Ich sehe mir heute das Adventskonzert aus Dresden an!
ZDF um 17.55 Uhr mit Benjamin Bernheim und Elsa Dreisig.
Ich sehe mir heute das Adventskonzert aus Dresden an!
ZDF um 17.55 Uhr mit Benjamin Bernheim und Elsa Dreisig.
Herzlichen Dank für den Bericht, lieber Hans, und die wichtigen Infos, lieber Orfeo.
Wir haben hier in Salzburg noch darüber gesprochen, wegen Tetelman in dieser Oper nach Berlin zu fahren. Es schien uns dann aber zu mühsam, u.a. wegen des derzeitigen Rufs der DB. Schön, dass sie auf DVD kommt.
"Fedora" war mein entscheidendes Opern-Live-Erlebnis. Ungefähr vor 25 Jahren in Zürich mit Mirella Freni und Jose Cura. Seitdem weiß ich, was Musiktheater auslösen kann.
Das wiederum habe ich auch nicht gewußt, und die Ingmar Bergman-Zauberflöte habe ich beinahe schon total vergessen. Umso erstaunter war ich, als ich nun heute Josef Köstlinger mit der Bildnis-Arie gehört habe. Zunächst wußte ich gar nicht mehr, daß er die Rolle im Film schwedisch gesungen hat, und deshalb habe ich zunächst gedacht, der Sänger sei Jussi Björling! Da gibt es - von der Sprache abgesehen - wirklich frappierende Ähnlichkeiten im Timbre wie im Klang der Stimme. Das ist eine ganz wunderbare Aufnahme, die wirklich viel mehr Anerkennung verdient hätte. Denn wer denkt, wenn er den Film nicht kennt, heutzutage noch an Köstlinger, wenn von der Zauberflöte die Rede ist? Für mich ist die Aufnahme eine echte Bereicherung. Schade, daß sie nur noch antiquarisch, und dazu noch recht teuer, erhältlich ist.
Es freut mich, lieber Nemorino, dass dir die Aufnahme mit Josef Köstlinger gefällt. Es gibt viele Geschichten zu der Produktion. Im schwedischen TV lief auch eine Art "Making of":
Josef Köstlingers Karriere in Salzburg lief gut, aber blieb regional beschränkt. Mehr wäre wegen der Nerven nicht drin gewesen, sagt er selbst.
1987 hat er den Tamino dann auf der Bühne in Salzburg gesungen. Da klang seine Stimme aber schon anders.
CD's von der Produktion gibt es hier antiquarisch zu erstehen: Wolfgang Amadeus Mozart / Sveriges Radios Symfoniorkester / Radiokören - Trollflöjten - Die Zauberflöte - The Magic Flute (CD, Sweden, 1989) Zu verkaufen | Discogs
Und den ganzen Film auf YouTube gibt es auch:
Lieber nemorino!
eine richtige Diskussion ist leider nicht zustande gekommen, denn die Opernfreunde haben es hier im Forum schon seit geraumer Zeit ziemlich schwer. Es freut mich deshalb umso mehr, daß Du Dich zu Wort gemeldet hast.
Meiner Meinung nach sind aber doch einige interessante Aspekte der Arie zur Sprache gekommen. Gestern habe ich mit einem befreundeten Opernsänger gesprochen, der meinte, dass der Tamino traditionell einen Einstieg ins jugendliche Heldenfach bedeuten konnte. Dem widersprechen Interpretationen wie die von Simoneau, der hauptsächlich auf voix mixte setzt. Aber die Herangehensweise ist eben Geschmackssache, wie Alfred schon im Eröffnungsbeitrag ausführt.
Ernst Kozub ist mir natürlich ein Begriff, aber ich besitze keine Bildnis-Arie mit ihm, und Josef Köstlinger ist international als Tamino eigentlich nur durch die berühmte Bergman-Verfilmung bekannt geworden. Auch da kann ich nicht mitreden, ich habe den Film einmal gesehen, und zwar bald nach der Premiere. Das ist lange her!
Immerhin kannst du beide Interpretationen auf YouTube hören:
Zu Björling: Bei ihm fasziniert mich diese traumwandlerische Sicherheit, mit der er die Arie 1959 in Kopenhagen bringt. Das ist nicht selbstverständlich. Zu diesem späten Zeitpunkt in seiner Karriere war er in seiner stimmlichen Entwicklung schon weit fortgeschritten, hatte die Arie für gewöhnlich nicht im Repertoire - und wartet dann mit dieser zweifellos mehr als nur konkurrenzfähigen Interpretation auf. Übrigens war Björling das große Vorbild Köstlingers, der ja Anfang der 1970er in Schweden studiert hat, wo lebendige Erinnerungen an Björling dort noch allgegenwärtig waren.
Zu Wunderlich: Auch für mich ist er bei dieser Arie das Maß aller Dinge!
LG greghauser
Die Diskussion über diese Arie habe ich mit Interesse verfolgt.
Es wurden schon viele Interpreten genannt.
Wenn man gegenüber Simoneau ein etwas virileres Timbre bevorzugt, den Tamino zwar immer noch jugendlich, aber mit etwas mehr Metall wünscht, ist die Version von Ernst Kozub sehr zu empfehlen:
Ernst Kozub "Bildnisarie" Die Zauberflöte
Ein Interpret wurde noch nicht genannt, der aber - zumindest was diese Arie anbelangt - locker im Konzert der Großen mitspielen kann: Josef Köstlinger.
Josef Köstlinger mit der Bildnisarie aus "Die Zauberflöte"
Ingmar Bergmann hat ihn nicht umsonst als Prinzen in seiner weltberühmten Zauberflöten-Verfilmung ausgesucht.
Einige Jahre später hat Köstlinger am Salzburger Landestheater den Tamino auch auf der Opernbühne verkörpert.
Vielleicht ein wenig kurios und ungewöhnlich, meine Reihung, aber trotzdem:
1. Andrea Chenier, Giordanos Spitzenwerk des Verismo, unübertroffen
2. Faust, Gounods Feuerwerk an schönen Melodien, aufgebaut auf einem Weltklasselibretto
3. Attila, Verdis Frühwerk, in dem seine Genialität schon erkennbar war
Ich denke, da gibt es kuriosere Auswahlen.
Ich finde es schön, dass du Giordanos Spitzenwerk an erster Stelle reihst. Ich liebe diese Oper auch, sie sollte noch populärer sein, als sie es ohnehin ist. Bei den "Unbekannten Opern" an anderer Stelle weist du auf "Siberia hin", also noch ein Werk Giordanos. Seine "Fedora" war bei mir übrigens eine Initialzündung. Eines der ersten Werke, das ich auf der Bühne sah (noch dazu mit großartiger Besetzung), ist es bis heute eines meiner liebsten geblieben. Auch deine Nr. 2 und 3 zeugen zwar von individuellem Geschmack, sind aber nachvollziehbar.
