Beiträge von Carlo

    Liebe Taminos,



    die demnächst bei SONY erscheinende Box mit 31 CDs "Birgit Nilsson - The Great Live Recordings" (Beitrag Nr. 42) enthält folgende Aufnahmen:



    "Herzog Blaubarts Burg" mit Bernhard Sönnerstedt (in deutscher Sprache) / Ferenc Fricsay / Stockholm 1953


    "Fidelio" mit Helen Donath, Ludovic Spiess, Theo Adam, Franz Crass, Peter Schreier, Siegfried Vogel / Leonard Bernstein / RAI Rom 1970


    "Turandot" mit Anna Moffo, Franco Corelli, Bonaldo Giaiotti, Frank Guarrera, Alessio De Paolis / Leopold Stokowski / New York 1961


    "Salome" mit Irene Dalis, Marcia Baldwin, Karl Liebl, Walter Cassel, George Shirley / Karl Böhm / New York 1965


    "Elektra" mit Leonie Rysanek, Regina Resnik, Gerd Nienstedt, Fritz Uhl / Karl Böhm / Montreal 1967


    "Elektra" mit Leonie Rysanek, Jean Madeira, Thomas Stewart, Robert Nagy / Karl Böhm / New York 1971


    "Die Frau ohne Schatten" mit Ingrid Bjoner, Astrid Varnay, James King, Dietrich Fischer-Dieskau, Karl Christian Kohn / Wolfgang Sawallisch / München 1976


    "Lohengrin" mit Astrid Varnay, Wolfgang Windgassen, Hermann Uhde, Theo Adam , Dietrich Fischer-Dieskau / Eugen Jochum / Bayreuth 1954


    "Tristan und Isolde" mit Grace Hoffman, Wolfgang Windgassen, Hans Hotter, Arnold van Mill / Wolfgang Sawallisch / Bayreuth 1957


    "Tristan und Isolde" mit Ruth Hesse, Jess Thomas, Otto Wiener, Martti Talvela / Karl Böhm / Wien 1967


    "Tristan und Isolde" mit Ruth Hesse, Jon Vickers, Walter Berry, Bengt Rundgren / Karl Böhm / Orange 1973


    "Die Walküre" mit Régine Crespin, Josephine Veasey, Jon Vickers, Theo Adam, Martti Talvela / Herbert von Karajan / New York 1969


    "Die Walküre" (1. Akt, 3.Szene) mit Ramón Vinay, Josef Greindl / Hans Knappertsbusch / Bayreuth 1957


    "Siegfried" (3. Akt, 3. Szene) mit Wolfgang Windgassen / Otmar Suitner / Bayreuth 1967


    Arien aus Wagner-Opern / Diverse Dirigenten / Stockholm 1953 und 1968 - Sydney 1973



    Viele Grüße


    Carlo

    Hallo, wega!


    Bei Deiner Aufnahme von Poulencs "Gespräche der Karmeliterinnen" dürfte es sich um den Mitschnitt aus der Wiener Staatsoper vom 8. 11. 1961 handeln, mit Anneliese Rothenberger als Schwester Konstanze. Die Hauptrolle der Blanche sang Emmy Loose (in der Premiere am 14. 2. 1959 war das noch Irmgard Seefried). Weitere Sänger waren u. a. 1961: Elisabeth Höngen (Alte Priorin) / Hilde Zadek (Neue Priorin) / Christel Goltz (Mutter Maria) / Rosette Anday (Mutter Johanna) / Margareta Sjöstedt (Schwester Mathilde) / Rudolf Knoll (1959: Alfred Poell) - Marquis de la Force / Murray Dickie (1959: Ivo Zidek) - Chevalier de la Force / László Szemere (1959: Anton Dermota) - Der Beichtvater / Harald Pröglhöf (1959: Carlo Schmidt) - Der Arzt Javelinot / Der Dirigent war 1961 Berislav Klobucar (1959: Heinrich Hollreiser) und Margherita Wallmann wiederholte ihre Regie der Uraufführung von 1957 an der Mailänder Scala. Der Mitschnitt ist 2005 bei der niederländischen CD-Firma 'Mitridate' erschienen.


    Stravinskiis "The Rake's Progress" wurde am 14. 3. 1965 an der Wiener Staatsoper von Otto Schenk inszeniert - der Dirigent war Oscar Danon. Das Werk wurde nur viermal (!) aufgeführt. Die Besetzung: Trulove - Frederick Guthrie / Ann Trulove - Anneliese Rothenberger / Tom Rakewell - Waldemar Kmentt / Nick Shadow - Eberhard Waechter / Die Türkenbab - Vera Little (alternativ: Hilde Rössel-Majdan) / Mutter Goose - Hilde Konetzni / Der Auktionator - Herbert Prikopa (alternativ: Herold Kraus) / Ein Irrenhauswärter - Herbert Lackner. In der letzten Vorstellung am 4. 6. 1965 sang Lucia Popp die Ann Trulove. Meines Wissens sang Anneliese Rothenberger diese Rolle nie wieder.


    Heinrich Sutermeister komponierte seine Oper "Madame Bovary" nach Gustave Flauberts berühmten Roman (mit eigenem Libretto) speziell für Anneliese Rothenberger als Maria Bovary. Bei der Uraufführung am 27. 5. 1967 in Zürich wurde das Werk recht zwiespältig aufgenommen. Es wirkten u. a. ferner mit: Charles Bovary - Manfred Schenk / Rudolf Boulanger - Harald Serafin / Der Modehändler L'Heureux - Nigel Douglas / Die Magd Félicité - Ruth Rohner / Der Präfekt - Fritz Peter / Der Arzt - René Rohr / Die Schwester Lehrmeisterin - Erika Wien / Der blinde Drehorgelspieler - Ralph Telasko. Am Pult des Tonhalle-Orchesters stand Reinhard Peters - der Regisseur war Michael Hampe. (Die Rolle des Studenten Léon war gestrichen worden und die Titelheldin wurde von 'Emma' zu 'Maria' umbenannt.) Ob es von dieser Aufführung einen Mitschnitt gibt, weiß ich nicht.


    Viele Grüße


    Carlo

    Liebe Taminos,


    apropos "Penelope" (Beitrag Nr.52): Im Birgit-Nilsson-Thread habe ich vor einigen Tagen auf die Gesamtaufnahme des NDR der "Penelope" hingewiesen, in der Anneliese Rothenberger ihre Partie des Telemachos aus der Salzburger Uraufführung wiederholte. Birgit Nilsson sang die Titelrolle, Hans Rosbaud war der Dirigent und meines Wissens wirkten noch Ernst Haefliger und Heinz Rehfuss mit. Kennt jemand diese Aufnahme?


    Anneliese Rothenbergers späterer - von vielen Klassik-Freunden missbilligter - Ruhm als 'TV-Primadonna' und 'Operetten-Diva der EMI' hat die Tatsache verdrängt, dass sie eine wohl ehrgeizige, aber auch fleißige und furchtlose Sängerin gewesen ist, die in vielen Opern der 'klassischen Moderne' eingesetzt wurde. So hat sie - besonders in ihren Anfangsjahren - in teilweise Ur- und (deutschen) Erstaufführungen mitgewirkt, wie z. B.: "Der Zauberlehrling" (Braunfels), "Die Bettleroper" (Britten), "Die Zaubergeige" (Egk), "Der Prozess" (von Einem), "Trotz wider Trotz" (Grüber), "Das Ende einer Welt" (Henze), "Mathis der Maler" (Hindemith), "Angelique" (Ibert), "Penelope" und "Die Schule der Frauen" (beide von Liebermann), "Das Telefon" (Menotti), "Die Gespräche der Karmeliterinnen" (Poulenc), "Die spanische Stunde" (Ravel), "The Rake' s Progress" (Stravinskii), "Madame Bovary" (Sutermeister) und natürlich Bergs "Lulu", die sie in Hamburg, München, Montreal und New York gesungen hat. Und ja, sie hat alle drei Frauenrollen in "Hoffmanns Erzählungen" auch in den 50er Jahren in Hamburg interpretiert. (Beitrag Nr. 41)


    Neben ihren internationalen Opern-Auftritten in Rollen des Standard-Repertoires und zahlreichen Konzerten (hauptsächlich in den USA), hat sie viele Liederabend-Tourneen absolviert - auch in Nord- und Südamerika, in Fernost und in Russland. Und da sie auch eine ausgezeichnete Sprecherin war, wurde sie in ihren frühen Jahren vom NDR in Hörspielen beschäftigt und sie war sich nicht zu schade, gelegentlich Nachrichten oder Ansagen im Rundfunk zu verlesen. Sie war jung und brauchte das Geld...


    Viele Grüße


    Carlo

    Liebe Taminos,


    gestern Abend (NDR kultur / 20 Uhr / 180 Minuten) und heute Nachmittag (SWR 2 / 15 Uhr / 115 Minuten) gab es im Rundfunk zwei große Sendungen über Birgit Nilsson zu ihrem 100. Geburtstag.


    Das Portrait von Marek Kalina (NDR) stellte ihr Leben und ihre Kunst im Großen und Ganzen eindrucksvoll dar, aufgelockert durch Ausschnitte eines Interviews von 1989 vom Hessischen Rundfunk und durch Zitate aus ihrer Autobiographie von 1995. In den kurzen Interview-Sequenzen scheint immer ihre Schlitzohrigkeit und ihre entwaffnende Ehrlichkeit durch, aber auch ihr gesundes Selbstwertgefühl, wenn sie - angesprochen auf die ihr nachgesagte Geldbezogenheit - bekennt, dass sie keine übertrieben hohen Gagen gefordert habe, sondern innerhalb eines Ensembles nur stets die Höchstgage haben wollte. Leider wurden - abgesehen von zwei sehr schönen Orchester-Liedern von Ture Rangström - nur die allgemein zugänglichen Tondokumente von Birgit Nilsson gesendet. Frühe Aufnahmen (ausser dem "Lohengrin" in Bayreuth 1954) wurden nicht berücksichtigt; dabei hätte ein Gang in' s Tonarchiv des NDR - wo sie bereits 1953 Wagner-Szenen (unter Hans Schmidt-Isserstedt und Herbert Sandberg) und später Liebermanns "Penelope" (unter Hans Rosbaud) aufnahm - diese Hommage sicher bereichert.


    Wie alle ihre Sänger-Portraits kompetent und interessant gestaltet, war die Sendung von Hildburg Heider (SWR), die auch seltene Aufnahmen von Birgit Nilsson brachte. So z. B. als erstes Dokument ihrer Stimme eine Arie aus Franz Berwalds "Estrella de Soria" - gesungen im April 1947 trotz einer Scharlach-Erkrankung - oder ein kleines heiteres Lied ("Zwanzig Jahre" von Arkki Melartin). Grundlage für diese Sendung war ein Besuch der Autorin bei Birgit Nilsson in Schweden 2002, wo die Sängerin in geistiger Frische und der ihr eigenen Eloquenz ausführlich Auskunft gibt. Auch ihr Mann, der Tierarzt Bertil Niklasson, kommt zu Wort - und rühmt ihre Kochkünste! Für das 'Regietheater' findet sie deutliche, ablehnende Worte und bei 'HvK' vergreift sie sich sogar einmal im Ton. Birgit Nilsson erklärt auch, warum der nach ihr benannte Preis (im Oktober 2018 erhält ihn Nina Stemme) mit einer Million Dollar so hoch dotiert ist und nur an bereits arrivierte Künstler geht: "Damit man über ihn redet!" (In der Sendung ist auch der aus Wien stammende Präsident der Birgit-Nilsson-Stiftung, Rutbert Reisch, zu hören.) Dieses Portrait ist streng chronologisch gestaltet und durch die zahlreichen Kommentare der Nilsson sehr aufschlussreich. Die Sendung ist im Internet für eine Woche nachhörbar unter SWR2.de "Zur Person: Birgit Nilsson".


    Zum Schluss von mir ein kleines Ratespiel für Nilsson-Fans: Am 20. 6. 1956 sang sie im Wiener Musikverein die Dalila an der Seite von Set Svanholm als Samson. Ihre Partner waren Wilma Lipp, Grace Hoffman, Sonja Draksler, Walter Berry und Otto Wiener. Josef Krips leitete den Wiener Singverein und die Wiener Symphoniker. Das Konzert wurde im Rundfunk übertragen; ein Tonband befindet sich im Archiv der Wiener Symphoniker. Frage: Um welches Werk handelt es sich?


    Viele Grüße!


    Carlo


    P. S. Danke, Rheingold1876, für Deine Antwort ! (Beitrag Nr. 54)

    Liebe Taminos,


    hier nun die Angaben zu den Tonaufnahmen mit Isabel Strauss:


    "Tiefland" (d' Albert) Da diese Aufnahme der Firma Eurodisc das Tonband der Filmaufnahme vom April 1963 ist, sind nähere Angaben dazu meinem Beitrag Nr. 14, der die Film- und Fernsehdokumente mit Isabel Strauss auflistet, zu entnehmen. (Das Beilageheft zu der Schallplattenkassette vom Herbst 1963 enthält zahlreiche Szenenfotos und machte neugierig auf den Film, der erst im Januar 1964 gesendet wurde.)


    "Fidelio" (Beethoven) Don Fernando - Fridolin Mosbacher / Don Pizarro - Gottfried Fehr / Florestan - Theodor Bitzos / Leonore - Isabel Strauss / Rocco - Richard Bedel / Marzelline - Helga Kosta / Jaquino - Albert Kunz / Zwei Gefangene - Erich Fischhof und Karlis Bauers / Der Chor des Stadttheaters Bern und der Theater-Verstärkungschor - Chorltg.: Fritz Janota / Das Berner Stadtorchester - Dirigent: Robert F. Denzler / Inszenierung: Stephan Beinl / Ein Tonband der Aufführung vom 21. 9. 1957 befand sich im Nachlass der bekannten deutsch-schweizerischen Sängerin Helga Kosta (1920 - 2014).


    "Fidelio" (Beethoven) Don Fernando - Franz Crass / Don Pizarro - Hermann Uhde / Florestan - Herbert Schachtschneider / Leonore - Isabel Strauss / Rocco - Gerd Nienstedt / Marzelline - Edith Mathis / Jaquino - Manfred Schmidt / Der Chor der Bühnen der Stadt Köln (Opernhaus) - Chorltg: Hans Wolfgang Schmitz / Das Gürzenich-Orchester der Stadt Köln - Dirigent: Wolfgang Sawallisch / Inszenierung: Oscar Fritz Schuh / Wenn man Gerüchten glauben darf, wurde die Premiere dieser Oper (22. 10. 1961) zu Dokumentationszwecken intern mitgeschnitten. Vielleicht taucht die Aufnahme eines Tages auf, wie z. B. die Mitschnitte von "Don Giovanni" (1960) und "Rheingold" (1963) aus der Kölner Oper - beide unter Wolfgang Sawallisch - und das waren keine Rundfunk-Aufnahmen. (Isabel Strauss trat mit diesem "Fidelio" ihr Engagement in Köln offiziell an, nachdem sie dort bereits im Mai 1961 als Leonora in einer Neuinszenierung von "Die Macht des Schicksals" debütiert hatte.)


    "Wozzeck" (Berg) Die Tonaufnahme zu der TV-Produktion des WDR entstand Ende Februar/Anfang März 1963 im Kölner Funkhaus (Aufnahmeltg.: Karl O. Koch) und wurde erst am 20. 12. 1965 im Mittelwellenprogramm des WDR (in mono) gesendet. Die TV-Sendung war kurz vorher - am 3. 10. 1965 - über den Bildschirm gegangen. (Nähere Angaben hierzu in meinem Beitrag Nr. 14.)


    "Wozzeck" (Berg) Wozzeck - Walter Berry / Marie - Isabel Strauss / Der Tambourmajor - Fritz Uhl / Andres - Richard van Vrooman / Der Hauptmann - Albert Weikenmeier / Der Doktor - Carl Dönch / Margret - Ingeborg Lasser / Der Narr - Gerard Dunan / Zwei Handwerksburschen - Walter Poduschka und Raymond Steffner / Choeurs, Maîtrise et Orchestre du Théâtre National de l' Opéra, Paris / Chorltg.: Jean Laforge / Dirigent: Pierre Boulez / Aufgenommen im Februar 1966 in der Salle de la Mutualité, Paris (Produzent: Thomas Z. Shepard) / Ende Januar und Anfang Februar 1966 dirigierte Pierre Boulez in Paris sechs Vorstellungen der Wiederaufnahme dieser Oper, die im November 1963 in einer Inszenierung von Jean-Louis Barrault (mit Heiner Horn und Helga Pilarczyk) unter seiner Leitung zum ersten Mal in Frankreich aufgeführt und von Publikum und Kritik gefeiert wurde. In der Wiederaufnahme von 1966 sangen alternierend Walter Berry und Toni Blankenheim (Wozzeck), Erika Wien (Marie), Fritz Uhl (Tambourmajor), Richard van Vrooman (Andres), Gerhard Stolze (Hauptmann), Carl Dönch (Doktor) und Ingeborg Lasser (Margret). Die Verpflichtung für die Schallplattenaufnahme verdankten Isabel Strauss und Albert Weikenmeier ohne Zweifel der Fernsehsendung des WDR von 1965, die auch in Frankreich zu sehen war. (Die Aufnahme der CBS wurde seinerzeit mit mehreren internationalen Preisen ausgezeichnet.) Einen Nachweis für Auftritte der Sopranistin in "Wozzeck" 1960 in Mexico-City (lt. Kutsch-Riemens) konnte ich bisher nicht finden.


    "Die Hochzeit des Figaro" (Mozart) Graf Almaviva - Gottfried Fehr / Gräfin - Isabel Strauss / Susanna - Helga Kosta / Figaro - Fridolin Mosbacher / Cherubino - Edith Oravez / Don Basilio - Albert Kunz / Doktor Bartolo - Richard Bedel / Marzelline - Melanie Geissler u. a. / Der Chor des Stadttheaters Bern - Chorltg.: Fritz Janota / Das Berner Stadtorchester - Dirigent: Robert F. Denzler / Im Nachlass von Helga Kosta befand sich auch dieser Tonband-Mitschnitt von 1959 - ein letztes Dokument des Bass-Baritons Fridolin Mosbacher, der im selben Jahr mit 37 Jahren in Bern den Freitod wählte.


    "Die schweigende Glocke" (Platen) Elvira - Isabel Strauss / Tonio - William Olvis / Der Priester - Herbert Brauer / Der Chor des Bayerischen Rundfunks - Chorltg.: Wolfgang Schubert / Die Regensburger Domspatzen - Ltg.: Hans Schrems / Das Sinfonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks - Dirigent: Hans Zanotelli / Eine Mono-Aufnahme des Bayerischen Rundfunks aus dem Jahre 1965. / Diese einaktige Oper von Horst Platen wurde im damaligen 'Nordischen Rundfunk' (Norag) 1926 in Hamburg uraufgeführt, als er dort als Programmdirektor fungierte. Eine Bühnenaufführung kann ich nicht nachweisen. Das (relativ handlungsarme und religiös verbrämte) Werk handelt - wie so viele andere Opern auch - von der unerfüllten Liebe zwischen zwei jungen Menschen, die im Tode vereint werden. (Die lyrisch angelegte Rolle der Elvira ist allerdings recht klein und wird von Isabel Strauss sehr gut interpretiert; im Mittelpunkt steht die Partie des Tonio, von William Olvis - von der Metropolitan Opera in New York - mit kompaktem, baritonalem Tenor gesungen und an Ernst Kozub erinnernd.)


