Beiträge von nemorino

    Lieber kalli,


    soeben habe ich festgestellt, daß ich in der Vergangenheit hier an dieser Stelle die einstmalige Diva der New Yorker MET gebührend gelobt und gepriesen habe. Diese Fotografie zeigt sie als "Tosca" in ihrer Glanzzeit:

    Zinka Milanov – Wikipedia


    In meinem Beitrag #8 habe ich besonders untenstehendes Recital hervorgehoben, das m.W. nie in Gänze auf CD überspielt wurde:

    Zinka Milanov Famous Operatic Arias NEAR MINT RCA Victrola Vinyl LP

    Hier möchte ich vor allem das Lied an den Mond aus Dvoraks "Rusalka" nennen, das Zinka Milanov geradezu traumhaft singt und gestaltet :hail::hail::hail:. Eine Aufnahme für die Insel.

    Die LP ist übrigens relativ günstig bei ebay noch im Angebot.


    Das Mondlied aus der RUSALKA ist auch auf dieser CD (Track 11) erhältlich:


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    LG Nemorino

    Warren und Björling für mich unschlagbar. Sogar die Milanov finde ich nicht schlecht, sie war eben nicht mehr die jüngste.

    Lieber kalli,


    es freut mich sehr, daß Dir die "Tosca" mit der Traumbesetzung Milanov/Björling/Warren gut gefallen hat. Ich besitze die Oper mindestens ein halbes Dutzend mal, doch trotz Callas (EMI, de Sabata 1953) und Leontyne Price (RCA/Decca, Karajan, 1962) u.a. steht die alte Leinsdorf-Aufnahme bei mir immer noch auf Platz 1.

    Deine Anmerkung zu Zinka Milanov ist nicht ganz unberechtigt; zum Zeitpunkt der Aufnahme hatte sie ihren Zenit leider überschritten. Und trotzdem, mit ihrer überragenden Gesangstechnik kann sie manche Schwäche gut ausgleichen und erinnert an vielen Stellen immer noch an ihre Glanzzeit.

    Unschlagbar war und ist sie für mich als Leonora in der alten "Trovatore"-Aufnahme von 1952 unter Cellini (RCA):


    VERDI IL TROVATORE Bjoerling Milanov Warren Barbieri Roggero Moscona CELLINI 2CD


    In ihrer großen Arie zu Beginn des 4. Aktes "D'amor sull'ali rosee" singt sie geradezu himmlische, beinahe hingehauchte Pianissimi, das ist einfach zum Niederknien! Selbst meine hochverehrte Montserrat Caballé kommt da nicht ganz mit, und das will schon etwas heißen. Da das hier OT ist, werde ich zu dieser Sängerin im entsprechenden Thread noch etwas schreiben.


    Ich wünsche Dir weiterhin viel Freude an Deiner TOSCA!


    LG Nemorino

    Danach diese hier die ich auch in guter Erinnerung habe :

    Lieber kalli,


    da hast Du wirklich zwei Perlen im Schrank. Casadesus/Szell habe ich in dieser Ausgabe:

    Essential Classics - Mozart (Klavierkonzerte Nr. 22, 27)

    und Curzon/Britten wie in #18 gezeigt.


    Heute früh habe ich den zweiten Pfingstfeiertag mit Géza Andas legendärer Salzburger Aufnahme begonnen, die astewes zu den besten zählt. Nach dem Wiederhören muß ich ihm weitgehend zustimmen: Es ist in der Tat eine ganz besonders schöne Version, und Anda spielt sie mit großem Engagement und Herzblut.

    Doch ich wage zu sagen, daß auch bei ihm, wie es mir oft ähnlich geht, vielleicht eine Rolle spielt, daß es seine erste Begegnung mit diesem Konzert war. Die ist oft so einprägend, daß man sie lebenslang bevorzugt.


    Meine allererste Bekanntschaft mit Mozarts KV 595 war diese 25 cm-LP:

    Klavierkonzert B-Dur, Wilhelm Backhaus, Wiener Philh, Böhm - Wolfgang  Amadeus Mozart | Vinyl | Recordsale   Klavierkonz.2/Klavierkonz.27


    die später u.a. in der rechts gezeigten Ausgabe als CD auf den Markt kam.


    Ich gestehe freimütig, daß ich noch immer an dieser alten Aufnahme hänge, die 1955 zusammen mit Mozarts "Zauberflöte" als eine der ersten STEREO-Produktionen in den Wiener Sofiensälen entstand. Am Pult stand keine Geringerer als Karl Böhm, damals der schier unbestrittene "Mozart-Papst" unter den Dirigenten. Er trägt sicherlich nicht zuletzt an meiner Vorliebe zu dieser Aufnahme die Schuld, während der Pianist Wilhelm Backhaus sich weniger mit Mozart als mit Beethoven und Brahms einen Namen gemacht hat. Doch die beiden Künstler harmonierten nicht nur altersmäßig, sondern auch künstlerisch perfekt miteinander.

    Böhm ist leider als Dirigent von Mozarts Klavierkonzerten nur selten ins Studio gegangen, es existieren m.W. nur noch die Konzerte Nr. 19 & 23 (mit Pollini) und Nr. 27 (mit Emil Gilels); außerdem gibt es noch ein paar alte Aufnahmen mit Friedrich Gulda aus der Mono-Ära.

