Beiträge von greghauser2002

    Ich ebenfalls, lieber Stimmenliebhaber, und deshalb danke ich dir herzlich für die würdevollen Worte und das herrliche Bild am Geburtstag Ernst Kozubs.

    Liebe Taminos!


    In den folgenden Tagen werde ich hier versuchen, eine gewissenhaft recherchierte Biografie Franco Bonisollis zu erstellen. Es ärgert mich schon lange, dass man über ihn so wenig weiß. Teil 1 ist eine Art Einführung:


    „Ich schaue in die Zukunft, nicht in die Vergangenheit!“ meinte Franco Bonisolli bei seinem Auftritt in August Everdings legendärer Fernsehreihe „Da Capo“. Und wenige Jahre später beteuerte er anlässlich seines 40-jährigen Bühnenjubiläums, zu dem er ein langes Interview geben sollte, dass ihm Rückblicke solcher Art zuwider seien.


    Es ist also schwer, gehaltvolle Informationen über Franco Bonisolli zu finden. Er hat kaum über seine Karriere oder sein Privatleben gesprochen. Dafür wurde stets umso mehr über seine Skandale gefragt und geschrieben.


    Glücklicherweise gab Bonisolli das oben erwähnte Interview, das übrigens bezeichnenderweise nicht für eine europäische, sondern für eine japanische Zeitschrift geführt wurde, dann doch und der Sensibilität des bekannten Journalisten Renzo Allegri ist es zu verdanken, dass er dieses eine Mal auch tiefe Einblicke in seine Jugend, seinen Werdegang oder auch seine Gedankenwelt gab. Das Interview ist in Japan auf acht Seiten erschienen. Einem Eintrag auf einer italienischen Facebook-Seite aus dem Jahr 2015 haben wir es zu verdanken, dass es zumindest in gekürzter Form auch in Europa aufscheint.[1]


    Weitere Quellen dieser kleinen Biographie sind das angesprochene Fernseh-Interview durch Everding und eine ominöse Blogger-Seite, die von einer jungen entfernten Verwandten Bonisollis, die ihn selbst gar nie kennengelernt hatte, betrieben wurde. Die Bloggerin trug daher naturgemäß nicht viel zur Aufklärung über Bonisolli bei, obwohl sie damals, 2007, mit dem Gedanken spielte, sich in die Materie zu vertiefen und eine Biographie über Bonisolli zu verfassen. Einige Reaktionen auf ihren Artikel aber sind sehr interessant, da ehemalige Nachbarn und/oder Schulkollegen Bonisollis sich zu Wort gemeldet haben.


    Leider fand ich keine weiteren Spuren der angekündigten italienischen Biografie. Übrigens auch nicht von einer geplanten deutschen Biografie eines Bonisolli-Fans namens Andreas Baum. Dieser hatte nachweislich freundschaftlichen Kontakt mit dem späten Bonisolli und hat nicht nur zwei CD’s mit ihm veröffentlicht, die unter Fans naturgemäß hochgehandelt wurden, sondern hat auch einen sehr interessanten YouTube-Kanal installiert, auf dem seltene Aufnahmen und kleine Interviews mit Bonisolli enthalten sind.

    Sowohl die Bloggerin „MariCri“ Bonisolli als auch Andreas Baum haben aber seit etlichen Jahren nichts Neues mehr gepostet.


    Meine kleine Biographie wird so gut wie gar nicht auf die oft genug heraufbeschworenen Skandale in Bonisollis Karriere abzielen, sondern einen Sänger und Künstler vorstellen, der jahrzehntelang fulminante Leitungen am Opernsektor abgeliefert hat. Ja, er hat polarisiert. Ja, er hatte Fans, wie die „Amici di Franco Bonisolli“, die ihn frenetisch feierten und ihn offenbar vor allem wegen eingelegter hoher Töne verehrten. Solche Ereignisse veranlassten Jürgen Kesting wohl dazu, Bonisolli mit den lapidaren Worten abzutun, er sei „eine Art Rambo des Singens“. Kesting hat wohl nicht bedacht, dass solche sarkastisch zugespitzten, flapsigen Bemerkungen genau dem Populismus entsprechen, den er bei Bonisolli kritisiert. Und von dem angesehen: Wer den Film „Rambo“ wirklich kennt, weiß, dass es sich um einen künstlerisch wertvollen, kritischen Streifen handelt, der von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden sogar das Prädikat „besonders wertvoll“ erhielt. Der Begriff „Rambo“ und der Typ Mensch, den man damit verbindet entstand erst später durch die geistlosen Fortsetzungen. Dies nur als kleiner Denkanstoß für Kesting und andere Kritiker, die Karriere Bonisollis vielleicht mit neuen Augen zu sehen. Die folgenden Zeilen sollen dabei helfen.


