Beiträge von nemorino

    Was die Wdh angeht Pfeife ich ohnehin gerade bei der Neunten auch sehr gerne darauf.

    Lieber Wolfgang,


    ich besitze m.W. zwei Versionen der Neunten mit allen Wiederholungen, die von Giulini mit dem CSO (DGG) und Jeffrey Tate mit der Staatskapelle Dresden. Einerseits erfreulich, die Sinfonie mal in der vom Komponisten geplanten Länge hören zu können, andererseits empfinde ich alle Wiederholungen schon ein bißchen langatmig. Doch das ist Geschmacksache. Ich habe von dieser herrlichen Schöpfung mindestens 15 Versionen, meist "wandert" Krips in den Player.


    Die von Dir bevorzugte Karajan-Aufnahme (DGG) ist mir persönlich zu "stahlhart", mehr Karajan als Schubert. Aber auch das will ich nicht verallgemeinern. Mrawinskys 1959er Aufnahme der Nr. 8 ist jedenfalls eine Hammeraufnahme - kennst Du sie? Holger nennt eine neuere, von 1978, die dürfte vielleicht tontechnisch noch reifer sein.


    Auch Dir ein schönes, gesundes Wochenende (leider soll das Wetter morgen grauslich sein).


    LG Nemorino

    ich habe diese CD-Ausgabe hier

    Lieber Holger,


    die kenne ich wiederum nicht! Ist es eine Studioproduktion?

    Die von mir gezeigte ist im Studio aufgezeichnet und klingt ausgezeichnet. Der Aufnahmeort ist nicht genannt.


    Von Mravinsky habe ich außer den drei späten Tschaikowsky-Sinfonien (davon Nr. 4-6 in Stereo, Nr. 5 & 6 mono, DGG) wenig in meiner Sammlung. Von der 1959er "Unvollendeten" war ich jedenfalls hellauf begeistert.


    Für Deine guten Wünsche bedanke ich mich sehr und gebe sie gerne zurück. In diesen Zeiten sind sie besonders angebracht.


    Ein ruhiges Wochenende und

    LG nach Münster,

    :hello: Nemorino

    Eine unglaublich spannende, wuchtige Aufnahme von Schuberts "Unvollendeter" findet sich auf dieser CD:

    Evgeny Mrawinsky dirigiert die Leningrader Philharmonie (Aufnahme: 1959, STEREO).

    Meine Favoriten waren bisher Bruno Walter (CBS, mit den New Yorker Philh.), sowie Karl Böhm mit den Berliner Philharmonikern (DGG).

    Doch Mrawinsky übertrifft sie IMO beide, mit einer schier unerträglichen Spannung und Dramatik, die eisern vom ersten bis zum letzten Takt durchgehalten wird. Zudem klingt die alte Aufnahme erstaunlich frisch und transparent.


    Weiterer Pluspunkt ist die Koppelung mit einer der schönsten und größten Aufnahmen der Neunten: Josef Krips mit dem LSO (Decca 1958, Stereo).


    LG Nemorino

    Es gibt sogar spezielle Musik für Zeiten des Krieges und der Not. Mir fällt da spontan Joseph Haydn ein, der eine "Missa in tempore belli" komponiert hat, die zu deutsch allerdings schlicht "Paukenmesse" genannt wird. Es gibt diverse Aufnahmen, in meiner Sammlung befindet sich diese ältere Ausgabe:

    mit Elsie Morrison (Sopran), Marjorie Thomas (Alt), Peter Witsch (Tenor) und Karl Christian Kohn (Baß);

    Rafael Kubelik dirigiert Chor und Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks (Aufnahme: 7/1963, München).

    Das Werk verdankt seinen Beinamen den "kriegerischen" Instrumenten Pauken und Trompeten im "Agnus Dei", das mit einer wenig zuversichtlichen, ersterbenden Passage "Dona nobis pacem" leise verklingt.


    LG Nemorino

    Auch Karajans erste Einspielung einer Schumann-Sinfonie fand in der Grunewaldkirche Berlin statt:

    SCHUMANN: Sinfonie Nr. 4 d-moll, Op. 120

    Herbert von Karajan dirigiert die Berliner Philharmoniker (Aufnahme: 25./26.4.1957, MONO).

