Beiträge von nemorino

    Heute am 26.1.2020 begehen wir den 3. Sonntag nach Epiphanias

    …. aber nicht den Sonntag "Septuagesima", lieber Fiesco, der fällt in diesem Jahr auf den 9. Februar. "Septuagesimae" bedeutet der 70. Tag vor Ostern, stimmt aber nur ungefähr. In jedem Fall ist es immer der dritte Sonntag vor Aschermittwoch.


    LG Nemorino

    Und weiter geht es mit Beethovens Violinkonzert.

    Mono-Aufnahme, Yehudi Menuhin spielt mit den Wiener Philharmonikern unter Constantin Silvestri.

    Irrtum, lieber Reinhard, das ist eine STEREO-Produktion, aufgenommen 2/1960 im Großen Musikvereinssaal, Wien.

    Ich vermute, daß Deine Eterna-LP eine Monofassung dieser Aufnahme ist.

    Bei der Kölner ELECTROLA erschien sie erstmals 1962 in dieser Aufmachung:

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    Wer an der Aufnahme interessiert ist, kann sie auch preisgünstig auf CD erwerben:


    und erhält als "Zugabe" noch die Romanzen Nr. 1 & 2 (mit dem Philharmonia Orchestra, Dirigent: John Pritchard, Aufnahme: 12/1960, London).


    LG Nemorino

    Die Cover des Labels naive setzen sich, wie ich finde , wohltuend von den Konventionen ab. Mir gefällt es richtig gut.

    Lieber Wolfgang,


    musikalisch sind wir ja sehr oft geschmacklich nahe beieinander, aber was die Covergestaltung betrifft, werden wir wohl kaum jemals harmonieren. Zum Glück sind die Geschmäcker verschieden ….

    Genau das richtige für dich, denn hier kannst Du das Tripelkonzert in MONO hören.

    …. es wäre sogar eine Premiere, lieber Wolfgang, denn das Tripelkonzert besitze ich zwar in mindestens einem halben Dutzend Aufnahmen, aber keine einzige davon ist MONO:)! Und dieses Tischgerät wäre mir denn doch für Beethoven ein wenig zu mickrig ….


    LG nach Bonn,

    Nemorino

    Sinfonie Nr. 3 Es-Dur, op. 55 "Eroica"

    Unüberschaubar ist die Zahl der Aufnahmen dieses bedeutenden Werkes, in dem Beethoven erstmals ganz unverfälscht seine eigene musikalische Sprache gefunden hat. Ich möchte hier eine Aufnahme in den Mittelpunkt rücken, die bei ihrem ersten Erscheinen im Jahr 1960 als Sensation empfunden und gefeiert wurde, aber leider schon kurze Zeit später durch Karajans revolutionäre Neuaufnahme sämtlicher 9 Sinfonien bei der gleichen Gesellschaft in den Hintergrund geraten ist, obwohl sie das keineswegs verdient hat:

    Symphony 3 E Flat Major Op 55 Eroica

    Ferenc Fricsay dirigiert die Berliner Philharmoniker (Aufnahme: 30.9.-13.10.1958, Jesus-Christus-Kirche, Berlin, STEREO).


    Es handelte sich um die erste in Deutschland produzierte Stereo-Aufnahme dieses Werks, und erstmals war es den DGG-Technikern gelungen, den 2. Satz "Marcia funebre" ohne Trennung auf der 1. Plattenseite unterzubringen. Die Londoner Musikzeitschrift "Records and Recording" pries die Aufnahme in den höchsten Tönen: "Dies ist die bislang ohne jeden Zweifel beste Stereo-Einspielung der EROICA … die gesamte Wiedergabe ist von einer solch großartigen Wirkung, daß es einem nicht leicht gemacht wird, sie genauer zu beschreiben …." und PHONO, Wien, meinte: "Klanglich, technisch, musikalisch und hinsichtlich der persönlichen Ausstrahlungskraft ist diese Aufnahme von ersten Takt an faszinierend. Ihre meisterliche Qualität zeigt sich im edelsten Ebenmaß des Vortrags und im glanzvollen Orchesterspiel …."

    Und Christoph Ecke schrieb in seinem Schallplattenführer von 1962: "Die Klangwirkung der Stereofassung ist außergewöhnlich faszinierend."


    Diese EROICA sollte, zusammen mit der gleichzeitig eingespielten Neunten, den Auftakt zu einer Gesamtaufnahme bilden, die der ungarische Dirigent FERENC FRICSAY mit den Berliner Philharmonikern und den Tontechnikern der DGG verwirklichen wollte. Leider blieb das ehrgeizige Vorhaben ein Torso, denn es folgten nur noch die Fünfte (1960) und Siebente (1961), dann mußte das Projekt leider wegen der fortgeschrittenen schweren Krankheit des Dirigenten abgebrochen werden, der am 20. Februar 1963, erst 49 Jahre alt, an deren Folgen verstarb.


    Nachdem die DGG in Herbert von Karajan einen würdigen Nachfolger gefunden und mit ihm die ursprünglich mit Fricsay geplante GA der 9 Beethoven-Sinfonien realisiert hatte, verschwanden die Fricsay-Aufnahmen ziemlich bald aus den Katalogen oder wurden in der Billig-Reihe HELIODOR vermarktet.