    [1] Wie ich danach feststellte, entnimmt dieser Eintrag den Text der Website http://www.circomassimo.it

    Da hast du in einem anderen Thread tatsächlich schon "Vorarbeit" geleistet, lieber Caruso. Es wäre schön, wenn du hier die fehlenden Aufnahmen ergänzen könntest. Vivaldi? Gluck (da weiß ich nur von einer Aufnahme aus dem Jahr 1982)? Spontini?

    Außerdem würde ich mir eine kleine Sammlung von Tonbeispielen wünschen.

    Hier noch zwei von der angeführten Pergolesi-Oper:

    Bonisolli Franco, Ogni pena più spietata (Pergolesi - Lo frate 'nnammorato) - YouTube


    LO FRATE NNAMORATO: NENA - Francina GIRONES - in memoriam - - YouTube

    DER FRÜHE BONISOLLI IN FRÜHEN OPERN

    Soeben habe ich noch einmal den ganzen Thread überflogen. Da ist es teilweise hoch hergegangen.

    Doch mit keinem Wort wurden die frühen Aufnahmen von Bonisolli erwähnt. Früh in doppeltem Sinn. Ältere Musik und (für seine Verhältnisse) ältere Aufnahmen, hauptsächlich aus den 60er-Jahren.

    Ein bisschen erinnert mich das an Veriano Luchetti, der ein ähnlicher Jahrgang ist und auch in den 60er- und frühen 70er-Jahren viel von der RAI eingesetzt wurde. Da waren oft auch ungewöhnlichere Opern darunter.


    Bei Bonisolli habe ich nun ein wenig recherchiert. Hand auf's Herz: Wer hätte das von ihm vermutet?


    Mozart: La Clemenza di Tito - Bonisolli, Sighele, Coster; Kertesz, RAI 1970

    Pergolesi: Lo Frate 'Nnammurato - Bonisolli, Girones; Cillario, RAI 1969

    Scarlatti: La Dirindina – Bruscantini, Bonisolli; Muti, RAI 1968

    Ricci: La Festa di Piedigrotta – Gatta, Bonisolli, Savarese; Sanzogno, RAI 1963

    Cherubini: Anacreon ou l’amour fugitif – Bonisolli, Ricciarelli; Inbal, Firenze 1971

    Cimarosa: Chi dell’altrui si veste prosto si spoglia – Bonisolli, Bruscantini; Muti, RAI 1968


    Jetzt wäre es natürlich spannend, diese Aufnahmen zu finden, um sie hören zu können. Oder kennt sie jemand und kann uns berichten?

    Eine gibt es auf jeden Fall bei YouTube:

    Domenico Cimarosa - Chi dell'altrui si veste presto si spoglia - (1783) - YouTube

    Lieber Rheingold, lieber Carlo!


    Viel kann ich nicht beitragen.

    Aber eines weiß ich mit Sicherheit.

    Die Aufnahme, die hier in YouTube zu hören und mit dem Namen Loeffler betitelt ist, - dafür lege ich meine Hand ins Feuer - ist in Wahrheit Waldemar Kmentt:

    Catulli Carmina, Act I: "Ille mi par esse deo videtur" (Catullus, Lesbia, Chorus) - YouTube

    Ist das die Aufnahme, die du meinst, Rheingold?

    Es gibt genügend Rundfunkaufnahmen aus genau diesen Jahren (diese wird mit 1954 angegeben), in denen Kmentt genau so klingt.


    Das Phänomen, dass bekannte Sänger andere Namen zugeschanzt bekommen, gibt es auch bei Karl Terkal (siehe sein "Rigoletto").

    Über Exklusivverträge weiß ich bei beiden nichts.

    Lieber Carlo,

    da ja nun alle Operetten-Komponisten durch sind, du aber deine Auflistung nicht offiziell beendet hast, bin ich gespannt, was du uns von Karl Terkal noch anbieten wirst.


