Beiträge von greghauser2002

    Lieber Stimmenliebhaber,


    da hast du mit deinen Argusaugen wieder einmal einen kleinen Lapsus entdeckt, der sich allerdings schnell aus der Welt räumen lässt.

    Andreas Schager passt in der Tat nicht in den Zeitraum der Karrieren der anderen Tenöre, daher steht er als Ausnahmeerscheinung ganz am Anfang und eröffnet selbst (mit dem angesprochenen eigenen Text) das Buch über seine Vorgänger quasi aus der Gegenwart.

    Immerhin hat er aber schon eine interessante, zirka zwei Jahrzehnte währende Karriere hinter sich, die bereits erzählenswert scheint.


    Ansonsten freue ich mich über die positive Rezension in Opera Lounge.

    Glücklicherweise gibt es inzwischen ja schon mehr davon, zum Beispiel auch im Neuen Merker.


    Aber lasst mich kurz etwas erzählen. Das Buch erschien am Anfang der Corona-Krise und erregte zunächst natürlich kaum Aufmerksamkeit. Die erste Rezension publizierte dann der Online Merker in Person von Renate Wagner. Zunächst war ich erfreut, dass sich (außer im Tamino-Forum) endlich jemand für das Buch zu interessieren schien. Doch dann lief mir die Farbe aus dem Gesicht, denn Frau Wagner kritisierte Dinge an dem Buch, die in keiner Weise nachvollziehbar waren. Dieser und jene Tenor müsse unbedingt rein (eigenartigerweise alle aus Wien) - dieser und jene sei nur drinnen, weil ich einen Gnadenakt setze, der allerdings unnötig sei (eigenartigerweise alle nicht aus Wien). Ich sei ein Opernfanatiker, der alles wissen wolle (nach dem Motto: aber wollen das auch die Leser wissen). Ihr Fazit: die interessanteste Stelle sei eigentlich jene mit Placido Domingo, in der er sich selbst lächerlich macht …

    Dass ich z.B. mit Heinz Zednik persönlich vereinbart hatte, dass er statt eines Kapitels von mir lieber selbst das Geleitwort verfassen solle, interessierte sie nicht. Was sollte ich auch Interessantes über einen Sänger hinzufügen, der 2008 seine eigene Autobiografie geschrieben hat, auf die in meinem Buch ja auch verwiesen wird. Dass Anton Dermota Slowene war (nach eigener Aussage Jugoslawe) war ihr egal und dass Julius Patzak dreizehn Jahre älter ist als Hans Beirer, der Methusalem unter "meinen Nachkriegstenören", erst recht - die beiden seien unverzichtbar.

    Schlimm war, dass ihre Kritik auch noch eine zweite Plattform in "Der Opernfreund" bekam. So war nun zwei Monate lang das Einzige, was zum Buch zu lesen war diese eher negative Kritik. Noch einmal sei erwähnt: Mit Ausnahme des Tamino-Forums.

    So etwas kann einem sensiblen Autor schon wehtun, vor allem, wenn die Kritikpunkte eigentlich unbegründet sind. Nun aber häufen sich die positiven Rückmeldungen und das freut mich - auch wenn Beirer und Schager dabei über einen Kamm geschert werden ^^.

    Lieber Orfeo,

    danke, dass du noch im Gehen weise Voraussicht zeigst und uns diesen Film nicht vorenthältst. Ich wünsche dir alles Gute für die nächste Zeit. Hoffentlich kannst du in Frankreich wenigstens Musik hören. Freue mich, nach deiner Rückkehr wieder von dir zu lesen. Dann wird die Mario-Lanza-Reihe unseres Carlos sicher abgeschlossen sein.

    Der Film ist künstlerisch gesehen wohl wirklich der beste Streifen Lanzas. Die dämonische Otello-Stimmung zieht sich durch den ganzen Film, in der Regie von Anthony Mann, der in der Tat ein absoluter Großmeister mit eigener Handschrift war (besonders allerdings im Western-Genre).

