Beiträge von Carlo


    Hallo,


    in meinem Platten- und CD-Regal stehen außer den 'Eterna'-Querschnitten von „Otello“ und „Turandot“ mit Hermin Esser noch die LP-Ausgaben der Gesamtaufnahmen von „Das Rheingold“ (Froh / Bayreuth 1966 / Karl Böhm / 'Philips'), „Parsifal“ (Erster Gralsritter / Bayreuth 1970 / Pierre Boulez / 'DGG') und „Der fliegende Holländer“ (Erik / Bayreuth 1971 / Karl Böhm / 'DGG') sowie:


    „Der Mantel“ (Il tabarro) (Puccini): Henri – Kurt Rehm / Georgette – Irmgard Arnold / Henri – Hermin Esser / Frettchen - Gertraud Prenzlow / Stockfisch – Harald Neukirch / Maulwurf – Reiner Süß / Liederverkäufer – Karl Schrepper / Ein Liebespaar – Hildegard Klemke und Karl Schrepper / Die Solistenvereinigung des Deutschlandsenders Berlin / Das Rundfunk-Sinfonie-Orchester Berlin / Dirigent: Rolf Kleinert (Ost-Berlin, Studio des Deutschlandsenders, 16. und 19. 2. 1960) 'Profil / Hänssler' (1 CD, 2012)


    Ferner habe ich noch die folgenden Schallplatten mit Hermin Esser:


    „Neunte Symphonie“ (Beethoven): Sylvia Geszty, Renate Behle, Hermin Esser und Hans Sotin / Der Essener Musikverein / Der Schubertbund Essen (Chorltg.: Arnold Kempkens) / Der Extrachor des Theaters Essen (Chorltg.: Konrad Haenisch) / Die Essener Philharmoniker / Dirigent: Heinz Wallberg (Essen, Philharmonie, 1. 1. 1988, Live-Aufnahme). Diese LP wurde von der 'Sparkasse Essen' veröffentlicht.


    „Die Meistersinger von Nürnberg“: Hermin Esser mit der Arie 'Morgenlich leuchtend in rosigem Schein' / Das Rundfunkorchester Kaiserslautern des SWF / Dirigent: Rudolf Pulch (Bad Kreuznach, 'Seitz'-Werkskasino, Winter 1968, Live-Aufnahme). Weitere Solisten in diesem Konzert mit dem Titel „Aus deutschen Opern“ waren die Sopranistin Ingeborg Reichelt und der Bassist Günther Morbach. (Die Konzertsängerin Ingeborg Reichelt war lange Jahre eine erfolgreiche Gesangsprofessorin am Düsseldorfer Robert-Schumann-Konservatorium, das heute eine Hochschule ist.)


    Schon 1933 hatten Mitarbeiter der Maschinenfabrik 'Seitz-Werke GmbH' in Bad Kreuznach einen Chor gegründet, der seit 1957 mit 'Werkskonzerten' unter Mitwirkung von Gesangssolisten und Orchestern der Region im firmeneigenen Kasino (1700 Plätze) den Mitarbeitern der Firma Freude und musikalischen Genuss bot. Ich habe mehrere professionell gefertigte Schallplatten – die nicht im Handel erhältlich waren und an die Belegschaft und Geschäftsfreunde verschenkt wurden - mit Ausschnitten aus solchen Konzerten; allerdings findet sich nur einmal eine Aufnahme mit Hermin Esser darunter, der das Preislied des Stolzing mit wohlklingender Stimme singt.


    Andrew Whitfield vom 'Opera Depot' in San Francisco (USA) bietet auf CD und MP3 folgende Mitschnitte mit Hermin Esser an:


    „Tannhäuser“: Landgraf – Hans Sotin / Tannhäuser – Hermin Esser / Wolfram – Bernd Weikl / Walther – Gerd Brenneis / Biterolf – Franz Mazura / Heinrich – Heribert Steinbach / Reinmar – Heinz Feldhoff / Elisabeth und Venus – Gwyneth Jones / Hirt – Hans Buchhierl / Dirigent: Heinrich Hollreiser (Bayreuth, Festspielhaus, 3. 8. 1973).

    dto.: Landgraf – Hans Sotin / Tannhäuser – Hermin Esser / Wolfram – Bernd Weikl / Walther – Robert Schunk / Biterolf – Franz Mazura / Heinrich – John Pickering / Reinmar – Heinz Feldhoff / Elisabeth und Venus – Gwyneth Jones / Hirt – Klaus Brettschneider / Dirigent: Colin Davis (Bayreuth, Festspielhaus, 23. 7. 1977).


    „Tristan und Isolde“: Isolde – Gunilla af Malmborg / Brangäne – Grace Hoffman, Tristan – Hermin Esser / Kurwenal – Hans Günter Nöcker / König Marke – Eduard Wolitz / Melot – Heinz Günther Zimmermann / Junger Seemann und Hirt – Heribert Steinbach / Steuermann – Marco Stefanoni / Dirigent: Kurt Masur (Venedig, Teatro La Fenice, 4. 4. 1971) - siehe Beitrag Nr. 17.


    „Das Rheingold“: Wotan – Donald McyIntyre / Donner – Gerd Nienstedt / Froh – Heribert Steinbach / Loge – Hermin Esser / Alberich – Franz Mazura / Mime – Heinz Zednik / Fasolt – Karl Ridderbusch / Fafner – Hans Sotin / Fricka – Anna Reynolds / Freia – Hannelore Bode / Erda – Marga Höffgen / Woglinde – Yoko Kawahara / Wellgunde – Ursula Rhein / Floßhilde – Ilse Köhler / Dirigent: Horst Stein (Bayreuth, Festspielhaus, 28. 7. 1974).

    dto.: Wotan – Donald McIntyre / Donner – Gerd Nienstedt / Froh – Heribert Steinbach / Loge – Hermin Esser / Alberich – Gustav Neidlinger / Mime – Heinz Zednik / Fasolt – Karl Ridderbusch / Fafner – Kurt Moll / Fricka – Anna Reynolds / Freia – Rachel Yakar / Erda – Marga Höffgen / Woglinde – Yoko Kawahara / Wellgunde – Trudeliese Schmidt / Floßhilde – Hanna Schwarz / Dirigent: Horst Stein (Bayreuth, Festspielhaus, 28. 7. 1975).


    „Siegfried“: Siegfried – Hermin Esser / Mime – Hubert Köhler / Der Wanderer – Jef Vermeersch / Alberich – Zoltán Kélémen / Fafner – Harald Stamm / Brünnhilde – Helga Dernesch / Erda – Éva Tamassy / Stimme des Waldvogels – Ingrid Würtz (-Rattunde) / Das Gürzenich-Orchester Köln / Dirigent: Hans Wallat (Köln, Opernhaus, 20. 11. 1972) – siehe Beitrag Nr. 34.


    „Götterdämmerung“: Siegfried – Hermin Esser / Gunther – Hans Franzen / Hagen – Heiner Horn / Alberich – Zoltán Kélémen / Brünnhilde – Helga Dernesch / Gutrune – Gerlinde Lorenz / Waltraute – Janet Coster / Erste Norn – Helga Schmidt / Zweite Norn – Janet Coster / Dritte Norn – Liane Synek / Woglinde – Margaret Neville / Wellgunde – Hara Savino / Flosshilde – Ilse Gramatzki / Der Chor der Städtischen Bühnen Köln (Chorltg.: Hans Wolfgang Schmitz) / Das Gürzenich-Orchester Köln / Dirigent: Hans Wallat (Köln, Opernhaus, 22. 11. 1972). ('Opera Depot' scheint m. E. die Rollen von Gunther und Hagen vertauscht zu nennen.) Hara Savino war eine griechische Mezzosopranistin mit einer kurzen Gesangskarriere, aber einer langen und erfolgreichen Berufslaufbahn als Gesangspädagogin.


    „Der Ring des Nibelungen“ ist in den Kölner Aufführungen von 1972 (unter Hans Wallat) bei 'Opera Depot' auch komplett zu haben: „Das Rheingold“ mit Janet Coster, Elisabeth Payer, Helga Schmidt, Jef Vermeersch, Herbert Schachtschneider und Zoltán Kélémen (17. 11.); „Die Walküre“ mit Claire Watson, Helga Dernesch, Janet Coster, Eberhard Katz, Jef Vermeersch und Harald Stamm (19. 11.); „Siegfried“ (20. 11.) - siehe oben und Beitrag Nr. 34; „Götterdämmerung“ (22. 11.) - siehe oben. Ich kann mich nicht erinnern, im WDR oder dem Deutschlandfunk Köln diesen „Ring“ gehört zu haben.


    Und schließlich kann man Hermin Esser nicht nur hören, sondern auch sehen:


    „Das Rheingold“: Wotan – Thomas Stewart / Donner – Leif Roar (Vladimir de Kanel) / Froh – Hermin Esser / Loge – Peter Schreier / Alberich – Zoltán Kélémen / Mime – Gerhard Stolze / Fasolt – Karl Ridderbusch (Gerd Nienstedt) / Fafner – Louis Hendrikx / Fricka – Brigitte Fassbaender / Freia – Jeannine Altmeyer / Erda – Birgit Finnilä (Martha Mödl) / Woglinde – Liselotte Rebmann / Wellgunde – Edda Moser / Floßhilde – Eva Randová / Die Berliner Philharmoniker / Dirigent und Regisseur: Herbert von Karajan / Szenenbild: Georges Wakhevitch und Jean Forestier (nach Günther Schneider-Siemssen) / Kostüme: Georges Wakhevitch (Ton: Salzburg, Großes Festspielhaus, April 1973 / Film: München, Bavaria-Filmatelier, November 1978) Erschienen auf VHS (1981) und DVD (2008) bei der 'DGG'.


    Zu den Salzburger Osterfestspielen 1973 zeigte Herbert von Karajan noch einmal für zwei Aufführungen – mit Rundfunkübertragung am 15. April - im Großen Festspielhaus seine „Rheingold“-Inszenierung aus den Jahren 1968 und 1969, die inzwischen auch 1968 an der New Yorker 'Met' von ihm inszeniert worden war. Für eine von Leo Kirch ('Unitel') für das Kino bzw. Fernsehen geplante Verfilmung dieser Oper wurden die beiden Aufführungen akustisch mitgeschnitten; zu den Dreharbeiten – im damals üblichen 'Playback-Verfahren' - kam es aber aus verschiedenen Gründen 1973 nicht mehr.


    Erst im November 1978 nahm man das Projekt wieder in Angriff. Mittlerweile waren Günther Schneider-Siemssens Salzburger Original-Bühnenbilder vernichtet worden, so dass Karajans bevorzugter Kostümbildner Georges Wakhevitch zusammen mit Jean Forestier das Szenenbild in den Münchner Bavaria-Ateliers nach den Entwürfen Schneider-Siemssens 'rekonstruierte'. Da sich Karl Ridderbusch inzwischen mit 'HvK' entzweit hatte und Leif Roar wegen anderer Termine für die dreiwöchigen Dreharbeiten im Münchner Bavaria-Atelier nicht zur Verfügung stand, wurden sie durch Gerd Nienstedt und Vladimir de Kanel ersetzt.


    Ob man – als 'Überraschungs-Coup'? - bewusst den Fauxpas beging, den Namen der 'Erda'-Darstellerin im Film-Abspann und im TV-Programmheft nicht zu nennen, weiß ich nicht, aber verblüfft war ich schon, als ich bei der Erstsendung im ZDF 1979 in Großaufnahme das markante Gesicht von Martha Mödl als 'Erda' sah. (Erst in der DVD-Veröffentlichung 2008 wurde sie genannt, dafür vertauschte man aber die Rollen der 'Rheintöchter' Liselotte Rebmann und Eva Randová, die im Film von Komparsinnen gedoubelt wurden.) Insgesamt war ich von der filmischen Umsetzung eher enttäuscht. Z. B. kam der von allen Kritikern 1968 gerühmte Einfall Karajans, Alberich in der 'Nibelheim-Szene' als quasi mit einem Berg aus Gold verwachsen zu zeigen, im Film wegen der Nahaufnahme nicht zu seiner Wirkung.


    Carlo

    Guten Abend!

    Es hat leider doch etwas länger gedauert, die angekündigten Fernseh-Sendungen mit der Beteiligung von Kurt Wehofschitz zu recherchieren. Aber vorher möchte ich erst noch weitere – neu gefundene – Rundfunkproduktionen sowie einige Gesamt-Aufnahmen, die bereits im „Valerie Bak-Thread“ vorgestellt wurden, nennen:



    „Lamparilla“ (Barbieri):"Lamparilla" (El barberillo de Lavapiés) (Barbieri): Die Infantin Maria Luisa von Spanien - (Freca Renate Bortfeld) / Marquesa Estrella de Vierzo, ihre Hofdame - Valerie Bak (Karin Jacobsen) / Don Pedro, Polizeipräsident - Horst Günter (Heinz Klevenow) / Don Luis de Haro, Polizeihauptmann - Herbert Ernst Groh (Hermann Lenschau) / Don Alfonso, Polizeileutnant - (Manfred Steffen) / Lamparilla, ein Schneider - Kurt Wehofschitz (Rolf Nagel) / Lope, sein Gehilfe - Rupert Glawitsch (Gerd Niemitz) / Paloma, eine Schneiderin - Anneliese Rothenberger / Don Fernando de Peralta - (Heinz Dunkhase) / Zwei Sergeanten - Carl Bay und Kurt Fuß / Der Chor des Norddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Max Thurn / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Wilhelm Stephan / Dialogregie: Carl Heinz Schroth (Hamburg, Funkhaus, 1956 – die Namen der Dialogsprecher in Klammern). Das 'Hamburger Archiv für Gesangskunst' hat nicht die Gesamtaufnahme , sondern nur eine Szenenfolge auf CD herausgegeben. "Der kleine Barbier aus der Vorstadt" von Francisco Asenjo Barbieri aus dem Jahre 1874 wurde vom NDR in einer Rundfunkbearbeitung von Christian Bock eingespielt und ist m. W. die bisher einzige Aufnahme einer Zarzuela in deutscher Sprache. Barbieri gilt mit “Jugar con fuego” (Das Spiel mit dem Feuer) von 1851 als der Urheber der 'Zarzuela grande', also die dreiaktige Art dieser spanischen Sonderform des Singspiels, im Gegensatz zum 'Género chico' (Einakter), der Ende des 19. Jahrhunderts bis in's frühe 20. Jahrhundert populär war und dann wieder von großen, mehr operettenartigen Bühnenwerken abgelöst wurde.



    "Der Kalif von Bagdad" (Le Calife de Bagdad) (Boieldieu): Harun al-Raschid, Kalif von Bagdad (Isauun) - Kurt Wehofschitz / Lemaide, eine arme Witwe (Lémaide) - Gisela Litz / Zobeide, ihre Tochter (Zétulbé) - Valerie Bak / Fatime, ihre Freundin (Késie) - Anneliese Rothenberger / Nesrur, Lemaides Neffe (Yémaldin) - Hermann Prey / Ein Aga (Le juge) - Hartwig Stuckmann / Ein Anführer aus dem Gefolge des Kalifen (Un chef de l'entourage) - Ernst Max Lühr / Ein Diener des Kalifen (Un domestique) - Franz Jonas / Der Chor des Norddeutschen Rundfunks / Chorltg.: Max Thurn / Das Hamburger Rundfunkorchester / Dirigent: Herbert Sandberg (Hamburg, Funkhaus, 8. 4. 1954) Bisher unveröffentlicht. Statt der Dialoge spricht Erwin Linder verbindende Worte. (Francois-Adrien Boieldieus kleine Opéra-comique aus dem Jahre 1800 wurde in der deutschen Bearbeitung von Fritz Schröder aus dem Jahre 1938 aufgenommen. Die originalen Rollen-Namen stehen in Klammern.)



    „Die Zaubergeige“ (Egk): Kaspar, ein junger Knecht – Walter Berry / Gretl , seine Freundin – Anneliese Rothenberger / Der Bauer, Kaspars Brotherr – Leo Heppe / Ninabella, eine reiche Dame – Gerda Scheyrer / Amandus, ihr Verehrer – Kurt Wehofschitz / Guldensack, Ninabellas Hofmarschall – Norman Foster / Fangauf und Schnapper, zwei Spitzbuben – Erich Majkut und Endre Koréh / Cuperus, ein guter Geist – Hans Hermann Nissen / Ein Richter – Kurt Equiluz / Der Chor des Österreichischen Rundfunks / Chorltg.: Gottfried Preinfalk / Das Große Wiener Rundfunkorchester / Dirigent: Werner Egk (Vom ORF gesendet am 15. 4. 1958 und wiederholt am 6. 12. 1958). Werner Egk hat die Oper als ironisiertes Märchenspiel im Sinne von Rimskii-Korsakovs „Der goldene Hahn“ und Prokofievs „Die Liebe zu den drei Orangen“ konzipiert und persifliert in seiner Musik sogar Wagners „Tristan und Isolde“!


    Es gab sogar zwei TV-Inszenierungen der "Zaubergeige", beide im ZDF (die Reihenfolge der genannten Sänger entspricht dem obengenannten Rollenverzeichnis, wobei die Darsteller der Nebenrollen - Richter, Bürgermeister, Offizier etc. - in beiden Fernsehsendungen nicht genannt wurden): am 20. 10. 1963 mit Raymond Wolansky, Edith Mathis, Caspar Bröcheler, Ingrid Bjoner, Andor Kaposy, Benno Kusche, Fritz Göllnitz, Hans Herbert Fiedler und Gottlob Frick (Dirigent: Der Komponist / Regie: Wolfgang Liebeneiner) und am 16. 5. 1976 mit Bernd Weikl, Jutta-Renate Ihloff, Nikolaus Hillebrand, Norma Sharp, René Kollo, Alexander Malta, Kurt Marschner, Toni Blankenheim und Karl Ridderbusch (Dirigent: Heinz Wallberg / Regie: Hans Hartleb / Die Wiederholung des 'Theaterkanals' kann auf 'Youtube' gesehen werden.) Der Komponist wurde in einigen früheren Beiträgen hier im Forum scharf diskutiert – hauptsächlich aus politischen Gründen. Das ändert aber für mich nichts daran, dass die „Zaubergeige“ ein Beispiel für bühnenwirksames, unterhaltsames Musiktheater ist, wobei 'unterhaltsam' heute ja schon verdächtig ist...



    „Der Zerrissene“ (von Einem): Herr von Lips – Raimund Grumbach / Seine Freunde: Stifler – Franz Klarwein, Sporner – Heinz Friedrich, Wixer – Richard Kogel / Gluthammer, ein Schlosser – Kurt Wehofschitz / Kathi, Putzmacherin, Herrn von Lips' Patenkind – Dorothea Chryst / Madame Schleyer – Martha Mödl / Krautkopf, ein Pächter, Kathis Vetter – Heinz Maria Lins / Der Justitiarius – Heinz Herrmann / Bedienstete des Herrn von Lips: Anton – Ferry Gruber, Josef – Peter Schranner, Christian – Josef Weber / Zwei Knechte – Theodor Nicolai und Günter Häußler / Die Bamberger Symphoniker / Dirigent: Joseph Strobl (Nürnberg, Meistersingerhalle, 5. 1. 1967, Live-Aufnahme). Das Libretto zu dieser Oper von Gottfried von Einem schrieb der Komponist Boris Blacher nach Johann Nestroys gleichnamigem Lustspiel. Die Uraufführung war am 17. 9. 1964 an der Hamburgischen Staatsoper mit Edith Mathis (Kathi), Elisabeth Steiner (Madame Schleyer), Tom Krause (Herr von Lips), Helmut Melchert (Gluthammer), Toni Blankenheim (Krautwurst), Erwin Wohlfahrt (Stifler), Caspar Bröcheler (Sporner) und Peter Roth-Ehrang (Wixer); der Dirigent war Wolfgang Sawallisch und der Regisseur Oscar Fritz Schuh. Gottfried von Einems dritte Oper wurde allerdings von Publikum und Kritik überwiegend negativ aufgenommen, weil alle Beteiligten das Werk 'zu ernst' genommen hatten! (In einem zukünftigen Beitrag werde ich auch die TV-Übertragung dieses Werks – mit Kurt Wehofschitz als 'Gluthammer' – am 11. 6. 1968 aus der Wiener Volksoper nennen.)



    In der nächsten Woche folgen Gesamtaufnahmen von Darius Milhauds „David“, Heinrich Bertés 'Schubert-Operette' „Das Dreimäderlhaus“ und vom „Wiener Café“ von Robert Stolz sowie einige Operetten-Querschnitte.


    Carlo

    Hallo!



    Das Jahr 1959 begann für Mario Lanza sehr positiv. 'Seine' Schallplatten-Firma 'RCA' schloss mit ihm einen neuen Fünfjahres-Vertrag und engagierte ihn für gleich fünf neue Alben (Operetten-'Highlights' aus „The Student Prince“, „The Vagabond King“ und „The Desert Song“, eine Platte mit Liedern aus dem Repertoire Enrico Carusos und ein Stereo-Remake seiner Weihnachtslieder-LP von 1956). Die im Dezember 1958 entstandenen Aufnahmen neapolitanischer Lieder wurden bei ihrer Veröffentlichung von der internationalen Kritik ausgezeichnet besprochen. Es gab Pläne für eine Verfilmung von Ruggero Leoncavallos Oper „I pagliacci“ nach dem Vorbild des Beniamino-Gigli-Films aus dem Jahre 1942 und das Teatro dell' Opera in Rom wie auch das Teatro di San Carlo in Neapel boten ihm an, auf ihren Bühnen in einer von ihm gewünschten Oper aufzutreten.



    Unter dem prägnanten Titel „Mario!“ – gab es da nicht auch anderen berühmten Tenor dieses Vornamens? - kam im Mai 1959 eine neue Lanza-Schallplatte heraus; sie enthielt einige 'Canzoni napoletane', mit deren Interpretation durch den Neapolitaner Enrico Caruso schon der junge 'Freddie Cocozza' wegen der Plattensammlung seines Vaters vertraut war. Obendrein beherrschte er durch sein Elternhaus nicht nur die 'lingua napoletana' (die als eine eigenständige Sprache gesehen wird), sondern auch den in dieser Region Italiens heimischen 'dialetto abruzzese' (die Abruzzen an der Adria gehörten jahrhundertelang zum Königreich Neapel). Um den Unterschied zum 'normalen' Italienisch zu verdeutlichen, nenne ich nachfolgend auch die Liedanfänge samt einer deutschen Übersetzung:


    Mario!“: „Funiculì-funiculà!“+ ('Aissera, oì Nanninè, me ne sagliette, tu saie addò!... Jamme, jamme, 'ncoppa jamme, jà! Funiculì, funiculà!' / Gestern Abend, o Nannina, stieg ich hoch, du weißt wohin!... Wir fahren, wir fahren hinauf, Seilbahn rauf, Seilbahn runter! / Luigi Denza). Komponiert 1880 zur Eröffnung der (heute nicht mehr existierenden) Standseilbahn 'La funicolare' auf den Vesuv. -

    „Dicitencello vuie“* ('Dicitencello vuie a 'sta cumpagna vosta... Dicitencello vuie ca nun mm'a scordo maie' / Sag dieser deiner Freundin.... Sag' ihr ehrlich, dass ich sie nie vergesse / Rodolfo Falvo) –

    „Maria Marì'“* ('Aràpete fenesta famm' affaccià a Maria... O'e Marì', o'e Marì'! Quanta suonno ca perdo pe' te!' / Weit offen das Fenster, wo ich Maria sehe... O MarÌ, o Marì! Wieviel Schlaf ich wegen dir verlor! / Eduardo Di Capua) –

    „Voce 'e notte“+ / „Stimme in der Nacht“ ('Si 'sta voce te sceta 'int' 'a nuttata' / Wenn dich diese Stimme in der Nacht weckt / Ernesto De Curtis) –

    „Canta pe' me!“+ ('Canta pe' me stanotte 'na canzone' / Sing heute Nacht für mich ein Lied! / Ernesto De Curtis) –

    „'O surdato 'nnamurato“+ / „Ein verliebter Soldat“ ('Staie luntana da 'stu core... O'e vita, o'e vita mia, o'e core 'e chisto core' / Fern von diesem Herzen... O Leben, o mein Leben, o Herz in meinem Herzen / Enrico Cannio) -

    „Comme facette mammeta?“+ / „Wie hat dich deine Mutter gemacht?“ ('Quanno mammeta t'ha fatta, vuo 'sape comme facette?' / Als dich deine Mutter machte, weißt du, wie sie es machte? / Salvatore Gambardella) -

    „Santa Lucia luntana“+ ('Partono 'e bastimente pe' terre assaie luntane... Santa Lucia luntana 'a te quanta malincunia!' / Nach sehr fernen Ländern sind die Schiffe ausgelaufen... Santa Lucia, fern von dir so viel Schwermut / Ermes Alessandro Mario). Nicht zu verwechseln mit dem wesentlich bekannteren Lied „Santa Lucia“, dessen Komponist nicht bekannt ist.-

    „Fenesta che lucive“* ('Fenesta che lucive e mò nun luce' / Das Fenster, das erstrahlte und nun nicht mehr erstrahlt / NN – Vincenzo Bellini zugeschrieben) -

    „Tu ca nun chiagne!“* ('Comm' è bella 'a muntagna stanotte... Tu ca nun chiagne e chiagnere 'mme faie' / Wie schön der Berg heute Nacht ist... Du, die nicht weint und mich weinen macht / Ernesto De Curtis) –

    „'Na sera 'e maggio“* / „Ein Abend im Mai“ ('Quanno vien 'a 'appuntamento guarde 'o mare' / Wenn unser Stelldichein kommt, siehst du auf's Meer / Giuseppe Cioffi) -

    „Passione“+ / „Leidenschaft“ ('Cchiù luntana 'mme staie, cchiù vicina te sento' / Je ferner du mir bist, desto näher fühl' ich mich dir / Ernesto Tagliaferri und Nicola Valente) -

    Chorus and Orchestra / Chorltg.: Franco Potenza / Dirigent: Franco Ferrara (Rom, RCA Italiana Studios, Dezember 1958) 'RCA Victor' LM-2331 (mono) bzw. LSC-2331 (stereo). Die Orchester-Arrangements stammen von Carlo Savina* und dem kürzlich verstorbenen – vor allem durchs seine Filmmusiken bekannt gewordenen – Ennio Morricone+. Den Chor (nur bei „Funiculì-funiculà“ eingesetzt) und das Orchester bilden vermutlich Studenten der Accademia di Santa Cecilia in Rom, an der der Dirigent Franco Ferrara unterrichtete. Dass einige der berühmtesten 'Canzoni napoletane' (z. B. „O sole mio“, „Core 'ngrato“, „'A vucchella“, „Torna a Surriento“ und das von Mario Lanza bevorzugte “Mamma mia, che vo' sape'?“) hier fehlen, lässt darauf schließen, dass wohl eine weitere Platte geplant war.


