Beiträge von greghauser2002

    Lieber Greghauser,


    eine ganz tolle Sache, die Du da angestoßen hast, klasse! Ich habe direkt Deinen youtube-Kanal abonniert und möchte andere Taminos ermuntern, desgleichen zu tun. Und gerade Hans Krotthammer, der mir bisher überhaupt noch kein Begriff war, ist eine echte Entdeckung, eine wunderschöne Stimme, kristallklare Diktion, sensible Phrasierung und äußerst kultiviert gesungen. Ich bin gespannt, was da noch alles kommt. Danke für all Deine Arbeit.


    Da Hans Krotthammer, der definitiv viel zu unbekannte Tenor, einige positive Reaktionen ausgelöst hat (siehe YouTube), habe ich ein bisschen nachgelegt. Wie ich auch in einem anderen Thread, den aber vielleicht nicht alle lesen werden, ebenfalls schon erwähnt habe. Wäre gespannt auf Reaktionen:


    https://www.youtube.com/watch?v=tgvQ9Eniz5w

    Der in Wien geborene Bloch (1906-1984) musste während des Zweiten Weltkriegs fünf Jahre lang Wehrdienst leisten. Nach kurzer Kriegsgefangenschaft ging er 1945 für 30 Jahre nach Graz, um dort hauptsächlich Komposition zu lehren. Seine eigenen Werke, für die er auch meistens den Text selber schrieb, wurden in Graz aufgeführt. Trotz seiner sicher schlimmen Erlebnisse in den Kriegsjahren, widmete er sich gern Themen mit positiver Lebenseinstellung, etwa dem Ritterroman "Das Käthchen von Heilbronn" oder eben dem "Diener zweier Herren" nach einem beliebten alten italienischen Stück gleichen Namens von Carlo Goldoni.


    Ich habe zwei Solo-Szenen für den Tenor des Stücks - Florindo, hier interpretiert vom Oberösterreicher Hans Krotthammer - aus der Grazer Uraufführung von 1961 auf YouTube eingestellt.

    Ich bin eigentlich kein besonderer Freund von moderneren Opern, jedoch kann man diese Musik durchaus als gut konsumierbar bezeichnen. Das zweite Stück (ca. ab Minute 4:30) ist regelrecht melodiös-arios. Ich wäre durchaus gespannt, ob andere Taminos diese Oper kennen, oder sich auf die hier präsentierten Musikbeispiele einlassen können. Bitte verzeiht den Fehler in der Maske des Videos: "Herrn statt Herren"8o.


    https://www.youtube.com/watch?v=tgvQ9Eniz5w

    Der in diesem Thread verewigte und verehrte Rafael Kubelik dürfte nicht nur ein hervorragender Musiker gewesen sein, sondern auch ein außergewöhnlicher Mensch. Waldemar Kmentt bezeichnete ihn in der Sendung Da Capo als seinen Lieblingsdirigenten und begründete dies damit, dass Kubelik sehr "menschlich" mit Sängern umging, was Kmentt, der nun wirklich mit allen Größen zusammengearbeitet hatte, nicht allen Kollegen Kubeliks attestieren wollte - freilich ohne spezielle Namen zu nennen.

    Ja, die Gedenksendung kann man durchaus als gelungen bezeichnen.


    Es gibt einige Mitschnitte mit Karl Terkal, die nie offiziell veröffentlicht wurden. Der leider verstorbene Ö1-Moderator Gottfried Cervenka, der, nebenbei gesagt, selber ein spezielles Plattengeschäft führte und unendlich viele Aufnahmen besaß, hat immer wieder etwas ausgegraben und auch im Radio gespielt.


    Robert Fontane möchte nun, so hat er es bei der Terkal-Veranstaltung in Favoriten selbst gesagt, nun in seine Fußstapfen treten. Das wäre wünschenswert.


    Von den vielen angesprochenen Anekdoten, die von Terkal überliefert sind, hätte er aber zumindest ein oder zwei erzählen können. Das hätte Cervenka bestimmt gemacht ...

    Kleiner Nachtrag zur Veranstaltung (auf Anregungen eines anderen Taminos, den ich dort netterweise traf).