    Dafür ist Lanza leider körperlich schon ein wenig unansehnlich geworden. In seinen früheren Film-Auftritten kommt er da sympathischer rüber.

    Ich muss angesichts der langen Otello-Szenen daran denken, welches Ereignis er gerade auch in dieser leidenschaftlichen Partie auf der Bühne wohl gewesen wäre.

    Danke, Carlo.

    Vielen Dank, lieber Fiesco.

    Dann handelt es sich wohl um eine Verwechslung zwischen Gruber und Aldenhoff.


    Ich wollte aber vor allem auch wissen, wer den "Indischen Gast" singt - und das habe ich nun erfahren: Gert Lutze - der singende Hautarzt!

    Am 1. Oktober übernahm Gruber dann die Titelpartie in der Wiederaufnahme der Oper "Sadko" von Rimski-Korsakow. In einer "Mitteilung der Intendanz" auf der Rückseite einiger Besetzungszettel wird darauf hingewiesen, dass Gruber die Rolle vom verstorbenen ehemaligen Ensemblemitglied Alfred Hülgert (der im November 1953 überraschend an einer Kolik gestorben war und die Rolle zuvor von der inzwischen an die Städtische Oper nach Westberlin gewechselten Ludwig Suthaus übernommen hatte, worauf natürlich nicht hingewiesen wurde) übernommen habe. Die musikalische Leitung hatte Helmut Seydelmann, ebenfalls Gast aus Leipzig, inne.


    Mir ist eine Rundfunkaufnahme dieser Oper von 1949 in die Hände gefallen. Die Angaben sind sehr spärlich: MDR, 1949, Pfllüger, Ernst Gruber, DDR;


    Kennt jemand diese Aufnahme? Mich würde die Besetzung sehr interessieren. Die Oper "Sadko" ist übrigens immer wieder ein Erlebnis.

    Tot ist die Operette nicht. Neben Baden bei Wien darf man auch Ischl nicht vergessen. Die wirklich sehr traditionellen Sommerspiele werden immer noch jährlich (außer heuer aus bekannten Gründen) weitergeführt - mit guten Sängern und interessanten Produktionen. Wobei ich die konzertanten oder semi-konzertanten (da wird dann ein bisschen gespielt und getanzt) Produktionen oft lieber mag, weil die Inszenierungen leider teilweise gar nicht meinen Geschmack treffen.


    Mörbisch ist noch immer ein Publikumsmagnet und es wird auch in gar nicht so wenig Teilen der österreichischen Bevölkerung darüber gesprochen.


    In der Volksoper werden Operetten gespielt und in den Landestheatern zum Teil ebenfalls. In Salzburg hatten wir vor zwei Jahren eine recht erfolgreiche Aufführung von "Wiener Blut" und für die kommende Saison ist "Die Blume von Hawaii" geplant.


    Tot ist sie also nicht, die Operette - aber ihre große Zeit ist natürlich vorbei. Man braucht sich nur den Altersdurchschnitt des Publikums, etwa in Ischl, ansehen.

    Damit nicht genug. Die Gattin wurde gebeten, aus dem Auto eine Autogrammkarte zu holen. Sie kam mit einem Tamino-Foto zurück. Karl Terkal beim unterschreiben lakonisch "Na, das Bild paßt, es hat auch schon einige Jährchen auf dem Buckel ".

    Eine sehr nette Anekdote zu deinem Einstand, lieber udohasso. So stellt man sich Karl Terkal vor. Die erwähnte "Bohéme" ist in der Tat wunderbar. Ich habe Terkals Rudolfo auch hier in dem beliebten Spiel "Meine drei Lieblings-Rolleninterpreten" aufgenommen. Vielleicht interessiert es dich: Die von dir angesprochene Gattin Karl Terkals, mittlerweile leider schon seit beinahe 25 Jahren seine Witwe, lebt noch rüstig in der Terkal'schen Wohnung in Wien/Favoriten und erzählt auch gern solche Anekdoten.

