Beiträge von greghauser2002

    Won Whi Choi - das ist einmal eine Entdeckung unter den Tenorstimmen.

    Laut Metropolitan Opera Archiv hatte er allerdings sein Debüt am dortigen Haus erst diesen Februar. Er hat bisher zweimal den Alfredo gesungen. Die Ankündigung aus Erfurt für die Spielzeit 2017/18 dürfte sich zunächst nicht bewahrheitet haben.


    Ich bereue, dass ich mir "Das Land des Lächelns" kürzlich im TV nicht angesehen habe. Manchmal versäumt man halt doch Überraschendes.


    Man stelle sich vor, man sitzt in NY in diesem eigenartigen Opernstudio, um seine fünfundzwanzigste Bohéme in bizarrer Atmosphäre zu sehen - und dann hört man so eine Stimme. Danke, Chrissy, für das Einstellen der Videos.

    Vielleicht kennen manche von euch die Sendung kultour mit Ioan Holender. Man kann über den früheren Operndirektor Wiens ja denken, was man will. Aber eines kann man ihm nicht absprechen: Echte Liebe zur Oper. So reist er in dem offenbar erfolgreichen Format auch in kleinere Städte, um deren Kulturleben vorzustellen. Die letzte Sendung wurde in St. Gallen aufgenommen. In technisch einwandfreier Qualität wurden Passagen aus Gounods "Faust" gezeigt. Holender war ja eher von der Sopranistin Tatjana Schneider angetan, mir imponierte aber vor allem der Tenor Arthur Espiritu. Seine Timbre ist sehr warm und die Höhe von einer Mühelosigkeit, die staunen macht. Hier müsste man die Sendung noch sehen können:

    https://www.servustv.com/videos/aa-1q4b39znn1w11/


    Espiritu ist Amerikaner mit philippinischer Herkunft. Sein Geburtsjahr ist 1982. Hier im Forum wurde er einige Male in Besetzungslisten genannt und auch schon positiv erwähnt. Er sang wohl den Herzog im Römersteinbruch von St. Margarethen. Im Gärtnerplatztheater ist er in dieser Saison als Gast als Rodolfo zu sehen und hören. Hier ein repräsentativer Auftritt mit "Che gelida manina" aus Sydney. Wie gefällt euch dieser spinto? Hat ihn noch jemand gesehen, er ist viel in deutschsprachigen Landen unterwegs.

    Neugierig durch den Beitrag 326 von greghauser2002 geworden, was es von Akseli Gallen-Kallela (1865-1931) sonst noch in den Weiten des World Wide Web zu finden gibt, habe ich diese Sicht auf eine zugefrorene und zugeschneite Wasserfläche des Ruovesi-Sees gefunden. Für 350'000 £ bei Sotheby's versteigert.

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    Freut mich, dass du nun auch auf den Maler aufmerksam geworden bist. Winterbilder hatte er wirklich drauf. So ein Gemälde hätte ich gern, ist mir aber doch etwas zu teuer.

    Da sind ja Preise wie bei den Salzburger Festspielen! ;)


    Mal sehen, ob der Februar oder März auch bei uns zumindest noch etwas Schnee bringen.

    Grüße aus dem schneelosen Salzburg (!)

    Lieber Namenskollege Gregor,


    danke für den schönen Nachruf auf Mirella Freni, auch für das Zitieren ihrer Gesangskollegen.


    Dieser Thread hier ist aber Mirella Freni als ganze Persönlichkeit gewidmet (siehe Thread-Titel), nicht ihrem Ableben.

    Daher verweise ich auf etliche Eintragungen im Thread RIP - Verstorbene aus dem Kulturleben, in dem ihrer sehr wohl angemessen gedacht wird. So schlimm sind die deutschsprachigen Foren also doch nicht.

    Seine Stimme ist wahrlich schön sowie seine Höhe, aber er stellt sie sehr in den Vordergrund, quasi als wolle er uns damit überrumpeln!

    Ein interessanter Satz, lieber Fiesco.

    Das kann man doch auch von Mario Lanza sagen, oder?


    Mir ist nämlich noch aufgefallen, dass beim Grieg-Lied "Ich liebe dich", das beide in English singen, signifikante Parallelen auffallen. Vielleicht hat sich der jüngere amerikanische Tenor Lanza den älteren amerikanischen Tenor Kullman generell zum Vorbild genommen? Vermutlich ist er ja mit dessen Platten aufgewachsen.