    "Im Schatten des Berges" (Platen) Ob das Tonband zu dieser TV-Inszenierung von 1965 (siehe mein Beitrag Nr. 14) auch im Rundfunk gesendet wurde, weiß ich nicht. Die Musik dieser Oper von Horst Platen ist spätromantisch orientiert mit eindrucksvollen Tonballungen und sehr singbar. Allerdings muss man die Oper sehen, um den Handlungsablauf zu verstehen, da sich die Männerstimmen in dieser Mono-Aufnahme klanglich nicht sehr voneinander unterscheiden. Ich habe davon sowohl eine CD wie auch eine DVD. (Der 1964 in Bayern verstorbene Horst Platen arbeitete nach dem Zweiten Weltkrieg beim Bayerischen Rundfunk als Komponist für Hörspiele, teilweise unter dem Pseudonym 'Hermann Hiller'.)


    "Doktor Johannes Faust" (Reutter) Doktor Faust - Gottfried Fehr / Mephistopheles - Fridolin Mosbacher / Guter Geist - Isabel Strauss / Hans Wurst - Albert Kunz / Gretel - Lucia Wehr / Herzog von Parma - Fritz Peter / Herzogin von Parma - Chloe Owen / Der Berner Kammerchor und das Berner Stadtorchester unter der Leitung des Komponisten und Dirigenten Walter Furrer. Diese Oper von Hermann Reutter (1900 - 1985) aus dem Jahre 1936 variiert den Faust-Mythos und bringt Elemente des mittelalterlichen Hans-Wurst-Spiels in die personenreiche Handlung. Die Musik ist durchaus anhörbar und das Libretto von Ludwig Andersen (der auch den Text zur "Zaubergeige" von Werner Egk schrieb) eloquent und witzig - merkwürdig, dass das Werk so selten gespielt wird. Die Aufnahme von Radio Bern (vermutlich von 1958 und basierend auf der Neufassung der Oper von 1955) liegt mir in einer CD-Version vor - allerdings in sehr eingeschränkter Tonqualität. (Die mir genannten Besetzungsangaben sind leider unvollständig.)


    "Salome" (Strauss) Es hat nicht sollen sein: Für die Aufnahme dieser Oper im August 1963 in der Dresdner Lukaskirche war Isabel Strauss in der Titelrolle vorgesehen und wurde kurzfristig durch Christel Goltz ersetzt. Es war eine Co-Produktion der Kölner Electrola mit dem VEB Deutsche Schallplatten in Ost-Berlin, mit Aufnahme-Personal aus beiden deutschen Staaten. Die weiteren Sänger sind die Sopranistin (!) Siw Ericsdotter als Herodias, Helmut Melchert als Herodes, Ernst Gutstein als Jochanaan und Heinz Hoppe singt den Narraboth. Otmar Suitner dirigiert die Staatskapelle Dresden (das "Sächsische" wurde in der DDR unterschlagen). Die CDs stehen heute noch im Katalog der Firma Eterna/Edel Records. (Meines Wissens hat Isabel Strauss die "Salome" wohl nie gesungen und auch für die Partie der "Elektra" - lt. Kutsch/Riemens - finde ich keinen Beleg.)


    "Götterdämmerung" (Wagner) Siegfried - Karl Acher / Gunther - Günther Blanke / Hagen - Josef Greindl / Alberich - Paul Bicos / Brünnhilde - Isabel Strauss / Gutrune - Christel Patzschke / Waltraute - Elke Georg / Erste Norn - Johanna Görschler / Zweite Norn - Elke Georg / Dritte Norn - Christel Patzschke / Woglinde - Janice Harper / Wellgunde - Uta Trexler / Flosshilde - Doris Ziemer / Chor und Orchester des Oldenburgischen Staatstheaters - Dirigent: Fritz Janota / Es handelt sich um einen Privatmitschnitt der Premiere vom 15. 9. 1973 in annehmbarer Klangqualität, der sich in der Sammlung des im Dezember verstorbenen Manfred Krugmann befand; ich selbst habe die Aufnahme nur teilweise gehört. Was dieses Dokument so bestürzend macht: keine drei Monate später nahmen sich Isabel Strauss und Fritz Janota in einem Wald bei Kirchlindach in der Nähe von Bern mit Autoabgasen das Leben.


    Leider konnten alle meine Angaben nicht mehr in der wertvollen Magazin-Reihe "Stimmen, die um die Welt gingen..." - für die ich seit 2002 Beiträge verfasst habe - nicht mehr verwendet werden, da der Herausgeber Günter Walter auch im vergangenen Jahr verstorben ist. "Alles was ist, endet..."


    Viele Grüße und schöne Pfingst-Feiertage!


    Carlo

    Hallo, Taminos!


    Am 19. Mai sendet der 'NDR kultur' von 20.00 Uhr bis 23.00 unter dem Titel "Ein Leben für die Oper" ein Portrait von Marek Kalina zum 100. Geburtstag von Birgit Nilsson.


    Ich bin gespannt, ob in dieser Sendung auch etwas aus der Gesamtaufnahme von Rolf Liebermanns "Penelope" zu hören ist, die Birgit Nilsson 1955 für den NDR aufgenommen hat. Ihre Partner waren Anneliese Rothenberger und - glaube ich - Ernst Haefliger und Heinz Rehfuss. Leider weiß ich die komplette Besetzung nicht mehr; kennt da Jemand Genaueres?. (Der Dirigent war damals Hans Rosbaud, das weiß ich genau.) 'La Nilsson' hatte im März 1955 in Stockholm die schwedische Erstaufführung dieser Oper gesungen und der Monolog der Penelope ist - in schwedischer Sprache - als Mitschnitt eines Konzerts aus Stockholm vom April 1959 (unter Sixten Ehrling) auf CD erschienen.


    Viele Grüße!


    Carlo

    Liebe Taminos,


    die eben genannte "Tabarro"-Aufnahme veranlasste mich, mir wieder den Live-Mitschnitt einer Gala-Vorstellung aus Hagen vom 26. 12. 1997 anzuhören. Johan Botha sang den Cavaradossi in der "Tosca" und kehrte damit an eine seiner ersten Wirkungsstätten in Deutschland zurück. (Dieses Gastspiel war lange vorher ausverkauft - Karten waren nicht mehr zu bekommen.) Wohl animiert durch den Anlass, bringt Johan Botha eine nicht nur außerordentlich stimmschöne sondern auch ausdrucksmäßig eindrucksvolle Interpretation. Meines Wissens ist der schmerzlich vermisste Tenor in dieser Rolle - abgesehen von den beiden Arien des Cavaradossi - bisher nicht offiziell dokumentiert worden.


    Die 'hauseigenen' Sänger Daniela Nedialkova (Tosca) und Stefan Adam (Scarpia) wurden durch das Gastspiel des ehemaligen Hagener Ensemble-Mitglieds zu Höchstleistungen angespornt und hätten auch internationalen Maßstäben entsprochen. Der damalige Hagener 'General' Gerhard Markson stand am Pult; es war eine im besten Sinne traditionelle Inszenierung des Intendanten Peter Bisang - ich sah eine vorhergehende Repertoire-Aufführung. (Übrigens sang den Hirtenknaben ein gewisser 'Sabin Tambrea', der heute Schauspieler ist und noch vor einigen Tagen im TV in einem unsäglichen Spielfilm als König Ludwig II. von Bayern zu sehen war.)


    Grüße


    Carlo

    Liebe Taminos,


    heute schreibe ich über die visuellen Dokumente der Sängerin Isabel Strauss. Sie ist ja hauptsächlich durch den "Tiefland"-Fernsehfilm von 1963 (samt Schallplatten-Veröffentlichung) mit Deutschlands damals populärstem Tenor - Rudolf Schock - in Erinnerung geblieben. Drei weitere große TV-Produktionen ("Das Mädchen aus dem Goldenen Westen" - Bühnenmitschnitt von 1963 / "Wozzeck" - Ton von 1963, Bild von 1965 / "Im Schatten des Berges" - Bild und Ton von 1965) folgten. Diese Dokumente sind in klaren, nicht verwaschenen Bildern und natürlich in schwarz/weiß - Farbfernsehen gab es in der BRD erst ab August 1967 - und nur monophon (mit vorproduzierten Tonaufnahmen, sogenanntes Playback) erhalten geblieben. Sie sind so etwas wie ein 'Zeitspiegel' und es ist erkennbar, wie unverkrampft damals - ohne die oft überstrapazierten intellektuellen Deutungsweisen in den Bühnenaufführungen - versucht wurde, dem 'Durchschnittszuschauer' die Kunstform "Oper" nahe zu bringen. Da es auch nur zwei Fernsehprogramme gab, erreichte man einen viel größeren Zuschauerkreis als heute, wo im TV Opern nur in 'Nischen-Programmen' gesendet werden.


    Lt. meinen Unterlagen gab es folgende TV-Sendungen mit Isabel Strauss:


    "Tiefland" (d' Albert) Sebastiano - Gerd Feldhoff, Tommaso - Ivan Sardi, Moruccio - Ernst Krukowski, Marta - Isabel Strauss, Antonia - Alice Oelke, Pepa - Martha Musial, Rosalia - Margarete Klose, Nuri - Angelika Fischer, Pedro - Rudolf Schock, Nando - Karl-Ernst Mercker / RIAS-Kammerchor - Chorltg.: Günther Arndt / Berliner Symphoniker - Dirigent: Hans Zanotelli / Szenenbild: Karl Schneider / Kostüme: Gisela Appelt / Regie: Werner Kelch / Eine Co-Produktion der Accord-Film GmbH (Berlin) mit der Eurodisc Schallplatten GmbH (Gütersloh) im Auftrag des ZDF / Die Tonaufnahme entstand vom 7. bis 10. April 1963 in der Berliner Grunewaldkirche (Aufnahmeltg.: Fritz Ganss) mit anschließenden Dreharbeiten in den Studios der Accord-Film in Berlin. Das ZDF zeigte diesen Fernsehfilm erstmalig am 26. 1. 1964 mit einer Wiederholung am 19. 6. 1966. Die Schallplatten-Gesamtaufnahme (3 LPs) mit der zu Grunde liegenden Tonaufnahme erschien bereits im Herbst 1963 bei der Firma Eurodisc. (Ich habe diese Schallplatten und die TV-Sendung auf DVD. (Isabel Strauss ist eine berührende, verzweifelte Marta und Rudolf Schock macht durch Spielfreude wett, was ihm an 'Physique du rôle' fehlt. Die übrigen Sänger-Darsteller sind sehr glaubwürdig, allerdings ist die Nuri optisch deutlich zu 'erwachsen'.)


    "Wozzeck" (Berg) Wozzeck - Toni Blankenheim / Marie - Isabel Strauss / Der Tambourmajor - Hasso Eschert / Andres - Louis Devos / Der Hauptmann - Paul Kuen / L' Orchestre du Théâtre de la Monnaie, Bruxelles - Dirigent: André Vandernoot / Ausstattung und Inszenierung: Rudolf Küfner / TV-Regie: Jean-Marc Landier / Ausschnitte (40 Minuten) einer Bühnen-Aufführung, gesendet 1964 im Rahmen der TV-Serie 'Opéra, le mal aimé' der RTB (Radio-Télévision Belgique).


    "Wozzeck" (Berg) Wozzeck - Walter Berry / Marie - Isabel Strauss / Der Tambourmajor - Fritz Uhl / Andres - Alfred Vökt (Gerhard Unger) / Der Hauptmann - Albert Weikenmeier / Der Doktor - Karl Christian Kohn / Margret - Claudia Hellmann / Erster Handwerksbursch - Heiner Horn / Zweiter Handwerksbursch - Alfons Holte / Der Narr - Helmut Krebs / Ein Soldat - Richard van Vrooman / Mariens Knabe - Wilfried Müller / Kölner Kinderchor - Chorltg.: Hans-Günter Lenders / Kölner Rundfunkchor - Chorltg.: Herbert Schernus / Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester - Dirigent: Ferdinand Leitner / Szenenbild: Ekkehard Grübler / Kostüme: Brigitte Scholz / Regie: Hans Hartleb / Die Produktion wurde speziell für das Fernsehen geplant (im Playback-Verfahren mit Tonaufnahmen Ende Februar/Anfang März 1963) - allerdings konnten die TV-Aufnahmen erst im Juli 1965 im Düsseldorfer WDR-Studio vorgenommen werden. Da Gerhard Unger bei den Fernsehaufnahmen verhindert war, wurde der 'Andres' von dem Tenor Alfred Vökt (vom Opernhaus Dortmund) dargestellt. Diese "Wozzeck"-Verfilmung wurde in mehrere europäische Länder verkauft, aber im Deutschen Fernsehen nur einmal gezeigt (3. 10. 1965). Das Tonband wurde im Hörfunk des WDR am 20. 12. 1965 gesendet. Mir ist vor allem das intensive Spiel von Walter Berry - kaum wiederzuerkennen mit mittelblondem Stoppelhaar - und Isabel Strauss (die eine Blondine war, hier mit langen schwarzen Haaren) in Erinnerung geblieben. (Leider besitze ich von dieser TV-Sendung kein Video- oder Tonband.)


    "Im Schatten des Berges" (Horst Platen) Org, Gastwirt - Karl Christian Kohn / Rona, seine zweite Frau - Isabel Strauss / Berthel und Ev, Orgs Kinder aus 1. Ehe - Karlheinz Peters und Monika Dahlberg / Teuder, Sportlehrer - Fritz Uhl / Der schiefe Hein - Richard Holm / Nobus und Görres, Dörfler - Max Proebstl und Carl Hoppe / Der Hollerbub, Evs Freund - Friedrich Lenz / Kathrein, Witwe des Bergführers - Eva Maria Görgen / Chor und Sinfonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Wolfgang Schubert / Dirigent: Janos Kulka / Szenenbild: Wolfgang Hundhammer / Kostüme: Charlotte Flemming / Regie: Wilm ten Haaf / Die etwas plakative Handlung dreht sich um eine Frau (Rona), die in einem Bergdorf der Hexerei beschuldigt wird. Die Musik von Horst Platen (1884 - 1964) ist spätromantisch beeinflusst und von starker Wirkung. Dieses vom Komponisten hinterlassene Musikdrama - er schrieb fünf Opern und zwei Operetten - wurde mit dieser TV-Produktion des Bayerischen Rundfunks (Sendung am 13. 6. 1965 in der ARD) uraufgeführt und ist meines Wissens bis heute nicht auf der Bühne nachgespielt worden. Isabel Strauss ähnelt in Maske und mimischem Ausdruck der großen Schauspielerin Maria Becker; die Stimme hat hier meines Erachtens etwas von der ursprünglichen Frische und dem berührenden Timbre verloren. (In meiner Sammlung befinden sich sowohl ein akustischer wie auch ein visueller Mitschnitt.).


    "Das Mädchen aus dem Goldenen Westen" (Puccini) Minnie - Isabel Strauss, Dick Johnson - Alfons von Goethem, Jack Rance - Heinz Friedrich, Nick - Heinrich Thoms, Jake Wallace - Erich Winkelmann, Ashby - Heinz Herrmann, Sonora - Claudio Nicolai, Trin - Willi Brokmeier, Bello - Fritz Graas, Harry - Harry Friedauer, Joe - Ekmar Veit, Happy - Werner Kotzerke, Jim Larkens - Egon Rossmann, Wowkle - Eva Maria Görgen, José Castro (hier: Pedro) - Ernst Sandleben, Ein Postillon - Thomas Lehrberger / Chor und Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz, München / Chorltg.: Hanns Haas / Dirigent: Kurt Eichhorn / Bühnenbild und Kostüme: Hainer Hill / Inszenierung: Arno Assmann / TV-Regie: Karl Heinz Hundorf / Irritierend sind die vielen kleinen Striche in der Partitur. Die Rolle des Sid ist mit dem Bello zusammengefasst und die Partie des Indianers Billy Jackrabbit (am Beginn des zweiten Aktes) ist komplett gestrichen. Gemäß einer damals oft geübten Praxis wurde die Oper 'kalt' (d. h. im leeren Theater) aufgezeichnet und das Publikum nur für den Schlussapplaus eingeblendet. Der als Schauspieler und Regisseur bekannt gewordene Arno Assmann - der übrigens später wie Isabel Strauss den Freitod wählte - war ab 1959 Intendant des Gärtnerplatztheaters und wechselte 1964 in gleicher Position an das Kölner Opernhaus. Er konnte diese Oper im Oktober 1962 sogar in einer Doppelbesetzung anbieten: alternativ zu Isabel Strauss, Alfons von Goethem und Heinz Friedrich sangen Frances McCann von der Deutschen Oper Berlin (Minnie), Anton de Ridder (Dick Johnson) und Howard Vandenburg (Jack Rance). (Auch das Leben von Frances McCann endete tragisch: sie wurde im März 1963 in Rom von einem eifersüchtigen Verehrer erschossen - die amerikanische 41jährige Sopranistin hinterließ einen Ehemann und vier Kinder.) Ich habe ein Video der Fernsehsendung des Bayerischen Rundfunks (ARD) vom 19. 1. 1964, das auch eine Erinnerung an den früh verstorbenen flämischen Tenor Alfons von Goethem von der Deutschen Oper am Rhein ist. Er und Isabel Strauss sind in dieser Oper überzeugende - und auch optisch sehr attraktive - Sänger-Darsteller.


    "Lohengrin" (Wagner) Am 22. 4. 1965 gab es in der Pariser Salle Pleyel eine konzertante Aufführung dieses Werks durch den ORTF (Office de la Radiodiffusion-Télévision Francaise) mit Elisabeth Grümmer (Elsa), Isabel Strauss (Ortrud), Wolfgang Windgassen (Lohengrin), Ernest Blanc (Telramund) und Kurt Böhme (König Heinrich). Richard Kraus dirigierte 'Choeurs et Orchestre National de l' ORTF Paris' . Ob die Oper vollständig oder nur in Teilen aufgeführt und aufgezeichnet wurde (Sendung am 8. 5. 1965 in der Reihe 'Prestige de la Musique' / TV-Regie: Denise Billon), ist mir nicht bekannt. Die 2. Szene des zweiten Aktes wurde vom INA (Institut National Audiovisuel) veröffentlicht und 2004 von der EMI auf eine DVD ("Great Opera Singers") gebrannt, die auch TV-Dokumente von Gundula Janowitz, Rita Streich, Tito Gobbi, Boris Christoff sowie die untenstehend genannten Ausschnitte aus "Parsifal" enthält. (Ich habe diesen "Lohengrin"-Ausschnitt auf einer Video-Kassette.)


