lobes voll, und auch Du bist begeistert, Holger hat zwar einige Aspekte hervorgehoben, war aber insgesamt doch eher zurückhaltend in seinem Urteil. Wie gesagt, ich habe die Aufnahme nur einmal gehört, das ist fast 2 Jahre her, und war ziemlich enttäuscht. Nun bin ich gespannt, ob ich beim zweiten Durchgang zu anderen Einsichten gelange.


    LG und schönes Wochenende,

    Nemorino

    Das Thema schaffte es gestern sogar in die wichtigsten deutschen Nachrichtgenmagazine.

    Lieber Rüdiger,


    ….. das Land hat ja auch sonst keine Probleme!


    Bei uns ist alles bestens bestellt, da können wir es uns doch eine breit angelegte Diskussion leisten, ob Mädchen in Knabenchöre gehören, oder ob gar Männer zukünftig schwanger werden müssen, damit dem Grundsatz der Gleichberechtigung Geltung verschafft wird.

    Angebliche oder tatsächliche sexuelle Verfehlungen eines Opernstars wie Plácido Domingo schaffen es, kaum daß sie bekannt werden, am ersten Tag in die Hauptnachrichten der Tagesschau, während die Geschehnisse auf der Kölner Domplatte Silvester 2015/16 vier Tage gebraucht haben, bevor sie überhaupt erwähnt wurden, und dann noch immer heruntergespielt und verharmlost wurden. Die Beispiele ließen sich beliebig fortsetzen ….


    Dabei möchte ich wetten, daß mindestens 90 % der Tagesschau-Nutzer noch nie in einer Oper waren und mit dem Namen Domingo wenig oder gar nichts anzufangen wissen, während genau diese 90 % der Zuschauer sehr wohl daran interessiert sind, was im eigenen Land so alles passiert. Aber das interessiert die Programmacher natürlich keinen Deut. Sie berichten unabhängig und selbstverständlich unparteiisch über alles, was ihnen in den Kram paßt, während alles andere dem "mündigen" Zuschauer nicht zuzumuten ist. Natürlich ist bei der Fülle der Nachrichten eine Selektion unabdingbar, es ist nur immer wieder sehr bemerkenswert, was und wo selektiert wird.


    Nemorino

    ….. nun, dann könnt ihr euch ja in sittlicher Empörung zu gemeinschaftlichem Kotzen verabreden.

    Daß z.B. ein Jörg Kachelmann, der immerhin über 4 Monate wegen falscher Anschuldigungen in U-Haft saß, vielleicht noch mehr Grund zum Kotzen hätte, spielt dabei wohl keine Rolle.


    Fassungslos macht mich immer wieder, daß es inzwischen schon zur Normalität gehört, daß in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen immer wieder eine neu Sau gefunden wird, die durch das Dorf getrieben wird. Jedesmal erhebt sich die bange Frage: Und wer mag nun der Nächste sein?


    Nemorino

    Bei Kachelmann waren die Vorwürfe nach allem, was man weiß, unbegründet. Bei Domingo glaube ich angesichts der Vielzahl der Frauen, die sich dazu geäußert haben, nicht an seine Unschuld.

    Hallo Bertarido,


    auch bei Kachelmann hat es seinerzeit, wenn ich mich recht erinnere, "Trittbrettfahrer" gegeben. Trotzdem waren die von einer bestimmten Person erhobenen Vorwürfe, wie Du selber schreibst, unhaltbar. Und trotzdem: Irgendetwas bleibt immer hängen, und Kachelmann wird noch Jahre unter dieser Treibjagd zu leiden haben. Er versucht zwar auf diversen Gebieten, wieder ins Geschäft zu kommen, aber bisher mit nur bescheidenem Erfolg.


    Was "die Vielzahl der Frauen" angeht, so ist es immer wieder höchst erstaunlich, daß sich, sobald irgendwo ein erster Vorwurf gemacht ist, plötzlich Dutzende von Geschädigten auftauchen, wie ein Schwarm Schmeißfliegen, der sich auf einen Kotelettknochen stürzt. Irgendwie finde ich das ganz einfach widerlich! Inzwischen hat sich praktisch eine außergerichtliche Gesellschaft gebildet, die ohne Rücksicht auf bestehende Gesetze - wie seinerzeit die Feme - sich auf ihr Opfer stürzt und es nicht mehr aus den Klauen läßt, bis es zur Strecke gebracht ist. Ich weiß nicht, ob Domingo schuldig oder unschuldig ist, jedenfalls hat er so lange als unschuldig zu gelten, bis ein ordentliches Gericht ihn verurteilt hat. Jedenfalls möchte ich nicht in seiner Haut stecken.


    LG Nemorino

    Das ich immer hier gerügt werde wegen irgendwelchem S....., das verstehe wer will, ich nicht.

    Lieber Fiesco,


    …. sei mir bitte nicht böse, aber im Gegensatz zu Dir wundere ich mich nicht, daß sich einige an Deinem Umgangston reiben. Reinhards Ratlosigkeit kann ich jedenfalls sehr gut nachvollziehen. Selbst bei Nichtigkeiten reagierst Du in letzter Zeit immer häufiger aggressiv und grob, obwohl ich nirgends feststelle, daß jemand persönlich etwas gegen Dich hat. Ich habe Dich schon mehrmals fragen wollen, was eigentlich mit Dir los ist, es dann aber doch lieber gelassen, weil ich fürchtete, eventuell noch Öl ins Feuer zu gießen.

    Ich erinnere nur an die jüngsten Threads über Mozarts KV 364 und "Ungeliebte Arien?". In letzterem hast Du den Teilnehmer Erich Ruthner so weit gebracht, daß er es vorgezogen hat, keine Antwort mehr zu geben. Dabei hatte er nur die durchaus berechtigte Feststellung getroffen, daß es kaum ein Tenor-Recital ohne Tosca-Arien gäbe. Natürlich gibt es Dutzende, die keine enthalten (dafür aber Hunderte mit Tosca-Stücken), aber warum man darauf so ruppig reagieren muß, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Nachdem die Antwort ausblieb, hast Du noch einmal nachgekartet, wieder in gereiztem Ton, so daß Du Dich nicht wundern mußt, wenn dann keine Antwort mehr kommt. Das kann doch nicht Sinn und Zweck eines Diskussionsforums sein!