    Wenn ich mal von meiner alten Liebe zu der Version Backhaus/Böhm absehe, so steht letztlich ganz oben auf dem Treppchen für mich die Aufnahme Gilels/Böhm:

    The Originals - Klavierkonzert 27/ Konzert für 2 Klaviere KV 365


    obwohl ich mir bewußt bin, daß ich eigentlich damit ein paar anderen herausragenden Aufnahmen Unrecht tue. Ich nenne außer den bereits angeführten z.B. Gulda/Abbado, Kempff/Leitner (beide DGG), Perahia (CBS/Sony), Brendel/Marriner, Uchida/Tate (beide Philips), oder noch Zacharias/Wand (EMI) und, last but not least, meine neueste Bekanntschaft: Derek Han/Freeman (Brillant). Bewußt habe ich mich auf Stereo-Einspielungen beschränkt und sicher einige vergessen. Das läßt sich bei der Fülle, die der Markt bietet, leider nicht vermeiden.


    Einig sind wir uns wohl, daß Mozarts KV 595 zu seinen besten Werken überhaupt und zu seinen allerschönsten Klavierkonzerten zu zählen ist (für viele sogar die Referenz). Eigentlich überflüssig zu erwähnen, daß alle mir bekannten Pianisten Mozarts Original-Kadenzen spielen (auch wenn es nicht ausdrücklich vermerkt ist).


    LG Nemorino

    Insofern ist Björling 1944 meine Nr. 1.

    ... schrieb der Thread-Eröffner Joseph II. im Jahr 2007. Und - um es kurz zu machen - das gilt auch heute noch! Trotz vielfacher Neuaufnahmen und Wiederentdeckungen - in seiner Aufnahme vom 30.3.1944 hat sich Jussi Björling sogar selbst übertroffen (ich kenne mindestens 4 seiner Aufnahmen von "Nessun dorma").

    Auch auf dieser nach neuesten Erkenntnissen von Mark Obert-Thorn restaurierten CD ist sie die absolute Krönung der Ausgabe:


    Opera Arias


    LG Nemorino

    Die 5 beliebtesten Lieder aus einer Mitgliederumfrage der Jussi-Bjorling-Society-USA

    Lieber Orfeo,


    danke für das Einstellen der Top-Five, von der Jussi-Björling-Society aus USA.

    Die beiden erstgenannten zählen auch zu meinen absoluten Lieblingsstücken, obwohl ich Björling am meisten als Opernsänger schätze. Aber ganz gleich was er singt, es ist immer ein Genuß für Herz und Seele.


    Ich habe mir übrigens den "Luxus" einer NAXOS-CD erlaubt, die ausschließlich Aufnahmen enthält, die ich in anderer Zusammenstellung bereits auf CD habe:

    Opera Arias


    Sämtliche Stücke sind von dem bekannten und zu Recht berühmten Aufnahme-Restaurator Mark Obert-Thorn

    mit größter Sorgfalt und mit den besten zur Verfügung stehenden Apparaturen neu überspielt worden. Und ich muß sagen: Es hat sich gelohnt!

    Ich besitze von den Aufnahmen die älteren EMI-Remasterings, die aber klangtechnisch z.T. erheblich hinter diesen neuen Überspielungen zurückstehen. Es gibt jetzt fast kein Hintergrundrauschen mehr, die Stimme des Sängers klingt fast so, als ob die Aufnahmen erst gestern entstanden wären, und selbst die Orchesterbegleitung hat deutlich an Fülle gewonnen. Ich habe den Kauf nicht bereut, zumal der Preis nicht der Rede wert war.


    LG Nemorino

    Die höre ich auch gerade mir großem Genuss, leider nur als QS ( aber immerhin 70 min ).

    Lieber kalli,


    ich finde es schön, daß auch Du zu der Schar der Björling-Freunde zählst.

    Wenn Du Interesse an der GA der "Tosca" hast: Bei ebay gibt es sie momentan, wenn auch in etwas anderer Aufmachung, für schlappe € 6,53 (incl. Versandkosten, "gebraucht, sehr gut"):

    Erich Leinsdorf - Puccini: Tosca  Gesamtaufnahme (Ital.) ZUSTAND SEHR GUT


    Ich wünsche Dir viel Erfolg und schöne Pfingstfeiertage.


    LG Nemorino

    Nach eingehender Beschäftigung mit dem großen Sänger in den letzten Tagen möchte ich noch auf eine CD hinweisen, die weniger bekannte Aufnahmen des Künstlers enthält:

    Jussi Björling Opernarien & Gesänge 2 (EMI, 1993)  [CD]


    Auf dieser CD möchte ich besonders Track 22 hervorheben. Da singt Björling Beethovens "Adelaide" in deutscher Sprache. Begleitet wird er von Harry Ebert, einem hierzulande kaum bekannten Pianisten. Die Aufnahme entstand am 15.7.1939. Traumhafter habe ich dieses schlichte Lied nie vorher oder nachher je gehört.

    Der "Stimmenpapst" Jürgen Kesting beschreibt das Stück in seinem Buch "Die großen Sänger" so:

    "1939 hat der damals 28jährige Beethovens "Adelaide" gesungen, mit zaubrischen Abtönungen bei der vierzehnfachen Wiederholung der singenden Beschwörung des geliebten Namens, mit wundervollen Farb-Valeurs bei den Wechseln von B nach F, Des und Ges - ein wahrhaft erfüllter Moment des Singens."


    Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.


    LG Nemorino

    Heute gehört und wieder einmal Musikgenuß pur gehabt:

    Puccini -Tosca - Living Stereo

    Eine STEREO-Aufnahme aus dem Jahr 1959. Ich ziehe diese Aufnahme sogar der legendären Legge-Produktion von 1953 mit Maria Callas, Giuseppe die Stefano und Tito Gobbi vor :untertauch: . Zinka Milanov und Leonard Warren sind die idealen Partner von Björling, wie auch in dem bis heute unübertroffenen TROVATORE unter Renato Cellini aus dem Jahr 1952.


    LG Nemorino

    Fritz Ganss und Gerd Berg.


    Ältere Musikfreunde werden sich vielleicht noch an die ELECTROLA-Serie "Musik in alten Städten und Residenzen" erinnern. Eine wunderbare Reihe. Sie erschien zwischen 1961 und 1966. Einige LPs wurden sogar auf CD überspielt. Die Box ist mit ein bißchen Glück noch gebraucht zu ergattern:

    Musik in Alten Städten & Residenzen


    Hier noch ein paar Abbildungen der Original-LPs, die zuerst unter dem "COLOMBIA"-Label und später auf ELECTROLA und EMI veröffentlicht wurden:


    Musik in alten Städten und Residenzen: Dresden - Am sächsischen Hofe [Vinyl LP] [Schallplatte] Leipzig - Musik in alten Städten und Residenzen [Vinyl] Musik in alten Städten und Residenzen: DÜSSELDORF - Am Hofe Jan Wellems [Vinyl LP] [Schallplatte]



    Leider wechselte Fritz Ganss, der u.a. auch für die berühmten Opern-Querschnitte der Kölner ELECTROLA verantwortlich zeichnete, 1962 von seiner Stammfirma zur ARIOLA, Gütersloh, die unter dem Etikett EURODISC unter seiner Führung eine riesige Anzahl von klassischen Aufnahmen machte, die leider nur noch zum kleinen Teil auf CD erhältlich sind. Sein Tonmeister war Gerd Berg, der bei ELECTROLA das "zweite Ohr" von Ganss und auch selber als Produzent tätig war.


    LG Nemorino

    Ich halte es ohnehin für müßig, Böhms Arbeit mit den Wiener und den Berliner Philharmonikern miteinander zu vergleichen. Beide Ensembles zählen nach wie vor zu den traditionsreichsten und bedeutendsten Orchestern der Welt, und Böhm hat mit beiden Formationen großartige, unvergängliche Aufnahmen hinterlassen.


    Als Karl Böhm Anfang der 1950er Jahre einen Exklusivvertrag mit der DGG abschloß, begann die langjährige und enge Zusammenarbeit mit den Berliner Philharmonikern, die vertraglich an die DGG gebunden waren. Die Wiener Philharmoniker standen zu dieser Zeit bei DECCA unter Vertrag, was keine Aufnahmen mit der DGG zuließ. Erst Ende der 1960er Jahre änderte sich das.

    Böhms erste DGG-Aufnahme war m.W. Beethoven Fünfte, aufgenommen 23./25.3.1953 in der Jesus-Christus-Kirche, Berlin. Kein besonders geglückter Anfang, wie mir scheint. Böhm wirkt hier etwas lahm und vermag es nicht, den Funken überspringen zu lassen:

    Ludwig van Beethoven, Berliner Philharmoniker, Karl Böhm – Sinfonie Nr. 5  C-Moll Op. 67 (1953, Vinyl) - Discogs

    Da ist seine spätere Version aus Zyklus von 1970/71 mit den Wienern von ganz anderer Qualität!


    Doch bald darauf entwickelte sich zwischen Orchester und Dirigent ein freundschaftliches, gar inniges Verhältnis, was auch daraus hervorgeht, daß Böhm, der gebürtige Österreicher, seine bahnbrechende GA der Mozart-Sinfonien mit den Berliner Philharmonikern realisierte (natürlich in Stereo).

    Die langjährige Zusammenarbeit zwischen dem gebürtigen Grazer und den Berlinern hat noch viele andere, bis heute anerkannte Früchte getragen: die Brahms-Sinfonien Nr. 1 & 2, von Mozart die Haffner- und Posthorn-Serenade, die Sinfonia concertante KV 364, Kleine Nachtmusik, die legendäre "Zauberflöte" mit Fritz Wunderlich, sämtliche Schubert-Sinfonien, von Richard Strauss die Sinfonischen Dichtungen, u.v.m.


    Es mag durchaus sein und wäre ja auch naheliegend, daß Böhms Verhältnis zu den Wiener Philharmonikern, mit denen er ja schon in der Vorkriegszeit musiziert hatte, eine Spur wärmer und inniger gewesen ist als zu den "Spree-Athenern", doch auch mit denen arbeitete Böhm vertrauensvoll und ohne große Reibungen viele erfolgreiche Jahre.