    "Der Ring des Nibelungen" - Höhepunkte (Wagner) Unter dem Titel "Les sommets de la Tétralogie" sendete das Belgische Fernsehen RTB in der Serie 'Opéra, le mal aimé' am 17. 3. 1964 eine Zusammenstellung von Ausschnitten aus dem "Ring" mit Isabel Strauss als Sieglinde und Brünnhilde, Karl Liebl als Siegmund und Siegfried, Alfons Herwig als Wotan und Benno Kusche als Alberich. André Vandernoot dirigierte das Orchester des Théâtre de la Monnaie in Brüssel und Jean-Marc Landier war der TV-Regisseur. Allerdings kann ich in der Aufführungsstatistik des 'Theaters an der Münze' keinen Nachweis dafür finden. Dieser "Ring"-Verschnitt wurde aber im November 1965 (3 Aufführungen) und im Februar/März 1967 (5 Aufführungen) wiederholt: 1965 sangen Isabel Strauss (Sieglinde und Brünnhilde), Lise Sorrell (Gutrune), Claude Heater (Siegmund und Siegfried), Gerd Nienstedt bzw. Jules Bastin (Alberich und Hagen) unter André Vandernoot - 1967 war Richard Kraus der Dirigent mit Isabel Strauss (Sieglinde und Brünnhilde), Fritz Uhl (Siegmund und Siegfried), Franz Mazura (Wotan), Paul Kuen (Mime), Arwed Sandner (Alberich), Walter Coomans (Gunther) und Nicolas Christou (Hagen).


    "Parsifal" (Wagner) Am 13. 3. 1964 wurde in Paris (Salle Pleyel) dieses Werk - vermutlich nur in Ausschnitten - konzertant aufgeführt. Die Szene des Parsifal "Amfortas! Die Wunde!" ('a') aus dem zweiten Akt, die Szene Gurnemanz-Parsifal aus dem dritten Akt ab "So ward es uns verhießen" ('b') und das Finale ab "Nur eine Waffe taugt" sind auf der oben genannten DVD der EMI von 2004 enthalten - es singen Gottlob Frick und Wolfgang Windgassen. Ganz kurz (und stumm) ist Isabel Strauss zu sehen, die hier als Kundry mitgewirkt hat. 'Choeurs, Maîtrise et l' Orchestre Philharmonique de l' ORTF' werden von George Sebastian geleitet. Ich habe nur ein Video mit den Teilen 'a' und 'b' - hat jemand diese DVD und kann sagen, wer die übrigen Sänger sind (im Ausschnitt 'a' ist ein Sänger des Klingsor zu sehen)? Diese "Parsifal"-Ausschnitte sind auch auf einer DVD der Firma 'EuroArts' von 2001 enthalten, die noch zusätzlich Wagner-Aufnahmen (Isoldes Liebestod und 2 Wesendonk-Lieder) mit Gré Brouwenstijn bringt - 1968 mit Charles Bruck ebenfalls in Paris aufgenommen.


    "Parsifal" (Wagner) 'Rheingold1876' schreibt in seinem Beitrag Nr. 2, dass er einen Video-Ausschnitt der Szene Kundry-Klingsor mit Isabel Strauss und Anton Metternich (Genf 1965 unter Leopold Ludwig) hat. Ich kenne nur die Besetzungen Genf 1964 (Wolfgang Windgassen, Thomas Stewart, Hans Hotter, Victor de Narké - Titurel / Dirigent: Leopold Ludwig) und Brüssel 1964 bzw. 1965 (Hans Beirer und Marcel Vercammen bzw. Jean Cox, Heinz Imdahl bzw. Thomas Stewart, Gottlob Frick und Gerd Nienstedt bzw. Hans Hotter, Henri de Jonghe - Titurel, beide Jahre / Dirigent: Hendrik Diels - beide Jahre). In allen diesen Aufführungen haben Isabell Strauss und Anton Metternich mitgewirkt.


    In einem weiteren Beitrag werde ich die Tondokumente von und mit Isabel Strauss auflisten.


    Viele Grüße!


    Carlo

    Liebe Taminos,


    in Theaterkreisen heißt es, dass das 'wahre' Leben die größten Dramen schreibt. So gesehen, würde die Vita von Isabel Strauss den Stoff zu einer großen, tragisch endenden Oper liefern. Ich möchte den Beitrag Nr. 4 von Harald Kral, der auf den Recherchen der inzwischen verstorbenen Ulrich Mittelstaedt und Manfred Krugmann basiert, hier noch etwas ergänzen.


    Geboren als Margot Maria Strauss (15. 4. 1926) in Gelsenkirchen, begann sie 1944 ein Gesangsstudium an der Folkwang-Schule in Essen, das schon bald wegen Kriegseinwirkung unterbrochen werden musste und 1946 wieder aufgenommen wurde. Das Studium endete am 31. 5. 1950 mit einem Abschlusskonzert und einem Engagement an das Opernhaus Essen, das sie aber vermutlich nicht antrat, da sie - frisch verheiratet - bereits im Juli 1950 mit ihrem Mann nach Chile ging. Dort nahm die Sängerin den Vornamen "Isabel" an und trat gelegentlich in den südamerikanischen Metropolen (Santiago de Chile, Buenos Aires und Rio de Janeiro) auf, u. a. als Agathe ("Der Freischütz"), Mimi ("La Bohème"), Desdemona ("Otello"), Maddalena ("Andrea Chenier") und Saffi ("Der Zigeunerbaron"). Hauptsächlich aber war sie als Schauspielerin in den "Deutschen Kammerspielen" in Santiago de Chile zu sehen, dem einzigen ständigen deutschsprachigen Theater Südamerikas. (Es wurde von Sylvia Denzler, der Tochter des Schweizer Dirigenten Robert F. Denzler, geleitet.)


    Nach ihrer Scheidung ging Isabel Strauss 1954 zurück nach Deutschland. In München heiratete sie den Schauspieler Til Kiwe, bekam zwei Kinder und unterbrach ihre Gesangskarriere bis 1957. In diesem Jahr wurde sie für drei Spielzeiten Mitglied des Berner Stadttheaters als erste lyrisch-dramatische Sopranistin. Unter den Dirigenten Otto Ackermann, Robert F. Denzler und Fritz Janota interpretierte sie in Neu-Inszenierungen nacheinander Rollen wie die Senta, Fidelio-Leonore, Manon Lescaut, Amelia ("Simon Boccanegra"), Esmeralda ("NotreDame"), Agathe, Zarin Militrissa ("Das Märchen vom Zaren Saltan") und Desdemona.


    Und in Bern begann auch ihre tragische Liebe zu dem dortigen Chorleiter und Kapellmeister Fritz Janota (geboren am 15. 12. 1933 in Linz/Donau). Er hatte in Wien bei Hans Swarowsky studiert und kam über Luzern, Bern (1956-1960), Kiel, Ulm und Kassel 1967 als Generalmusikdirektor an das Staatstheater Oldenburg. Er setzte sich sehr für die moderne Musik ein - mit sogenannten 'Gesprächskonzerten' - und begann 1972/1973 einen neuen "Ring des Nibelungen" (mit Isabel Strauss als Brünnhilde); die vorgesehene "Walküre" konnte aus den bekannten Gründen nicht mehr realisiert werden. (Von der "Götterdämmerungs"-Vorstellung am 15. 9. 1973 ist ein Mitschnitt erhalten geblieben.) Fritz Janota war verheiratet und in der Ehe von Isabel Strauss hatte es zu kriseln begonnen. Til Kiwe, der eigentlich Eduard Heinrich Kiefer hieß (geboren am 7. 6. 1910 in Aachen) und sich zeitweilig Tilman Kiver nannte, war im Zweiten Weltkrieg ein hoch dekorierter Fallschirmjäger (Träger des "Eisernen Kreuzes"). Nach drei Jahren Kriegsgefangenschaft trat er als Unterhaltungssänger auf - er hatte in seiner Jugend Gesangs- und Schauspielunterricht genommen und während seines dreijährigen Ethnologie-Studiums ab 1934 in den USA das 'Studio of Dramatic Art' in Baltimore besucht. Bald folgten Engagements an mehreren Münchner Bühnen und ab 1950 kontinuierlich Rollen im Film und Fernsehen, was bedeutete, dass er oft wochenlang nicht daheim war. Zusätzlich drehte er für die "Unesco" internationale Dokumentarfilme, schrieb Drehbücher und arbeitete als Synchronsprecher und Regisseur. Til Kiwe starb am 30. 11. 1995 in München und wurde im Grab von Isabel Strauss auf dem Neuen Südfriedhof in München beigesetzt.


    Für die Sängerin war es sehr schwierig, ihren Verpflichtungen als Künstlerin wie auch ihrer Verantwortung als Mutter gerecht zu werden (obwohl sie ihre Mutter als Betreuerin für ihren Sohn und ihre Tochter zu sich nach München geholt hatte); eine Scheidung kam wegen der Kinder nicht in Frage. Die problematische familiäre Situation erlaubte es der Sängerin auch nicht, für längere Gastspiele oder Neuinszenierungen (mit oft langen Probenläufen) zur Verfügung zu stehen - deshalb beschränkte sie sich auch auf ein relativ kleines Kernrepertoire. So ging sie auch nach Bern nur lockere Verträge mit dem Landestheater Darmstadt (1959-1960) und dem Kölner Opernhaus (1961-1965) ein. Oft gastierte sie jedoch in Brüssel - meistens für mehrere Vorstellungen: "Die Walküre" (Sieglinde) 1962 / "Wozzeck" 1963 und 1966 / "Parsifal" 1964 und 1965 / "Der Ring des Nibelungen-Kurzfassung" 1963, 1965 und 1967 / "Die Frau ohne Schatten" (Färberin) 1968 / "Tannhäuser" (Venus) 1968 / "Lohengrin" (Ortrud) 1969. Auch in den Niederlanden ("Wozzeck" 1966 / "Die Götterdämmerung" als Brünnhilde 1967 / "Tannhäuser" als Venus 1968), in Frankreich (Paris 1962 "Die Götterdämmerung" als Gutrune und Dritte Norn / Paris 1964 "Parsifal" konzertant / Paris 1965 "Lohengrin" als Ortrud konzertant / Toulouse 1968 "Lohengrin" als Ortrud ) und in der Schweiz (Zürich 1961 "Fidelio" und 1962 "Die Macht des Schicksals" / 1964 "Parsifal" und 1965 "Wozzeck" - beides in Genf) hat Isabel Strauss gastiert; in London sang sie mit dem Ensemble der Hamburgischen Staatsoper 1966 die Färberin in "Die Frau ohne Schatten". Nach 1970 scheint die Sängerin nur noch selten aufgetreten zu sein; vermutlich ließen psychische Probleme eine Fortsetzung der Karriere nicht zu..


    Über das tragische Ende von Isabel Strauss und Fritz Janota hat Harald Kral bereits weiter oben berichtet - hauptsächlich dadurch sind beide der Nachwelt in Erinnerung geblieben. Mir ist die Sopranistin aber schon in den 60er Jahren ein Begriff gewesen durch ihre vier großen TV-Produktionen: "Tiefland" (ZDF/Accord-Film 1963), "Das Mädchen aus dem Goldenen Westen" (ARD/BR 1963), "Im Schatten des Berges" (ARD/BR 1965) und "Wozzeck" (ARD/WDR 1965). In meinem nächsten Beitrag werde ich die audio-visuelle Hinterlassenschaft von Isabel Strauss auflisten.


    Viele Grüße


    Carlo

    Hallo, Caruso41 und wega!


    Meine Informationen über Rundfunk- und Fernseh-Sendungen "von einst" beziehe ich hauptsächlich aus alten Zeitschriften zu diesen Medien. Ob die entsprechenden Aufnahmen in den betreffenden Rundfunk- und Fernsehanstalten noch vorhanden sind, müsste durch Rückfragen dort geklärt werden. Man kann aber davon ausgehen, dass gerade die 'großen' Sender viele Aufnahmen aus den frühen 50er Jahren wegen angeblich mangelnder Tonqualität gelöscht haben. Die in den letzten Jahren auf CD veröffentlichten Rundfunk-Produktionen - diese "Welle" scheint schon wieder vorbei zu sein - basieren hauptsächlich auf privaten Tonbandmitschnitten. So hat z. B. der WDR ein Tonband des legendären "Lohengrin" mit Peter Anders (1951) von einem Rundfunkhörer gekauft, weil der Sender sein eigenes Band gelöscht hatte! Und so ist es auch fraglich, ob die Rundfunk-Übertragung des "Boris Godunov" - immerhin unter Georg Solti - beim Bayerischen Rundfunk noch existiert.


    Der aus dem Schwarzwald stammende Komponist Heinrich Kaminski (1886 - 1946), Kompositionslehrer von Carl Orff und Reinhard Schwarz-Schilling an der Berliner Akademie der Künste, wird ja zur Zeit gerade wiederentdeckt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erregte er mit seiner Kirchenmusik Aufsehen, schrieb Kammermusik und einige wenige, aber aus heutiger Sicht interessante Orchesterwerke.sowie zwei Opern: "Jürg Jenatsch" (Dresden 1929) und "Das Spiel von König Aphelius" (komponiert 1946, UA Göttingen 1950). Als Halbjude verfolgt, ging Kaminski 1933 in die 'innere Emigration'. Orientiert an Bach und Bruckner, changiert Kaminskis Musik in einem polyphonen Stil zwischen Neobarock und Spätromantik, stark mystisch beeinflusst. Sein kompositorischer Nachlass wurde von der Heinrich-Kaminski-Gesellschaft im badischen Waldshut an die Bayerische Staatsbibliothek in München weitergegeben.


    Viele Grüße


    Carlo

    Lieber Joseph II. (Beitrag Nr. 94),


    in der Wiener "Rosenkavalier"-Inszenierung von Otto Schenk (1968) trägt die Marschallin bis zum Ende des 1. Aktes einen goldgelben seidenen Morgenmantel mit Hermelin-Besatz. Auch in Schenks Inszenierung dieser Oper an der Deutschen Oper am Rhein (1981) wird sie nicht neu eingekleidet, wie es eigentlich ein "Lever" vorschreibt. Lediglich im nun schon legendären Münchner "Rosenkavalier" (1972) trägt die Marschallin ein prachtvolles dunkelgrünes Brokatkleid. 1977 sah ich an der Pariser Opéra Rudolf Steinboecks (zeitweilig 'Burgtheater'-Direktor) an verschwenderischer Opulenz kaum zu überbietende Inszenierung (Ausstattung: Ezio Frigerio) und auch da behielt Christa Ludwig bis zum Ende des 1. Aktes einen Morgenmantel an; dies scheint wohl 'Wiener Tradition' zu sein. Zugegeben, es ist nur ein Detail - aber es zeigt, wie effektvoll es auch sein kann, wenn man sich bei der Inszenierung bzw. Ausstattung an 'historische' Vorgaben hält.


    Carlo


    Ich hoffe, dass ich nun 'den Bogen raus habe' und durch Vermeidung der manuellen Zeilenumbrüche (sprich: Nicht-Betätigung der "Enter"-Taste) ein einheitliches Schriftbild erhalte. Allerdings war auf meinem Notebook (und dem einiger Anderer, die ich danach befragte) in der Vergangenheit alles einwandfrei lesbar. Vermutlich liegt es daran, dass einige "Taminos" eine andere Schriftgröße benutzen.

    Hallo, Taminos!


    Ich habe noch vier weitere Rundfunk-Produktionen mit Elisabeth Lindermeier gefunden!


    "Der betrogene Kadi" (Le cadi dupé) (Gluck) Rundfunk-Übertragung aus dem Markgräflichen Theater in Bayreuth vom 3. 6. 1953: Der Kadi - Max Proebstl, Fatime - Elisabeth Lindermeier, Zelmire - Antonia Fahberg, Nuradin - Richard Holm, Omar - Karl Schmitt-Walter, Omega - Irmgard Barth / Das Orchester der Bayerischen Staatsoper München - Dirigent: Robert Heger (Übrigens gab es 1962 im ORF eine schöne TV-Inszenierung dieser Oper mit Ludwig Welter als Kadi, Gerda Scheyrer als Fatime, Christiane Sorell als Zelmire, Waldemar Kmentt als Nuradin, Karl Dönch als Omar und Sonja Draksler als Omega - der Dirigent war Franz Bauer-Theussl.)


    "Jürg Jenatsch" (Heinrich Kaminski) Eine Produktion des Bayerischen Rundfunks aus dem Jahre 1950 mit Georg Hann (Jürg Jenatsch), Elisabeth Lindermeier (Marie Jenatsch), Annelies Kupper (Lukretia Planta), Lorenz Fehenberger (Reitknecht Matthä) und andere / Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks - Dirigent: Karl Schleifer / Zu dieser merkwürdigen Oper - uraufgeführt am 27. 4. 1929 in Dresden unter Fritz Busch - mit ausgedehnten, teilweise als Melodram gestalteten Dialogen, schrieb der Komponist das Libretto selbst nach der gleichnamigen Erzählung von Conrad Ferdinand Meyer. Mehrere Hauptrollen sind auf Sänger und Schauspieler gleichzeitig verteilt - so sang in der UA der Bassist Ludwig Ermold den Jürg Jenatsch und Bruno Decardi stellte ihn auf der Bühne dar. (Bei der Berliner EA verkörperte Heinrich George die Titelrolle!)


    "Die Zauberflöte": Elisabeth Lindermeier singt in dieser WDR-Produktion vom 19. 12. 1954 die "Zweite Dame". Die anderen Mitwirkenden sind: Teresa Stich-Randall (Pamina), Wilma Lipp (Königin der Nacht), Kristina Sert (Papagena), Annelies Kupper (Erste Dame), Hanna Ludwig (Dritte Dame), Käthe Möller-Siepermann, Hilla Oppel und Gisela Litz (Drei Knaben), Rudolf Schock (Tamino), Erich Kunz (Papageno), Josef Greindl (Sarastro), Hans Hotter (Sprecher), Kurt Marschner (Monostatos), Wilhelm Lückert und Walter Kreppel (Geharnischte), Peter Esser, Horst Otto Reiner und Kurt Lieck (Drei Priester) / Kölner Rundfunk-Chor und Kölner Rundfunk-Symphonieorchester unter der Leitung von Joseph Keilberth / Regie: Eduard Hermann (Statt der Dialoge erzählt Hermann Thimig das "Märchen von der Zauberflöte", das Ludwig Berger für die Funkaufführung schrieb.)


    "Boris Godunov" (Mussorgskii / Rimskii-Korsakov) Es handelt sich um die Rundfunk-Übertragung der Premiere vom 31. 1. 1950 aus dem Prinzregententheater in München mit folgender Besetzung: Boris Godunov - Hans Reinmar, Feodor - Katja Sabo, Xenia - Gerda Sommerschuh, Xenias Amme - Ina Gerhein, Fürst Schujski - Franz Klarwein, Andrej Schtschelkalov - Rudolf Wünzer, Pimen - Georg Hann, Grigorij Otrepjev - Hans Hopf, Marina Mnischek - Elisabeth Lindermeier, Rangoni - Benno Kusche, Warlaam - Georg Wieter, Missail - Paul Kuen, Schankwirtin - Irmgard Barth, Blödsinniger - Walther Carnuth / Chor und Orchester der Bayerischen Staatsoper - Dirigent: Georg Solti / Inszenierung: Georg Hartmann.


    Molti saluti!