Ungewöhnlich finde ich eher so eine Auswahl:
Meine Lieblingsopern "hier und jetzt" - so möchte es der Threadstarter - sind (ohne Begründung und ohne Gewähr, dass ich morgen etwas anderes schreiben würde):
L'amico Fritz
Ariadne auf Naxos
La fanciulla del west
Palestrina
Werther
Der fliegende Holländer
Rigoletto, La traviata, Il trovatore (alle gleich genial)
La rondine
Hoffmanns Erzählungen
Gestern ging in Salzburg eine sehr schöne Aufführungsserie zu Ende:
In der immer wieder atemberaubenden Kulisse der Salzburger Felsenreitschule habe ich "Der fliegende Holländer" besucht, eine Produktion des Salzburger Landestheater. Ich war schon begeistert in der Generalprobe gesessen, wollte dann unbedingt auch eine Aufführung sehen. Nebenbei bemerkt, konnte ich so auch die beiden Originalbesetzungen von Erik und dem Steuermann erleben, denn bei der Premiere (und Generalprobe) waren beide Tenöre krank ausgefallen. Allein die wunderschöne Musik Wagners live zu erleben (beginnend bei der Ouvertüre), ist den Theaterbesuch schon wert. Die Inszenierung des Intendanten Maldeghem fand ich lebendig und angenehm. Ein eigener "Segel Bewegungschor" brachte Leben, die riesige Bühne wurde gut bespielt und es gab auch sonst ein paar ganz nette Einfälle. Und vor allem nur wenig Störendes - das ist für mich mittlerweile das Wichtigste.* Chefdirigent Leslie Suganandarajah fand eine gute Balance zwischen lausen und leisen Tönen, zwischen Orchester und Stimmen. Mir fehlt aber das Wissen, seine Leistung zu beurteilen.
Sehr stark fand ich die Sänger. Keine Spur von seichtem Landestheaterniveau. Für den Titelpart holte man sich den Bayreuth-Star Derek Welton, der seine Sache schauspielerisch und sängerisch gut gemacht hat. Er brachte - allein durch seine Bühnenwirksamkeit - internationale Klasse in die Produktion. Stimmlich sang ihn Magdalena Hinterdoblers Senta zwar an die Wand. Ob sie eine solche Intensität beim Singen lange in der Karriere aufrecht halten kann, sei aber dahingestellt. Ihr voller Einsatz wirkt schon jetzt manchmal leicht schrill. Der tadellose, relativ junge österreichische Bass Martin Summer (Daland) ist auf dem besten Weg, eine gute Karriere zu machen. Besonders freut mich, dass der "Haustenor" Luke Sinclair den Erik sehr gut gemeistert hat und sich nahtlos in das Quartett der Hauptpartien einfügte. Der Steuermann von Ilia Skvirskii hat eine schöne, aber noch etwas dünne Stimme, blieb insgesamt ein wenig farblos. Die vier Hauptsänger bekamen tosenden Applaus, ganz besonders Hinterdobler. Meine besuchte Aufführung war bis auf den letzten Platz ausverkauft und ich habe nur glückliche Gesichter gesehen.
* Dass Senta überlebt hat, mag manchem missfallen. Es war in der Produktion aber stimmig.
Das wäre was!
Darmstadt so schön, die Stimme von E. Grümmer so schön!
Aber leider zu weit weg, um schnell mal hinzufahren.
Ich wünsche dem Vortragenden gutes Gelingen und danke Carlo für die Bekanntmachung.
Auch wenn ich nicht dabei sein kann, bin ich froh, dass an diese Künstlerpersönlichkeit erinnert wird. Ich finde so etwas sehr wertvoll.
Ich möchte mich einmal bedanken und dir ein Lob aussprechen, lieber moderato. Die Herbstbilder sind herrlich anzusehen und inspirierend! Geht das auch als Herbstbild durch? Es hängt bei uns als Kunstdruck im Wohnzimmer. Heinrich Vogeler: Träumerei (Sehnsucht)! Um 1900 gemalt, stellt es für mich ein typisches Jugendstilbild dar. Wenn ich dazu Musik höre, wähle ich "Das Lied von der Erde". Heute Abend werde ich dieses Stück in der Klavierfassung live in Wien hören dürfen. Ich selbst werde eine Einführung geben und dieses Bild verwenden.

Alles anzeigen
Das hast du sehr schön gestaltet, lieber Orfeo. Redford war in seinen frühen Jahren ein richtig cooler Schauspieler, hat sich dann später zum erstklassigen Regisseur entwickelt. Mein absoluter Lieblingsfilm mit ihm ist "Jeremiah Johnson". Den könnte ich ununterbrochen sehen! Die beiden Klassiker mit Paul Newman sind natürlich auch Kultfilme - schade, dass ihr Wunsch, noch einmal gemeinsam zu spielen, nie verwirklich wurde ...
... achja, einen Auftritt zusammen gab es ja doch noch: Paul Newman & Robert Redford Perform at Westport Country Playhouse Benefit
Sonya Yoncheva ist krankheitshalber ausgefallen; ihre geplanten Auftritte wurden von verschiedenen Sängerinnen übernommen.
Im Online-Merker ist eine sehr interessante Rezension des Abends zu lesen.
Hier der Link:
» WIEN/ Staatsoper: „OPERN AIR “ im BurggartenOnline Merker
Die Kritik macht mich neugierig. Ich habe mir das Konzert aufgezeichnet und werde es mir nun gleich ansehen.
Paul Armin Edelmann hat eine schöne Homepage, auf der man allerhand nachlesen kann:
Derzeit sieht man dort die Ankündigung für ein von mir organisiertes Konzert, auf das ich hier aufmerksam machen darf:
Gustav Mahler: Das Lied von der Erde - Haus Hofmannsthal
Paul Armin Edelmann hat "Das Lied von der Erde" schon an der Pariser Opéra Garnier interpretiert und dafür gute Kritiken erhalten, u.a.: So draufgängerisch Burkhard Fritz mit seinem kraftvollen Tenor die Trinklieder anstimmte, so weich und höhengeschmeidig singt nun Bariton Paul Armin Edelmann den Freundesabschied. (Die Deutsche Bühne).
Diesmal wird KS Franz Supper sein Partner sein, der nicht nur mich 2022 als Bacchus in Salzburg begeisterte.
Ein schönes Beispiel für eine Liedinterpretation Paul Armin Edelmanns:
Paul Armin Edelmann; "Der Leiermann"; WINTERREISE; Franz Schubert
Herzliche Einladung an alle TAMINOS: Kommt ins kleine, feine Haus Hofmannsthal und überzeugt euch, was aus dem "charmanten Hoffnungsträger" geworden ist.
Ich möchte hier noch einmal auf Elfriede Pfleger zurückkommen, über die vor allem Buralicchio (Die "unberühmte" Stimme) schon einiges geschrieben hat.