    Böhm und Karajan ... Interessant, daß auch die Beiden Dirigenten einander mochten

    Ich glaube eher, daß das Verhältnis nicht sonderlich herzlich, sondern mehr von gegenseitiger, aber distanzierter Hochachtung getragen war. Karajan wußte, daß er in Wien und Salzburg gegen Böhm nicht viel ausrichten konnte, und Böhm war sich Karajans übermächtiger Stellung durchaus bewußt. Man achtete sich und verkehrte freundschaftlich miteinander, wenn es nötig war, sonst ging man sich lieber aus dem Weg. Böhm hat hin und wieder ein paar despektierliche Äußerungen über den jüngeren Kollegen fallen gelassen, während Karajan diplomatisch schwieg und es sich nicht nehmen ließ, mit prominenten Kollegen und Sängern am 28. August 1979 in Salzburg eine sogenannte "Ständchen-Oper" nach dem Vorbild von "Ariadne auf Naxos" aufzuführen, um Karl Böhm zünftig zu seinem 85. Geburtstag zu gratulieren:


    Mozart: Masonic Funeral Music for remembrance of Karl Böhm by karajan & VPO  - 1981 Live


    LG Nemorino

    An dieser Stelle möchte ich allen danken, die sich in den vergangenen Tagen zu Jussi Björling geäußert haben. Mein ganz besonderer Dank gilt aber Orfeo und Carlo, die in ihren Beiträgen viel (für mich, und vielleicht auch für einige andere Interessierte) Neues berichtet und manchen Irrtum klargestellt haben. Das umfangreiche Hintergrundwissen zeigt, daß sie sich eingehend mit dem Sänger beschäftigt haben.


    Carlo hat einige Details aus dem Künstlerleben Björlings mitgeteilt, die ein ganz neues Licht auf manche Begebenheit werfen. So habe ich bisher stets geglaubt, daß Björling wegen seiner Alkoholprobleme von der Verpflichtung für die "Maskenball"-Aufnahme unter Solti entbunden wurde. Das habe ich irgendwo gelesen, weiß aber im Moment nicht wo. Die Geschichte von den musikalischen Differenzen zwischen dem Dirigenten und dem Tenor klingt dagegen glaubhafter, da man weiß, daß Solti mit seinen Sängern nicht gerade zimperlich verfahren ist. Da gibt es einige ähnliche Vorfälle, die verbürgt sind. Zu den "Opfern" zählte nicht nur Jon Vickers, sondern auch Karl Ridderbusch und noch ein paar andere. Karajan war sicher kein einfacher Dirigent, aber viele "seiner" Sänger und Sängerinnen haben ihn immer als streng, aber doch zugänglich beschrieben.


    Es hat mich sehr gefreut, daß Jussi Björling auch nach über einem halben Jahrhundert bei manchen Gesangsfreunden noch präsent ist.


    Eine CD mit der Überschrift "His last Performances" möchte ich jetzt noch kurz vorstellen:


    Björling,Jussi His Last Performances 1959-60 (CD) - Bild 1 von 1

    Sie enthält u.a. auch die berühmte Gralserzählung aus dem LOHENGRIN, die am 5.8.1960, einen Monat vor seinem Tod, in Göteborg aufgezeichnet wurde. Unerreicht auch das Weihnachtslied (Cantique de Noel) von Adolphe Adam und die "Märzdiamanten" von Sibelius, beide schwedisch gesungen.

    Seine Turandot ist für mich die beste Aufnahme des Werkes, also der beste Calaf ever

    Hallo Suelzenfuss,


    das sehe ich genauso, aber was die Kalaf-Arie "Nessun dorma" betrifft, so gibt es eine HMV-Aufnahme vom 30.3.1944, die seine Version in der RCA-GA von 1959 noch deutlich übertrifft und für mich einsam an der Spitze aller mir bekannten Aufnahmen des leider so abgenudelten Stückes steht. Sie ist, sorgfältig restauriert, auf der von mir in Beitrag 95 abgebildeten CD (Track 16) enthalten. Es gibt sie aber auch auf diversen anderen Recitals.


    LG Nemorino

    Und dann gibt noch ein ganz unverzichtbares Stück, das einige absolute Raritäten enthält:

    The Rare Repertoire

    wie z.B. das Hindulied aus SADKO (Rimsky-Korssakow), aufgenommen 1936, das Duett "Wer uns getraut" aus dem ZIGEUNERBARON (mit Hjördis Schymberg, aufgen. 1938), Arie des Paris "Auf dem Berg Ida", aus DIE SCHÖNE HELENA (Offenbach), 1938, und vor allem ein wahrer Gipfel der Gesangskunst: Arie "Ich hab' kein Geld, bin vogelfrei" aus Millöckers BETTELSTUDENT, 1938 (oder heißt das inzwischen DER BETTELSTUDIERENDE ?:D).

    Allesamt in schwedisch gesungen. Das hohe D in letztgenanntem Lied ist ganz einfach umwerfend! Die CD ist ein wahres Juwel. Gebraucht kann man sie noch für relativ wenige Euros erwerben.


    LG Nemorino

    Sonst habe ich noch einen Sampler der aber auch einen schönen Überblick bietet

    Lieber kalli,


    dieses 2 CD-Album ist in der Tat unverzichtbar. Als Ergänzung möchte ich Dir aber unbedingt noch folgendes Recital empfehlen:

    Operatic Arias

    Es enthält einige Stücke, die in dem Doppelalbum fehlen, z.B. fünf Arien unter dem Dirigenten Nils Grevillius, mit ungenanntem Orchester, vom 22. Januar 1957:

    1) Borodin: FÜRST IGOR (Vladimirs Arie 2. Akt)

    2) Giordano: ANDREA CHENIER (Arie "Come un bel dì maggio, 4. Akt)

    3) Flotow: MARTHA (Arie des Lyonel, 3. Akt, "Ach so fromm" (ital.ges.)