    Inzwischen sind sie allerdings, in neuester digitaler Reproduktion, wieder erhältlich, so u.a. hier:


    oder in der 2014 erschienen 45 CD-Box mit sämtlichen Instrumentalaufnahmen, die Fricsay für die Deutsche Grammophon Gesellschaft eingespielt hat:


    Obwohl seitdem über ein halbes Jahrhundert verflossen ist und unzählige Neuaufnahmen auf den Markt gekommen sind, ist Fricsays 1958er Aufnahme ein Meilenstein in der Geschichte der Langspielplatte und in der Rezeption dieser grandiosen Sinfonie. Deshalb möchte ich ihr hier ein Denkmal setzen, sie zählt für mich zu der kleinen Zahl von Aufnahmen, die ich auf die imaginäre Insel mitnehmen möchte.


    LG Nemorino


    Ich gehe davon aus, dass Begabung nichts mit ethnischer Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder anderen derartigen Kriterien zu tun hat.

    Lieber Wolfgang,


    davon gehe ich auch aus, und deshalb finde ich, daß dieser Thread durchaus seine Berechtigung hat.

    Er war nicht auf Sängerinnen und Sänger ausgelegt. Hier stellt sich dieses Thema nämlich nicht. Sehr wohl aber bei der eigentlichen Zielrichtung. Insofern halte ich die Frage schon für relevant, da möglicherweise auch historisch bedingt.

    Der Thread wurde 2015 eröffnet, und bisher hat niemand daran Anstoß genommen. Deshalb plädiere ich dafür, ihn so wie er ist, unverändert stehen zu lassen. Zumal Du die eigentliche Zielrichtung noch einmal klar präzisiert hast.


    LG Nemorino

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    Hallo timmiju,


    die musikalische Qualität der Aufnahme will ich gar nicht in Zweifel ziehen, aber das Cover stimmt schon ein wenig nachdenklich.

    Ehrlich gesagt, mein erster Gedanke war: Was soll das? Was hat ein leerer Tisch, bestückt mit einem (nostalgischen?) Radio im Stil der 1960er Jahre, flankiert von einer Tischpalme, mit Beethovens Tripelkonzert zu tun? Oder sollen die drei leeren Stühle einen Hinweis darauf geben?


    So könnte man in einem modernen Gebetbuch auch die Heilige Dreifaltigkeit abbilden! Mich läßt das Cover jedenfalls ratlos zurück. Geschmacklos wäre wohl nicht das passende Wort, eher sinnfrei ….


    Oder hat es vielleicht mit dem Namen des Labels zu tun?


    LG Nemorino



    Mit diesem Thema tue ich mich auch schwer. Für mich gibt es nur bedeutende und weniger bedeutende Musiker bzw. Solisten. Sonst nichts.

    Das sehe ich auch so, aber das ist noch lange kein Grund, diesen Thread, der bisher immerhin weit über 2000 Aufrufe verzeichnen kann, zu "reinigen" oder gar komplett zu löschen. Bisher ist, soweit ich das übersehen kann, hier alles recht friedlich abgelaufen, ganz im Gegensatz zu anderen Threads, wo sich bis aufs Messer gefetzt wurde. Da hat die Moderation entweder gar nicht oder zu spät reagiert.


    Farbige Künstler sind heute weder eine Seltenheit und erst recht kein Skandal, aber es scheint mir gut daran zu erinnern, daß das vor einer Generation noch längst nicht selbstverständlich war. So ist z.B. der erste Auftritt von Marian Anderson im Januar 1955 an der New Yorker MET von Buhrufen begleitet worden, und die erste "schwarze Venus" in Bayreuth - es war Grace Bumbry im Jahr 1961 - war jeder deutschen Tageszeitung einen langen Bericht wert. Die Stimmen waren hierzulande zwar überwiegend positiv, doch das hatte wohl auch mit der jüngsten deutschen Geschichte zu tun.


    LG Nemorino

    Das Liszt - KK1

    Lieber Wolfgang,


    …. und das findest Du hier (gebraucht, wie neu, für 12,99 €):

    Es ist ein 2 CD-Album, mit folgendem Inhalt:

    LISZT: Klavierkonzert Nr. 1 (NYPO, Dir.: Bernstein) / La Campanella / Etude d'exécution Nr. 10 f-moll / Ung. Rhapsodie Nr. 13 / Totentanz (LSO, Dir.: Erich Leinsdorf) /

    DEBUSSY: Children's Corner / BEETHOVEN: 32 Variationen WoO 80 / GERSHWIN: 13 Songs (arr. Gershwin) SCHUBERT: Wanderer-Fantasie /

    RACHMANINOW: Corelli-Variationen op. 42


    LG Nemorino

    Mir hat die Schwarzkopf in dieser Produktion alle anderen Interpretationen verdorben.

    Lieber Rüdiger,


    ich bin wahrlich ein großer Schwarzkopf-Verehrer und damit hier schon auf manchen Widerspruch gestoßen.


    Doch was die "Vier letzten Lieder" von Richard Strauss betrifft, so steht eine Aufnahme für mich einsam an der Spitze sämtlicher mir bekannten, und das sind nicht wenige:

     

    Gundula Janowitz (Sopran) und die Berliner Philharmoniker, Dirigent: Herbert von Karajan (Aufnahme: 1973, Jesus-Christus-Kirche, Berlin).


    Es handelt sich oben um zwei verschiedene Ausgaben der Lieder, aber um dieselbe Aufnahme.