    Interessant wäre auch eine kurze Auflistung der Aufnahmen, die du selbst am ehesten empfehlen würdest. Wo ist Terkal am besten?

    "Du pauvre seul ami fidèle" (Die Stumme von Portici - Auber)


    Es ist ja nicht so ganz fair, hier eine eine Arie zur Diskussion zu stellen, die relativ selten aufgenommen wird und dann auch gleich einen Interpreten anzubieten, der wirklich nicht zu toppen ist.

    Das sehe ich ein, lieber Caruso41. Aber nun ist dennoch eine lebhafte Diskussion um diese wunderbare, selten gehörte Arie entstanden. Dank den Taminos!

    Ich habe meine CD's noch kurz durchforstet, weil ich wusste, dass ich die Arie noch irgendwo habe. Gefunden bei Koloman von Pataky. Ein Sänger der mir (und wenn ich mich erinnere auch dir, Caruso) sehr am Herzen liegt. Ich habe auf YouTube gesucht, die Arie mit ihm aber nicht gefunden.

    Dafür kam mir das unter: Ein tontechnisch gar nicht so übler Mitschnitt von "Tristan und Isolde" aus Buenos Aires, 1938. Von Pataky ist darin in zwei der kleineren Tenor-Partien zu hören. Ich möchte nicht abschweifen, aber vielleicht ist jemand davon ebenso überrascht wie ich. Daher poste ich den Fund hier:

    Tristan und Isolde 1938 T.Colón (Lorenz, A.Konetzni, Branzell, List, Janssen - E.Kleiber) - YouTube

    Das Gemälde von Boris Kustiodiyev zeigt eine tierverschneite russische Winterlandschaft während der Butterwoche, die Masleniza.


    Kustodiyev_maslenitsa.JPG

    Gefällt mir außerordentlich gut. Das nenn ich wirklich ein "Winter-Schnee-Bild". Danke auch für die interessante Beschreibung, Moderato.

    Auch hier in Salzburg schneit es derzeit wieder ein wenig. Von dem abgesehen haben wir schon seit etlichen Tagen Schnee, der auch liegen geblieben ist, weil es stets Minusgrade hat. Das erste Mal seit einigen Jahren.

    Dennoch kein Vergleich mit dem Schnee auf dem Bild!

    Du pauvre seul ami fidèle (Die Stumme von Portici - Auber) Nicolai Gedda


    Wie kann man mit 28 Jahren so viel Kultur im Vortrag zeigen? Gelernt hat er die Arie vermutlich mit seinem Lehrer Oehmann, der die Arie viele Jahre zuvor auch aufgenommen hatte. Gedda wechselt immer wieder in ein betörendes, zartes Falsett, das nie unnatürlich oder gekünstelt wirkt. Aber im richtigen Moment mischt er Metall bei und gibt Stimme. Er vergisst nicht auf Triller und steigt mühelos und unangestrengt die Tonleiter hoch. Kann es eine bessere Interpretation geben?


    Nicolai Gedda; "Du pauvre seul ami fidèle"; La Muette de Portici; Daniel Auber - YouTube

    Die Live-Aufnahme von Cura hat allerdings wirklich was! In seinen frühen Jahren war Cura ohne Zweifel ein Tenor, den zu hören, Spaß gemacht hat. Besonders live.

    Trotzdem: Mein Favoriten bleiben Konya, Corelli und Björling! Und Piccaver auf der Ersatzbank.


    Caruso41


    José Cura habe ich erstmals 1995 in einem Konzert in einem Großen Saal eines Kölner Hotels gehört. Da brachte der noch weithin unbekannte junge Sänger den Saal mit samten grundierter Stimme, verschwenderischen Spitzentönen und einem souveränen Vortrag zum kochen. Später einige Male, auch den Zürcher Dick Johnson. Aber seine Manierismen haben mich mehr und mehr enttäuscht. Bei aller Qualität seines Materials. In Zürich fand ich ihn aber noch sehr rollengerecht. In lebendiger Erinnerung ist er mir als sehr guter Otello.

    Rund um das Jahr 2000 bin ich José Cura eine Zeit lang "hinterhergereist". Verona, Wien, Zürich - in alle Städte mehrmals. Nach München zu einem Konzert. Er hatte eine unglaubliche Präsenz. Schauspielerisch und stimmlich. Damals gefiel er mir auch aus der Konserve: Puccini-Arias, Samson!