    Carlo

    Liebe Taminos,


    heute wurde ich auf den Thread über Sondra Radvanovsky aufmerksam und ich würde gerne etwas dazu beitragen.


    Als Abonnent der 'Met'-Zeitschrift "Opera News" (seit 1969) ist mir der Name dieser Sängerin schon lange ein Begriff - allerdings anfangs meistens mit der Einschränkung "Ja, aber" beurteilt. Seit ihrer Stimmband-Operation 2003 hat sie sich aber mit Ausdauer und stetig wachsender Potenz zu einer großartigen Sopranistin entwickelt, der man ohne weiteres Star-Qualitäten (auch optischer Art) bescheinigen darf. Leider hat das die Tonträger-Industrie noch nicht mitbekommen, so dass es bisher kaum Aufnahmen mit ihr gibt; die im Beitrag Nr. 1 genannten CDs - die ich auch habe - stammen bereits aus dem Jahre 2008!


    Nachdem Anna Netrebko von dem Vertrag mit der 'Met' für die drei 'Tudor-Opern' von Donizetti zurücktrat (sie sang nur die "Anna Bolena"), wurde Sondra Radvanovsky an ihrer Stelle für die Wiederaufnahme von "Anna Bolena" und "Maria Stuarda" (die von Joyce DiDonato als Ersatz für die Netrebko gesungen wurde) sowie die Neuinszenierung von "Roberto Devereux" im Jahre 2016 verpflichtet. Für die Professionalität der Sängerin spricht, dass sie erst die "Anna Bolena" 2012 in Washington und die Queen Elizabeth in "Roberto Devereux" 2014 in Toronto erprobte, bevor sie der 'Met' ihre Zusage gab. Lediglich die Titelrolle in "Maria Stuarda" sang sie an der 'Met' zum ersten Mal, obwohl sie auch mit der Queen Elizabeth in dieser Oper liebäugelte. Innerhalb von vier Monaten trat sie dann 2016 in den genannten drei Opern in New York auf und wurde wie einst Beverly Sills zum Stadtgespräch. "Anna Bolena" wurde am 9. 1. (mit Jamie Barton, Tamara Mumford, Ildar Abdrazakov und Stephen Costello unter Marco Armiliato) und "Maria Stuarda" am 20. 2. (mit Elza van den Heever, Celso Albelo, Kwangchul Youn und Patrick Carfizzi unter Riccardo Frizza) weltweit im Rundfunk übertragen. Die Neu-Inszenierung von "Roberto Devereux" wurde am 16. 4. nicht nur im Radio international gesendet, sondern auch weltweit in Kinos gezeigt.


    Auf Video bzw. DVD habe ich folgende Aufnahmen mit ihr in meiner Sammlung:


    "Cyrano de Bergerac" (Alfano) (Palau de les Arts 'Reina Sofia', Valencia, 8., 11. und 18. 2. 2007) mit Plácido Domingo (Cyrano), Arturo Chacón-Cruz (Christian), Rodney Gilfry (de Guiche), Roberto Accurso (de Valvert) und Corrado Carmelo Caruso (Ragueneau) / Dirigent: Patrick Fournillier / Regie: Michal Znaniecki (mit einem 20minütigen Probenfilm) / Sondra Radvanovsky singt in dieser schönen stilvollen Inszenierung die Rolle der Roxane in französischer Sprache.


    "Messa da Requiem" (Verdi) (Frauenkirche, Dresden, 29. 6. 2007) mit Jane Henschel, Miroslav Dvorsky, Paata Burchuladze, dem MDR Rundfunkchor und dem MDR Sinfonieorchester - Dirigent: Fabio Luisi.


    "Il trovatore" (Verdi) (Metropolitan Opera House, New York, 30. 4. 2011) als Leonora (ursprünglich vorgesehen: Anna Netrebko) mit Dolora Zajick (Azucena), Marcelo Alvarez (Manrico), Dmitri Hvorostovsky (Conte di Luna), Stefan Kocán (Ferrando) / Dirigent: Fabio Armiliato / Regie: David McVicar.


    'Galakonzert' (Blackcreek Summer Festival, Toronto, 4. 6. 2011) mit Plácido Domingo / Eugene Kohn dirigiert das Blackcreek Festival Orchestra (mit Chor). Neben Arien und Duetten von Verdi (Les vêpres siciliennes, Simon Boccanegra, Otello, Il trovatore), Giordano (Andrea Chenier) und Puccini (Tosca) singt Sondra Radvanovsky auch Musical-Songs von Loewe, Bernstein, Arlen, Lehár und Rodgers. Ihre Show-Qualität beweist sie in der parodistischen Nummer 'I Want to be a Prima Donna' aus Victor Herberts "The Enchantress" - auch ein 'Hit' von Beverly Sills.


    "Norma" (Teatre de Liceu, Barcelona, Februar 2015) Sondra Radvanovsky ist die Norma und Ekaterina Gubanova die Adalgisa. Den Pollione singt Gregory Kunde und den Oroveso Raymond Aceto. Am Dirigentenpult: Renato Palumbo; die Inszenierung stammt von Kevin Newbury.


    'Galakonzert' (Opéra Bastille, Paris, 21. 6. 2016): Sondra Radvanovsky, Anita Rachvelishvili, Aleksandrs Antonenko / Orchestre de l'Opéra Bastille - Dirigent: Philippe Jordan. Die Sopranistin ist hier mit einer wunderbar gesungenen 'Casta diva'-Arie aus "Norma" zu hören. Die drei genannten Sänger traten zur gleichen Zeit in Paris auch in einer Neu-Inszenierung der "Aida" auf. Der Sender 'arte' brachte im September 2017 einen Zusammenschnitt dieses Konzerts, das auch auf YouTube gesehen werden kann.


    Hoffentlich werden bald auf DVD folgende 'The Met - Live in HD' - Aufführungen veröffentlicht:


    "Roberto Devereux" (Donizetti) (Metropolitan Opera House, New York, 16. 4. 2016) mit Sondra Radvanovsky als Elisabeth I. sowie mit Elina Garanca (Sara), Matthew Polenzani (Robert Devereux), Mariusz Kwiecien (Herzog von Nottingham), Brian Downen (LordCecil) und Christopher Job als Walter Raleigh. Die Inszenierung stammt von David McVicar; der musikalische Leiter war Maurizio Benini. Eine Bekannte von mir war wegen Elina Garanca in einer der vorhergehenden Aufführungen und war von Sondra Radvanovskys Leistung hell begeistert.


    "Norma" (Bellini) (Metropolitan Opera House, New York, 7. 10. 2017) Norma - Sondra Radvanovsky, Adalgisa - Joyce DiDonato, Pollione - Joseph Calleja, Oroveso - Matthew Rose / Dirigent: Carlo Rizzi / Regie: David McVicar. Obwohl die New Yorker Kritiker die Inszenierung des sonst so stilsicheren 'Sir David' als sehr düster und 'drab' ablehnten, wurden die Sänger einhellig gelobt. Sondra Radvanovsky hatte bereits 2013 an der 'Met' (in einer anderen Inszenierung) die Norma an Stelle von Anna Netrebko gesungen.


    Und übrigens: in drei Tagen, am 11. April, feiert die Sängerin - ich weiß, das ist unhöflich! - ihren 49. Geburtstag! Aber Sondra Radvanovsky verkörpert perfekt den neuen, zeitgemäßen Typ einer Primadonna: selbstbewusst, offen, herzlich und komplett uneitel!


    Viele Grüße!


    Carlo

    Hallo, Amfortas!


    Da hast Du Dir aber selbst ein Bein gestellt, wenn Du schreibst, dass Du die Münchner Inszenierung nicht kennst. Damit setzt Du dich demselben Vorwurf aus, den die RT-Verfechter oft den RT-Gegnern machen: dass sie etwas beurteilen, was sie nicht aus eigenem Erlebnis (oder nur von Fotos) kennen.


    Hast Du schon einmal den Briefwechsel Hofmannsthal - Strauss in Bezug auf den "Rosenkavalier" gelesen? Da geht es sehr explicit um Stil- und Detailfragen, wie z. B. auch um das Léver im 1. Akt. In München war das jedes Mal ein magischer Moment, wenn der Paravent zusammengeklappt wurde und die Marschallin in einer prachtvollen Robe erschien. (Ich erinnere mich an den TV-Film von den Salzburger Festspielen 1960: da war die bildschöne Lisa Della Casa nicht nur neu eingekleidet worden, sondern trug auch eine weiße Perücke. Bei diesem Anblick hielt man die Luft an!) Meistens verzichtet man auf diesen Effekt - seltsamerweise auch Elisabeth Schwarzkopf in der "Rosenkavalier"-Verfilmung aus demselben Jahr - um die Kosten für ein aufwändiges Kostüm zu sparen, das man doch nur 20 Minuten lang bewundern darf.


    Aber das ist nur ein Detail von vielen, die man in dieser Münchner Inszenierung sehen kann. Hofmannsthal und Strauss waren Praktiker, die sehr wohl wussten, wie man effektvolles Theater macht. Und der Hinweis auf Max Reinhardt führt in's Leere, da es zuwenig visuelle Dokumente seiner "Rosenkavalier"-Arbeit gibt.


    Und ja, die "Ariadne" aus Zürich habe ich auf Video - aber das ist ein anderes Thema und auch eine andere Oper!


    Gruß,


    Carlo

    Liebe Taminos,


    auch ich habe diese Muster-Inszenierung des "Rosenkavalier" (Premiere am 20. 4. 1972) im Münchner Nationaltheater gesehen, zweimal, zuerst am 1. 6. 1979 mit der Beteiligung von Fernsehkameras, die das Publikum für die zwei Tage später statt findende 'Live-Übertragung' filmten (die Oper selbst war zuvor ohne Publikum an mehreren Vormittagen aufgezeichnet worden). Die Besetzung war identisch mit der später auf Video und DVD veröffentlichten Ausgabe: Gwyneth Jones (Marschallin), Manfred Jungwirth (Ochs), Brigitte Fassbaender (Octavian), Benno Kusche (Faninal), Lucia Popp (Sophie) und Francisco Araiza (Sänger) unter der musikalischen Leitung von Carlos Kleiber. Der Regisseur war Otto Schenk, der für das Fernsehen seine Inszenierung auffrischte - Jürgen Rose entwarf das Bühnenbild und die Kostüme.


    Das zweite Mal sah ich diese Oper in der gleichen Inszenierung am 7. 6. 2006, also 27 Jahre später, und sie erschien mir so frisch und unmittelbar, als wäre sie gerade erst zur Premiere gekommen. Hier sangen nun Felicity Lott (Marschallin), John Tomlinson (Ochs), Daniela Sindram (Octavian), Martin Gantner (Faninal), Diana Damrau (Sophie) und Piotr Beczala (Sänger); Peter Schneider war der Dirigent. Und schon damals ging das Gerücht, dass es bald eine Neu-Inszenierung geben würde.


    Wo in Deutschland erlebt man es heute noch, dass das Publikum beim Aufgehen des Vorhangs dem Bühnenbild Beifall zollt? Auch enthielt diese Arbeit von Otto Schenk eine historisch korrekte Wiedergabe eines 'Lévers': das Ankleiden der Marschallin hinter einem Paravent. (Meistens behält die Marschallin ihr Negligée bis zum Ende des ersten Aktes an.) Es ist müßig, alle Details dieser wunderbaren Inszenierung, inclusive des stimmigen Bühnenbilds von Jürgen Rose, zu schildern - Gottseidank auf Video bzw. DVD für alle Zeit verewigt.


    Ein Sitz-Nachbar erzählte mir 2006, dass er diesen "Rosenkavalier" seit 1972 schon über 20 Mal gesehen hatte und noch immer berührt davon war. In der Pause hatte ich ein Gespräch mit Ingeborg Hallstein, die bedauerte, nicht in dieser Inszenierung gesungen zu haben. Und später hat mir jemand gesagt, dass die Bühnenarbeiter jeder Aufführung mit gemischten Gefühlen entgegen sähen, weil es viel Arbeit und Zeit kostete, das Bühnenbild des zweiten Aktes (eine Nachschöpfung der Amalienburg in Nymphenburger Park) aufzubauen und einzurichten. Ist das also der wahre Grund, sich von dieser Inszenierung zu trennen?


    Natürlich kann und darf man ein Bühnenstück neu interpretieren, aber ich bezweifle, dass es heutzutage Regisseure und Ausstatter gibt, die über soviel Geschmack und Stilempfinden verfügen, das spezifische 'Parfüm' dieser an Künstlichkeit kaum zu überbietenden Oper zu verstehen und auch umzusetzen. Dazu ist der 'Zeitgeist' zu grob und zu wenig feinsinnig, zu realistisch und geheimnislos, alles muss enträtselt und hinterfragt werden, und vor allem muss alles anders als bisher gemacht werden. Das Team, das sich einer Neudeutung des "Rosenkavalier" gerade in München stellt, ist wirklich nicht zu beneiden...


    Vielleicht könnte man es mit diesem "Rosenkavalier" so handhaben wie mit der legendären "Arabella"-Inszenierung 1958 in München, die 15 Jahe lang nur während der Opernfestspiele gezeigt wurde. Im Prinzregententheater könnte man ruhig eine Neuinszenierung vorstellen, die höchstwahrscheinlich gemäß heutiger Gepflogenheiten weniger opulent ausfallen dürfte. Und dann könnte man auch vergleichen, mit den Worten der Marschallin: "Und in dem 'Wie', da liegt der ganze Unterschied..."


    Viele Grüße!


    Carlo


    P.S. Die "Rosenkavalier"-Inszenierung von Otto Schenk an der Deutschen Oper am Rhein, die 'rodolfo39' (Beitrag Nr. 50) im Mai sehen möchte, stammt aus dem Jahre 1981 (Bühnenbild: Bert Kistner / Kostüme: Gabriele Frey) und ist somit auch schon fast 37 Jahre alt. Und in dieser Saison hat die Rheinoper auch die legendäre "Cenerentola"-Produktion von Jean-Pierre Ponnelle von 1974 wieder neu einstudiert - ein Publikumsmagnet!

    Hallo, wega!


    Die Schallplattenmarke 'Kronos' gehört zu der amerikanischen Firma 'Morgan Records', die Ende der 70er Jahre Live-Aufnahmen von Opern veröffentlicht hat. (Die Bestellnummer des "Hamlet" aus Saarbrücken ist MOR 7302.) Ich selbst habe diese Schallplatten auch nicht, sondern nur den Katalog der Firma 'Morgan Records'. Meines Wissens ist diese "Hamlet"-Aufnahme seither nicht wieder auf Tonträgern erschienen.


    Da damals diese sogenannten 'Piraten' massiv von den internationalen Justizbehörden strafrechtlich verfolgt wurden, hat man häufig die Provenienz dieser Firmen verschleiert. Es ist sogar vorgekommen, dass man kistenweise 'Raubplatten', die für den Export nach Europa bestimmt waren, in New York im Hudson River versenkt hat!


    Herzliche Grüße!


    Carlo

    Liebe Taminos,


    Leopold Hager 'konnte auch Opéra-comique und Operette'!


    Eine Studio-Produktion des "Fra Diavolo" (Auber) entstand 1969 beim WDR in einer Funkfassung von Karheinz Gutheim (mit Dialogen!) und in der Funkregie von Karl O. Koch. Es sangen: Fra Diavolo - Sándor Kónya; Lord Kookburn - Lothar Ostenburg; Lady Pamela - Dagmar Naaff; Lorenzo - Werner Krenn; Matteo - Hans Franzen; Zerline - Lotte Schädle; Beppo und Giacomo - Ferry Gruber und Arwed Sandner; Ein Sergeant - Anton Maxen / Der Kölner Rundfunkchor und das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester - Dirigent: Leopold Hager.


    Im Archiv des WDR befindet sich auch der Mitschnitt einer konzertanten Aufführung von Millöckers "Der arme Jonathan" in der Düsseldorfer Tonhalle vom 7. 11. 1980 mit folgender Besetzung: Jonathan - Rüdiger Wohlers; Molly, seine Braut - Dora Koschak; Mr. Vandergold, Millionär - Werner Hollweg; Harriet, Sängerin - Hildegard Heichele; Der Impresario Mr. Quickly - Benno Kusche; Miss Big, Catalucci und Brostolone, Mitglieder in Mr. Quicklys Truppe - Angelika Milster, Thomas Lehrberger und Hans Franzen; Graf Nowalsky, Abenteurer - Klaus Hirte; Arabella, seine Schwester - Josefine Engelskamp; Billy, Chefkoch bei Mr. Vandergold - Ferry Gruber; Dr. Holmes, Mr. Vandergolds Rechtsanwalt - Herbert Steinmetz; Prof. Dryander, Harriets Onkel - Kurt Bock / Der Kölner Rundfunkchor und das Kölner Rundfunkorchester unter der Leitung von Leopold Hager / Bearbeitung und Dialogregie: Imo Moszkowicz.


    Viele Grüße!


    Carlo

    Liebe Taminos,


    der gesuchte "Hamlet"-Mitschnitt ist auf drei LPs der Firma 'Kronos' in den USA erschienen. Die Besetzung
    ist wie folgt: König Claudius - Dusan Popovic, Königin Gertrud - Zenaida Pally, Hamlet - Oskar Hillebrandt,
    Polonius - Hans Weverinck, Laertes - Allen Cathcart, Ophelia - Elaine Cormany, Horatio - Hans Marczinkowsky,
    Zwei Totengräber - Karl Weikmann und Helmut Tromm / Chor und Orchester des Saarländischen Staatstheaters
    Saarbrücken - Dirigent: Siegfried Köhler / Regie: Hermann Wedekind. (Die Aufführung benutzt die deutsche
    Textfassung von Kurt Neufert; die musikalische Bearbeitung - bei der einige Rollen und musikalische Passagen
    gestrichen sind - stammt auch von Siegfried Köhler.) Der Mitschnitt datiert vom 9. 6. 1973.


    Oskar Hillebrandt - der ja manchmal mit dem Bassisten Nikolaus Hillebrand verwechselt wird - habe ich auch
    einmal 'live' erlebt: am 21. 1. 1983 in der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf und zwar als 'Alberich' im
    "Rheingold". Die Besetzung war hervorragend: Wotan - Bent Norup, Donner - Toshimitsu Kimura, Froh - Ronald
    Hamilton, Loge -Manfred Jung, Fasolt - Malcolm Smith, Fafner - Jan-Hendrik Rootering, Mime - Helmut Pampuch,
    Fricka - Gwendolyn Killebrew, Freia - Rachel Yakar, Erda - Grace Hoffman, Woglinde - Melissa Evans, Wellgunde
    - Brigitte Dürrler, Floßhilde - Margrit Caspari / Arnold Quennet dirigierte die Düsseldorfer Symphoniker. Die Regie
    hatte Georg Reinhardt in den traumhaft schönen - komplett aus Projektionen bestehenden - Bühnenbildern des
    genialen Heinrich Wendel. Es war einmal...


    Viele Grüße!


    Carlo

    Lieber La Roche,


    Danke für das Kompliment! Aber es ist so, dass ich eigentlich keine Lieblingsoper habe.