    Zürich 2001. Ich war damals noch ein junger Mann, der erst seit wenigen Jahren in die Welt der Oper geschnuppert hatte. Am Spielplan stand die wunderbare Oper "Fedora" mit dem von mir damals favorisierten Tenor José Cura. Die Titelpartie sang Mirella Freni - muss wohl einer ihrer letzten großen Auftritte gewesen sein.

    Beim Schlussapplaus, der lange und herzlich war, ging mir durch den Kopf: "Nun endlich weiß ich, warum Oper so begeistern kann. Heute war ich erstmals bei einem denkwürdigen Abend."

    So irrsinnig viele davon habe ich seitdem nicht mehr erlebt.

    Mirella Freni war mir immer sehr lieb - nicht nur wegen des Live-Erlebnisses. Eine besonders schöne Aufnahme ist ihre sehr frühe Suzel in "L'amico Fritz", die in ihrem Debütjahr 1963 live in der Scala mitgeschnitten wurde. Partner war Gianni Raimondi. Alles ist vergänglich ...

    Mir ist klar, dass Stimmschönheit immer subjektiv empfunden wird, aber für mich kann ich folgendes behaupten: Nach erneutem Anhören meiner Kullman-CD vom Hamburger Archiv für Gesangeskunst (was für ein Segen, dass dieses gegründet wurde) ist er für mich der kompletteste Tenor, den ich je gehört habe. Er singt derart schön und rein (auch bei Live-Aufnahmen), da wird einem ganz anders. Bitte hört euch die Wagner-Stellen aus "Lohengrin" und den "Meistersingern" an. Hat man das je so gehört?

    Sehr interessant, dass er - als an sich lyrischer Tenor -, der sich dennoch stets auch kraftvoll präsentieren konnte, schon recht früh an Erik und Stolzing herangeführt wurde. Später kamen Tannhäuser, Parsifal und Herodes (Strauss) hinzu. Gleichzeitig sang er aber etwa Rinuccio aus "Gianni Schicchi". Wie ich schon sagte: das nenne ich einen kompletten Tenor!

    Wie oben erwähnt, wurde die CD-Ausgabe des Arien-Recitals mit Flaviano Labò durch Aufnahmen mit Bruno Prevedi und Gianni Raimondi ergänzt. Von Prevedi gibt es einen m. E. sehr guten „Trovatore“ live aus London 1964 unter Carlo Maria Giulini (eine Luchino-Visconti-Produktion mit der jungen Gwyneth Jones als Ersatz für Leontyne Price, Giulietta Simionato und Peter Glosssop) und Raimondi ist ein sehr guter 'Alfredo' in der „La Traviata“-Aufnahme der 'DGG' von 1962 (Renata Scotto und Ettore Bastianini unter Antonino Votto). Wie beurteilt ihr diese Stimmen?

    Da ich diese CD auch besitze, möchte ich die Gelegenheit ergreifen, diese drei Tenöre zu vergleichen. Alle drei sind ja durchaus auch Verdi-Tenöre.


    Flaviano Labò hat ein sehr charakteristisches Timbre, das sich allerdings manchmal der Grenze zum Schmerzhaften nähert. Man hat das Gefühl, er hätte ständig einen Knödel im Hals. Auf der CD, die er 1956 mit 29 Jahren aufgenommen hat, ist seine Stimme wohl noch nicht voll entwickelt. Man vermisst einen langen Atem, vor allem beim abschließenden Vincero in "Nessun Dorma". Verglichen mit Aufnahmen von 1969 (diesmal live von einem Konzert in Turin) klingt sie weniger voll und in der Höhe nicht sehr triumphal. Man höre sich 1969 (da war er dann 42) nur das Finale aus "Andrea Chenier" an, für mich immer wieder einer der schönsten Opern-Momente überhaupt. Labò überzeugt durch Ausdruck, Freude und ein bombensicheres C beim Viva la morte insieme!


    Bruno Prevedi kenne ich hauptsächlich von dieser CD. Er war bei den Aufnahmen 35 Jahre alt. Seine Stimme ist klangschön, sein Vortrag kultiviert. Allerdings vermag er nur sehr wenig Leidenschaft und Emotion zu transportieren. Außerdem finde ich die Höhe etwas zu trompetenhaft. Seine Biographie weist ihn übrigens als ausgesprochenen Verdi-Tenor aus. Seine beiden Mitwirkungen in Gesamtaufnahmen sind der Ismael und der Macduff und auch an der Metropolitan Opera sang er ausschließlich Verdi: Alfredo, Manrico, Riccardo, Alvaro, Don Carlos und Radames.