    Von Schwarzkopfs Einspielung unter George Szell (es gibt eine weitere Studio-Aufnahme von 1953, mit Otto Ackermann, EMI) bin ich beeindruckt, aber die Interpretation von Gundula Janowitz mit Karajan am Pult ist IMO hinreißend, betörend, quasi ein "Bad in Wohllaut". Die Beseelung, die Janowitz den einzelnen Stücken zuteil werden läßt, ist ergreifend.


    Noch ein Wort zu Elisabeth Schwarzkopf: Es kursieren weitere Live-Mitschnitte mit ihr, am berühmtesten ist wohl die Berliner Aufnahme von 1965 unter Szell, doch ich persönlich halte ihre erste Studio-Produktion von 1953 unter Otto Ackermann, für ihre beste. Hier singt sie noch völlig natürlich, mit feinsten Abstufungen, die ihr in der späteren Aufnahmen IMO nicht mehr so lupenrein gelingen. Doch das mag Auffassungssache sein.

    Die ältere Produktion, trotz Mono klanglich zufriedenstellend, ist übrigens ebenfalls noch erhältlich:

    und enthält zusätzlich noch die Schlußszene aus "Capriccio" sowie Auszüge aus "Arabella".


    LG Nemorino


    Spontan fallen mir da zwei berühmte Sängerinnen ein:

     

    Marian Anderson (Alt) war die erste farbige Sängerin, die an der MET auftreten durfte, und zwar am 5.1.1955 als Ulrica in Verdis "Un ballo in maschera".

    Marian Anderson (1897-1993) hat u.a. eine wunderbare Interpretation der "Alt-Rhapsodie" von Brahms hinterlassen, in der vorzüglichen Begleitung von Fritz Reiner. Der Kritiker Christoph Ecke rühmte ihre "orgelhafte Stimme". Leider scheint es die Aufnahme nicht auf CD zu geben.

         

    Shirley Verrett (Mezzosopran).

    Die in New Orleans geborene Shirley Verrett (1931-2010) hatte das Glück, daß der Beginn ihrer Karriere in das sogenannte "goldene Zeitalter der Schallplatte" fiel, so daß von ihr zahlreiche Tonaufnahmen vorliegen, alle bereits in Stereo. Die oben gezeigten sind nur ein kleiner Ausschnitt. Verrett war nicht nur eine großartige Sängerin, sondern auch eine herausragende Gestalterin. Ihre Lady Macbeth unter Abbado zählt noch heute zu den Spitzenaufnahmen dieser schwierigen Rolle (zumindest steht sie der legendären Leonie Rysanek unter Leinsdorf, RCA, nicht nach).


    LG Nemorino

    Klavierkonzert Nr. 5 Es-Dur, Op. 73 "Emperor"

    Bei Beethoven noch Referenzen zu benennen, das fällt wahrlich schwer. Die Flut an Aufnahmen ist schier unüberschaubar, und fast täglich kommen noch neue hinzu, im nun beginnenden Jubiläumsjahr sicher noch in verstärktem Maße. Ich habe lange überlegt, welche Konzertaufnahme in diesen Thread gehört und mich schließlich, nach reiflicher Abwägung, für diese entschieden:

    Edwin Fischer (Klavier) und das Philharmonia Orchestra London, Dirigent: Wilhelm Furtwängler (Aufnahme: 2/1951, Abbey Road Studio No. 1, London).


    Warum gerade diese, wo es doch mindestens 100 andere, besser klingende, in modernster Technik aufgezeichnete Versionen dieses wohl berühmtesten Klavierkonzertes der Musikliteratur gibt?


    Natürlich, die Aufnahme ist alt, sogar sehr alt, aber sie ist ein Dokument der einzigartigen Zusammenarbeit zweier Ausnahmekünstler, in deren Wirken das Werk Beethovens stets einen zentralen Raum eingenommen hat. Und klanglich ist sie überraschend gut gelungen.


    Kraftvoll, energiegeladen, aber mit breiten Tempi nähern sich die beiden Künstler Beethovens "Emperor"-Konzert. Es ist eine romantische, zutiefst humanistische Interpretation, die heute vielleicht ein wenig aus der Zeit gefallen erscheint, und trotzdem zeitlos ist in einem höheren Sinn. Man weiß, daß sowohl Furtwängler als auch Edwin Fischer dem Medium Schallplatte skeptisch gegenüber standen, und ist deshalb umso erstaunter, mit welcher Vollkommenheit die beiden ihre Absichten und Einsichten hier verwirklichen. Man höre nur, wie in das weihevolle Halbdunkel am Beginn des zweiten Satzes der Pianist plötzlich das Rembrandt-Licht hereinbrechen läßt, um zu erahnen, mit welcher Inbrunst man hier bemüht war, in Beethovens Gedankenwelt einzudringen. Das Finale schließlich, ein typischer Beethoven-Satz, wird zum humorvollen Kehraus eines unvergänglichen Konzertes und einer unvergänglichen Interpretation. Die Aufnahme ist, auch das sei gesagt, seit ihrem ersten Erscheinen 1952 nie aus den internationalen Katalogen verschwunden.


    Ich besitze mindestens zwei Dutzend Aufnahmen dieses Konzertes, und darunter befinden sich so hochkarätige wie Kempff/Leitner (DGG), Gilels/Szell (EMI), Arrau/Haitink und Casadesus/Rosbaud (beide Philips), und auch das Feuerwerk eines Horowitz mit Fritz Reiner (RCA) zählt dazu, aber IMO kommt keine an dieses einmalige Dokument der Zusammenarbeit zweier großer alter Männer heran, die hier einer ganzen Musikepoche, die vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die Zeit nach dem verheerenden Zweiten Weltkrieg reicht, ein unwiederbringliches Denkmal gesetzt haben, Beethoven zu Ehren und uns zur Freude.