In der Zwischenzeit durfte ich die heute 92-Jährige nämlich kennenlernen. Sie hat mir ihre Lebenserinnerungen zur Verfügung gestellt und wir haben bereits etliche Stunden miteinander gesprochen.
Ich möchte hier nur die interessantesten Aspekte ihrer Karriere zusammenfassen, abseits der bereits angeführten durchaus beachteten Auftritte bei den Salzburger und den Bregenzer Festspielen.
bis 1956 Studium am Mozarteum Salzburg
1956-1958 Salzburger Landestheater
1958-1959 Theater der Bundesstadt Bonn (zu der Zeit war auch James McCracken dort engagiert, mit dem sie z.B. in "Der Freischütz" auftrat)
1959-1960 Städtische Bühnen Münster
1960-1964 Stadttheater Zürich
1964 1966 Theater Dortmund
danach freischaffend bis 1977 mit Auftritten an der Württembergischen Staatsoper, der Oper Köln, dem Staatstheater Mainz, der Oper Graz oder der Wiener Volksoper.
Elfriede Pfleger war universell einsetzbar, sang etwa an drei verschiedenen Theatern die Gilda (Rigoletto) und mehrere Male die Sophie im "Rosenkavalier". Eine ihrer meistgesungenen Rollen war die Norina in "Don Pasquale" - so auch neben Fritz Wunderlich in Stuttgart. Hervorzuheben immer wieder Ännchen im "Freischütz", Marie in "Zar und Zimmermann" und allen voran Adele in "Die Fledermaus".
Schon in der Studienzeit war sie vor allem vom großen Sohn ihrer Salzburger Heimat, W.A. Mozart, angetan. Bei Generalproben konnte sie bei den Sommerfestspielen das Wiener Mozart-Ensemble in verschiedensten Mozart-Opern beobachten. Später sang sie sehr gerne u.a. Despina, Papagena, Blondchen, Zerlina oder Susanna.
Sie begegnete in ihrer Karriere auf der Bühne immer wieder den herausragendsten Persönlichkeiten ihrer Zeit. Neben den Genannten etwa Wolfgang Windgassen, Rudolf Schock, Helge Rosvaenge, Gwyneth Jones, Teresa Zylis-Gara, Evelyn Lear, Hilde Konetzni. Vor allem mit letztgenannter verband sie eine Freundschaft. Als großes Vorbild nennt sie Hilde Güden.
Nach ihrer Gesangskarriere begann Elfriede Pfleger (nun verheiratet: Lind) äußerst erfolgreich mit einem zweiten Beruf als Geschäftsfrau. Sie betrieb in der Altstadt von Salzburg eine Antiquitätengeschäft, in das vor allem zur Festspielzeit auch gern der/die eine oder andere Kollege/in von früher kam. Elfriede Lind lebt heute immer noch bei Salzburg und nimmt regen Anteil am Kulturleben. Sie ist sehr agil und freut sich, die alten Erinnerungen noch einmal hochkommen zu lassen.
Schon vor fast drei Wochen ist Stuart Burrows mit 92 Jahren gestorben.
Er möge in Frieden ruhen, die Aufnahmen seiner außergewöhnlichen Stimme werden bleiben!
Interessant, dass Kaufmann das jetzt macht und dass er offenbar die Stars anlocken kann, lieber greghauser.
Einerseits verständlich, dass er die berühmten Verdi-Opern macht, andererseits auch schade - warum nicht mal wenigstens drei andere Verdi-Opern. Luisa Miller - Un ballo in Maschera - Simon Boccanegra würde mich eher reizen
Offenbar ändert sich etwas in Richtung Populismus. Bisher waren sowohl im Sommer als auch im Winter eher Wagner und Raritäten wie "Königskinder", "L'amico Fritz" oder "Postillon" am Plan. Da gäbe es noch viele andere Beispiele, letztere habe ich mir gegeben, weil man sie sonst kaum wo zu sehen und hören bekommt. Nun gab es im Winter "Bohème" und im Sommer eben Verdi. Man muss es auch verstehen: Bei meinen ersten Besuchen war das Haus nicht ausverkauft, diesmal schon.
Und übrigens: Unter den Zusehern saß Anna Netrebko. Gut möglich, dass sie auch bald hier singt.
Ein Kurzbericht aus Erl.
Heuer ist die erste Sommer unter der Intendanz von Jonas Kaufmann. Der Spielplan der Sommerfestspiele verrät eine neue Richtung: Die Trilogia popolare von Giuseppe Verdi wird gegeben - und zwar mit allerersten Künstlern, wie Luca Salsi, Ludovic Tézier oder Pretty Yende (Rollendebüt als Leonore). Mit solchen Namen konnte Erl vor der Ära Kaufmann nicht aufwarten.
Ich besuchte die Traviata vor allem wegen des Tenors Kang Wang, der mir sehr positiv in YouTube-Clips aufgefallen war und der auch im Forum schon vorgestellt wurde: Entdeckungen: Neue Stimmen
Den Sänger live zu erleben, hat mir sehr gefallen. Es scheint, als ob er nun auch endgültig den internationalen Durchbruch schafft. Für 2026 sind Engagements an der Wiener Staatsoper (Rinuccio in Gianni Schicchi) und der Metropolitan Opera (Alfredo) angekündigt.
Star des Abends (und für mich eine positive Überraschung) war aber Rosa Feola, die die Violetta ausgezeichnet sang und spielte - und das, obwohl die Oper konzertant gegeben wurde. Lucas Meachem machte als Vater Germont das vorzügliche Hauptdarstellertrio komplett. Zusätzlich waren sogar die in dieser Oper vernachlässigbaren Nebenrollen glänzend besetzt. Das liegt u.a. daran, dass einige Künstler auch in den anderen Opern - und dort in bedeutenderen Rollen - engagiert sind.
Das Orchester und der Dirigent Asher Fisch, die ja auf der Bühne zu sehen waren, lieferten einen engagierten und sympathischen Auftritt ab.
Alles in allem wieder einmal ein schöner Opernabend in Erl - wer das Haus kennt, weiß, dass die äußeren Bedingungen immer grandios sind. Störend war für mich nur die deutlich vernehmbare Verstärkung der Stimmen. Wenn das überhand nimmt, bleibe ich den Opernhäusern endgültig fern.
Hier also nur kurze Eindrücke und Erlebnisse.
Danke, Tristan. Diese Idee finde ich sehr gut. Hoffentlich schaffe ich es auch, hier einige Kurzeindrücke zu teilen.
Deine erste Beschreibung war für mich schon recht interessant, weil ich dadurch erfuhr, dass Jason Kim offenbar weg ist aus Wien (derzeit scheint niemand an der Volksoper bleiben zu können/dürfen). Habe mir auch gleich einen Clip mit ihm aus Oldenburg (Hoffmann) angesehen, er hat ja wirklich eine phänomenale Stimme. Mich wundert, dass er leise war.