    Lieber Carlo,


    ein hochinteressanter Artikel von dir, zumal ich von diesem Film fast nichts wusste, da ich zu der von dir im Einleitungssatz zitierten Gruppe gehöre.

    Natürlich könnten wir Fans nun beleidigt sein, dass du einem Film, in dem Lanza gar nicht mistspielt, gefühlt doppelt so viele Zeilen widmest, wie seinen Klassikern ;).

    Scherz beiseite: sehr informative Querverbindungen bis hin zu Jonas Kaufmann und Vincent Schirrmacher, der inzwischen in Wien (Volksoper) zu Recht ein großer Liebling geworden ist.

    Ergänzen möchte ich noch, was du einmal erzählt hast: Seine Schauspielkunst durfte man kritisieren, aber von einem Filmregisseur mochte Lanza sich nicht vorschreiben lassen, wie er zu singen habe.


    Lieber Orfeo,


    danke für den Link zum ganzen Film. Nach Carlos Beitrag hat man doch so richtig Lust, sich den einmal anzusehen. Vielleicht noch ein Wort zum Darsteller John Ericson, dem Darsteller des Grafen von Asterburg. Dieser ist in Düsseldorf als Joseph Meibes geboren und hat später eine sehr passable Hollywood-Karriere hingelegt. Er ist - wie ich gerade feststellen muss - vor exakt 14 Tagen 93-jährig verstorben.

    Der Tenor Angelo Lo Forese ist am gestrigen Donnerstag im Alter von 100 Jahren gestorben.

    Über ihn gibt es kurioserweise sogar eine Biografie in deutscher Sprache. Er ist offenbar berühmt gewesen als verlässlicher Einspringer und dafür, dass er mit über 90 noch ein hohes C singen konnte - eine Art lebende Legende. Ich habe ihn im CD-Regal in einer Zandonai-Oper.

    https://www.amazon.de/Angelo-L…Reise-ebook/dp/B079C6KYFQ

    Faszinierend.


    Das heißt u.a., dass in sechseinhalb Jahren zumindest 91-mal "Wiener Blut" gegeben worden ist.


    Dass man den Sänger ansonsten aber mit Operetten verschonte. Oder wurden keine anderen gespielt?


    Dass ein Sänger, der sechs gängige Verdi-Tenorhauptrollen recht regelmäßig sang, in nur zwei Puccini-Rollen (da aber sehr kontinuierlich) eingesetzt wurde. Hat man Puccini sonst nicht gespielt? Kalaf, Des Grieux, Linkerton würden doch auch ins Repertoire Hausers gepasst haben.


    Dass man zu der Zeit Opern wie "Fra Diavolo" oder "Die Afrikanerin" viel eher auf den Spielplänen fand als heute.


    Dass es schön ist, einen offensichtlich verdienten Sänger wieder ein wenig aus der Versenkung geholt zu haben.


    Danke

    Das trifft es ausgezeichnet. Ich finde Herrn Rabe auch wirklich gut (selbst Reich-Ranicki urteilte so). Aber es ist eben nicht dasselbe wie damals, wie könnte es auch. Wenn man das beachtet und akzeptiert, kann man ihn mit Gewinn verfolgen. Wobei es mir kurioserweise ähnlich geht, denn Rabe könnte ich mir nicht stundenlang anhören, die Comedian Harmonists und dergleichen allerdings schon.

    @ "Rheingold" + "Joseph" Ich finde Max Raabe wirklich ein gutes Beispiel für den Thread. Er zeigt uns nämlich vor allem auch, wie eigenartig es heute klingt, wenn man so singt wie damals. Durch die gekonnte Kopie erzielt er durchaus komische Effekte, weil wir heute darüber lachen, was anno dazumal gängig war, auch wenn manche Texte natürlich auch damals schon erheitern wollten.