    Leider stand damals in Berlin noch kein Stereo-Equipment zur Verfügung. Kurioserweise ist die gekoppelte Brahms-Sinfonie im Mai 1955 in London bereits in Stereo aufgezeichnet worden.

    Die Aufnahme hatte damals gegen die legendäre Furtwängler-Version von 1953 (DGG) allerdings schlechte Karten. Wäre sie bereits stereophon aufgezeichnet worden, hätte die Sache anders ausgesehen. Trotzdem eine erwähnenswerte Interpretation.


    LG Nemorino

    leider kenne ich das wunderbare Werk nur von Tonkonserven. Noch nie hatte ich das Glück, die schottische Fantasie live zu erleben.

    Lieber La Roche,


    mir geht es genauso. Aber es ist in der Tat ein wunderbares Werk, das ich persönlich höher schätze als das berühmte e-moll-Konzert.


    Meine Lieblingsaufnahme ist diese:


    BRUCH: VIOLIN CONCERTO NO.1 & SCOTTISH FANTASY(remaster) by JASCHA HEIFETZ(Vn)

    Jascha Heifetz (Violine) und das New Symphony Orchestra of London, Dirigent: Sir Malcolm Sargent (Aufnahme: 5/1961, Stereo).

    Ich denke, daß es sich um das London Symphony Orchestra handelt, das aus vertraglichen Gründen nicht mit seinem Originalnamen genannt werden durfte.

    Eine großartige Version, Heifetz ist mal wieder voll "bei der Sache".


    LG Nemorino

    Lieber Caruso,

    Sinfonia Concertante Etc. (CD, Compilation, Remastered) Plattencover

    Zurecht hast Du auf diese Einspielung, die noch heute eine Spitzenstellung behaupten kann, aufmerksam gemacht. Sie entstand anläßlich der Produktion aller Mozart-Violinkonzerte (Nr. 1-5) in den Jahren 1970 bis 1972. Bis heute bin ich davon ausgegangen, daß sie sämtlich im Zehlendorfer Gemeindehaus aufgezeichnet wurden, doch soeben lese ich im Booklet zu dieser CD:

    daß das Konzert Nr. 5 KV 219 in der Jesus-Christus-Kirche in Berlin-Dahlem produziert wurde, im November 1970. Den Grund dafür werden wir wohl nicht mehr erfahren, denn das Konzert Nr. 4 wurde im gleichen Monat aufgenommen, wiederum in Zehlendorf. Seltsam.


    LG Nemorino

    Dieser Thread ist jetzt fast 5 Jahre alt, und in den wenigen bisherigen Einträgen war nur von den Sinfonien die Rede. Da im Titel aber auch die Konzerte eingeschlossen sind, möchte ich jetzt auf das wenig bekannte Violinkonzert Nr. 2 des Komponisten aufmerksam machen, daß seit jeher ein Schattendasein fristet. Ohnehin ist Max Bruch den meisten Musikfreunden fast ausschließlich durch seine berühmtes erstes Violinkonzert ein Begriff.


    In einem alten Plattenführer wird der Komponist mit drei Sätzen abgefertigt, im letzten heißt es: " …. das zweite Konzert in d-moll, dessen letzter Satz zum Besten gehört, was Bruch überhaupt geschrieben hat, wird von Jascha Heifetz (RCA) funkelnd interpretiert".

    Ich lasse die Aussage mal unkommentiert stehen, aber das zweite Konzert ist in dieser genannten Ausgabe noch zu haben:

    Jascha Heifetz (Violine) und das RCA Victor Symphony Orchestra, Dirigent: Izler Solomon (Aufnahme: 11/1954, Mono).


    Ob es wertvoller ist als die populäre Nr. 1, kann ich nicht beurteilen, auf jeden Fall ist es längst nicht so eingängig, von der Anlage her eher spröde. Das erklärt wohl den geringen Bekanntheitsgrad. Heifetz spielt es natürlich makellos und mit großem Einsatz. Der Klang ist für das Alter der Aufnahme annehmbar. Es gibt allerdings auch moderne Aufnahmen, wie diese z.B.:

    Die kenne ich allerdings nicht.


