Beiträge von greghauser2002

    Wie oft habe ich das Lied "Funiculi Funicula" schon von verschiedenen Interpreten gehört!? Aber dass es sich dabei um eine Seilbahn handelt, wusste ich nicht^^.

    Man sollte die Texte von Carlo immer ganz genau lesen, dann lernt man viel dazu!

    Lieber Melomane und lieber Carlo!


    Vielen Dank für eure aufschlussreichen Berichte.

    Alles in allem wurde nun wirklich wieder einiges in diesem Forum zu Tage gefördert und der neue Thread schon gut gefüllt.

    Einige der russischen Arien singt ja auch Piotr Beczala auf seiner Slavic-Opera-Arias-CD, die ich immer gern hörte. Allerdings gefällt mir nun die Larin-CD bzw. er als Interpret noch besser.

    Ich weiß noch, wie sehr mich Larin im Februar 1993 an der Staatsoper Berlin als Cavaradossi mit seinem Einheitsforte, substanzarmer Tiefe, gepressten Höhen und einem Material, das für meine Ohren einfach nicht schön klang, enttäuschte.

    Deine Eindrücke nehme ich dir voll und ganz ab. Hier im Aufnahmestudio ist er aber zu differenziertem Singen fähig und verfügt außerdem über ein angenehmes Timbre. Diese Arie beweist das:



    Immer noch würde mich sehr interessieren, woran Larin gestorben ist und warum in Salzburg 1998 er und Neil Shicoff den Don Carlos gesungen haben. Vielleicht weiß noch jemand mehr!?

    Ich bedauere wirklich, dass er die geplante zweite CD mit Russischen Arien nicht mehr hat einspielen können.

    Habe mir die CD soeben als MP3-Download gekauft. Sie ist von 1998. Da frage ich mich, warum es nicht zu Teil 2 kam. Immerhin hat Larin noch zehn Jahre gelebt.


    Weiß jemand mehr über den Tenor?

    Bei seinem ersten Don Carlos in Salzburg sang er alternierend mit Neil Shicoff. Ist er für den eingesprungen oder war es umgekehrt? Im Jahr darauf war er dann der einzige Carlos (1998 bzw. 1999).

    Woran ist er gestorben? War die lange, schwere Krankheit Krebs?


    Ich danke euch jedenfalls - diese Aufnahme geht auf das Konto von "Tamino". Auch ich finde diesen Tenor ganz bemerkenswert! Und auch ich liebe slawische Arien.

    Sie war ja zuletzt die älteste noch lebende Oscar-Gewinnerin.

    Und es ist wirklich interessant in dem Video die vielen Oscar-Gewinner aus unterschiedlichen Generationen nebeneinander zu sehen. Und man muss feststellen, dass inzwischen tatsächlich so einige die hier zu sehen sind, nicht mehr unter uns sind:

    Nun müsste bald Sidney Poitier der älteste Gewinner sein. Zumindest im Hauptdarsteller-Bereich.


    Nicht mal zum Ableben von Olivia de Havilland scheinen die TV-Sender im Stande zu sein, einen Film von ihr in Memoriam zu bringen. Traurig.

    Wenn es ihre Filme und die ihrer berühmten Kollegen aus dieser Zeit doch wenigstens alle auf DVD gäbe. Aber auch da ist das Sortiment generell eher klein.

    Auf ARTE bringt man am Montag (03.08.) "Die Erbin". Ich gebe dir grundsätzlich recht, dass die TV-Stationen kaum noch klassische Filme bringen und beklage das auch. Aber ARTE und vielleicht noch ein, zwei andere Sender bemühen sich immer wieder, diverse Schätze zu heben.

    Auf DVD findest du mittlerweile wirklich sehr viel. Wenn ich bedenke, dass ich beispielsweise mittlerweile fast alle der Audie-Murphy-Western, die ja doch eher der B-Kategorie zuzuteilen sind, auf DVD in deutscher Sprache bekomme, dann ist das schon toll.

    Übrigens auch von mir noch ein Dankeschön für den fundierten Bericht über O. de Havilland.

    Vielen Dank für diesen Hinweis! Ich kannte diese Version bislang noch nicht. Richard Tucker, den ich sehr schätze, singt hier in der Tat wirklich großartig.