    Gianni Raimondi ist mein Favorit unter den dreien, obwohl ich das durch die CD nicht unbedingt bestätigt bekomme. Bei den enthaltenen Live-Aufnahmen befand er sich immerhin schon einige Tage vor seinem 54. Geburtstag. Seine Stimme klingt entsprechend abgenützt. Davor zeichnete sie sich - wie ich meine - durch eine charakteristische Süße und Leidenschaft aus, die ihresgleichen sucht. In vielen Aufnahmen von Donizetti-Opern oder in einem sehr interessanten Live-Mitschnitt von Mascagnis "L'amico Fritz" mit der ganz jungen Freni an seiner Seite, liebe ich sein elektrisierendes Timbre.


    Vielen Dank, Carlo und Mme. Cortese, für eure ausführlichen Antworten bezüglich "Verdi und Tenöre". Beide Beiträge finde ich sehr interessant.

    Um nur kurz auf einen Einwand einzugehen. Eine Arie für Tenor, wie ich sie liebe gibt es in der "Loreley" von Catalani. Abwechslungsreich, eingängig, einfallsreich komponiert - spricht mich sehr an. Eben mehr als fast alle Verdi-Arien für Tenor. Und übrigens ohne Spitzenton, denn der sollte in der Tat nicht das Kriterium sein.

    Über die Interpretation durch Gianfranco Cecchele kann man natürlich verschiedener Meinung sein. Ich persönlich finde ihn gut.

    Ab 2:39

    Übrigens lag der US-Ausgabe (2 LPs) der 'RCA'-Kassette "A Portrait of Manon" (siehe Beitrag Nr. 59) eine 17cm-Platte bei, die aus Massenets Einakter "Le portrait de Manon" von 1894 zwei Stücke enthielt: die Arie des (gealterten) Des Grieux 'L'amour, toujours l'amour maudit!... Voilà ton image chérie' (mit Robert Kerns) und das Chanson der Aurore 'Au jardin Colin s'envint un matin... On se serait assis sur le gazon' (mit Anna Moffo).

    Klingt spannend.


    Siehst Du, und schon haben wir etwas Gemeinsames und das freut mich ganz sehr.

    Bei mir kommt gleichermaßen noch Puccini dazu.

    Auch ich liebe Puccini. Aber genau das ist der Punkt. Meines Erachtens ist in Puccini-Arien für Tenöre mehr Feuer und mehr Melodie drinnen. Eine Sterenenarie, ein "Nessun Dorma", ein "Che gelida manina" - was gibt es da für wundervolle, unterschiedliche Interpretationen. Und dann existieren noch musikalische Perlen wie "Ch'ella mi creda" oder "Donna non vidi mai". Oder wer macht Puccini die dramatischen tenoralen Ausbrüche nach in "Der Mantel" (Hai ben ragione), "Manon Lescaut" (Ah! non v'avvicinate) oder "Fanciulla" (Or son sei mesi) - ehrlich: In diesem speziellen Bereich kommt Verdi nicht mit, außer eben beim Otello und beim Troubadour.

    Aber eine Frage habe ich - stimmst Du mir zu, daß Verdi in vielen seiner Opern ganz hervorragende, großartige Tenor - Arien komponiert hat?

    Ebenso Duette, Quartette und Ensembleszenen für und mit Tenor?

    Mir war klar, dass es andere Meinungen geben wird. Das ist auch gut so. Ich finde übrigens, dass Verdi fantastische Quartette und Duette (und übrigens auch Terzette) mit Tenor geschrieben hat. Allein mit den Solo-Arien kann ich nicht viel anfangen.

    Trotz allem kann ich den Begriff "Verdi-Tenor" schon nachvollziehen. Noch mehr den Begriff "Verdi-Bariton". Und ich möchte festhalten: Ich bin ein Riesen Verdi-Fan. Seine Handschrift und auch seine Entwicklung sind wohl einmalig in der Operngeschichte.

    Ich habe diesen alten Thread ausgegraben und vollständig durchgelesen.