    Im KV 364-Thread hast Du mir vorgeworfen, ich würde auf Deine geposteten Aufnahmen nicht reagieren und damit Deinen Rückzug erklärt. Ich habe Dir sehr ausführlich, sachlich und freundlich, wie ich meine, begründet, warum ich darauf nichts sagen konnte, aber eine Antwort hast Du nicht für nötig befunden. Natürlich ist das Dein gutes Recht, denn dazu gibt es ja zum Glück keine Verpflichtung, aber um so mehr wundert es mich, daß Du zwar wegen jedem Sch… auf die Palme gehst, aber Dein eigenes Verhalten offenbar toll findest. Auch das ist Deine ganz persönliche Sache, aber kein Grund, sich über andere zu beklagen.


    Ich würde mich echt freuen, wenn sich wieder ein entspannterer Umgangston zwischen uns finden ließe, denn ich habe in der Vergangenheit eigentlich einen anderen Eindruck von Dir erhalten.


    LG Nemorino

    Obwohl heute in der Tat der Name CHRISTOPH ESCHENBACH wohl für die meisten Klassik-Liebhaber mit dem des Dirigenten ESCHENBACH verbunden wird - und es ist höchst bemerkenswert, wie sich der adoptierte Vollwaise zu einem doch bedeutenden Dirigenten hochgearbeitet hat - habe auch ich ihn immer noch als großartigen Pianisten - vor allem der Werke MOZARTs in Erinnerung.

    Lieber wok,


    herzlichen Dank für Deinen Eintrag 335.

    Ich habe leider Christoph Eschenbach nie im Konzert erlebt, aber wenn ich seinen Namen lese, so denke ich spontan immer gleich an seine Pianistenkarriere, weniger an seine zweite Laufbahn als Dirigent. Deshalb ist er mir in den letzten Jahren auch ein wenig aus dem Blickfeld geraten.

    Auch als Liedbegleiter habe ich ihn sehr geschätzt; ich denke da vor allem an die Zusammenarbeit mit Fischer-Dieskau (Schumann-Lieder!).

    Immerhin wurde er um die Jahrtausendwende für würdig befunden, in die Philips-Serie "Great Pianists of the 20th Century aufgenommen zu werden:

    In diesem 2 CD-Album ist er u.a. auch mit Mozarts Sonate F-dur, K. 332 vertreten, sowie den schönen "C-dur-Variationen über 'Ah, vous dirai-je, Mamam" K. 265, außerdem mit Werken von Schumann, Schumann, Haydn und Beethovens Konzert Nr. 1 (mit Karajan).

    Besonders interessant ist der Essay von Peter Cossé über den Künstler. Leider ist das Album nur noch für teures Geld zu haben.

    Die kompletten Mozart-Sonaten habe ich nicht, aber die Mozart-Stücke für 2 Klaviere (bzw. zu 4 Händen) mit Justus Frantz sind bei mir vorhanden. Und dann noch diese (für mich) besonders kostbare CD:

    Konzerte für zwei & drei Klaviere [Vinyl LP]


    LG nach Málaga,

    Nemorino

    Es gibt eigentlich keine Aufnahme bei der die Pauken so prägnant in Szene gesetzt werden wie hier. Du weisst ... auf sowas stehe ich absolut.

    Die Aufnahme hatte ich schon zu "LP-Zeiten". Meine Nächste auf Aufnahme auf CD war dann Brendel/Haitink und die war dahingehend weit weniger überzeugend. Da auch vom Tempo her absolut stimmig, blieb Gould mein Favorit ... und die Gould Kadenz finde ich nebenbei Klasse.

    Lieber Wolfgang,


    ich werde mir die Aufnahme bald vornehmen. Momentan mache ich eine Pause, damit ich nicht die Lust an einem meiner Lieblingskonzerte verliere, das ich in den letzten Tagen mindestens 5 x gehört habe, satzweise sogar noch öfter. Warum ich die Gould-Box mit den Beethoven-Konzerten nach dem ersten Hören gleich in die hinteren Reihen gestellt habe, muß ja einen Grund gehabt haben. Ganz sicher lag es nicht an Goulds Kadenz im ersten Konzert. Ich habe grundsätzlich nichts gegen eigene Kadenzen, im Gegenteil, sie bieten oft interessante neue Einblicke und vor allem Abwechslung.

    Wie ich schon früher geschrieben habe, bin ich wahrscheinlich durch meine ersten Hörerfahrungen (das waren Foldes/Leitner, Eschenbach/Karajan und Richter/Münch) für weit davon abweichende Sichtweisen "verdorben" bin. Sobald ich die Gould-Version wieder gehört habe, werde ich berichten.


    Im übrigen wünsche ich Dir noch schöne, vor allem entspannte und ruhige Urlaubstage.


    LG Nemorino

    Ich würde insgesamt eher sagen, dass Eschenbach eine ziemlich spektakuläre Dirigentenkarriere hingelegt hat

    Lieber Joseph II. und lieber Willi,


    ich muß gestehen, daß ich da ziemlich voreilig etwas geschrieben habe, was den Fakten nicht standhält. Vielen Dank für die Informationen, von denen einige tatsächlich neu für mich waren.

    Es mag damit zu erklären sein, daß hierzulande vorrangig von Nagano, Thielemann, Rattle, Jansons etc. die Rede ist, wenn es um Dirigenten geht. Eschenbach hat viele Jahre in den USA gelebt und gearbeitet, und auf dem Tonträgersektor hat er auch nicht die Fülle vorgelegt wie die vorgenannten Kollegen. Ich habe zugegebenermaßen Eschenbachs Dirigentenkarriere nicht minutiös verfolgt, auch in der Vergangenheit die eine oder andere negative Kritik über ihn gelesen. So hatte ich gar nicht mehr auf dem Schirm, daß er das NDR SO jahrelang geleitet hat, auch sein Wirken in Philadelphia war mir nicht mehr präsent.