    Der Saal war zum Bersten voll (ca. 150 Leute), was mich sehr gewundert und gefreut hat.


    Die Stimmung war gut, feine Anekdoten wurden erzählt, die Stimme Terkals erklang in raren Aufnahmen. Auch ich selbst wurde (zu meiner großen Überraschung) auf das Podium gebeten und zum bald erscheinenden Buch über die "Österreichischen Tenöre" befragt.


    Schön, dass solche Veranstaltungen immer noch stattfinden können. Sie müssen halt mit Herzblut geplant und moderiert werden, dann gefallen sie auch den Menschen von heute. Es waren nämlich nicht ausschließlich Senioren im Publikum.


    Abschließend noch ein Hör-Tipp: Dienstag, 8.10. um 10.05 Uhr: "Anklang - Karl Terkal, vom Tischler zum Tenor". Der Gestalter der Sendung, Robert Fontane, war ebenfalls bei der Veranstaltung anwesend.

    Nie wieder Oper - Ein Tatort

    Ja, diese Folge empfehle auch ich jedem Opernfan!

    Kennt jemand noch andere youtube-Einstellungen von Opern- oder Operettenfilmen (so soll Gobbi in mehr als 40 Filmen mitgespielt haben) oder Filme wie die 3 Lanza-Filme, die man youtube sehen kann??

    Mit Mario Lanza gibt es sieben Filme als Schauspieler in der Hauptrolle. Hier ist einer davon (allerdings in der amerik. OF):

    https://www.youtube.com/watch?v=jxCy1xIbNGc


    Und nun eines der witzigsten und kuriosesten Beispiele eines Opernsängers als Filmstar. Woody Allen hatte in seinem Episodenfilm "To Rome With Love" eine für ihn typisch absurde Idee, nämlich einen italienischen Familienvater unter der Dusche als wahren Caruso darzustellen. Allen selbst spielt einen Opernproduzenten, der diesen Mann aus dem Badezimmer trällern hört und ihn natürlich gleich engagiert. Das Problem ist: Der Tenor kann nur singen, wenn er unter der Brause steht. Daher müssen sich alle Inszenierungen (im Film beispielsweise "Pagliacci") so abspielen, dass der Tenor-Held beim Singen duschen kann. Das führt natürlich - sofern man Allens Humor mag - zu wahren Lachsalven. Den Tenor spielt Fabio Armiliato (der Bruder des Dirigenten) und er singt wirklich betörend schön. Einige Jahre später habe ich ihn in Wien an der Staatsoper erlebt und musste feststellen, dass er lieber dem Kino treu bleiben sollte ...

    Vielen Dank lieber Greghauser für diesen Hinweis.

    Ich hatte schon immer ein Faible für diese kraftvolle Stimme. So leidenschaftlich gesungen habe ich noch keinen André Chénier vernommen. Das wäre die Rolle seines Lebens gewesen :hail:

    Jetzt, wo ich meine neue CD höre, denke ich mir das ehrlich gesagt öfter. Chenier, aber auch Radames, Alfredo, Alvaro … das klingt alles nach Rollen des Lebens! Aber das "Improviso" mit Klavier und Stimmen im Hintergrund (weil es vermutlich nur der Mitschnitt einer Gesangsstunde ist) schlägt wirklich alles.



    Lieber Greghauser,


    danke für dieses kleine Geschenk. Genau wie Siegfried mag ich diese Stimme und bedaure, daß er sein Leben und seine Karriere selbst zerstört hat.

    Mir gefällt aus Deiner Einstellung besonders das Lamento des Federico. Seine klare, in der Höhe metallische (aber manchmal auch gepreßt klingende ) Stimme läßt besonders bedauern, daß er die Nachwelt nicht mit noch mehr Beispielen seiner Gesangskunst beglücken konnte.

    Danke für das Lob. Aber die Einstellungen sind nicht von mir, sondern von echten Lanza-Experten.

    Die drei großen Tenorhelden der 80er-Jahre wurden natürlich alle auch für den Film vermarktet. Carreras und Pavarotti sind jeweils in einem Spielfilm als Hauptdarsteller aufgetreten.