    4) Donizetti: DER LIEBESTRANK (Arie des Nemorino "Una furtiva lagrima", 2. Akt)

    5) Tschaikowsky: EUGEN ONEGIN (Arie des Lenski aus dem 2. Akt, schwed.ges.)

    sowie aus Gounods "FAUST" (Margarethe) die Arie des Faust "Salut, demeure chaste et pure", 1. Akt

    (aufgenommen 9.3.1951, mit dem RCA Victor Orchestra, Dirigent: Renato Cellini).


    Die übrigen Arien sind Doubletten, die auch im Doppelalbum dabei sind. Und dann noch:


    O Paradiso Great Opera Arias


    mit einem grandiosen "O paradiso" aus Meyerbeers "Afrikanerin". Alles übrige gibt es auch auf anderen CDs, aber allein diese Arie des Vasco da Gama lohnt den Kauf, zumal die CD ganz billig gebraucht zu haben ist.


    LG Nemorino

    einen Wiener Aufnahmeort namens Casino Zögernitz

    Alfred hat in seinem Beitrag Nr. 6 bereits ausführliche Informationen über das Casino Zögernitz eingestellt, mitsamt der wechselvollen Geschichte des Ortes.


    In meiner Sammlung bin ich auf diese schöne, aber wenig bekannte Aufnahme des Labels CALIG gestoßen:

    Trout Quintet / Notturno

    Wolfgang Sawallisch (Klavier) mit bedeutenden Musikerkollegen aus Wien und Umgebung spielt Schuberts "Forellenquintett" sowie das ergreifende Notturno D. 897. Für mich eine ganz wunderbare Aufnahme, produziert zwischen dem 8. u. 11.1.1997 im Casino Zögernitz vom Aufnahmestudio Classic Sound Austria, Salzburg.


    Bereits 1981 und 1983 nahm Nicolaus Harnoncourt mit dem Concentus Musicus Wien die Brandenburgischen Konzerte 1, 2 & 4 sowie die Suiten Nr. 2 & 3 digital auf, die restlichen entstanden in der Villa Rosenhügel.

    Ob die frühere, analoge Serie der Brandenburg-Konzerte von 1963 auch dort entstand, konnte ich nicht ermitteln.

    Ein sehr bekannter Aufnahmeort waren dereinst die wiener "Sophiensäle"

    Darüber gibt es in der Rubrik "KLASSISTUDIOS UND AUFNAHMELOCATIONS" einen eigenen Thread:

    Wiens „Gute Stube“ für Klassik-Aufnahmen: Die Sofiensäle


    LG Nemorino

    Lieber MusicFan99776,


    aus dem Stegreif kann ich Deine Frage nicht beantworten. Die CD steht seit vielen Jahren bei mir, aber ich habe meist die Nr. 88 daraus gehört. Die Oxford-Sinfonie kommt bei mir seltener in den Player (und wenn, meist mit Klemperer), aber ich werde in Kürze Böhms "Oxford" anhören und dann berichten.


    LG Nemorino

    In seinem letzten Konzert in Göteborg am 5. August 1960 sang Jussi Björling u.a. die Gralserzählung aus „Lohengrin“.

    Dies ist das letzte Tondokument, das es von diesem Sänger gibt.

    Lieber Orfeo,


    zunächst einmal ganz herzlichen Dank für die Kurzbiographie von Jussi Björling, die auch für mich, als lebenslanger Verehrer dieses Sängers, noch einige Neuigkeiten enthielt.


    Ich gehe davon aus, daß die Gralserzählung (schwedisch gesungen) auf dieser CD enthalten ist:

    Jussi Björling in Concert (CD) – jpc

    Da steht zwar unten vermerkt "Lohengrin's Farewell", doch das hat der Sänger m.W. nie auf Platte gesungen. Also wird die Gralserzählung gemeint sein, die ich auf einer "Gala"-CD habe, die aber nicht mehr im Handel zu finden ist.

    Ich besuchte in Köln 1965 (lange bevor es SATURN gab) das damalige bestens sortierte Columbia-Musikhaus, das später in Electrola-Musikhaus umbenannt wurde. Von der Existenz der Gralserzählung mit Björling war mir nichts bekannt, und da griff der motivierte und hochversierte Verkäufer (so was gibt's heute nur noch im Traum) aus einem Regal eine LP mit Björlings Gralserzählung heraus und sagte, er habe in seinem Leben schon unzählige Gralserzählungen gehört, aber diese sei von allen, obwohl nicht in deutsch gesungen, die beste und vollkommenste, die ihm je zu Ohren gekommen sei. Natürlich habe ich die LP gleich gekauft und war nach dem ersten Hören derselben Überzeugung - und bin es heute noch!