    Auch ich finde Tucker sehr gut. Ein Zufall wollte, dass ich soeben wieder einmal auf die sehr einfühlsam singende Connie Francis gestoßen bin. Das ist nun beinahe meine Lieblingsversion (neben der instrumentalen aus dem Film "Exodus"). Wie gut wäre sie erst ohne den nervigen Mittelteil.


    Dass dieses Duett auch auf der CD in einem früheren Beitrag enthalten ist, war mir bewusst, lieber Caruso41. Ich habe diese CD selbst.

    Auf der von mir eingestellten CD aus dem Jahr 2017 sind die Duette mit Warfield aber mit ganz anderen Arien McCrackens kombiniert, die er 1969 aufgenommen hat. Insofern ist die CD eine echte Alternative. Und da Otello50 erst seit Kurzem im Forum tätig ist und gerade heute von einem Samson-Auftritt McCrackens geschwärmt hat, schien es mir angebracht, auf das Duett hinzuweisen, zumal auf einer anderen CD.

    Ein ungewöhnlicher Eintrag, aber ich weiß nicht, wo ich die Frage sonst stellen soll.


    Der Berliner Schauspieler Gert Günther Hoffmann ist schon im Jahr 1997 gestorben. Ich recherchiere derzeit alles, was mit ihm zu tun hat. Da einige Taminos einen Berlin-Bezug haben, könnte es sein, dass ihn einmal jemand auf der Bühne erlebt hat. Angeblich hat er auch in Hamburg Theater gespielt. Ich stelle hier einmal die Stücke ein, von denen ich weiß, dass er mitgespielt hat. Vielleicht kann jemand etwas ergänzen bzw. mir dazu schreiben. Man möge nur an meinen Forumsnamen @yahoo.de dranhängen. Ich wäre sehr dankbar.


    Meistens waren sehr prominente Partner dabei (Der kürzlich verstorbene Claus Biederstaedt, D. Schönherr, I. Meysel, R. Platte, Edith Schneider)


    Die Rassel, 1962 von Charles Dyer unter Helmut Käutner (Renaissance Theater)

    Das Fenster zum Flur, 1960 von Curth Flatow unter Erik Ode (Hebbel-Theater)

    Die Falle, 1959 von Robert Thomas unter Erik Ode (Theater am Kurfürstendamm)

    Keine Leiche ohne Lily, 1967 von Jack Popplewell unter Erik Ode (Berliner Theater Schöneberg)

    Das Geld liegt auf der Bank, 1969 von Curth Flatow unter Ottokar Runze (Hebbel-Theater)

    Maurizio aus Adriana Lecouvreur


    Nach meiner Meinung gibt es für diese Rolle nur einen besten: José Carreras. Zumal diese eine der ersten Hauptpartien war, die er sehr regelmäßig (meist an der Seite seiner Mentorin Caballé) auf der Bühne verkörperte. Es gibt etliche Mitschnitte aus der ersten Hälfte der 70er-Jahre, in denen er in den schwelgerischen Melodien sein tenorales Gold verströmt. Für mich vielleicht die schönste Partie des jungen Carreras und somit auch des Künstlers insgesamt. In späteren Jahren kann ich ihn leider als Opernsänger nicht mehr ernst nehmen.


    Nicola Filacuridi - dank YouTube sah ich einst eine Verfilmung der Oper mit ihm und der schönen Marcella Pobbe. Die beiden gefielen mir ausgezeichnet und ich erstand die CD. Genau diese wollte ich haben und sie ist auch nach wie vor eine Referenzaufnahme für mich.


    Kürzlich sah ich Beczala von der Met, ich kenne auch Corelli. Sie drängen sich in dieser Rolle aber nicht auf.

    Wally


    Ja, auch für mich ist Renata Tebaldi das Maß aller Dinge!


    Zweite Nennung: Susanna von der Burg. Im Jahr 2012 erlebt im Innsbrucker Landestheater. Sie gilt als Ensemble-Perle. Und das ist sie wahrhaftig. Im Laufe der Jahre sang sie viele Hauptpartien im italienischen Fach, so auch diese. Ich war begeistert von ihrer kristallklaren Stimme und ihrem souveränen Vortrag. Sie machte tatsächlich vergessen, dass man nicht vor der HiFi-Anlage sitzt und einen Weltstar aus der Konserve hört, sondern live im Tiroler Landestheater mitfiebert.

    Das ist wahr, lieber Caruso41.

    Ich war schon von Jugend an Lanza-Fan und schätze diese Texte daher ganz besonders.