    Während die seichte Komödie "Geliebter Giorgio" (1982) auch hierzulande lief (hab ich mal im TV gesehen), ist der Carreras-Film eine Rarität. Der Tenor stellt die historische Figur Julian Gayarre dar, der Streifen mit dem Titel "Romanza final" (1986) ist ein biographischer Film, der aber fast nur in Spanien lief. Weibliche Hauptdarstellerin ist immerhin die bekannte Schönheit Sydne Rome.

    Domingo spielt natürlich in vielen echten Opernverfilmungen mit, die auch im Kino liefen. Außerhalb seines angestammten Genres habe ich einmal einen charmanten Auftritt in "Die Cosby Show" mit ihm gesehen, wo er in der Wohnung der TV-Familie Huxtable auftaucht und dort im Wohnzimmer auch a capella Lieder zum Besten gibt.

    Ein paar besondere Filmauftritte von Opernsängern, die mir spontan einfallen:


    Mit Hans Moser spielten zwei der berühmtesten Tenöre: Leo Slezak (Der Herr im Haus, 1940) und Beniamino Gigli (Mutterlied, 1937).

    Köstlich finde ich den Auftritt von Jan Peerce als Gefängniswärter in dem amerikanischen Film "Something in the wind". Er singt mit seiner Gefangenen (Deanna Durbin) ein Duett aus "Il trovatore" und lässt sich dabei die Schlüssel stehlen.

    Beim Mario-Lanza-Film "Der große Caruso" taucht Dorothy Kirsten öfter als Partnerin auf der Bühne auf.

    In deinen Ausführungen, lieber Rüdiger, beschreibst du auch, dass der Hauptdarsteller bisweilen eine Opernvorstellung besucht.

    Im Film "Fitzcarraldo" von Werner Herzog ist das der Ausgangspunkt für die gesamte Story. Die Hauptperson (Klaus Kinski) ist von der Opernaufführung und vor allem vom Protagonisten Enrico Caruso derart beeindruckt, dass sie eine eigene Oper mitten im Amazonas bauen will, um auch dorthin Caruso einzuladen.

    Nun brauchte man für diesen Film von 1982 jemanden der so schön singt, dass man ihm abnimmt der maßlos beeindruckende Caruso zu sein.

    Veriano Luchetti sang den Caruso in der Titelrolle des Banditen "Ernani".


    In einem neueren Film wird wieder Caruso gezeigt, als er vor armen italienischen Einwanderern singt, die auf Ellis Island darauf warten, entweder in die Staaten hineingelassen, oder aber abgeschoben zu werden. Diese armen Kreaturen sollen durch den Wohlklang der Stimme des bekanntesten Opernsängers der Welt zumindest für kurze Zeit von ihren Sorgen abgelenkt werden. Wer übernimmt in "The Immigrant" (2013) in Bild und Ton die Aufgabe, der große Caruso zu sein? Joseph Calleja

    Liebe Taminos,


    ich hoffe, dass es so eine Diskussion noch nicht gegeben hat!?

    Was meint ihr zu Tenor-Duetten?

    In welchen Opern gibt es solche (lassen wir Operetten noch aus)?

    Gibt es andere Stimmlagen, wo sich Duette von Kollegen schöner anhören?


    Wäre gespannt auf Meinungen und Aufzählungen. Ich selbst kenne natürlich ein paar, will aber nicht vorgreifen.

    Angeregt durch den Beitrag des "Stimmenliebhaber" verschiebe ich den informativen Beitrag über Werner Krenn von der Rubrik mit den "Geburtstagsglückwünschen" in seinen eigenen Thread, um im Anschluss ein paar Anmerkungen dazu zu machen:

    WERNER KRENN versprach einst mit seiner wunderbar lyrischen Stimme, so etwas wie der Nachfolger von FRITZ WUNDERLICH als MOZART-Sänger zu werden, doch so schnell wie seine Karriere begann, und so steil sie nach oben führte, so relativ kurz hielt diese dann zum Bedauern vieler dann auch an. Nach WUNDERLICH gab es - JOSEF TRAXEL vielleicht ausgenommen, kaum einen deutschen Tenor, der Mozart so herrlich lyrisch zu singen vermochte, doch fehlte es ihm in besonders exponierten Partien wohl etwas an dramatischem Gestaltungsvermögen, seine Stimme erschien dann auch nicht immer ausreichend belastbar, es fehlte ihr wohl auch etwas an Substanz, obwohl er gerade MOZART-Arien sehr feinfühlig und mit perfekter Tonführung zu gestalten vermochte.