    Auf Björling bin ich übrigens erstmals (als 15jähriger) im Jahr 1958 aufmerksam geworden, als im Rundfunk (auf Mittelwelle!) Verdis "Trovatore" gesendet wurde, in der RCA-Besetzung von 1952. Die Übertragung war grausam (dauernd Verzerrungen und Störgeräusche), aber die Stimme des Tenors hat mich so gefesselt, daß ich nicht geruht habe, bis ich die Aufnahme endlich ergattern konnte. So sah die Originalausgabe aus:

    VERDI - IL TROVATORE - Milanov / Bjoerling / Cellini  (RCA VICTOR LM 6008 (2))

    und sie hat, obwohl ich die Aufnahme längst auf CD besitze, immer noch einen Ehrenplatz in meiner Sammlung. Von da an war ich ein Björling-Fan, und bin es bis heute geblieben.

    Ich brauche seine Aufnahmen nicht zu hören, ich habe sie im Ohr.

    Lieber Peter Schünemann,


    es hat mich gefreut, daß Du Dich hier gemeldet hast. Mir geht es genauso wie Dir: Wenn mir eine bestimmte Arie einfällt, die ich von Björling einmal gehört habe, so höre ich sie im Geiste mit seiner unvergleichlichen Stimme.


    LG Nemorino

    Noch gar nicht genannt wurde hier eine bedeutende Aufnahme, die zwar nicht den heutigen Hörgewohnheiten entspricht, aber ein großartiges, auch sehr gut klingendes Zeugnis eines der größten Dirigenten des 20. Jahrhunderts ist:

    Haydn: Symphonie No. 88 / Schumann: Symphonie No. 4

    Aufnahme: 5.12.1951, Jesus-Christus-Kirche, Berlin-Dahlem.

    Natürlich ist es keine Stereo-Produktion, aber für die damaligen Verhältnisse ist der Klang überdurchschnittlich gut. Es gibt die Aufnahme in diversen Ausgaben.


    LG Nemorino

    Eine Aufnahme möchte ich hier noch nennen, die ein öffentliches Konzert enthält, das 1976 zugunsten von "amnesty international" in München stattfand:

    2xLP Beethoven (Arrau / Bernstein) Symphonie Nr. 5 · Klavierkonzert Nr. 4 · Ouv - Bild 1 von 1

    Leonard Bernstein dirigierte das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks. Der Solist war der chilenische Pianist Claudio Arrau.

    Im Jahr 1978 brachte die DGG das Konzert als 2 LP-Album heraus. Bis heute ist es unter Plattensammlern begehrt und wurde später sogar auf CD überspielt:

    BEETHOVEN SYMPHONIE Nr. 5 & KLAVIERKONZERT Nr. 4 DOPPELT 4-SPUR OFFENE ROLLE @ 7-1/2ips - Bild 1 von 3

    Während das LP-Album gebraucht noch zu einem vernünftigen Preis zu haben ist, wird die CD-Ausgabe z.Zt. zu einem Preis angeboten, der die Tränen in die Augen treibt: US-Dollar 416,50 + US-Dollar 36,72 Versandkosten! Das sind umgerechnet ca. 385 Euro + 34 € für den Versand. Wer soll bzw. wer will das bezahlen? Ich jedenfalls nicht.


    Mehr interessiert mich aber, ob diese Aufnahme im Herkulessaal gemacht wurde. Das konnte ich nämlich leider nicht feststellen. Die Besetzung läßt aber diese Annahme zu. Vielleicht besitzt jemand das LP-Album (ich kann es bei mir nicht auffinden) und kann Auskunft geben. Das wäre schön.


    LG Nemorino

    Lieber Orfeo,


    es freut mich sehr, daß wenigstens ein Fan von Jussi Björling sich hier gemeldet hat! Ich habe Deine Einträge mit großem Interesse gelesen und daraus entnommen, daß Du Dich mit dem schwedischen Sänger sehr eingehend beschäftigt hast. Leider gibt es m.W. keine Biographie Björlings in deutscher Sprache, sonst stünde sie längst in meinem Bücherschrank.


    Ich habe von vorneherein nur wenig Resonanz hier erwartet; nach über einem halben Jahrhundert verblassen selbst die größten Leistungen von Künstlern. Nicht umsonst heißt es, daß die Nachwelt ihnen keine Kränze flicht. Das ist bedauerlich, aber leider nicht zu ändern. Auch große Sängerlexika wie z.B. die von Jürgen Kesting oder Jens Malte Fischer ändern daran nichts. Ein kleiner Kreis von Verehrern wird ihr Andenken hochhalten, doch für die große Masse haben sie nur noch historische Bedeutung.


    Deshalb werde ich auch mein Vorhaben, hier die weiteren Opern-Gesamtaufnahmen mit dem großen Sänger in Text und Bild vorzustellen, nicht weiter verfolgen. Die Opernfraktion im Tamino-Forum schrumpft ähnlich wie die der Linken im Deutschen Bundestag: die einen sterben aus, die anderen wandern ab und gehen eigene Wege.


    Eine Aufnahme möchte ich aber hier noch herausstellen, weil sie in ihrer Art einzigartig ist und bisher, zumindest nach meinem Gefühl, von keiner anderen je erreicht oder gar übertroffen wurde. Ursprünglich wurde sie im Jahr 1960 auf RCA als 2 LP-Kassette in Luxusausstattung herausgebracht. Ihr lag ein umfangreiches, reich bebildertes Textheft in mehreren Sprachen bei.