    Hier muß mal allerdings die damalige Tontechnik in Betracht ziehen. Die Klangfarben in den obersten Höhen waren noch ziemlich verfärbt - was bei Männerstimmen nicht so stark zum Tragen kam.

    Hier weise ich gerne auf die piepsigen Frauenestimmen in den Tonfilmen hin - TEILWEISE aber auch damalige "gesellschaftliche Konvention" Frauen aus England und USA "quietschen" noch heite - teilweise.

    Das finde ich sehr interessant, das hilft mir weiter.

    Es kommt ja schon mal vor, dass man etwas sucht und nicht weiß, wo man suchen soll. Auf einer Suche in den letzten 24 Stunden stieß ich schon auf zwei seltene Videos mit Maria Bieshu und vier komplette Filme mit Mario Lanza. Vorhin kam dann noch Anna Netrebko dazu, u.a. in einer Aufnahme eines zweistündigen Konzerts mit Barenboim in Berlin 2010.

    Da hast du wirklich eine tolle Quelle aufgetan. Diese frühen Netrebko-Auftritte sind wirklich hochinteressant. Ich habe sie ja auch schon verhältnismäßig früh gesehen - 2004 oder 2005 in Salzburg. Da war sie auch noch recht schlank, aber nicht so spindeldürr wie als Teenager.

    Eine slawische Oper ist Zacharia Paliaschvili ABSALOM DA ETERI nicht.

    Sie wird in georgischer (manche sagen auch 'grusinischer') Sprache gesungen und gilt als georgische Nationaloper.

    Egal! Sie wird Dir sicher gefallen! Eine sehr gute Einführung wird übrigens in der LP-Kassette der DGG gegeben! Man kann die für ein paar Groschen antiquarisch bekommen.

    Ich bin gespannt auf Deine Höreindrücke!

    Für den Tipp zu dieser Oper in der Einspielung mit Zurab Sotkilava bin ich sehr dankbar, lieber Caruso. Ich habe sie zweimal angehört. Beim ersten Mal als Begleitmusik - schon da war ich fasziniert von der wunderbar melodiösen Musik. Nun hörte ich sie eben noch einmal mit mehr Aufmerksamkeit.

    Ich muss sagen, dass ich selten von einem Werk so eingenommen worden bin. Da ist alles drin, was man an Opern liebt: Mehrere wunderbare Solonummern aller Hauptpartien; (etwas kurze) Duette (vor allem Sopran und Mezzosopran - meine Lieblingskombination für Duette); packende Massenszenen, in denen die hohen Stimmen auftrumpfend alles übertönen; ein Zwischenspiel, das auch ein Satz einer großen Symphonie sein könnte; überwältigend vielfältige musikalische Einfälle, die alle Gemütslagen ansprechen; ein hohes C des Tenors (wenn ich mich nicht täusche).

    Man gewöhnt sich auch schnell an die orientalischen Anklänge bei der Art des Singens.

    Von den mehr als zwei Stunden ist keine Minute langweilig.


    Meines Erachtens wird die Aufnahme von Sotkilava getragen. Ich habe auch den Eindruck, als ob seine Partie der Oper am ehesten einen Stempel aufdrückt. Er ist in der Tat ein beeindruckender Sänger ohne Schwächen - immer wieder muss ich daran denken, dass der Mann zuvor professioneller Fußballer und dann zu solchen künstlerischen Leistungen fähig war. Das ist schon unglaublich.

    Am Ende singt er librettogemäß richtig zärtlich!

    Die Gestalterin der Eteri, Tsisana Tatishvili gefällt mir ebenfalls gut. Der Bariton Shota Kiknadse hat eine dröhnende, schöne Stimme, die aber in der Tiefe recht kehlig oder eher gallig wirkt.

    Angesichts der langen Entstehungszeit kann man nur sagen: Was lange währt, wird endlich gut. Die Uraufführung fand 1919 statt. Dafür ist die Oper im besten Sinne altmodisch.