Danke, lieber Orfeo, für diese sehr interessanten Videoclips. Als ich deinen Kommentar zum ersten Video las, musste ich schmunzeln und habe mit Schlimmerem gerechnet. Immerhin war ihre Karriere zu diesem Zeitpunkt schon 16 Jahre vorbei. Da habe ich schon aktive Soprane gehört, die diese Arie schlechter gesungen haben.
Der Vollständigkeit halber kann ich in der langen Liste ihrer frühen Mimi-Auftritte auch noch Zürich hinzufügen. Aus verlässlicher Quelle weiß ich, dass sie dort in der Saison 1986/87 neben Jonathan Welch und dem jungen Thomas Hampson in "La Bohème" gesungen hat.
Danke für diese interessanten Informationen zu der weithin vergessenen Strauss-Oper, lieber Carlo.
Die Wiener Volksoper brachte im Januar 1964 eine Neuinszenierung der Oper mit Helga Dernesch als Diemut und Marcel Cordes als Kunrad unter der musikalischen Leitung von Peter Maag; leider gibt es davon keinen Mitschnitt.
Die Premiere müsste am 10. Juni 1964 (genau vor 51 Jahren!) gewesen sein (Die Volksoper, Holzhausen Verlag). Den Schweiker von Gundelfingen sang nach meinen Unterlagen ab 23. Juni Karl Terkal. Nach meinen Informationen wurde die Oper bis zum März 1965 elfmal gegeben.
Einige der von dir angegebenen Aufnahmen kann man auf YouTube nachhören (siehe unten in dieser Reihenfolge)!
Alles anzeigenSchweiker von Gundelfingen – Karl Ostertag / Ortolf Sentlinger – Max Proebstl / Diemut – Maud Cunitz / Elsbeth – Antonia Fahberg / Wigelis - Irmgard Barth / Margret – Liselotte Fölser / Kunrad – Marcel Cordes / Jörg Pöschel – Georg Wieter / Hämerlein – Carl Hoppe / Kofel – Kieth Engen / Kunz Gilgenstock – Rudolf Wünzer / Ortlieb Tulbeck – Paul Kuen / Ursula – Ina Gerhein / Ruger Aspeck – Walther Carnuth / Walpurg – Gerda Sommerschuh / Ein großes Mädchen – Luise Camer / Der Chor und das Orchester der Bayerischen Staatsoper München / Chorltg.: Herbert Erlenwein / Dirigent: Rudolf Kempe / Regie: Herbert Graf (München, Prinzregententheater, 14. 8. 1958). Die nicht abendfüllende Oper – Dauer: 90 Minuten - wurde zusammen mit dem Ballett „Josephslegende“ von Richard Strauss aufgeführt.
Schweiker von Gundelfingen – Gerhard Stolze / Ortolf Sentlinger – Alfons Herwig / Diemut – Marcella Pobbe / Elsbeth, Wigelis und Margret – Chorsolistinnen / Kunrad – Heinz Friedrich / Jörg Pöschel – Ottokar Schöfer / Hämerlein – Hans Braun / Kofel – Franz Fuchs / Kunz Gilgenstock – Alois Pernerstorfer / Ortlieb Tulbeck – Erich Majkut / Ursula – Sonja Draksler / Der Chor und das Sinfonie-Orchester des Österreichischen Rundfunks / Chorltg.: Gottfried Preinfalk / Dirigent: Ernst Märzendorfer (Wien, Funkhaus, 10. 1. 1964). Eine leicht gekürzte Aufnahme des ORF, die Edward J. Smith auf seinem Label ‚Celebrity Records‘ auf zwei LPs veröffentlichte.
Schweiker von Gundelfingen – Helmut Krebs / Ortolf Sentlinger- Helmut Berger-Tuna / Diemut – Gundula Janowitz / Elsbeth – Barbara Scherler / Wigelis – Maria José Brill / Margret – Carol Malone / Kunrad – John Shirley-Quirk / Jörg Pöschel – Klaus Lang / Hämerlein – Walton Grönroos / Kofel – Shogo Miyahara / Kunz Gilgenstock – Josef Becker / Ortlieb Tulbeck – Karl-Ernst Mercker / Ursula – Gabriele Schreckenbach / Ruger Aspeck – Wolf Appel / Walpurg – Maddalena De Faria / Der Tölzer Knabenchor / Ltg.: Gerhard Schmidt-Gaden / Der RIAS-Kammerchor / Chorltg.: Uwe Gronostay / Das Radio-Symphonie-Orchester Berlin / Dirigent: Erich Leinsdorf (Berlin, Philharmonie, 15. 5. 1978).
Schweiker von Gundelfingen – Hans-Dieter Bader / Ortolf Sentlinger – Helmut Berger-Tuna / Diemut – Julia Varady / Elsbeth – Ruthild Engert / Wigelis – Kaja Borris / Margret – Elisabeth-Maria Wachutka / Kunrad – Bernd Weikl / Jörg Pöschel – Manfred Schenk / Hämerlein – Raimund Grumbach / Kofel - Waldemar Wild / Kunz Gilgenstock – Kieth Engen / Ortlieb Tulbeck – Friedrich Lenz / Ursula – Marga Schiml / Ruger Aspeck – Willi Brokmeier / Walpurg – Andrea Trauboth / Ein großes Mädchen – Carmen Anhorn / Der Tölzer Knabenchor / Ltg.: Gerhard Schmidt-Gaden / Der Chor des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Gordon Kember / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: Heinz Fricke (München, Studio Nr. 1, 13. 12. - 21. 12. 1983). Eine Studio-Produktion des Bayerischen Rundfunks, veröffentlicht 1984 auf zwei CDs von ‚Acanta‘ und 1999 von ‚Arts‘.
Schweiker von Gundelfingen – Rouwen Huther / Ortolf Sentlinger – Lars Woldt / Diemut – Simone Schneider / Elsbeth – Monica Mascus / Wigelis – Sandra Janke / Margret – Olena Tokar / Kunrad – Markus Eiche / Jörg Pöschel – Wilhelm Schwinghammer / Hämerlein – Michael Kupfer / Kofel – Andreas Burkhart / Kunz Gilgenstock – Ludwig Mittelhammer / Ortlieb Tulbeck – Song Sung Min / Ursula – Jutta Neumann / Ruger Aspeck – Joachim Roth / Walpurg – Catalina Bertucci / Ein großes Mädchen – Arabella Wäscher / Der Kinderchor des Staatstheaters am Gärtnerplatz, München / Ltg.: Verena Sarré / Der Chor des Bayerischen Rundfunks / Chorltg.: Jörn-Hinnerk Andresen / Das Münchner Rundfunkorchester / Dirigent: Ulf Schirmer (München, Prinzregententheater, 24. 1. - 26. 1. 2014). Eine Aufnahme von ‚cpo‘ auf zwei CDs (2014).