    Doch dann wurde ich - ähnlich wie Otello50 - dieser Präsenz etwas überdrüssig. Vor allem begann seine Stimme immer mehr zu "flattern" und er verlor jede Geschmeidigkeit. Zweimal in Karlsruhe rund um 2010 waren dann meine letzten Erlebnisse. Danach habe ich ihn gemieden. Vermutlich wusste er aber selber, wie es um ihn bestellt war, denn er konzentrierte sich immer mehr auf andere künstlerische Sparten.

    So bleibt Cura - wie viele andere - ein Komet (in seinem Fall kann man das wohl wirklich sagen), der nur relativ kurz sehr hell aufleuchtete, um dann allzu schnell zu verglühen. Ganz ähnlich habe ich das bei Antonenko oder bei Villazon erlebt.

    Lieber "hart",

    ich habe heute zwei ältere Beiträge von dir gelesen, die aus der Gegend rund um meine Heimat stammen. Maria Jeritza in Unterach und Richard Mayr in Salzburg und Henndorf. Es ist wirklich in Vergnügen, wie gut du recherchiert hast und auf welch unterhaltsame Weise man diese Künstler in Verbindung mit der eigenen Heimat in deinen Threads neu kennenlernt.

    Danke.


    greghauser

    Ich habe längere Zeit nach einem passenderen Thread gesucht, aber keinen gefunden. (Dafür beim Stöbern in den Weiten des Forums viele andere interessante Sachen).

    Ich finde die Frage, wer das beste "Ch'ella mi creda" singt, nämlich sehr spannend - aber eigentlich etwas unpassend für diesen Thread. Mangels Alternativen, äußere ich mich aber nun auch hier.


    Interessanterweise habe ich auch Jussi Björlings Studioversion immer als maßstabsetzend erachtet. Dabei ist es doch gar nicht so sehr seine Partie!? Man wünscht sich eigentlich noch viriler klingende Stimmen. Es spricht für Björling, dass er die Arie so singen kann, dass wir ihn hier übereinstimmend als großartig empfinden.


    Ich möchte aber unbedingt auch José Cura ins Spiel bringen. Eigentlich wollte ich hier seine 1997er Studioversion (unter Dirigent Plácido Domingo) einstellen. Doch dann stolperte ich über dieses Video. Da ist Cura noch jünger und das Ganze ist schön kitschig inszeniert. Dafür, dass er hier live singt, verdient seine Interpretation der Arie großen Respekt. Später habe ich ihn auch auf der Opernbühne in Zürich in dieser Rolle gesehen. Gesanglich gilt für ihn aber wohl: Je jünger desto besser.


    Jose Cura 1994 "Ch'ella mi creda" La fanciulla del West - YouTube

    Ich habe mir soeben mit Vergnügen Teile des Films mit Valentino angesehen. Der endet nicht so tragisch ...


    Die Romanze ist wunderbar. Insgesamt sicher ein spannendes Opernprojekt, das es wert wäre, sich damit zu beschäftigen.

    Während der Recherche zu "Unbekannte Opern" fand ich passend zum Titel des Threads auch eine fast vergessene und ziemlich unbekannte Oper mit Bruno Prevedi

     jpc

    auch bei Spotify

    Ganz toll! Das wäre etwas für mich. Da ich ein großer Liebhaber der Oper "Mefistofele" bin, dachte ich schon oft, dass eine ordentliche Aufnahme von "Nerone" (der meines Wissens unvollständig gebliebenen Oper von Boito) eigentlich unumgänglich für mich sei.

    Jedoch habe ich noch keine gefunden.


    Kennt jemand diese Aufnahme und kann sie ein wenig beschreiben? Da sie von der RAI ist, wird die Klangqualität ja recht annehmbar sein!? Sie ist halt recht teuer.

    Lieber Orfeo!


    1.) Danke für deine Einschätzung zu Luchettis Stimme. Das entspricht genau meinen Beobachtungen, die ich in meinem Artikel kundtat.

    2.) Ich habe gar nicht gesehen, dass du diesen Rosenkavalier auch verlinkt hast. Die Abbildungen der Covers haben mich scheinbar abgelenkt. Die Arie beginnt bei 36:15 und ist ein weiteres beeindruckendes Dokument der Stimme des jungen Veriano. Die Arie live zu singen, gilt unter Tenören als Husarenritt! Danke auch dafür.