    Die Damen der zweiten und dritten Reihe dieser Jahre haben in der Regel gut ausgebildete Stimmen, singen meist sauber und klingen gar artig! Aber sie klingen sehr oft auch bieder und ziemlich reizlos.

    Das trifft es genau. Man erkennt darin natürlich auch das geschlechtliche Rollenbild der damaligen Zeit. Die Damen wirken sehr feminin und zerbrechlich. Die Töne hören sich beinahe höher an, als sie tatsächlich sind.

    Sollten die Stimmen von Synchronsprechern nicht den Originalen möglichst ähnlich sein? Ich selbst ertrage keine synchronisierten Filme und höre diese immer im Original.

    Nein, das würde ich nicht unbedingt behaupten. Die Entscheidung, wer wen synchronisiert basiert ganz "ohrenscheinlich" nicht immer darauf.

    Worüber soll man hier diskutieren? Man könnte allein aus dem bisher Gesagten mindestens drei Threads machen.


    Besonders interessieren würde mich, wie sich Gesangsstimmen im Laufe der Zeit verändert haben. Man höre zum Beispiel durchschnittliche Sopranistinnen in Opernaufnahmen aus den 40er oder früheren 50er-Jahren. Nie und nimmer kämen die beim heutigen Publikum an.


    Aber noch etwas Interessantes, weil ich mich gerade damit beschäftige. Wer kennt sich bei Synchronsprechern in Filmen aus? In den 50er-Jahren waren tiefe, männliche Stimmen en vogue (Arnold Marquis, Claus Ackermann, Paul Klinger, Gert Günther Hoffmann), heute dagegen hauchen, flüstern und säuseln sich Stimmen wie jene von Tobias Meister, Manfred Lehmann oder Christian Brückner durch jeden zweiten Film. Die hätten früher keine Chance gehabt.

    Ein Videoclip aus dem Film, durch den man eine Vorstellung über die Machart des Films bekommt, den ich insgesamt eigentlich wenig gelungen finde. An eine Szene erinnere ich mich aber mit Vergnügen. Leider finde ich sie nicht in YouTube. Bei der angesprochenen Musterung hört ein von der Routine sichtlich gelangweilter Arzt einen Rekruten nach dem anderen mit dem Stethoskop ab. Begleitet von einem monotonen "Der Nächste". Als unser Mario an der Reihe ist und der Arzt sein Stethoskop ansetzen möchte, ist er plötzlich ganz verdutzt, weil sich der riesige Brustkorb des Tenors bereits direkt vor seiner Nase befindet. Die Szene ist recht komisch und zeigt, in welcher athletischen Verfassung Lanza war. Das war dann wahrscheinlich nach der angesprochenen Hungerkur.


    Man muss den beschwerlichen Weg seiner frühen Karriere wirklich in Erinnerung rufen, wenn man McCracken gerecht werden will. Etwas anderes kommt hinzu: Ihn nur nach seinen Aufnahmen zu beurteilen ist eigentlich gar nicht möglich. Zum Einen - das ist ja schon thematisiert worden - werden da die Leidenschaft und Intensität, mit denen er sich in seinen Partien verbrannte, überhaupt allenfalls ansatzweise vermittelt. Aber es kommt noch etwas anderes hinzu. Offensichtlich hatte die Mikrophone der Zeit echte Probleme, seine schallintensiven und obertonreichen Höhen einigermaßen einzufangen. So klingt eng und gepresst, was in the flesh überwältigt hat!

    Es ist wirklich erstaunlich, wie oft McCracken bei Live-Mitschnitten aus der Met in den 50er-Jahren in Kleistrollen auftaucht. Beinahe ein Spiel: Findet man ihn irgendwo ganz unten in der Besetzungsliste oder nicht.


    Bezüglich Leidenschaft und Intensität: Mir ist kein anderer Sänger bekannt, bei dem diese Attribute auch über das Tonstudio derart stark nachempfunden werden können. Wie muss er dann erst live gewesen sein? Ich kann Caruso41 oder Erich Ruthner nur beneiden, die das erlebt haben.