    LG Nemorino

    Mich würde ja nun noch interessieren, was Grümmer aufgenommen haben könnte.

    Lieber Caruso,


    ich hatte gehofft, auf dieser CD fündig zu werden:

    Bildergebnis für elisabeth grümmer

    weil die meisten der enthaltenen Stücke in Berlin aufgenommen wurden, aber leider hat EMI nur lapidar "Aufnahme: Berlin" geschrieben. Ich könnte mir aber gut vorstellen, daß einige im Gemeindehaus Zehlendorf entstanden sind. Leider kann man an der alten Adresse der Electrola in Köln, Maarweg 149, nicht mehr nachfragen. Aber die CD, falls sie noch nicht in Deinem Besitz ist, kann ich jedem Grümmer-Fan nur wärmstens empfehlen. Beim großen Urwaldfluß ist sie gebraucht noch im Sortiment.


    LG Nemorino

    Lieber Rüdiger,


    ich glaube, daß wir im Grunde nicht weit auseinander sind. Zum Zeitpunkt der Erstausgabe des Kempe-Ausschnitts war das vollkommen legitim, auch ich habe mich mit solchen Querschnitten, z.T. auch 45er EPs, an viele Werke, vor allem Opern, herangetastet. Allerdings läßt sich z.B. "Rigoletto" oder "Tosca" viel besser als Querschnitt produzieren, da gibt es ausreichend Schnittstellen.


    Wagner ist bei mir ein Sonderfall: Die frühen Opern (Holländer, Tannhäuser, Lohengrin, auch Meistersinger) höre ich gerne, aber mit dem "Ring" und auch mit Parsifal tue ich mich bis heute schwer. Das mag auch daran liegen, daß eben gerade diese durchkomponierten Werke sich wenig für einen sogenannten Querschnitt eignen, wie eben auch beim "Rheingold". Ich werde mir aber den Kempe-Verschnitt jetzt trotzdem bestellen, Du hast mich neugierig gemacht! Und der Preis ist ja lächerlich gering.


    Ich wünsche Dir einen schönen Abend, und Gruß an Max!


    LG Nemorino

    Für mein Teil liebe solche Tenöre wie Schock als Froh und explizit für diese Szene.

    Lieber Rüdiger,


    das sei Dir unbenommen!


    Ehrlich gesagt, was mich viel mehr stört als Schock in der Froh-Rolle, ist ein sogenannter "Querschnitt" aus den späten Wagner-Opern. Da diese Werke, wie allgemein bekannt, durchkomponiert sind und nicht aus einzelnen "Nummern" bestehen, sind solche Potpourris IMO mehr als fragwürdig. Mit gleichem Recht bzw. Unrecht könnte man auch die "schönsten Stellen" aus einer Beethoven-Sinfonie auswählen und zusammenfügen. Es mag ja zu Zeiten der LP dafür noch ein hinreichender Grund gewesen sein, dem Hörer solche Werke wie "Rheingold" oder "Götterdämmerung" nahezubringen, doch heutzutage ist das für mich einfach ein Anachronismus. Da ist Schock nur noch eine Quantité négligeable.

    Und trotzdem: Schock als Wagner-Tenor - man höre ihn als Lohengrin (unter Schüchter, EMI, 1953) oder als Walther (unter Kempe, EMI, 1956), also in seiner besten Zeit, und vergleiche ihn dann in der Gralserzählung mit Nicolai Gedda (EMI) oder als Walther mit Richard Tauber (EMI-Odeon), um den Unterschied zwischen Champions League und Kreisklasse zu erfassen. Dabei habe ich jetzt ganz bewußt zwei Tenöre genannt, die keineswegs als Wagner-Sänger ihre Karriere bestritten haben.


    Rudolf Schock war in den 1950er Jahren ein guter Sänger im Bereich der Spieloper, aber - man möge mir helfen - ich kenne keine einzige Aufnahme von ihm (und ich kenne aus dieser Zeit die meisten), die ich nicht von anderen Tenören besser und schöner gesungen gehört habe.