    Deshalb möchte ich meine Aussagen in dieser Richtung nicht aufrecht erhalten. Trotzdem bedauere ich zutiefst, daß Eschenbach seine so hoffnungsvoll begonnene Pianistenlaufbahn nicht weiter verfolgt hat, d.h. als namhafter Liedbegleiter war und ist er bis in die jüngere Zeit tätig gewesen.

    Ich lese übrigens, daß er ab der kommenden Saison das renommierte Konzerthausorchester Berlin (früher: Berliner Sinfonie-Orchester) leiten soll. Immerhin vollendet der Künstler im kommenden Jahr sein 80. Lebensjahr.

    die Krips-Aufnahmen hatte ich vor mehr als einem Jahr bei amazon zu bestellen versucht. Leider sind sie vergriffen. Ich habe erst 6 Monate gewartet und dann wurde die Bestellung storniert.

    Lieber Holger,


    Wer suchet, der findet:)! Hier sind sie, sogar zu einem ziemlich moderaten Preis:

    Beim großen Urwaldfluß z.Zt. gebraucht-gut für € 14,29 + Versandspesen zu haben. Bei Interesse würde ich unverzüglich zugreifen, es gibt weiters nur noch ein Exemplar für ca. 150 €!

    Ich habe eine andere, ältere 3 CD-Box, da ist noch Beethovens Sonate Nr. 18 drauf; die Haydn-Variationen habe ich auf einer anderen CD, die sind ebenfalls große Klasse.


    LG Nemorino

    Vielen Dank für Deinen Kommentar zu der GOULD/GOLSCHMANN-Einspielung, der mich schon etwas überrascht.

    Lieber wok,


    …. ich war selber überrascht, daß mir diese hochgelobte Aufnahme so gar nicht gefallen hat. Ich habe sie, wie gesagt, eigentlich nur gekauft, weil sie von so vielen als großartig beschrieben wurde. Goulds Spieltechnik ist über allen Zweifel erhaben, darum geht es auch gar nicht.

    Ich denke, daß ich durch meine absolute Lieblingsaufnahme, Eschenbach/Karajan (DGG), geschmacklich in eine ganz andere Richtung geführt worden bin. Anders kann ich mir das nicht erklären. Trotzdem werde ich mir die Aufnahme, die ich nur einmal gehört und dann irritiert zur Seite gelegt habe, demnächst noch einmal vornehmen. Vielleicht komme ich dann zu anderen Einsichten. Neben Eschenbach/Karajan (die übrigens ganz sicher keine Idealinterpretation ist, aber welche ist das schon?) sind meine Favoriten vor allem die bereits gestern in Beitrag 322 genannten. Der damals junge Eschenbach und Karajan haben 1966 eine wunderbar leuchtkräftige, technisch und musikalisch brillante Aufnahme hingelegt, die aber wohl mehr nach spätem Beethoven klingt, obwohl es sich ja eigentlich um ein Frühwerk handelt. Vielleicht macht das (für mich) ja den besonderen Reiz aus. Jedenfalls habe ich das Werk weder früher noch später so majestätisch, in ungewöhnlich breiten Tempi gehört. Eschenbach hat sich ja in späteren Jahren mehr dem Dirigieren zugewandt; wenn ich diese Aufnahme höre, bedauere ich das immer wieder zutiefst. Er war, nach den mageren Nachkriegsjahren, der erste ernstzunehmende deutsche Pianist nach der Generation Gieseking/Backhaus/Kempff. Doch die Erwartungen, die man in ihn gesetzt hat, haben sich leider nicht erfüllt. Als Dirigent hat er sich zwar einen Namen gemacht, jedoch ist er nie in eine wirkliche Spitzenposition aufgerückt. Nachdem er viele Jahre in den USA gewirkt hat, ist der gebürtige Breslauer m.W. seit ca. 2002 Leiter des Schleswig-Holstein-Festivals.


    Der Name Friedrich Wührer sagt mir natürlich etwas, ich muß aber gestehen, daß ich in meinem CD-Bestand keine Einspielung von ihm habe.


    LG Nemorino

    die CD habe ich natürlich auch - und das glatt vergessen. Denn sie ist bei mir nicht bei Anda, sondern bei Haskil einsortiert!

    Lieber Holger,


    …. auch bei mir steht ist sie bei Haskil, aber als ich ANDA las, fiel mir die CD sofort ein. Sie liegt schon bereit zum Hören, aber "gut' Ding braucht Weile". Ja, Géza Anda war ein großartiger Pianist; sein früher Tod war ein unersetzlicher Verlust für die Musikwelt.


    Nun musste ich auch noch eine andere "klassische" Aufnahme aus meiner Sammlung hören Arthur Rubinstein und Erich Leinsdorf


    Die besitze ich leider nicht, aber ich habe die frühere Ausgabe mit Josef Krips und der Symphony of the Air (ex NBC), aus dem Jahr 1956, die Willi bereits in seinem vorigen Beitrag genannt hat. Ich hatte diese Aufnahmen schon auf LP, später aber, als sie in einer 3 CD-Box herauskam, sofort neu angeschafft. Die scheint leider z.Zt. vergriffen zu sein, lediglich als MP3-Download habe ich sie gefunden:

    Artur Rubinstein plays Beethoven: The 5 Piano Concertos (Symphony of the Air - Krips)

    Nachdem in FonoForum 1971 zu lesen stand "Die zweite Rubinstein-Einspielung mit Leinsdorf bietet orchestral weniger Feinarbeit und reicht an Frische und Spontaneität nicht an die erste unter Krips heran" habe ich von der Anschaffung abgesehen (die GA mit Barenboim am Pult erschien erst 1975, auch die fehlt bei mir). Deshalb kann ich auch zu den letzten beiden keine Stellung nehmen. Ich lese aber mit großem Interesse, daß Du von der Leinsdorf-Version ganz begeistert bist. Sollte ich da was verpaßt haben? Die Aufnahmetechnik der 1956er Aufnahmen ist übrigens überraschend gut.


    die Aufnahme durch GLENN GOULD mit dem COLUMBIA SYMPHONY ORCHESTRA unter VLADIMIR GOLSCHMANN

    Lieber wok,


    obwohl wir oft musikalisch auf einer Wellenlänge liegen, hier kann ich Dir leider nicht folgen. Ich habe mir vor einiger Zeit diese hochgerühmte, fast legendäre Aufnahme mit Gould/Golschmann angeschafft - und war ziemlich enttäuscht! Und zwar vor allem von dem 1. Konzert. Das liegt weniger am Klang oder an der eigenwilligen Kadenz Goulds, sondern an der gesamten Interpretation. Ich habe mir die Aufnahme wiederholt angehört, aber ich werde einfach nicht warm mit ihr. Der zweite Satz scheint mir noch am besten gelungen. Für mich kein Vergleich mit ABM/Giulini, Eschenbach/Karajan (beide DGG), Richter/Münch (RCA), Serkin/Ormandy (CBS) oder Arrau/Haitink (Philips), um nur einige zu nennen, die mir gerade spontan in den Sinn kommen.