    So sah die deutsche Erstausgabe aus, die sich noch heute in meiner LP-Sammlung befindet:

    giuseppe verdi. requiem. (fritz reiner). rca, l - Buy LP vinyl records of  Classical Music, Opera, Zarzuela and Marches on todocoleccion


    Inzwischen ist sie natürlich längst in diversen Ausgaben auf CD überspielt worden, wie z.B.:

    Messa Da Requiem / QuattroRequiem / Quattro Pezzi Sacri


    Was die Sänger Leontyne Price, Rosalind Elias, Jussi Björling und Giorgio Tozzi in Gemeinschaft mit dem Wiener Singverein und den Wiener Philharmonikern unter Fritz Reiner hier geleistet haben, ist wie kaum eine andere Aufnahme für den Platten-Olymp geeignet. Man weiß gar nicht, wo man mit seinem Lob ansetzen soll. Man höre nur, mit welcher Hingabe Jussi Björling das "Kyrie" anstimmt, von seinem überirdischen "Ingemisco" ganz zu schweigen. Auch das "Hostias" singt er mirakulös, es klingt schier wie aus einer anderen Welt. Ohne die Leistungen der übrigen Sänger im geringsten schmälern zu wollen, steht Björling eindeutig im Mittelpunkt des exquisiten Sängerquartetts.

    Und der großartige ungarische Dirigent Fritz Reiner führt den Chor der Gesellschaft der Musikfreunde und die glänzend aufgelegten Wiener Philharmoniker mit größter Präzision und Leidenschaft. Für mich ist und bleibt diese Einspielung ein einsamer Glücksfall. Nach Aufkündigung der Zusammenarbeit mit dem US-Musikkonzern RCA übernahm die englische DECCA die Rechte an der Aufnahme. Deshalb sind alle CD-Veröffentlichungen auf diesem Label erschienen.


    Abschließend möchte ich zum Lob des Namensgebers dieses Thread noch diesen Satz von Sixtus aus dem Jahr 2018 zitieren, der mir aus der Seele gesprochen ist:

    Von allen Tenören, die mir je begegnet sind, hat kaum ein anderer bei mir immer wieder so ungetrübte Freude ausgelöst wie Jussi Björling. Besonders zwei Gesamtaufnahmen haben mich lebenslang begleitet: die Beecham-Bohème und der Cellini-Trovatore.

    LG Nemorino



    Wie ich inzwischen feststellen konnte, hat Ferenc Fricsay während seiner kurzen Zeit als Chefdirigent des Bayerischen Staatsorchesters einige bemerkenswerte Aufnahmen im Herkulessaal der Münchner Residenz gemacht. Wie bekannt, wurde Fricsay, der bis dahin das Radio-(RIAS)Symphonie-Orchester Berlin geleitet hatte, 1955 zum GMD an die Staatsoper München berufen. Leider mußte er bereits knapp drei Jahre später, 1958, sein Amt wegen seiner rasch fortschreitenden schweren Krankheit niederlegen.


    Es gelang ihm aber, in der kurzen Zeit seines Wirkens in München eine bis heute von Musikfreunden sehr geschätzte GA von Beethovens FIDELIO im Herkulessaal fertigzustellen, der erstmals als LP-Kassette so vorgelegt wurde:

    Beethoven: FIDELIO (Gesamtaufnahme: München 1957) [Vinyl Schallplatte] [2 LP Box-Set]


    Heute ist sie als Doppel-CD, wenn auch nur gebraucht, immer noch zu haben:


    Fidelio (Gesamtaufnahme) / Ouvertüren


    Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Aufnahme, vom Dirigenten abgesehen, durch die ungewöhnliche Besetzung: Die Wienerin Leonie Rysanek als Leonore, der lyrische Tenor Ernst Haefliger, mehr als Mozart- und Liedersänger bekannt, als Florestan und der junge Dietrich Fischer-Dieskau als Pizarro. Besonders diese Besetzung erregte Aufsehen und auch Widerspruch, manche sprachen gar von einer Fehlbesetzung. Sicher ist Fi-Di kein geborener Bösewicht, aber was ihm an Kraft der Stimme vielleicht fehlt, ersetzt er mühelos durch eine einzigartige, psychologisch sorgsam durchdachte Rollengestaltung. Die Aufnahme entstand zwischen Mai und Juli 1957 und kam zunächst nur in Monofassung, später dann auch in STEREO auf den Markt. Es war eine der allerersten Stereo-Produktionen der DGG.


    Dann schließlich noch eine Aufnahme, die bis heute von vielen Musikfreunden als eine großartige, wenn nicht herausragendste Interpretation von Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 betrachtet wird:

    Beethoven Konzert f?r Klavier und Orchester Nr. 3 c-moll. Mozart Rondos D-dur und A-dur. Bayerisches Staatsorchester. Vinyl LP.

    Annie Fischer (Klavier) und das Bayerische Staatsorchester, Dirigent: Ferenc Fricsay

    Aufnahmen: 12/1957 (Beethoven) und 9/1959 (Mozart) im Herkulessaal, München.


    Es handelt sich bei der obigen Abbildung um eine spätere Ausgabe der originalen DGG-Aufnahmen auf dem Billig-Label HELIODOR. Der Klang ist ausgezeichnetes Stereo; eine Einzelveröffentlichung auf CD hat es m.W. nicht gegeben. Man kann die Aufnahmen aber in der großen Fricsay-Box (45 CD) mit sämtlichen DGG-Orchesteraufnahmen Fricsays erwerben:

    Fricsay: Sämtliche DG Aufnahmen, Vol.1 - Orchestral Works


    LG Nemorino

    Natürlich gibt es über die "Jahrhundertstimme" Jussi Björling (1911-1960) nichts Neues mehr zu berichten, denn immerhin ist dieser großartige, unübertroffene Tenor seit mehr als einem halben Jahrhundert tot.