    LG Nemorino

    Inzwischen habe ich die CD mit Perlman/Zukerman (DGG) erhalten und konnte sie mit der im ersten Eintrag gezeigten von Oistrach Vater & Sohn (EMI) vergleichen.


    Was die DGG-Aufnahme an technischer Brillanz aufzubieten hat, kann die alte Oistrach-Einspielung von 1971 natürlich nicht vermitteln, obwohl sie klanglich durchaus wohlgelungen ist. Doch künstlerisch würde ich sie nach wie vor vorziehen. Die beiden russischen Künstler sind m.E. besser aufeinander abgestimmt und spielen mit mehr Beseelung. Spieltechnisch gibt es nirgendwo etwas zu mäkeln, es sind sämtlich Künstler von hohem Rang am Werke. Die Spielzeiten sind übrigens fast identisch. Im 2. Satz sind die Oistrachs ein wenig rascher unterwegs, dafür nehmen Perlman/Zukerman das Final-Menuett eine Minute flotter. Im Kopfsatz ist die Zeitdifferenz minimal.


    Positiv habe ich vermerkt, daß die DGG-Ausgabe nicht nur die beiden Geiger nennt, sondern gerechterweise auch den Solo-Oboisten Chaim Jouval und den Solo-Cellisten Marcel Bergman nicht unterschlägt. Beide haben wichtige Aufgaben zu erfüllen, insbesondere im langsamen zweiten Satz.


    Ich bin froh, jetzt eine schöne Alternative zu den beiden Oistrachs zu besitzen.


    LG Nemorino

    Deine Vermutung ist nicht ganz richtig, es muß da wohl mehrere Ausführungen betr. Titelcover geben.

    Lieber chrissy,


    ja, es gibt mehrere Ausführungen, sogar etliche auf CD, die auch einige Ausführende nennen, die sind aber alle erst nach 1985 erschienen, z.B. diese:

    die interessanterweise von den Protagonisten nur Gwyneth Jones nennt, dazu noch Edith Mathis (Marzellline) und Theo Adam (Pizarro), während James King als Florestan offenbar vergessen wurde.


    Aber das von mir gezeigte Original verschweigt die gesamte Besetzung, wie auch eine weitere Luxus-Ausgabe, die so aussah:

    Ludwig van Beethoven : Fidelio [Vinyl, 3-LP-Box-Set, 643 614/616].

    und ebenfalls nur den Dirigenten sowie das Orchester der Nennung für würdig befindet.


    Bei der von Dir gezeigten Ausgabe handelt es sich wohl um die Edition von VEB Deutsche Schallplatten, Berlin, die die Aufnahme in Co-Produktion mit der DGG realisiert hat.


    Nur die Billig-Ausgabe im Rahmen der CD-Reihe "Beethoven Masterpieces" hält es für nötig, sämtliche Darsteller auf der Titelseite zu vermerken:

    Fidelio (Gesamtaufnahme)

    Die Marketing-Abteilungen der Plattengesellschaften gehen oft seltsame Wege.


    LG Nemorino

    Da werfe ich doch gleich einmal meine "Jahrhundert-Oper" in den Ring:

    Verdi: Il Trovatore (Gesamtaufnahme(ital.))

    Eine Mono-Produktion aus den Jahr 1952, aber was für eine!


    Für mich ist sie die "Ideal-Interpretation" dieses Reißers schlechthin: Das fängt schon mit dem bei uns relativ unbekannten Dirigenten, Renato Cellini, an, der die ständig pulsierende Kraft dieser Musik souverän zum Klingen bringt, und es endet mit einem schieren "Elementarereignis" von vier gleichermaßen kostbaren und unvergleichlich harmonierenden Stimmen, die praktisch (für mich) die Quintessenz ihrer Rollen repräsentieren: Zinka Milanov mit ihrem warmen, samtigen Sopran, dessen Leuchtkraft zwischen vollblütiger Höhe und kaum weniger ausladender Tiefe einzigartig war, und dazu noch die engelgleiche Reinheit ihrer Pianissimo-Spitzentöne, die so richtig unter die Haut gehen, dann der glühende, dunkel timbrierte Luna von Leonard Warren, Fedora Barbieris leidenschaftliche, archaische Azucena, und, last but not least, Jussi Björling als sieghafter, schwärmerischer Manrico, der das hohe C der Stretta so mühelos und trotzdem lupenrein herausschmettert, daß er damit seine italienischen Kollegen glatt auf die Plätze verweist. "Den Trobadour zu besetzen, ist überhaupt nicht schwierig: Man nimmt einfach die vier besten Sänger der Welt!", hat Enrico Caruso einmal geäußert. Hier ist seine Forderung in unwiederholbarer Weise erfüllt worden.

    Und, das sei zum Schluß auch noch gesagt, trotz MONO klingt die alte Aufnahme erstaunlich gut!


    LG Nemorino

    Gwyneth Jones (Leonore) und James King (Florestan) in den Hauptrollen erwiesen sich mit den Jahren für mich als ärgerliche Fehlbesetzungen.