    Wir haben es hier vermutlich mit der besten Auseinandersetzung mit Mario Lanza und seinem Werk zu tun, die je im deutschsprachigen Raum erfolgt ist. Vor allem, wenn man sie mit dem Thread "Mario Lanza und seine Filme" kombiniert. Psychologisch und musikalisch fundiert und auch noch flüssig geschrieben. Carlo sei Dank.

    Alfredo aus "La traviata":


    Die Nummer 1 ist für mich Giuseppe di Stefano. Seine Stimme ist ideal für die Rolle des jungen Liebhabers, der einiges durchmachen muss. Es gibt genügend Beispiele dafür auf CD.


    Rolando Villazon hat 2005 in dieser Rolle in Salzburg mit dafür gesorgt, dass Oper wieder populärer geworden ist. Er war wirklich ein sehenswerter Alfredo.


    Meine dritte Wahl ist etwas ungewöhnlich. Adolf Dallapozza hat diese Rolle nur ganz am Anfang seiner Karriere gesungen, in kleinen Theatern bei Sommer-Gastspielen Mitte der 60er-Jahre. Es existiert ein Mitschnitt. Die größten Szenen des Alfred finden sich als Bonustracks auf folgender neuen CD:


    Puccini - La Bohème (2 CDs)


    Danach gab es - laut Dallapozzas eigenen Angaben - nur noch einen einzigen Alfredo, nämlich in der Bayerischen Staatsoper. Wer die oben genannte Aufnahme hört, wird diesen kuriosen Umstand sehr bedauern.

    Bei einigen Verdi-Opern gibt es Tenor-Rollen, die nicht so viel Beachtung gefunden haben. Dennoch werden auch diese oft von den besten Sängern verkörpert, wohl deshalb, weil es sich eben immerhin um große Verdi-Opern handelt. Ich denke da an Macduff, Ismael oder eben Gabriele Adorno aus "Simone Boccanegra".


    In dieser Rolle möchte ich drei Sänger nennen, die ich für ungefähr gleichwertig halte.


    Mein sentimentaler Favorit ist Giuseppe Campora in der wundervollen Gesamtaufnahme mit Tito Gobbi, Boris Christoff und Victoria de los Angeles.


    Eine fast ebenbürtige Besetzung stand zirka 20 Jahre später im Studio. Neben Ghiaurov, Freni und Cappuccilli verkörperte José Carreras die Rolle des Gabriele sehr gut. Ich wage aber zu behaupten, dass seine Stimme bereits 1977 nicht mehr diesen vollen, rundum (auch in der hohen Lage) goldenen, süßen Klang hatte - auch wenn das Carreras-Fans vermutlich anders sehen.


    Oper im Kino, live aus der Met ist beinahe wie ein Live-Erlebnis. Vor mehreren Jahren hatte ich ein solches mit dieser Oper. Die Titelpartie verkörperte der zum Bariton mutierte Placido Domingo und als Adorno brillierte Marcello Giordani, der tragischerweise inzwischen bekanntlich verstorben ist. Ich habe diesen Sänger nie besser gehört, als an jenem Abend.

    Ein paar Einzelnennungen, weil ich die genannten Sänger wirklich für Idealbesetzungen halte:


    Von zwei verschiedenen Taminos wurde schon eine bestimmte Aufführungsreihe von "Rusalka" aus der Wiener Volksoper genannt. Ich möchte beide Hauptpartien und vor allem deren Gestalter hier ebenfalls zur Reihung anmerken. Wer dabei war, weiß warum:


    Rusalka - Kristina Kaiser

    Prinz - Vincent Schirrmacher


    I puritani:


    Arturo - Alfredo Kraus


    Lange habe ich auf CD nach der Idealaufnahme gesucht, nachdem ich Alfredo Kraus in dieser Partie im Radio gehört hatte. Diese fand ich dann aber nicht in seinen zwei Studioaufnahmen mit Caballé bzw. Sutherland, sondern in dem sehr frühen Live-Auftritt mit Mirella Freni von 1962 (Modena). Die 27-jährige in ihrer Heimatstadt und der junge Kraus besser denn je - was kann da noch schief gehen?


    Il tabarro:


    Auch ich bin der Meinung, dass den Luigi trotz der italienischen Konkurrenz niemand besser verkörpert als Peter Anders. Das ist Verismo pur - und außerdem mit sehr schöner und auch dramatisch eingesetzten Stimme.