    Die 'RCA' warb auf der Plattenhülle stolz zu Recht mit dem Prädikat „Lanza at his best“. Man kann - im direkten Vergleich mit seinen früheren Aufnahmen von einigen dieser Lieder – zwar eine deutliche Veränderung (ein kompakterer Stimmkern und ein dunkleres Timbre) feststellen, aber er singt hier mit der von ihm gewohnten Verve und Stimmkraft. Der Lanza-Experte Derek McGovern bemängelt allerdings an allen von Lanzas originalen Stereo-Aufnahmen, dass zwar das Orchester in weitem Zweikanal-Ton eingefangen wurde, aber seine Stimme in der Resonanz reduziert klingt. Vermutlich hat man Mario Lanza in eine 'Soundbox' gestellt, also in eine Schallkabine – bei frühen Stereoaufnahmen von Solisten (Sänger wie Instrumentalisten) oft praktiziert, um sie vom übrigen Raumklang abzugrenzen. Dieses Album war die letzte neue Schallplatte, die noch zu Lebzeiten des Tenors erschien und es ist anzunehmen, dass er sich über die sehr enthusiastischen Kritiken gefreut hat.



    The Student Prince“: Overture – 'Overhead the moon is beaming'+ – 'Golden Days' – 'Drink! Drink! Drink!'+ - 'Summertime in Heidelberg'* – 'I'll walk with God'+ – 'Thoughts will come back to me' – 'Student Life'+ – 'Just we two'*+ – 'Beloved' – 'Gaudeamus igitur'+ – 'Deep in my heart, dear'* / Norma Giusti* (Sopran) / Chorus+ and Orchestra / Dirigent: Paul Baron (Rom, 'RCA Italiana Studios, April 1959). 'RCA Victor' LM-2339 (mono) und LSC-2339 (stereo). Die Platte enthält neben einigen weniger bekannten Nummern (u. a. das Duett 'Just we two' des zweiten Liebespaares – Prinzessin Margaret und Hauptmann Tarnitz - in Sigmund Rombergs Operette) auch die drei Titel ('Summertime in Heidelberg', 'I'll walk with God' und 'Beloved'), die Nicholas Brodszky für die 'MGM'-Verfilmung von „The Student Prince“ komponiert hat und die man auch auf der Platte von 1952 (Beitrag Nr. 86) hören kann.


    Einer Presse-Notiz zufolge waren die Neu-Aufnahmen dieser Operetten-'Highlights' mit Mario Lanza (als Prinz Karl Franz von Karlsberg) und dem neuen Sopran-Star der 'RCA' - Anna Moffo - in der weiblichen Hauptrolle (die Heidelberger Wirtstochter 'Kathie') bereits für 1958 geplant. Als Lanza dann im April 1959 in's römische Studio der 'RCA Italiana' ging, waren weder eine Solo-Sopranistin noch ein Chor anwesend; Norma Giusti (von der New York City Opera) und ein anonymer Chor sangen 1960 in einem New Yorker Studio auf das in Rom aufgenommene Band. (Verglichen mit seiner Platte von 1952 klingt Lanza hier etwas schwerfälliger, vermutlich auch, weil er im April 1959 unter Herzbeschwerden litt.) Seine beste Interpretation der „The Student Prince“-Lieder könnte man auf einer 'Highlights'-Platte mit dem Original-Soundtrack des 'MGM'-Films (mit Ann Blyth als Kathie unter dem Dirigenten George Stoll) hören, so es sie denn gäbe...



    Lanza sings Christmas Carols“: 'The first Noel' (Trad.) - 'O come, all ye faithful' (Trad.) - 'Away in a manger' (William James Kirkpatrick) - 'We three kings of Orient are' (John Henry Hopkins) – 'O little town of Bethlehem' (Lewis H. Redner) – 'Silent night' (Franz Gruber) – 'Deck the halls' (Trad.) - 'Hark! The herald angels sing' (Felix Mendelssohn-Bartholdy) – 'God rest ye merry, Gentlemen' (Trad.) - 'Joy to the world' (Georg Friedrich Händel) -'O Christmas tree' (Trad.) - 'I saw three ships' (Trad.) - 'It came upon a midnight clear' (Richard Storrs Willis) – 'Guardian angels' (Harpo Marx) / Chorus and Orchestra / Dirigent: Paul Baron (Rom, RCA Italiana Studios, Mai 1959) 'RCA Victor' LM- 2333 (mono) und LSC-2333 (stereo). Diese im November 1959 posthum erschienene Schallplatte wurde von den Kritikern natürlich sofort mit der 'Weihnachtslieder“-LP ('RCA Victor' LM-2029) von 1956 - siehe Beitrag Nr. 98 - verglichen und schnitt allgemein schlechter ab, nicht nur weil der Tenor in den früheren Aufnahmen (die gleichen Lieder und dieselbe Reihenfolge) stimmlich frischer und interpretatorisch engagierter klingt, sondern weil 1959 die Arrangements – verstärkt auch durch den Stereoklang – wesentlich 'aufgeblähter' sind.



    Carlo

    Bei seinem ersten Don Carlos in Salzburg sang er alternierend mit Neil Shicoff. Ist er für den eingesprungen oder war es umgekehrt? Im Jahr darauf war er dann der einzige Carlos (1998 bzw. 1999).

    Lieber Gregor,


    diese „Don Carlos“-Produktion (8 Aufführungen) bei den Salzburger Festspielen 1998 war mit allerlei 'Problemen' behaftet. Zuerst wurden Andrea Gruber (Elisabetta) und Johan Botha (Don Carlos) – gerüchteweise wegen ihrer 'problematischen' Optik – von Herbert Wernicke (Regisseur und Ausstatter in Personalunion) gegen Marina Mescheriakova und Sergej Larin ausgetauscht. Dann übernahm René Pape – eigentlich als 'Frate' (Kaiser Karl V.) verpflichtet – die Rolle des 'Filippo II.' an Stelle von Samuel Ramey, der sich von der Produktion zurückzog; den 'Frate' sang dann Robert Lloyd. Nur die von Beginn an vorgesehenen Dolora Zajick und Carlos Álvarez ('Marchese di Posa') sangen ihre Rollen, wobei die 'Principessa di Eboli' in einigen Vorstellungen auch von Yvonne Naef verkörpert wurde. (Bei den Salzburger Festspielen des Folgejahres sangen Olga Borodina und Ferruccio Furlanetto die Rollen der Fürstin von Eboli und des spanischen Königs neben dem Infanten von Sergej Larin.)


    Neil Shicoff wurde für 4 Aufführungen als 'Don Carlos' an Stelle von Sergej Larin eingesetzt, der 1998 ursprünglich in der Wiederaufnahme von Herbert Wernickes Salzburger „Fidelio“ von 1996 den 'Florestan' singen sollte – diese Partie übernahm nun Johan Botha. (Da hatte Wernicke offensichtlich keine Probleme mit der Optik dieses Sängers als halb verhungerter Gefangener.) Und es gab im „Fidelio“ noch eine Umbesetzung: statt der damals noch sehr 'fülligen' Deborah Voigt sangen Karen Huffstodt und Renate Behle alternierend die 'Leonore'.


    'Probleme' hatten auch das Publikum und die Presse mit diesem „Don Carlos“, der von Lorin Maazel sehr eigenwillig dirigiert wurde und der die Wiener Philharmoniker zu extremer Lautstärke antrieb. Die von der Kritik als 'uninspiriert' und 'weder Fisch noch Fleisch' bezeichnete Inszenierung Wernickes (vieraktig, aber mit Einschluss der 'Lacrimosa'-Szene nach dem Tod des 'Posa') wurde vom Publikum mit lauten Buh-Rufen bedacht. Zwei 'Regie-Einfälle' seien hervorgehoben: Karl V. (Robert Lloyd) legt zu Beginn der Oper im Klosterbild Krone und Ornat ab und kleidet sich in eine Mönchskutte; in dieser 'Verkleidung' taucht er durchgehend in allen folgenden Szenen der Oper auf, am Ende aber wieder als gekrönter Kaiser. Und 'Don Carlos' wird vom 'Großinquisitor' (Paul Plishka) 'getötet', indem dieser dem Infanten brutal ein Ohr verdreht!


    Viele Grüße!


    Carlo

    Guten Morgen!


    Der Tod des Tenors Sergej Larin mit erst 51 Jahren hat mich damals sehr betroffen gemacht. Ich habe ihn zwar nie live erlebt, aber durch viele Rundfunk- und Fernseh-Übertragungen und auch einige CD-Veröffentlichungen war er mir sehr präsent. (Auch die „Carmen“ vom 'Schleswig-Holstein Musik-Festival' aus Lübeck am 19. 7. 2002 habe ich im Radio gehört, aber nicht aufgenommen. Pech gehabt!)


    Der polyglotte Sänger (7 Sprachen, auch deutsch) wurde am 9. 3. 1956 als Sohn russischer Eltern in Odzene bei Daugavpils (Lettland) geboren und wuchs in Nishni Novgorod (früher Gorkii / Russland) auf. Dort begann er ein Dolmetscher-Studium (italienisch und französisch), dem sich eine Gesangsausbildung am Litauischen Staats-Konservatorium anschloss. 1981 debütierte er als Alfredo in „La Traviata“ an der Litauischen Nationaloper in Vilnius.


    Seit seinem Einspringen als Lenski („Evgeni Onegin“) im Mai 1990 an der Wiener Staatsoper war er bis Mitte der 2000er Jahre eine feste Größe im internationalen Opernbetrieb mit Debüts in London (1991 in „Carmen“), Paris (1994 in „Tosca“) und New York (1992 mit dem Ensemble des Kirov-Theaters aus St. Petersburg in „Boris Godunov“ und offiziell 1994 in „Tosca“). Seinen Lebensmittelpunkt hatte er in Bratislava, wo er seit 1992 zum Ensemble des Slowakischen Nationaltheaters zählte, das schließlich auch seinen Tod am 13. 1. 2008 „after a difficult and complicated illness“ bekannt gab. (Am selben Tag starb übrigens auch der italienische Tenor Giuliano Ciannella – an den vor einigen Tagen hier im Forum auch erinnert wurde - mit 64 Jahren in Ferrara.)


    Ein Hinweis auf seine schwere Erkrankung dürfte vielleicht sein, dass es einen Mitschnitt einer „Samson et Dalila“-Aufführung (Bukarest, 16. 6. 2007) gibt, wo er nach dem 1. Akt von dem Tenor Marius Vlad ersetzt wurde. Das Hamburger „Opernglas“ brachte im Juni 2000 ein langes Interview mit Sergej Larin, wo er bescheiden und klug seine Ansichten zur damaligen Situation der internationalen Operntheater und der Schallplatten-Industrie mitteilte; Privates wurde ausgespart. (Larin sprach u. a. davon, sein Rollenspektrum um den „Andrea Chenier“, den „Werther“ und „Lohengrin“ zu erweitern, wozu es m. W. dann nicht mehr kam.) Wir können glücklich sein, dass es von ihm viele – meistens 'inoffizielle' – Dokumente seines Wirkens gibt. Einige davon nenne ich nachstehend:


    DVD:


    „Carmen“ (Bizet) (Paris, Opéra Bastille, 1997): Béatrice Uria-Monzon, Norah Ansellem und Gino Quilico / Frédéric Chaslin / Alfredo Arias


    „Adriana Lecouvreur“ (Cilea) (Mailand, Teatro alla Scala, 2000): Daniela Dessì, Olga Borodina und Carlo Guelfi / Roberto Rizzi Brignoli / Lamberto Pugelli


    „Rusalka“ (Dvorák) (Paris, Opéra Bastille, 2002) Renée Fleming, Larissa Diadkova, Eva Urbanová und Franz Hawlata / James Conlon / Robert Carsen


    „Turandot“ (Puccini) (Beijing, Kaiserpalast, 1998) Giovanna Casolla, Barbara Frittoli und Carlo Colombara / Zubin Mehta / Zhang Yimou


    „Waldbühnen-Konzert“ (Berlin, Waldbühne, 1996): Angela Gheorghiu und Bryn Terfel / Claudio Abbado


    Studio-Aufnahmen:


    „Mazeppa“ (Chaikovskii): Galina Gorchakova, Larissa Diadkova, Sergei Leiferkus und Anatoli Kocherga / Neeme Järvi (Göteborg, 1993) (DGG)


    „Pikovaia dama“ (Chaikovskii): Elena Prokina, Elena Obraztsova, Dmitri Hvorostovski, Vassili Gerello / Constantine Orbelian (Moskau, 1997) (Delos)


    „Boris Godunov“ (Mussorgskii): Marjana Lipovsek, Anatoli Kocherga, Samuel Ramey, Gleb Nikolsky, Sergei Leiferkus und Philip Langridge / Claudio Abbado (Berlin, 1993) (Sony)


    „Francesca da Rimini“ (Rakhmaninov): Maria Guleghina, Sergei Leiferkus, Sergei Aleksashkin und Iliia Levinski / Neeme Järvi (Göteborg, 1996) (DGG)


    „Skupos rizar“ ('Der geizige Ritter') (Rakhmaninov): Sergei Aleksashkin, Anatoli Kocherga und Vladimir Chernov / Neeme Järvi (Göteborg, 1996) (DGG)


    „Kolokola“ ('Die Glocken') (Rakhmaninov): Marina Mescheriakova und Vladimir Chernov / Mikhail Pletnev (Moskau, 2000) (DGG)


    „27 Lieder für Tenor“ (Rakhmaninov) / Eleonora Bekova (Klavier) (1997) (Chandos)


    „Prometheus“ (Scriabin): Brigitte Balleys / Vladimir Ashkenazy (Berlin, 1995) (Decca)


    „Ledi Makbet Mtsenskogo Uesda“ ('Lady Macbeth von Mzensk) (Shostakovich): Maria Ewing, Philip Langridge, Aage Haugland, Anatoli Kocherga und Kurt Moll / Myung-Whun Chung (Paris, 1992) (DGG)


    „Arie da camera" (Sämtliche Lieder, instrumentiert für Blasinstrumente und Kontrabass) (Verdi): Mariella Devia und Michele Pertusi / Parma Opera Ensemble (Parma, 1998) (Stradivarius)


    „Das mächtige Häuflein“ (Lieder von Balakirev, Borodin, Cui, Mussorgskii und Rimski-Korsakov) / Eleonora Bekova (Klavier) (1996) (Chandos)


    „Russische Arien, Vol. 1“ (Arien von Borodin, Chaikovskii, Dargomishskii, Glinka, Rakhmaninov und Rimski-Korsakov) / Gennadi Rozhdestvenski (London, 1998) (Chandos) Weshalb es nicht zu einem 'Vol. 2' kam, ist mir auch nicht bekannt.


    „Sergej Larin - Portrait“ (Arien von Cilea, Leoncavallo, Giordano, Mascagni, Beethoven, Flotow, Wagner, Saint-Saens, Offenbach, Verdi und Puccini) / Ivan Anguélov (Bratislava, 2001) (Arte Nova)


    Live-Aufnahmen:


    „Fidelio“ (Beethoven): Hildegard Behrens, Ute Selbig, Alfred Muff, Jan-Hendrik Rootering, Ulrich Ress und Andreas Scheibner / Peter Schneider (Turin, RAI, 1994)


    „Norma“ (Bellini): Jane Eaglen, Susanne Mentzer und Carlo Colombara / Fabio Luisi (Paris, 1998)

    dto.: Marina Mescheriakova, Anna Bonitatibus und Tomas Tomasson / Stefano Pellegrino Amato (Neapel, 1999)


    „Carmen“ (Bizet): Waltraud Meier, Michaela Kaune und Jean-Luc Chaignaud / Christoph Eschenbach (Lübeck, 2002)

    dto.: Denyce Graves, Isabel Rey und Jorge Lagunes / Alain Lombard (Madrid, 2003)


    „Evgeni Onegin“ (Chaikovskii): Susan Chilcott, Elena Zaremba, Thomas Hampson und Kristinn Sigmundsson / Gary Bertini (Paris, 1998)


    „Pikovaia dama“ (Chaikovskii): Karita Mattila, Alexandrina Milcheva, Nikolai Putilin und Dalibor Jenis / Vladimir Jurovski (Paris, 2001)


    „Adriana Lecouvreur“ (Cilea): Nelly Miricioiu, Marianne Cornetti und Bruno De Simone / Paolo Olmi (Amsterdam, VARA, 2006)


    „Fedora“ (Giordano): Mirella Freni, Sona Ghazarian und Joszef Dene / Manfred Honeck (Zürich, 1994)


    „Boris Godunov“ (Mussorgskii): Marjana Lipovsek, Samuel Ramey, Anatoli Kocherga, Aage Haugland, Monte Pederson, Philip Langridge / Clauio Abbado (Salzburg, 1994)

    dto.: Olga Borodina, John Tomlinson, Vladimir Vaneev, Vladimir Matorin, Sergei Leiferkus, Hubert Delamboye / Semyon Bychkov (London, 2003) (In der Premiere spielte Sergej Larin den Grigori nur, während Vladimir Galuzin aus dem Orchestergraben sang.)

    dto.: Irina Mishura, James Morris, Vladimir Matorin, Vladimir Ognovenko, Sergei Leiferkus, David Kuebler / Semyon Bychkov (New York, 2004)


    „Manon Lescaut“ (Puccini): Fiorenza Cedolins, Franco Vassallo und Danilo Rigosa / Daniel Oren (Florenz, 2002)


    „Tosca“ (Puccini): Norma Fantini, Lucio Gallo und Alfredo Mariotti / John Neschling (Genua, 1999)


    „Motsart i Salieri“ (Rimski-Korsakov): Evgeni Nesterenko / Pinchas Steinberg (Wien, ORF, 1990)


    „Samson et Dalila“ (Saint-Saens): Olga Borodina, Timothy Noble und René Pape / Emanuel Joel (San Francisco, 2001)

    dto.: Denyce Graves, Greer Grimsley und Oren Gradus / Philippe Jordan (Houston, 2002)


    „Simon Boccanegra“ (Verdi): Miriam Gauci, Alexandru Agache und Carlo Colombara / Carlo Rizzi (Paris, 1997)


    „Don Carlos“ (Verdi): Marina Mescheriakova, Dolora Zajick, Carlos Álvarez, René Pape und Paul Plishka / Lorin Maazel (Salzburg, 1998)

    dto.: Kallen Esperian, Dolora Zajick, Paolo Gavanelli, Roberto Scandiuzzi und Paata Burchuladze / Zubin Mehta (München, 2000)

    dto.: Sondra Radvanovsky, Mariana Pencheva, Rodney Gilfry, Ferruccio Furlanetto und Louis Lebherz / Edoardo Müller (San Diego 2004)


    „Aida“ (Verdi): Maria Guleghina, Waltraud Meier, Franz Grundheber und Dan Paul Dumitrescu / Fabio Luisi (Wien, 2001)

    dto.: Michèle Crider, Nadja Michael, Alberto Gazale und Askar Abdrazakov / Patrick Fournillier (Genua, 2002)


    „Otello“ (Verdi): Marina Mescheriakova und Alexandru Agache / Edoardo Müller (San Diego, 2003)


    „Messa da Requiem“ (Verdi): Jane Eaglen, Florence Quivar und Roberto Scandiuzzi / Daniele Gatti (Rom, 1993)


    Viele Grüße!


    Carlo

    Liebe Taminos,


    hier ist die Fortsetzung der Auflistung von Arien-Recitals mit Josef Traxel zusätzlich einiger Arien-Aufnahmen des Rundfunks:

    „Josef Traxel – Dokumente einer Sängerkarriere“: Der Odem der Liebe (Cosi fan tutte) / Gott! Welch Dunkel hier... In des Lebens Frühlingstagen (Fidelio) / Unter blüh'nden Mandelbäumen, an der Loire grünem Strand – Wehen mir Lüfte Ruh', strömen mir Düfte zu (Euryanthe) / Komm, o holde Dame (Die weiße Dame) / Freunde, vernehmet die Geschichte (Der Postillon von Lonjumeau) / Spirto gentil de' sogni miei (La Favorite) / O schweige still, o lasse dich erbitten (Das Glöckchen des Eremiten) / Gegrüßt sei mir, du holde Stätte (Faust) / Mir träumte von jener Zeit (Les pêcheurs de perles) / Hier an dem Herzen treu geborgen (Carmen) / Land so wunderbar... O Paradies (Die Afrikanerin) / Himmel und Meer (La Gioconda) / Mit Gewitter und Sturm (Der fliegende Holländer) / Am stillen Herd zur Winterszeit – Fanget an! So rief der Lenz in den Wald - Morgenlich leuchtend im rosigen Schein (Die Meistersinger von Nürnberg) (Nähere Angaben sind den einzelnen Beiträgen zu entnehmen.) 'Preiser' 93459 (CD, 2009)


    Die bisher genannten Recitals verwendeten alle die Schallplatten-Aufnahmen der 'Electrola' bzw. der 'Deutschen Grammophon Gesellschaft', während die CD der Firma 'UraCant' die folgenden Rundfunkaufnahmen enthält:


    „Josef Traxel – Ein Sängerportrait“: Freunde, vernehmet die Geschichte (Der Postillon von Lonjumeau – 23. 9. 1953) / Ach, welche Lust, Soldat zu sein! (mit Chor) – Komm, o holde Dame (Die weiße Dame – 16. 2. 1956) / Ich war Jüngling noch an Jahren (Joseph in Ägypten – 4. 7. 1955) / Nutzlos ist meine Pein! Karthago muss ich meiden!... Bald ist die Stunde da... O könnt' ich flieh'n vor ihr (Die Trojaner° - 12. 12. 1961) / Gegrüßt sei mir, o heil'ge Stätte (Faust – 5. 3. 1953) / Spirto gentil de' sogni miei (La Favorite – 16. 2. 1956) / Una furtiva lagrima (L'elisir d'amore – 5. 3. 1953) / Bei meines Buhlen Haupte, da steht ein gold'ner Schrein – War es recht getan?... Sie ist mir nah, mein Bangen war ein Traum! (Euryanthe – Dezember 1958 ?) / Wie freundlich strahlt der Tag... Jungfrau Maria! Himmlisch Verklärte!... O erleuchte den Verlockten (Alessandro Stradella – 16. 2. 1956) / So find' ich dich, Feinsliebchen, hier... Mein lieber Schatz, nun aufgepasst+ – Mit der Mutter sank zu Grabe mein ganzes Jugendglück... Nun in Lust und Leide+ (Die verkaufte Braut – 1. 3. 1957) / Wohin seid ihr entschwunden (Evgeni Onegin – 23. 9. 1953) / Kein And'res, das mir so im Herzen loht... Des Dichters Worte, wie leuchten sie klar!... Wie schön die Worte, kaum kenn' ich sie wieder!* (Capriccio – Juli 1963) / Dir rigori armato il seno (Der Rosenkavalier – Oktober 1955 ?) / Lore Wissmann+ und Gerda Scheyrer* (Sopran) / Raymond Wolansky* (Bariton) / Das Sinfonie-Orchester des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart / Dirigenten: Alfons Rischner und Hans Müller-Kray° / 'UraCant' 993 (CD, 1999).


    Die Kavatine des Faust aus der Oper von Gounod singt Josef Traxel in seiner eigenen Textfassung und die Arien aus den Donizetti-Opern „La Favorite“ und „L'elisir d'amore“ werden in italienischer Sprache vorgetragen. Die Aufnahmen der beiden Arien des Adolar aus Webers „Euryanthe“ sind nicht näher bezeichnet; vermutlich handelt es sich um Ausschnitte aus der Gesamtaufnahme des WDR vom Dezember 1958 mit dem Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester unter Joseph Keilberth, die Kurt Honolkas Textversion benutzte, also: „Bei meines Buhlen Haupte, da steht ein gold'ner Schrein“ statt „Unter blüh'nden Mandelbäumen, an der Loire grünem Strand“ und „War es recht getan? Bracht' ich das treue Herz in Gefahr?„ statt „Wehen mir Lüfte Ruh', strömen mir Düfte zu“. Dem Track Nr. 16 – ebenfalls nicht definiert – liegt wahrscheinlich die 'Electrola'-Aufnahme der Arie des Sängers aus dem „Rosenkavalier“ mit den Berliner Philharmonikern unter Wilhelm Schüchter vom Oktober 1955 zu Grunde. Das Sonett des Flamand aus „Capriccio“ von Richard Strauss ist ein Ausschnitt aus der Tonaufnahme des WDR (!) vom Juli 1963 zu der im Playback gedrehten Fernseh-Aufzeichnung mit dem Orchester der Württembergischen Staatsoper Stuttgart unter Ferdinand Leitner.


    In den Rundfunk-Archiven liegen noch Aufnahmen folgender Stücke:


    die Barcarole des Fra Diavolo 'Dorina, jene Kleine, so jung und schön zu sehen' und die Romanze des Lorenzo 'Ewig will ich dir gehören!' (beide aus Aubers „Fra Diavolo“) sowie die 'Traumerzählung' des Des Grieux 'Ich schloss die Augen' aus Massenets „Manon“ mit dem Sinfonieorchester des Süddeutschen Rundfunks unter Alfons Rischner, vermutlich aufgenommen am 16. 2. 1956;


    ebenfalls aus „Fra Diavolo“ die Arie des Titelhelden 'Meine Freunde sind hier... Ich zähle Freunde unter den Scharen' und die Arie des Fritz 'Ed anche Beppe amò... O amore, o bella luce del core' aus Mascagnis „L'amico Fritz“ ('Freund Fritz') mit dem Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks unter Robert Heger, vermutlich aufgenommen am 15. 6. 1959;


    der 'Triumphgesang' aus dem Finale des dritten Aktes von Meyerbeers „Der Prophet“ ('Horchet auf! Es schallen Kriegestöne!... O Prophet, dein Volk erhebet sich und du herrschest!... Herr, dich in den Sternenkreisen will ich loben') mit Carl Hoppe, einem Chorsolisten sowie dem Chor des Bayerischen Rundfunks und das Duett Alvaro-Don Carlo 'In dieser heil'gen Stunde... So sterb' ich in Frieden' aus Verdis „Die Macht des Schicksals“ mit Carl Hoppe - beide Aufnahmen sind Mitschnitte aus dem Münchner 'Sonntagskonzert' vom 21. 3. 1959 unter der Leitung von Paul Schmitz (siehe unten);


    Ernanis Arie 'Habt Dank, geliebte Freunde... Wenn duft'ger Tau und Sonnenstrahl... Nicht schreckt mich mehr mein grausam' Los' aus Verdis „Ernani“ und das Lied des indischen Kaufmanns 'Die Südsee birgt in tiefen Felsenhöhlen' aus Rimski-Korssakovs „Sadko“, beide Arien mit dem Studio-Orchester des SFB Berlin unter Franz Allers, vermutlich aufgenommen 1963.