    Natürlich spielt da auch der persönliche Geschmack eine Rolle, doch wer - wie ich - Schock in den 25 Jahren seiner quälenden Nachkarriere in zahllosen TV-Sendungen erlebt und erlitten hat, der weiß, wovon ich spreche. Man fragte sich dann immer, was schlimmer ist, wie er singt oder was er singt. Grauslich war beides.


    LG Nemorino

    Auf jeden Fall kommt das Concertone lieblich und klangschön - stellenweise fast ein wenig süsslich - aus den Lautspechern.

    Lieber Alfred,


    das ist auch mein Eindruck. Für mich bleibt nach wie vor (von den mir vorliegenden Versionen) die in Beitrag Nr. 1 gezeigte mit Vater und Sohn Oistrach die erste Wahl. Schade, daß es die Aufnahme mit meinem Lieblingsgeiger Henryk Szeryng (Philips) nicht als Einzel-CD gibt, die würde mich sehr interessieren.


    Liebe Grüße nach Wien,

    Nemorino

    Ich kenne Koloman von Pataky vor allem als großartigen Don Ottavio in Fritz Buschs legendärer DON GIOVANNI-Aufnahme von den Glyndebourne Festspielen 1936:

    Bildergebnis für fritz busch don giovanni

    in einer insgesamt überzeugenden, bis heute (IMO) nicht übertroffenen Besetzung.


    Außerdem liegen mir auf LP Duette mit Heinrich Schlusnus vor, die ebenfalls vorbildlich gesungen sind, auch wenn sie heute etwas "altmodisch" klingen (was nicht nur an der Technik liegt).


    LG Nemorino

    Möchtest Du das nicht ändern

    Lieber Rüdiger,


    zwei Dinge halten mich davon ab: Erstens bin ich kein ausgesprochener Wagnerianer (ich schätze nur die frühen Opern), zweitens werde ich des Froh nicht froh! Da ist es auch wenig hilfreich, wenn die CD

    für'n Abbel un een Ei

    zu haben ist. In meiner Sammlung ist der "Ring" nur einmal zu finden, es ist der Karajan-Zyklus, und selbst den habe ich bis heute noch nicht ganz gehört, obwohl er seit mindestens 20 Jahren im Regal schlummert.

    Reizvoll wären für mich (neben dem Dirigenten Rudolf Kempe) vor allem Benno Kusche (den ich mal in Köln als Papageno erlebt habe, so ca. 1960), Ferdinand Frantz sowie Lisa Otto, die auf Schallplatte, gemessen an ihrem Können, recht unterrepräsentiert ist. Doch bei 1,79 € werde ich noch mal drüber nachdenken …


    LG Nemorino

    Lieber Musikwanderer,


    das sind ja noch eine ganze Menge großartiger Aufnahmen, die Du genannt hast. Vielen Dank. Bis auf die "Rheingold"-Auszüge und "Holst/Stokowski" sind sie sämtlich in meiner Sammlung.

    Die Bildergalerie ließe sich auch noch seitenlang fortsetzen...

    So ist es, und deshalb nenne ich noch ein paar bemerkenswerte Aufnahmen aus der Grunewaldkirche:

    Bildergebnis für erede ariadne

    mit den Berliner Philharmonikern, Dirigent: Alberto Erede (Aufnahme: 6/1959. Für Lisa Della Casa quasi eine Ehrenrettung, denn ihre Stammfirma DECCA hat nie eine GA der Ariadne, eine ihrer Paraderollen, mit ihr verwirklicht.

    Dann noch folgende Opern-GA (in deutscher Sprache):

     


    und diese berühmten Querschnitte:

           


    LG Nemorino



    Lieber Joseph II.,


    wenn ich recht orientiert bin, konnte Bruno Walter (CBS) als Erster die kompletten Beethoven-Sinfonien in STEREO vorlegen, dicht gefolgt von André Cluytens (Electrola). Allerdings wurden die Aufnahmen sowohl von Walter als auch von Cluytens nicht als Kassette, sondern als Einzel-LPs auf den Markt gebracht. Ende der 1950er Jahre waren die meisten Musikliebhaber noch nicht in der Lage, sich eine teure Box zu leisten, beim Einzelpreis einer LP von 25 DM!