    Adriana Lecouvreur:


    Da fehlt mir in der Titelpartie eindeutig Magda Olivero. Wer sonst könnte die beste Adriana sein?


    Edgar:


    Der junge Veriano Luchetti - für den ich hiermit eine Lanze brechen möchte - in der Titelpartie der frühen Puccini-Oper. Für mich eine Idealbesetzung! Diese Rolle sei hiermit ins Spiel gebracht.

    Dalila aus "Samson und Dalila":


    1. Olga Borodina

    (in der Aufnahme mit José Cura)

    Ich habe wohl kaum ein anderes Stück aus der Konserve so oft gehört, wie "Mon coeur s'ouvre a ta voix" auf dieser Aufnahme. Borodina ist für mich die Idealverkörperung für diese Rolle. Sie hat die Verführung in der Stimme und singt wirklich betörend.


    2. Julia Gertseva

    Als ich dann die Oper erst- und einmalig live sah (Karlsruhe, 2010) war mir bewusst, dass man keine Live-Performance mit dieser perfekten Aufnahme vergleichen dürfe. Aber siehe da: Julia Gertseva schaffte es doch tatsächlich, mich genauso zu begeistern - sie sah noch dazu phänomenal aus. Magie verbreitete sich im Zuschauerraum.


    3. Christa Ludwig (mit viel Abstand)

    Singt sehr schön, aber hat nicht diese Erotik in Stimme und Interpretation.

    Hast du mit jemand von dort Kontakt, otello50?

    Man kann ja fragen, was mit diesen "verborgenen Schätzen" geschehen soll.

    Das "Hamburger Archiv für Gesangeskunst" würde solche Dinge wohl auch sehr gern veröffentlichen.


    Gianfranco Cecchele und Co. hätten es verdient wiederentdeckt zu werden. Deine Erläuterungen klingen für mich jedenfalls recht interessant.


    Ähnliche Schätze liegen ja auch beim ORF. Da gab es zum Beispiel die Sendung "Was gibt es Neues", in der jeweils ein Sänger einige Arien live zum besten gab. Das Hamburger Archiv hat davon, z.B. im Fall von Adolf Dallapozza, schon etliche veröffentlicht.

    Auf der Opernbühne steht für mich der Gesamteindruck einer Sängerleistung im Vordergrund. Ein beliebtes Schlagwort für das, was ich meine, ist "rollendeckend". Da höre ich im Lauf eines Abends gerne auch über einen Stimmklang hinweg, der mir weniger behagt, Musikalität und darstellerische Intensität rücken in den Fokus.

    Nachvollziehbar, lieber "udohasso".

    Aber andererseits ist es mir ab und zu (leider nicht sehr oft) passiert, dass ich auf der Bühne einen Sänger oder eine Sängerin gehört habe und praktisch vom ersten Ton an fasziniert war. Da wusste ich noch nicht, ob dieser Interpret/diese Interpretin rollendeckend oder ob die Technik ausgereift ist. Ein spontanes Ansprechen des Timbres ist auch auf der Bühne möglich. Und wenn das passiert, ist das wunderbar. Tenöre, deren Farben mich faszinierten: Franz Supper, Vincent Schirrmacher, Timothy Richards.

    Lieber nemorino,


    es scheint, als ob wir von verschiedenen Zielen ausgehen.

    Es geht doch nicht um die Callas und ihr Verhältnis zu ihren Partnern.

    Mein Ziel in einem Thread über Francesco Albanese ist es, den Tenor ein wenig herauszustellen. Der gute Name der Callas scheint dafür geeignet. Niemand wird bestreiten, dass der Lieblingspartner der Callas der auch von mir geschätzte Pippo bleibt. Dass Albanese ein Lieblingspartner der Callas war - dafür gibt es mehrere Indizien, beweisen kann ich allerdings nichts. Übrigens kann man mehrere Partner haben, mit denen man gerne zusammensingt und die dadurch zu einem Lieblingspartner werden. Dass die Callas an Albanese "über die Maße interessiert" gewesen sei, habe ich nicht behauptet. Man kann wohl auch innerhalb der Maße ein Lieblingspartner sein.


    Nun zu den Indizien: Ausgegangen bin ich von den Theaterzetteln im La Fenice und da ist Albanese wirklich signifikant oft ihr Partner gewesen. Das mag wohl auch an einer Bindung Albaneses an dieses Theater liegen. Wie auch immer - es ist mir stark aufgefallen.