    Heute hatte ich mir nämlich zufällig Gedanken über Verdi-Tenöre gemacht - daher hat mich der Thread interessiert. Und noch ein Zufall: Ich habe heute eine Recital-CD mit Flaviano Labò gehört, und siehe da: Mit meiner Meinung, er sei ein idealer Verdi-Tenor, stehe ich offenbar nicht alleine da.


    Interessant an dem Thread ist auch, wie die Entwicklung von Flórez vor mittlerweile 13 Jahren eingeschätzt wurde.


    Nun aber zu meinen ursprünglichen Gedanken. Sie beziehen sich hauptsächlich auf die berühmten Verdi-Opern ab "Luisa Miller". Bei all dem Reden von Verdi-Tenören (u.a. dass es solche heute kaum noch gibt) frage ich mich, ob der Komponist Verdi eigentlich wirklich dafür brannte, Tenor-Arien zu schreiben. Oder waren sie für ihn eher ein notwendiges Übel?

    Sicher, er ist der Komponist von "La Donna è mobile" und "Di quella pira", aber wenn ich ganz ehrlich - und selbstverständlich ganz subjektiv - bin, finde ich die meisten Tenor-Arien von Verdi langweilig. "Traviata", "Macht", "Aida", "Maskenball", "Luisa Miller", "Rigoletto", "Don Carlos" - wenn ich auf diversen "Sängerporträts" Tenor-Arien aus diesen Opern höre, werde ich meist schläfrig. Natürlich gibt es schöne Stellen für die Tenöre in diesen Opern, aber Arien?

    Baritone dagegen haben wirklich schöne Arien bei Verdi: "Trovatore", "Maskenball", "Don Carlos", "Traviata" - Highlights auf jeder Arienplatte.

    Ausnahmen bestätigen die Regel: "Trovatore" ist trotz der typisch langweiligen Arie "Ah, si ben mio" unter anderem auch eine echte Tenor-Oper mit zahllosen wunderbaren Stellen. Und natürlich "Otello" - ein Fall für sich, wie im Thread bereits angesprochen.

    Ansonsten ist noch festzuhalten, dass es auch einige Verdi-Opern gibt, die gar keine echte Hauptrolle für den Tenor vorsehen: "Simone", "Falstaff", und schon davor die bekannten "Macbeth" oder "Nabucco". Bei Puccini etwa, gibt es so etwas nur in "Il trittico".


    Von Adolf Dallapozza habe ich im Radio einmal die Vermutung gehört, dass Richard Strauss - angesichts der überschaubaren Beachtung, die er diesem Stimmfach in seinem Werk schenkte - wohl keine Tenöre gemocht habe. Vielleicht gilt das für Verdi auch ein bisschen. Aus seiner Biografie ist mir auch nicht bekannt, dass er dezidiert für bestimmte Tenöre geschrieben hat - für Baritone und Soprane tat er das aber sehr wohl.


    Klar ist es eine gewagte Behauptung, aber ich persönlich meine, dass ein Donizetti, ein Puccini, ein Giordano, ein Ponchielli, ein Mascagni, ein Catalani und ein Leoncavallo aufregendere Arien für Tenöre geschrieben haben als Giuseppe Verdi.

    Danke für eure Antworten, lieber Rüdiger und Carlo.

    Wieder einmal hat uns Carlo an seinem umfassenden Film- und Opernwissen teilhaben lassen.

    Die Aufnahmen, die du besitzt, kann ich noch ergänzen um eine Einspielung von Montemezzis "L'amore dei tre re". Der legendäre Gottfried Cervenka hatte sie einmal in seiner Sendung vorgestellt. Damals habe ich sie mir gleich besorgt. Ich war beim ersten Mal Hören ein wenig enttäuscht von der - wie mir erschien - zu wenig einfallsreichen Musik. Ich möchte sie mir nun jedoch noch einmal anhören. Zumal in einem eigenen Thread auch gerade darauf verwiesen wurde.


    In YouTube findet man übrigens erfreulich viel über Kulman. Hier zwei Beispiele:




    (Das ist übrigens ein sehr interessanter Beitrag, bei dem das "Hostias" Kullmans mit etlichen anderen Versionen verglichen werden kann)

    Da er heute Geburtstag hätte: Charles Kulman(n) gehört für mich zu den Tenören, die ich immer wieder sehr gern höre. Seine Stimme ist frisch und leuchtend - auch kraftvoll und dabei doch sehr lyrisch.