    Außerdem hat Josef Traxel auch bei den folgenden 'Sonntagskonzerten' des Münchner Rundfunkorchesters (im Kongresssaal des Deutschen Museums) mitgewirkt:


    26. 10. 1952 – Weitere Solisten: Trude Eipperle, Ilse Hübener, Anneliese Rothenberger, Herbert Ernst Groh, Willy Hofmann, Benno Kusche und Karl Schmitt-Walter / Dirigent: Werner Schmidt-Boelcke (Das 1. 'Münchner Sonntagskonzert!)


    10. 4. 1955 – Weitere Solisten: Trude Eipperle, Alda Noni. Luigi De Stefanis und Kurt Böhme / Dirigenten: Tito Petraglia und Werner Schmidt-Boelcke


    21. 3. 1959 – Weitere Solisten: Anneliese Rothenberger, Hertha Töpper, Carl Hoppe und Kurt Böhme / Dirigent: Paul Schmitz


    12. 11. 1961 - Weitere Solistin: Hertha Töpper / Dirigent: Kurt Eichhorn (Orchesterlieder von Richard Strauss)


    Das Konzert vom 7. 4. 1963 (als Partner von Elisabeth Grümmer und Karl Christian Kohn / Dirigent: Horst Stein) musste Josef Traxel kurzfristig absagen; Lorenz Fehenberger sprang für ihn ein.


    Die umfassendste Kompilation von Josef Traxels Solo-Aufnahmen findet sich in einer Edition von 10 CDs beim 'Hamburger Archiv für Gesangskunst' aus dem Jahre 2008, die später (mit einigen neuen Tondokumenten) auf vier Boxen mit je 3 CDs und einer zusätzlichen CD „Raritäten und Funde“ erweitert wurde; also insgesamt 13 CDs mit einer klanglichen Verbesserung der früher veröffentlichten Aufnahmen.


    Zusammen mit den in diesem - von Herbert Henn am 6. 7. 2006 eröffneten - Thread bisher genannten Aufnahmen von z. B. Henzes „Boulevard Solitude“ (Beitrag Nr. 21), Webers „Euryanthe“ (Beitrag Nr. 33), Donizettis „Don Pasquale“ als Querschnitt (Beitrag Nr. 68) und den sehr bekannten Passions- und Oratorien-Einspielungen unter Karl Forster und Kurt Thomas dürfte hier nunmehr eine fast vollständige Discographie dieses Sängers vorliegen, wobei es natürlich schön wäre, wenn die Rundfunkanstalten ihre unter Verschluss gehaltenen Mitschnitte endlich veröffentlichten und noch zusätzliche unbekannte Aufnahmen von und mit Josef Traxel auftauchen würden.


    Viele Grüße!


    Carlo

    Hallo!


    Ich habe mir soeben noch einmal die heute Morgen im WDR-Fernsehen gezeigte Aufzeichnung des diesjährigen "Concert de Paris" - das stets zum französischen Nationalfeiertag am 14. Juli auf dem Marsfeld am Eiffelturm stattfindet - angesehen, dieses Jahr 'Corona'-bedingt mit stark reduziertem Publikum.

    Benjamin Bernheim sang hier die Cavatine des Roméo aus Gounods "Roméo et Juliette" und mit Ludovic Tézier das Duett Nadir-Zurga aus Bizets "Les Pêcheurs de perles"; es begleitete ihn das Orchestre National de France unter der südkoreanischen Dirigentin Eun Sun Kim. (Weitere Gesangssolisten waren Sonya Yoncheva und die ägyptische Sopranistin Fatma Said, die längst einen Beitrag bei den "Neuen Stimmen" verdiente.)

    Das auf 90 Minuten gekürzte Konzert (u. a. mit Beteiligung von Lisa Batiashvili, Khatia Buniatishvili und Sol Gabetta) kann in der Mediathek des WDR unter

    https://www1.wdr.de/mediathek/…ik/video-concert-de-paris

    noch längere Zeit gesehen werden. (Rechts oben unter "Letzte Sendungen" anklicken!) Das detaillierte Programm der Sendung wird in meinem Beitrag Nr. 166 im Thread "bald im TV ....." genannt.


    Carlo

    Hallo!


    Der WDR hat heute Morgen in seinem 3. Fernsehprogramm das diesjährige "Concert de Paris", das stets zum französischen Nationalfeiertag am 14. Juli am Eiffelturm stattfindet, gesendet. Dieses Jahr 'Corona'-bedingt nur mit 4500 Zuschauern auf dem sonst menschenüberfüllten Marsfeld.


    Die Mitwirkenden waren: Sonya Yoncheva (Sopran - 'Ebben, ne andrò lontana' aus Catalanis "La Wally" und das Lied "L'Hymne à l'amour" von Edith Piaf und Marguerite Monnot); Fatma Said (Sopran - "Les Filles de Cadix" von Delibes und das Lied der Rosina 'Marinela' aus Serranos "La canción del olvido"); Benjamin Bernheim (Tenor - 'Ah, lève-toi, soleil' aus Gounods "Roméo et Juliette" und das Duett 'Au fond du temple saint' aus "Les Pêcheurs de perles" von Bizet); Ludovic Tézier (Bariton - das genannte Duett mit Benjamin Bernheim sowie das Chanson "La Bohème" von Charles Aznavour); Lisa Batiashvili (Violine - "City Memories" von Charles Chaplin); Sol Gabetta (Violoncello - ein Satz aus Lalos Cellokonzert); Khatia Buniatishvili (Klavier - Ausschnitte aus Chaikovskiis erstem Klavierkonzert und Mozarts Klavierkonzert Nr. 23 zum Pas-de-deux aus Angelin Prejolcajs Ballett "Le Parc"); Lucienne Renaudin-Vary (Trompete - Musik aus Bernsteins "West Side Story"). Die südkoreanische Dirigentin Eun Sun Kim begleitete am Pult des Orchestre National de France die Solisten und dirigierte außerdem die "Egmont"-Ouvertüre von Beethoven, den Ungarischen Marsch aus "La Damnation de Faust" von Berlioz und Ravels "Bolero" sowie einige Instrumentalstücke und Chöre aus Opern von Bizet und Verdi.


    Dieses auf 90 Minuten gekürzte Konzert (mit wunderbaren Ansichten von Paris aus der Vogelperspektive) kann man in der Mediathek des WDR unter


    https://www1.wdr.de/mediathek/…ik/video-concert-de-paris


    noch längere Zeit sehen. (Oben rechts auf "Letzte Sendungen" klicken!) Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag!


    Carlo

    Liebe Taminos,



    fast wie eine Trotz-Reaktion auf die desaströsen Kritiken zu der vorhergegangenen Schallplatte „Mario Lanza on B'way“ wirkte das Erscheinen des nächsten Albums „Mario Lanza in a Cavalcade of Show Tunes“. Als wollte er zeigen, dass er seine Lektion gelernt hat, wählte Mario Lanza diesmal Operetten- und Musical-Melodien aus, die seinem Gesangsstil angemessener waren; zwar wurde auch wieder ein Chor eingesetzt, aber diskreter als bei der 'Broadway'-LP und die Orchester-Arrangements orientierten sich näher an den Original-Instrumentationen der folgenden Titel:


    Mario Lanza in a Cavalcade of Show Tunes“: 'Lover, come back to me' („The New Moon“ / Sigmund Romberg) - 'I've told ev'ry little star' („Music in the Air“ / Jerome Kern) – 'The Donkey-Serenade' (“The Firefly“ / Rudolf Friml) – 'All the things you are' („Very Warm for May“ / Jerome Kern) – 'Giannina mia' („The Firefly“ / Rudolf Friml) – 'Rose Marie' („Rose ;Marie“ / Rudolf Friml) – 'Yours is my heart alone' („Das Land des Lächelns“ / Franz Lehár) – 'Thine alone' („Eileen“ / Victor Herbert) – 'Will you remember, sweetheart' („Maytime“ / Sigmund Romberg) – 'Slumber on, my little gypsy sweetheart' („The Fortune Teller“ / Victor Herbert) – 'Only a rose' („The Vagabond King“ / Rudolf Friml) – 'Tramp! Tramp! Tramp!' („Naughty Marietta“ / Victor Herbert) / The Jeff Alexander Choir / Henri René and his Orchestra (Hollywood, Republic Studios, August/September 1956) 'RCA Victor' LM-2090 (1 LP, 30 cm). Später elektronisch stereophonisiert veröffentlicht mit der Katalognummer LSC-2090(e).



    Im Mai 1957 war Mario Lanza für die Dreharbeiten zu seinem nächsten Spielfilm „Arrivederci, Roma!“ – keine Hollywood-Produktion, sondern ein Streifen der kleinen Filmfirmen 'Le Cloud' und 'Titanus Films' - nach Rom gereist und er beschloss nach der überschwänglichen Begrüßung durch die italienische Presse (man sprach sogar von einer 'Heimkehr in's Land seiner Väter'), der 'Schlangengrube' Hollywood den Rücken zu kehren und seinen Wohnsitz vom kalifornischen Beverly Hills in die italienische Hauptstadt zu verlegen. (Seine ehemalige Filmgesellschaft 'MGM' übernahm für diesen Film den Verleih in den USA, wo man den Titel in „Seven Hills of Rome“ änderte, und 'RCA Italiana' stellte für die Tonaufnahme ihr römisches Studio zur Verfügung. Da die musikalische 'Ausbeute' dieses Films nicht sehr üppig war, wurde die entsprechende 'Soundtrack'-LP auf der zweiten Plattenseite mit einigen älteren Aufnahmen gefüllt.)


    Seven Hills of Rome“: 'Seven Hills of Rome' (Victor Young) – 'There's gonna be a party tonight' ('Calypso Italiano' / George Stoll) – 'Lolita' ('Serenata spagnola' / Arturo Buzzi-Peccia) – 'Questa o quella'+ („Rigoletto“ / Giuseppe Verdi) – 'Arrivederci, Roma' (Duett mit Luisa Di Meo / Renato Rascel) – 'Temptation'# (Nacio Herb Brown) – 'Jezebel'# (Wayne Shanklin) – 'Memories are made of this'# (Richard Dehr, Terry Gilkyson und Frank ;Miller) – 'When the saints go marching in'# (Trad,) - 'Come, dance with me' (Dick Leibert) / Chorus and Orchestra of the 'Italian National Radio, Rome' / Dirigent: George Stoll (Rom, RCA Italiana Studios, Juni 1957) plus „Additional Songs“: 'Never till now' (Film „Raintree County“ / Johnny Green) – 'Do you wonder?'* (Henry Hill) – 'Earthbound'* (Clive Richardson) – 'Serenade'° (Film „Serenade“ / Nicholas Brodszky) – 'My destiny'° (Film „Serenade“ / Nicholas Brodszky) – 'Love in a home'* („Li'l Abner“ / Gene De Paul ) / RCA Symphony Orchestra+ / Dirigent: Constantine Callinicos+ (Mai 1950) / Henri René and his Orchestra* (August 1956) / Warner Bros. Studio Orchestra° / Dirigent: Ray Heindorf° (Juli 1955) / 'RCA Victor' LM-2211 (1 LP, 30 cm) Die mit # gekennzeichneten Titel sind Mario Lanzas Imitation der Gesangsstile der 'Crooners' Perry Como ('Temptation'), Frankie Laine ('Jezebel') und Dean Martin ('Memories are made of this' – in Deutschland als 'Heimweh' mit Freddy Quinn ein Millionen-Hit) sowie von der unverwechselbare Stimme Louis Armstrongs ('When the saints go marching in').



    Mario Lanza beabsichtigte nun, sich seinen europäischen Fans auch persönlich zu präsentieren und startete im November 1957 in London - beginnend am 17. 11. mit einem Auftritt im 'Palladium' in der vom Fernsehen übertragenen „Royal Command Performance“ in Anwesenheit von Queen Elizabeth II. - eine für drei Monate geplante Konzerttournee durch Großbritannien (u. a. zwei Konzerte in der Londoner Royal Albert Hall am 16. und 18. 1. 1958 - siehe Beitrag Nr. 84 zur Schallplatte "A Mario Lanza Program"), Schottland, Deutschland (München, Stuttgart, Wiesbaden, Hamburg, Kiel, Hannover und Nürnberg), Frankreich, Belgien und die Niederlande. Der erste Auftritt in der BRD war am 24. 1. 1958 im Münchner Kongresssaal, es folgte Stuttgart, doch schon das Wiesbadener Konzert - siehe hierzu 'harts' Beitrag Nr. 79 und meinen Beitrag Nr. 33 im Thread "Mario Lanza und seine Filme" - und die folgenden Abende mussten aus gesundheitlichen Gründen ausfallen. Im März 1958 setzte Lanza, kaum wieder gesundet, die Tournee dann in Edinburgh, Manchester, Paris, Oostende, Rotterdam, Hannover und Kiel fort, aber die Absage (auf ärztlichen Rat) kurz vor dem Beginn des Konzerts in der Hamburger Musikhalle am 15. 4. 1958 mündete in einem Skandal: Publikum und Presse überboten sich in einer wahren 'Schlammschlacht'. Mario Lanza brach die Tournee ab und zog sich nach Rom zurück.


    Dort erhielt er im Mai 1958 das Angebot der kleinen deutschen Filmgesellschaft 'Corona' aus München für einen neuen Streifen: „Der Sänger von Capri“ (mit dem alternativen Titel 'Serenade einer großen Liebe'). Bei einer im Filmgeschäft aus Versicherungsgründen obligatorischen ärztlichen Untersuchung in München wurden bei Mario Lanza schwere gesundheitliche Schäden festgestellt und er ließ sich für einige Wochen in das 'Parksanatorium' am bayerischen Walchensee einweisen. Im August 1958 begannen in Rom die Tonaufnahmen für den neuen Film, der in der US-Version nach dem populären italienischen Schlager 'Come prima' den Titel „For the First Time“ erhielt. Die abschließenden Atelieraufnahmen in Berlin wurden vom Deutschen Fernsehen und der deutschen Kino-Wochenschau besucht; Mario Lanza zeigte sich den Berlinern auch privat und gab am 15. 11. den Startschuss für das Radfahrer-Sechstagerennen im Berliner Sportpalast. (An diesem Abend erfuhr er vom Tod Tyrone Powers und versuchte vergeblich, vom Veranstalter eine Schweigeminute im Gedenken an den Hollywood-Schauspieler zu erreichen.)


    Bemerkenswert an diesem Film sind vor allem die Opernszenen, die mit dem Chor und dem Orchester der römischen Oper unter der Leitung von Constantine Callinicos entstanden. Von den Solisten im 'Gran Concertato' aus dem Finale des zweiten Aktes in „Aida“ konnten bisher nur Giangiacomo Guelfi als Amonasro und Plinio Clabassi als Ramfis identifiziert werden. (Leider ist auf der Platte das stark gekürzte Terzett 'E voi ridete?' aus Mozarts „Cosi fan tutte“ nicht enthalten, das Mario Lanza zusammen mit Paolo Silveri und Plinio Clabassi im Film singt, wobei die beiden genannten Kollegen aber vor der Kamera von Komparsen gedoubelt wurden.)


    For the First Time“: 'Come prima, come prima, I'm in love'* (Vincenzo Di Paola und Sandro Taccani) – 'Capri, Capri, isola d'amor'* (Chor) ('Tarantella' / George Stoll) – 'O sole mio'* (Eduardo Di Capua) – Danza napoletana* (Orchester) (George Stoll) – 'Wer einmal nur in München war'+ ('Hofbräuhaus-Lied' / Karl Bette) – 'Ô mon amour, à toi toujours'* ('Je n'en connais pas la fin' / Marguerite Monnot) – Mazurka* (Orchester) (George Stoll) – 'Pineapple Pickers'+ (George Stoll) – 'Recitar!... Vesti la giubba'° („I pagliacci“ / Ruggero Leoncavallo) – 'Niun mi tema'° („Otello“ / Giuseppe Verdi) – Triumphmarsch - 'Gloria all' Egitto, ad Iside'° (Finale 2. Akt „Aida“ / Giuseppe Verdi) – 'I love thee'* ('Jeg elsker Dig' / Edvard Grieg) – 'Ave Maria'^ (Franz Schubert) / Il coro di voci bianche del Vaticano^ (Der Kinderchor des Vatikans) / Dirigent: George Stoll^ / Das Johannes Rediske Quintett und ein ungenanntes Orchester+ / Coro e Orchestra di Roma della Radiotelevisione Italiana (RAI)* / Dirigent: Carlo Savina* / Solisti, Coro e Orchestra del Teatro dell' Opera di Roma° / Dirigent: Constantine Callinicos° (Rom, RCA Italiana Studios, August 1958 / Rom, Teatro dell' Opera, September 1958 / Berlin, CCC-Tonstudio, November 1958) 'RCA Victor' LM-2338 (mono) bzw. LSC-2338 (stereo) (1 LP, 30 cm). Zur Deutschland-Premiere im Februar 1959 erschien die Schallplatte unter der Katalognummer LPM-9839 (nur in mono) mit dem schwarzen 'RCA'-Etikett für die Aufnahmen im Bereich der Unterhaltungsmusik. Mario Lanza hat nicht mehr erlebt, dass diese Platte – die erst am 13. 8. 1959 (zum Filmstart in New York) in den USA heraus kam - eine der ersten war, die für die von der 'Recording Academy' in Los Angeles seit 1959 verliehenen „Grammy Awards“ nominiert wurde.



    Viele Grüße!


    Carlo

    Lieber Gregor,


    auch ich möchte mich für Dein interessantes Portrait der nun leider verstorbenen Olivia de Havilland bedanken. (Noch am 24. 5. 2020 habe ich im Forum im Thread "Mario Lanza und seine Filme" über sie und ihre Schwester Joan Fontaine etwas geschrieben.)


    Ich werde diese (auch noch im Alter) bildschöne Frau mit ihrer geheimnisvollen Ausstrahlung und der überzeugenden Ausdrucksvielfalt vor allem mit den folgenden Filmen - die ich auf Video habe - in Erinnerung behalten: "Der schwarze Spiegel" ('The Dark Mirror', 1946), "Die Schlangengrube" ('The Snake Pit', 1948), "Die Erbin" ('The Heiress', 1949), "Meine Cousine Rachel" ('My Cousin Rachel', 1952) und "Wiegenlied für eine Leiche" ('Hush, hush, sweet Charlotte', 1964). Möge sie in Frieden ruhen.


    Carlo

    Liebe Josef-Traxel-Freunde,


    zum Abschluss meiner Beiträge hier zunächst der erste Teil der angekündigten Liste der Opern-Recitals mit Josef Traxel auf LPs und CDs:


    „Josef Traxel singt berühmte Opernarien, 1. Folge“: Himmel und Meer (La Gioconda) / Folget der Heißgeliebten (Don Giovanni) / Weh' mir! Im Traume tief und schwer (La Traviata) / Nein! Bin Bajazzo nicht bloß (Der Bajazzo) / Keiner schlafe! (Turandot) / Land so wunderbar (Die Afrikanerin) / Sie wurde mir entrissen... Noch seh' die heißen Tränen ich (Rigoletto) / Wie sich die Bilder gleichen (Tosca) / Mit Gewitter und Sturm (Der fliegende Holländer) / Alle Aufnahmen: Die Berliner Symphoniker / Dirigent: Wilhelm Schüchter / E 60 072 (25 cm).


    „Josef Traxel singt berühmte Opernarien, 2. Folge“: Morgenlich leuchtend im rosigen Schein (Die Meistersinger von Nürnberg) / O weine nicht, Liu (Turandot) / Und es blitzten die Sterne (Tosca) / Freunde, vernehmet die Geschichte (Der Postillon von Longjumeau) / Komm, o holde Dame (Die weiße Dame) / O süße Nacht* (Don Pasquale) / Di rigori armato il seno° (Der Rosenkavalier) / Jetzt spielen!... Hüll' dich in Tand nur (Der Bajazzo) / Alle Aufnahmen: Die Berliner Symphoniker / Die Berliner Philharmoniker° / Dirigenten: Wilhelm Schüchter und Werner Schmidt-Boelcke* / E 60 073 (25 cm).


    „Josef Traxel singt berühmte Opernarien, 3. Folge“: Gott! Welch Dunkel hier... In des Lebens Frühlingstagen (Fidelio) / Unter blüh'nden Mandelbäumen* (Euryanthe) / Fanget an! So rief der Lenz in den Wald (Die Meistersinger von Nürnberg) / Armer Ernesto!... In der Fremde will ich weilen+ (Don Pasquale) / Hier an dem Herzen treu geborgen+ (Carmen) / Wie eiskalt ist dies Händchen+ (La Bohème) / Alle Aufnahmen: Die Berliner Symphoniker / Dirigenten: Wilhelm Schüchter, Arthur Grüber* und Werner Schmidt-Boelcke+ / E 60 576 (25 cm). Das Platten-Cover zeigt in Farbe Josef Traxel im Kostüm des 'Titus' aus Mozarts „La Clemenza di Tito“.


    „Josef Traxel singt berühmte Opernarien, 4. Folge“: Frondi tenere e belle... Ombra mai fu (Serse) / Vater, hör' mich fleh'n zu dir - Von Jugend auf in dem Kampfgefild' (Oberon) / Ihr Gräber meiner Ahnen... Mein Leib wird bald in Grabesnacht... Auf zu dir, verklärter Engel *+ (Lucia di Lammermoor) / In fernem Land – Mein lieber Schwan! (Lohengrin) / Allmächt'ger Vater, blick herab! (Rienzi) mit Karl-Christian Kohn* / Der Männerchor der Städtischen Oper Berlin+ / Chorltg.: Hermann Lüddecke / Die Berliner Symphoniker / Dirigent: Berislav Klobucar (Berlin, Grunewaldkirche, 5. - 7. 4. 1960) E 80 589 (mono) und STE 80 589 (stereo) (30 cm). Die originale Schallplattenhülle mit einem großen Farbfoto von Josef Traxel als 'Lohengrin' sorgte damals für viel Heiterkeit, war der Sänger doch mit einem Flügelhelm und halblangen blonden Haaren abgebildet – in den Zeiten von 'Neu-Bayreuth' war diese Kostümierung ziemlich deplaziert.


    „Josef Traxel singt berühmte Opernarien“: Konstanze, dich wiederzusehen – Ich baue ganz auf deine Stärke (Die Entführung aus dem Serail) / Nur ihrem Frieden weiht' ich mein Leben – Folget der Heißgeliebten (Don Giovanni) / Wehe mir! Ist's Wahrheit oder Trug?... Hoffnung, du Hauch des Lebens (Einlagearie zu „La clemenza di Tito“) / Der Odem der Liebe (Cosi fan tutte) / Wie stark ist nicht dein Zauberton (Die Zauberflöte) / Gott! Welch Dunkel hier... In des Lebens Frühlingstagen (Fidelio) / Von Jugend auf in dem Kampfgefild' (Oberon) / Wehen mir Lüfte Ruh', strömen mir Düfte zu (Euryanthe) / Lass' es, ach lass' es mich hören (Don Pasquale) / Spirto gentil de' sogni miei (La Favorite) / Freunde, vernehmet die Geschichte (Der Postillon von Lonjumeau) / Horch,die Lerche singt im Hain (Die lustigen Weiber von Windsor) / Wie das schnattert, wie das plappert (Martha) / Mit Gewitter und Sturm (Der fliegende Holländer) / Der Bronnen, den uns Wolfram nannte (Tannhäuser) / Morgenlich leuchtend im rosigen Schein (Die Meistersinger von Nürnberg) / Komm, o holde Dame (Die weiße Dame) / Himmel und Meer (La Gioconda) / Hier an dem Herzen treu geborgen (Carmen) / Ferne von ihr... Ach, ihres Auges Zauberblick... Weh' mir! Im Traume tief und schwer (La Traviata) / Jetzt spielen!... Hüll' dich in Tand nur – Nein, bin Bajazzo nicht bloß (I pagliacci) / Keiner schlafe! (Turandot) (Nähere Angaben sind den vorangegangenen Beiträgen zu entnehmen.) 'Electrola' „Dacapo“ 1 C 147-30 774/75 (2 LPs, 1978)


    „Josef Traxel – Portrait“: Freunde, vernehmet die Geschichte (Der Postillon von Lonjumeau) / Hier an dem Herzen treu geborgen (Carmen) / Spirto gentil de' sogni miei (La Favorite) / Ferne von ihr... Ach, ihres Auges Zauberblick... Weh mir! Im Traume tief und schwer (La Traviata) / Keiner schlafe! (Turandot) / Konstanze, dich wiederzusehen (Die Entführung aus dem Serail) / Wie stark ist nicht dein Zauberton (Die Zauberflöte) / Gott! Welch Dunkel hier... In des Lebens Frühlingstagen (Fidelio) / Di rigori armato il seno (Der Rosenkavalier) / Fanget an! So rief der Lenz in den Wald (Die Meistersinger von Nürnberg) / Mit Gewitter und Sturm (Der fliegende Holländer) / Von Jugend auf in dem Kampfgefild' – Vater, hör mich fleh'n zu dir (Oberon) / Mit Würd' und Hoheit angetan (Die Schöpfung) / Ach mein Sinn, wo willst du endlich hin (Johannes-Passion) / 'Resignation' (Beethoven) / 'Die Stadt' – 'Geheimes' (Schubert) (Nähere Angaben sind den vorangegangenen Beiträgen zu entnehmen.) 'EMI' „Studio“ CDM 7 69681 2 (CD, 1988)


    In der nächsten Woche folgt der zweite Teil mit der Portrait-CD der Firma 'Preiser' und mit dem CD-Recital des Labels 'UraCant' sowie einigen Opernarien-Aufnahmen des Rundfunks.


    Carlo

    Lieber 'moderato',


    die Zusammenarbeit von Sándor Kónya und Herbert von Karajan war aber nur sehr 'moderat':


    Drei Konzerte in der Berliner Hochschule für Musik am 28. 2., 29. 2. und am 1. 3. 1960 mit Mahlers "Das Lied von der Erde" - das Altsolo sang Hilde Rössel-Majdan - und Beethovens "Neunte" am 28. 1. 1965 in der New Yorker Carnegie Hall (mit Gundula Janowitz, Lili Chookasian, dem chinesischen Bassisten Yi-Kwei Sze und dem Westminster Choir).


    Von diesen Konzerten gibt es m. W. keine Mitschnitte.


    Carlo

    Da bin ich wieder!