    Außerdem hat er mit Callas auch in Mailand und Florenz gesungen.

    Nächstes Indiz: Albanese hat meines Wissens genau in einer Studioproduktion mitgewirkt. Und die ist ausgerechnet wieder mit der Callas (Traviata). Man hat ihn sonst nie ins Studio geholt. (Die hier eingestellten CD`s sind alle live).


    Noch eine Frage zu Maria Callas, lieber nemorino: Vor ca. zwei Jahren fand ich im Internet eine Liste, in der wohl alle ihre Bühnen-Auftritte angeführt waren. Nun hätte ich sie wieder gesucht. Kennst du sie, gibt es die noch?


    Lieber Caruso,


    wie gerade demonstriert gilt die Aufmerksamkeit dieses Threads ja nicht nur Albanese, sondern (leider) auch Maria Callas, Gianni Poggi oder Mario Filippeschi. Trotzdem finde ich es schön, dass man sich in diesem Forum über Leute wie Albanese austauschen kann. Mich persönlich interessiert das mehr als das 500. Statement zu den wesentlich berühmteren Kollegen. Auch viele deiner neuen Stimmen sind ja Nischenthemen. Es wertet das Forum sehr auf, dass all dies Platz hat. Albanese ist für manche Hörer eben ein wirklich guter Tenor, der in deren Augen (oder Ohren) diese Aufmerksamkeit verdient. Auch in meinen.

    James McCracken besaß in der Tat ein einmaliges Timbre. Er hat etwas in der Stimme, man kann es schwer beschreiben, das mich sehr anspricht. Mir fällt dazu höchstens "voluminöser Schmelz" ein.


    Dein letzter Satz ist wohl wahr, daher bitte ich hier ja auch die Stimmenfreunde ihre Lieblings-Timbres zu nennen und zu beschreiben. Und das hast du eindrucksvoll getan. Danke.

    Eine wirklich hochinteressante Zusammenstellung, lieber Otello50. Da "Der Freischütz" erschienen ist, kann ja auch noch anderes kommen ... Ich würde mich freuen.


    Orfeo: Schön, dass du dich meldest. Danke für die tollen Fotos!

    Lieber "Otello50",


    das Interesse besteht meinerseits in hohem Maße. Vermutlich auch bei manch andern Mitlesern.

    Ich danke dir sehr für deine Ausführungen und bitte dich gleichzeitig damit fortzufahren.

    Denn das sind genau solche Informationen, die ich wohl nirgends finden würde, außer bei Experten hier im Forum!


    Liebe Grüße,

    Greghauser

    Lieber "Stimmenliebhaber",


    angesichts deines Namens musste dich die Frage ja reizen ;).

    Deine Antwort fällt entsprechend interessant aus.


    Besonders die Rolle des Vibrato hast du nachvollziehbar hervorgehoben.


    Es bleibt wohl ein persönliches, rätselhaftes Empfinden, wie sehr einen eine Stimme anspricht. Das ist bei optischen Reizen ja nicht anders.

    Dennoch gibt es ein paar Kriterien, die offenbar recht vielen Menschen gefallen.

    Kaum jemand wird sagen, dass ihm das Timbre des jungen Carreras nicht gefällt. Spielt man jemanden Nicolae Herlea vor, wird er wohl mit Sicherheit sagen, die Stimme sei schön!

    Und umgekehrt wird kaum ein Opernfreund behaupten, dass die Callas rein vom Timbre zu den besten Sopranistinnen gehört. Gerade deswegen werden ja immer ihre anderen Vorzüge so sehr betont.

    Es scheint also doch Facetten im Wohlklang zu geben, der beinahe objektiv als schön zu bewerten sind.


    Mir fällt da noch eine Frage zu Opernstimmen ein, aber die stelle ich erst in ein paar Tagen. Vielleicht gibt es zuvor ja noch Antworten auf diese hier.

    Liebe Taminos,


    hier wird oft und auf hohem Niveau über Gesang diskutiert. Zweifellos gibt es Möglichkeiten, einer Stimme Vokabel zuzuordnen. Manchmal erinnert mich das an eine Weinverkostung, wenn eine Stimme "honigsüß" klingt oder ihr ein "bronzenes", "silbriges" oder gar "goldenes" Timbre attestiert wird.