    Der Titel dieses Threads beschreibt gut seine Vielseitigkeit.


    Harald und Herbert Henn haben hier viel Werbung für ihn gemacht. Willi hat ihn heute mit einem "Nessun Dorma" geehrt und dazugeschrieben, dass es ihm dabei durch und durch geht.

    Scheinbar ist Kullman noch immer nicht ganz vergessen. Gibt es andere Fans von ihm hier im Forum? Oder gar Experten, die uns ein bisschen mehr erzählen können? Etwa über seine guten Deutschkenntnisse, über die er zweifelsfrei verfügt.

    In einem Buch über den von mir verehrten Jugendstil bin ich auf ein Winterbild des finnischen Malers Akseli Gallen-Kallela gestoßen, das mich sehr angesprochen hat.


    https://artinwords.de/akseli-gallen-kallela/gallen-winter/


    Gallen-Winter.jpg




    Den Namen ins Internet eingegeben, bemerkt man schnell, dass der Mann den Winter als Motiv offenbar geliebt hat! Man findet nämlich sehr viel in dieser Richtung. Noch ein Beispiel:


    https://society6.com/product/a…the-shore-of-kalela_print


    AKSELI GALLEN-KALLELA, SKATERS NEAR THE SHORE OF KALELA Art Print

    Dem Thread würde ich gern neues Leben einhauchen, indem ich nun animiere, auch Operettenduette von Tenören einzustellen. Da gibt es ja einiges.

    Ich beginne mit einem Duett, das ich vor einigen Tagen auch im Thread Operetten-Feuerwerk gepostet habe:


    Auch ich finde dieses Duett wunderbar. Eine schöne Hommage an den verstorbenen Peter Schreier.


    Am heutigen Silvester-Tag möchte ich im Sinne des Thread-Titels ein tenorales Operettenfeuerwerk zünden. Ein Duett mit den unvergesslichen Interpreten Rudolf Christ und Waldemar Kmentt. Ich werde dieses Video auch im Thread Tenor-Duette posten und hoffe auf Diskussionen. Allen Taminos wünsche ich einen guten Rutsch und ein glückliches 2020!


    Lieber Alfred, lieber Moderato!


    Ich finde diesen Thread besonders schön (genauso wie den vom Herbst). Wenn man schon an Regentagen oder bei 19 Grad in der Adventszeit zuhause sitzt, kann man sich hier wenigstens an Schneelandschaften erfreuen. Wie die Musik auch, spricht die bildnerische Kunst besonders unsere Gefühlswelt an.

    Schmunzeln musste ich bei Beitrag 301, in dem Guillaume Vogels den aus Griechenland stammenden Maler Pericles Pantazis porträtiert. Ob dem Südländer in dieser tiefverschneiten, eisigen Landschaft wohl kalt war?


    Frohe Weihnachten!

    Gregor Hauser

    Lieber Joseph und lieber Johannes,


    wenn man Österreich eher als k.u.k.-Reich denkt, geht natürlich kein Weg an der Operette vorbei. Das war vor einigen Tagen auch mein erster Gedanke.

    Ansonsten stimme ich Joseph II. zu (als großer österreichischer Monarch muss er es ja wissen ;)), dass ein nationaler Patriotismus vermutlich erst in der Zweiten Republik entstand. Nicht umsonst wird die Erste Republik heute aus historischer Sicht als "Republik, die keiner wollte" bezeichnet.

    Für das Österreich der Zweiten Republik passt der Evangelimann gut, auch wenn er natürlich wesentlich früher komponiert worden ist.

    Weitere interessante Gedanken von Alfred, Johannes und Joseph!


    Man könnte das Fehlen typischer Nationalopern (wenn es so etwas denn überhaupt gibt) damit kompensieren, dass man überlegt, welche Oper am ehesten der "Seele einer Nation" nachspürt. Der Komponist müsste also von der Gegend geprägt sein und versuchen, die Mentalität der Menschen, die Reize der Landschaft, typische regionale Auffälligkeiten etc. in die Oper und in die Musik einfließen zu lassen. Da wären wir eben z. B. in Österreich beim "Evangelimann".


    Das Argument, dass viele Menschen diese Opern nicht (mehr) kennen, wäre dann hinfällig. Für die Region Sizilien wäre das sicher "Cavalleria Rusticana". Mascagni hat da der Insel wohl ein musikalisches Denkmal gesetzt.