Das Duett Diemut-Kunrad im ersten Akt („Feuersnot! Minnegebot!… Mittsommernacht, wehvolle Wacht!“) mit Maria Cebotari und Karl Schmitt-Walter, dem Berliner Rundfunk-Sinfonie-Orchester unter Artur Rother (1943) – veröffentlicht auf der 25-cm-LP 17206 der ‚Deutschen Grammophon Gesellschaft‘ (1959), gekoppelt mit Maria Cebotaris Schlussgesang aus „Salome“ (ebenfalls 1943), bzw. auf der CD 90222 „Maria Cebotari singt Richard Strauss“ von ‚Preiser‘ (1994)
The FIRST complete recording of Richard Strauss' Feuersnot (1958, conducted by Rudolf Kempe)
R STRAUSS FEUERSNOT POBBE/BRAUN/STOLZE/PERNERSTORFER LIVE VIENNA 1964
Gundula Janowitz John Shirley-Quirk Feuersnot full opera (1978 live, conducted by Erich Leinsdorf)
Richard Strauss: Feuersnot Op.50 (1901) opera in one act - Julia Varady - Bernd Weikl - Heinz Fricke
Strauss: Feuersnot, Op. 50, TrV 203 - YouTube
Vielen Dank an Joseph II, Carlo und Orfeo für die Rückmeldungen.
Ich habe auch privat Rückmeldungen erhalten, wovon ich das noch interessant finde: Fiamma Izzo D'Amico begegnete mit nur einmal LIVE, und zwar in Ravenna bei einem Freiluft-Abend im Duett mit Pavarotti in der „Rocca Brancaleone“. Sie vermochte neben dem prominenten Partner durchaus zu bestehen.Sie selbst sagte in einem Interview 1986, dass Pavarotti sie in allen "Bohèmes", die er im nächsten Jahr singen werde, als Partnerin haben wolle. Da gab es offenbar eine enge künstlerische Beziehung.
Zu der interessanten, ausführlich recherchierten Antwort von Carlo noch vier Anmerkungen (er möge mir die Pedanterie verzeihen):
Nach dem Gewinn beim ‚Concorso Internationale Torino‘ im Herbst 1983 (gemeinsam mit Nuccia Focile) debütierte sie im Juni 1984 am Teatro Regio in Turin als Musetta – noch nicht als Mimi, die sang Signorina Focile - in Puccinis „La Bohème“;
Sie sagt in einem Interview:
Nach drei Jahren nahm ich an meinem ersten Gesangswettbewerb am Teatro Regio in Turin teil. Zu gewinnen gab es das Debüt in La Bohème, ich gewann zusammen mit Nuccia Focile und Daniela Longhi, wir teilten uns die Auftritte mit Mimì und Musetta auf.
so z. B. Treviso, wo sie 1985 ihre erste Mimi sang, die zu ihrer berühmtesten Rolle wurde und die sie im selben Jahr (neben Peter Dvorský) bei den Münchner Opernfestspielen verkörperte, was wohl auch zu dem Salzburger Engagement bei Herbert von Karajan führte: zu Ostern 1986 in „Don Carlo“ und im Sommer 1986 als Micaela in „Carmen“. Doch bereits bei ihrer ersten „Traviata“ im Dezember 1986 in Bologna (unter Riccardo Chailly und mit Neil Wilson und Paolo Coni als Partnern) ....
In zwei Interviews erzählt sie zwei Versionen von ihrer ersten Begegnung in mit Karajan in Salzburg, die dann zum Engagement führte:
1.) Während eines Urlaubs in Salzburg, fragte ich beim Sekretär des Festivals nach Karten, der herausfand, dass ich eine junge Sängerin war, und mir vorschlug, bei Maestro Karajan vorzusingen. Nach dem Vorsingen hatte ich den Vertrag in der Tasche, 8 Monate lang verbrachte ich 10 Tage im Monat in Salzburg mit dem Maestro und studierte Don Carlos.
2.) Das Treffen mit Karajan fand im August letzten Jahres auf Empfehlung von Maestro Chailly statt: "Ich war in Salzburg in den Ferien. Karajan rief meinen Agenten an und bat mich um eine Anhörung. Gleich danach bot er mir an, Micaela aus Carmen zu singen. Von September bis November war ich drei Tage im Monat in Salzburg, um mit ihm das Stück zu proben, .
Auch ihre Salzburger „Tosca“ wurde 1988 sehr kontrovers bewertet, ganz abgesehen davon, dass es mit 24 Jahren noch viel zu früh für diese Rolle war und noch dazu auf der Panorama-Bühne des Salzburger Festspielhauses.
Um ganz genau zu sein, war sie im März 1988 erst 23 Jahre alt. Für die Tosca mehr als ungewöhnlich! Sie sagt:
Meine Gesangslehrerin hatte immer das letzte Wort. Nur einmal hörte ich nicht auf sie und ich bin froh darüber: Als Karajan mich bat, Tosca zu singen, war sie nicht einverstanden: "Du musst zehn Jahre warten". Als ich es Karajan erzählte, antwortete er: "Ich muss nicht zehn Jahre auf dich warten, du musst mir vertrauen, ich sage dir, dass du es schaffen kannst." Ich habe ihm vertraut und bin froh, die Partie gesungen zu haben, aber vor allem habe ich sie mehr als ein Jahr lang mit ihm studiert.
„Arien und Duette mit Fiamma Izzo D’Amico und Peter Dvorský“: „Madama Butterfly“ (Puccini): ‚Viene la sera… Bimba, dagli occhi pieni di malia‘ – ‚Addio, fiorito asil‘ – ‚Tu? Tu? Piccolo Iddio!‘ / „Tosca“ (Puccini): ‚Recondita armonia‘ / „Les Vepres sicilennes’: (Verdi): ‚Mercé, dilette amiche‘ / „Faust“ (Gounod): ‚Je voudrais bien savoir… Ah! Je ris de me voir‘ / „Carmen“ (Bizet): ‚C‘est des contrebandiers la réfuge ordinaire… Je dis que rien m’epouvante’ / „La Bohème“ (Puccini): ‚O soave fanciulla‘ – ‚Sono andati? Fingevo di dormire‘ / „Turandot“ (Puccini): ‚Nessun dorma!‘ / Fiamma Izzo D’Amico (Sopran) und Peter Dvorský (Tenor) / Das Radio-Symphonie-Orchester Berlin / Dirigent: Roberto Paternostro / Die Firma ‚Acanta‘ hat das 1988 veröffentlicht als LP (23 239) und CD (43 239); ich habe die LP, bei der das genaue Aufnahmedatum nicht genannt wird.
Ich habe die CD vorliegen. Das angegebene Aufnahmedatum für die Tracks mit Fiamma ist Oktober 1987 in Deutschland. Andere Teile wurden im Februar 1987 in Budapest aufgenommen.