    Nun habe ich mir heute noch folgende Aufnahme aus dem Regal genommen, nicht zuletzt, weil der Pianist bei mir einen ganz besonderen Rang einnimmt:

    Walter Gieseking (Klavier) und das Philharmonia Orchestra London, Dirigent: Rafael Kubelik (Aufnahme: 10/1948, Abbey Road Studio No. 1, London).

    Eine IMO ganz wundervolle Aufnahme! Federnd leicht und locker setzt das Orchester ein, entfaltet sich aber bis zum Einsatz des Klaviers zu voller Kraftentfaltung, ohne aber jemals schwer oder gar schwerfällig zu werden. Und noch eine Überraschung: Kubelik braucht für die Orchestereinleitung exakt 2.29 Min., während die meisten ca. 3 Minuten in Anspruch nehmen. Überhaupt ist der 1. Satz mit 12.18 Min. fast rekordverdächtig. Allerdings spielt Gieseking Beethovens zweite, d.h. die kürzeste Kadenz (60 Sek.), aber das allein erklärt nicht die kurze Spielzeit. Kubelik hält unbeirrbar ein flottes Tempo vor, und Gieseking spielt mit einer jugendlichen Frische, die staunen macht. Das Booklet ist nur in englischer Sprache abgefaßt; ihm ist zu entnehmen, daß die Aufnahme während der ganzen LP-Zeit ohne Nennung des Dirigenten erschienen ist, sogar in diversen Auflagen, weil Kubelik vertraglich zu dieser Zeit anderweitig verpflichtet war. Zur Kadenz im Kopfsatz bemerkt der Verfasser Farhan Malik: "..... die von den meisten Pianisten bevorzugte lange, dramatische dritte Kadenz würde angesichts der intimen Spielweise Giesekings total aus dem Rahmen fallen". Das klingt einleuchtend. Die Klangtechnik ist übrigens erstaunlich gut und fast rauschfrei.


    Ich habe mir seinerzeit diese CD vor allem wegen der Aufnahme des 5. Konzerts gekauft, weil das die einzige STEREO-Produktion ist, die vor dem Ende des 2. Weltkriegs aufgenommen wurde. Laut Textheft entstand die Aufnahme am 23. Januar 1945 (!) im Haus des Rundfunks, Berlin. Der Dirigent war Arthur Rother. Wer gute Ohren hat, kann an manchen Stellen in der Ferne die Flak schießen hören. In jeder Hinsicht eine abenteuerliche Einspielung. Die Stereowirkung scheint mir allerdings recht bescheiden zu sein. Aber immerhin, für die chaotische Zeit eine innovative Aufnahme für die Geschichtsbücher. Über diese Produktion haben wir uns vor einiger Zeit schon im Gieseking-Thread ausgetauscht.


    LG Nemorino



    Hallo, Tamino-Freunde,


    ….. über den Bregenzer "Rigoletto" (wenn es denn einer war) hatte ich mich bereits im Beitrag 47 ausführlich zu Wort gemeldet. Viel ist dem nicht hinzuzufügen, auch nachdem ich mir am letzten Samstag die Aufführung noch einmal, diesmal in voller Länge, angesehen habe.

    Ich war allerdings erstaunt, daß man nun auch noch das Ganze auf DVD veröffentlicht, was mich zu dem lockeren Kommentar #78 veranlaßt hat. Wer wirklich an Verdis Meisterwerk interessiert ist, wird sich wohl kaum diese Ausgabe kaufen; sie ist wohl in erster Linie als "Souvenir" für die Besucher und deshalb für Cash and go gedacht, denn im nächsten Jahr spricht wahrscheinlich kaum noch ein Mensch davon.


    Wie schon gesagt, als zirzensische Veranstaltung hat das durchaus künstlerische Qualität, wie überhaupt die Inszenierung für das Auge einiges zu bieten hatte, aber auch nach ausgiebiger Beschäftigung mit der Materie erschließt sich mir kein Zusammenhang mit Verdis Oper und/oder dem Libretto von Francesco Maria Piave, das sich bekanntlich auf Victor Hugos Schauspiel "Le roi s'amuse" stützt. Gesanglich konnte ich auch keine Spitzenleistungen feststellen, aber das war ja auch in diesem Ambiente kaum zu erwarten. Nur der Sänger einer Nebenrolle, des Grafen Monterone, ist mir eigentlich in dieser Hinsicht positiv aufgefallen, alles andere war (im Vergleich zu meinen 10 GA auf CDs) mehr oder weniger Hausmannskost.


    LG Nemorino

    Heute habe ich eine Aufnahme des 1. Klavierkonzerts gehört, in die man sich nur verlieben kann: Geza Anda als Solist und Dirigent 1969

    Lieber Holger,


    leider liegen mir beide Aufnahmen nicht vor, aber trotzdem ist Géza Anda bei mir mit Beethovens Klavierkonzert Nr. 1 vertreten:

    Bach / Mozart: Concertos for 2 Pianos, Beethoven: Piano Concerto No.1 by Clara Haskil (1996-01-01)

    mit dem Philharmonia Orchestra London, Dirigent: Alceo Galliera (Aufnahme: 2/1955, Abbey Road Studios, London, MONO).

    In einer alten vergleichenden Besprechung von 1959 wird sie ausdrücklich empfohlen, zusammen mit Schnabel/Dobrowen (EMI) und Kempff/van Kempen (DGG).