    3.) Mein Kommentar ging in die Richtung, dass der Ersteller des YouTube-Videos vermutlich die ganze Aufnahme besitzt. Eingestellt hat er dazu zwei Videos, wobei Luchetti nur auf einem zu hören ist. Vielleicht kommt von ihm noch etwas. Jedenfalls habe ich ihn heute darum gebeten. Du, lieber Orfeo, hast wirklich genug in der Angelegenheit geleistet.

    Mit der Suche und dem Finden zur Traviata von 1966 habe ich meiner Meinung nach Wiedergutmachung dafür geleistet, dass mir der Name Veriano Luchetti noch vor zwei Wochen gar nichts sagte. Und das, obwohl ich ihn vor 30 Jahren live gehört hatte.


    Als Sahnehäubchen auf meine bisherigen Beiträge habe ich noch was gefunden. Jetzt können alle sich endlich mal eine Passage aus der lange gesuchten Traviata anhören.

    Die Absolution ist dir sicher, lieber Orfeo. Ich habe mir die Passage gleich angehört. Dieser junge Luchetti ist den ganzen Aufwand eindeutig wert. Findest du ihn hier nicht ebenfalls bemerkenswert, Orfeo? Der Hersteller des Videos hat aus der Traviata noch zusätzlich eine große Szene der Violetta eingestellt. Aber nichts mehr mit Alfredo. Vermutlich hat er aber noch mehr. Vielleicht kommt noch was.


    Der Rosenkavalier sieht auch sehr interessant aus. Findest du die Arie des Sängers mit Luchetti in YouTube, Orfeo?

    Wenn es mal wieder vorkommt, muß ich wohl einen ausgeben.

    Da hätte ich nichts dagegen! Passt ja irgendwie zu "La Traviata".


    Also, zum Vergleich, hier die vollständigen Informationen zur offenbar dritten Traviata mit Luchetti. Das scheint aber eine Studioaufnahme zu sein, da kein Vermerk "Live" enthalten ist. Ein Opernfreund ohne Internet erinnert sich außerdem, etwas von dieser Studioaufnahme gehört zu haben. Man muss dazu sagen, dass er in den 70er-Jahren in Italien gelebt hat.


    Dirigent: Edoardo Brizio

    Orchester: Orchestra del Teatro dell'Opera Napoli (1966)

    Violetta - Romana Righetti

    Alfredo - Veriano Luchetti

    Giorgio Germont - Attilio D'Orazi

    Bastei BDG M 34-37 (3LPs)


    Danke auch an "Stimmenliebhaber" für die interessanten zusätzlichen Infos aus Berlin.

    Mit der wunderbaren Maria Chiara!

    Ich liebe sie auch! Danke, Fiesco und Orfeo, für eure Ergänzungen.


    Es gibt auch noch Luchetti-Aufnahmen aus Caracas. Beide 1981: L'Africana und Ballo in Maschera. Sind auf YouTube zu finden, aber eben nicht in diesem Buch verzeichnet. Zu diesem Zeitpunkt klang die Stimme noch gesund. Dann kam m. E. bald eine Wende.


    Die frühe Traviata von 1966(!) fände ich besonders spannend. Das war am Anfang der Karriere eine Paraderolle von Luchetti.

    Vielleicht hat nicht jeder die Quelle "Karsten Steiger: Opern - Ein Verzeichnis aller Aufnahmen" zur Verfügung. Darin enthalten ist eine ungeahnt reichhaltige "Discographie" von Veriano Luchetti. Ich möchte sie hier einstellen und gleichzeitig darum bitten, andere Aufnahmen zu ergänzen.