    Aus vertragsrechtlichen Gründen war es 'RCA' nicht möglich gewesen, Soundtracks von den bei 'MGM' gedrehten fünf Filmen mit Mario Lanza zu veröffentlichen, so dass man zu diesen Streifen eigene Tonaufnahmen machte. (Obwohl 'Metro Goldwyn Mayer' selbst ein Schallplatten-Label – 'MGM Records' – etabliert hatte, wurden die entsprechenden Soundtracks wegen Lanzas Bindung an 'RCA' auch hier nicht publiziert, was bedauerlich ist, weil in manchen dieser Filme der Sänger seine Studio-Aufnahmen bei 'RCA' übertraf.) Der 'Warner Brothers'-Produzent Henry Blanke verpflichtete 1955 Mario Lanza nach dessen Ausscheiden bei 'MGM' für den Film „Serenade“ und die 'RCA' durfte die Original-Playbackaufnahmen zu diesem Film veröffentlichen. (Nach Meinung der Filmkritiker zeigte Lanza in „Serenade“ seine beste darstellerische Leistung in der Rolle eines von Eifersucht geplagten Opernsängers, der in die Fänge einer 'Femme fatale' gerät; zur Filmhandlung korrespondierte die Wahl von zwei Ausschnitten aus Verdis „Otello“.)



    Serenade“: 'Serenade' (Nicholas Brodszky) – 'La Danza' (Gioachino Rossini) – 'Torna a Surriento'* (Ernesto De Curtis) – 'O soave fanciulla'+* („La Bohème“ / Giacomo Puccini) – 'Di rigori armato il seno'* („Der Rosenkavalier“ / Richard Strauss) – 'Di quella pira“ („Il trovatore“ / Giuseppe Verdi) – 'Amor ti vieta' („Fedora“ / Umberto Giordano) – 'Mi batte il cor... O paradiso'* („L' Africaine“ / Giacomo Meyerbeer) – 'Dio ti giocondi, o sposo'° („Otello“ / Giuseppe Verdi) - 'Ave Maria' (Franz Schubert) – 'È la solita storia del pastore' („L'Arlesiana“ / Francesco Cilea) – 'Nessun dorma' („Turandot“ / Giacomo Puccini) – 'My destiny' (Nicholas Brodskzky) / Jean Fenn+ und Licia Albanese° (Sopran) / Jakob Gimpel* (Klavier) / Warner Bros. Studio Orchestra / Dirigent: Ray Heindorf (Burbank, Warner Bros. Studio, Juni/Juli und November 1955) 'RCA Victor' LM-1996 (1 LP, 30 cm) und ERB-70 (2 EPs, 17 cm). Die Nummernfolge entspricht der Reihenfolge des Films; die Titel „La Danza“ und „Ave Maria“ werden von einem Akkordeon bzw. einer Orgel begleitet.


    Es gibt ein Standfoto aus dem Film, das Jean Fenn (die 1953 von der New York City Opera an die 'Met' in New York wechselte und dort bis 1970 auftrat) und Mario Lanza in den Kostümen von Rodolfo und Mimi aus „La Bohème“ zeigt; das entsprechende Duett vom Ende des ersten Aktes aus dieser Oper ist aber im Film stark gekürzt nur als 'Vorsingen' mit den Künstlern in Privatkleidung und mit Klavierbegleitung zu sehen. Die obengenannte Platte enthält dieses Duett zwar vollständig, aber ebenfalls ohne Orchester und mit Jakob Gimpel am Klavier. (Der Pianist verklagte übrigens die 'RCA', weil sie seinen Namen auf den Etiketten und in der Werbung für diese LP - die in Großbritannien bei 'HMV' mit der Nummer ALP 1365 erschien – preisgab.)


    Eigenartig ist auch, dass das Duett Desdemona-Otello aus dem dritten Akt des „Otello“ zunächst im Juli 1955 mit der (unbekannten) Sopranistin Gloria Boh eingespielt wurde und dann noch einmal gegen Ende der Dreharbeiten am 22. 11. 1955 mit der (sehr bekannten) Licia Albanese, die auch im Film – ihrem einzigen übrigens – zu sehen ist. Vermutlich wollte man mit der nachträglichen Verpflichtung dieser Sängerin auch die Opern-Aficionados in die Kinos locken. (Ursprünglich war Renata Tebaldi dafür vorgesehen, aber sie musste wegen Probenterminen an der 'Met' absagen; immerhin hat sie sich mit Mario Lanza getroffen, wovon es schöne Fotos gibt.) Das Duett 'Dio ti giocondi, o sposo' wird auf den genannten LPs nur gekürzt wiedergegeben, ist aber in voller Länge zusammen mit dem direkt angeschnittenen Monolog Otellos 'Dio! Mi potevi scagliar tutti i mali' auf der 'RCA'-CD 09026-63491-2 von 1999 unter dem Titel „Mario Lanza – Opera Arias and Duets“ enthalten. Merkwürdigerweise fehlt auf den Platten dieser Monolog, den Mario Lanza im Film sehr eindrucksvoll singt. Dafür hört man auf den LPs und der CD die Arie des Kalaf (natürlich 'Nessun dorma!') aus „Turandot“, die nur in der längeren US-Version des Films – in einer in einem Rundfunkstudio spielenden Szene – komplett zu hören ist.



    Für die lt. Katalog nächste 'Lanza-Platte' wurden die acht Weihnachtslieder-Aufnahmen von der LP LM-155 (1951, 25 cm) mit sieben neuen Einspielungen anderer Lieder gekoppelt, bei denen Mario Lanza von Henri René und seinem Orchester begleitet wurde:


    Lanza Sings Christmas Carols“: 'The Lord's Prayer'* (Albert Hay Malotte) – 'The first noel'* (Trad.) - 'O come, all ye faithful'* (Trad.) - 'Away in a manger'* (William James Kirkpatrick) – 'We three kings of Orient are'* (John Henry Hopkins) – 'O little town of Bethlehem'* (Lewis H. Redner) – 'Silent night'* (Franz Gruber) – 'Deck the halls'+ (Trad.) - 'Hark! The herald angels sing'+ (Felix Mendelssohn-Bartholdy) – 'God rest ye merry, Gentlemen'+ (Trad.) - 'Joy to the world'+ (Georg Friedrich Händel) – 'O Christmas tree'+ (Trad.) - 'I saw three ships'+ (Trad.) - 'It came upon a midnight clear'+ (Richard Storrs Willis) – 'Guardian angels'* (Harpo Marx) / The Jeff Alexander Choir / An Orchestra / Dirigent: Ray Sinatra* / Henri René and his Orchestra+ (Hollywood, RCA-Studio, September und Dezember 1951* bzw. Republic Studios, August 1956+) 'RCA Victor' LM-2029 (1 LP, 30 cm). Mit Ausnahme von 'Deck the halls' und 'It came upon a midnight clear', aber unter Hinzufügung von 'O holy night' (Adolphe Adam) – mit dem RCA Orchestra und einem Chor unter Constantine Callinicos 1950 – wurden die oben genannten Aufnahmen 1963 auch auf der (elektronisch stereophonisierten) LP 'Camden' CDS 1036 veröffentlicht.


    Die genauen Daten zu den Aufnahmen mit Henri René und seinem Orchester sind nicht bekannt, vermutlich wurden sie im August 1956 (zusammen mit den Aufnahmen zur LP „Cavalcade of Show Tunes“) eingespielt. Merkwürdig ist aber, dass die Platte LM-2029 mit dem Copyright „by Radio Corporation of America, 1956“ wohl zum Jahresende 1956 erschien und zur nächsten Lanza-Platte „Lanza on B'way“ (LM-2070), die vorher - im Mai 1956 - entstand, ein sehr großer Abstand in der Katalognumerierung besteht. Es scheint, als habe man die Veröffentlichung dieser LP mit Broadway- und Musical-Melodien hinausgezögert, was durch den folgenden Beitrag untermauert wird.



    Mario Lanza on B'way“: 'On the street where you live' („My Fair Lady“ / Frederick Loewe) – 'Younger than springtime' („South Pacific“ / Richard Rodgers) – 'Speak low' („One touch of Venus“ / Kurt Weill) - 'More than you know' („Great Day“ / Vincent Youmans) – 'Falling in love with love' („The boys from Syracuse“ / Richard Rodgers) – 'Why was I born?' („Sweet Adeline“ / Jerome Kern) – 'And this is my beloved' („Kismet“ / Robert Wright und George Forrest) – 'So in love' („Kiss me, Kate!“ / Cole Porter) – 'September Song' („Knickerbocker Holiday“ / Kurt Weill) – 'My romance' („Jumbo“ / Richard Rodgers) – 'This nearly was mine' („South Pacific“ / Richard Rodgers) – 'You'll never walk alone' („Carousel“ / Richard Rodgers) / The Jeff Alexander Choir / An Orchestra / Dirigent: Irving Aaronson (Hollywood, Republic Studios, Mai 1956) 'RCA Victor' LM-2070 (1 LP, 30 cm).


    Mit dieser Schallplatten-Aufnahme betrat Mario Lanza ein ihm unbekanntes Terrain, denn bis auf eine kleine Rolle in Frank Loessers „On the Beam“ während seiner Militärzeit hatte er keinerlei Musical-Erfahrung. Doch nur mit dem Ausstellen seiner Prachtstimme und seinem gewohnten 'Al fresco'-Gesang kam er diesem speziellen Musik-Genre nicht bei, zumal er in Irving Aaronson - der durch die Bearbeitung von Juventin Rosas' berühmtem Walzer „Sobre las olas" zum Lied „The loveliest night of the year“ (im Film „The Great Caruso“) Mario Lanza zu einem Millionen-Hit verholfen hatte – keine Unterstützung bekam. Es wird vermutet, dass Aaronson, der Leiter eines eigenen Tanzorchesters war ('Aaronson's Commanders'), auch das Arrangement der Musical-Songs - mit durchgehender Chor-'Untermalung'! – für diese Schallplattenaufnahme schrieb.


    Die einschlägige Musikkritik verriss diese Platte bei ihrem Erscheinen einstimmig und die 'RCA' hat sie nie wieder komplett neu aufgelegt. Ich kenne nur Teile dieser LP, die ich in der Zusammenstellung „Mario Lanza in His Greatest Hits from Operettas and Musicals“ ('RCA' VCS-6192(e) / 3 LPs / 1970) habe, aber selbst in diesen wenigen Nummern wird deutlich, dass dem Sänger vermutlich wegen mangelnder Vorbereitungszeit die für diese Art von Musik notwendige gewisse Nonchalance abgeht, um manche der Lieder (z. B. von Kurt Weill) überzeugend 'servieren' zu können. Rein stimmlich ist nichts zu beanstanden – obwohl das Timbre seit seiner letzten Studio-Produktion („The Student Prince“, 1952) merklich dunkler und 'markanter' geworden ist – aber er trägt mit seinem gewohnt emphatischen Singen bei einigen Titeln zu dick auf: Musical-Songs sind keine Arien! (Zur 'Ehrenrettung' Mario Lanzas sei gesagt, dass auch viele andere klassisch ausgebildete Sänger, die sich am Musical versuchten, daran gescheitert sind.)



    Carlo

    Nachfolgend nun der 2. Teil der Liedaufnahmen mit Kerstin Meyer:



    „Sea Pictures, op. 37“ (Edward Elgar): Kerstin Meyer / The Hallé Orchestra / Dirigent; John Barbirolli (King's Lynn, St. Nicholas Chapel, 24. 7. 1970) 'Intaglio' INCD 701-1 (1 CD, Italien 1991). Der Mitschnitt entstand beim seit 70 Jahren statt findenden Musikfestival in King's Lynn, einer Kleinstadt in der englischen Grafschaft West Norfolk. Die CD enthält auch Elgars Symphonie Nr. 1, op. 55 als Mitschnitt aus diesem Konzert; es ist das letzte Tondokument von John Barbirolli, der fünf Tage später in London starb. (Edward Elgar schrieb diesen Gesangszyklus – fünf Lieder auf Texte verschiedener Dichter – 1894 für eine Sopranstimme und Klavier; 1899 bearbeitete er ihn auf Wunsch der berühmten britischen Sängerin Clara Butt für eine Altstimme mit Orchesterbegleitung.)



    „Duette mit Elisabeth Söderström“: Zwei Duette aus der Sammlung 'Bicinia hungarica' von Zoltán Kodály, ungarisch gesungen: Nr. 7 „Csillagoknak teremtöje“ ('Schöpfer der Sterne') – Nr. 8 „Kiolvasó“ ('Abzählreim') / Duette op. 46 von Piotr Ilich Chaikovskii, französisch gesungen: Nr. 6 „Rassvet“ ('L' aube' - Morgendämmerung) – Nr. 3 „Slezii“ ('Larmes humaines' - Tränen) – Nr. 4 „V ogorode, vozle brodu“ ('Au jardin, près du ruisseau' - Im Garten bei dem Bach) / Mährische Duette op. 32 von Antonín Dvorák, deutsch gesungen: Nr. 10 „Zelenaj se, zelenaj“ ('Die Zuversicht' - Grüne, grüne, junges Gras) – Nr. 8 „Skromna“ ('Die Bescheidene' - Schön bist du, mein Liebchen) – Nr. 11 „Zajata“ ('Die Gefangene' - Ging ein Mädchen Gras zu mähen) – Nr. 6 „Holub na javore“ ('Die Verlassene' - Flog ein Täubchen zum Ackerrain) – Nr. 4 „V dobrym sme se sesli“* ('Scheiden ohne Leiden' - Freundlich lass uns scheiden) / Drei Duette von Henry Purcell, englisch gesungen: „Sound the trumpet till around“ aus der Ode 'Come, ye sons of art' Z. 335 - „Two daughters of an aged stream we are“ aus der Semi-Oper 'King Arthur' Z. 628 - „Let us wander, not unseen“ aus der Semi-Oper 'The Indian Queen' Z. 630 / Zwei Duette von Gunnar Wennerberg, schwedisch gesungen: „Marketenterskorna“ ('Marketenderinnenschuhe') und „Flickorna“ ('Die Mädchen') / Ein Duett von Erik Gustaf Geijer: „Dansen“ ('Tanzen') / Zwei Duette von Gioachino Rossini aus der Sammlung 'Les soirées musicales': Nr. 10 „La pesca“ ('Der Fischfang' - Già la notte s'avvicina) – Nr 9 „La regata veneziana“ ('Die venezianische Regatta' - Voga, o Tonio benedetto) / „Duetto buffo di due gatti“ ('Katzenduett') von Robert Lucas Pearsall nach Themen von Gioachino Rossini / Elisabeth Söderström und Kerstin Meyer / Jan Eyron (Klavier) (Stockholm, Nacka Aula, 1. - 3. 11. 1974) 'BIS Records' LP-17 (1 LP, Schweden 1974) bzw. CD-17 (1 CD, Schweden 1992). *'BIS' gibt hier eine falsche Opuszahl an. Ich habe die CD-Ausgabe; leider gibt das Booklet keine nähere Auskunft über die eingespielten Duette und auch nicht über die Komponisten Erik Gustaf Geijer (1783-1847) und Gunnar Wennerberg (1817-1901).



    „Hofsänger singen Lieder der Bernadottes“ ('Hovsangare sjunger Bernadotte sanger'): „Hjertats hem“ ('Das Heim des Herzens') - „En sommardag“ ('Ein Sommertag') / Elisabeth Söderström und Kerstin Meyer / Arnold Östman (Klavier) (Stockholm, Sveriges Radio, 13. 1. 1976). 'Swedish Society' SLT 33243 (1 LP, Schweden 1976) bzw. SCD 1041 (1 CD, Schweden 1988).


    Der Produzent Frank Hedman hatte die Idee, für eine Schallplatte einige Werke von komponierenden Mitgliedern des seit 1818 in Schweden regierenden Königshauses Bernadotte aufzunehmen, darunter zwei Duette von Prinzessin Eugénie (1830–1889), gesungen von Elisabeth Söderström und Kerstin Meyer. (Weitere Interpreten sind Birgit Nilsson, Nicolai Gedda, Carl-Axel Hallgren sowie Erik Saedén und dessen Ehefrau Elisabeth; die Aufnahmen entstanden zwischen dem 8. 3. 1975 und dem 15. 5. 1976.) Für die CD wurden diese Aufnahmen noch durch Orgelmusik-Kompositionen, eingespielt im Februar 1988 von Lars Blohm an der Orgel des Stockholmer Stadtschlosses, ergänzt. (Die Schallplatte bzw. CD enthält auch eine Aufnahme mit Alice Babs, die in Deutschland als 'Schwedenmädel', international als Jazz-Interpretin und in ihrer Heimat auch als Sopranistin mit geistlicher Musik bekannt war. Im mittlerweile 'ausgetrockneten' Thread „Nicht-klassische Sänger mit klassischer Gesangsausbildung“ habe ich an diese Sängerin erinnert.)



    „Rainer Maria Rilke - Lieder“ (Inger Wikström): „Orpheus, Euydike, Hermes“, op. 11 (Dauer: 16,10 Minuten!) - „Du bist die Zukunft, großes Morgenrot“, op. 12 Nr. 3 / Inger Wikström (Klavier) (Stockholm, Sveriges Radio, 26. 11. 1982) 'Bluebell' BELL 144 (1 LP, Schweden 1983). Inger Wikström (geb. 1939) ist eine in Schweden sehr bekannte Pianistin und Dirigentin, die u. a. auch fünf Opern komponiert hat. (Die Platte enthält auch die „Sechs Lieder, op. 10“ und die Lieder „Liebeslied, op. 12 Nr. 1“ und „An die Musik, op. 12 Nr. 2“ in der Interpretation der australischen Sopranistin Chesne Ryman, begleitet am Klavier von der Komponistin. Alle Lieder werden in deutscher Sprache gesungen.)



    Auch wenn die vor drei Monaten verstorbene Schwedin vielen Melomanen heute kein Begriff mehr ist, so zeigen doch ihre vielen Ton- und Bilddokumente (incl. der am Anfang des Threads genannten Aufnahmen), welch bedeutende Sängerin sie war.



    Carlo

    Lieber Maestro_Peter,


    kannst Du Einzelheiten zum "Verdi-Requiem" mitteilen?

    Die folgenden 'Electrola'-Schallplatten (EP, 17 cm) stehen in meinem Regal, sortiert nach Katalognummern. Wenn nicht anders angegeben, spielt ein anonymes - als 'Ein Opernorchester' bezeichnetes - Schallplattenorchester, dessen Mitglieder hauptsächlich dem Berliner 'FFB-Orchester' (FFB = Film-Funk-Bühne) angehörten. Ab 1959 nannte sich dieses Orchester auch 'Die Berliner Symphoniker' und es wurde von der 'Electrola' in den Wiederveröffentlichungen dementsprechend bezeichnet.


    „Rigoletto“: Sie wurde mir entrissen... Noch seh' die heißen Tränen ich (13. 9. 1956) / „La Traviata“: Ferne von ihr kenn' ich keine Freude... Ach, ihres Auges Zauberblick... Weh' mir, im Traume tief und schwer (13. 9. 1956) / Dirigent: Wilhelm Schüchter / E 30 031


    „Die Entführung aus dem Serail“: Ich baue ganz auf deine Stärke (Flöte: Helmut Höwing) (12. 2. 1957) / „Die Zauberflöte“: Wie stark ist nicht dein Zauberton (Flöte: Helmut Höwing) (12. 2. 1957) / Dirigent: Wilhelm Schüchter / E 40 050


    „Die lustigen Weiber von Windsor“: Horch, die Lerche singt im Hain (12. 11. 1957) / „Martha“: Wie das schnattert, wie das plappert (mit Karl Christian Kohn) (13. 11. 1957) / Dirigent: Werner Schmidt-Boelcke / E 40 128


    „Carmen“: Hier an dem Herzen treu geborgen (13. 11. 1957) / „La Bohème“: Wie eiskalt ist dies Händchen (13. 11. 1957) / Dirigent: Werner Schmidt-Boelcke / E 40 129


    „Die Entführung aus dem Serail“: Konstanze, dich wiederzusehen (14. 11. 1957) / „Die Zauberflöte“: Dies Bildnis ist bezaubernd schön (14. 11. 1957) / Dirigent: Werner Schmidt-Boelcke / E 40 130


    „Euryanthe“: Unter blüh'nden Mandelbäumen, an der Loire grünem Strand (26. 6. 1958) – Wehen mir Lüfte Ruh', strömen mir Düfte zu (26. 6. 1958) / Dirigent: Arthur Grüber / E 40 957


    „Cosi fan tutte“: Der Odem der Liebe (28. 6. 1958) / „Fidelio“: Gott, welch Dunkel hier... In des Lebens Frühlingstagen (28. 6. 1958) / Dirigent: Wilhelm Schüchter / E 40 964


    „Don Giovanni“: Nur ihrem Frieden weih't ich mein Leben (12. 3. 1956) – Folget der Heißgeliebten (12. 3. 1956) / Dirigent: Hans Löwlein / E 41 051


    „Titus“ ('La clemenza di Tito'): Wehe mir! Ist's Wahrheit oder Trug?... Hoffnung, du Hauch des Lebens (27. 11. 1958) / Dirigent: Hans Zanotelli / E 41 058. Es handelt sich hier um die von Bernhard Paumgartner in seiner Fassung des „Titus“ eingefügte Konzertarie „Misero! O sogno... , KV 431“ (Dauer: 12 Minuten), die in der Stuttgarter Inszenierung 1954 von Josef Traxel gesungen wurde.


    „Tosca“: Wie sich die Bilder gleichen – Und es blitzten die Sterne (10. 9. 1956) / „Turandot“: O weine nicht, Liu – Keiner schlafe! (10. 9. 1956) / Dirigent: Wilhelm Schüchter / E 50 060


    „L' Africaine“ ('Die Afrikanerin'): Land so wunderbar (11. 9. 1956) / „La Gioconda“: Himmel und Meer (11. 9. 1956) / „I pagliacci“ ('Der Bajazzo'): Jetzt spielen!... Hüll' dich in Tand nur (10. 9. 1956) – Nein, bin Bajazzo nicht bloß (13. 9. 1956) / Dirigent: Wilhelm Schüchter / E 50 061


    „Die Meistersinger von Nürnberg“: Am stillen Herd – Fanget an! So rief der Lenz in den Wald - Morgenlich leuchtend (13. 2. 1957) / Dirigent: Wilhelm Schüchter / E 50 067


    „La Dame blanche“ ('Die weiße Dame'): Komm, o holde Dame (13. 3. 1956) / Dirigent: Hans Löwlein / „Les dragons de Villars“ (Das Glöckchen des Eremiten'): O schweige still, o lasse dich erbitten (13. 3. 1956) / Dirigent: Hans Löwlein / „Martha“: Ach so fromm, ach so traut / Dirigent: Wilhelm Schüchter* / E 50 079 (Am 13. 11. 1957 nahm Josef Traxel die Arie des Lyonel ebenfalls mit Werner Schmidt-Boelcke auf; vermutlich ist die Zuschreibung 'Wilhelm Schüchter' auf der Plattenhülle falsch.)


    Le Postillon de Lonjumeau“ ('Der Postillon von Longjumeau'): Freunde, vernehmet die Geschichte* (1. 11. 1955) / „Der fliegende Holländer“: Mit Gewitter und Sturm* (11. 3. 1956) / „Der Rosenkavalier“: Di rigori armato il seno+ (Oktober 1955) / * Der Männerchor der Städtischen Oper Berlin / + Die Berliner Philharmoniker / Dirigent: Wilhelm Schüchter / E 50 080


    Nächste Woche folgt noch eine Aufstellung von den Solo-LPs und -CDs mit Josef Traxel.


    Carlo

    Liebe Taminos,

    wie im Beitrag Nr. 86 erklärt, betrat Mario Lanza vier Jahre lang - von Juli 1952 bis Mai 1956 – das Schallplattenstudio der 'RCA' in Hollywood nicht mehr. Um aber den Forderungen seiner inzwischen in die Millionen gehenden Anhänger und der zahlreichen 'Mario-Lanza-Fanclubs' nach neuen Aufnahmen zu entsprechen – und selbstverständlich auch daran zu verdienen - entschloss man sich bei 'RCA', die Rundfunk-Tonbänder aus den beiden Serien der „Coke Shows“ (17 Sendungen bei CBS vom 10. 6. 1951 bis zum 30. 9. 1951 und 52 Sendungen bei NBC vom 8. 10. 1951 bis zum 26. 9. 1952) zu kaufen und ohne Hinweis auf die Herkunft dieses 'Materials' in Form von Schallplatten in den Handel zu geben. Es ist davon auszugehen, dass dies mit Billigung des Sängers geschah; wie weit aber Mario Lanza bei der Auswahl der veröffentlichten Gesangsstücke beteiligt war, ist unbekannt. (Mit den Jahren sind etliche der Tonbänder verloren gegangen oder gelöscht worden, so dass viele dieser Aufnahmen nur durch die damaligen Schallplatten-Veröffentlichungen der 'RCA' überlebt haben.)


    Allerdings erwies man damit dem Sänger auch einen Bärendienst, denn diese Rundfunkaufnahmen waren nicht 'für die Ewigkeit' gemacht worden und etliche der von Mario Lanza sozusagen 'aus dem Stand' interpretierten Titel wurden von ihm selbst mit seinen 'RCA'-Studioaufnahmen übertroffen, die manchmal in mehreren 'Takes' eingespielt wurden. Andererseits brachte er im Rundfunk sehr viele Titel (pro wöchentlicher halbstündiger Sendung im Schnitt vier bis fünf Gesangsstücke, manchmal von ihm selbst angesagt), die er nicht im Konzert oder im Schallplattenstudio sang.


    Da es wie gesagt auf der Plattenhülle, dem Etikett oder in der oft plakativen Werbung („Lanza Sings Again“) nicht kenntlich gemacht wurde, dass es sich um ältere Rundfunkaufnahmen - von durchweg guter (Mono-)Tonqualität - handelt, ist es für den Hörer bei vielen 'Nummern' schwer, zu unterscheiden, ob es sich bei einem einzelnen Titel um eine Schallplattenproduktion oder eine dieser Rundfunksendungen handelt. Der 'Lanza-Experte' Derek McGovern hat im Internet (http://www.mariolanzatenor.com) fast alle Aufnahmen des Sängers pauschal aufgelistet und auch bewertet; da die Aufnahmebücher der „Mario Lanza Show“ nicht mehr komplett erhalten sind - Mr. McGovern war teilweise auf die Angaben von Rundfunkzeitungen angewiesen - und es m. W. keine detaillierte Discographie (inclusive der einzelnen Aufnahmedaten) der Studioproduktionen für die 'RCA' gibt, ist diese 'Sisyphos-Arbeit' nicht hoch genug zu loben.