    Und trotzdem: Über 6 Jahre sind ins Land gegangen seit dem letzten Eintrag, was nicht nur traurig, sondern auch ein Indiz dafür ist, daß die Sparte "Oper" seit einigen Jahren im Tamino-Forum nur noch ein Schattendasein führt. Viele alte Opernfreunde, die sich regelmäßig zu Wort meldeten, sind aus diversen Gründen ausgeschieden oder weilen nicht mehr unter den Lebenden. Und neue sind nur spärlich hinzugekommen.


    Auch wenn ich mir nur wenig - oder vielleicht gar keine - Resonanz verspreche, möchte ich diesen Thread nach so langer Pause wieder einmal aufgreifen und der Reihe nach zunächst sämtliche Operngesamtaufnahmen, die mit dem schwedischen Ausnahmetenor gemacht wurden, kurz hier vorstellen. Die meisten sind sicher schon früher einmal genannt worden, aber vielleicht sollte man sie doch nicht ganz in Vergessenheit geraten lassen. Ich beschränke mich ausschließlich auf Studio-Produktionen.


    Wenn ich richtig gezählt habe, sind es insgesamt 11, eigentlich eine magere Ausbeute, selbst wenn man den frühen Tod des Sängers - er starb 49jährig in Stockholm an einem Herzinfarkt - berücksichtigt. Doch man weiß, daß Björling in seinen letzten Lebensjahren gesundheitlich angeschlagen war, und, was auch nicht verschwiegen werden soll, erhebliche Alkoholprobleme hatte. So war er von DECCA für die GA von Verdis "Un ballo in maschera" (Ein Maskenball) unter Sir Georg Solti verpflichtet worden, doch nachdem er zu einigen Probeterminen nicht erschienen war, wurde er in seinem Hotel in Rom am frühen Vormittag völlig betrunken aufgefunden, worauf ihn der Dirigent auf der Stelle entließ und durch Carlo Bergonzi ersetzte (was eigentlich mehr als ein "Ersatz" war, denn Bergonzi wurde zum eigentlichen Star der Aufnahme, die 1961 auf den Markt kam):

    Verdi: Un Ballo In Maschera


    Doch zurück zu Björlings Opern-Gesamtaufnahmen, die ich hier kurz in alphabetischer Reihenfolge aufzähle, nach Komponisten geordnet:

    1) Leoncavallo: I Pagliacci (Der Bajazzo), 1953 (Cellini, EMI)

    2) Mascagni: Cavalleria rusticana, 1952 (Cellini, RCA)

    3) Mascagni: Cavalleria rusticana, 1959 (Erede, Decca)*

    4) Puccini: La Bohème, 1956 (Beecham, EMI)

    5) Puccini: Madame Butterfly, 1960 (Santini, EMI)*

    6) Puccini: Manon Lescaut, 1954 (Perlea, RCA)

    7) Puccini: Tosca, 1957 (Leinsdorf, RCA)*

    8) Puccini: Turandot, 1959 (Leinsdorf, RCA)*

    9) Verdi: Aida, 1955 (Perlea, RCA)

    10) Verdi: Rigoletto, 1956 (Perlea, RCA)

    11) Verdi: Il Trovatore (Troubadour), 1952 (Cellini, RCA)


    Die mit einem Stern (*) versehenen Aufnahmen sind in STEREO erschienen.


    Schon die erstgenannte Oper, I PAGLIACCI, war ein Volltreffer, der gesanglich bis heute m.E. nicht überboten werden konnte:

    Leoncavallo: Pagliacci (Gesamtaufnahme) (Aufnahme New York 1953)  Pagliacci


    mit Victoria de los Angeles (Nedda), Leonard Warren (Tonio) und Robert Merrill (Silvio).


    Sie ist in diversen Ausgaben auf dem Markt erhältlich. Die NAXOS-Überspielung soll besonders gut gelungen sein.


    Die übrigen GA werde ich demnächst in loser Reihenfolge vorstellen.


    LG Nemorino

    Auch die große Clara Haskil hat zumindest eine Aufnahme im Herkulessaal gemacht:

    Wolfgang Amadeus Mozart - Clara Haskil / Ferenc Fricsay / Berliner  Philharmoniker / Bayerisches Staatsorchester – Konzerte Für Klavier Und  Orchester Nr. 19 F-Dur KV 459 Und Nr. 27 B-Dur KV 595 (1962, Vinyl) -  Discogs

    mit dem Bayerischen Staatsorchester München, Dirigent: Ferenc Fricsay (Aufnahme: 9/1957).

    Es ist Mozarts Klavierkonzert Nr. 27 KV 595, sein letztes. Gekoppelt ist es hier mit dem Konzert Nr. 19, das aber in Berlin aufgenommen wurde.

    Später hat die DGG auch eine CD in der Reihe "The Originals" daraus gemacht:


    MOZART Klavierkonzerte Nr. 19 & 27  Klaviersonate Clara Haskil Ferenc Fricsay OV - Bild 1 von 1


    LG Nemorino