    Leider ist es eine kleine Ewigkeit her, daß ich sie gehört habe. Deshalb kann ich im Moment wenig dazu sagen. Doch wenn mein Gedächtnis mich nicht täuscht, ist sie künstlerisch von hoher Qualität. Natürlich läßt die Klangtechnik einige Wünsche offen.

    Gekoppelt ist das Konzert mit J.S. Bachs Konzert für 2 Klaviere C-dur, BWV 1061 und dem Mozart-Konzert für 2 Klaviere Es-Dur, K. 365, beide aufgenommen im April 1956, sogar in Stereo. Insgesamt eine sehr empfehlenswerte CD, sowohl für Anda- als auch für Haskil-Verehrer (Clara Haskil ist die Partnerin Andas in BWV 1061 und KV 365).


    LG Nemorino

    Dank für die Tips zu Richter! Da muss ich nachher mal schauen, was ich habe und was nicht!

    Lieber Holger,


    vielen Dank für Deine Antwort.

    Svjatoslav Richter hat ja interessanterweise nur Beethovens Konzerte Nr. 1 & 3 im Repertoire gehabt, während er um Nr. 2, 4 & 5 zeitlebens einen Bogen gemacht hat, aus unerfindlichen Gründen.

    Das dritte Konzert hat er sogar 2 x im Studio aufgenommen:

      

    9/1962 in Wien für die DGG mit den Wiener Symphonikern, Dirigent: Kurt Sanderling (linke Abb.)

    9/1977 in London für EMI mit dem Philharmonia Orchestra London, Dirigent: Riccardo Muti (rechte Abb.), gekoppelt mit Mozarts Konzert KV 482 (rec. 4/1979), in dem er die Kadenzen von Benjamin Britten zu Gehör bringt.

    Ich habe beide CDs in meiner Sammlung; insgesamt würde ich die frühere DGG-Aufnahme vorziehen, die außerdem das Mozart-Konzert KV 466 aus 1959 (mit Wislocki) und als Zugabe noch das schöne B-dur-Rondo WoO 6 in gleicher Besetzung bringt.


    die Aufnahme mit Paul Badura-Skoda und Hermann Scherchen von 1954

    Die hatte ich bereits mehrfach auf meine Wunschliste gesetzt, zuletzt in dieser Ausgabe:

    aber dann doch nicht gekauft, weil ich bereits 13 GA besitze, die Einzelaufnahmen gar nicht gerechnet. Wann soll man das alles hören, und wo unterbringen? :(



    Szell und Fleisher

    Die GA hatte ich bereits auf LP, später als Einzel-CDs neu beschafft. Fleisher/Szell war immer eine großartige Kombination, leider klingen die alten CBS-Aufnahmen trotz Stereo nicht so gut wie die Gilels/Szell-Produktion von EMI. Sie sind ja auch fast ein Jahrzehnt älter.

    In der Aufnahme mit Gilels haben die Beteiligten vielleicht zu viel gewollt, zu perfektionistisch agiert.

    Das scheint mir eine einleuchtende Erklärung zu sein für den "Erdenrest" dieser ansonsten großartigen Einspielung, die ich auch schon als Eurodisc-LPs hatte und später auf EMI erneut gekauft habe, in diesen 2 CD-Alben:

      

    Inzwischen hat Warner Classics sie als geschlossene Box wieder veröffentlicht.


    LG Nemorino




    Das Alter!

    Lieber Holger,


    das kann jedem passieren, mach' Dir nichts draus. Es kommt eher davon, daß man zuviel im Kopf hat!



    Diese GA ist wirklich sehr gut, natürlich wegen Weissenberg - nur im 1. Konzert in der Einleitung gefällt mir Karajan mit seinem Legato gar nicht.

    Wie gesagt, ich habe die Aufnahmen lange nicht mehr gehört, und deswegen auch nicht in meine Vergleiche einbezogen. Dabei stehen sie seit Jahren komplett in meinem Regal (noch bei Saturn in Köln gekauft!):



    Klavierkonzerte 1-5 (Ga)

    Leider gibt es nur eine sehr magere Textbeilage - es war eine Sonderauflage der Electrola.



    Leider habe ich beide Aufnahmen nicht.

    Das Live-Konzert vom 1.11.1960 gibt es auf dieser relativ preiswerten 2 CD-Box:

    die außerdem noch sehr interessante Live-Mitschnitte festhält:

    Das Brahms-Konzert Nr. 2, ebenfalls am 1.11.1960 in Boston mitgeschnitten, mit Charles Münch am Pult (die Studioaufnahme entstand erst am 30.11.1960 in Chicago, leider stand Münch als Dirigent nicht zu Verfügung, deshalb kam Leinsdorf zum Einsatz);

    + das Beethoven-Konzert Nr. 3 in einem Mitschnitt vom 5.11.1954 (mit dem Warschauer Philharmonischen Orchester, Dirigent: Witold Rowicki,

    + das Konzert Nr. 5 von Saint-Saens, mitgeschnitten am 3.4.1955 mit der Leningrader Philharmonie, Dirigent: Kyrill Kondrashin.

    Ich finde, das ist eine äußerst interessante Zusammenstellung. Du kennst aber meine Aversion gegen Live-Mitschnitte, deshalb habe ich nur die beiden kommerziellen Aufnahmen:

    und:

    vor allem die Brahms-Aufnahme ist legendär, aber auch das Beethoven-Konzert mit Münch ist mir als leuchtkräftige, imposante Aufnahme in Erinnerung. Die lange Original-Kadenz im Kopfsatz spielt Richter schier atemberaubend.


    LG Nemorino




    die Rosina wurde schon zu Lebzeiten Rossinis von Sopranen gesungen ....

    Das mag ja sein, aber entscheidend ist doch, ob Rossini die Partie für Mezzosopran oder für Sopran geschrieben hat, bzw. ob er sie selber transponiert hat. Mezzos waren schon immer im Vergleich zu Sopranen Mangelware, so daß hier vielleicht aus der Not eine Tugend gemacht wurde. Wenn ich meinen Nachschlagewerken glauben darf, so ist es im Original eine Mezzopartie.