    Als ich vor über 50 Jahren mit dem Sammeln von Schallplatten begann, war ich in erster Linie an Sängern
    interessiert. Und über diese hat sich allmählich dann eine stattliche Anzahl von Opern-Gesamtaufnahmen
    und -Querschnitten (auf LP, CD, Video und DVD) aufgebaut. Daher bin ich auch nicht auf einen bestimmten
    Komponisten bzw. eine spezielle Art von Opern fixiert. Lediglich die Barock-Oper und die Werke des 20.
    Jahrhunderts (nach Richard Strauss) sind in meiner Sammlung unterrepräsentiert.


    Viele Grüße!


    Carlo

    Liebe Forianer,


    wie universell Paul Angerer als Musiker war, zeigt sich u. a. daran, dass er auch Operetten bearbeitetund dirigiert hat und als 'Nachtwächter' im "Prinz Methusalem" sogar ein kurzes Solo singt.


    Mir sind die beiden folgenden Operetten-Aufnahmen bekannt:


    "Prinz Methusalem" (Johann Strauß) Live-Aufnahme vom 13. 10. 1982 aus dem Bayer-Erholungshaus in Leverkusen in folgender Besetzung: Herzog Cyprian von Rikarak - Manfred Lichtenfeld; Sophistika, seine Frau - Marita Knobel; Prinz Methusalem, beider Sohn - Werner Hollweg; Fürst Sigismund von Trocadero - Claudio Nicolai; Pulcinella, seine Tochter - Barbara Fuchs; Graf Vulcanio und Marchese Carbonazzi, Höflinge - Ferry Gruber; Trombonius, Komponist - Jean van Ree; Feuerstein und Mandelbaum, Sigismunds Agenten - Josef Meinertzhagen und Harry Bong; Vier Bravos - Eberhard Kummer, Hans Franzen, Hansjoachim Worringen und Franz Müller-Heuser; Ein Nachtwächter - Paul Angerer / Kölner Rundfunkchor und Kölner Rundfunkorchester - Dirigent: Paul Angerer (Die Textneufassung stammt von Imo Moszkowicz, der auch die Dialogregie übernahm.)


    "Der Teufel auf Erden" (Suppé) Eine Co-Produktion des ORF Wien mit dem WDR Köln aus dem Jahre 1984: Satanas, Höllenfürst - Fritz Lehmann; Mefistofeles, sein Haushofmeister - Heinrich Schweiger; Lucifer, Teufel (verwandelt als Aglaja, Vorsteherin eines Damenstifts) - Elfriede Ott; Samuel, Teufel (verwandelt als Kapitän Donnerkeil) - Waldemar Kmentt; Amanda und Isabella, zwei Stiftsfräuleins - Sona Ghazarian und Gabriele Sima; Rosine, Tänzerin und Amandas Schwester - Ann Tedards; Isidor, Fähnrich - Margareta Hintermeier; Reinhart, Cornet, dessen Freund - Helmut Wildhaber; Muzerelli, Tanzmeister - Gerhard Bronner / Chor des ORF Wien und ORF-Symphonieorchester - Dirigent, Textneufassung und Musikalische Einrichtung: Paul Angerer (Die Operette wurde im WDR am 22. 11. 1984 gesendet.)


    Viele Grüße!


    Carlo

    Liebe Taminos,


    auch ich möchte heute zu diesem Thread 'meinen Senf dazugeben', obwohl ich kein ausgewiesener Experte für diese Oper bin. (Ein kürzlich verstorbener Freund von mir besaß über 70 Mitschnitte von "Elektra"-Aufführungen rund um die Welt!) Ich selbst habe nur einige Live-Vorstellungen gesehen; meine Eindrücke basieren auf dem Hören von 'Musik-Konserven' (siehe unten).


    Es sind hauptsächlich die beiden Kernszenen der Oper, die mich faszinieren: die Auseinandersetzung zwischen Elektra und Klytämnestra sowie das Wiedersehen von Elektra und Orest. Hierbei wird auch gleich die große Herausforderung für jede Interpretin der Titelrolle deutlich: einerseits eine bis zur Selbstentäußerung gehende stimmliche und darstellerische Kraft und in der Orest-Szene eine ganz zurück genommene, fast zärtliche Weichheit. Nicht jede der großen Sängerinnen in dieser anstrengenden Partie hat gleichzeitig beide Seiten abdecken können. Meinem Elektra-Ideal kamen (nur akustisch erfahrbar) Inge Borkh - was für ein Versäumnis, ihre Interpretation auch optisch zu dokumentieren - und Ursula Schröder-Feinen (zweimal 1973 kurz hintereinander live erlebt) am nächsten. 'Die' Borkh hat immer wieder betont, dass sie kein hochdramatischer Sopran war. Ihre Darstellung war nach eigener Aussage nicht mänadenhaft wild, sondern zeigte eine verbitterte 'Frau am Rande des Nervenzusammenbruchs', die in der selbstgewählten Isolation am Atridenhof ihr Schicksal durchlebt. Und die Elektra von Ursula Schröder-Feinen hatte in ihrer Darstellung und in der Stimme eine fast kindliche Unschuld, die die Tragik ihrer Rolle doppelt deutlich werden ließ. Sie konnte einen zu Tränen rühren...


    Heute ist es allgemein üblich, Klytämnestra als seelisches Wrack zu zeigen - im RT gern kiffend oder an der Nadel hängend. Glaubhafter wäre es, die Darstellerin dieser Rolle (und sie ist auch eine Königin!) brächte die Verletztheit der betrogenen Frau zum Ausdruck. Dass sie ihren unter Zwang geheirateten Ehemann ermordet hat - der ihre Tochter Iphigenie seinen Interessen opferte und aus dem Trojanischen Krieg eine Geliebte mitbrachte - und ihren Sohn Orest weggab (dessen Rache sie fürchtet), lässt sie nicht zur Ruhe kommen. Ihr Geliebter Aegisth war für sie nur Mittel zum Zweck und die verbitterte Elektra, die den geliebten Vater rächen will, zeigt ihr ihre Verachtung. Zwischen diesen beiden Polen wirkt die 'andere' Tochter, Chrysothemis, relativ farblos. Vor allem die jahrelange Darstellung durch Leonie Rysanek hat dafür gesorgt, diese Partie mit einer gewissen Hysterie 'aufzuladen': sie hat Angst davor, als 'alte Jungfer' zu enden - für die Rachegedanken ihrer Schwester hat sie kein Verständnis. Hier hat mich (akustisch) Lisa Della Casa am meisten überzeugt; für sie war es eine Grenzpartie, was man auch hört - und das ist gut so!


    Jeder Operndirigent fühlt sich bei einer solchen Partitur natürlich herausgefordert, diese grandiose 'Nervenmusik' mit dem vom Komponisten geforderten Riesenorchester zum Klingen zu bringen. Er hat aber immer darauf zu achten, dass die Sänger nicht zugedeckt werden und der artifizielle Text Hofmannsthals zu verstehen ist, sonst wird es schnell eine Sinfonie mit obligaten Gesangsstimmen. Diese Transparenz ist im Studio natürlich leichter zu erreichen als live im Theater, obwohl auch einige Schallplatten-Aufnahmen an der Dominanz des Orchesters kranken (z. B. Georg Solti und Giuseppe Sinopoli). Hier sind für mich Karl Böhm, Fritz Reiner und Dimitri Mitropoulos die überzeugendsten Dirigenten. Wenn man Renata Tebaldi glauben darf, die 1950 bei den "Elektra"-Aufführungen in Florenz im Publikum saß, war es Mitropoulos, der als Erster die höhere Stimmung der Instrumente durchsetzte, um einen aggressiveren Orchesterklang zu erzielen.


    In meiner Sammlung befinden sich folgende Aufnahmen:


    (Reihenfolge: Elektra, Chrysothemis, Klytämnestra, Orest, Aegisth / Dirigent / Regisseur / Ort und Jahr)


    a) akustisch (Gesamtaufnahmen)
    Erna Schlüter, Annelies Kupper, Gusta Hammer, Robert Hager, Peter Markwort / Eugen Jochum / Hamburg 1944 (LP)
    Erna Schlüter, Ljuba Welitsch, Elisabeth Höngen, Paul Schöffler, Walter Widdop / Thomas Beecham / BBC London 1947 (LP)
    Anny Konetzni, Daniza Ilitsch, Martha Mödl, Hans Braun, Franz Klarwein / Dimitri Mitropoulos / Florenz 1950 (CD)
    Astrid Varnay, Walburga Wegner, Elisabeth Höngen, Paul Schöffler, Set Svanholm / Fritz Reiner / New York 1952 (LP und CD)
    Astrid Varnay, Leonie Rysanek, Res Fischer, Hans Hotter, Helmut Melchert / Richard Kraus / Köln 1953 (LP und CD)
    Christel Goltz, Leonie Rysanek, Jean Madeira, Hermann Uhde, Franz Klarwein / Karl Böhm / München 1955 (CD)
    Inge Borkh, Lisa Della Casa, Jean Madeira, Kurt Böhme, Max Lorenz / Dimitri Mitropoulos / Salzburg 1957 (CD)
    Inge Borkh, Marianne Schech, Jean Madeira, Dietrich Fischer-Dieskau, Fritz Uhl / Karl Böhm / Dresden 1960 (LP und CD)
    Astrid Varnay, Hildegard Hillebrecht, Jean Madeira, Hans Günter Nöcker, Fritz Uhl / Joseph Keilberth / München 1963 (CD)
    Astrid Varnay, H. Hillebrecht, Martha Mödl, Eberhard Waechter, James King / Herbert von Karajan / Salzburg 1964 (LP)
    Ursula Schröder-Feinen, Leonie Rysanek, Astrid Varnay, Theo Adam, Hans Hopf / Karl Böhm / München 1977 (CD)
    Ute Vinzing, Leonie Rysanek, Maureen Forrester, Bent Norup, Horst Hiestermann / Christof Prick / Paris 1984 (LP)
    Alessandra Marc, Deborah Voigt, Hanna Schwarz, Samuel Ramey, Siegfried Jerusalem / Giuseppe Sinopoli / Wien 1995 (CD)
    Irène Theorin, Eva-Maria Westbroek, Waltraud Meier, René Pape, Robert Gambill / Daniele Gatti / Salzburg 2010 (CD)


    b) akustisch (Szenen)
    Erna Schlüter, Ljuba Welitsch, Paul Schöffler, Walter Widdop / Thomas Beecham / RCA London 1947 (LP)
    Christel Goltz, Elisabeth Höngen, Ferdinand Frantz / Georg Solti / München 1952 (LP und CD)
    Inge Borkh, Frances Yeend (Chrysothemis), Paul Schöffler / Fritz Reiner / Chicago 1956 (LP und CD)
    Christa Ludwig (Elektra), Walter Berry / Heinrich Hollreiser / Berlin 1964 (LP und CD)
    Astrid Varnay, Hilde Zadek, Jean Madeira, Randolph Symonette / Arnold Quennet / Düsseldorf 1964 (CD)
    Marijke van der Lugt, Enriqueta Tarrés, Martha Mödl / Arnold Quennet / Düsseldorf 1964 (CD)
    Birgit Nilsson, Marie Collier, Regina Resnik, Tom Krause, Gerhard Stolze / Georg Solti / Wien 1967 (LP)
    Leonie Rysanek als Chrysothemis, Elektra und Klytämnestra / Diverse Daten (CD)


    c) optisch (Video und DVD)
    Gladys Kuchta, Ingrid Bjoner, Regina Resnik, Hans Sotin, Helmut Melchert / Leopold Ludwig / Joachim Hess / Hamburg 1969
    Birgit Nilsson, Leonie Rysanek, Mignon Dunn, Donald McIntyre, Robert Nagy / James Levine / Herbert Graf / New York 1980
    Leonie Rysanek, Catarina Ligendza, Astrid Varnay, Dietrich Fischer-Dieskau, Hans Beirer / Karl Böhm / Götz Friedrich / Wien 1981 - mit 90-minütiger TV-Dokumentation über die Dreharbeiten "Ob ich die Musik nicht höre? Sie kommt doch aus mir."
    Eva Marton, Cheryl Studer, Brigitte Fassbaender, Franz Grundheber, James King / Claudio Abbado / Harry Kupfer / Wien 1989
    Deborah Polaski, Helga Thiede, Reinhild Runkel, Wolfgang Brendel, Kurt Azesberger / Semyon Bychkov / (Konzert) Köln 1998
    Linda Watson, Manuela Uhl, Jane Henschel, Albert Dohmen, René Kollo / Christian Thielemann / Herbert Wernicke / Baden-Baden 2010
    Evelyn Herlitzius, Adrianne Pieczonka, Waltraud Meier, Mikhail Petrenko, Tom Randle / Esa-Pekka Salonen / Patrice Chéreau / Aix-en-Provence 2013


    'Live' habe ich folgende Aufführungen gesehen:


    Ursula Schröder-Feinen, Roberta Knie, Astrid Varnay, Siegmund Nimsgern, Wilhelm Ernest / Arnold Quennet / Georg Reinhardt / Düsseldorf 1973
    Birgit Nilsson, Leonie Rysanek, Christa Ludwig, Walter Berry, James King / Horst Stein / Wieland Wagner / Wien 1978
    Ingrid Bjoner, Mani Mekler, Anny Schlemm, Peter Meven, Udo Holdorf / Hiroshi Wakasugi / Bohumil Herlischka /
    Düsseldorf 1981
    Berit Lindholm, M. Mekler, A. Schlemm, Hans Tschammer, Horst Hiestermann / H. Wakasugi / B. Herlischka / Düsseldorf 1981
    B. Lindholm, Hanna Lisowska, Re Yang Kim, H. Tschammer, H. Hiestermann / Friedemann Layer / B. Herlischka / Düsseldorf 1983
    Luana DeVol, Silvana Dussmann, Ildiko Szönyi, Michael Volle, Robert Woroniecki / Stefan Soltesz / Nicolas Brieger / Essen 2000


    Viele Grüße!


    Carlo

    Hallo, Wolfgang!


    Schön, dass Du an Georg Schnapka erinnerst!


    Neben der von Dir eingestellten Preiser-CD 90091 - die ich nur als LP habe - mit Stücken aus deutschen Opern und Operetten (eingespielt im Januar 1977 mit dem Orchester der Wiener Volksoper unter Franz Bauer-Theussl) findet sich in meiner Sammlung die folgende Schallplatte:


    "Aus der Jugendzeit": 'Der Wagen rollt' * (Fritz Fürst) / 'Aus der Jugendzeit' (Robert Radecke) / 'Flohlied' * (Mussorgskii) / 'In der Waldschenke' (Rudolf Simon) / 'Drei Wandrer' * (Hans Hermann) / 'Andreas Hofer' (Leopold Knebelsberger) / 'Grüße an die Heimat' (Carl Kromer) / 'Das Herz am Rhein' * (Wilhelm Hill) / 'Der schlesische Zecher und der Teufel' * (Friedrich August Reissiger) / 'An der Weser' * (Gustav A. Pressel) / 'Im kühlen Keller' (Ludwig Fischer) / 'Riesengebirglers Heimatlied' (Vincenz Hampel) / 'Wenn ich einmal der Herrgott wär' * (Carl Binder) / 'Der letzte Gruß' * (Hermann Levi) - Aufgenommen im Frühjahr 1983 mit Uwe Theimer (ein Dirigent und zeitweiliger Leiter der Wiener Sängerknaben) am Klavier - PREISER SPR 135 028 (Die * gekennzeichneten Lieder sind auch auf der Preiser CD 90091 als Bonus enthalten.) Auf der Hüllen-Rückseite ist ein schönes Privatfoto dieses Bassisten abgebildet - leider habe ich keinen Scanner...


    Außerdem habe ich noch einen Querschnitt aus "Der Rosenkavalier", aufgenommen vom 21. bis 24. 6. 1971 im Großen Haus der Städtischen Bühnen, Dortmund. Georg Schnapka singt hier das Finale des 2. Aktes 'Da lieg' ich' mit Christiane Zinkler (Annina). Die weiteren Sänger sind: Erika Uphagen (Feldmarschallin), Inghild Horysa (Octavian), Maria Cleva (Sophie) und Joseph Spelthan (Sänger). Es singen Mitglieder des Chores des Musiktheaters Dortmund; es spielt das Philharmonische Orchester der Stadt Dortmund unter der Leitung von Wilhelm Schüchter. Die 30cm-Platte ist eine Eigenproduktion des Musiktheaters Dortmund. (Die Szene des Ochs ist auch auf der obengenannten Preiser-CD enthalten.)


    Zwei Aufnahmen des ORF mit Georg Schnapka sind bisher auf Tonträgern nicht veröffentlicht worden:


    "Der Kuhreigen" (Kienzl): Mitschnitt einer konzertanten Aufführung am 27. 1. 1983 an der Wiener Volksoper mit Georg Schnapka als König Ludwig XVI von Frankreich. In weiteren Rollen: Marquis Masimelle de Courtroy - Robert Granzer; Blanchefleur, seine Gattin - Mirjana Irosch; Cleo, ihre Hofdame - Elisabeth Sobota; Marquis de Chèzy - Rudolf Weiss; Primus Thaller, Schweizer Unteroffizier - Anton Dallapozza; Dursel, sein Kamerad - Christian Boesch; Kapitän Brayole - Peter Drahosch; Favart - Walter Eder / Lothar Zagrosek leitet den Chor und das Orchester der Wiener Volksoper.


    "Katerina Ismailowa" (Die Erstaufführung dieser Fassung von "Lady Macbeth von Mzensk" von Dmitri Shostakovich an der Wiener Staatsoper wurde vom ORF am 12. 2. 1965 mitgeschnitten.) Ludmila Dvoraková sang die Titelrolle, der Sergej war Gerhard Stolze. Georg Schnapka stellte die kleine, aber wichtige Rolle des Popen dar. Ferner wirkten Paul Schöffler (Boris), Karl Terkal (Sinowij), Peter Klein (Betrunkener), Alois Pernerstorfer (Polizeichef), Ruthilde Boesch (Axinja) und Judith Hellwig (Zwangsarbeiterin) mit. Jaroslav Krobholc dirigierte in einer Inszenierung von Karel Jernek.


    Im Archiv des WDR liegen auch zwei Operetten-Gesamtaufnahmen mit Georg Schnapka, u. z.:


    "Der Bettelstudent" (Millöcker): Georg Schnapka ist hier als Oberst Ollendorf zu hören neben Ruth-Margret Pütz (Laura), Waltraut Schulte-Grewe (Bronislawa), Ursula Gust (Palmatica), Frans van Daalen (Symon), Willi Brokmeier (Jan), Ernst H. Hilbich (Enterich) u. a. / Curt Cremer dirigiert das Kölner Rundfunkorchester und den Kölner Rundfunk-Chor. / Der Dialogregisseur ist Heinz Wilhelm Schwarz und das Werk wurde 1969 eingespielt. .