    Lieber Rüdiger,


    ich kann Dir nur beipflichten! Mit großer Erwartung habe ich mir seinerzeit die LP-Kassette des FIDELIO unter Karl Böhm gekauft, allerdings, das sage ich freimütig, hauptsächlich des Dirigenten wegen. Böhm galt und gilt für mich als Kapazität in Sachen Wiener Klassik.


    Beethoven Edition, Vol. 10: Fidelio [Vinyl Schallplatte] [3 LP Box-Set]

    Umso größer war die Enttäuschung, nicht über Böhm, auch nicht über die Dresdner Staatskapelle, sondern über die Besetzung der Hauptrollen. Vor allem ist Gwyneth Jones als Leonore eine totale Fehlbesetzung, sie hält keinen Vergleich zu meinem Lieblings-Fidelio Christa Ludwig (Klemperer, EMI) aus, aber auch gegen Leonie Rysanek (Fricsay, DGG) und Martha Mödl (Furtwängler, EMI) hat sie keine Chance. Auch James King ist für mich enttäuschend, er kommt noch nicht einmal die Nähe des Kanadiers Jon Vickers (Klemperer und Karajan, beide EMI), noch kann er gegen den etwas leichtgewichtigen Ernst Haefliger (bei Fricsay) bestehen, der seine mangelnde Stimmkraft aber durch kluge und einfühlsame Gestaltung wettmacht. Von den Hauptrollen ist m.E. nur Rocco mit Franz Crass optimal besetzt, im übrigen glänzen vor allem die Sänger der Nebenrollen: Martti Talvela als gütiger, aber stimmgewaltiger Minister, Edith Mathis als reizvolle, jugendliche Marzelline und Peter Schreier in der kleinen Partie des Jaquino, während Theo Adam ganz einfach die Bösartigkeit abgeht, die zur Rolle des Pizarro nun einmal gehört.


    Kurz und gut, ein insgesamt wenig geglückter Fidelio. Schade für den überzeugend gestaltenden Dirigenten, aber diese Oper lebt ja nicht allein vom Orchester, sondern muß vor allem von den Hauptfiguren belebt und getragen werden. Ob man es dewegen versäumt hat, das Sängerensemble auf dem Titelcover zu erwähnen?


    LG Nemorino

    Viele der bedeutendsten Aufnahmen von Maurizio Pollini sind hier schon genannt und gewürdigt worden.

    Wenn ich mich bei meinem "Schnelldurchlauf" soeben nicht getäuscht habe, so ist eine CD, die ich ganz besonders schätze, bisher hier noch nicht erwähnt worden:

    Die Aufnahmen entstanden im Juni 2001 im Herkules-Saal der Münchner Residenz.

    Neben einer feurigen "Kreisleriana", die den damals 60jährigen Pianisten auf der Höhe seiner Kunst zeigt, sind es vor allem die selten zu hörenden "Gesänge der Frühe" op. 133, die mir diese CD so besonders lieb und teuer macht.

    Es handelt sich dabei um eine letzte, erschütternde Botschaft des kranken Komponisten. "Es sind Stücke", schreibt Schumann an seinen Verleger, "die die Empfindungen beim Herannahen und Wachsen des Morgens schildern, aber mehr aus Gefühlsausdruck als Malerei."

    Der Komponist hat sie der "sehr hohen Dichterin Bettina" gewidmet, aber Schumann, an der Schwelle des Wahnsinns und in seinem innersten Gefühl schon über sie hinaus, hat ihnen noch eine andere Überschrift gegeben: An Diotima - heimliche Widmung an die Heldin des wahnsinnigen Hölderlin.

    Die "Gesänge der Frühe" sind Schumanns Abschied von der Musik. Schon die schweren, ruhigen Akkorde des Anfangs entfalten sich wie eine Legende. Über alle Inspiration und alle Stile hinweg erleben wir, von einem Stück zum anderen sich steigernd, die Befreiung eines geläuterten Genies zu einer letzten Heiterkeit und Gelassenheit. Ich kann dieses leider sehr vernachlässigte Werk nicht ohne tiefe innere Bewegung hören.


    Erstaunlich ist, daß die meisten großen Pianisten, selbst die legendären Schumann-Interpreten Wilhelm Kempff und Claudio Abbado, dieses musikalische Vermächtnis des Meisters unbeachtet gelassen haben. Zumindest existieren keine Aufnahmen. Umso mehr ist es zu schätzen, daß sich Maurizio Pollini dieser Stücke angenommen und uns eine reine, zu Herzen gehende Auslegung vorgelegt hat, die nach meinem Empfinden zum Schönsten gehört, was Pollini zu Schumann zu sagen hatte.


    LG Nemorino

    Klassik war problematisch, wegen der Spieldauer. Man kürzte Stücke einfach, oder /und spielte sie schneller.

    Lieber Alfred,


    vor allem letzteres fand ich immer ganz schrecklich! Ich erinnere mich noch an manche Schellackplatte meines Vaters, wo man aus Gründen der "Unterbringung" ein geradezu mörderisches Tempo vorlegte, damit nur ja das ganze Stück auf eine Seite kam. Es hörte sich schauerlich an.