Kürzlich kam mir die Sängerin Fiamma Izzo D’Amico (*Juli 1964) unter. Da auf Anhieb wenig von ihr zu finden war (auch nicht hier im Forum) reizte es mich, ein wenig zu recherchieren. Italienische Quellen gibt es genug, um sich ein Bild über die Sopranistin machen zu können. Sind Aussagen wie diese haltbar? War es die Autorität Karajans, die Fiamma Izzo D’amico vor einem Buhorkan in Salzburg rettete? Sie ist die pure Ausdruckslosigkeit, singt streckenweise wie nur markierend, und wenn sie über eine mezza voce hinausgeht, klingt sie scharf-säuerlich. Außer einer Mimi ist von ihr nichts weiter überliefert, ihre Karriere war extrem kurz, und sie und ihre drei Töchter führten später ein erfülltes Leben als Synchronsprecherinnen. (Entstaubt: Die Salzburger Karajan-Opern - Opera Lounge)
In einem Punkt behält die strenge Rezensentin Recht: Besonders als Mimi ist Fiamma Izzo D’Amico noch heute ein Begriff – kein Wunder: Es war die Rolle ihres Lebens. Allein zwischen 1986 und 1989 hat sie diese an der Mailänder Scala, an der Grand Opera Paris, an der Wiener Staatsoper und sogar an der Metropolitan Opera verkörpert. Ihre Partner waren dabei die größten Rodolfos dieser Zeit: Domingo, Pavarotti, Dvorsky, Cupido. Dirigiert wurde u.a. von Carlos Kleiber und Nello Santi. Mit Luciano Pavarotti harmonierte sie in der Rolle besonders gut, ging mit ihm 1986 auf China-Tournee (wovon ein Filmdokument zeugt, siehe unten) und die beiden traten auch in Verona im Teatro Filarmonico auf. Karajan war dabei nie zugegen, er hätte sie auch nicht „retten“ müssen. Etliche Bewunderer sprechen von einer der berührendsten Mimis aller Zeiten. Eine Meinung, die angesichts der eben aufgelisteten Stationen und des tadellosen Aussehens der Sopranistin einige Zeit lang von vielen Opernmachern und großen Teilen des Publikums geteilt wurde.
Neben ihrer Bedeutung in dieser Rolle bleibt Fiamma Izzo D’Amico (bei dem Doppelnamen handelt es sich um die beiden Nachnamen ihrer Eltern) in den Operngeschichtsbücher verankert als „letzte Entdeckung Karajans“. Mit 19 Jahren hatte sie nach dem Gewinn eines Gesangswettbewerbs im Teatro Regio in Turin schon die Mimi gesungen. Es waren Mimi und Violetta an kleineren Theatern gefolgt. Im Sommer 1985 sang sie im Rahmen eines Urlaubs in Salzburg dem Maestro vor und Herbert von Karajan war offenbar begeistert. Er bot ihr für den darauffolgenden Sommer die Micaela in „Carmen“ an, engagierte sie dann jedoch schon vorher als Elisabetta in „Don Carlos“ bei den Osterfestspielen 1986. Beide Rollen studierte sie intensiv mit ihm ein, in beiden Opern war José Carreras schließlich ihr Partner. Danach überredete Karajan sie, mit ihm die Tosca einzustudieren – da war sie gerade mal 22 Jahre alt. Gegen den Rat ihrer Gesangslehrerin nahm sie an und sang die Rolle schließlich bei den Osterfestspielen 1988 an der Seite von Luis Lima – übrigens das einzige Mal in ihrer Karriere. Bei allen drei Karajan-Produktionen zeichnete der Maestro sowohl für die musikalische Leitung als auch für die Regie verantwortlich. Fiamma versprach dem greisen Karajan, sich weiter zu seiner Verfügung zu halten und vereinbarte eine Desdemona mit ihm – doch wie man weiß, starb Karajan im Sommer 1989.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sie eine atemberaubende Karriere hingelegt. 1986 hatte sie im Teatro Comunale in Bologna noch die Mimi gesungen und war im Jahr darauf als Magda in „La rondine“ vorgesehen. Doch da hatte sie schlichtweg keine Zeit mehr für Häuser dieser Größe: In diesen Jahren zählten nur die allergrößten Stationen mit den allerbesten Partnern (alle „drei Tenöre“ innerhalb von zweieinhalb Jahren), dazu erschienen zwei Schallplattenaufnahmen (1988 Duette mit Peter Dvorsky und 1989 ein großes Solo-Recital bei EMI). Ab 1990 ist aber ein deutlicher Einschnitt in der Karriere zu bemerken. Sie selbst erklärt das in einem Interview so: Neben meinem Klavier habe ich Karajans Foto mit der Widmung "Für Fiamma in Bewunderung". Was will ich mehr? Natürlich habe ich teuer dafür bezahlt, dass ich mit ihm gesungen habe, denn alle Dirigenten nach ihm haben mich immer mit Misstrauen betrachtet. Aber ich wiederhole, es war eine großartige Erfahrung.
1990 kam sie noch einmal nach Wien, allerdings ins Konzerthaus, um mit Carlo Bergonzi in „Mefistofele“ aufzutreten, außerdem sang sie in Rom die Nedda neben Wladimir Atlantow. Danach musste sie etwas kleinere Brötchen backen. Nicht nur das Ableben Karajans beeinflusste ihre Karriere, sondern sicher auch ihr Hang zur Unabhängigkeit und das Gründen einer Familie. 1992 und 1994 gebar sie Töchter und als im Jahr 2000 auch die jüngere schulpflichtig wurde, hängte Fiamma ihre Karriere an den Nagel, worauf noch eine dritte Tochter folgte. Die letzten zehn Jahre ihrer Karriere mag sie nicht mehr so präsent gewesen sein wie zu Beginn, aber sie blieb bis zu ihrem freiwilligen Ende dennoch sehr aktiv. Sie pflegte ihre Rollen intensiv einzustudieren und konzentrierte sich insgesamt auf wenige Opern. Eine Schallplatte mit einem Stabat Mater von Pergolesi aus dem 1993 dokumentiert noch einmal ihre Stimme. Auf der Bühne war sie in den 1990er-Jahren u.a. für eine holländische Opernkompanie als Nedda, Micaela und Liu tätig – die tenoralen Hauptrollen sang meist Corneliu Murgu. In Palermo sang sie 1999 die Tatjana (unter Sergei Leiferkus, alternierend mit Mirella Freni) und im Jahr 2000 ein letztes Mal die Mimi. Eine schöne Abrundung der genau 16 Jahre anhaltenden Karriere der bildhübschen Sängerin.