    Die DGG machte 1963 mit Karajans Zyklus den Anfang, allerdings auf Subskriptionsbasis.


    Es gab dann noch den Beethoven-Zyklus von Otto Klemperer (EMI-Columbia), der ebenfalls in Stereo produziert, aber noch 1963 zyklisch nur in Monofassung auf dem deutschen Markt angeboten wurde, zum stolzen Preis von DM 148,--.


    Übrigens habe ich inzwischen festgestellt, daß ein Komet-Studio in Berlin die Grunewaldkirche noch immer als Plattenstudio nutzt. Ob aber Klassikaufnahmen darunter sind, konnte ich nicht feststellen. Als Interpret wurde u.a. Konstantin Wecker genannt.


    Auch der frühverstorbene Dirigent Rudolf Kempe (1910-1976) hat die Grunewaldkirche für Aufnahmen genutzt. So ist u.a. ein Brahms-Sinfonien-Zyklus mit den Berliner Philharmonikern dort entstanden, und auch die folgenden Einspielungen:

    Bildergebnis für rudolf kempe beethoven eroica  Bildergebnis für gimpel  kempe brahms

    und 1955 auch diese legendäre Aufnahme:


    Und auch diese großformatigen Aufnahmen haben in der Grunewaldkirche das "Licht der Welt" erblickt:

     


    LG Nemorino

    Karajans legendäre DECCA-Aufnahmen mit den Wiener Philharmonikern aus den Jahren 1959 bis 1963 entstanden sämtlich in den Wiener Sofiensälen, deren Akustik laut dem berühmten Produzenten John Culshaw einmalig und in jeder Hinsicht unübertroffen war.

    Zwei mir besonders teure Aufnahmen Karajans aus dieser Zeit möchte ich hier ausdrücklich hervorheben:


    und die einzige Stereo-Produktion einer Beethoven-Sinfonie mit den Wiener Philharmonikern, die Karajan gemacht hat:

    aus dem Jahr 1959, gekoppelt mit einer eleganten Interpretation von Haydns Nr. 104, Karajans Lieblingssinfonie dieses Komponisten.


    LG Nemorino

    Kurz vor der Wende zum 20. Jahrhundert wurde die Gemeinde Grunewald im Einzugsgebiet von Berlin gegründet. Schon 1901 wurde der Ruf nach einer eigenen Kirchengemeinde laut, und bald darauf wurde mit dem Bau einer sogenannten Hallenkirche begonnen, die am 1. Juni 1904 eingeweiht werden konnte.


    Grunewaldkirche mit Turm


    Nach Zerstörungen im 2. Weltkrieg wurde der Kirchenbau ab 1949 umfangreich restauriert und renoviert. Ab 1955 nutzte der deutsche EMI-Ableger, ELECTROLA Köln, die Kirche häufig als Aufnahmestudio. So entstand zwischen 1957 und 1960 in der Grunewaldkirche die allererste Gesamtaufnahme aller Beethoven-Sinfonien mit den Berliner Philharmonikern, bereits in Stereo. Der Dirigent war André Cluytens. Karajans berühmte GA mit diesem Orchester wurde erst 1961-62 in der Jesus-Christus-Kirche in Berlin-Dahlem produziert (DGG).


    Übrigens gibt Warner Classics, als Rechtsnachfolger der untergegangenen EMI, diese GA am 3. April 2020 unter dem Erato-Label neu heraus, in dieser Aufmachung:


    Aber nicht nur diese umfangreiche Produktion entstand in der Grunewaldkirche, es wurden z.B. auch die meisten der berühmten Opern-Querschnitte in deutsch dort aufgezeichnet:

    Rudolf Schock   




    81jSDGPUfBL._SL1223_.jpg

    Leider kriege ich das Bild nicht kleiner hin - deshalb ist es umso besser erkennbar. Nicht nur diese, sondern noch eine ganze Reihe anderer Opern-Querschnitte und Recitals entstanden ganz überwiegend in der Grunewaldkirche.


    Auch Karajans erste Nachkriegsaufnahmen mit "seinen" Berliner Philharmonikern wurden in der Grunewaldkirche aufgezeichnet, noch für die EMI. Vor allem diese sind erwähnenswert:

        

    Es sind Aufnahmen aus den Jahren 1957 (Bruckner), 1958 (Dvorak, Brahms) und 1960 (Tschaikowsky), sämtlich in Stereo produziert.