    Und Carlo kann ich für seine biografischen Ausführungen nur danken. Der Thread hat sich gewaltig entwickelt.

    Obwohl ich schon viele Jahre McCracken-Freund bin (und dafür auch schon mal ein Kopfschütteln erntete), ist mir dieser tolle Thread bisher entgangen. Schön, dass er ausgegraben und ergänzt wurde.


    Kürzlich bin ich in YouTube auf eine Aufnahme mit dem Tenor gestoßen, von deren Existenz ich nichts wusste und die auch hier bisher nicht angesprochen wurde: Das Lied der Erde.

    Hier das Jammerlied:


    https://www.youtube.com/watch?v=7_FDNi-bFE4

    Es ist genau, wie Carlo in seiner Einleitung schreibt:

    Neben Domingo, Carreras und anderen Größen der Musikwelt, die bezeugt haben, dass sie durch diesen Film bzw. Mario Lanza generell zur Oper gekommen sind, kann das auch greghauser2002 von sich behaupten ;).


    Daher weiß ich deinen Einsatz in diesem Thread sehr zu schätzen, lieber Carlo.


    Was für außergewöhnliche Perlen diese Film-Soundtracks bieten, die - wie uns Carlo erklärt - nie für den kommerziellen Verkauf gedacht waren, zeigt dieses Beispiel:


    Ich habe ihn nun auch wieder gesehen. Auf Blu-Ray mit tollen Extras. Mir gefällt der Film außerordentlich gut, besonders der erste Teil! Er beinhaltet viele großartige Details und die grundgelegte Komposition, dass immer wieder der Senat und die Sklaven gegenübergestellt werden, ist eigentlich genial. So wird das alte Rom von zwei komplett unterschiedlichen Seiten lebendig. Und die schauspielerischen Leistungen hauen mich um. Diesmal ganz besonders Jean Simmons und Kirk Douglas selbst.

    Danke, nemorino, für diesen schönen und interessanten Beitrag zu Rossinis "Stabat Mater". Persönlich finde ich das Werk sehr hörenswert.

    Kennengelernt habe ich es in einer Version, die ich soeben auch auf YouTube gefunden habe und die vor allem durch die Mitwirkung des noch recht jungen Franco Bonisolli "spektakulär" ist (Carteri-Valentini-Mazzieri; Bertola, 1972):

    https://www.youtube.com/watch?v=j8EgptD2w8U


    Eine für mich besondere gesamte Aufnahme dieses Werkes gibt es auch mit Karl Terkal. Ich habe sie, weiß aber nur wenig darüber - außer, dass die Witwe Terkals unter den zahllosen existierenden Aufnahmen ihres Mannes diese am allerliebsten hört.

    Ich bitte also - insbesondere Dich, lieber greghauser - um ein wenig Geduld. Der Thread kommt aber bestimmt, - (wenn mich nicht der verflixte Corona-Unhold dahingerafft haben sollte).

    Ich danke dir für deinen Zwischenbericht. Vermutlich wird sich für dich (und in weiterer Folge für uns alle) deine Beschäftigung mit Korngolds Liedgut lohnen. Ich jedenfalls freue mich auf Hofmanns Erzählungen darüber in einem anderen Thread!

    Bei "Fidelio" fehlt noch der Florestan:


    Ich muss ehrlich sein: Ich kenne keine Gesamtaufnahme mit Franz Völker. Aber die Rolle war wohl wie maßgeschneidert für ihn. Laut Wikipedia sein Bühnendebüt. Der erste Auftritt des Florestan und die große Arie sind in diesem Fall ja ohnehin die halbe Miete der Partie. Und ich habe nie, nie, nie jemanden gehört, der sie so singt wie er! Aufgrund dieser Argumente beantrage ich, ihn hier aufzunehmen.