    Im Zusammenhang mit Norman Lebrechts Buch "Ausgespielt" möchte ich hier noch ein anderes Buch empfehlen, das ebenfalls tiefe Einblicke in die Produktionsmethoden und die sonstigen Hintergründe von Plattenaufnahmen gibt:

    Es ist eine Art Biographie von Suvi Raj Grubb, einem Inder, der seinerzeit (in den 1960er Jahren) beim EMI-Konzern die Nachfolge des legendären Walter Legge als Klassikproduzent angetreten hat. Er plaudert hier sehr interessant und aufschlußreich, mit einer guten Portion Humor, über Künstler, Tontechniker, Intrigen und Kollegen, über Probleme bei den Aufnahmen, seien sie technischer Art oder mit Ärger über die ausführenden Künstler verbunden. Der Titel des Buches stammt - unfreiwillig - von Otto Klemperer, der, als er den für ihn fast unaussprechlichen Namen des neuen Produzenten hörte, spontan die Frage stellte: KANN DER PARTITUR LESEN?

    Mit "Old Klemp" hatte Grubb zunächst erhebliche Probleme, Klemperer wollte gar nicht mit ihm arbeiten und bekam Wutausbrüche. Doch irgendwann war das Eis gebrochen, und die beiden haben noch einige Aufnahmen miteinander realisiert, z.B. die Klavierkonzerte von Schumann und Nr. 1 von Liszt (mit Annie Fischer), Schumanns Sinfonie Nr. 3 "Rheinische" und die "Faust"-Ouvertüre.


    Suvi Raj Grubb war übrigens auch der Produzent von Klemperers legendärer "DON GIOVANNI"-Aufnahme aus dem Jahr 1966, die Dr. Pingel - nicht zu Unrecht - zu den 100 bedeutendsten Schallplattenaufnahmen der Taminos gekürt hat.


    LG Nemorino

    Hallo Lustein,


    das ist eigentlich recht einfach, aber es ist - zumindest schriftlich - schwer zu erklären.

    Du gehst entweder zu jpc oder Amazon, rufst die gewünschte CD auf und markierst dann die Best.-Nr. (bei jpc) oder die ASIN (bei Amazon) blau. Dann gehst Du zurück ins Tamino-Forum, rufst aus der obigen blauen Leiste entweder den Pfeil (zweiter von rechts, für jpc) oder das kleine 'a' (dritter von rechts) auf und schreibst zwischen die Klammern die Bestellnummer bzw. die ASIN, und schon hast Du das Bild. Das klappt allerdings nicht immer, weil manche (vor allem bei amazon) Aufnahmen nicht mehr 'in' sind, dann bekommst Du nur einen winzigen Punkt "geliefert". Du kannst in solchen Fällen aber das Cover mit der rechten Maustaste anklicken, klickst dann auf "kopieren" und überträgst es so ins Forum. Hört sich kompliziert an, ist aber ganz simpel. Viel Glück!


    Ich habe übrigens die von Dir favorisierte "Walküre" noch in der Original-CD-Ausgabe von EMI:

    Das ist in der Tat eine "Jahrhundertaufnahme" und gehört unbedingt in diese Rubrik.


    LG Nemorino

    Zu dem Vielen Ungehörten meiner CD-Stapel gehört auch diese Aufnahme

    Lieber Holger,


    hast Du den Ashkenazy inzwischen hören können? Ich kenne diese Aufnahme nicht.


    Trotz Gulda, Brendel und Richter landet bei mir fast immer diese Scheibe im CD-Spieler, wenn ich die Diabelli-Variationen hören möchte:

    Rudolf Serkin (Aufnahme: 1955, Mono).

    Trotz der Monotechnik eine saubere, gut klingende Version. Und Serkin erweist sich wieder als großartiger Beethoven-Interpret.


    LG Nemorino

    BEETHOVEN: Streichquartett Nr. 13 B-dur, op. 130


    Der Schriftsteller Horst Bienek, geboren am 7. Mai 1930 in Gleiwitz O/S, hat diesem Quartett im vierten Band seiner Gleiwitz-Tetralogie "Erde und Feuer" ein unvergängliches Denkmal gesetzt:


    Gleiwitz, 23. Januar 1945 (heute vor 75 Jahren):

    Die Rote Armee hat Oberschlesien erreicht, steht vor der Stadt und schießt mit schwerem Geschützfeuer ins Zentrum. Die Bevölkerung bereitet sich auf die Flucht vor, viele haben die Stadt bereits verlassen. Die Heldin des Romans, die Klavierlehrerin Valeska Piontek, will in zwei Stunden sich ebenfalls einem Treck anschließen, der über Ratibor nach Breslau und von dort weiter nach Westen führen soll, in eine ungewisse Zukunft. Vorher will sie sich aber noch von einem Nachbarn, Herrn Apitt, verabschieden, der, alt und allein, in seiner Heimatstadt zurückbleiben möchte, komme was da wolle.

    Schweigend vor Hilflosigkeit sitzen sich Frau Piontek und Herr Apitt gegenüber.

    "Apitt atmete schwer. Er stand auf und ging zum Grammophon, setzte sich, hielt eine Schallplatte in der Hand und starrte auf die schwarze Scheibe (…) Da begann die Musik, die Cavatina aus opus 130, und brachte sie beide zum Schweigen, dunkelte das Zimmer ein, löschte das Feuer ihrer Sehnsüchte und Erinnerungen, setzte sie aus in eine zeitlose Zeit. Sie lauschten und waren eingefangen wie in einem Traum, nein, wie in einem Leben.