    "Der Vogelhändler" (Zeller): Eine Rundfunkfassung - aufgenommen vom 13. bis 23. 12. 1971 - ohne Dialoge, aber mit verbindenden Worten (Erzähler: Felix Knemöller). Die Sänger waren: Liselotte Rebmann (Kurfürstin), Jutta Heller (Adelaide) Georg Schnapka (Weps), Heinz Hoppe (Stanislaus), Manfred Schmidt (Adam), Brigitte Dürrler (Christel), Arwed Sandner (Schneck), Peter Karner (Süffle) und Wolfgang Anheisser (Würmchen) / Der Kölner Rundfunk-Chor; das Kölner Rundfunkorchester - Dirigent: Curt Cremer. Ich habe von der Rundfunksendung einen Mitschnitt auf CD.


    Und auch zwei TV-Produktionen habe ich gefunden:


    "Halka" (Moniuszko): Eine Aufzeichnung des ORF von 1966 aus der Wiener Volksoper in folgender Besetzung: Stolnik, Truchsess des Königs - Georg Schnapka; Zofia, seine Tochter - Anny Felbermayer; Janusz, Gutsherr - Ernst Gutstein; Seine Leibeigenen: Halka und Jontek - Christiane Sorell und Ion Buzea; Dziemba, Verwalter - Friedrich Nidetzky; Ein Vorsänger - Hans Lauter / Chor und Orchester der Wiener Volksoper - Dirigent: Jan Krenz.


    "Schwanda, der Dudelsackpfeifer" (Weinberger): Dies ist eine Studio-Inszenierung (in Farbe) des ZDF aus dem Jahre 1969 mit Georg Schnapka als Magier. Die Titelrolle wurde von Harald Serafin verkörpert, die Dorota war Serafins damalige Ehefrau Mirjana Irosch. Jean Madeira hatte einen seltenen TV-Auftritt als Königin und der Räuberhauptmann Babinsky war Cesare Curzi. Hans Löwlein dirigierte die Bamberger Symphoniker. Der Regisseur war Václav Kaslik. Leider wurde diese Oper im 'Theaterkanal' nicht wiederholt - eine Video-Aufnahme hätte sich bestimmt gelohnt.


    Viele Grüße!


    Carl

    Liebe Taminos,


    von Mado Robin besitze ich folgende Langspielplatten:


    "Mireille" (Gounod): Vincenette a votre âge (mit Michel Malkassian) - O légère hirondelle -Trahir Vincent - Heureux petit berger
    Ah! Parle encore! Achève! (mit Andrée Gabriel) / Lucia di Lammermoor (Donizetti): Lucia, perdona... Sulla tomba che rinserra
    (mit Libero de Luca) - Il dolce suono... Spargi d'amaro pianto / Orchestre des Concerts du Conservatoire - Dirigent: Richard
    Blareau / DECCA LXT 2898 (30 cm) (Frankreich)


    "Lakmé" (Delibes): Où va la jeune hindoue / 'Carnival of Venice' (Benedict - frz. ges.) / "Lucia di Lammermoor" (Donizetti): Il
    dolce suono... Spargi d'amaro pianto / "Il barbiere di Siviglia" (Rossini): Una voce poco fa / 'Ah! Vous dirai-je Maman' (Mozart/
    Adam) / "Rigoletto" (Verdi): Gualtier Maldé...Caro nome che il mio cor / "Hamlet" (Thomas): A vos jeux, mes amis / New
    Symphony Orchestra of London und Orchestre des Concerts du Conservatoire (Lucia di Lammermoor und Hamlet) / Dirigent:
    Richard Blareau / DECCA 174.096 (30 cm) (Frankreich)


    "Lucia di Lammermoor" (Donizetti): Il dolce suono... Spargi d'amaro pianto / "I Puritani" (Bellini): Qui la voce sua soave... Vien,
    diletto / "La sonnambula" (Bellini): Come per me sereno... Sovra il sen / "Mireille" (Gounod): O légère hirondelle - Heureux petit
    berger / 'Soloveii' (Die Nachtigall) (Alabiev - frz. ges.) / 'Ah! Vous dirai-je Maman' (Mozart/Adam) / Orchestre des Concerts du
    Conservatoire (Lucia di Lammermoor, Mireille) und New Symphony Orchestra of London (Mozart/Adam) - Dirigent: Richard
    Blareau / London Philharmonic Orchestra - Dirigent: Anatole Fistoulari (I Puritani, La sonnambula,'Die Nachtigall') / LONDON
    R 23197 (30 cm) (USA)


    "Lakmé": Où va la jeune hindoue / 'Carnival of Venice' / Il barbiere di Siviglia": Una voce poco fa / 'Ah! Vous dirai-je Maman' /
    "Rigoletto": Gualtier Maldé ... Caro nome che il mio cor / Alle Aufnahmen: New Symphony Orchestra of London / "Hamlet":
    A vos jeux, mes amis / "Lucia di Lammermoor": Il dolce suono... Spargi d'amaro pianto / Beide Aufnahmen: Orchestre des
    Concerts du Conservatoire / Dirigent: Richard Blareau / DECCA 411 641 (30 cm) (England)


    "I Puritani" (Bellini): Son vergin vezzosa - Qui la voce sua soave... Vien, diletto / "La sonnambula" (Bellini): Come per me sereno...
    Sovra il sen - Ah! non credea mirarti... Ah! non giunge / 'Il bacio' (Arditi) / 'Deh torna, mio bene' (Proch) / 'Villanelle' (Dell'Acqua) /
    'Soloveii' (Die Nachtigall) (Alabiev - frz. ges.) / London Philharmonic Orchestra - Dirigent: Anatole Fistoulari / DECCA 411 923
    (30 cm) (England)


    "Mignon" (Thomas): Je suis Titania la blonde / "Les noces de Jeannette" (Massé): Au bord du chemin / "Roméo et Juliette"
    (Gounod): Je veux vivre dans ce rêve / "Les contes d'Hoffmann" (Offenbach): Les oiseaux dans la charmille / "Manon" (Massenet):
    Suis-je gentille ainsi... Je marche sur tous les chemins / 'La danza' (Rossini) / 'The gipsy and the bird' (Benedict - frz. ges.) / "La
    perle du Brésil" (David): Charmant oiseau qui sous l'ombrage / 'Ciribiribin che bel facin' (Pestalozza) / 'Les filles de Cadix'
    (Delibes) / 'Estrellita del lejano cielo' (Ponce) / Orchestre du Théatre National de l'Opéra, Paris - Dirigent: Pierre Dervaux /
    Aufgenommen am 31. 1., 28. 3., 24. 5., 31. 10. und vom 8. bis 9. 11. 1957 / LA VOIX DE SON MAITRE 2 C 053-11691 (30 cm)
    (Frankreich)


    'Plaisir d'amour' (Martini) / 'Les temps des cerises' (Renard) / "La fille du régiment" (Donizetti): C'en est donc fait... Par le rang
    et par l'opulence / "Dinorah" (Meyerbeer): Ombre légère qui suit mes pas / 'Si tu le veux' (Koechlin) / 'Frou-Frou' (Chatau) /
    'Griserie' (Bosc) / 'Roses of Picardy' (Haydn-Wood - frz. ges.) / 'Tu ne sauras jamais' (Rico) / 'Fascination' (Marchetti - frz. ges.) /
    'Pourquoi je t'aime' (Bosc) / Orchestre des Concerts Colonne - Dirigent: Jésus Etcheverry / Orchestre du Théatre National de l'
    Opéra - Dirigent: Pierre Dervaux (La fille du régiment und Dinorah) / Aufgenommen im Januar und Mai 1957 sowie im Mai 1959.
    LA VOIX DE SON MAITRE 2 C 061-11084 (30 cm) (Frankreich)


    "Die Zauberflöte" (Mozart): O zittre nicht (frz. ges. - Orchestre du Théâtre National de l'Opéra - Dirigent: Eugene Bigot) /
    "Manon Lescaut" (Auber): C'est l'histoire amoureuse (Orchestre des Concerts Lamoureux - Dirigent: Henri Tomasi) /
    'Solveigs Lied' (Grieg - frz. ges.) / 'Villanelle' (Dell' Acqua) / 'Chanson provencale' (Dell' Acqua) / 'L'oiseau' (Février) /
    'Immer, wenn ich glücklich bin' (Grothe - frz. ges.) alle 5 Aufnahmen: Un Orchestre - Dirigent: Georges Briez / 'Les filles
    de Cadix' (Delibes) / 'The gipsy and the bird' (Benedict - frz. ges.) beide Aufnahmen: Orchestre du Théâtre National de l'
    Opéra - Dirigent: Pierre Dervaux / 'Si tu le veux' (Koechlin) Orchestre des Concerts Colonne - Dirigent: Jésus Etcheverry /
    'Chanson bohème' (Gallini) und 'Ton épaule pour y dormir' (Richepin) beide Aufnahmen: Orchestre des Concerts Lamoureux
    Dirigent: Marcel Cariven / LA VOIX DE SON MAITRE 2 C 061-12096 (30 cm) (Frankreich)


    Die von Wolfgang in Beitrag Nr. 1 genannte Gesamtaufnahme der "Lakmé" (vom Juli 1952) besitze ich auch; es gibt aber noch
    eine weitere Einspielung dieser Oper in einer Aufnahme des Französischen Rundfunks vom 24. und 25. Januar 1955:


    "Lakmé" (Delibes): Lakmé - Mado Robin, Nilakantha - Pierre Savignol, Mallika - Agnès Disney, Hadji - René Lenoty, Gerald
    - Charles Richard, Frédéric - Camille Maurane, Ellen - Nadine Sautereau, Rose - Denise Monteil, Miss Bentson - Gabrielle
    Ristori, Ein Wahrsager - Albert Caurat, Ein Händler - Pierre Roy / Choeurs de la RTF / Orchestre Radio-Lyrique - Dirigent:
    Jules Gressier / RODOLPHE RP 12426/27 (2 x 30 cm) (Frankreich)


    Ferner habe ich in meiner Sammlung noch folgende Querschnitt-Platten mit Mado Robin:


    "L'École des maris" (Die Schule der Ehemänner) (Emmanuel Bondeville): Sganarelle, ein alter Hagestolz - Louis Musy; Ariste,
    sein Bruder - Xavier Depraz; Isabelle, Sganarelles Mündel - Mado Robin; Valère; ihr Verehrer - Jean Giraudeau; Ergaste, Valères
    Diener - Robert Massard; Dame Cathau, Isabelles Gesellschafterin - Agnès Disney; Die Diener der Nacht - Serge Rallier, Pierre
    Gianotti, Henri Medus, André Philippe / Choeurs et Orchestre de l'Opéra-Comique Paris / Dirigent: Albert Wolff / Aufgenommen
    1954 / LONDON TW 91024 (30 cm) (USA)


    "Mireille" (Gounod): Vincenette a votre âge (mit Michel Malkassian) - O légère hirondelle - Trahir Vincent... Mon coeur ne peut
    changer - La brise est douce (mit Michel Malkassian) - Heureux petit berger - Ah! Parle encore! Achève! (mit Andrée Gabriel) /
    Mireille - Mado Robin, Vincent - Michel Malkassian, Vincenette - Andrée Gabriel / Orchestre des Concerts du Conservatoire
    Dirigent: Richard Blareau / DECCA LW 5255 (25 cm) (England)


    "Die Zauberflöte" (Mozart - frz. ges.): Sarastro - Xavier Depraz, Tamino - Jean Giraudeau, Königin der Nacht: Mado Robin,
    Pamina - Janine Micheau, Drei Damen - Irène Sicot, Monique Linval und Denise Monteil, Papageno - Michel Dens, Papagena
    Jane Berbie / Orchestre des Concerts Colonne - Dirigent: Louis de Froment / LA VOIX DE SON MAITRE 2 C 061-12144
    (30 cm) (Frankreich)


    "Ein Walzertraum" (Rêve de Valse) (Straus - frz. ges.): Joachim XIII, Fürst von Flausenthurn (Grand-Duc Joachim XIII de Snobie)
    Louis Noguera; Prinzessin Helene, seine Tochter (Hélène) - Mado Robin; Graf Lothar, Vetter des Fürsten (Lothar) - Pierre Germain;
    Friederike von Insterburg (Fréderique d' Insterbourg) - Solange Michel; Leutnant Niki (Maurice de Fonségur) - Michel Dens; Leutnant
    Montschi (de Moussy) - Claude Devos; Franzi, Dirigentin einer Damenkapelle (Franzi) - Liliane Berton; Wendolin, Haushofmeister
    (Wondolin) - Pierre Germain; Sigismund, Leiblakai (Sigismond) - Claude Devos / Choeurs Raymond Saint-Paul / Orchestre des
    Concerts Colonne - Dirigent: Louis de Froment / LA VOIX DE SON MAITRE 2 C 057-10351 (30 cm) (Frankreich)


    "Walzer aus Wien" (Johann Strauß Vater und Sohn / Erich Wolfgang Korngold / Julius Bittner - frz.ges.): Johann Strauß junior
    Michel Dens; Ebeseder, Konditor - Daniel Marty; Resi, seine Tochter - Mado Robin; Wessely, Hofschneider - Jacques Pruvost;
    Leopold, sein Sohn - Michel Sénéchal; Pepi, eine junge Konditorin - Huguette Boulangeot; Olga, eine russische Gräfin - Vivette
    Barthélemy; Kathi, Resis Freundin - Huguette Boulangeot; Drei junge Mädchen - Huguette Hennetier, Jeannette Levasseur und
    Jacqueline Cauchard; Sopransolo - Denise Monteil / Choeurs Raymond Saint-Paul / Un Orchestre - Dirigent: Jules Gressier /
    LA VOIX DE SON MAITRE 2 C 051-10354 (30 cm) (Frankreich) Diese 1930 in Wien uraufgeführte Operette, die sich in erster
    Linie der Kompositionen von Johann Strauß Vater und Sohn bedient - u. a.ein gesungener 'Radetzky-Marsch' und 'An der schönen
    blauen Donau' als großes Solisten-Tableau - erfreut sich vor allem in Frankreich ("Valses de Vienne", uraufgeführt 1933 in Paris)
    und in den USA ("The Great Waltz", uraufgeführt 1934 in New York) nach wie vor großer Beliebtheit.


    "Rigoletto" (Verdi - frz. ges.): Der Herzog von Mantua (Le Duc de Mantoue) - Maurice Blondel; Rigoletto - Michel Dens; Gilda
    Mado Robin; Sparafucile - Xavier Depraz; Maddalena (Madeleine) - Solange Michel; Der Graf von Monterone (Le Comte de
    Monterone) - Louis Noguera; Giovanna (Joanna) - Solange Michel; Borsa - Jean-Christophe Benoit / Orchestre du Théâtre
    National de l'Opéra - Dirigent: Pierre Dervaux / LA VOIX DE SON MAITRE 2 C 061-12128 (30 cm) (Frankreich)


    "La Traviata" (Verdi - frz. ges.): Violetta Valéry - Mado Robin; Alfredo Germont (Rodolphe) - Paul Finel; Giorgio Germont (D' Orbel)
    - Michel Dens; Doktor Grenvil (Le Docteur) - Pierre Germain; Annina (Annette) - Micheline Dumas / Choeurs et Orchestre du
    Théâtre National de l'Opéra - Dirigent: Pierre Dervaux / LA VOIX DE SON MAITRE 2 C 061-12106 (30 cm) (Frankreich)


    Meines Wissens sind alle obengenannten Aufnahmen in Frankreich - in verschiedenen Ausgaben - auch auf CD erhältlich.


    Viele Grüße!


    Carlo

    Hallo,


    hier ist nun der dritte Teil mit Aufnahmen von Rosl Schwaiger, u. z. ihre Operetten-Einspielungen (sofern sie mir bekannt sind):


    "Die Geisha" (Jones) Die einzige Operetten-Gesamtaufnahme von Rosl Schwaiger beim WDR (April 1952). Die Besetzung: O Mimosa San - Rosl Schwaiger (Dialog: Luitgard Im), Leutnant Katana - Christo Bajew (Dialog: Alf Marholm), Imari - Udo Vietz, Wun-Hsi - Kurt Großkurth, Reginald Fairfax - Willy Hofmann, Molly Seamore - Gretl Schörg, Dick Cunningham - Peter René Körner, Arthur Cuddy - Willy Schneider, Juliette Diamant - Vera de Luca, Constance Wynne - Carla Neizel u. a. / Dirigent: Kurt Marszalek / Regie: Kurt Feltz. Die Interpretation des Liedes "Der verliebte Goldfisch" durch Rosl Schwaiger wurde so populär, dass die 'Polydor' sie auch Ende 1953 für eine Querschnitt-Aufnahme dieser einst sehr viel gespielten Operette (allein 1000 Mal in 10 Jahren in Berlin!) verpflichtete. Hier sangen Franz Fehringer (Katana) und Lonny Kellner (Juliette), während Gretl Schörg, Willy Hofmann, Kurt Großkurth, Peter René Körner und Willy Schneider ihre Rollen wiederholten.


    "Die Csárdásfürstin" (Kálmán) 1965 nahm die Electrola das 'Schwalbenduett' aus dem 2. Akt auf mit Rosl Schwaiger und Heinz Hoppe - Willy Mattes leitete das Symphonie-Orchester Graunke. Warum nur dieses eine Duett eingespielt wurde, entzieht sich meiner Kenntnis.


    "Die stumme Serenade" (Korngold) Erich Wolfgang Korngold dirigierte seine eigene 'Komödie mit Musik' am Pult eines nur acht Instrumente umfassenden Kammerorchesters für die Ravag (Radio-Verkehrs AG) im März 1951. Rosl Schwaiger ist die Louise (eine Probiermamsell - heute würde man 'Model' sagen) in dieser im Jahre 1820 im Königreich Neapel spielenden Operette. Fred Liewehr ist als Tenorheld 'Andrea Coclé' und Hilde Ceska in der Divenrolle 'Silvia Lombardi' zu hören. U. a. wirken noch Kurt Preger, Franz Böheim, Liane Synek, Hansi Schenk, Tonja Sontis und die Schauspieler Susi Witt und Egon von Jordan mit. Hiervon gibt es eine CD-Ausgabe.


    "Das Dorf ohne Glocke" (Künneke) Dieses 'Singspiel' wurde im Mai 1953 vom Bayerischen Rundfunk gesendet mit folgender Besetzung: Vater Benedikt, der Pfarrer - Willy Rösner (später bekannter als Schauspieler im 'Komödienstadl'); Sophie, seine Wirtschafterin - Ruth Michaelis; Der Schmied - Carl Hoppe; Peter, ein Schmiedegeselle - Lorenz Fehenberger; Eva, seine Freundin - Trude Eipperle; Baron von Lertingen - Franz Klarwein; Der Ortsvorsteher - Karl Schwert; Der Wirt - Rudolf Wünzer; Die Wirtin - Anny van Kruyswyk; Resi, Kellnerin - Rosl Schwaiger; Der Müller - Albrecht Peter; Seine Frau - Lilian Benningsen; Der Krämer - Paul Kuen; Der Lehrer - Kurt Kraille; Seine Frau - Barbara Kern; Kleinlieschen, ein Bauernkind - Adele Hoffmann; u. a. / Der Chor des Bayerischen Rundfunks und das Münchner Rundfunkorchester - Werner Schmidt-Boelcke / Funkregie: Ludwig Bender. Zwei CD-Ausgaben dieser Operette sind erhältlich.