    Jonas Kaufmann habe ich oft auf der Bühne erlebt. Ich bin kein großer Fan. Wirklich beeindruckt hat er mich aber in dieser Rolle bei der Fernsehaufzeichnung aus Zürich 2004. Als damals flotter Mitt-30er und toller Schauspieler mit unverbrauchtem Stimmmaterial. Stark!

    https://www.youtube.com/watch?v=hAqLJAEzFF0


    Selbst erlebt habe ich Franz Supper in Salzburg, der die Rolle wesentlich schnörkelloser anlegt. Für einen ehemaligen Buffo hat er eine erstaunliche stimmliche Entwicklung genommen und vermochte es, das Publikum als Florestan durchaus zu begeistern.

    https://www.youtube.com/watch?v=YGU6Y-iorrY

    Extra für den Spieleröffner:

    Ich habe die wirklich beeindruckende Oper "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" im Salzburger Landestheater gesehen. Natürlich bin ich wieder einmal wegen dem Tenor, Franz Supper, hingegangen. Die "Jenny" wurde von der bezaubernden Laura Nicoresu, die ich kürzlich auch als Susanna im "Figaro" gesehen habe, verkörpert.

    Sie erhält daher meine Stimme.

    "Turandot" ist eine Oper, die ich verhältnismäßig oft auf der Bühne erleben durfte. Daher sehe ich mich in der Lage, meine Lieblingsinterpreten des Kalaf zu nennen.


    Franco Corelli - Er muss den Kalaf sehr häufig gesungen habe. Gerade ist mir ein Prospekt in die Hände gefallen, in dem erwähnt wird, dass er in dieser Rolle noch 1970 in Macerata auftrat. Sein letzter Kalaf dürfte erst 1975 in Verona gewesen sein. Die Quelle für eine für mich perfekte Interpretation ist aber der RAI-Film von 1958. Er ist ein Prinz, wie er im Bilderbuche steht und singt auch königlich!


    Franco Bonisolli - Stimmlich mindestens so beeindruckend wie der andere Franco. Im YouTube gab es einmal ein schönes Video, in dem herausgearbeitet wurde, dass Bonisolli beim berühmten eingelegten C bei (No, no principessa …) eigentlich vier C singt, weil er auf diesem Ton locker wortverständlich bleiben kann "ardente d'amor" (vier Silben - vier C). Hier hört man zumindest, was ich meine:

    https://www.youtube.com/watch?v=x4w6ygRGqCA


    José Cura - Man könnte langsam den Eindruck bekommen, dass ich Cura-Fan bin. Das stimmt aber gar nicht wirklich. Ich habe ihn früher einfach sehr oft auf der Bühne erlebt und er war ein Ereignis und ein sehr guter Rollengestalter. Daher kommt er bei mir in diesem Spiel immer wieder zum Zug. Auf CD höre ich ihn eher sehr selten. Als Kalaf sah ich ihn zweimal. In Zürich schlug er am Ende des 1. Aktes dreimal den Gong und hielt dabei das "Turandoooot". Doch damit nicht genug, drehte er sich wieder zum Publikum, stemmte den Schlägel wie ein Gewichtheber über den Kopf in die Höhe und ließ sich so auf die Knie fallen - dabei hielt er den Ton noch immer!

    Live gesehen habe ich die Oper "Werther" zunächst mit dem hochgelobten (und auch von mir geschätzten) Tenor Piotr Beczala in München - und er ließ mich relativ kalt. Möglicherweise hatte er nicht seinen besten Tag, vielleicht liegt ihm die Rolle aber auch nicht besonders. Hier jedenfalls meine drei (etwas außergewöhnlichen) Nominierungen.


    Georges Thill - Das ist noch nicht so außergewöhnlich. Thill wurde ja auch schon genannt. Man höre sich einfach seine Gesamtaufnahme an (ich habe einmal aufgeschnappt, es sei die erste, die es von dieser Oper gibt) und bemerke selbst, wie geschliffen seine Interpretation ist und wie gelungen sie sich an die schwelgerische Musik anpasst.