    Bellini: I Capuleti e i Montecchi 1973 Ricciarelli, Merighi, Monachesi; Bellugi

    Berlioz: Les Troyens 1969 Horne, Verrett, Gedda; Pretre

    Cherubini: Démophoon 1985 Tadei, Caballé; Gelmetti

    Cherubini: Medée 1976 Sass, Kovacs; Gardelli

    Donizetti: Il furioso nell'isola di San Domingo 1967 Talarico, Colmagro; Campanella

    Meyerbeer: L'africaine 1971 Norman, Sighele, Guelfi; Muti

    Mussorgski: Chowanschtschina 1973 Ghiaurov, Spiess, Siepi, Cosssotto; Leskovich

    Scarlatti: Griselda 1970 Freni, Bruscantini, Panerai, Alva; Sanzogno

    Verdi: Nabucco 1977 Ghiaurov, Scotto, Manguerra, Obraszowa; Muti

    Verdi: Macbeth 1972 Ghiaurov, Cappuccilli, Orlandi Malaspina; Patanè

    Verdi: Macbeth 1986 Verrett, Nucci, Ramey; Chailly

    Verdi: La Traviata 1966 Righetti, D'Orazi; Brizio

    Verdi: Die Sizilianische Vesper 1978 Bruson, Scotto, Raimondi; Muti

    Verdi: Simone Boccanegra 1984 Bruson, Ricciarelli, Raimondi; Abbadao

    Verdi: Don Carlos 1973 Ricciarelli, Cossotto, Cappuccilli, Ghiaurov; Pretre


    Der Terminus Verdi-Tenor dürfte gerechtfertigt sein.

    Ein mir bekannter Wunderlichspezialist erwähnte die Aufnahme mal und meinte, sie sei offenbar mit einem Diktiergerät aufgenommen worden und klinge auch entsprechend. Also offenbar wirklich nur was für die Hartgesottenen. Es gibt aber meines Wissens da noch einen Mitschnitt aus München, der soll besser sein

    Danke an alle, die hier geantwortet haben. Vermutlich ist die Aufnahme tontechnisch schlecht. Sie wurde mir aber in der Zwischenzeit angeboten und ich werde mir wohl bald ein Bild machen können. Wie sich manche denken können, interessiert mich vor allem Beirer als Erik. Von ihm gibt es insgesamt nicht besonders viel, und schon gar nichts aus dem "Holländer". Ich kann später ja noch kurze Rückmeldung geben.

    Lieber La Roche,


    das ist schön. Zumal Deutschland gegen Österreich spielt. Als Ösi hoffe ich natürlich, dass du einen Sieg der Underdogs sehen wirst.

    Eigentlich müsstest du dich aber bei den Taminos bedanken, die sachdienliche Hinweise zur Sendung gegeben haben. Da sind gute Beiträge eingestellt worden.

    Bin heute auf diese Anzeige gestoßen. Kennt jemand diese Aufnahme? Sieht für mich sehr interessant aus. Wäre aber spannend, etwas über die Tonqualität zu erfahren.

    Jedenfalls ist es Wunderlichs letzter Steuermann in Wien.

    Wagner: Der fliegende Holländer - Imdahl, Rysanek, Frick, Beirer, Wunderlich, Hesse; Cluytens. Wien, 1966
    Wagner: Der fliegende Holländer - Imdahl, Rysanek, Frick, Beirer, Wunderlich, Hesse; Cluytens. Wien, 1966 Wagner: Der fliegende Holländer - Imdahl, Rysanek, Frick, Beirer, Wunderlich, Hesse; Cluytens. Wien, 1966

    Wagner: Der fliegende Holländer - Imdahl, Rysanek, Frick, Beirer, Wunderlich, Hesse; Cluytens. Wien, 1966

    Wagner: Der fliegende Holländer - Imdahl, Rysanek, Frick, Beirer, Wund (operadepot.com)

    In meiner TV-Zeitung ist für heute angekündigt:

    Sternstunden der Musik (ARTE, 17.40 Uhr)

    Ein legendäres Konzert 1974: Ein Sturm bedrohte das Amphitheater von Orange, doch Montserrat Caballé entschied sich, die Norma trotzdem zu singen. Später sagte sie: "Das war der beste Auftritt meiner Karriere."


    Vielleicht interessiert es jemand.

    Sei bedankt, lieber Otello50, dass du uns einen deiner Lieblingstenöre näher bringst. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich zuvor von Marius Vlad noch nie was gehört habe. Aber das ist ja auch das Schöne. Man lernt hier immer etwas Neues.

    Ich bin ganz bei dir: seine Stimme ist sehr kultiviert und schön geführt - mich persönlich hält aber der unüberhörbare nasale Einschlag davon ab, in Begeisterung zu verfallen. Stimmst du mir zu, dass das eine Eigenart des Tenors ist, die manche Hörer abschrecken könnte?