    Die erste Schallplatte mit Aufnahmen Mario Lanzas, die komplett aus seinen „Coke Shows“ stammten, erschien 1954 und trug den folgenden Titel:


    'A Kiss' and Other Love Songs“: 'A Kiss' (Ray Sinatra) – 'Begin the Beguine'+ („Jubilee“ / Cole Porter) – 'Long ago'+ (Jerome Kern) – 'The night is young and you're so beautiful'+ (Dana Suesse) – 'My heart stood still'+ („A Connecticut Yankee“ / Richard Rodgers) – 'Sylvia' (Oley Speaks) – 'The moon was yellow' (Fred E. Ahlert) – 'Night and day'+ („The Gay Divorce“ / Cole Porter) – 'My romance'+ („Jumbo“ / Richard Rodgers) – 'Siboney'+ (Ernesto Lecuona) – 'The thrill is gone' (Revue „George White's Scandals 1931“ / Ray Henderson) – 'Valencia'+ (Zarzuela „La bien amada“ / José Padilla) – 'Beautiful love' (Victor Young) – 'Yesterdays' („Roberta“ / Jerome Kern) – 'Bésame mucho'+ (Consuelo Velázquez) – 'Without a song'+ („Great Day“ / Vincent Youmans) / An Orchestra / Dirigent: Ray Sinatra (Hollywood, 1951-1952) 'RCA Victor' LM-1860 (1 LP, 30 cm); zehn Jahre später auch erschienen in elektronisch stereophonisierter Version als LSC-1860(e). Die mit + gekennzeichneten Titel sind auch auf der Platte 'HMV' ALP 1071 (25 cm) 1955 in Großbritannien veröffentlicht worden.


    1955 folgte eine Platte mit dem Titel „The Touch of Your Hand“ und auch sie setzte sich vollständig aus „Coke Shows“-Aufnahmen zusammen:


    The Touch of Your Hand“: 'The touch of your hand' („Roberta“ / Jerome Kern) – 'The song is you' („Music in the air“ / Jerome Kern) – 'Oh, nights of splendor' („Neapolitan Nights“ / John Stepan Zamecnik) – 'Someday I'll find you' („Private Lives“ / Noel Coward) – 'Your eyes have told me so' (Walter Blaufuss) – 'Strange music' („Song of Norway“ / Robert Wright and George Forrest) – 'My desert is waiting, dear, come there with me' („The Desert Song“ / Sigmund Romberg) – 'You are love' („Show Boat“ / Jerome Kern) – 'Day in, day out' (Rube Bloom) – 'Love is the sweeteat thing' (Ray Noble) – 'I'm falling in love with someone' („Naughty Marietta“ / Victor Herbert) – 'Look for the silver lining' („Sally“ / Jerome Kern) – 'I've got you under my skin' (Cole Porter) – 'The hills of home' (Oscar J. Fox) / An Orchestra / Dirigent: Ray Sinatra (Hollywood, 1951-1952) 'RCA Victor' LM-1927 (1 LP, 30 cm). Auch diese Platte wurde in den 60er Jahren 'stereophonisiert' angeboten mit der Katalognummer LSC-1927(e).


    Aus dem Jahre 1956 stammt die folgende Platte mit Aufnahmen aus den „Coke Shows“ von 1951 und 1952:


    The Magic Mario!“: 'The world is mine tonight' (George Posford) – 'Wanting you' („New Moon“ / Sigmund Romberg) – 'When you're in love' (Carl Fischer) – 'Parlami d'amore, Mariù' (Cesare Andrea Bixio) – 'Tell me tonight' (Mischa Spoliansky) – 'Softly as in a morning sunrise' („New Moon“ / Sigmund Romberg) – 'Fools rush in' (Rube Bloom) – 'One alone' („Lady Fair“ / Sigmund Romberg) – 'None but the lonely heart' (Piotr Ilich Chaikovskii) – 'Ay-Ay-Ay' (Osmán Pérez Freire) – 'The trembling of a leaf' (Johnny Green) – 'Make believe' („Show Boat“ / Jerome Kern) – 'Roses of Picardy' (Haydn Wood) / An Orchestra / Dirigent: Ray Sinatra (Hollywood, 1951-1952) 'RCA Victor' LM-1943 (1 LP, 30 cm, ohne eine spätere stereophonisierte Version). In Großbritannien erschienen unter 'HMV' ALP 1405; die britische LP-Hülle trägt ausdrücklich den Vermerk „Taken from Coca-Cola broadcast tapes.“. Mario Lanza singt das Lied „Heute Nacht oder nie“ von Mischa Spoliansky aus dem Jan-Kiepura-Film „Das Lied einer Nacht“ in einer englischen Version als „Tell me tonight“ und die Romanze „Net, tolko tot, kto znal svidania“ von Piotr Ilich Chaikovskii wird ebenfalls englisch gesungen als „None but the lonely heart“ ('Nur wer die Sehnsucht kennt').


    Carlo


    Hallo,


    heute folgt der 1. Teil einer Aufstellung von Tondokumenten aus Kerstin Meyers Lied-Repertoire in der Reihenfolge des Aufnahmedatums:

    „Kerstin Meyer singt Johannes Brahms und nordische Lieder von Jean Sibelius, Ture Rangström und Gunnar de Frumerie“ ('Kerstin Meyer chante Johannes Brahms et des chansons nordiques de Jean Sibelius, Ture Rangström et Gunnar de Frumerie'): „Botschaft, op. 47/1“ - „Die Mainacht, op. 43/2“ - „Mädchenlied, op. 107/5“ - „Blindekuh, op. 58/1“ - „Nicht mehr zu dir zu gehen, op. 32/2“ - „Der Gang zum Liebchen, op. 48/1“ - „Das Mädchen, op. 95/1“ - „Mädchenlied, op. 85/3“ - „Vorschneller Schwur, op. 95/5“ - „Mädchenfluch, op. 69/9“ (Brahms) // „Svarta rosor“ ('Schwarze Rosen, op. 36/1') - „Flickan kom ifran sin älsklings möte“ ('Das Mädchen kam vom Stelldichein, op. 37/5') - „Säv, säv, susa“ ('Schilfrohr, säusle, op. 36/4') - „Den första kyssen“ ('Der erste Kuss, op. 37/1') (Sibelius) // Aus „Idyll“: Nr. 12: "Den enda stunden“ ('Der einzige Moment') – Aus „Poems“: Nr. 1: "Vingar i natten“ ('Nächtliche Flügel') – Aus „Den mörka blomman“ ('Die dunkle Blume'): Nr. 2: "Bön till natten“ ('Nachtgebet') – Aus „Poems“: Nr. 3: "Melodi“ ('Melodie') (Rangström) // Aus „Hjärtats Sanger“ ('Herzgesänge, op. 27'): Nr. 6: „Som en vag“ ('Wie eine Welle') – Nr. 1:„När du sluter mina ögon“ ('Wenn du meine Augen schließt') (de Frumerie) // Kerstin Meyer / Jacqueline Bonneau (Klavier) / (Paris, 1959) 'La voix de son maître“ FALP 568 (1 LP. Frankreich 1959)


    „Lieder auf Gedichte von Pär Lagerkvist“ ('Sanger efter dikterna av Pär Lagerkvist') (Gunnar de Frumerie, 1908-1987): „Som en vag“ ('Wie eine Welle') - „När du sluter mina ögon“ ('Wenn du meine Augen schließt') - „Hemlängtan“ ('Heimweh') - „Saliga väntan“* ('Gesegnete Hoffnung') - „Det blir vackert där du gar“* ('Es ist schön, wo du gehst') / Kerstin Meyer / Jan Eyron* (Klavier) / Stockholms Filharmoniska Orkestern (Philharmonisches Orchester Stockholm) / Dirigent: Sixten Ehrling (Stockholm, Konserthuset, 1963) 'Swedish Society' SCD 1022 (1 CD, Schweden 1988). Diese Portrait-CD des Komponisten Gunnar de Frumerie enthält außerdem seine folgenden Werke: die Lieder „Kärlekens visa“ ('Liebeslied') - „Lat mi ga vilse i ditt ljus“ ('Lass mich verloren gehen in deinem Licht') - „Det kom ett brev“ ('Es kam ein Brief') mit Elisabeth Söderström und Jan Eyron; die „Pastoralsuite“ op. 138; die „Chaconne“ für Klavier op. 8 und das Klaviertrio Nr. 2, op. 45. Die Aufnahmen dieser Kompilation entstanden zwischen 1957 und 1968.


    „Aus 'Sechs ernste Lieder', op. 14“ ('Sex allvarliga sanger') (Maurice Karkoff, 1927-2013): „Den langa vägen“ (Der lange Weg') - „Resa i ljusar“ ('Reise ins Licht') - „Skymning“ ('Zwielicht') / Kerstin Meyer / Stockholms Filharmoniska Orkestern (Philharmonisches Orchester Stockholm) / Dirigent: Sixten Ehrling (Stockholm, Konserthuset, 1963) 'Swedish Society' SCD 1023 (1 CD, Schweden 1988). Eine Zusammenstellung von Kompositionen von Maurice Karkoff: „Sex Kinesiska Impressioner“ ('Sechs chinesische Impressionen, op. 116') für eine Sopranstimme und Insrumentalsolisten (mit Dorothy Dorow); „Sette Pezzi per Grande Orchestra, op. 63“; „Vision“ für Orchester, op. 79; die Symphonie Nr. 4, op. 69 und die genannten drei Orchesterlieder mit Kerstin Meyer.


    „Lieder am Meer“' ('Sanger vid havet') (Gösta Nystroem, 1890-1966): „Ute i skären“ ('Draussen in den Schären') -“ Nocturne“- „Havets visa“ ('Meereslied') - „Jag har ett hem vid havet“ ('Ich habe mein Heim am Meer') - „Jag väntar manen“ ('Ich warte auf den Mond') / Kerstin Meyer / Jan Eyron (Klavier) (Stockholm, Sveriges Radio,1963) HMV 7 C 053-35162 (1 LP, Schweden 1976). Eine Klavierfassung der „Gesänge vom Meer“ von Gösta Nystroem, gekoppelt mit dem Gesangszyklus „Idyll“ - fünfzehn Lieder - von Ture Rangström (mit Elisabeth Söderström) und acht Liedern von Charles Ives (mit Erik Saedén).


    „Lieder von Wilhelm Stenhammar, Ture Rangström, Gunnar de Frumerie und Gösta Nystroem“ ('Sanger av Wilhelm Stenhammar, Ture Rangström, Gunnar de Frumerie och Gösta Nystroem'): „I skogen“ ('Im Wald') (Stenhammar) - „Det far ett skepp“ ('Es ist ein Schiff') (Stenhammar) - „Notturno“ (Rangström) - „Saliga väntan“ ('Gesegnete Hoffnung') (de Frumerie) - „Det blir vackert där du gar“ ('Es ist schön, wo du gehst') (de Frumerie) - „Vitt land“ ('Weißes Land') (Nystroem) - „Önskan“ ('Der Wunsch') (Nystroem) - „Bara hos den“ ('Bloß bei dem Einen') (Nystroem) / Kerstin Meyer / Jan Eyron (Klavier) (Stockholm, Sveriges Radio, 26. - 27. 1. 1967) 'Swedish Society' SLT 33 171 (1 LP, Schweden 1967). Acht weitere Lieder von Stenhammar, Rangström und de Frumerie werden von Elisabeth Söderström gesungen. (Wilhelm Stenhammar lebte von 1871 bis 1927; Ture Rangström wurde 1884 geboren und starb 1947.)


    „Neue Lieder am Meer: Seele und Landschaft“ ('Nya sanger vid havet: Sjö och landskap') (Gösta Nystroem): „Vitt land“ ('Weißes Land') - „Önskan“ ('Der Wunsch') – "Bara hos den“ ('Bloß bei dem Einen') / Kerstin Meyer / Jan Eyron (Klavier) (Stockholm, Sveriges Radio, 26. - 27. 1. 1967) 'Swedish Society' SCD 1039 (1 CD, Schweden 1991). Gekoppelt mit weiteren Kompositionen Nystroems: der Zyklus „Sanger vid havet“ ('Lieder am Meer') mit Aulikki Rautawaara und die Orchester-Suite „Köpmannen i Venedig“ nach Shakespeares „The Merchant of Venice“ - alles aufgenommen 1955 mit dem Stockholms Radioorkester unter Tor Mann - und Claes-Hakon Ahnsjö mit dem Lied „Midsommardrömmen“ ('Sommernachtstraum'), eingespielt 1973.


    Carlo

    Und zum Schluss der Konzertaufnahmen von und mit Josef Traxel Werke von Schubert, Schumann und Strauss:


    „Stabat Mater, D. 383“ (Schubert): mit Magda László, Josef Traxel und Silvano Pezzetti / Coro e Orchestra Sinfonico di Milano della Radiotelevisione Italiana / Chorltg.: Giulio Bertola / Dirigent: Hermann Scherchen (Mailand, Auditorium della RAI, 4. 4. 1966) Veröffentlicht auf einer CD der Firma 'Stradivarius' in Italien, gekoppelt mit dem 'Doppelkonzert' von Johannes Brahms (mit Arthur Grumieux und Antonio Janigro unter Hermann Scherchen).


    „Die schöne Müllerin“, D. 795 (Schubert): 12 Lieder / Klavier: Hubert Giesen (Stuttgart, 1958, Privater Probenmitschnitt). Enthalten in der CD-Box 'Josef Traxel, Vol. 2', herausgegeben auf 2 CDs von der 'Société Vocale Internationale Josef Traxel' beim canadischen Label 'St-Laurent Studio'.


    „Heine- und Goethe-Lieder“ (Schubert): Aus 'Schwanengesang' D. 957 (Der Atlas – Ihr Bild – Das Fischermädchen – Die Stadt – Am Meer – Der Doppelgänger) - Ganymed, D. 544 – Geheimes, D. 719 - Der Musensohn, D. 764 / Klavier: Hubert Giesen (Berlin, Gemeindehaus Zehlendorf, 16. 9. 1958) E 80 447 (30 cm, gekoppelt mit Liedern von Ludwig van Beethoven – siehe dort). Obwohl in Stereo aufgenommen, wurde die Platte nur monaural veröffentlicht und ist m. W. nie wieder neu erschienen.


    „Goethe-Lieder“ (Schubert): Schäfers Klagelied, D. 121B – Rastlose Liebe, D. 138 – Jägers Abendlied, D. 368 – An Schwager Kronos, D. 369 – Auf dem See, D. 543 / Klavier: Rosemarie Stucki (Zürich, 21. 12. 1961, Privater Probenmitschnitt). Diese und drei weitere Lieder aus dieser Probe wurden von der 'Société Vocale Internationale Josef Traxel' beim canadischen Label 'St-Laurent Studio' in einer Box als 'Josef Traxel, Vol. 2' veröffentlicht.


    „Nachthelle, D. 892“ ('Die Nacht ist heiter und ist rein') (Schubert): mit dem Stuttgarter Liederkranz e. V. 1824 / Chorltg.: Walther Schneider / Klavier: Hubert Giesen (Stuttgart, Straßenbahner-Waldheim, 9. 10. 1961) 'Odeon' O 41 453 (mono) und STO 41 453 (stereo). Diese 17 cm-Platte der 'Electrola'-Tochter 'Odeon' ist gekoppelt mit Anton Bruckners Chorlied „Mitternacht“ - siehe dort.


    „Trinklied, D. 148“ ('Brüder, unser Erdenwallen ist ein ew'ges Steigen, Fallen') (Schubert): mit dem Südwestdeutschen Konzertchor Pforzheim / Klavier: Gerd Fleig (Pforzheim, Melanchthon-Haus, 25. 1. 1964, Privater Probenmitschnitt). Enthalten in der CD-Box 'Josef Traxel, Vol. 2' bei 'St-Laurent Studio', Canada..


    „Mondnacht, op. 39/5“ (Schumann): mit Gerd Fleig (Klavier) (Pforzheim, Melanchthon-Haus, 25. 1. 1964, Privater Probenmitschnitt). Enthalten in der CD-Box 'Josef Traxel, Vol. 2' bei 'St-Laurent Studio', Canada.


    „Sechs Lieder“ (Strauss): In der 2-CD Box 'Josef Traxel, Vol. 2' von der canadischen Firma 'St-Laurent Studio' sind auch sechs Lieder von Richard Strauss enthalten, die angeblich aus der Aufnahmesitzung vom 16. 9. 1958 bei der 'Electrola' im Zehlendorfer Gemeindehaus in Berlin stammen. (Siehe hierzu die Einträge zu Beethoven und Schubert.)


    In der kommenden Woche liste ich einige Solo-Platten und -CDs von Josef Traxel auf.


    Carlo

    Lieber Hans, lieber Caruso41, lieber Gregor,


    vielen Dank für Euer Lob, über das ich mich sehr freue. Die Fragen zu meinem 'Hintergrund' beantworte ich gerne.


    Um es möglichst kurz zu sagen: mein 'Wissen' ist in erster Linie angelesen und beruht auf dem jahrzehntelangen Sammeln von Fachzeitschriften wie z. B. „Opera News“ (New York), „Opera“ (London), „Opéra“ (Paris), „L' Avant-Scène Opéra“ (Paris), „Orpheus“ (Berlin) und „Opernglas“ (Hamburg) – das Abonnement mit der „Opernwelt“ seit deren Beginn 1961 habe ich Ende der 70er Jahre gekündigt, weil sie mir zu 'abgehoben' wurden - sowie Rundfunk- und Fernsehzeitungen. Hinzu kommen etliche Fachbücher (Sängerbiographien und Sammelbände), Schallplatten- und CD-Beilagen und Programmhefte, hauptsächlich aus der Zeit meines 30jährigen Abonnements von Aufführungen an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf. (Ich war zwar relativ oft in Wien und München, meiner Geburtsstadt, und habe dort zahlreiche Opern- und Theateraufführungen besucht, aber ich bin aus zeitlichen – ich arbeitete beim Denkmalschutz und bin nun Rentner – und finanziellen Gründen nur selten verreist; ein 'Operntourist' war ich nie.)


    Da kommt also im Laufe von 65 Jahren viel zusammen, denn meine erste Oper sah ich mit 9 Jahren: „Das Christelflein“ von Hans Pfitzner mit Anneliese Rothenberger zu Weihnachten 1955, u. z. als Fernsehsendung auf unserem neuen, ersten Fernsehgerät. (Der Eindruck war derart stark, dass ich mich heute noch an einige Szenen daraus erinnern kann.) In meinem Elternhaus gab es keinen Bezug zur klassischen Musik und ich sah diese Opernsendung wie ein Fernsehspiel, nur mit dem Unterschied, dass nicht gesprochen, sondern gesungen wurde. Also haben meine Eltern und ich fortan auch Opern auf dem Bildschirm gesehen, denn bei nur einem Fernsehprogramm und wenigen Sendestunden pro Tag gab es nur die Alternative, den Fernseher nicht einzuschalten, aber dafür war das neue Medium denn doch zu attraktiv.


    Das Fernsehen der Adenauer-Zeit hatte damals einen 'Kultur- und Bildungsauftrag' zu erfüllen; dementsprechend wurden oft große Theaterstücke und Opern gesendet und die Zuschauer quer durch alle Bevölkerungsschichten sahen sich diese Sendungen auch an. (Schauspiele von Schiller und Shakespeare waren 'Straßenfeger'! Heute gibt es dafür 'Nischensender' wie „arte“ oder „3sat“, die aber nur von einem Bruchteil der Fernseh-Konsumenten gesehen werden.) Anderntags wurde dann am Arbeitsplatz darüber gesprochen, so wie man sich heute montags über den „Tatort“ vom Abend vorher unterhält (ich sehe diese Krimi-Reihe nur ganz selten, weil ich finde, dass es zuviel Brutalität im TV gibt), aber mit dem Unterschied, dass damals das Niveau des Gesprächsthemas wesentlich höher war...


    Die Anregung zum Thema „Mario Lanza“ kam von 'Tamino'-Kollegen Gregor Hauser, nachdem ich die Filme von Maria Cebotari und Beniamino Gigli hier vorgestellt hatte. Natürlich war mir der Sänger schon lange ein Begriff, seine Stimme war früher regelmäßig im Radio zu hören, das Fernsehen zeigte seine Filme und die Boulevard-Presse hielt die Leser mit mehr oder weniger 'wahren' Geschichten auf dem Laufenden. Über meine 'Quellen' hierzu habe ich schon im Beitrag Nr. 77 geschrieben; neuerdings finde ich auch vieles im Internet, beispielsweise unter:


    http://www.mariolanzatenor.com


    Ich erinnere mich noch gut an die verlogenen Reaktionen mancher Journalisten beim Tod des Tenors 1959: erst sahen sie in ihm ein 'Kunstprodukt' Hollywoods, sprachen ihm ab, ein wirklich guter Sänger von eindrucksvoller vokaler Qualität zu sein und stellten ihn auf eine Stufe mit der 'Heulboje' Elvis Presley – nichts gegen Presley, aber so wurde der damals genannt, und er konnte wirklich singen im Gegensatz zu vielen heutigen 'Pop-Stars' – und dann überboten sie sich mit sentimentalen Stories über Mario Lanzas Leben und sein tragisches Ende, spekulierten sogar, die Mafia habe ihre Finger im Spiel gehabt. Besonders scheinheilig war die Reaktion des MGM-Bosses zu Lanzas Zeit in Hollywood, Dore Schary, auf die Vorwürfe, der Sänger sei von Hollywood und dem 'Studio-System' zerstört worden: „Good heavens, this man was catered to! He was given all sorts of thoughtful, believe me, very thoughtful training and thoughtful care. And somebody writes he was destroyed by Hollywood. He was not! It's within the nature of men and women to destroy themselves.“ (Zitat aus „The Magic Factory“ von David Knox.) Die Schicksale vieler anderer Hollywood-Größen sprechen aber eine andere Sprache!


    Da die von mir sehr verehrte Sopranistin Helen Donath gerade 80 Jahre jung geworden ist: auch von ihr ist bekannt, dass sie durch den Film „Der große Caruso“ zu dem Entschluss gekommen ist, klassischen Gesang zu studieren. Mit 12 Jahren erklärte sie, ein „Lady-Tenor“ werden zu wollen! Jetzt ist meine Antwort doch wieder länger geworden, als ich beabsichtigte. Aber wenn ich einmal loslege...


    Viele Grüße!


    Carlo


    Das ist mein 600. Beitrag seit dem 11. 2. 2018.

    Lieber 'Caruso41',


    ich weiß nur von vier Aufführungen von Verdis „Messa da Requiem“ mit Pilar Lorengar; akustisch gesichert sind lediglich der Wiener Mitschnitt (1963) und der von 1981 aus Berlin:


    a) mit Pilar Lorengar, Margarita Lilova, Giuseppe Zampieri und Eduard Haken / Die Wiener Singakademie / Chorltg.: Hans Gillesberger / Die Wiener Symphoniker / Dirigent: Argeo Quadri (Wien, Konzerthaus, 17. 1. 1962)


    b) mit Pilar Lorengar, Christa Ludwig, Nicolai Gedda und Nicolai Ghiaurov / Die Wiener Singakademie / Chorltg.: Hans Gillesberger / Das Radio-Symphonie-Orchester Berlin / Dirigent: Lorin Maazel (Wien, Konzerthaus, 16. 6. 1963)


    c) mit Pilar Lorengar, Christa Ludwig, Carlo Bergonzi und Ezio Flagello / Der Chor der Deutschen Oper Berlin / Chorltg.: Walter Hagen-Groll / Die Berliner Philharmoniker / Dirigent: Lorin Maazel (Berlin, Philharmonie, 4. 10. 1968)


    d) mit Pilar Lorengar, Kaja Borris, Seppo Ruohonen und Victor von Halem / Der Berliner Konzertchor / Das Radio-Symphonie-Orchester Berlin / Chorltg. und Dirigent: Fritz Weisse (Berlin, Philharmonie, 15. 11. 1981)



    Weil es hier aber um Kerstin Meyer geht – da kann ich noch zwei weitere Mitschnitte des „Verdi-Requiems“ nennen:


    a) mit Margareta Hallin, Kerstin Meyer, Ragnar Ulfung und Joel Berglund / Radiokören och Symfoniorkestern (Der Chor und das Symphonie-Orchester des Schwedischen Rundfunks) / Dirigent: Lorin Maazel (Stockholm, Konserthuset, 8. 4. 1959)


    b) mit Ljiljana Molnar-Talajic, Kerstin Meyer, Veriano Luchetti und Raffaele Arié / Zbor Narodno Pozoriste u Beogradu (Der Chor des Nationaltheaters Belgrad) / L' Orchestre National de l' ORTF Paris / Dirigent: Igor Markevitch (Lausanne, Palais de Beaulieu, 1974). Dieser Mitschnitt vom 'Internationalen Festival Lausanne 1974' wurde am 17. 10. 1974 im Bayerischen Rundfunk gesendet.



    Viele Grüße!


    Carlo

    Heute folgt mein siebter Beitrag in diesem Thread.


    Nach dem enormen Erfolg von „The Great Caruso“ erschien vielen Anhängern von Mario Lanza - die hofften, dass der Tenor nun im 'klasssichen Fach' reüssieren würde - der nächste Film „Because You're Mine“ ('Mein Herz singt nur für Dich') als Rückschritt, zumal hier der Sänger wie in seinen ersten beiden Filmen nur in wenigen Opernszenen zu sehen ist, weshalb die von 'RCA' 1952 veröffentlichte Schallplatte auch nur einen Operntitel enthält:


    Because You're Mine“: 'Mamma, quel vino è generoso' („Cavalleria rusticana“ / Pietro Mascagni) - „Granada“+ (Agustin Lara) - „Mamma mia, che vo' sapé?“ (Emanuele Nutile) - „The Lord's prayer“*+ (Albert Hay Malotte) - „Because You're Mine“ (Nicholas Brodszky) - „The song angels sing“ (Johannes Brahms, arr. Irving Aaronson) - "You do something to me" (Cole Porter) – „Lee-Ah-Loo“ (Ray Sinatra) / Jeff Alexander Choir* / RCA Victor Orchestra / Dirigenten: Constantine Callinicos und Ray Sinatra+ (Hollywood, RCA Studio, Oktober 1949, Mai 1950, September 1951 und August 1952) 'RCA Victor' LM-7015 (1 LP, 25 cm). In Boxen mit jeweils vier Platten wurden diese Aufnahmen unter den Katalognummern DM 7015 (SP, 30 cm) und WDM 7015 (EP, 17 cm) ebenfalls angeboten.


    Die Lieder „Because you're mine“ und „Lee-Ah-Loo“ wurden von Nicholas Brodszky bzw. Ray Sinatra speziell für diesen Film komponiert, „The song angels sing“ ist Irving Aaronsons Bearbeitung einer Melodie aus dem dritten Satz von Johannes Brahms' dritter Symphonie und „You do something to me“ (nicht im Film enthalten) stammt aus der Revue „Fifty Million Frenchmen“ von Cole Porter. Diese vier Titel der zweiten Plattenseite wurden Anfang August 1952 eingespielt, während die erste Plattenseite aus älteren Aufnahmen besteht.