    Hallo Joseph II.,


    ich habe diesen Thread von Anfang an verfolgt. Ist wirklich interessant.

    Es wurde schon viel - auch über die Schwierigkeit des Begriffs "Nationaloper" - gesagt.


    Wenn ich an bestimmte Regionen denke und dazu passende Geschichten und Musik, dann muss ich unbedingt noch zwei Opern anführen: "Freund Fritz" für das Elsass und "La Wally" für Südtirol.

    Wer jemals die liebliche Landschaft und die schmucken Dörfer zwischen den Vogesen und dem Schwarzwald gesehen hat, wird die wundervolle, passende Musik von Mascagni lieben - allerdings war er Italiener.

    Und die berühmte, auch mehrfach verfilmte Tiroler Geschichte von der Geierwally findet auch eine schöne Entsprechung in der kraftvollen Musik von Catalani, der aber aus der Toskana stammte.


    Außerdem ist mir eigefallen.


    Kroatien:

    Gotovac: Ero, der Schelm


    Und nun zu meinem Heimatland Österreich.

    Österreich:

    - Mozart, Zauberflöte, Beethoven, Fidelio oder hätte Georg Kreisler eventuell Heldenplatz vertonen sollen :untertauch:

    Tja, also damit kann ich als Nationalopern wenig anfangen. Es ist wohl gar nicht so einfach, trotzdem habe ich einen Vorschlag:


    Österreich:

    Kienzl: Der Evangelimann


    Der Komponist stammte aus dem tiefsten Oberösterreich und hat im ersten Teil seines eigenen Librettos wohl teilweise seine Erfahrungen mit dem Landleben verarbeitet. Der zweite Teil der Handlung spielt in Wien, unserer Hauptstadt. Das recht katholische Thema ist auch typisch für Österreich. Außerdem kommt eine Art Nationalsport vor, das Kegelscheiben!


    Die Oper wurde - entgegen der Behauptung in Wikipedia - an der Staats- und vor allem an der Volksoper oftmals inszeniert und große österreichische Tenöre sangen die Hauptrolle des Mathias Freudhofer (wenn das nicht Mal ein österreichisch klingender Name ist): Julius Patzak und Rudolf Christ.


    Die Arie "Selig sind, die Verfolgung leiden" ist bis heute populär. Vor nicht einmal zwei Wochen habe ich sie in einer Kirche in Salzburg während eines Gottesdienstes gehört.

    "Die Vestalin" im Theater an der Wien wäre sicher interessant. Vielleicht auch gerade wegen der schlechten Kritiken. Ich würde mich freuen, deine Meinung hier zu lesen, lieber Bertarido.


    Ich möchte nun auf meinen eigenen Beitrag #181 eigehen. "Oberon" war ja nicht nur im Theater an der Wien zu hören, sondern wird derzeit auch in Salzburg gespielt. Gestern sah ich die Produktion zum zweiten Mal.


    Mir gefällt die Musik außerordentlich. Sie bietet für insgesamt fünf Partien musikalische Highlights, darunter leichte Melodien wie von Mozart, zwei bestimmt unfassbar schwer zu singende Arien für die Hauptfiguren Hüon (Kampflied) und Rezia (Ozeanlied), mehrere schöne Duette, eine berühmte Ouvertüre und schließlich weitere einschmeichelnde musikalische Einfälle, wie den Auftritt der Meermädchen, zwei Soprane, die sonst gar nicht vorkommen.

    Dazu wird in Salzburg Ballett, Parodie und gutes Schauspiel in den Sprechpassagen geboten.


    Das Publikum ist wirklich angetan von der lustig dargebotenen Elfen- und Ritterwelt, die auch ziemlich bissig in die heutige Zeit versetzt wurde. Und eine Prophezeiung möchte ich an dieser Stelle noch machen: Von Anne-Fleur Werner, die meines Wissens in diesem Forum noch nicht genannt wurde, werden wir in Zukunft an größeren Häusern mehr hören. Sie ist nun das dritte Jahr die Erste Sopranistin am Salzburger Landestheater - und eigentlich immer gut.

    Als Rezia schwingt ihre Stimme allerdings derart betörend und in perfektem Einklang mit Orchester durch den Saal, wie ich es in dieser Stadt höchstens einmal auf der anderen Salzach-Seite im Großen Festspielhaus von einer gewissen Anna Netrebko in "Il trovatore" gehört habe.