Selbstverständlich ist Fiamma Izzo D’Amico unverhältnismäßig schnell in den Olymp aufgestiegen und auch ein Stück weit wieder heruntergefallen. Aber es steckt doch mehr hinter dieser Sängerpersönlichkeit als nur eine Karajan-Protegée. Sehen und hören kann man sie hier, um selbst zu urteilen:
La Boheme - Pavarotti- "Che gelida manina" Fiamma Izzo d' Amico "Si, mi chiamano Mimi"
"O soave fanciulla" La boheme Luciano Pavarotti & Fiamma Izzo d' Amico
Interessant noch ihr familiärer Background. Sowohl der Vater Renato Izzo als auch die ältere Schwester Simona Izzo waren in Italien im Filmbusiness tätig – bekannt vor allem in der Synchronbranche. Die Stimme war immer das wichtigste Instrument diverser Familienmitglieder, aber niemand war in der Opernwelt beheimatet. Dennoch schien es für Fiamma keine besondere Anstrengung zu bedeuten, aus ihrer Leidenschaft zur menschlichen Stimme und zum Gesang schließlich ein ernsthaftes Studium zu absolvieren. Sie beendete ihre Ausbildung in Rom, gewann Wettbewerbe und der Rest ging wie von selbst. Nach ihrer Gesangskarriere versuchte sie sich als Opernregisseurin, wechselte dann aber – sehr erfolgreich – ebenfalls in die Synchronbranche. Dort lieh sie nicht nur ausländischen Stars in den italienischen Filmversionen ihre Stimme, sondern schrieb auch Dialogbücher und führte Dialogregie. Der unkomplizierte Einstieg in diesen Beruf erleichterte ihr wohl auch den freiwilligen Bühnenabschied. Nicht immer ist eine Krise Schuld an einer frühzeitig beendeten Karriere. Manchmal ist es auch eine bewusste Entscheidung. Ein nachdenklich stimmender Satz sei hier zum Abschluss zitiert: Das Leben des Sängers abseits der Bühne ist die Hölle, es gibt nichts. Es gibt keine Freundschaft, es gibt keine Liebe, die hält. Es gibt keine menschlichen Beziehungen, es gibt nur ein Hotelzimmer und den Weg vom Hotel zum Theater. Es gibt sonst praktisch kein Leben. Ich mag es, mit meinen Schwestern und Freunden zusammen zu sein, zu kochen, mit meinen Töchtern zu sprechen, mit dem Mann zu kuscheln, den ich liebe, nach Hause zu kommen, mich im Fitnessstudio auszupowern, an einem regnerischen Tag ohne Regenschirm auszugehen, an den Strand zu gehen und zwei Stunden zu schwimmen, ohne mir Sorgen machen zu müssen, ob ich meine Stimme verliere. Alles Dinge, die ich in den Jahren meiner Karriere nicht tun konnte.
Vielleicht kann jemand ein nettes Bild der Sängerin einstellen?
Gute neue Seite der Salzburger Festspiele:
Lieber Buralicchio!
Eine schönere Würdigung kann man sich für diesen Künstler kaum vorstellen.
Man fühlt sich ihm durch dein Porträt nahe.
Wie bist du an all die Informationen gekommen?
Hast du ihn selbst gekannt?
LG greghauser
Wilma Lipp hätte heute ihren 100. Geburtstag gefeiert.
Hier ein schöner Zusammenschnitt von Fernsehauftritten:
Wilma Lipp - A Centenary Tribute (zum 100. Geburtstag)
Es sei auch noch einmal auf den Artikel von "hart" hingewiesen, den dieser vor genau einem Jahr für das Forum verfasst hat:
Der Musiker Gräber
Eine Bekannte aus Inning am Ammersee, die bei einem Notar arbeitet, verbrachte in den letzten Lebensmonaten Wilma Lipps relativ viel Zeit mit ihr. Die junge Frau war - obwohl selbst nicht opernaffin - sehr begeistert von ihrer Persönlichkeit.
Ich möchte mich bei dir, lieber Carlo, für diesen persönlich gefärbten Artikel bedanken.
Schleedorf ist eine kleine Gemeinde im Salzburger Flachgau. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich keine Ahnung hatte, dass Peter Seiffert dort wohnte.
Nach Edith Mathis nun leider die nächste Sängerpersönlichkeit, die innerhalb weniger Wochen in Salzburg, meiner Heimat, gestorben ist.
Da mein Buch über Franco Bonisolli "Tenor ohne Grenzen" durch TAMINO initiiert wurde, darf ich hier auch auf einen großen Bonisolli-Abend inklusive Buchpräsentation hinweisen.
Meine ersten Recherchen zur Biografie Bonisollis habe ich für das Forum gemacht und hier Franco Bonisolli - ein verkannter Tenor? präsentiert.
Daraufhin habe ich auf Vermittlung eines ehemaligen Mitglied des Forums wichtige Bonisolli-Experten kennengelernt und eines kam zum anderen. Einige Tamino-Mitglieder haben mich bei dem Buch sehr unterstützt: Carlo, Orfeo, Buralicchio und Peter Schünemann. Andere haben mich ermutigt. So ist das fertige Produkt auch in erheblichem Maß diesem Forum zu verdanken.
Nun kommt es am 11. April um 18 Uhr im Mozart Haus Vienna in Wien zu einer Präsentation. Veranstaltet wird der Abend von Thomas Dänemark und den Freunden der Wiener Staatsoper.
Nähere Informationen kann man hier entnehmen, wenn man das Video auf Vollbild schaut:
Rare EIN LIED GEHT UM DIE WELT Franco Bonisolli
Oder hier: Buchpräsentation FRANCO BONISOLLI – Ein Tenor ohne Grenzen - Opernfreunde
Es würde mich sehr freuen, wenn ich dort vielleicht den einen oder anderen TAMINO treffen würde.
Alles anzeigenMahler erlebte und verstand "Natur" im pantheistischen Sinn. Gegenüber dem Prager Musikwissenschaftler Dr. Richard Badka betonte er (18.2.1896):
"Mich berührt ja immer seltsam, daß die meisten, wenn sie von >Natur< sprechen, nur immer an Blumen, Vöglein, Waldesluft etc. denken. Den Gott Dionysos, den großen Pan kennt niemand.
So: da haben Sie schon eine Art Programm - d.h. eine Probe, wie ich Musik mache. Sie ist immer und überall nur Naturlaut!
Das scheint mir das zu sein, was Bülow zu mir einst mit dem sinnvollen Worte >Symphonisches Problem< bezeichnet hatte. Eine andere Art von Programm erkenne ich, wenigstens für meine Werke nicht an (...) Aber nun ist es die Welt, die Natur als Ganzes, welche sozusagen aus unergründlichem Schweigen zum Tönen und Klingen erweckt ist."
Aus dieser kompositorischen Intention geht die spezifische Semantik der Mahlerschen Musiksprache hervor: Die Asymmetrie der Melodiebögen, die Reduktion der Chromatik und der so eigenartige, manchmal geradezu naiv wirkende Einsatz der Diatonik. Man könnte fast sagen, dass er mit den Naturlautlichkeit und Infantilität aufgreifenden Elementen die Musik im Sinne von Novalis "romantisiert" hat.