    Sie wußten nicht, wieviel Zeit vergangen war, nachdem die Musik geendet hatte, als Apitt mit leiser Stimme sagte: Stellen Sie sich vor, Beethoven war bereits völlig taub, als er dieses Stück schrieb, er hat keine Aufführung mehr gehört … Ich habe gedacht, ich muß das wieder und immer wieder hören, um hinter das Geheimnis zu kommen, aber jetzt weiß ich, man kann sich diesem Geheimnis nur nähern, man wird es niemals ergründen. Man kann sich Gott nur nähern. Das ist alles. Musik ist das Höchste. Sie ist das Abbild des ganzen Willens, wie die Welt selbst es ist. Deshalb eben ist die Wirkung der Musik so sehr viel mächtiger und eindringlicher als die der anderen Künste: denn diese reden nur vom Schatten, die Musik aber vom Wesen. Ich habe Schubert so oft gehört, aber beim späten Beethoven habe ich begriffen, daß die vollkommene Musik die Welt ist und die Welt ist verkörperte Musik (…) … in diesem Streichquartett steckt mein Leben, steckt das Leben eines jeden Menschen, der es richtig zu hören versteht … und da steckt auch mein Tod drin … "


    Nachdem ich das gelesen hatte, habe ich mir spontan die obige CD gekauft und wieder und wieder gehört, obwohl ich ansonsten wenig Kammermusik höre. Doch dieses Quartett hat mich nie mehr losgelassen, bis heute nicht!

    Und wenn ich nur eine Beethoven-Aufnahme auf die imaginäre Insel mitnehmen dürfte, so müßte es diese sein ….

    Inzwischen habe und kenne ich weitere Aufnahmen von Op. 130, aber mit dem ABQ habe ich es kennen- und liebengelernt. Es ist ein berauschendes, elegantes Spiel, es geht in die Tiefe und ergreift den Hörer. Ich weiß nicht, welche Aufnahme der Herr Apitt seiner Nachbarin damals vorgespielt hat, aber auch heute, am 75. Jahrestag des Einmarsches der Russen in Gleiwitz, werde ich das Opus 130 wieder hören und versuchen, mich in die Gefühle und Ängste der Menschen von damals zu versetzen.


    LG Nemorino





    stimmst Du mir zu, daß Verdi in vielen seiner Opern ganz hervorragende, großartige Tenor - Arien komponiert hat?

    Lieber chrissy,


    natürlich stimme ich Dir zu, darunter sind ja etliche regelrechte "Gassenhauer", wie z.B. "La donna è mobile" oder die "Stretta".


    Doch nicht nur die Tenöre, auch die übrigen Stimmlagen hat Verdi mit ausreichend "Material" versorgt. Ob Soprane, Baritone oder Bässe, alle sind von ihm in überreichem Maße bedacht worden, sogar die Altstimme hat er nicht vergessen (z.B. Ulrica, Azucena, Amneris).


    LG Nemorino

    Was ich aber behaupte, ist, daß dies wohl kaum mit der Realität übereinstimmt -

    Teilweise lügen die Leute ja.

    Sich in einer Umfrage als Klassikhörer zu outen oder sie wirklich zu Hören , bzw zu kaufen - das sind zwei Paar Schuhe.

    Lieber Alfred,


    ich selbe habe ja meine Zweifel an dieser Statistik geäußert:

    Wie aussagekräftig eine solche Umfrage ist, vermag ich allerdings nicht einzuschätzen.

    Doch selbst wenn wir voraussetzen, daß die Hälfte der "Klassik-Hörer" gelogen hätte, so bliebe doch noch ein recht beachtlicher Anteil übrig.


    LG nach Wien,

    Nemorino

    Hoffentlich hattes du deinen Spass !

    Lieber Fiesco,


    …. also ganz ehrlich gesagt, mein erster Gedanke, als ich Deinen #261 las, war, meint der das jetzt wirklich ernst?


    Doch jetzt will ich mal ganz ernst bleiben: Wie kommst Du nur auf den Gedanken, daß ich mit meinem Beitrag 259 Cecilia Bartoli oder gar Dich beleidigen wollte? Erstens einmal habe ich durch den gesetzten Smiley ausgedrückt, daß es nicht ernst gemeint, sondern ein Spaß sein sollte, aber nicht auf Deine Kosten und auch nicht auf Kosten der Künstlerin, sondern allein und ausschließlich auf Kosten des unsäglichen Designers! Oder findest Du dieses Foto etwa schön, oder einer Frau Bartoli angemessen? Ich möchte jedenfalls diesem Mann (oder ist es eine Frau?*) auf dem Bild nicht im Dunkeln begegnen. Wie kann man nur so etwas machen? Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß Frau Bartoli dafür verantwortlich ist. Einen solch obskuren Geschmack traue ich ihr echt nicht zu.

    Reinhard meint zwar, daß man der Sängerin wegen das Foto übersehen könnte, ich könnte es nicht! Übrigens, die von Reinhard genannten Cover von "Mission" und "Sacrificium" sind ähnlich daneben, wenn auch nicht ganz so schrecklich wie bei Farinelli.


    Sei mir bitte nicht böse, lieber Fiesco, aber ich konnte mir beim besten Willen nicht denken, mit diesem dummen Witz irgend jemand auf die Füße treten zu können. Ich würde mich wirklich gerne entschuldigen, aber in diesem Fall weiß ich nicht wofür?! Bei dem Werbefuzzi, der solche Bilder auf Klassik-Cover setzt, bestimmt nicht, den sollte man in die Marketingabteilung für Handgranaten und Tellerminen versetzen!


    Und damit das klar ist: Dieser Eintrag ist kein Fake!!