    Um die Nachfrage nach Aufnahmen mit Mario Lanza – der inzwischen zu den bekanntesten Musik-Interpreten der Vereinigten Staaten zählte - zu befriedigen und gleichzeitig auch den Siegeszug der Langspielplatte im 'großen' Format (30 cm) zu beschleunigen, vereinigte die 'RCA' 1952 einige schon vorher als 'Singles' veröffentlichte Aufnahmen auf der folgenden Schallplatte:


    Love Songs and a Neapolitan Serenade“: „Because“ (Guy d' Hardelot) - „For you alone“(Henry Ernest Geehl) - „I love thee“ ('Jeg elsker dig'* / Edvard Grieg) – „My song, my love“* (Malcolm Beelby) - „Be my love“* (Nicholas Brodszky) - „I'll never love you“* (Nicholas Brodszky) - „Mattinata“* (Ruggero Leoncavallo) - „O sole mio“* (Eduardo Di Capua) - „Marechiare“ (Paolo Francesco Tosti) - „A vucchella“ (Paolo Francesco Tosti) – Serenade „Rimpianto“ (Enrico Toselli) – Serenade 'Notturno d'amore' („I millioni d'Arlecchino“ / Riccardo Drigo) / Jeff Alexander Choir / RCA Victor Orchestra / Dirigenten: Constantine Callinicos und Ray Sinatra* (Hollywood, RCA Studio, 1949–1951). 'RCA Victor' LM-1188 (1 LP, 30 cm).


    Über die konfliktreiche Entstehung des Films „The Student Prince“ ('Alt-Heidelberg') nach der Operette von Sigmund Romberg habe ich schon im Beitrag Nr. 18 im Thread „Mario Lanza und seine Filme“ ausführlich geschrieben. Um auch vom erhofften Erfolg des Films zu profitieren, nahm 'RCA' 1952 eine Szenenfolge der Operette auf, die zusätzlich auch die von Nicholas Brodszky für diesen Film komponierten Titel „Summertime in Heidelberg“, „Beloved“ und „I'll walk with God“ enthält. (Es gibt Uneinigkeit darüber, ob diese Aufnahmen teilweise auch als 'Playback' für den 'MGM'-Film dienten; wie Ann Blyth – die im Film die weibliche Hauptrolle spielt - im Interview mit „Opera News“ erklärte, durften aus vertraglichen Gründen ihre Duette mit Mario Lanza nicht auf der 'RCA'-Platte veröffentlicht werden.)


    The Student Prince“: Orchestral Introduction – Overhead the moon is beaming – Golden Days – Drink, drink, drink!+ - Summertime in Heidelberg* – Beloved – Gaudeamus Igitur+ – Deep in my heart, dear* – I'll walk with God+ / Elizabeth Doubleday* (Sopran) / Jeff Alexander Choir+ / RCA Victor Orchestra / Dirigent: Constantine Callinicos (Hollywood, RCA Studio, Juli 1952) plus

    Other Great Musical Comedies“: 'Yours is my heart alone' („Das Land des Lächelns“ / Franz Lehár) – 'Romance' (Film „Cameo Kirby“ / Edgar Leslie) – 'I'll see you again' („Bittersweet“ / Noel Coward) – 'If I loved you' („Carousel“ / Richard Rodgers) – 'I'll be seeing you' („The Royal Palm revue“ / Sammy Fain) – 'One night of love' („One Night of Love“ / Victor Schertzinger) / An Orchestra / Dirigent: Ray Sinatra (Hollywood, 1951–1952) 'RCA Victor' LM-1837 (1 LP, 30 cm).


    Wegen der Verzögerung des Beginns der Dreharbeiten durch Mario Lanzas 'Ausstieg' und die Umbesetzung seiner Rolle mit Edmund Purdom (der zu Lanzas Gesang den Mund bewegt), kam der Film erst 1954 in die Kinos und infolgedessen erschien auch dann erst die obengenannte Schallplatte mit den Aufnahmen von 1952. Um die Spieldauer des nun bevorzugten Schallplatten-Formats einer 30er LP voll zu nutzen (die 'Highlights' aus „The Student Prince“ dauern nur insgesamt 26 Minuten), veröffentlichte 'RCA' mit Einwilligung von Mario Lanza, der sich nach dem Eklat mit der MGM und dem 'Skandal' um seinen TV-Auftritt bei der CBS aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte, mehrere Aufnahmen aus der hier schon öfter genannten „Coke Show“. (Erst im Mai 1956 betrat Mario Lanza wieder das 'RCA'-Aufnahmestudio in Hollywood für das Album „Lanza on Broadway“.) Die obengenannte Platte LM-1837 wurde mit der Nummer ALP 1186 von 'HMV' auch in Großbritannien veröffentlicht. Die – elektronisch stereophonisierten – Ausschnitte aus Sigmund Rombergs Operette, die in Deutschland als „Alt-Heidelberg“ vor allem durch Touristen-Aufführungen vor der Schlossruine der Neckar-Stadt bekannt ist, erschienen zusammen mit dem Querschnitt von 1959 aus Rombergs „The Desert Song“ ('Das Lied der Wüste') 1989 auf der 'RCA'-CD GD 60048.


    Carlo

    Liebe Melomanen,


    hier folgen einige Aufnahmen aus dem Konzertrepertoire Kerstin Meyers:



    „Sörgemusik över Gustaf III.“ (Kraus): Joan Marie Moynagh (Sopran), Kerstin Meyer (Alt), Ragnar Ulfung (Tenor) und Kim Borg (Bass) / Clarion Concerts Chorus and Orchestra / Chorltg. und Dirigent: Newell Jenkins (New York, Alice Tully Hall, 16. - 17. 4. 1969) 'Vanguard Cardinal Series' VCS 10065 (1 LP, USA 1969) bzw. 'Vanguard Classics' SVC-61 (1 CD, USA 1997).


    Der schwedische König Gustaf III., ein Neffe Friedrichs des Großen, wurde (aus politischen Gründen und nicht wie in Verdis Oper wegen eines Liebeskonflikts) am 16. 3. 1792 in Anwesenheit seines Hofkapellmeisters Joseph Martin Kraus bei einem Maskenball in der Stockholmer Oper durch einen Pistolenschuss des Hauptmanns Jacob Johan Anckarström so schwer verletzt, dass er dreizehn Tage später starb. Für die Begräbnisfeierlichkeiten in der Stockholmer Riddarholmskyrkan schrieb Kraus, der von dem musik- und theaterbegeisterten König in großzügiger Weise – z. B. durch eine vierjährige vom König bezahlte Auslandsreise – gefördert worden war, innerhalb von drei Wochen eine zweiteilige Kantate für vier Solisten, einen großen Chor und ein groß besetztes Orchester. Der amerikanische Dirigent Newell Jenkins führte das Werk 1969 in New York mit den oben genannten Solisten und dem von ihm gegründeten 'Clarion Concerts Chorus and Orchestra' auf und leitete auch die anschließende Schallplattenaufnahme in der schwedischen Originalsprache.


    Newell Jenkins, der sich für das Werk des 'schwedischen Mozart' u. a. auch mit einer konzertanten Aufführung der Oper „Aeneas i Carthago“ in Stockholm 1979 (mit Elisabeth Söderström und Jonny Blanc) und einem Konzert desselben Werks 1980 in New York einsetzte, hat auch eine hörenswerte Aufnahme von Cherubinis „Missa Solemnis in D-Moll“ (mit Patricia Wells, Maureen Forrester, George Shirley und Justino Diaz) für 'Vanguard' eingespielt; davon habe ich die Schallplatten-Ausgabe (VCS 10110/11, 2 LP, USA 1972), die es auch quadrophonisch gab.


    2006 gedachte man des 250. Geburtstages des im schönen Miltenberg am Main geborenen – und mit Mozart gleichaltrigen und ein Jahr nach ihm 1792 in Stockholm verstorbenen - Joseph Martin Kraus mit den deutschen Erstaufführungen seiner beiden großen Opern „Proserpina“ (in Schwetzingen mit Alexandra Coku und Johannes Chum unter Christoph Spering) und „Aeneas in Karthago“ (in Stuttgart mit Martina Serafin und Dominik Wortig unter Lothar Zagrosek), was aber bis auf eine Inszenierung der letzgenannten Oper in Berlin 2011 – mit Simone Schneider und Dominik Wortig wieder unter Lothar Zagrosek – keine weiteren Spuren hinterließ. Die zahlreichen Vokalkompositionen von Joseph Martin Kraus sind also noch zu entdecken...



    „Utrenja“ (Erster Teil „Chrystusa do grobu“) (Penderecki): Stefania Woytowicz (Sopran), Kerstin Meyer (Alt), Seth McCoy (Tenor), Bernard Ladysz und Peter Lagger (Bass) / The Temple University Choirs / Chorltg.: Robert Page und Gail B. Poch / The Philadelphia Orchestra / Dirigent: Eugene Ormandy (Philadelphia, Scottish Rite Cathedral, 28. 9. und 1. 10. 1970) 'RCA' LSC-3180 (1 LP, USA 1971). „Utrenja“ ist die vereinfachte Fassung des polnischen Wortes „Jutrznia“, was 'Morgengebet' bedeutet. Das Werk Krzysztof Pendereckis, der vor drei Monaten mit 86 Jahren starb, ist eine zeitgenössische musikalische Fassung der ostslawischen Liturgie zum Osterfest und besteht aus zwei Teilen: „Chrystusa do grobu“ ('Die Grablegung Christi') und „Zmartwychwstanie Panskie“ ('Die Auferstehung des Herrn'). Der erste Teil – für fünf Gesangssolisten, zwei Chöre und ein Orchester - besteht aus fünf Sätzen mit altslawischen Texten, die in lateinischer und griechischer Sprache gesungen werden; die oben genannten Sänger sind im 2. Satz „Piesni Pochwalne“ ('Lobgesang') zu hören. Das Werk dauert ca, 40 Minuten.


    „Die Grablegung Christi“ wurde am 8. 4. 1970 im Altenberger 'Dom' (Bergisches Land) uraufgeführt in einem Konzert des Westdeutschen Rundfunks Köln, der auch den Kompositionsauftrag erteilt hatte; die Solisten waren Stefania Woytowicz, Krystyna Szczepanska, Louis Devos, Bernard Ladysz und Boris Carmeli unter der Leitung von Andrzej Markowski, der ein Jahr später (am 28. 5. 1971) auch die Uraufführung des zweiten Teils im Dom zu Münster (Westfalen) dirigierte. Penderecki hat den ersten Teil dieses Werks dem Dirigenten Eugene Ormandy anlässlich der amerikanischen Erstaufführung im Herbst 1970 in Philadelphia gewidmet. Eine CD-Version der 'RCA'-Produktion liegt bisher nur in einer japanischen Ausgabe (BVCC 38303) vor, die auch eine Einspielung der neunten Symphonie („Janiculum“, op. 113) von Vincent Persichetti (1915-1987) unter Eugene Ormandy enthält, der 1969 den Auftrag zur Komposition erteilte.



    „Messa da Requiem“ (Verdi): Birgit Nilsson (Sopran), Kerstin Meyer (Alt), Charles Craig (Tenor) und Kim Borg (Bass) / Radiokören (Chor des Schwedischen Rundfunks) / Chorltg.: Eric Ericson / Chor 'Branko Krsmanovic', Belgrad / Chorltg.: Bogdan Babic / Radioorkestern (Orchester des Schwedischen Rundfunks) / Dirigent: Sixten Ehrling (Stockholm, Konserthuset, 5. 6. 1964) Der serbische Chor 'Branko Krsmanovic' wurde bereits 1884 als Chor der Universität Belgrad gegründet und wurde nach Milos Obilic benannt, der siegreich gegen die Osmanen kämpfte und 1389 in der legendären 'Schlacht bei dem Amselfeld' starb. Nach 1945 erhielt der Chor den Namen eines neuen Volkshelden - des Widerstandskämpfers Branko Krsmanovic, der im Kampf gegen die von Italien, Ungarn und Bulgarien unterstützte deutsche Wehrmacht getötet wurde - und unter diesem Namen (und mit seinem Leiter bis 1981, Bogdan Babic) unternahm der Chor zahlreiche Tourneen in aller Welt, wozu auch bis heute szenische Aufführungen von Opern gehören. 1991 nahm der Chor wieder seinen ursprünglichen Namen an und heißt nun international: Academic Choir 'Obilic' Belgrade.


    Angeblich gibt es Live-Mitschnitte der beiden Konzerte, die Lorin Maazel mit dem New Philharmonia Chorus and Orchestra (London) 1974 im Coliseu dos Recreios in Lissabon gab. Im Abstand von zwei Tagen wurden dort die „Missa Solemnis“ von Ludwig van Beethoven (am 2. 3.) und das „Verdi-Requiem“ (4. 3.) aufgeführt, wobei die Solisten in beiden Werken gleich waren: Pilar Lorengar, Kerstin Meyer, Werner Hollweg und Hans Sotin.



    Carlo

    Hallo, 'udohasso'!


    Als Nachtrag zu meiner 'Liste' im Beitrag Nr. 14 und Deinem Beitrag Nr. 16:


    Das vom ZDF aufgezeichnete Konzert mit Carlo Bergonzi hatte ich in meiner Erinnerung in das Jahr 1968 datiert, aber Deine Angaben scheinen die richtigen zu sein. Dafür weiß ich aber noch, dass der Tenor als Reverenz an das deutsche Publikum zum Schluss die Arie des 'Lyonel' aus Flotows “Martha” gesungen hat, natürlich in italienisch.


    Die im Fernsehen gezeigten “Gala-Konzerte” (u. a. mit Maria Chiara, Raina Kabaivanska, Leontyne Price, Carlo Bergonzi, Piero Capuccilli, Plácido Domingo und Nicolai Ghiaurov) wurden der ansprechenderen Optik wegen in den 1953 (mit Carl Orffs “Trionfi”) eingeweihten 'Herkulessaal' der Münchner Residenz verlegt, der allerdings erst 1962 eine Konzertorgel erhielt. Der fast doppelt so große 'Kongresssaal des Deutschen Museums' aus den 1930er Jahren verfügte zwar über eine der größten Orgeln Deutschlands, hatte aber den 'Charme' einer riesigen Werkshalle und ist seit Eröffnung der 'Philharmonie am Gasteig' – wo ab 1986 auch die “Sonntagskonzerte” statt fanden und heute dafür das Prinzregententheater genutzt wird - sozusagen eine 'Bauleiche'. Mittlerweile wird in München der Neubau eines weiteren Konzertsaals für die Münchner Philharmoniker diskutiert...


    Carlo

    Lieber 'Otello50',


    da hast Du ein schönes und interessantes Thema aufgegriffen!


    Die sogenannten “Sonntagskonzerte” des Bayerischen Rundfunks erfreuten sich seit 1952 sehr großer Beliebtheit bei den Hörern dieses Senders. Initiiert vom Programmdirektor Alfred Schröter boten diese öffentlichen Veranstaltungen im Kongresssaal des Deutschen Museums in München (2400 Sitze) mit der charmanten Conférence von Emmy Anders ein unterhaltsames Programm zwischen großer Oper und musikalischer Komödie mit beliebten Gesangssolisten. Der Leiter des im April 1952 gegründeten Münchner Rundfunkorchesters, Werner Schmidt-Boelcke, sorgte zunächst für die Programmgestaltung der Konzerte, die anfangs mehr die Operette und die klassische Unterhaltungsmusik berücksichtigten, aber ab 1967 hauptsächlich durch die Person von Kurt Eichhorn als neuer Chefdirigent des Münchner Rundfunkorchesters und die Verpflichtung von auch international bekannten Sängern zu reinen Opernkonzerten wurden. (Interessant ist, dass man oft die 'Generalprobe' am Sonntagmorgen im Studio des Bayerischen Rundfunks aufnahm, um sie für spätere 'Opern-Potpourri'-Sendungen – ohne die Publikumsgeräusche des abendlichen Konzerts – verwenden zu können.)


    Leider waren damals diese stets live übertragenen Konzerte störungsfrei nur im Sendebereich des Bayerischen Rundfunks zu empfangen, so dass die Rundfunkhörer nördlich des 'Weisswurst-Äquators' von deren Vielfalt und Attraktivität kaum etwas mitbekamen, zumal die TV- und Rundfunkzeitungen früherer Jahre nicht überregional erschienen und die “Hör Zu” in Nordrhein-Westfalen beispielsweise das Programm des Bayerischen Rundfunks nicht druckte. (Auch gab es seitens der Rundfunkanstalten damals kaum schriftliches Material über die Radio- und Fernsehsendungen, wie das heute der Fall ist.)


    Ich habe vor einiger Zeit versucht, anhand von alten Programmzeitschriften eine Liste dieser “Sonntagskonzerte” zu erstellen, die aber erhebliche Lücken aufweist. Beim Bayerischen Rundfunk existiert eine komplette Aufstellung nicht, man kann aber das Programm zu einzelnen Sendungen erfragen. (Es muss einmal eine zweibändige Publikation “Die Gesangsaufnahmen im Bayerischen Rundfunk” gegeben haben und ein Buch “50 Jahre Münchner Rundfunkorchester 1952 – 2002”; kennt einer der “Taminos” diese Bücher und kann mir mitteilen, ob die kompletten Sonntagskonzerte darin aufgelistet sind?) Es wäre auch schön, wenn ein “Tamino” aus Süddeutschland zu der folgenden Liste einige Ergänzungen beisteuern könnte.


    “Meister der heiteren Muse”: Trude Eipperle, Anneliese Rothenberger, Herbert Ernst Groh, Willy Hofmann, Karl Schmitt-Walter, Benno Kusche (Operetten-Melodien) / Werner Schmidt-Boelcke / 26. 10. 1952 (Das 1. Münchner Sonntagskonzert!)


    “Ein Abend in Wien”: Rosl Schwaiger, Nora Jungwirth, Hilde Brauner, Herbert Ernst Groh, Toni Niessner, Carl Hoppe (Werke von Strauß und Stolz) / Robert Stolz / 5. 9. 1954


    Hedi Klug, Rosl Schwaiger, Heinz Hoppe, Benno Kusche (Operetten-Melodien) / Max Schönherr / 9. 3. 1959


    Ruth-Margret Pütz, Heinz Hoppe, Ferry Gruber, Heinz Friedrich (Suppé, u. a. komplett “Die schöne Galathée”) / Kurt Eichhorn / 2. 8. 1960


    Hertha Töpper u. a. / Kurt Eichhorn / 13. 11. 1960


    Erika Köth, Marcel Cordes u. a. / Richard Kraus / 11. 12. 1960


    Hildegard Hillebrecht, Sándor Kónya, Marcel Cordes (Verdi) / Gianfranco Rivoli / 12. 3. 1961


    Sári Barabás, Richard Holm / Werner Schmidt-Boelcke / 22. 10. 1961


    Elisabeth Grümmer, Waldemar Kmentt (Donizetti, Flotow, Gounod, Mascagni, Mendelssohn-B.) / Chor: Max Kink / Horst Stein / 14. 1. 1962


    Hanny Steffek, Gisela Litz, Heinz Hoppe, Kurt Böhme (Faschingskonzert) / Chor / Hans Walter Kämpfel / 11. 2. 1962


    Rudolf Schock (Oper und Operette) / Kurt Eichhorn und Werner Schmidt-Boelcke / 8. 4. 1962


    Sári Barabás, Heinz Hoppe (Johann Strauß) / Robert Stolz / 20. 10. 1962


    Sena Jurinac, Antonia Fahberg, Jess Thomas, Gottlob Frick, Carl Hoppe (u. a. Szenen aus “Fidelio” und “Don Carlos”) / Horst Stein / 11. 11. 1962 (Wiederholung: 11. 6. 1967)


    Erika Köth, Hetty Plümacher, John van Kesteren, Marcel Cordes (Verdi u. a.) / Kurt Eichhorn / 6. 12. 1962


    Inge Borkh, Ira Malaniuk, Hans Hopf (Mozart, Wagner, Bizet, Verdi, Strauss) / Chor / Horst Stein / 13. 1. 1963


    Rudolf Schock (solo) / Horst Stein / 26. 1. 1963


    Elisabeth Grümmer, Lorenz Fehenberger (statt Josef Traxel), Karl Christian Kohn (Rossini, Flotow, Mozart, Verdi, Wagner, Weber) / Chor: Kurt Prestel / Horst Stein / 7. 4. 1963


    Ingrid Bjoner, Anneliese Rothenberger, Hertha Töpper (u. a. "Der Rosenkavalier") / Arnold Quennet / 10. 11. 1963


    Stina-Britta Melander, Fritz Wunderlich, Raimund Grumbach / Horst Stein / 1. 12. 1963


    Erika Köth (solo) (u. a. “Lakmé”) / Kurt Eichhorn / 17. 12. 1963


    Hildegard Hillebrecht, Jess Thomas, Gottlob Frick (Verdi) / Chor: Wolfgang Schubert / Kurt Eichhorn / 12. 1. 1964


    Rosl Schwaiger, Heinz Hoppe, Kurt Böhme / Horst Stein / 2. 2. 1964


    Elisabeth Grümmer, Donald Grobe, Marcel Cordes (Gluck, Mozart, Wagner u. a.) / Kurt Eichhorn / 8. 3. 1964


    Sena Jurinac u. a. / Kurt Eichhorn / 12. 4. 1964


    Giuseppe Taddei u. a. / Fulvio Vernizzi / 3. 10. 1964


    Elisabeth Grümmer, Heinz Hoppe, Gottlob Frick (Bizet, Gounod, Flotow, Verdi, Wagner, Weber, Puccini) / Chor: Wolfgang Schubert / Siegfried Köhler / 14. 3. 1965 (Wiederholung: 26. 9. 1965)


    Pilar Lorengar, Fritz Wunderlich, Thomas Tipton (Mozart, Donizetti, Lortzing, Smetana, Verdi und Puccini) / Kurt Eichhorn / 11. 4. 1965 (Wiederholung: 15. 8. 1965) (CD 'Gala')


    Ludmila Dvoráková, James King, Otto Wiener (Wagner) / Hans Gierster / 7. 11. 1965


    Gundula Janowitz, Nikola Nikolov, Theo Adam / Kurt Eichhorn / 16. 1. 1966


    Hermann Prey (solo) / Argeo Quadri / 10. 2. 1966 (Ersatz für das ausgefallene Konzert Hermann Preys am 12. 12. 1965.)


    Ruth-Margret Pütz, Fritz Wunderlich, Kurt Böhme (Faschingskonzert) / Siegfried Köhler / 13. 2. 1966 (CD 'Gala')


    Reri Grist, Daniele Barioni, Martti Talvela / Chor: Wolfgang Schubert / Horst Stein / 27. 2. 1966


    Claire Watson, Hertha Töpper, William Blankenship, Raimund Grumbach (u. a. Duett Norma-Adalgisa aus "Norma") / Paul Schmitz / 13. 3. 1966


    Sári Barabás, Elfie Mayerhofer, Margot Hielscher, Harry Friedauer, Kurt Wilhelm / Werner Kleine / 24. 3. 1966


    Erika Köth, Kerstin Meyer, Heinz Hoppe, Thomas Tipton / Richard Kraus / 3. 4. 1966 (Meistersinger-Halle Nürnberg)


    Ingrid Bjoner, Michele Molese, Tom Krause / Kurt Eichhorn / 24. 4. 1966 (Angekündigt war auch Regina Sarfaty.)


    Wilma Lipp, Waldemar Kmentt, Kurt Böhme / Hans Gierster / 13. 11. 1966 (Wiederholung: 7. 5. 1967) Mono!


    Erika Köth, Hermann Prey / Heinz Fricke / 11. 12. 1966 (Wiederholung: 15. 5. 1967) Mono! (CD 'Myto' - Anhang GA “Hans Heiling”)


    Nicolai Ghiaurov (solo) / Georges Prêtre (Simon Boccanegra, Boris Godunov, Faust, Ne tolko liubov) / Chor / Georges Prêtre / 6. 6. 1966 (Herkulessaal) (TV-Aufzeichnung ARD) (Wiederholung: 15. 4. 1968) (CD 'BR Klassik')


    Hildegard Hillebrecht, James King, Thomas Tipton (Verdi und Puccini) / Chor: Wolfgang Schubert / Argeo Quadri / 8. 1. 1967 (Wiederholung: 23. 7. 1967) Mono!


    Margit Schramm, Rudolf Schock (Kálmán und Lehár) / Anton Paulik / 29. 1. 1967


    Ingrid Bjoner, Ingeborg Hallstein, Regina Sarfaty, William Blankenship (u. a. “Der Rosenkavalier”) / Heinz Wallberg / 19. 2. 1967 (Wiederholung: 2. 7. 1967) Mono!


    Renate Holm (statt Ruth-Margret Pütz), Adolf Dallapozza, Victor Braun, Karl Christian Kohn, Hans Hermann Nissen / Kurt Eichhorn / 12. 3. 1967 (Wiederholung: 20. 8. 1967) Mono!


    Claire Watson, Hans Hopf, Thomas Stewart, Robert Licha (Wagner) / Hans Gierster / 2. 4. 1967


    Gundula Janowitz, Reri Grist, Heinz Hoppe / Kurt Eichhorn / 16. 4. 1967 (Wiederholung: 17. 9. 1967) Mono!


    Erika Köth, Iuan Daviu, Norman Mittelmann / Kurt Eichhorn / 12. 11. 1967


    Anneliese Rothenberger, Robert Ilosfalvy, Thomas Tipton / Kurt Eichhorn / 3. 12. 1967


    Felicia Weathers, Flaviano Labò / Kurt Eichhorn / 14. 1. 1968 (Wiederholung: 14. 9. 1969)


    Leontyne Price (solo) / Carlo Franci (statt Gianandrea Gavazzeni) / 27. 1. 1968 (Herkulessaal) (Wiederholung: 13. 6. 1968 und 29. 2. 1976) (TV-Aufzeichnung ARD)


    Lucia Popp, Rudolf Schock, Kurt Böhme (Faschingskonzert) / Werner Schmidt-Boelcke (statt Robert Stolz) / 4. 2. 1968


    Nicolai Gedda (solo) / Kurt Eichhorn / 10. 3. 1968*


    Hildegard Hillebrecht (statt Martina Arroyo), Ludovic Spiess, Franz Crass / Chor / Fulvio Vernizzi (statt Kurt Eichhorn) / 31. 3. 1968


    Ingrid Bjoner, Regina Resnik, Giuseppe Gismondo (statt James King) / Chor / Kurt Eichhorn / 28. 4. 1968


    Christiane Sorell, Rudolf Schock, Ernst Gutstein / Kurt Eichhorn / 26. 5. 1968 (Meistersinger-Halle, Nürnberg)


    Reri Grist, Peter Schreier, Giuseppe Taddei / Kurt Eichhorn / 17. 6. 1968 (Großes Festspielhaus, Salzburg)


    Gundula Janowitz, Arleen Auger, Tatiana Troyanos (Händel, Mozart, Strauss) / Kurt Eichhorn / 20. 10. 1968 (Wiederholung: 1. 6. 1969) STEREO (CD 'Bella Voce')


    Elizabeth Harwood, Marjorie Thomas, Charles Craig, Michael Langdon / Kurt Eichhorn / 10. 11. 1968


    Carlo Bergonzi / Nello Santi ? / Wann? (TV-Aufzeichnung ZDF)


    Hildegard Hillebrecht, James King, Tom Krause / Kurt Eichhorn (Verdi) 1. 12. 1968 (Wiederholung: 22. 6. 1969) MONO (CD 'Bella Voce')


    Claire Watson, Renate Holm, Rudolf Christ (statt Elisabeth Steiner), Heinz Hoppe, Raimund Grumbach, Josef Weber (Soiree bei Johann Strauß) / Chor: Wolfgang Schubert / Kurt Eichhorn / 31. 12. 1968 (Vermutlich nur im Funkhaus!) STEREO


    Erika Köth, Peter Baillie, Kurt Böhme (statt Gottlob Frick) (Deutsche Spielopern) / Chor / Kurt Eichhorn / 19. 1. 1969 (Wiederholung: 13. 7. 1969) Ursprgl. sollte auch Brigitte Fassbaender mitwirken!