    LG Nemorino

    Die habe ich glaube ich auch, wenn sie in dieser Box drin ist:

    Dann höre ich mir das natürlich auch an - wahrscheinlich komme ich aber erst morgen dazu!

    Lieber Holger,


    ich bin mir ziemlich sicher, daß sie in der Box enthalten ist. Die ist überhaupt ein echtes Juwel: die wichtigsten Aufnahmen von Leon Fleisher sind praktisch alle drin, u.a. neben den Beethoven-Konzerten auch die von Schumann, Brahms, Grieg (sämtlich mit Szell) und noch etliches andere mehr. Ich selber besitze sie nicht, habe aber fast alles in Einzelausgaben, so daß sich für mich die Anschaffung nicht lohnt.



    Meinst Du die Karajan-Aufnahme mit Alexis Weissenberg?

    Nein, ich meine die Einzelaufnahme mit Christoph Eschenbach von 1966 (DGG):

    Beethoven: Piano Concerto No.1 / Triple Concerto by Anne-Sophie Mutter

    Für mich nach wie vor die majestätischste Aufnahme des Werks. Wenn Eschenbach nur diese eine Aufnahme (als Pianist) gemacht hätte, so wäre ihm IMO ein Platz im CD-Olymp sicher! Allein das Adagio bringt mich immer wieder zum Schwärmen: mit 14.01 Min. ist es "rekordverdächtig". Trotz des breiten Tempos verliert der Satz keinen Moment seine Spannung, was natürlich auch dem Dirigenten zu danken ist. Ich bedauere immer wieder, daß aus dieser Zusammenarbeit keine GA geworden ist.

    Die GA Weissenberg/Karajan (EMI) steht auch bei mir, ich habe sie aber lange nicht mehr gehört. Daraus ist mir vor allem das Konzert Nr. 4 in bester Erinnerung.


    Richter/Münch: Es gibt m.W. von seiner USA-Reise sowohl einen Konzertmitschnitt sowie die im direkten Anschluß danach entstandene Studioproduktion vom 2./3.11.1960. Ich besitze nur die Studioaufnahme (wie weiter oben abgebildet), angeblich soll der Mitschnitt aus Boston noch beeindruckender sein, aber klanglich nicht so gut. Der Mitschnitt aus Prag liegt mir nicht vor.


    Schönen Sonntagabend und

    LG, Nemorino



    Lieber Holger,


    kennst Du die Aufnahme von Svjatoslav Richter mit Münch und dem Boston Symphony Orchestra aus 1960, als Richter erstmals in den USA konzertieren durfte? Ich meine die Studioproduktion, nicht den Live-Mitschnitt des Konzerts. Ich hatte schon die Original-LP und später diese CD-Version gekauft:

    Ich habe die Aufnahme lange nicht mehr gehört, aber sie ist mir in lebhafter, vor allem sehr positiver Erinnerung. Ich müßte allerdings meine Eindrücke mal wieder auffrischen.


    LG, Nemorino

    Szell dirigiert das hyper exakt. Gewiss. Aber das ist sehr ungarisch - da fehlt die Transzendierung des Marsches ins Klassische.

    Lieber Holger,


    ich gebe Dir insofern recht, als Giulini und auch Leitner (mit Kempff) den Anfang entspannter spielen lassen, doch mir gefällt auch Szells ganz andersartiger Ansatz durchaus. Es ist eben eine andere Sichtweise, die möglicherweise in Szells ungarischer Herkunft begründet ist. Aber daß die ersten drei Minuten "Beethoven à la Tschaikowsky" sein sollen, wie Karl das empfindet, das halte ich dann doch für ziemlich überzogen. Aber vielleicht wollte er ja wirklich nur polarisieren, wie er in seinem letzten Eintrag andeutet.


    Szells Aufnahme ist perfekt, wirkt aber steril. Da kommt für mich einfach keine Begeisterung auf. Gerade im langsamen Satz fehlt mir die Inspiration. Das London SO ist ein sehr brillantes Orchester - hier klingt es sehr britisch nüchtern. Kein Vergleich mit der Tschechischen Philharmonie.

    Hier muß ich Dich korrigieren, lieber Holger. Szell spielt nicht mit dem LSO, sondern mit seinem Cleveland Orchestra, das er seit 1946 unter seiner Fuchtel hatte. Er war ja bekannt für seinen Präzisionsfetischismus, und der ist natürlich nicht zu überhören. Uninspiriert möchte ich das allerdings nicht nennen, aber im Vergleich mit den oben genannten Kollegen klingt es härter, straffer, oder, wie Du es nennst, "militärisch".

    Ich habe heute in seine zweite Studioaufnahme mit Leon Fleisher (CBS) reingehört, die sieben Jahre früher, 1961, entstanden ist. Auch da dirigiert er das Cleveland Orchestra, und er ist sogar noch flotter unterwegs, die Orchestereinleitung dauert da nur 2.46 Min., während er in der Gilels-Aufnahme exakt 3 Minuten braucht. Die Aufnahme mit der Tschechischen Philharmonie kenne ich leider nicht.

    Anschließend habe ich mir noch die Einleitung des ABM-Mitschnitts von 1979 mit Giulini (DGG) und die von Karajan (in der Eschenbach-Aufnahme von 1966) angehört. Beide liegen tempomäßig fast gleich, Giulini 3.11 und Karajan 3.16 Min. Beide sind natürlich Welten von Szell entfernt, es klingt bei ihnen eleganter, klassischer, und Karajan arbeitet noch mehr die dynamischen Kontraste heraus und klingt noch eine Spur majestätischer als Giulini. Zumindest kommt es mir so vor.

    Ich denke, auch hier "führen viele Wege nach Rom", und letztlich möchte ich keine der genannten Versionen in meiner Sammlung missen.


    Ein schönes Wochenende nach Münster und

    liebe Grüße, Nemorino:hello:

    es gibt nicht nur ungeliebte Arien. Es gibt sogar relativ ungeliebte Partien.

    Lieber Operus,


    dazu zählt sogar bei manchen Tenören die Partie, die Namensgeber unseres Forums ist: der TAMINO!