    Nichts für ungut, lieber Fiesco!

    Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag,

    LG Nemorino


    P.S.: Ich habe mir soeben das Farinelli-Foto nochmal genau angesehen - kann es sein, daß es tatsächlich die Bartoli ist?? Wenn ja, so ist es mir unbegreiflich, wie man sich so ablichten lassen kann?(.

    Nun habe ich soeben ganz vergessen, meine liebsten Verdi-Tenöre aufzuzählen.


    Zwei habe ich schon genannt, Bergonzi und Domingo, wobei ich ersteren noch bevorzuge.

    Dann, in lockerer Reihenfolge:


    Björling!! (alles, was er von Verdi gesungen hat)

    Ferruccio Tagliavini (z.B. in "Maskenball" und, vor allem, "Rigoletto")

    Alfredo Kraus (bes. in "Rigoletto" unter Solti und "La Traviata")

    Richard Tucker

    Jon Vickers (als "Otello", unter Serafin)


    LG Nemorino

    Ob das Ende der Klassik-Krise naht oder ob es überhaupt eine solche gibt, ist eine diskussionswürdige Frage.


    Interessant finde ich die regelmäßig stattfindende Umfrage im Internet von Clara Civey, in der die Klassik stets an zweiter Stelle rangiert. Auf die Frage "Welche Musik mögen sie am liebsten" nannten:


    38,7 % Rock- und Popmusik

    16,3 % Klassik

    9,0 % Heavy Metal

    8,8 % deutsche Schlager


    Der Rest fiel auf andere Sparten (alle unter 6 %). Die Zahlen sind übrigens seit mindestens einem Jahr ziemlich konstant (+/- 1 %). Wie aussagekräftig eine solche Umfrage ist, vermag ich allerdings nicht einzuschätzen. Immerhin klingt das alles nicht ganz hoffnungslos.


    LG Nemorino

    die Cover-Gestaltung diverser Bartoli-CDs ist auch für meine Begriffe gelinde gesagt suboptimal gelungen.

    Lieber Joseph II.,


    als Mitglied des Hochadels drückst Du das natürlich sehr vornehm aus:), aber das Cover der Farinelli-CD ist schlicht gesagt ein Desaster. Für mich ist das nichts anderes als ein abschreckendes Beispiel!


    LG Nemorino

    Mit meiner Meinung, er sei ein idealer Verdi-Tenor, stehe ich offenbar nicht alleine da.

    Lieber greghauser2002,


    das mag ja sein, aber ich habe da eine andere Meinung.

    Für mich ist er der einzige Schwachpunkt in einer ansonsten großartig besetzten Aufnahme:

    Da singt er die Titelrolle, für mich viel zu grobschlächtig und vor allem zu laut. Es handelt sich um eine originale DGG-Aufnahme von 1961, ich besitze sie mit einem anderen Cover. Der Dirigent, Gabriele Santini, scheint mit der Besetzung der Titelpartie keine glückliche Hand gehabt zu haben. In seiner früheren Aufnahme der Oper (EMI) von 1954 singt Mario Fillippeschi den Don Carlos, das ist IMO eine ähnliche Fehlbesetzung. Man höre sich stattdessen Carlo Bergonzi (Solti, Decca) oder Plácido Domingo (Giulini, EMI) an, so stelle ich mir den Titelhelden vor.

    Ich kenne Flaviano Labò noch aus einer anderen Einspielung:


    Ein Portrait der Manon (Scenes from Massenet: MANON & Puccini: MANON LESCAUT) [Vinyl Schallplatte] [2 LP Box-Set]

    Da singt er zwar keine Verdi-Rolle, sondern den Des Grieux in Massenets "Manon", da überzeugt er mich eher noch weniger.


    LG Nemorino

    ich dachte schon, das sei Conchita Wurst. Mal im Ernst, dieses Foto ausgerechnet für ein Album mit Kastratenarien zu wählen, scheint mir doch ein erheblicher Missgriff.

    B07G23614S.03._SS300_SCLZZZZZZZ_.jpg   

    …. und ich dachte, mein Gott, hat die Bartoli sich aber seit ihrem letzten Album verändert, und das nicht unbedingt zum Vorteil:D!


    LG Nemorino

    Diese Einspielung von Schuberts 4. Symphonie ist sicherlich ein großartiges Zeugnis des Könnens von Eduard van Beinum; man sollte ihn sicherlich nicht vergessen!

    Lieber Don_Gaiferos,


    vielen Dank für die Einstellung der 4. Schubert-Sinfonie unter Eduard van Beinum.


    Leider ist er den meisten Musikfreunden kein Begriff mehr, aus den bereits angeführten Gründen: die meisten seiner Aufnahmen sind noch Mono und fielen kurz darauf der Stereo-Erneuerung des Plattenrepertoires zum Opfer, und zweitens war er so eine Art "Statthalter" zwischen Mengelberg und Haitink. Gegen Mengelbergs Nimbus war schwer anzukommen, und nach 1958 hat Haitink das PHILIPS-Klassik-Repertoire über Jahrzehnte beherrscht, in der neuen Technik.


    Ich habe vor ein paar Monaten versucht, den van Beinum-Thread zu beleben, mit nur sehr mäßigem Erfolg. Aber, wie gesagt, daraus kann man niemand einen Vorwurf machen, er ist - in viel stärkerem Ausmaß noch wie Fricsay - zwischen alle Stühle gefallen.


    LG Nemorino