    "Die lockende Flamme" (Künneke) Von der Gesamtaufnahme des NDR vom Juni 1950 existieren nur noch 11 Musiknummern, darunter der Pasodoble der Dolores "Lind ist die Nacht" mit Rosl Schwaiger und Anneliese Rothenbergers (Lisbeth) - bis heute nicht übertroffene - Interpretation von "Künstlerball bei Kroll". Die weiteren Sänger waren Hans Herbert Fiedler (Hoffmann), Joseph Olah (de la Motte-Fouqué), Otto Albrecht (Magister Tinte) und Karl Friedrich (Jacinto). Der Chor des NDR Hamburg und das Hamburger Rundfunkorchester wirkten unter der Leitung von Wilhelm Stephan mit. Auch hiervon gibt es zwei CD-Pressungen.


    "Liselott" (Künneke) Eine Produktion des Bayerischen Rundfunks vom Juli 1955 mit Rosl Schwaiger in der Rolle von Liselotts Zofe Blanche. Die Titelrolle sang Anny Schlemm und das bekannteste Stück dieser Operette, das Duett "O Gott, was sind wir vornehm" interpretierten Hilde Hildebrand als Gräfin de Grancai - sie sang diese Partie bereits 1932 in der Uraufführung - und Arno Assmann in der Gustaf-Gründgens-Rolle des Herzogs von Orléans. Ferner wirkten Ferry Gruber (Graf Harling), Harry Friedauer (Chevalier de la Garde), Marcel Cordes (Temple), Ernst Fritz Fürbringer (König Ludwig XIV) und Ado Riegler (Kurfürst von der Pfalz) mit. Werner Schmidt-Boelcke leitete das Münchner Rundfunkorchester. Eine CD-Version von dieser Aufnahme ist erhältlich.


    "Der Bettelstudent" (Millöcker) - aufgenommen im April 1956 (siehe das 'Walhall'-Cover im Beitrag Nr. 1 von Peter aus Wien).


    "Die beiden Savojarden" (Le 66) (Offenbach) Ob es von dieser frühen Opéra bouffe eine Gesamtaufnahme beim Bayerischen Rundfunk gibt, weiß ich nicht. Erhalten im Archiv ist das Trinklied des Francois "Der schönste Platz ist hier ein kühler Keller" und das Terzett Suzon - Piccolo - Francois "Nehmt meinen Glückwunsch, o Freund, und erweiset mir die Ehre". Es singen: Rosl Schwaiger, Ferry Gruber und Carl Hoppe mit der Münchner Chorgemeinschaft; Werner Schmidt-Boelcke dirigiert das Münchner Rundfunkorchester.


    "Monsieur Choufleuri" (M. Choufleuri restera chez lui le ...) (Offenbach) Die Sänger waren 1958 beim NDR: Toni Blankenheim (Monsieur Choufleuri), Rosl Schwaiger (Ernestine, seine Tochter), Ferry Gruber (Chrysodyle Babylas, Komponist), Willy Hofmann (Petermann, Diener), Jürgen Förster (Monsieur Balandard) und Ilse Hübener (Madame Balandard). Die Sprecher waren Lieselotte Willführ und Hermann Lenschau. Der "Feuerwerk"-Komponist Paul Burkhard dirigierte das Hamburger Rundfunkorchester. Das Terzett "Italia la bella", in dem Ernestine, Chrysodyle und M. Choufleuri die Bellini- und Donizetti-Sänger Henriette Sontag, Giovanni Battista Rubini und Antonio Tamburini persiflieren, war ein oft gesendeter 'Hit' im NDR. Von dieser Gesamtaufnahme - die deutsche Version dieser Operette heißt "Salon Pitzelberger" (Wien) bzw. "Salon Jäschke" (Berlin) - gibt es m. W. bisher keine CD-Veröffentlichung. (Übrigens gibt es von "Italia la bella" beim Bayerischen Rundfunk auch eine Aufnahme mit Rosl Schwaiger, John van Kesteren und Kurt Böhme unter Werner Schmidt-Boelcke.)


    "Das Dreimäderlhaus" (Schubert / Berté) Aufgenommen vom 9. bis 14. 9. 1963 im Studio des Bayerischen Rundfunks mit folgender Besetzung: Franz Schubert - Rudolf Christ, Franz von Schober - Erich Kienbacher, Leopold Kupelwieser - Max Proebstl, Moritz von Schwind - Heinz Friedrich, Johann Michael Vogl - Kurt Wehofschitz, Christian Tschöll - Fritz Muliar, Hannerl - Rosl Schwaiger, Haiderl - Antonia Fahberg, Hederl - Brigitte Fassbaender, Lucia Grisi - Liselotte Ebnet, Ferdinand Binder - Ferry Gruber, Andreas Bruneder - Fritz Graas, ferner Eleonore von Wallerstein, Elisabeth Neumann-Viertel, Karl Schönböck und Hans Ernst Jäger / Der Erzähler ist Erik Schumann. / Der Chor des Bayerischen Rundfunks und das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: Franz Allers. Bisher ist diese Aufnahme nicht veröffentlicht worden.


    "Die lustigen Nibelungen" (Straus) Eine frühe Rosl-Schwaiger-Aufnahme von Radio Wien aus dem Jahre 1951. Die Sänger und ihre Rollen: Kurt Preger (Gunther, König von Burgund), Otto Wiener (Dankwart, sein Papa), Hilde Rössel-Majdan (Ute, seine Mama), Rosl Schwaiger (Kriemhild, eine minnige Maid), Erich Kaufmann (Hagen, ihr finsterer Onkel), Guido Wieland (Siegfried, der Drachentöter), Else Macha (Brunhilde, Königin von Isenland), Joseph Maschkan (Volker, ein Held), Margarete Grubinger (Giselher, ein Recke), Otto Ambros (Erzähler). Max Schönherr leitete das Große Wiener Rundfunk-Orchester. CD-Ausgaben dieser Aufnahme liegen vor.


    "Karneval in Rom" (Strauß) Marie - Traute Fayer, Arthur Bryk - Franz Borsos, Robert Hesse - Franz Emmerich, Benvenuto Rafaeli - Kurt Preger, Graf Falconi - Hans Stilp, Gräfin Falconi - Rosl Schwaiger, Das Brautpaar Franz und Therese - Rudolf Spitz und Fritzi Margaritella, Toni - Karl Böhm (natürlich nicht der Dirigent!), Die Maler-Freundinnen Rosalinde, Flora und Elvira - Fritzi Margaritella, Hansi Schenk und Tonja Sontis / Der Chor und das Große Orchester des Österreichischen Rundfunks unter Max Schönherr. (Die Aufnahme stammt vermutlich von 1952 und ist auf CD erhältlich.) Leider ist die erst 2008 wieder entdeckte Koloratur-Arie der Gräfin Falconi nicht enthalten.


    "Die Fledermaus" (Strauß) Bei der Firma 'Ariola' erschien 1959 eine 30cm-LP mit Szenen aus diesem Werk. Rosl Schwaiger war die Adele, Sári Barabás die Rosalinde und Eva-Maria Görgen der Orlowsky. Den Eisenstein sang Hendrikus Rootering, den Alfred und den Blind Kurt Wehofschitz, den Dr. Falke Carl Hoppe und Walter Kreppel war der Frank. Carl Michalski leitete den Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper. Die Aufnahme wurde immer wieder in verschiedenen LP-Pressungen aufgelegt. Aus einem Münchner Sonntagskonzert vom 9. 3. 1959 existieren auch Ausschnitte aus diesem Werk mit Hedi Klug, Rosl Schwaiger, Heinz Hoppe und Benno Kusche - Max Schönherr leitet das Münchner Rundfunkorchester. (Das Besondere an diesen Konzerten war, dass man sie - quasi als Generalprobe - am Sonntagmorgen im Studio aufnahm, während am Abend das Live-Konzert aus dem Kongress-Saal des Deutschen Museums übertragen wurde.)


    "Wiener Blut" (Strauß) Im Archiv des Bayerischen Rundfunks befindet sich eine Szenenfolge mit Rosl Schwaiger als Franziska Cagliari, Antonia Fahberg als Gabriele, Liselotte Schmidt als Pepi, Reinhold Bartel als Balduin und Ferry Gruber als Josef. Am Pult des Münchner Rundfunkorchesters steht Werner Schmidt-Boelcke. Am Rosenmontag 1956 wurde im Bayerischen Rundfunk eine Gesamtaufnahme dieser Operette mit dem Münchner Rundfunkorchester unter Max Schönherr gesendet. Ob hier auch 'die Rosl' mitgewirkt hat, kann ich nicht sagen, weil ich die Besetzung nicht kenne...


    "Die Gondolieri" (The Gondoliers) (Sullivan) Ein Querschnitt durch die Operette, aufgenommen am 27. 10. 1969 im Rahmen eines Münchner Sonntagskonzerts. Rosl Schwaiger sang die Rollen der Casilda und der Giannetta. Die Partner waren hier Ursula Gust, John van Kesteren und Richard Kogel. Der Münchner Kammerchor und das Münchner Rundfunkorchester wurden von Werner Schmidt-Boelcke geleitet.


    "Der Vogelhändler" (Zeller) Für den Europäischen Phonoklub in Stuttgart spielte Werner Schmidt-Boelcke am 13. 11. 1959 eine Szenenfolge ein, die auf einer 25cm-Platte unter dem Label 'Opera' und später auf diversen 30cm-Platten erschien. Die Sänger waren Sári Barabás (Kurfürstin), Rosl Schwaiger (Briefchristel), Ferry Gruber (Adam), Hendrikus Rootering (Stanislaus, Schneck und Süffle), Christian Oppelberg (Würmchen) und Otto Storr (Weps). Ferner wirkten der Rudolf-Lamy-Chor und das Münchner Rundfunkorchester mit; der Regisseur war Georg von Wysocki.


    Ich hoffe, mit dieser dreiteiligen Auflistung ihrer Fernseh-, Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen ein würdiges Memento dieser liebenswerten Sopranistin gegeben zu haben. In den 'Verliesen' der Rundfunkanstalten dürften noch unzählige Einzeltitel mit Rosl Schwaiger zu finden sein, darunter auch Kunstlieder von Haydn und Mozart bis Debussy und Liebermann.


    Carlo

    Leonie Rysanek hat die Rolle der Leonora im "Troubadour" nie gesungen! Lt. Werkestatistik der Wiener Staatsoper sang aber Lotte Rysanek diese Partie 24 Mal (in italienischer Sprache) - die Ines wurde meistens von Laurence Dutoit interpretiert.


    Die 'andere' Leonora ("Die Macht des Schicksals") hat Leonie Rysanek nur 2 Mal in Wien gesungen (1954) und auch nur 2 Mal an der 'Met' (1960), während Lotte Rysanek damit 'im Haus am Ring' 9 Mal aufgetreten ist.


    Als man 'die Leonie' fragte, warum sie nie die "Madame Butterfly" gesungen hat, antwortete sie: "Das hätte ich sehr gern getan. Aber die hat meine Schwester in Wien so schön gesungen, da wollte ich ihr diese Rolle nicht auch noch wegnehmen." Die 'Lotte' sang in 44 Aufführungen diese Partie - das ist der Rekord in Wien!


    Soviel zu der angeblichen Rivalität zwischen den Rysanek-Schwestern!


    Carlo

    Lieber M. Joho,


    das ist ja toll! Vielen, vielen Dank für den Hinweis!


    Ich habe soeben den Thread über Lotte Rysanek ergänzt und Einiges ist auch hier über ihre 'kleine' Schwester
    zu erfahren. Die Rysanek-Schwestern wurden übrigens von ihren Mitstudenten am Wiener Konservatorium -
    darunter Melitta Muszely und Liane Synek - "Lo" und "Li" gerufen. Um sich etwas dazu zu verdienen, haben
    die Gesangsschüler damals Post ausgetragen und im Winter Schnee geschaufelt - vor allem nachts, weil es
    da mehr Geld gab!


    Viele Grüße!


    Carlo



    P. S.
    Zum Beitrag Nr. 10: Der Bayerische Rundfunk hat alle Aufführungen von Hans Knappertsbusch während der
    Opernfestspiele 1955 im Prinzregententheater mitgeschnitten. Aus 'rechtlichen Gründen' durften aber nur
    "Die Meistersinger von Nürnberg" und "Die Götterdämmerung" gesendet werden!

    Liebe Forianer,


    gestern war der 20. Todestag von Leonie Rysanek und das hat mich bewogen, den Thread über ihre Schwester Lotte, die eigentlich Charlotte hieß, zu ergänzen.


    Geboren wurde Lotte Rysanek am 18. 3. 1924 in Wien-Erdberg und sie wuchs in einfachsten Verhältnissen auf. Der Vater war ein Kunststeinmetz aus Mähren, der zeitweise als Chauffeur für die Schwechater Brauerei arbeitete, während die Mutter Wäscherin war. Lotte und Leonie (richtig: Leopoldine, geboren 1926) hatten vier Brüder, von denen aber drei im Krieg fielen. Die Musik war in der Familie Rysanek ein Ausgleich zu der wirtschaftlichen Not in jener Zeit und es gelang den Schwestern 1946, Gratis-Gesangsunterricht bei einer pensionierten Professorin des Wiener Konservatoriums zu bekommen. Dank eines Stipendiums war es ihnen möglich, ein Jahr später an dieses Konservatorium zu wechseln, wo beide bei Alfred Jerger und Erich von Wymetal dramatischen Unterricht erhielten. Leonie ging noch während des Studiums (ohne Erlaubnis) in's Engagement nach Innsbruck. Lotte wurde nach ihrer Abschlussprüfung 1950 vom Stadttheater Klagenfurt - Leonie war hier im März 1950 die Elisabeth im "Tannhäuser" in einer Neuinszenierung - verpflichtet und hatte in der Titelrolle von "Manon" ihr Debüt. Von 1951 bis 1953 gehörte Lotte Rysanek dann zum Ensemble des Theaters der Stadt Freiburg im Breisgau, bevor sie ab 1956 Mitglied der Wiener Wiener Staatsoper wurde, wo sie bereits im November 1954 als 'Madame Butterfly' debütierte.


    Der Wiener Staatsoper gehörte Lotte Rysanek bis zu ihrem Bühnenabschied (als Helmwige in der "Walküre") im Dezember 1987 an - die Statistik verzeichnet 939 Auftritte in 46 Rollen. Ende der 50er Jahre war sie auch an die Wiener Volksoper verpflichtet und hatte Gastauftritte an vielen österreichischen und deutschen Bühnen, so auch an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg, die in der Intendanz von Hermann Juch - früher Intendant der Volksoper Wien - von 1956 bis 1964 als 'Ableger' der Wiener Staatsoper galt. Nachdem Lotte Rysanek den Wiener Kaufmann Herbert Dörler geheiratet hatte und eine Familie gründete, stellte sie ihre Gastiertätigkeit ein und blieb dem 'Haus am Ring' treu - sehr häufig auch als kurzfristige Einspringerin. Im Laufe der Jahre hatte sich ihre Stimme vom leichten, lyrischen Sopran in Richtung des dramatischeren Faches entwickelt; vor allem als 'Cho-Cho-San' hatte sie lediglich in Sena Jurinac ernsthafte Konkurrenz.


    So etwas wie Neid oder Konkurrenz scheint es zwischen den Schwestern nie gegeben zu haben, ganz im Gegenteil! Die 'kleine' Schwester nahm Lotte öfter zu Auftritten ins Ausland mit, z. B. 1954/1955 für eine "Fidelio"-Tournee nach Toulouse, Marseille, Bordeaux und Nizza (mit Ludwig Suthaus, Heinz Rehfuss und Ludwig Weber unter Otto Ackermann und in der Regie von Leonies Ehemann Rudolf Grossmann - auf dem Theaterzettel aus Marseille wird aber Lotte als Leonore und Leonie als Marzelline genannt; die Beiden dürften darüber herzlich gelacht haben!). Im Februar 1957 sangen sie Helmwige und Sieglinde in der "Walküre" an der Römischen Oper (mit Birgit Nilsson, Ira Malaniuk, Hans Beirer, Sigurd Björling und Ludwig Weber / Dirigent: Heinrich Schmidt) und die gleichen Rollen sangen sie auch im April 1958 an der Mailänder Scala, hier mit Birgit Nilsson, Jean Madeira, Ludwig Suthaus, Hans Hotter und Gottlob Frick - Herbert von Karajan dirigierte in seiner eigenen Inszenierung. Und auch die Verpflichtung nach Bayreuth als 5. Blumenmädchen (1957) und Helmwige (1958) dürfte Lotte der Leonie zu verdanken haben. In der 'Hör Zu' wurde in der "Parsifal"-Besetzung prompt Leonie genannt, die aber 1957 wegen Terminschwierigkeiten gar nicht in Bayreuth auftrat und das 'Blumenmädchen' nie gesungen hat. (Die drei zuletzt genannten Aufführungen sind auf CD erhalten.)


    Wann imer es möglich war - und ausgerichtet auf Leonies Repertoire - sind die Rysanek-Schwestern gemeinsam an der Wiener Staatsoper aufgetreten, z. B. in "Fidelio", "Die Walküre", "Dalibor", "Elektra" oder "Die Frau ohne Schatten", wobei sich Lotte nicht zu schade war, in Kleinstrollen mitzuwirken. Und so habe ich sie auch am 30. 4. 1978 in einer Vorstellung der "Elektra" gesehen (Lotte Rysanek als 5. Magd), zusammen mit Birgit Nilsson, Christa Ludwig, Walter Berry und James King unter Horst Stein. Es war eine ungeplante Aufführung: ursprünglich war "Die Frau ohne Schatten" vorgesehen mit Karl Böhm am Dirigentenpult. Da er aber erkrankte - und ein Monopol auf das Dirigat dieser Oper hatte - wurde innerhalb von zwei Tagen umdisponiert! In dem TV-Film "Wie du warst, wie du bist" (ein Leonie-Rysanek-Portrait von Otto Anton Eder aus dem Jahre 1986) sind die Schwestern zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Bruder beim Heurigen in Wien zu sehen. Und Leonie ließ Anfang der 60er Jahre sogar Fotoreporter von "Hör Zu" und "Gong" in ihr Haus in Altenbeuern bei Rosenheim, wobei auch Lotte mit auf's Bild kam. Das waren noch Zeiten, als Opernsänger für 'Home-Stories' interessant genug waren...