    Helen Donath, Jeanette Scovotti, Horst Wilhelm, Benno Kusche (Faschingskonzert) / Kurt Eichhorn / 9. 2. 1969 (Wiederholung: 3. 8. 1969)


    Claire Watson, Waldemar Kmentt, Marius Rintzler (statt Franz Crass) (Französische Opern) / Chor / János Kulka / 9. 3. 1969 (Wiederholung: 24. 8. 1969)


    Birgit Nilsson (solo) (Wagner, Verdi, Puccini) / Kurt Eichhorn / 18. 4. 1969 STEREO


    Arleen Auger, Nicolai Gedda / Kurt Eichhorn / 4. 5. 1969 (Tonhalle Zürich) (CD 'Bella Voce')


    Ingrid Bjoner, Rohangiz Yachmi (statt Hertha Töpper), Jean Cox / Kurt Eichhorn / 18. 5. 1969 (Meistersinger-Halle, Nürnberg)


    Nicolai Ghiaurov (solo) / Alfredo Antonini / 29. 5. 1969 (CD 'BR Klassik')


    Grace de la Cruz, René Kollo, Kurt Pratsch-Kaufmann (Welterfolge des Musicals) / Willy Mattes / 12. 7. 1969


    Arleen Auger, Karl Christian Kohn / Kurt Eichhorn / 12. 10. 1969 (Kurhaus Meran)


    Anneliese Rothenberger, Hermann Prey / Kurt Eichhorn / 9. 11. 1969


    Jeannette Pilou, Nicolai Gedda / Kurt Eichhorn / 30. 11. 1969


    Jeannette Pilou, Werner Hollweg (Mozart und Strauss) / Kurt Eichhorn / 3. 12. 1969


    Raina Kabaivanska, Carlo Bergonzi, Piero Cappuccilli / Chor / Kurt Eichhorn / 11. 1. 1970 (TV-Aufzeichnung ZDF ?)


    Roberta Peters, Diana Henery, Anton de Ridder, Kurt Böhme (Faschingskonzert) / Kurt Eichhorn / 1. 2. 1970


    Tatiana Troyanos, Ludovic Spiess, Karl Ridderbusch / Chor / Kurt Eichhorn / 1. 3. 1970


    Arleen Auger, Luigi Alva, Gianpiero Mastromei / Kurt Eichhorn / 15. 3. 1970


    Gwyneth Jones, James King / Kurt Eichhorn / 12. 4. 1970** (Meistersinger-Halle Nürnberg)


    Pilar Lorengar, Ion Buzea, Barry McDaniel / Kurt Eichhorn / 1970**


    Maria Chiara, Plácido Domingo / Nello Santi / 1970 (TV-Aufzeichnung ZDF)


    John van Kesteren, Franz Crass, Heinz Friedrich, Richard Kogel, Ferry Gruber, Benno Kusche, Raimund Grumbach (komplett "Der Mond") / Kurt Eichhorn / 4. 12. 1970 (CD 'Eurodisc')


    Mirella Freni, Eduardo Alvarez (Verdi, Massenet, Berlioz, Puccini, Bizet, Donizetti, Cilea) / Kurt Eichhorn / 3. 10. 1971 (CD 'Golden Melodram')


    Joanna Simon, Luigi Alva, Wolfgang Brendel / Kurt Eichhorn / 1971*


    Catarina Ligendza, William Cochran, Theo Adam (Wagner) / Kurt Eichhorn / 1971*


    Ingrid Bjoner, Grit van Jüten, Eduardo Alvarez, Vicente Sardinero / Kurt Eichhorn / 1971*


    Cristina Deutekom, Francisco Lazaro, Nicola Ghiuselev / Kurt Eichhorn / 1972*


    Lucia Popp u. a. / Hans Zanotelli / 20. 2. 1972


    "Olympia-Gala": Patricia Johnson (statt Christa Ludwig), Gwyneth Jones, Anna Moffo, Anneliese Rothenberger, Piero Cappuccilli, James King, Hermann Prey, Karl Ridderbusch, Thomas Stewart (Mozart, Lortzing, Beethoven, Weber, Wagner, Strauss, Saint-Saens, Bellini, Verdi, Puccini) / Kurt Eichhorn / 1. 9. 1972 (TV-Aufzeichnung ARD)


    Gwyneth Jones, René Kollo, Guillermo Sarabia (Verdi und Wagner) / Chor / Kurt Eichhorn / 22. 10. 1972


    Reri Grist, Hermann Prey (Weihnachtskonzert) / Regensburger Domspatzen / Kurt Eichhorn / 17. 12. 1972


    Erika Köth, Rüdiger Wohlers, Karl Ridderbusch / Kurt Eichhorn / 1973


    Sylvia Geszty, Anton de Ridder, Karl Ridderbusch (Faschingskonzert) / Chor: Josef Schmidhuber / Kurt Eichhorn / 18. 2. 1973


    Marina Krilovici, James King, Peter Glossop (“Aida” und “Otello”) / Chor: Josef Schmidhuber / Kurt Eichhorn / 18. 3. 1973*


    Rita Shane, Luigi Alva, Wolfgang Brendel / Matthias Kuntzsch / 13. 5. 1973


    Katia Ricciarelli, Franco Bonisolli / Chor: Heinz Mende / Hermann Hildebrandt / 15. 9. 1973 (auch TV ?)


    Margarita Lilova, Andrej Kucharsky (statt Karl-Walter Böhm), Nicola Ghiuselev / Chor: Gregor Eichhorn / Kurt Eichhorn / 28. 10. 1973


    Rita Orlandi-Malaspina, Bruno Prevedi, Peter Glossop, Alexander Malta (komplett “Andrea Chenier”) / Chor: Gregor Eichhorn / Kurt Eichhorn 25. 11. 1973


    Lilian Sukis (solo) (Weihnachtskonzert) / Regensburger Domspatzen / Kurt Eichhorn / .. 12. 1973


    Janet Perry, Adalbert Kraus, Karl Ridderbusch / Kurt Eichhorn / .. 1. 1974


    Anna Moffo, Rose Wagemann, René Kollo, Ferry Gruber, Richard Kogel (Faschingskonzert, u. a. komplett “Die schöne Galathée”) / Chor: Josef Schmidhuber / Kurt Eichhorn / 17. 2. 1974


    Zdzislawa Donat, Trudeliese Schmidt, Bernd Weikl / Kurt Eichhorn / .. 3. 1974


    Arleen Auger, Trudeliese Schmidt, Barry McDaniel (komplett "Luigi Gonzaga" von Johann Simon Mayr) / Günther Wich / 7. 4. 1974


    Ilva Ligabue, Rosalind Elias / ? / 26. 5. 1974


    Seta Del Grande, Gianfranco Cecchele, Guillermo Sarabia / Kurt Eichhorn / 27. 10. 1974


    Hannelore Bode, Rüdiger Wohlers, Roland Hermann / Heinz Wallberg / .. 11. 1974


    Sona Ghazarian (solo) (Weihnachtskonzert) / Regensburger Domspatzen / Kurt Eichhorn / 22. 12. 1974


    Rita Orlandi Malaspina (statt Raina Kabaivanska), Andrej Kucharsky, Nicola Ghiuselev / Gabor Ötvös / 16. 3. 1975


    Arleen Auger (solo) (Weihnachtskonzert) / Heinz Wallberg / 21. 12. 1975


    Adriana Maliponte, Ruggero Bondino / Heinz Wallberg / 11. 1. 1976*


    Edda Moser, Wolfgang Brendel / Heinz Wallberg / 22. 2. 1976*


    Marion Lippert, Lucia Popp, Trudeliese Schmidt, Karl Ridderbusch (u. a. "Der Rosenkavalier") / Kurt Eichhorn / .. 3. 1976


    Tamara Milashkina, Vladimir Atlantov, Iurii Masurok / ? / 17. 10. 1976* (Augsburg)


    Renate Holm, Werner Compes, Barry McDaniel / Leopold Hager / 25. 10. 1976 (Meistersinger-Halle Nürnberg)


    Judith Beckmann, Rüdiger Wohlers, Matti Salminen / Heinz Wallberg / 21. 11. 1976


    Margaret Price, Thomas Moser, Hermann Prey / Heinz Wallberg / 16. 1. 1977


    Hildegard Behrens, James King, Theo Adam / Heinz Wallberg / 27. 3. 1977**


    Lilian Sukis, Yvonne Minton, René Kollo, Karl Ridderbusch / Heinz Wallberg / 23. 4. 1977**


    Christine Weidinger, David Kuebler, Walter Berry / Heinz Wallberg / .. 5. 1977


    Martina Arroyo, Giorgio Casellato-Lamberti, Sherrill Milnes (Verdi) / Heinz Wallberg / 27. 11. 1977*


    Helen Donath, Janet Perry, Alexander Malta, Nikolaus Hillebrand, Claes-Hakan Ahnsjö, Ferry Gruber u. a. (komplett "Das Christelflein") / Kurt Eichhorn / 18. 12. 1977


    Mirjana Irosch, Nicolai Gedda (Operetten-Melodien) / Heinz Wallberg / .. 1. 1978


    Christine Weidinger, Werner Hollweg, Matti Salminen / Christof Prick / 3. 2. 1978*


    Horiana Branisteanu, Peter Schreier (Mozart, Gluck, Haydn, Paisiello, Rossini, Verdi, Adam, Boieldieu, Bizet) / Heinz Wallberg / 19. 2. 1978


    Adriana Maliponte (statt Katia Ricciarelli), Neil Shicoff, Benito Di Bella (Verdi, Puccini und Leoncavallo) / Chor: HELMUT VETTER / Heinz Wallberg / 12. 3. 1978*


    Helena Döse (statt Julia Varady), Siegfried Jerusalem, Wolfgang Schöne (Mozart, Gluck, Weber, Marschner, Schmidt, Strauss, Offenbach, Wolf-Ferrari, Puccini, Leoncavallo) Heinz Wallberg / 5. 11. 1978*


    Norma Sharp, Ortrun Wenkel (Weihnachtskonzert) / Regensburger Domspatzen / Kurt Eichhorn / 17. 12. 1978


    Leonie Rysanek, James King (Puccini, Ponchielli, Leoncavallo, Strauss, Wagner) / Heinz Wallberg / 21. 1. 1979** (CD 'Golden Melodram')


    Lucia Popp, Francisco Araiza, Wolfgang Brendel (Faschingskonzert) / Kurt Eichhorn / 18. 2. 1979**


    Carol Malone, Rüdiger Wohlers, Kurt Moll / Willy Mattes / 16. 3. 1979


    Alexandrina Milcheva, Vladimir Atlantov, Leonard Mroz / Heinz Wallberg / 25. 3. 1979**


    Luciano Pavarotti / John Wustman (Klavier) / 6. 6. 1979**


    Karan Armstrong, James King (statt Peter Hofmann), Roland Bracht / Heinz Wallberg / 25. 11. 1979**


    Ashley Putnam, Gösta Winbergh, Giorgio Zancanaro / Heinz Wallberg / 16. 12. 1979**


    Martina Arroyo, René Kollo / Christof Prick / 8. 1. 1980**


    Jeanette Scovotti (statt Julia Migenes), Adolf Dallapozza, Harald Stamm (Faschingskonzert) / Heinz Wallberg / 10. 2. 1980


    Edita Gruberova, Ernesto Palacio, Angelo Romero / Heinz Wallberg / 16. 3. 1980


    Jeanette Scovotti, Anton de Ridder (statt Adolf Dallapozza), Jörn W. Wilsing (Rossini, Verdi, Lehár, Strauß) Kurt Eichhorn / 20. 4. 1980**


    Sabine Hass, Ortrun Wenkel, Manfred Jung, Friedrich Lenz, Klaus Hirte ("Siegfried-Wagner-Gedenkkonzert") / Heinz Wallberg / 18. 5. 1980


    Lucia Popp, Thomas Moser, Kurt Moll / Heinz Wallberg / 9. 11. 1980**


    Norma Sharp (solo) (Weihnachtskonzert) / Regensburger Domspatzen / Kurt Eichhorn / 14. 12. 1980


    Eva Marton (statt Frederica von Stade), Bernd Weikl / Heinz Wallberg / 25. 1. 1981


    Isobel Buchanan (statt Ileana Cotrubas), Agnes Baltsa, Evgeni Nesterenko / Heinz Wallberg / 22. 2. 1981*


    Margaret Price, Michael Svetlev, Wolfgang Brendel (statt Leo Nucci) / Heinz Wallberg / 29. 3. 1981*


    Grit van Jüten, Anton de Ridder, Günter Wewel (Nicolai, Donizetti, Lortzing, Smetana, von Suppé, Strauß, Zeller, Künneke, Millöcker) / Heinz Wallberg / 26. 4. 1981*


    Norma Sharp, Kari Lövaas, Janet Perry, Cornelia Wulkopf, Roland Hermann, Hans Hopf, Heiner Hopfner u. a. (komplett "Peer Gynt" von Werner Egk) / Heinz Wallberg / 17. 5. 1981(CD 'Orfeo')


    Teresa Berganza (solo) (Musik aus Zarzuelas) / Enrique Garcia Asensio / 4. 6. 1981 und 22. 7. 1981 (2 verschiedene Konzerte)


    Alexandrina Milcheva, Lucia Popp, Franco Bonisolli, Bernd Weikl, Alan Titus, Raimund Grumbach u. a. (komplett "La Bohème" von Ruggero Leoncavallo) / Heinz Wallberg / 22. 11. 1981 (CD 'Orfeo')


    Gwyneth Jones, Wolfgang Neumann, Wolfgang Probst (Wagner) / Lothar Zagrosek / 13. 12. 1981*


    June Anderson, Luis Lima, Thomas Allen / Lamberto Gardelli / 10. 1. 1982**


    Elfriede Höbarth ("Ein Abend in Wien") / Willi Boskovsky / 14. 2. 1982


    José Carreras (solo) / Lamberto Gardelli / 6. 6. 1982


    Renate Holm, Peter Seiffert, Günther Frank (Musik von Carl Michael Ziehrer) / Herbert Mogg / 28. 11. 1982


    Lucia Popp (solo) (Weihnachtskonzert) / Lamberto Gardelli / 12. 12. 1982


    Sylvia Greenberg, Gösta Winbergh, Ludwig Baumann / José Collado / 27. 2. 1983


    Mirella Freni (solo) / Kurt Eichhorn / 1983


    Edita Gruberova (solo) / Lamberto Gardelli / 16. 11. 1983


    Mariella Devia (statt Cecilia Gasdia), Piero Cappuccilli / Lamberto Gardelli / 20. 11. 1983


    Lucia Popp, Vladimir Atlantov (statt Franco Bonisolli), Bernd Weikl, Wolfgang Brendel (statt Alessandro Corbelli), Alexandru Ionita (komplett "I pagliacci") / Lamberto Gardelli / 11. 12. 1983 (CD 'Eurodisc')


    Jeanette Scovotti, Elisabeth Kales, Doris Soffel, Josef Protschka, Ludwig Baumann (statt Franz Waechter) (Ein Abend mit Johann Strauß") / Franz Bauer-Theussl / 12. 2. 1984


    Alida Ferrarini, Juan Pons / Lamberto Gardelli / 25. 3. 1984


    Melanie Holliday, René Kollo / Herbert Mogg / 25. 10. 1984


    Renato Bruson (solo?) / Giuseppe Patané / 4. 11. 1984


    Katia Ricciarelli, Lucia Valentini Terrani / José Maria Collado / 10. 2. 1985


    Barbara Bonney, Keith Lewis, Andreas Schmidt (Mozart, Donizetti, Weber und Nicolai) / Leopold Hager / 3. 11. 1985


    Ulrike Steinsky, John Dickie (Johann Strauß und Franz Lehár) / Chor: Rupert Huber / Herbert Mogg / 2. 2. 1986


    Margaret Price, Piero Visconti / Thomas Fulton / 16. 3. 1986


    Marjana Lipovsek (statt Carolyn Watkinson), Lucia Popp, Julie Kaufmann (komplett "Orfeo ed Euridice") / Leopold Hager / 16. 11. 1986 (Philharmonie) (CD 'Eurodisc')


    Mirella Freni (solo) / Vladimir Ghiaurov / 30. 5. 1987 (Philharmonie) (CD 'BR Klassik')


    Barbara Bonney, Jeanne Piland, John Aler / Alexander Symeonides / 13. 12. 1987 (Philharmonie)


    Miriam Gauci, Francisco Araiza / Rico Saccani / 10. 1. 1988 (Philharmonie)


    Grit van Jüten, René Kollo (Faschingskonzert) / Julius Rudel / 7. 2. 1988 (Philharmonie)


    Franco Bonisolli (solo) / Klauspeter Seibel / 13. 3. 1988 (Philharmonie)


    Mechthild Gessendorf, Eva Lind, Iris Vermillion, Kurt Moll (u. a. "Der Rosenkavalier") / Kurt Eichhorn / 25. 9. 1988 (Philharmonie)


    Karita Mattila, Thomas Moser, Ferruccio Furlanetto / Giuseppe Patané / 8. 10. 1988 (Philharmonie)


    Barbara Hendricks, Susan Quittmeyer, James Morris / Bruno Weil / 27. 11. 1988 (Philharmonie)


    Helen Donath (solo) (Weihnachtskonzert) / Regensburger Domspatzen / Giuseppe Patané / 11. 12. 1988 (Philharmonie)


    Eva Marton, Hanna Schwarz (Verdi, Ponchielli und Wagner) / Giuseppe Patané / 8. 1. 1989 (Philharmonie)


    Gabriele Fontana, Eva-Christine Reimer, Adolf Dallapozza, Frieder Stricker (Faschingskonzert) / Herbert Mogg / 5. 2. 1989 (Philharmonie)


    Karen Huffstodt, Mario Malagnini, Gino Quilico / Giuseppe Patané / 5. 3. 1989 (Philharmonie)


    Barbara Daniels, Gail Gilmore, Sherrill Milnes (Broadway-Melodien) / Iain Sutherland / 21. 5. 1989 (Brucknerhalle Linz)


    Ulrike Steinsky, Walter Berry ("Ein Abend in Wien") / Peter Guth / 1. 7. 1989 (Füssen im Allgäu)


    Eva Marton, Julie Kaufmann, Francisco Araiza, Alan Titus, Francesco Ellero D'Artegna (komplett "La Wally") / Pinchas Steinberg / 19. 10. 1989 (CD 'Eurodisc') (Philharmonie)


    Eva Johansson, Klaus König, Ekkehard Wlaschiha (Wagner) / Heinz Fricke / 12. 11. 1989 (Philharmonie)


    Julie Kaufmann (solo) (Konzertante Musik) / Ralf Weikert / 15. 1. 1995 (Philharmonie)


    Edita Gruberova, Rosa Laghezza, Deon van der Walt, Philippe Fourcade u. a. (komplett “La fille du régiment”) / Chor: Gustaf Sjökvist / Marcello Panni / 18. 3. 1995 (Philharmonie) (CD 'Nightingale')


    Kallen Esperian, Michael Sylvester, Paolo Gavanelli (“Luisa Miller “ 3. Akt – Verdi-Arien) / Roberto Abbado / 14. 5. 1995 (Philharmonie)


    Peter Seiffert, Robert Hale (Wagner) / Roberto Abbado / 17. 6. 1995 (Schloss Linderhof - Veranstaltung der “Classicale” 1995)


    Viele Grüße!


    Carlo

    Lieber 'Caruso41',


    die von Dir gezeigte „Don Giovanni“-Aufnahme – der Mitschnitt eines Live-Konzerts der RAI Rom vom 12. 5. 1970 - ist ja recht enttäuschend und alle vier der genannten Protagonisten sind in anderen Aufnahmen ihrer Partien eindrucksvoller zu hören, Alfredo Kraus z. B. in den Salzburger Mitschnitten von 1968 und 1969 unter Herbert von Karajan.


    In die „Cosi fan tutte“-Produktion ist Kraus bekanntlich kurzfristig für Fritz Wunderlich, der den erkrankten Luigi Alva ersetzen sollte, eingesprungen. Doch Wunderlich, der den 'Ferrando' schon seit Jahren erfolgreich – aber stets nur in deutscher Sprache – gesungen hatte, glaubte mit einer nur in einer Woche gelernten italienischsprachigen Interpretation vor Karl Böhm nicht bestehen zu können und sagte ab. Kraus hatte diese Skrupel nicht, obwohl er m. W. diese Partie noch nie vorher gesungen hatte. Übrigens ist der Tenor aus Gran Canaria noch in zwei weiteren Aufnahmen kurzfristig eingesetzt worden: 1983 in Gounods „Roméo et Juliette“ (neben Catherine Malfitano, Gino Quillico und José van Dam unter Michel Plasson bei 'EMI') als Ersatz für Neil Shicoff und 1992 in „La Traviata“, wo er neben Kiri Te Kanawa und Dmitri Hvorostovsky unter dem Dirigat von Zubin Mehta an Stelle von José Carreras sang ('Philips').


    Ich habe auch die 'Carillon'-Schallplatte (CAL-7), aufgenommen von 'Montilla' 1960 (Dirigent: Mario Cordone), mit der 'Bildnisarie' aus der „Zauberflöte“ in deutscher Sprache - der Vater des Sängers stammte aus Wien und in Konzerten im Wiener Musikverein hat Alfredo Kraus später auch Klavierlieder von Schubert und Strauss in deutsch gesungen, wovon es Mitschnitte gibt. Das "Perlenfischer"-Duett stammt aus dem Kölner Fernseh-Konzert des WDR vom 24. 8. 1969, über das ich schon im "Kerstin-Meyer-Thread" geschrieben habe; Kraus sang hier noch die Romanze des 'Nadir' aus derselben Oper sowie - nur für den Hörfunk - die erste Arie des 'Don Ottavio' aus dem "Don Giovanni" und die Arie des 'Ernesto' aus "Don Pasquale" (Dirigent: Alberto Erede). Übrigens hat er auch in zwei großen spanischen Filmen die Hauptrolle gespielt: „Gayarre“ (1959) über den berühmten Tenor Julián Gayarre aus dem 19. Jahrhundert – auch José Carreras verkörperte ihn 1986 auf der Leinwand - und in „El Vagabundo y la Estrella“ (1967) sogar eine Doppelrolle. Manchmal gab Alfredo Kraus sein Autogramm quer über die Stirn seines Konterfeis mit der hintersinnigen Begründung, dass „bei einem Tenor im Hirn noch am meisten Platz ist.“


    Allerdings muss ich gestehen, dass ich – wie bei vielen anderen prominenten Sängern auch – seine frühen, hauptsächlich in Spanien entstandenen, Aufnahmen den späteren vorziehe. Da ist er noch relativ unbekümmert und die helle, sofort identifizierbare Stimme klingt jugendlich, leicht und locker. Um seine Solo-Aufnahmen ab ca. 1975 habe ich – mit Ausnahme der sehr späten 'Philips'-CD von 1994 - einen Bogen gemacht und viele seiner Opern-Gesamtaufnahmen aus dieser Zeit habe ich entweder aus Interesse an der entsprechenden Oper (z. B. „La muette de Portici“ oder „La jolie fille de Perth“) oder wegen der anderen Mitwirkenden (beispielsweise „La Favorita“ mit Shirley Verrett oder Fiorenza Cossotto, „Don Pasquale“ mit Beverly Sills, „La Traviata“ mit Renata Scotto, „Manon“ mit Ileana Cotrubas, „Werther“ mit Tatiana Troyanos oder "Lakmé" mit Ruth Welting) gekauft. Ich fand, dass die nasale Färbung seines – schon immer sehr 'speziellen' – Tenors stark zugenommen hatte und (wohlgemerkt, für mein Empfinden!) die Stimme trocken und spröde geworden war und die Höhe einen leicht 'greinenden' Beiklang bekommen hatte. (Ich weiß jetzt schon, wer sich da herausgefordert fühlt. Aber bekanntlich hört jedes Ohr anders und die Beurteilung von Stimmen ist eine höchst individuelle Angelegenheit!) Ich habe mich darüber mit anderen Stimmfetischisten – darunter auch Harald Kral – mehrfach ausgetauscht und sie kamen alle zu einer ähnlichen Einschätzung. An seiner Stimmbeherrschung, Phrasierungskunst und der stilistischen Sicherheit gibt es nichts zu kritisieren. (Es gab 1993 beim WDR eine sehr schöne 85minütige TV-Dokumentation über Alfredo Kraus.)


    Meine schönsten Aufnahmen von und mit Alfredo Kraus sind neben einigen frühen Recitals mit Arien und Folklore-Liedern seine ebenfalls frühen Schallplatten (von Firmen wie 'Hispavox' und 'Montilla' oder von seinem eigenen Label 'Carillon'), auf denen er in den außerhalb Spaniens so sträflich vernachlässigten Zarzuelas singt. Ich nenne nachfolgend die Zarzuela-Aufnahmen mit seiner Mitwirkung; von den mit * gekennzeichneten Werken habe ich Schallplatten:


    ARRIETA: Marina (Carillon* und Valois)

    BRETÓN: La Verbena de la Paloma (Carillon*)

    CHAPI: La Tempestad (Montilla) – La Revoltosa (Carillon*) – La Bruja (Columbia*)

    GUERRERO: El Huésped del Sevillano (Carillon)

    SERRANO: La Dolorosa (Carillon*)

    SOROZÁBAL: Katiusha (Hispavox*) – Black, el Payaso (Hispavox) – La Tabernera del puerto (Hispavox)

    VIVES: Dona Francisquita (Montilla*, Carillon und Valois) – La Generala (Montilla*) – Bohemios (Carillon*)


    Abschließend noch ein Kommentar zu der „Don Pasquale“-Sendung gestern in den 'Nightly Opera Live Streams' aus der Metropolitan Opera. Wenn die Inszenierung als 'langweilig' bezeichnet wird, sollte man berücksichtigen, dass die Intention des englischen Regisseurs John Dexter war, diese der Tradition der italienischen 'Commedia dell'arte' entstammende Oper in der Art einer 'Oscar-Wilde-Komödie' zu inszenieren. Hierzu Beverly Sills in der „Opera News“ vom 20. 1. 1979: „He wanted us to bring that British comic understatement to the Met's Victorian settings of the opera. This dry, sophisticated sense of humor enables the four characters to play 'Pasquale' as drawing-room comedy. Without unnecessary slapstick, the audience pays attention to the characterizations.“ (In der Premiere dieses „Don Pasquale“ am 7. 12. 1978 sang übrigens Nicolai Gedda den 'Ernesto', auch er kein 'Youngster'. Mich haben eher die unorthodoxen Tempi des Dirigenten Nicola Rescigno gestört. Leider war die Bild- und Tonqualität dieses 40 Jahre alten Videos sehr schlecht, gemessen an den anderen, in den letzten Wochen von der Met im Internet gezeigten Opernaufführungen aus derselben Zeit.)