    LG Nemorino

    Zu den herausragenden Aufnahmen aus der Dresdner Lukaskirche zählt ganz sicher diese:

    SCHUMANN: Sinfonien Nr. 1 - 4 + Ouvertüre, Scherzo und Finale op. 52

    Wolfgang Sawallisch dirigiert die Staatskapelle Dresden (Aufnahme: 9/1972).


    Wie mir in Erinnerung ist, sollte ursprünglich eine Oper (welche?) mit Solisten aus beiden deutschen Staaten eingespielt werden, das scheiterte aber an mangelnder Koordination bzw. es waren vorgesehene Sänger erkrankt. So entschlossen sich der VEB Deutsche Schallplatten und EMI kurzfristig, statt dessen eine Produktion der Schumann-Sinfonien vorzunehmen.


    LG Nemorino

    Später scheint ihre Bedeutung in der Hinsicht zurückgegangen zu sein - vielleicht durch die Eröffnung der neuen Berliner Philharmonie 1963 bedingt. Oder sollte ich mich irren? Fungiert sie nach wie vor ab und an als Aufnahmeort?

    Lieber Joseph II.,


    die Berliner Philharmonie hatte anfangs Probleme mit der Akustik, erst nach diversen Umstellungen konnten dort Aufnahmen gemacht werden.


    Karajan nutzte sie ab ca. Mitte der 1970er Jahre für seine Aufnahmen mit den Berliner Philharmonikern. Sein zweiter Beethoven-Zyklus z.B. entstand 1976/77 in der Philharmonie.


    Wie Johannes Schlüter schon in seinem vorigen Beitrag feststellte, wird die Jesus-Christus-Kirche aber immer noch als Aufnahmestudio genutzt, wegen ihrer ausgezeichneten Akustik.


    LG Nemorino

    Lieber Alfred,


    kein Mensch kann und will Dir das Recht bestreiten, hier zu löschen und zu kürzen. Das gilt selbstverständlich auch für die Moderation.


    Wie ich aber im Beitrag 599 ausgeführt habe, wurde erst kürzlich hier eine Pauschallöschung vorgenommen, die nicht weniger als 18 Beiträge von mir in den Orkus geschickt hat. Ich weiß bis heute nicht welche, und ich weiß auch nicht, was der Grund dafür gewesen sein könnte. Das finde ich dann nicht in Ordnung. Man möchte schon gerne wissen, was man falsch gemacht hat.


    Nun schreibst Du, wir hätten hier wie "die übelste Unterschicht" reagiert. Ich habe mir meine diesbezüglichen Beiträge, es sind die Nr. 578, 586, 591, 599 und 602, angeschaut und kann darin nichts feststellen, was Deinen Vorwurf rechtfertigen würde. Und sämtliche übrigen Beiträge von gestern und heute sind ebenfalls völlig im Rahmen, mit einer Ausnahme, wie sich leicht feststellen läßt.


    Der einzige Beitrag, der den Thread aus dem Ruder hat laufen lassen, ist die Nr. 592 - bis dahin ging es hier sehr friedlich und diszipliniert zu. Wenn jetzt wieder Beiträge von mir ins Nirwana geschickt werden, die absolut einwandfrei sind, so muß ich mich ernsthaft fragen, ob ich hier noch am richtigen Platz bin.

    Ich schreibe gerne mit und bereite die meisten meiner Beiträge sorgfältig vor. Es ist dann schon mehr als ärgerlich, wenn sie einfach gelöscht werden, nur weil einer aus der Reihe tanzt.


    Deshalb protestiere ich hiermit in aller Form gegen eine Pauschallöschung. Das scheint mir jedenfalls nicht der richtige Weg zu sein.:!:


    Liebe Grüße nach Wien,

    Nemorino

    Oha lieber nemorino, jetzt das zweite mal, oder doch nur das erstemal

    Lieber Fiesco,


    scheinbar hast Du meinen Satz falsch verstanden. Ich wollte damit sagen, daß ich nicht beabsichtige, mich in den Disput, den Melomane mit seinem Beitrag 592 losgetreten hat, einzuklinken. Und dabei bleibt es auch.