    In den Tiefen des Forums wurde das Thema auch schon mehrmals angesprochen, etwa hier: Die Beurteilung von Stimmen und Gesang
    Darum möchte ich die Frage anders angehen, gerne aber auch zu grundlegender Debatte einladen: Welches Timbre von welchen Sängern spricht euch ganz besonders an? Es geht mir nicht um Vortragsstil, Spitzentöne, Leidenschaft, Gesangstechnik. Nur der Klang der Stimme soll zählen. Der Farbenreichtum im Timbre sozusagen. Kann man das erklären? Wer es versuchen möchte, gern.

    Wenn ich die Augen schließe, wünsche ich mir hier und jetzt den Klang der Stimme von ... zu hören. Das kann sich natürlich ändern und es muss auch nicht auf einen Kandidaten beschränkt bleiben.

    Bei mir wäre es in letzter Zeit und immer wieder: Giuseppe Campora!


    Ich liebe die Spitzentöne eines Bonisollis, den langen Atem eines Del Monacos, die Wucht eines Giacominis, die feine Technik eines Geddas, das Gesamtpaket Björling, die Leidenschaft und den Ausdruck eines di Stefanos ... aber in der Mittellage geht doch nichts über das unverkennbare Timbre Camporas?

    Ich danke allen Taminos für die Rückmeldungen. Beinahe überwältigend, welches Feedback das Stichwort "Francesco Albanese" gleich ausgelöst hat. Jetzt ist wohl alles dokumentiert, was er je aufgenommen hat. Oder fehlt noch etwas?


    Otello50: Vielleicht könntest du eventuell fehlende Aufnahmen, die in dem angesprochenen italienischen Begleitheft aufscheinen, hier noch auflisten?


    Caruso41: Ein Mangel besteht dann nicht, wenn man seine Stimme eher wenig schätzt. Es ist aber doch festzuhalten, dass sich im Vergleich mit anderen Tenören drei Canzonen-Platten, zwei Duette (vermutlich auf einer Schellack) und ein halbes Dutzend Opernaufnahmen (teilweise in Nebenrollen) nicht besonders üppig ausnehmen.

    Vielen Dank übrigens für deinen freundlichen Hinweis auf meinen Landsmann.

    Bei der Durchsicht des Namens "Francesco Albanese" im Tamino-Forum stieß ich auf einige extrem konträre Aussagen von Mitgliedern. Manche lobten ihn sehr, bezeichneten ihn gar als einen ihrer Lieblingssänger. Andere wieder finden ihn grässlich und niveaulos.

    Dabei ist dem Tenor ein recht unaufdringlicher, gepflegter Gesangsstil eigen, der ihn gar nicht für so polarisierende Aussagen prädestinieren würde.


    Mir geht seine Stimme wunderbar ins Ohr. Ich hätte gern mehr Aufnahmen mit ihm. Kennengelernt habe ich ihn in einer kuriosen Aufnahme: "Der Freischütz" auf Italienisch, noch dazu mit der sonst hauptsächlich deutsch singenden Sena Jurinac. Als Max ist er grandios!

    Albanese hat viel, was ein guter Tenor braucht: glanzvolle Höhe, schönes Timbre in der Mittellage, Ausdruck. Das sah wohl auch Maria Callas so. Einige seiner raren Aufnahmen enthalten sie als seine Partnerin.


    Als ich vor einiger Zeit in Venedig "La Fenice" besuchte, gab es dort eine kleine Callas-Ausstellung, die das gute Dutzend an Auftritten, die sie an diesem Haus absolviert hatte, beleuchtete. Durch die Besetzungszettel war zu erkennen, dass bei den allermeisten wiederum Francesco Albanese ihr Partner war - ich glaube, er war z.B. Pollione.


    Verheiratet war Albanese wohl mit der Sopranistin Onelia Fineschi und da scheint es eine "Bohème" zu geben, die ich aber nirgends finde. Hat jemand diese oder andere Aufnahmen? Was ist eure Meinung zu dem Tenor?

    Claus Biederstaedt hat ebenfalls in Berlin Theater gespielt. Vor mir liegt ein Programm von "Die Rassel" von Charles Dyer, 1963 aus dem Renaissance-Theater. Biederstaedt spielte in dem Drei-Personen-Stück die männliche Hauptrolle und bekam auch hervorragende Kritiken.

    Hat ein Tamino vielleicht einmal Gert Günther Hoffmann, der in diesem Stück ebenfalls mitwirkt, auf einer Berliner Bühne erlebt?