    Carlo

    Hallo,


    Josef Traxel sang (im Konzert) nicht nur Mozart, sondern auch Rossini und Schönberg!



    „Requiem, KV 626“ (Mozart): mit Teresa Stich-Randall, Annie Delorie, Josef Traxel und Theo Adam / Der Kölner Rundfunkchor und das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Dirigent: Mario Rossi (Köln, Funkhaus, 20. 9. 1957, Live-Aufnahme). Ein Chorkonzert aus Anlass des 'Deutschen Mozartfestes 1957'.


    dto.: mit Agnes Giebel, Marga Höffgen, Josef Traxel und Raffaele Arié / Coro e Orchestra Sinfonico di Milano della Radiotelevisione Italiana / Chorltg.: Giulio Bertola / Dirigent: Sergiu Celibidache (Mailand, Auditorium della RAI, 16. 3. 1962).


    dto.: mit Maria Stader, Marga Höffgen, Josef Traxel und Gerd Nienstedt / Les Choeurs et l' Orchestre d' ORTF / Dirigent: Karl Münchinger (Paris, Théâtre des Champs-Élysées, 18. 6. 1964).



    „Stabat Mater“ (Rossini): mit Pilar Lorengar, Betty Allen, Josef Traxel und Josef Greindl / Der Chor der St. Hedwigs-Kathedrale Berlin / Die Berliner Symphoniker / Chorltg. und Dirigent: Karl Forster (Berlin, Grunewaldkirche, 8. - 10. 6. 1960). Erschienen bei 'Electrola' unter E 80 607 (mono) und STE 80 607 (stereo). In meinem Schallplattenregal steht die Wiederveröffentlichung von 'Dacapo' mit der Katalognummer 1 C 047-28 599.



    „Die Jakobsleiter“ (Schönberg): Gabriel – Günter Reich*, Der Auserwählte – Thomas Stewart, Ein Berufener – Josef Traxel, Ein Aufrührerischer – Julius Patzak, Ein Ringender – Hans Herbert Fiedler, Der Mönch – Helmut Krebs, Der Sterbende und Die Seele – Ilse Hollweg / Der Chor des Norddeutschen Rundfunks Hamburg / Chorltg.: Max Thurn / Der Kölner Rundfunkchor / Chorltg.: Bernhard Zimmermann / Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Rafael Kubelik / TV-Regie: Hermann Lanske (Wien, Konzerthaus. 16. 6. 1961) *Günter Reich sprang kurzfristig für Iwan Rebroff ein. 1955 fertigte Arnold Schönbergs ehemaliger Schüler Winfried Zillig eine aufführungsfähige Partitur des nur im Particell vorliegenden Oratorium-Fragments (komponiert 1917 und 1922) an, das in diesem Konzert zur Uraufführung kam.


    Die Fernseh-Aufzeichnung des Konzerts (Sendung am 24. 6. 1961 im 2. Programm der ARD) entstand während der Generalprobe und da hat Iwan Rebroff den 'Gabriel' gesungen! (Wie bei vielen damaligen Fernseh-Aufnahmen von Opern- und Konzertaufführungen üblich, wurde – um die Konzertbesucher nicht durch 'vor ihrer Nase' herumfahrende riesige Kameras zu stören – die Generalprobe ohne Publikum aufgezeichnet und bei der Sendung der Applaus des Publikums live eingeblendet.)


    Dem Konzert ging eine (nicht vom Fernsehen aufgezeichnete) Lesung des von Arnold Schönberg verfassten - aber von ihm nur teilweise vertonten - Oratorien-Textes voraus mit den folgenden Sprechern: Jürgen Goslar (Gabriel), Albin Skoda (Gott), Achim Benning (Ein Berufener), Walther Reyer (Ein Aufrührerischer), Günter Haenel (Ein Ringender), Axel Corti (Der Auserwählte) und Joana Maria Gorvin (Der Sterbende) sowie mit Heinz Woester, Otto Kerry. Peter P. Jost, Karl Blühm,.Hannes Schiel, Ernst Meister und Peter Weihs / Der Züricher Kammersprechchor – Ltg.: Ellen Widmann / Regie: Gustav Rudolf Sellner.


    Weitere Aufführungen der „Jakobsleiter“ in der obengenannten Besetzung gab es am 4. 10. 1963 in Berlin (Hochschule für Musik, allerdings mit Boris Carmeli als 'Gabriel' und Barry McDaniel als 'Der Auserwählte'), am 5. 10. 1963 in München (Herkules-Saal), am 7. und 8. 10. 1963 in Mailand (Teatro alla Scala) und am 10. 10. 1963 in Zürich (Tonhalle, hier sang Günter Reich den 'Gabriel'). Daher existiert vermutlich mindestens ein weiterer Konzert-Mitschnitt mit Josef Traxel, denn er sang in allen diesen Aufführungen den 'Berufenen' in Schönbergs „Die Jakobsleiter“!


    Carlo

    Hallo,


    wer möchte, kann sich heute noch bis 0.30 in den kostenlosen 'Nightly Met Opera Streams' die Video-Aufzeichnung der "Don Pasquale"-Aufführung vom 11. 1. 1979 ansehen:


    http://www.metopera.org/season/on-demand/opera


    Das 'junge' Liebespaar Norina-Ernesto wird von Beverly Sills (damals 49) und Alfredo Kraus (damals 51) verkörpert; Gabriel Bacquier singt die Titelrolle, Hakan Hagegard ist der Dr. Malatesta und Nico Castel der Notar. Die Inszenierung stammt von John Dexter in der Ausstattung von Desmond Heeley; der Dirigent ist Nicola Rescigno. (Eine interessante Ergänzung zur 'EMI'-Aufnahme vom Juli 1978 aus London mit Sills, Kraus, Donald Gramm, Alan Titus und Henry Newman unter der Leitung von Sarah Caldwell.)


    Schon seit sechs Wochen gehe ich virtuell (fast) jeden Abend in die Metropolitan Opera in New York und habe stets interessante und oft überzeugende Aufführungen mit herausragenden Gesangsleistungen erlebt. Selbst neue Werke des Musiktheaters werden dort so bildhaft, glaubwürdig und ästhetisch inszeniert, dass man die Handlung der Oper und ihre Aussage auch ohne Vorkenntnisse versteht. Von 'German Trash' keine Spur...


    Carlo

    Guten Abend!


    Mit dem vorigen Beitrag habe ich im chronologischen Ablauf etwas vorgegriffen, aber nun fahre ich zeitlich korrekt fort mit Mario Lanzas berühmtester und auch meistverkaufter Schallplatte: „The Great Caruso“ ('Der große Caruso').


    Im Jahre 1951 gedachte die Musikwelt des dreißigsten Todestages von Enrico Caruso und die 'MGM' konnte mit Mario Lanza endlich eine schon lange geplante Film-Biographie des schon zu seinen Lebzeiten berühmtesten und durch die riesige Anzahl seiner Schallplatten – fast 500 Titel! - auch populärsten Tenors der Welt realisieren. Dieser von der 'Traumfabrik' Hollywood perfekt gemachte (und vermarktete) Film überzeugte auch die Mehrzahl der Cineasten, die sonst 'Biopics' von noch nicht allzu lange verstorbenen Berühmtheiten nicht sehr gnädig beurteilen; selbst Menschen, die diesen bereits legendären Sänger noch gut gekannt hatten ( wie z. B. der Schauspieler Enrico Caruso jun., ein unehelicher Sohn Carusos aus der jahrelangen Beziehung des Tenors mit der Sängerin Ada Giachetti), sahen in Mario Lanza eine Art 'Wiedergeburt Carusos'.


    Dass die Schuhe, in die man ihn fortan steckte, viel zu groß waren, wusste wohl niemand besser als Mario Lanza selbst. Mit dem beispiellosen internationalen Erfolg dieses Films begann der Tenor aus Philadelphia, seine 'Unschuld' zu verlieren und sein 'Caruso-Trauma' – eine ungute Mischung aus unterschwelligen Selbstzweifeln, ihm entgegen gebrachter, fast fanatischer öffentlicher Bewunderung und ihm verwehrter Anerkennung durch die konservative Musikjournaille – nahm seinen Anfang, das er durch phasenweise übermäßigen Alkohol-Genuss, unkontrolliertes Essverhalten und manchmal provokantes Benehmen gegenüber Filmleuten und Pressevertretern zu bewältigen versuchte. Mario Lanza, dem nur seine kleine Familie und eine Handvoll Freunde Stabilität gaben, hätte in dieser Situation die Hilfe eines guten Psychotherapeuten gebraucht, doch in der 'Schlangengrube' Hollywood wäre auch das nicht unbemerkt und unkommentiert geblieben.


    Die von 'RCA' zu „The Great Caruso“ veröffentlichte Schallplatte enthält nur Opernarien – vermutlich war es ein Wunsch Mario Lanzas, mit dieser Platte als Operntenor präsentiert zu werden - und spart die im Film gesungenen italienischen Canzonen ebenso aus wie Lanzas zweiten 'Millionen-Hit' „The loveliest night of the year“ (ein Arrangement Irving Aaronsons von Juventino Rosas' berühmtem Walzer „Sobre las olas“, im deutschen Sprachraum bekannt als „Über die Wellen“); auch fehlt auf der Platte die Arie des Rodolfo aus Puccinis „La Bohème“, die im Film kurz zu hören ist. Bemerkenswert ist ferner, dass die Aufnahmen dieser Opernarien Wochen vor dem Beginn der Dreharbeiten (Juli bis Dezember 1950) entstanden, während die 'RCA'-Aufnahmen von „That Midnight Kiss“ und „The Toast of New Orleans“ erst nach der Fertigstellung der Filme eingespielt wurden. (Die restlichen von Lanza im Film „The Great Caruso“ gesungenen Titel wurden als 'Singles' - sowohl auf Schelllack wie auch auf Vinyl – veröffentlicht.)


    Leider hat die 'MGM', die Ende der 50er Jahre auch ins Plattengeschäft einstieg, wohl wegen der exclusiven Bindung Mario Lanzas an die 'RCA', nie die vollständig aufgenommenen (und im Film nur bruchstückhaft gezeigten) Opernteile veröffentlicht; mit Sängern wie Lucine Amara, Dorothy Kirsten, Marina Koshetz, Jarmila Novotna (von der man nicht nur das Duett 'È il sol dell' anima' aus „Rigoletto“, sondern sogar eine ganze Szene – in der sie sich als Primadonna Maria Selka bei Enrico Caruso für ihr Verhalten ihm gegenüber entschuldigt – aus dem fertigen Film wegen Überlänge herausschnitt), Blanche Thebom, Nicola Moscona und Giuseppe Valdengo unter der Leitung des renommierten Dirigenten Peter Herman Adler von der NBC.


    The Great Caruso“: 'Questa o quella' – 'La donna è mobile' – 'Parmi veder le lagrime' („Rigoletto“ / Giuseppe Verdi) - 'Recondita armonia' – 'E lucevan le stelle' („Tosca“ / Giacomo Puccini) – 'Una furtiva lagrima' („L' elisir d'amore“ / Gaetano Donizetti) – 'Cielo e mar' („La Gioconda“ / Amilcare Ponchielli) – 'Recitar!... Vesti la giubba' („I pagliacci“ / Ruggero Leoncavallo). RCA Victor Orchestra / Dirigent: Constantine Callinicos (Hollywood, RCA Studio, Mai 1950) 'RCA Victor' LM-1127 (1 LP, 30 cm). Diese Arien wurden auch in einer Box (WDM 1506) mit vier auf rotem Vinyl gepressten EPs veröffentlicht. In den 60er Jahren gab es auch eine Version in elektronischem 'Stereo' mit der Katalognummer LSC-1127(e).


    Von 1951 an kooperierte die amerikanische 'RCA' mit der englischen 'HMV' (z. B. erschienen Furtwängler-Aufnahmen in den USA bei 'RCA' und Toscanini-Platten wurden in Großbritannien unter dem 'HMV'-Label veröffentlicht.) Zu dem 'Caruso-Film' präsentierte die 'HMV' eine eigene Schallplatte, die der im Film enthaltenen Musik-Auswahl entsprach:


    The Great Caruso“: „Marechiare“ (Francesco Paolo Tosti) – „A vucchella“ (Francesco Paolo Tosti) – 'Cielo e mar' („La Gioconda“ / Amilcare Ponchielli) – 'La donna è mobile' („Rigoletto“ / Giuseppe Verdi) - „Core 'ngrato“ (Salvatore Cardillo) – 'Che gelida manina' („La Bohème“ / Giacomo Puccini) - „Mattinata“* (Ruggero Leoncavallo) – 'Recitar!.... Vesti la giubba' („I pagliacci“ / Ruggero Leoncavallo) - „Ave Maria“ (Johann Sebastian Bach – Charles Gounod) - „The loveliest night of the year“+ (Juventino Rosas – Irving Aaronson) – 'Questa o quella' („Rigoletto“ / Giuseppe Verdi) – 'E lucevan le stelle' („Tosca“ / Giacomo Puccini) / RCA Victor Orchestra / Dirigenten: Constantine Callinicos und Ray Sinatra („Mattinata“) (Hollywood, RCA Studio, Oktober 1949*, Mai 1950 und Februar 1951+) 'HMV' ALP 1071 (1 LP 30 cm). Diese LP ist außerhalb Großbritanniens nicht veröffentlicht worden.


    Bei der Popularität Mario Lanzas durfte auch eine Weihnachtsplatte nicht fehlen:


    Mario Lanza sings Christmas Carols“: „The Lord's prayer“ (Albert Hay Malotte) - „The first noel“ (Trad.) - „O come, all ye faithful“ (Trad.) - „Away in a manger“ (William James Kirkpatrick) - „We three kings of Orient are“ (John Henry Hopkins) – „O little town of Bethlehem“ (Lewis H. Redner) - „Silent night“ (Franz Gruber) - „Guardian angels“ (Harpo Marx) / Jeff Alexander Choir / RCA Victor Orchestra / Dirigent: Ray Sinatra (Hollywood, RCA Studio, September und Dezember 1951) 'RCA Victor' LM-155 (1 LP, 25 cm). Auch diese Aufnahmen wurden in zwei Boxen veröffentlicht mit je vier Platten: DM 1649 (SP, 30 cm) und WDM 1649 (EP, 17 cm). Es überrascht, hier den Namen des Schauspielers Harpo Marx („The Marx Brothers“) zu lesen, aber er war auch Komponist und ein ausgebildeter Harfenist, der in der Aufnahme von „Guardian angels“ Mario Lanza an 'seinem' Instrument begleitet.


    1956 wurden die oben genannten Aufnahmen der 'Weihnachtslieder' - ergänzt um neu eingespielte sieben weitere Titel - auf der Platte LM-2029 (30 cm) wieder veröffentlicht; diese LP, die dem in Italien entstandenen Stereo-Remake von 1959 vorzuziehen ist, wird demnächst hier detailliert vorgestellt.


    Viele Grüße!


    Carlo

    Lieber 'Otello50',


    der Autor Jürgen Schäfer nennt in seinem kurzen Beitrag die Eckdaten der Sängerlaufbahn von Hans Grahl, wie sie auch bei „Kutsch/Riemens“ nachzulesen sind, stellt aber den Geburtsort (Braunschweig) richtig.


    Zu dem 'Vorfall', der zu Grahls Entfernung aus dem Hamburger Ensemble führte, schreibt Schäfer diskret: „Für die Neuinszenierung der Oper 'Otello' in Hamburg war Hans Grahl für die Titelpartie vorgesehen. Man war bereits mitten in den Proben, als das Engagement von Hans Grahl abrupt beendet wurde. Die Umstände, die zur plötzlichen Beendigung des Engagements führten, wurden in der Öffentlichkeit nie ganz geklärt. Ersetzt wurde Hans Grahl in Hamburg durch Joachim Sattler“. Nach meiner Recherche war die „Otello“-Premiere am 16. 9. 1936 unter der Leitung von Eugen Jochum. (Dem Essay sind drei Fotos, zwei Programmzettel - „Rienzi“ am 25. 12. 1930 und „Carmen“ am 9. 11. 1933 – und zwei Zeitschriften-Kritiken beigegeben. Außerdem ist das Programm eines „Richard Wagner-Konzerts“ in der Hamburger Musikhalle vom 17. 9. 1947 – Dirigent: Hans Schmidt-Isserstedt – abgedruckt.)


    Zu eventuellen Tonaufnahmen schreibt Jürgen Schäfer ohne nähere Angaben lediglich: „Jüngeren Musikfreunden ist erst durch die Veröffentlichung der Edition 'Wiener Staatsoper' der Name Hans Grahl begegnet. Die Fragmente aus 'Parsifal' sind offensichtlich die einzig erhaltenen Tondokumente des Sängers. Allerdings ist das Timbre des Sängers kaum zu erkennen.“ Ich habe mir die den Tenor betreffenden Tonbeispiele angehört und ich muss Herrn Schäfer Recht geben. Es handelt sich um folgende Ausschnitte aus „Parsifal“: 'Wie lachen ihm die Rosen der Wangen... Ihr schönen Kinder' (3,49) 'Und willst du uns nicht schelten... Komm, komm, holder Knabe' (3.50) '...sie heut' dir als Muttersegens letzten Gruß... Amfortas! Die Wunde' (4,09) 'Hilfe! Hilfe! Herbei! (Finale Zweiter Akt – 3,25) 'Ich sah sie welken, die einst mir lachten' (Dritter Akt – 3,18) / Parsifal – Hans Grahl / Kundry – Anny Konetzni / Klingsor – Hermann Wiedemann / Gurnemanz – Herbert Alsen / Blumenmädchen – Luise Helletsgruber, Elisabeth Rutgers, Maria Schober, Esther Réthy, Dora Komar(ek) und Dora With / Dirigent: Hans Knappertsbusch (Wien, Staatsoper, 6. 4. 1939). 'Koch/Schwann' Edition „Wiener Staatsoper Live, Vol. 2“ - gekoppelt mit Ausschnitten aus „Die Meistersinger von Nürnberg“ unter Wilhelm Furtwängler, Nürnberg, 5. 9. 1938.


    Näheres zu Hans Grahl findet man im „Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit“
    www.lexm.uni-hamburg.de/object/lexm_lexmperson_0001604


    und unter
    www.isoldes-liebestod.net/Tristan/Grahl_Hans.htm,


    wo es auch eine Bilder-Galerie gibt.


    Viele Grüße!


    Carlo

    Als Ergänzung zu den im obigen Beitrag aufgeführten Live-Mitschnitten von Opernaufführungen mit Kerstin Meyer nenne ich heute einige weniger bekannte Aufnahmen mit dieser Sängerin:



    „Der Rosenkavalier“ (Strauss): Die Feldmarschallin – Régine Crespin / Baron Ochs – Ludwig Weber / Octavian – Kerstin Meyer / Herr von Faninal – Walter Cassel / Sophie – Teresa Stich-Randall / Marianne Leitmetzerin – B. Danar / Valzacchi – Salvador Novoa / Annina – Aurora Woodrow / Ein Sänger – R. Seville / Ein Polizeikommissär – Roberto Banuelas / Ein Notar – H. Patos / Der Haushofmeister der Marschallin und Der Haushofmeister bei Faninal – A. Hammuh / Coro y Orquesta del Palacio de Bellas Artes, Mexico City / Dirigent: Joseph Rosenstock (Mexico City, Palacio de Bellas Artes, 19. 9. 1962). Der Mitschnitt wurde kürzlich vom 'Opera Depot' veröffentlicht.



    „Un ballo in maschera“ (Verdi): Konung Gustaf III. (Riccardo) - Ragnar Ulfung / Greve Holberg (Renato) – Hugo Hasslo / Amelia – Aase Nordmo-Lövberg / 'Mamsell' Ulrica Arfvidsson (Ulrica) – Kerstin Meyer / Pagen Otto (Oscar) – Birgit Nordin / Matrosen Matts (Silvano) – Georg Svedenbrandt / Greve Horn (Samuel) – Bo Lundberg / Kapten Anckarström (Tom) – Arne Tyrén / Biskopen (Ein Bischof) (Il giudice) – Arne Wirén / Holbergs betjärt (Holbergs Diener) (Un servo di Amelia) – Kolbjörn Höiseth / Kungliga Operans Kör och Kungliga Hovkapellet (Chor und Orchester der Königlichen Oper Stockholm) / Dirigent: Sixten Ehrling (Stockholm, Kungliga Operan, 1959). Für diese Neuinszenierung der Stockholmer Oper am 21. 10. 1958 wurden einige der von Verdi auf Druck der römischen Zensur 1859 verwendeten Rollennamen durch die historisch verbürgten (tatsächlich am Attentat auf den schwedischen König 1792 beteiligten) Personen ersetzt; siehe hierzu auch die Aufnahme der „Sörgemusik över Gustaf III.“ von Joseph Martin Kraus, die in einem später folgenden Beitrag genannt wird. (Diese Fassung Göran Genteles und Erik Johan Lindegrens wurde – in schwedischer Sprache – auch im August/September 1959 beim Gastspiel der Königlichen Oper Stockholm bei den Festspielen im schottischen Edinburgh gezeigt; in der ersten von vier Vorstellungen sang Birgit Nilsson, alternierend mit Aase Nordmo-Lövberg, die 'Amelia'.)


    dto.: König Gustaf III. - Sven-Olof Eliasson / Graf Holberg – Ingvar Wixell / Amelia – Berit Lindholm / 'Mamsell' Ulrica Arfvidsson – Kerstin Meyer / Otto – Birgit Nordin / Matts – Rolf Jupither / Graf Horn – Bo Lundberg / Hauptmann Anckarström – Arne Tyrén / Ein Bischof – Helge Brilioth / Graf Holbergs Diener – Sven-Erik Wikström / Kungliga Operans Kör och Kungliga Hovkapellet / Dirigent: Sixten Ehrling (Montreal, Salle Wilfrid Pelletier, 2. 6. 1967) Es handelt sich um den Mitschnitt einer von zwei Aufführungen (in schwedischer Sprache) anlässlich des Gastspiels der Königlichen Oper Stockholm zur Weltausstellung 'EXPO' in Montreal. (Ferner führten die schwedischen Gäste dort Stravinskis „The Rake's Progress“ und Blomdahls 'Weltraumoper' „Aniara“ auf. Die Wilfrid-Pelletier-Halle in Montreal ist ein riesiger Mehrzweckbau, der noch zu seinen Lebzeiten nach dem canadischen Dirigenten benannt wurde; erst seit 1980 gibt es mit der „Opéra de Montréal“ dort ein eigenständiges Opernhaus, das bisher einzige in Canada.)



    „La forza del destino“ (Verdi): Il marchese di Calatrava – Herbert Fliether / Donna Leonora – Marina Krilovici / Don Carlo di Vargas – Norman Mittelmann / Don Alvaro – Flaviano Labò / Preziosilla – Kerstin Meyer / Padre Guardiano – Ernst Wiemann / Frau Melitone – Heinz Blankenburg / Curra – Maria von Ilosvay / Mastro Trabuco – Kurt Marschner / Un alcade – Franz Grundheber / Un chirurgo – William Workman / Der Chor der Hamburgischen Staatsoper / Chorltg.: Günther Schmidt-Bohländer / Das Philharmonische Staatsorchester Hamburg / Dirigent: Bohumil Gregor (Hamburg, Staatsoper, 15. 4. 1970) Eine Aufführung in italienischer Sprache. (Die Inszenierung Helmuth Matiaseks stammte vom September 1965 und wurde damals in einer Doppel-Premiere gezeigt: Leonora - Enriqueta Tarrés, Edith Lang / Preziosilla - Tatiana Troyanos, Kerstin Meyer / Alvaro - Ernst Kozub, Arturo Sergi / Carlo - Tom Krause, Thomas Tipton / Pater Guardian - Ernst Wiemann, Arnold van Mill / Fra Melitone - Heinz Blankenburg, Peter Roth-Ehrang; den Marchese von Calatrava sang in beiden Premieren Herbert Fliether und beide Male dirigierte Nello Santi die deutsch gesungenen Aufführungen.)



    „Tristan und Isolde“ (Wagner): Isolde – Amy Shuard / Tristan – Jean Cox / Brangäne – Kerstin Meyer / Kurwenal – Jeff Vermeersch / König Marke – Kurt Moll / Melot – Stan Unruh / Ein junger Seemann – Pierre-André Blaser* / Ein Hirt – Jaume Baro / Ein Steuermann – Michel Bouvier / Le Choeur du Grand Théâtre de Genève / Chorltg.: Paul-André Gaillard / L' Orchestre de la Suisse Romande / Dirigent: Georges Sebastian (Genf, Grand Théâtre, 31. 1. 1972) *Es ist nicht ganz geklärt, ob Pierre-André Blaser den 'Jungen Seemann' singt (wie in der Premiere dieser Neuinszenierung am 18. 1. 1972) oder Jaume Baro, der in den folgenden Vorstellungen mit ihm in dieser Rolle alternierte.



    Nachtrag zum Beitrag Nr. 23: Es gibt natürlich auch einen Mitschnitt der „Meistersinger von Nürnberg“-Premiere von den Salzburger Osterfestspielen 1974 (7. 4.), in dem Kerstin Meyer ebenfalls die Partie der 'Magdalene' singt. Im Gegensatz zu der Aufnahme des folgenden Jahres (23. 3. 1975) sangen 1974 Louis Hendrikx (statt Peter Lagger) den 'Veit Pogner', Martin Schomberg (statt Willy Caron) den 'Balthasar Zorn' und Wolf Appel den 'Ulrich Eisslinger' statt Manfred Jung; die restliche Besetzung war in beiden Jahren unverändert.



    Demnächst werde ich noch einige Konzert- und Liedaufnahmen mit der schwedischen Altistin auflisten.



    Carlo