    LG Nemorino

    Hoffentlich wird bald hier wieder der Riegel vorgeschoben, aber BITTE konsequent!

    Hier möchte ich doch entschieden widersprechen, lieber Fiesco!

    Es kann doch nicht sein, daß hier möglicherweise wieder ein ganzer Thread im Nirwana verschwindet, nur weil ein notorischer Störenfried mal wieder dazwischen gefunkt hat (siehe Beitrag 592!), der sich meist nur dort zu Wort meldet, wo er stänkern kann. Bisher kam von diesem Mitglied zum Thema nichts. Daß sich dann andere gegen seine unqualifizierten Angriffe zur Wehr setzen, ist doch nur zu natürlich.


    Ich möchte mich hier weiter nicht in die Debatte einschalten, um nicht die Flamme weiter anzuheizen, aber ich protestiere mit Nachdruck gegen eine allgemeine Löschung. Erst vor knapp 2 Wochen verschwanden nämlich von mir nicht weniger als 18 Beiträge ganz plötzlich im Orkus, ohne daß von mir dazu der geringste Anlaß gegeben war. Ich bereite meine Beiträge im allgemeinen sorgfältig vor, suche Zitate aus alten Zeitschriften und Büchern zusammen, um dann zu sehen, daß auf einmal davon eine ganze Reihe verschwunden ist. Selbstverständlich hat der Administrator bzw. die Moderatoren das Recht, Beiträge zu löschen, daran kann und will ich gar nicht rütteln, aber es ärgert schon, wenn ohne Angabe von Gründen, und wahrscheinlich nur, weil wieder irgend einer eine Stinkbombe gezündet hat, völlig neutrale Einträge in Mitleidenschaft gezogen werden. Das motiviert dann ganz besonders! Ich habe zunächst mal aus lauter Frust meine Mitarbeit ruhen lassen, aber das ist ja auch keine Lösung.


    LG Nemorino

    Wolfgang Sawallisch hat das NOTTURNO auf dieser CD verewigt, zusammen mit Jan Pospichal (Violine) und Wilfried Rehm (Violoncello). Die drei benötigen für das Stück exakt 8.51 Minuten, und es klingt kein bißchen gehetzt! Übrigens benutzt Sawallisch ebenfalls einen Bösendorfer-Flügel. Die Aufnahme entstand im Januar 1997 im Casino Zögeritz, Wien. Eine schöne Version, die auch klanglich alle Wünsche erfüllt:

    B0006TMXNM.03._SS300_SCLZZZZZZZ_.jpg

    Ich habe sie bereits in meinem Beitrag 14 erwähnt.


    LG Nemorino

    Das jetzt herauszukramen und den Moralaposatel zu spielen (nicht nur bei Domingo), das finde ich anmaßend, aber es entspricht dem Zeitgeist.

    So ist es, lieber La Roche.


    Auch hier sollte man sich an das Bibelwort halten: Wer sich frei fühlt von Schuld, der werfe den ersten Stein!


    Haben wir nicht alle unsere Stärken und Schwächen, und wer weiß nicht von Verfehlungen, die er selber einmal, und wenn es in grauer Vorzeit war, begangen hat?


    Ich finde das alles als riesige Heuchelei, vor allem, wenn man nur auf Medienberichte angewiesen ist und selbst nicht dabei war.


    LG Nemorino

    ich habe Rubinstein und Beaux Arts mit dem Philips Cover - ist die im Zitat genannte Aufnahme identisch ?

    Lieber kalli,


    ich weiß zwar nicht, auf welches Zitat Du Dich beziehst, aber die beiden unten abgebildeten Ausgaben sind nicht identisch:

    B00000417B.03._SS300_SCLZZZZZZZ_.jpg 

    Das links abgebildete Album enthält Aufnahmen aus den 1960er Jahren, das rechte die aus dem Jahr 1984. Letztere sind DDD-Produktionen. In beiden Fällen handelt es sich um originale PHILIPS-Aufnahmen, die nun unter dem DECCA-Label vertrieben werden.


    LG Nemorino