    Timothy Richards - Mein zweites Live-Erlebnis dieser Oper. Im Salzburger Landestheater war eigentlich ein anderer Tenor vorgesehen, dann kam allerdings der mir unbekannte Waliser auf die Bühne und verursachte Gänsehaut-Momente. Seine samtweiche Stimme mit der bronzenen Farbe und auch sein engagiertes Spiel waren meines Erachtens auf höchstem Niveau. Kennt jemand diesen Tenor, der viel an der Komischen Oper Berlin singt?


    Adolf Dallapozza - Beim Werther handelt es sich um eine absolute Lieblingsrolle des Tenors, der so unglaublich viel in seinem Leben gesungen hat. Sein Aussehen und sein Ausdruck passen perfekt zum Goethe-"Helden". Es erschien kürzlich offiziell ein Mitschnitt von 1970 aus der Volksoper Wien, ich kenne den schon viele Jahre, weil Dallapozza ihn mir seinerzeit persönlich geschenkt hat. Schon allein deshalb zählt er zu meinen persönlichen Lieblingsinterpreten.


    Massenet - Werther (2 CDs)

    Ich melde mich zu zwei Rollen, die ich einigermaßen beurteilen kann, weil ich die Opern live gesehen habe und jeweils auch einige Gesamtaufnahmen bzw. Videos kenne. Ich finde, man kann nur unter diesen Voraussetzungen eine halbwegs fundierte Meinung abgeben.


    Samson

    Ich habe mich sehr gefreut, den Namen José Luccioni in diesem Zusammenhang zu lesen (und auch den seines Lehrers Leon Escalais). Von beiden Sängern habe ich CD's, die ich immer wieder gerne auflege. Auf jener von Luccioni sind auch Ausschnitte aus "Samson und Dalila", jedoch zu wenig, um mir wirklich ein Urteil erlauben zu können. Daher nominiere ich:


    José Cura - Seine Gesamtaufnahem mit der damals fantastischen Olga Borodina stammt von Ende der 90er-Jahre. Die ist wirklich sehr gut, eine Referenzeinspielung. Stimme und Aussehen Curas (in diesem Fall nur auf dem Cover) passen wunderbar zur (biblischen) Helden-Rolle. Auch der Ausdruck Curas besticht. 2010 habe ich ihn in Karlsruhe auch live erlebt. Noch dazu in einer von ihm selbst geleiteten Inszenierung. Er war nicht mehr ganz so gut, aber immer noch beeindruckend. Der Mezzosopran hieß Julia Gertseva und war atemberaubend.

    Saint-Sa?ns - Samson & Dalila / Cura, Borodina, Lafont, Lloyd, Silins, Sir Colin Davis


    Aleksandrs Antonenko - Wie ich schon beim "Otello" schrieb, hat mir dieser Tenor einst sehr gut gefallen. In seiner Frühzeit war er sicher auch ein fantastischer Samson, wie er auch ein großartiger Otello war. Hier ein Ausschnitt, der spätestens von 2013 stammt:

    https://www.youtube.com/watch?v=m_RK0hIMvYo


    Ramon Vinay - "Melomane" hat die Vorzüge seiner Interpretation schon beschrieben. Ich habe diese CD auch und ziehe sie jener mit James King vor.

    Dieser Schlagerstar und Interpret eines Elvis-Presley-Songs hat, glaube ich, auch eine klassische Gesangsausbildung :P: https://www.youtube.com/watch?v=zSpediPk9z4


    "Im folgenden Jahr fiel er bei einem Nachwuchswettbewerb dem tschechoslowakischen Bandleader Karel Krautgartner auf, der ihn auf eine Tournee mitnahm und ihn dem Prager Konservatorium empfahl, wo er drei Jahre Gesang studierte. "

    "Land so wunderbar" aus L' Africaine von Meyerbeer.

    Karel Gott ist hier aber schon interessant und leuchtend, oder?