Uns heutige Hörer vermag das stark anzusprechen, für die zeitgenössischen wurde es zu einem Schockerlebnis. Bei den Aufführungen seiner ersten fünf Symphonien folgte für Mahler ein Misserfolg auf den anderen. Nach einer Aufführung der "Vierten" bemerkte der - Mahler an sich wohlgesinnte - Hans von Bülow kopfschüttelnd: "Wenn das noch Musik ist". Gegenüber dem Berliner Musikschriftsteller Oskar Bie, der im April 1995 sein Berliner Konzert wohlwollend besprochen hatte, äußerte sich Mahler tief pessimistisch:
"Wie lähmend ist dieser fortwährende Windmühlenkampf. Auf Verständnis unter meinen >Zunftgenossen< rechne ich schon lange nicht mehr, Ich fühle, daß diejenigen, welche mir einst folgen werden, nicht dort zu suchen sind, wo Musik und Ähnliches >gemacht< wird.
Meine Musik ist >gelebt<, und wie sollen sich diejenigen zu ihr verhalten, die nicht >leben<, und zu denen nicht ein Luftzug dringt von dem Sturmflug unserer großen Zeit." (Brief vom 3.April 1895)
Wenn man der - von moderato vorangehend aufgeworfenen - Frage nachgeht, worin für uns heute die Faszination von Mahlers Musik gründet (ich beschäftige mich zurzeit intensiv damit, möchte aber meine diesbezüglichen Erkenntnisse nicht hier ins Forum einbringen), dann sind solche Äußerungen Mahlers wie diese höchst aufschlussreich.
All diese Zitate Mahlers und Überlegungen Helmut Hofmanns deuten für mich darauf hin, dass Gustav Mahler ein Komponist des Jugendstils war. Diese Kunstepoche verbindet man eigentlich mehr mit Architektur, Malerei oder Schmuckdesign. Jedoch gingen die Künstler des Jugendstils gerne davon aus, dass ihre moderne Sichtweise auf die Kunst das Ganze Leben betreffe, also zweifellos auch die Musik oder die Mode bis hin zu allen möglichen Alltagsgegenständen (Möbel!).
Wenn man bedenkt, dass Mahlers Frau Alma mit Gustav Klimt, Alexander Zemlinsky oder dem jungen Oskar Kokoschka befreundet war, erkennt man schnell, dass das Umfeld des Jugendstils auch Gustav Mahler geprägt haben muss. Im Wien um die Jahrhundertwende kam man als modern denkender Künstler dem auch gar nicht aus!
Rückt nicht auch der Jugendstil die Natur in den Fokus, abseits von Blumen, Vöglein und Waldeslust? Hat nicht Franz von Stuck in München in vielen Gemälden Pan gehuldigt? Hatten nicht auch die Sezessionisten mit dem Unverständnis ihrer Kollegen zu kämpfen?
Sehen ihn einige als Bindeglied zu Tradition und Tonalität, so will ihn die Moderne für sich reklamieren.
Wie seht Ihr seinen Standort in der Musikgeschichte ? (und wer Lust hat kann das auch noch begründen)
So geht es retrospektiv gesehen im Heute doch auch den bildenden Künstlern oder Architekten des Jugendstils. Sie galten ursprünglich als vieldiskutierte (und auch geschmähte) Pioniere der Moderne, waren aber noch nicht expressionistisch oder gar abstrakt. Nach heutigen Maßstäben sind sie durchaus gesellschaftsfähig und sogar breitenwirksam. Genau wie Mahler.
Wenn ich mir dessen "Das Lied von der Erde" mit seinen verspielten, üppigen Klängen und Ausbrüchen anhöre, zumal in den Tenorliedern, so entsteht vor meinem geistigen Auge ein farbenprächtiges, detailverliebtes, der Natur huldigendes Jugendstilgemälde. Mit dem Orchester malt Mahler regelrecht. Ähnlich geht es mir oft bei Richard Strauss, der ja auch in einer Jugendstilvilla gelebt hat. Das Exotische im "Lied von der Erde" oder bei vielen Strauss-Werken, tut sein Übriges, um an den Jugendstil zu erinnern.
Beim Sichten und Ordnen meiner Bestände fiel mir auch diese CD aus der Preiser-Reihe "Lebendige Vergangengheit" wieder in die Hände. Darauf singt der Tenor Walther Ludwig auch Stücke von Paul Graener. Im einzelnen sind dies zwei Szenen aus der Oper "Friedemann Bach" - "Preis dir und Dank" und "Kein Hälmlein wächst auf Erden" - sowie die Löns-Lieder "Der Kuckuck", "Der König" und "Die Königin".
Die angesprochenen Opernszenen finde ich sehr ansprechend, ich habe sie auch auf CD. Walther Ludwig hat die Titelpartie übrigens auch bei der Uraufführung 1931 in Schwerin gesungen. Schade, dass es sie nicht auf YouTube gibt, damit man sie hier einstellen kann.
Alles anzeigen„Ellens Gesang I“, op.52,1, D 837
(...)
Der lyrische Text stammt – wie das auch bei den beiden nachfolgenden „Gesängen“ der Fall ist, aus der 1810 erschienenen Verserzählung Walter Scotts mit dem Titel „The lady of the Lake“. Schubert hat daraus, und zwar in der Zeit zwischen April und Juli 1825, insgesamt sieben Texte vertont, die im April 1826 als Liederheft publiziert wurden. Dieses Opus 52 setzt sich aus fünf Liedern für Singstimme und Klavier und zwei mehrstimmigen Gesängen (dem vierstimmigen „Bootgesang“ und dem dreistimmigen Totengesang „Coronach“) zusammen.
(...)
Ich möchte mich ausdrücklich bei Helmut Hofmann bedanken. Bei uns findet in einer Woche ein Schubert-Liederabend statt, der die drei Gesänge Ellens beinhaltet. Mir kommt die Aufgabe einer Einführung zu. Und wo kann man sich eingehender informieren, als in den Artikeln unseres Liedexperten? Vor viereinhalb Jahren verfasst und nun für mich genau die richtige Lektüre zur Vorbereitung.
Am Programm stehen übrigens viele eher selten gehörte Schubert-Lieder: Neben den erwähnten noch "Im Freien", "Der Winterabend", "Morgenlied", "An den Mond" (Goethe), "Die Sterne" (Leitner), "Der König in Thule" und "Gretchen am Spinnrade".
Lieber Gregor,
danke für deine Erinnerung an diesen Ehrentag für KS Adolf Dallapozza.
Im Hamburger Archiv für Gesangeskunst gibt es nicht nur die fünf Boxen von ihm zu erstehen, sondern neuerdings noch die letzten zuvor ungehobenen Schätze aus der Volksoper: Technisch einwandfreie Live-Mitschnitte von "Don Pasquale", "Die Regimentstochter" und "Der Postillon von Lonjeumau" etwa.
Mit seinen 85 Jahren geht es Herrn Dallapozza gut, wie er mir freundlicherweise heute versichert hat.
Morgen gibt es eine Gedenksendung im BR:
BR-KLASSIK - Operetten-Boulevard vom 16.03.2025 - BR Radio | Radio des Bayerischen Rundfunks