    Außer den beiden Arien im 1. Akt, "Dies Bildnis ist bezaubernd schön" und "Wie stark ist nicht dein Zauberton", ist es eine ziemlich undankbare Rolle, die vor allem im 2. Akt für den Tenor nicht viel zu bieten hat. Ähnliches gilt auch für die sternflammende Königin, die auch nur zwei Arien singen und ganz am Schluß noch ein paar Takte von sich geben darf.


    Ich habe vor vielen Jahren einen heute bekannten Tenor in seiner Anfangszeit bei einem Konzert mit der Arie Viens, gentille dame gehört, war begeistert und habe ihn viele Jahre später darauf angesprochen.

    Lieber Erich,


    in meinem Fundus gibt es noch die Debüt-LP von Francisco Araiza (Eurodisc), da war diese schöne Arie mit drauf. So sah sie aus:

    Bildergebnis für francisco araiza viens gentille dame

    Die LP ist aber m.W. nicht auf CD überspielt worden. Zumindest finde ich sie nirgends als CD. Könnte es sich vielleicht um diesen Tenor gehandelt haben?


    LG, Nemorino

    Ich habe heute früh die Aufnahme Heifetz/Primrose (RCA) gehört, nachdem gestern Druian/Skernick (mit Szell, CBS) und Kremer/Kashkashian (mit Harnoncourt, DGG) an der Reihe waren.

    Wenn es nur um die Virtuosität ginge, so würde wohl Jascha Heifetz die Palme gebühren, seine Artistik auf der Violine ist schlicht atemberaubend. Doch bei seinen Tempi (vor allem im langsamen Satz) bleibt doch manche Schönheit der Mozartschen Musik mehr oder weniger auf der Strecke.

    In den Ecksätzen macht sich das weit weniger bemerkbar, die liegen tempomäßig durchaus im mittleren Bereich, doch das Andante ist mit 8.41 Minuten schon rekordverdächtig (zum Vergleich: Kremer/Kashkashian 11.06 min., Druian/Skernick 11.57 min., Brandis/Cappone (unter Böhm, DGG) 10.42 min.). Da geigt der gute Heifetz doch über einige ergreifende Passagen forsch hinweg. Sein schier schlackenloses Violinspiel ist allerdings aller Bewunderung wert.


    LG Nemorino

    es betrifft das Orchester, es reichen dabei die ersten 3 Minuten bei Gilels/Szell.

    Hallo Karl,


    das ist aber ein schwerer Vorwurf, den ich überhaupt nicht nachvollziehen kann!

    Mich hat schon Holgers Kritik in Beitrag 287 irritiert:

    Schon in der Einleitung finde ich Szell sehr uninspiriert. Er dirigiert das Szell typsch exakt - aber hölzern und statisch wie einen Militärmarsch.

    ….. doch daß ein Dirigent vom Format George Szells Beethoven "à la Tschaikowsky" interpretiert, und das noch in einer Aufnahme, die in minutiöser Vorarbeit intensiv geprobt wurde, eben weil man mit der Kombination Gilels/Szell den Musikfreunden etwas ganz Besonderes präsentieren wollte, klingt für mich mehr als abenteuerlich.

    Nun bin ich nur ein musikbegeisterter Laie, dessen Urteilsvermögen demnach begrenzt ist, aber immerhin hat die GA der Beethoven-Konzerte mit Gilels/Szell mehrere internationale Preise erhalten, darunter auch den renommierten "Deutschen Schallplattenpreis 1970", dessen Jury mit so prominenten, anerkannten Musikwissenschaftlern und -Kritikern wie Dr. Arno Forchert, Jürgen Meyer-Josten und Gottfried Kraus hervorragend besetzt war. Hier ein kurzer Auszug aus den Jury-Protokollen: " ….. eine von der Interpretation her gewichtigste Kassette mit den fünf Beethoven-Konzerten. Dokument einer faszinierenden Partnerschaft, in Details von geradezu vollkommener Schönheit. Höhepunkte sind vor allem die langsamen Sätze (….) trotz der großartigen Versionen von Rubinstein, Arrau, Backhaus ein Beethoven mindestens für das kommende Jahrzehnt …."

    Ich kann Holger durchaus zustimmen, wenn er Giulinis (in der Aufnahme mit ABM, DGG) beweglicheres, lockeres Musizieren hervorhebt, aber daß Szells Orchester im langsamen Satz "fürchterlich betulich und bieder" klingt, erschließt sich mir auch nach mehrmaligem Hören nicht. Ich habe mir die Aufnahme in den letzten Tagen nach längerer Pause wieder vorgenommen (den 2. Satz sogar zweimal) und bin auch jetzt wieder begeistert von diesem großartigen Zusammenspiel. Lediglich die Aufnahmetechnik scheint mir nicht auf dem Stand des damals Möglichen zu sein. Es mag daran liegen, daß EMI auf das Equipment von CBS zurückgreifen mußte (die Aufnahmen entstanden in Cleveland, nach langwierigen Verhandlungen mit CBS und der russischen MELODIJA, und Bertelsmanns EURODISC, die den (west-)deutschen Exklusivvertrieb des Sowjetlabels in Händen hatte, wollte auch noch ein gewichtiges Wort mitreden. Schlußendlich erschien die LP-Kassette mit mehrmonatiger Verzögerung in Deutschland im Vertrieb von Eurodisc, obwohl EMI die Originalaufnahmen gemacht hatte. Erst lange nach Einführung der CD konnten die Aufnahmen in Deutschland unter "Angels Records" (EMI) vertrieben werden.


    Geschmäcker können bekanntlich sehr verschieden sein, aber "Beethoven à la Tschaikowsky" scheint mir denn doch eine sehr gewagte These zu sein, die der sachlichen Grundlage entbehrt. Das ist zumindest mein persönlicher Eindruck.


    LG Nemorino

    Hallo,


    ich habe wiederholt versucht, den Thread "Horowitz, Vladimir" aufzurufen, lande aber regelmäßig hier bei den "Modeströmungen in der klassischen Musik".

    Es handelt sich wohl offensichtlich um einen Softwarefehler. Kann den bitte jemand von der Moderation beheben? Ich weiß nicht, ob es einen besseren Platz gibt, wo man so etwas melden kann.