    Hervorzuheben ist, dass sich die Stimmen der Beiden (von Freunden 'Lo' und 'Li' genannt) im Timbre ähnelten, aber Leonie hatte das größere Volumen und den größeren Radius, auch war ihre Farbe etwas dunkler. Leider sind von Lotte Rysanek im Studio nur Operetten-Aufnahmen eingespielt worden: "Der Opernball" (Heuberger / mit Else Liebesberg, Margit Opawsky, Christine Spierenburg, Karl Terkal und Horst Heinrich Braun unter Kurt Richter / Philips), "Die Csardasfürstin" (Kálmán / mit Rudolf Christ und Herbert Prikopa unter Franz Bauer-Theussl / Westminster), "Gräfin Mariza" (Kálmán / mit Else Liebesberg, Rudolf Christ, Herbert Prikopa unter Franz Bauer-Theussl / Westminster), "Paganini" (Lehár / mit Else Liebesberg, Karl Terkal, Herbert Prikopa unter Franz Bauer-Theussl / Westminster), "Schön ist die Welt" (Lehár / mit Christine Spierenburg, Margit Opawsky, Karl Terkal, Horst Heinrich Braun und Leo Heppe unter Kurt Richter / Philips) "Der Bettelstudent" (Millöcker / mit Herta Staal, Sonja Draksler, Karl Terkal, Hans Strohbauer, Leo Heppe unter Kurt Richter / Philips) "Gasparone" (Millöcker / mit Herta Staal, Hans Strohbauer, Horst Heinrich Braun und Friedrich Nidetzky unter Kurt Richter / Philips). Alle diese Aufnahmen sind in den 50er Jahren in Wien entstanden und - auch in anderen Kopplungen - auf diversen Labels erschienen. 1960 nahm Lotte Rysanek für eine Operetten-Sammelplatte Arien und Duette mit Emmy Loose, Karl Terkal, Murray Dickie und den Wiener Philharmonikern unter Wilhelm Loibner für HMV auf. Eine 'späte' Lotte-Rysanek-Platte ist der Querschnitt aus "Paganini" mit Monique Lobasa, Adolf Dallapozza und Erich Kuchar - eingespielt 1969 in München unter Franz Bauer-Theussl für die Philips und bisher nicht auf CD erhältlich.


    Zusätzlich zu den in den anderen Beiträgen genannten Opernaufnahmen befinden sich im Tonarchiv des ORF bestimmt noch mehr Einspielungen. Auch zwei TV-Übertragungen aus der Volksoper Wien hat es gegeben: "Der Evangelimann" (1958) mit Lotte Rysanek als Martha sowie mit Sonja Draksler, Julius Patzak und Theo Baylé / Dirigent: Paul Walter / Regie: Christian Mueller - "Die lustigen Weiber von Windsor" (1959) mit Endré Koréh (Falstaff), Theo Baylé (Fluth), Friedrich Nidetzky (Reich), Karl Terkal (Fenton), August Jaresch (Spärlich), Marjan Rus (Cajus), Lotte Rysanek (Frau Fluth), Hilde Rössel-Majdan (Frau Reich), Else Liebesberg (Anna) / Dirigent: Franz Bauer-Theussl / Regie: Herbert Waniek. In einer Semi-Inszenierung wurde Silvester 1959 aus dem Theater an der Wien eine Kurzfassung von "Die Fledermaus" in der ARD übertragen: Lotte Rysanek sang die Rosalinde, Hanny Steffek war die Adele; ferner sangen Fred Liewehr (Eisenstein), Richard Holm (Alfred) und Erich Kunz (Frank). Wilhelm Loibner leitete die Wiener Symphoniker.


    Nachdem sie 1987 in Pension ging, hat sich Lotte Rysanek in's Privatleben zurückgezogen. Am 14. 12. 2016 ist sie mit 92 Jahren in Wien gestorben und wurde auf dem Hietzinger Friedhof zu Grabe getragen.


    Viele Grüße!


    Carlo

    Liebe Forianer!


    Ist es tatsächlich schon 20 Jahre her, dass Leonie Rysanek gestorben ist? Ich entsinne mich noch genau an die ZIB-Nachrichten des ORF, als am Sonntagmittag des 8. März 1998 auf 3sat (nach der "Belcanto"-Sendung über Jussi Björling) als erste Meldung die Nachricht von ihrem Tod verlesen wurde.


    Auch ich zähle mich zu den vielen Verehrern dieser großen, außergewöhnlichen Künstlerin! Als ich sie das erste Mal bewusst hörte (Bayreuther Festspiele 1959 als Senta - übrigens sollte ursprgl. Jon Vickers den Erik singen!), war ich von ihrer stimmlichen Gestaltungskraft dieser schwierigen Partie ziemlich beeindruckt. Nebenbei gesagt, hatte ich mir die Radioübertragung des "Lohengrin" (Bayreuth 1958) gespart, weil ich damals - ich war erst 12 Jahre alt - diese Oper für 'kitschig' hielt! Als dann noch Ende 1959 die"Macbeth"-Aufnahme mit Leonie Rysanek und Leonard Warren gesendet wurde, war ich nicht nur für die Oper an sich begeistert (bisher hatte ich alle Art von Musik, auch Schlager, gehört), sondern auch ein glühender Fan dieser warmen, ausdrucksvollen und auch sehr schönen Stimme geworden. Natürlich wünschte ich mir zu Weihnachten und zum Geburtstag Schallplatten mit Leonie Rysanek, kaufen konnte ich keine, weil es kein Taschengeld gab. Und mein erstes Lehrlings-Gehalt 1963 war so niedrig (DM 40,-- pro Monat!), dass ich mir die teuren Platten (DM 21,--) buchstäblich vom Munde abgespart habe. So etwas vergisst man nicht...


    Ich kenne keine andere Sängerin, die derart viele Interviews gegeben hat, wie 'die Leonie'. Und sie hatte auch durchaus etwas zu sagen. Der 320 Seiten starke Prachtband (1990) von Peter Dusek und Peter Schmidt oder das "Opernwelt" Jahrbuch (1989) von Imre Fabian basieren auf langen Gesprächen mit der Sängerin. Hier zeigte sie sich als analytisch denkender Mensch, während sie sich auf der Bühne emotional auslebte. Es war auch ihre große Ehrlichkeit, die sie ihren vielen Fans so sehr nahe brachte. Einmal allerdings schoß sie über das Ziel hinaus, als sie in einem Interview mit Paul Flieder 1982 zu dem damals viel diskutierten Thema "Sängergagen" mit der Aussage "Es ist keiner das viele Geld wert, das wir bekommen. Aber ich wäre dumm, wenn ich es nicht nähme." ein absolutes Tabu brach und auf Rückfrage ihre reguläre Abendgage (17000 Mark) nannte! Der "Stern" forschte nach und veröffentlichte eine Gehalts-Liste der in dieser Zeit populärsten Opernsänger, was eine Konferenz internationaler Intendanten unter Vorsitz von Rolf Liebermann und eine Begrenzung der Höchstgagen zur Folge hatte. (Allerdings hielten die hier getroffenen Absprachen nicht allzu lange, da amerikanische und asiatische Konzertveranstalter die festgelegten Summen weit überboten.)


    Leonie Rysanek empfand die Theaterwelt außerhalb der Bühne stets als unaufrichtig und 'falsch'. Von den Intendanten forderte sie gegebene Versprechen ein und trennte sich ohne zu zögern z. B. von Rudolf Hartmann, Carl Ebert, Herbert von Karajan und Wieland Wagner - später hat sie dann aber wieder an deren Bühnen gesungen, ganz einfach, weil man auf sie nicht verzichten konnte und wollte. Bei den Regisseuren galt sie als 'schwierig', weil sie nachfragte und sich simplen Anweisungen widersetzte.(Dies tat sie allerdings mit ihrem ausgeprägten Wiener Charme!) Das konnte auch dazu führen, dass sie sich mit 'Regiestars' wie Jean-Pierre Ponnelle oder Otto Schenk überwarf. Und dem Regietheater moderner Prägung stand sie ablehnend gegenüber, nicht zuletzt, weil sie als impulsiv reagierendes 'Bühnentier' der Einengung auf einen konkreten Darstellungsstil nicht folgen wollte.


    Zu ihren Sänger-Kollegen hatte 'Leonie', wie sie allgemein genannt wurde, ein sehr gutes Verhältnis. Lediglich junge, aufstrebende Sopranistinnen, die ihr gefährlich werden konnten, wurden zunächst mit Argwohn beobachtet. Später hat sie oft mit ihnen (z. B. Anja Silja, Gwyneth Jones, Ursula Schröder-Feinen und Hildegard Behrens, die auch auf Leonie Rysaneks Beerdigung gesungen hat) Freundschaft geschlossen. Jess Thomas schreibt in seiner Autobiographie, dass es eine Angewohnheit der Rysanek war, Intendanten und Dirigenten zu berichten, wenn sie neue, vielversprechende Sänger erlebt hatte. Nicht von ungefähr wurde sie 1979 auf einstimmigen Beschluss des Solistenverbands der Wiener Staatsoper zur ersten Trägerin des Lotte-Lehmann-Rings gewählt, der heute im Besitz von Waltraud Meier ist.Und vor älteren Kollegen hatte sie großen Respekt, wohl wissend, dass auch sie einmal eine Sängerin 'von einst' sein würde.


    Nicht untergeordnet, aber angepasst, hat sie sich den Dirigenten ihrer Zeit: es gibt praktisch keinen namhaften
    Orchesterleiter, mit dem sie nicht zusammen gearbeitet hat. Dabei war sie bei den Proben stets korrekt, es ist
    aber in der abendlichen Vorstellung oft vorgekommen, dass sie in ihrem emotionalen Überschwang vom richtigen Notenwert abwich und sich die Partitur 'zurechtlegte'. Das Kritikerwort "Die Rysanek lebt in wilder Ehe mit den Noten." ist legendär. Und auch der Plattenindustrie stand sie negativ gegenüber - sie nannte sie sogar 'mafios' - weil die zu ihrer Zeit gängigen Exclusiv-Verträge die Sänger erpressbar machten. Und die Art, wie damals aufgenommen wurde (zerschnippelte Partituren, einzelne vielmals wiederholte bzw. nachträglich eingespielte 'Takes'), empfand sie als Betrug am Hörer, da die angeblich erreichte Präzision niemals der Wahrhaftigkeit einer Live-Aufführung entsprechen konnte. Daher hält sich die Anzahl ihrer Studio-Einspielungen auch in engen Grenzen. Aber die zahlreichen Mitschnitte ihrer Bühnenauftritte geben ja nur einen Teil - nämlich den akustischen Eindruck - ihrer intensiven Gestaltungen wieder.


    Leider ist sie aber auch der optischen Verewigung von Opern negativ gegenüber gestanden, allerdings aus rein
    persönlichen Gründen (sie hielt sich nicht für 'telegen' genug). So gibt es auch kaum TV-Auftritte von ihr: z. B. 1959 "Meine schönste Rolle: Senta" mit Walter Panofsky beim BR, 1965 "Was bin ich?" mit Robert Lemke (sie sang, recht früh erraten von Anette von Aretin, zum Schluß "Hat dich die Liebe berührt" von Joseph Marx; ich habe die Sendung damals auf Tonband aufgenommen, Video gab es ja leider noch nicht), 1967 (BR) ein Portrait von Wieland Wagner, 1973 "Schöne Stimmen" (ZDF) mit Guido Baumann (Arien aus "Fidelio" und "Macbeth") - bezeichnend für sie, dass sie auch da über ihre Krise zu Beginn der 60er Jahre sprach - dazu mehrere Interviews und Konzert-Mitschnitte. Übrigens sollte Leonie Rysanek Anfang der 60er Jahre in zwei italienischen Opernfilmen mitwirken: "Macbeth" mit Giuseppe Taddei und "Otello" mit Mario Del Monaco und Tito Gobbi. (Zumindest die Dreharbeiten zu "Macbeth" wurden begonnen - was aus den beiden Filmprojekten geworden ist, entzieht sich meiner Kenntnis.) Und Rainer Werner Fassbinder versuchte lange, die Sängerin zu einen Film unter seiner Regie zu überreden.


    Nicht verschwiegen werden soll aber auch, dass Leonie Rysanek von vielen Melomanen, Opernbesuchern und
    Kritikern abgelehnt wurde, ähnlich polarisierend wie Maria Callas, mit der die Sopranistin die überragende Kraft
    der Darstellung gemein hatte, aber auch einige stimmliche Defizite. Der relativ schwach ausgebildeten Mittellage
    und der manchmal dubiosen Intonation mit - bedingt durch die Weichheit der Stimme - undeutlicher Artikulation
    stand ein strahlendes Höhenregister mit gleissenden Spitzentönen (ihre berühmten 'Leuchtraketen') und auch
    ein irisierendes, tragfähiges Piano gegenüber; die Stimme war sofort identifizierbar. Da fällt mir ein: Als Jürgen
    Kesting in der ZDF-Sendung "aspekte" sein Sängerlexikon vorstellte - er beurteilt die Sänger größtenteils nach
    ihren Schallplattenaufnahmen - sollte er drei Stimmen erkennen. Den historischen Sänger (ich weiß nicht mehr,
    wer es war) wie auch die "Fidelio"-Arie mit der Rysanek erriet er nicht, wohl aber den Bariton Siegfried Lorenz
    mit einem Schubert-Lied!


    Aufgewachsen in Wien-Erdberg in sehr bescheidenen Verhältnissen, sah die Künstlerin im Theater ein Korrektiv
    zur damaligen tristen politischen und sozialen Gegenwart. Leonie Rysanek hat imer wieder betont, dass es vor
    allem der Applaus und die Zuneigung des Publikums war, was sie so lange (47 Jahre!) in ihrem Beruf gehalten
    hat. In den Dankesreden zu ihren Abschiedsvorstellungen 1996 - und wohl um ihre Knochenkrebs-Erkrankung
    wissend - in New York, München, Berlin und Salzburg hat sie das Publikum gebeten, sie nicht zu vergessen.
    Die zahlreichen Ehrungen und Auszeichnungen - zuletzt Ende 1997 die Ehrenbürgerschaft Wiens - haben sie
    stets mit Stolz erfüllt und es dürfte sie auch gefreut haben, dass in Erdberg in der Nähe ihres Vaterhauses auf
    der Dietrichgasse eine Straße und ein kleiner Park ihren Namen tragen.


    Freundliche Grüße!


    Carlo
    .

    Liebe Taminos!


    Um auf Peter Anders zurückzukommen: Ich suche schon seit Jahren einen Mitschnitt von "Der Freischütz" von den Festspielen in Edinburgh 1952.


    Die Hamburgische Staatsoper gastierte dort mit den folgenden Opern: "Fidelio" (18. und 20. August / 1. und 4. September), "Die Zauberflöte" (19., 21.,23. und 26. August), "Der Freischütz" (22., 25. und 27. August), "Der Rosenkavalier" (28. und 30. August / 5. September), "Mathis der Maler" (29.August / 2. September) und "Die Meistersinger von Nürnberg" (3. und 6. September). Peter Anders sang 4x den Florestan, 3x den Max und 2x den Stolzing.


    Das Hamburger Ensemble war mit Gastsängern verstärkt, z. B. Inge Borkh (2x Leonore), Lisa Della Casa (4xMar
    zelline, 2x Pamina, 3x Sophie), ElisabethGrümmer (2x Agathe, 2x Pamina, 2x Eva), Rudolf Schock (4x Tamino, 2x Sänger) und Gottlob Frick (2x Kaspar, 1x Eremit, 4x Sarastro, 2x Pogner). Die Dirigenten waren: Joseph Keilberth (3x "Freischütz", 1x "Rosenkavalier"), Leopold Ludwig (4x "Fidelio", 2x "Rosenkavalier", 2x "Mathis der Maler", 2x "Meistersinger") und Georg Solti (4x "Zauberflöte").


    Das 3. Programm der BBC übertrug 'live' folgende Aufführungen: "Die Zauberflöte" (19. August), "Der Freischütz" (22. August), "Mathis der Maler" (29. August), "Fidelio" (1. September) und "Der Rosenkavalier" (5. September). "Die Meistersinger von Nürnberg" wurden nicht übertragen,da man bereits am 17. August einen Mitschnitt dieses Werks von den Bayreuther Festspielen 1952 gesendet hatte. Vor einiger Zeit ist ein (klanglich schlechter) Mitschnitt vom "Rosenkavalier" (mit Clara Ebers, Martha Mödl und Lisa Della Casa unter Leopold Ludwig) aufgetaucht; ich habe auf CD Szenen daraus.


    In der Aufführung und Live-Übertragung von "Der Freischütz" am 22. August sangen Elisabeth Grümmer, Anneliese Rothenberger, Peter Anders, Gottlob Frick, Georg Mund (Ottokar), Toni Blankenheim (Kuno), Theo Herrmann (Eremit), Kurt Marschner (Kilian) sowie Christine Görner, Ilse Wallenstein und Ursula Nettling (Brautjungfern). Den Samiel spielte Wolfgang Rottsieper und es dirigierte Joseph Keilberth. Ein Band dieser Übertragung wurde von der BBC nach Hamburg geschickt, wo es am 27. August 1952 über den damaligen NWDR gesendet wurde. Ich habe die 'Hör Zu' Nr. 35/1952 mit dieser Besetzungs-Angabe sowie das originale Festival-Programm aus Edinburgh 1952.


    Vor Jahren habe ich Joachim Vierrath, den wohl profundesten Kenner in Sachen "Peter Anders", darauf aufmerksam gemacht und er begab sich auf die Suche nach diesem Mitschnitt der BBC. Doch weder die BBC in London bzw. Edinburgh noch der NDR in Hamburg bzw. der WDR in Köln haben ein Band dieser Übertragung. Bisher hat sich auch kein Hörer im weiten Sendegebiet des NWDR (von Flensburg bis Koblenz) gemeldet, der diese Übertragung am 27. August 1952 gehört oder privat auf Tonband aufgenommen hat! Auch Nachforschungen bei einigen beteiligten Sängern blieben ergebnislos; vielleicht weiß 'operus' etwas darüber? Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt...


    In der WDR-Produktion des "Freischütz" vom März 1955 unter Erich Kleiber war ursprünglich Peter Anders als Max besetzt; nach seinem Tod wurde Hans Hopf für diese Aufnahme engagiert. Übrigens ist der legendäre "Lohengrin" vom November 1951 (mit Peter Anders) ein Tonband-Mitschnitt eines Hörers, der vom WDR gekauft wurde, da man die Original-Bänder in den späten 50er Jahren beim Sender gelöscht hatte!


    Viele Grüße!


    Carlo

    Lieber operus,


    leider ist Günter Walter, der zuletzt in einem Seniorenheim in Altenberge bei Münster lebte, inzwischen verstorben.


    Seine Magazine "Stimmen, die um die Welt gingen..." waren für alle Freunde der Gesangskunst und der großen
    Sänger eine unerschöpfliche Quelle an Wissen und Informationen. Im Laufe der Jahre sind davon 84 'Hefte', z. T.
    im Umfang von über 200 Seiten, mit Fotos und Diskographien erschienen. Die letzte Veröffentlichung war Hans
    Hopf zu dessen 100. Geburtstag gewidmet.


    Ich habe an einigen dieser Publikationen mitgearbeitet (z. B. Rudolf Christ, Elisabeth Grümmer, Ernst Kozub,
    Julius Patzak, Helge Rosvaenge, Marko Rothmüller, Rita Streich); zu den geplanten 'Heften' über Karl Terkal
    und Lisa Della Casa kam es leider nicht mehr. Auch wurden meine Ergänzungen zu dem Magazin über Gottlob
    Frick (Nr. 79 vom September 2006 - hauptsächlich verantwortet von Oliver Wurl) nicht mehr berücksichtigt.


    Joachim Vierrath aus Bremerhaven, der zwei Veröffentlichungen über Peter Anders beisteuerte, lebt mittlerweile
    in einem Pflegeheim.


    Viele Grüße!


    Carlo