    Herzlichen Dank schon im voraus!


    Liebe Grüße,

    Nemorino

    Kennengelernt habe ich die beiden Romanzen auf einer Schallplatte mit Igor und David Oistrach und dem Gewandhausorchester Leipzig, die ich leider nirgends mehr finde.

    Lieber Erich,


    vermutlich meinst Du diese kleine 45er Platte der DGG:

    Bildergebnis für igor oistrach konwitschny beethoven

    Igor Oistrach (Violine) mit dem Gewandhausorchester Leipzig, Dirigent: Franz Konwitschny (Aufnahme: VEB Deutsche Schallplatten, ca. 1955, mono).


    Es gab die beiden Romanzen mit Oistrach jr. auch mit einem Bach-Konzert gekoppelt auf einer 30 cm-LP, die sah so aus (LPM 18328):

    J-S-Bach-VIOLINKONZERT-E-DUR-Beethoven-VIOLINROMANZEN-Igor-Oistrach-LP-DGG

    Später (1961) nahm dann Vater David Oistrach die beiden Romanzen in STEREO mit dem RPO unter Leitung von Sir Eugene Goossens auf, ebenfalls eine Co-Produktion VEB Deutsche Schallplatten/DGG. Die gibt es noch in der "Resonance"-Serie, gekoppelt mit dem Violinkonzert, das Wolfgang Schneiderhan mit den Berliner Philharmonikern unter Eugen Jochum spielt (siehe Abb. Beitrag 12).

    Die Mono-Aufnahme mit Igor Oistrach wurde m.W. noch auf CD überspielt.


    LG Nemorino

    Angeblich soll Caruso den Othello gemieden haben, nachdem er Slezak gehört hat und angeblich meinte, diesen nie erreichen zu können.

    Ist das belegt?

    Lieber La Roche,


    das kann ich weder bestätigen noch dementieren. Ich habe zu diesem Thema heute ein bißchen recherchiert und in dem Buch "Große Stimmen" von Jens Malte Fischer (Suhrkamp, 1995) folgenden Satz gefunden: ".... besonderen Erfolg hatte Slezak in New York wie in London als Verdis 'Otello", was für einen deutschsprachigen Sänger sehr erstaunlich ist, der ja gegen das Vorbild eines Tamagno und Zenatello anzusingen hatte. Mit Caruso kam er kaum in Konkurrenz, da der sich zu jener Zeit die Partien des >tenore eroico< noch nicht erarbeitet hatte."

    Das sagt natürlich nicht aus, daß Caruso später nicht doch den Otello auf der Bühne gesungen hat. Es gibt aber Aufnahmen von ihm aus dieser Oper, darunter das berühmte Duett aus dem 2. Akt "Oh mostruosa colpa - Sì, pel ciel" mit Tita Ruffo (auf diversen CD-Ausgaben).


    LG Nemorino

    Ich habe heute mal meine CD-Bestände durchforstet und nur eine einzige Aufnahme mit Werken von Franz Krommer gefunden, diese:

    Krommer: Concertos for 2 Clarinets by Dieter Kloecker

    Es enthält neben dem bereits mehrfach erwähnten Klarinettenkonzert op. 35 noch das sogenannte "Concertino italien" sowie das Klarinettenkonzert op. 91.

    Der 2011 verstorbene Dieter Klöcker ist der 1. Solist, er wird assistiert von Waldemar Wandel, d.h. in allen drei Konzerten kommen zwei Solisten zum Einsatz. Das wird auch von Dieter Klöcker bestätigt, der einen umfangreichen Begleittext für die Ausgabe verfaßt hat.

    Darin heißt es u.a.: "..... zu den glücklichsten Werken Krommers gehören auch die drei Doppelkonzerte für zwei Klarinetten und Orchester. Krommers Konzert op. 35 erschien 1802 in Offenbach und ist dem italienischen Klarinettenvirtuosen Marsano gewidmet. Das hochvirtuose Werk führt auch die modernen Solisten technisch in abenteuerliche Bereiche. Melodisch gibt Krommer hier seine eigensten und liebevollsten Gedanken wider (.....) Weiter in die Romantik hineinreichend ist das Klarinettenkonzert op. 91, das ebenfalls 1818 in Offenbach erschien. Im wesentlichen trifft musikalisch das gleiche zu, was über das erste Doppelkonzert op. 35 gesagt wurde (.....) Eine völlig anders geartete Komposition ist das 1809 in Wien entstandene Concerto italien, das Krommer dem reisenden Klarinettengenie und Instrumentenbauer Ivan Müller widmete (.....) Es fällt sowohl stilistisch wie auch hinsichtlich der technischen Ansprüche aus dem Rahmen. Eine langsame, gefühlvolle Einleitung führt zu einem feurigen Allegro mit starkem romantischen Einschlag, in dessen Coda Krommer viele Jahrzehnte vor Brahms einen Gedanken der ungarischen Tänze vorwegnimmt. Bezeichnend für seinen romantischen Gestaltungswillen ist auch die Einsätzigkeit des Werks (....) Bliebe zu sagen, daß wir in Krommers Musik stets eine helle, optimistische Grundhaltung finden. Seine Musik spiegelt deutlich wider, daß Böhmen eines der wichtigsten Ursprungsländer abendländischer Musik war. Es wird wohl noch viele Jahre dauern, bis Musiker und Publikum erkannt haben werden, daß auch dieser sogenannte 'Kleinmeister' mit seinen besten Werken ebenbürtig neben dem Schatten der großen Vorbilder bestehen kann." (Dieter Klöcker, 1996, gekürzt).

    Meinerseits bleibt zu sagen, daß die CD aufnahmetechnisch sowie was die Solisten betrifft keine Wünsche offenläßt. Allerdings klingt das RSO Stuttgart unter der Stabführung von Wolf-Dieter Hauschild reichlich kompakt, um nicht zu sagen stellenweise grob. Ein Kammerorchester wäre wohl die bessere Wahl gewesen.


    Eine Empfehlung zum Kauf kann ich ohnehin nicht aussprechen; der große Urwaldfluß bietet die CD z.Zt. für rd. 140 € :Dan!


    LG Nemorino