    WERNER KRENN gehörte einmal den WIENER SÄNGERKNABEN an, und mit ihnen unternahm er wiederholt Tourneen in Europa und Nordamerika. Er begann dann in dieser Zeit ein Fagott-Studium, und spielte dann tatsächlich 3 Jahre lang als 1. Fagottist bei den WIENER SYMPHONIKERN. Er ließ sich dann aber noch bei ELISABETH RADO gesanglich ausbilden, und gewann dann sogar schon 1964 und 1966 Gesangswettbewerbe in Wien. Noch im gleichen Jahr debütierte er am DEUTSCHEN OPERNHAUS BERLIN in PURCELL's "The Fairy QUEEN". Bereits 1 Jahr später sang er bei den SALZBURGER FESTSPIELEN" das Tenor-Solo in BEETHOVEN's "Missa solemnis" unter KARAJAN. Dieser vertraute ihm dann sogleich weitere interessante Aufgaben an. So sang er noch im gleichen Jahr in Salzburg in MOZART's "Ascanio in Alba". 1967 wirkte er in der Aufführung von MOZART's Krönungsmesse im Vatikan in Rom in Anwesenheit von Papst Paul VI mit. 1969 sang WERNER KRENN bei den FESTSPIELEN von AIX-EN-PROVENCE den "Don Ottavio" im "Don "Giovanni". 1972 war er Mitwirkender bei einem Konzert mit Werken von STRAWINSKY und HENZE.

    Obwohl die Oper einen absoluten Schwerpunkt seines Wirkens darstellte, galt er auch als vortrefflicher Konzert- und Oratoriensänger, und auch bei der Interpretation von SCHUBERT- und SCHUMANN-Liedern kam seine so wunderbar weiche, lyrische Stimme von hoher Feinsinnigkeit voll zum Tragen. Liedbegleiter waren vor allem ERIK WERBA, RUDOLF BUCHBINDER und GERALD MOORE.   

    Auf Schallplatte überwiegen naturgemäß Opern-Aufnahmen, besonders MOZART-Opern wie "Don Giovanni" (Don Ottavio), "La Clemenza di Tito" (Titelrolle), "Il Re pastore", "Lucio Silla", es gibt aber auch sehr gute Aufnahmen von Komponisten anderer Werke wie "Fliegender Holländer", "Zar und Zimmermann" und "Lulu" von BERG. Sehr hoch eingeschätzt auch seine Mitwirkung in HAYDN's "Die Schöpfung" in der hochkarätigen Besetzung mit GUNDULA JANOWITZ, CHRISTA LUDWIG, FRITZ WUNDERLICH, DIETRICH FISCHER-DIESKAU, WALTER BERRY und den BERLINER PHILHARMONIKERN unter HERBERT VON KARAJAN. Großartig auch seine Aufnahme von SCHUBERT's "Die Schöne Müllerin" mit RUDOLF BUCHBINDER. Es gibt sogar eine denkwürdige Aufnahme, in der er als einstiger Sängerknabe ein Solo im MOZART-Requiem singt!

    Für mich besonders wertvoll ist seine Aufnahme von MOZART's Missa Brevis Nr. 6 F-Dur KV 192 mit den weiteren Gesangssolisten ELISABETH THOMANN Sopran, GERMAINE DE BRANDT, Alt, und KARL NEUGEBAUER, Baß, sowie dem ORCHESTER DER WIENER VOLKSOPER und dem AKADEMIE KAMMERCHOR unter Leitung von FERDINAND GROSSMANN, eine großartige Aufnahme, die turnabout realisierte.

    WERNER KRENN ist übrigens mit der berühmten dramatischen Sopranistin HELGA DERNESCH verheiratet.


    Danke für diese Einschätzung, lieber "wok". Im Wesentlichen kann ich sie auch teilen. Ein paar Fehler möchte ich aber doch korrigieren.


    Krenn ist kein deutscher Tenor, sondern österreichischer. Er hat sein ganzes Leben in diesem Land verbracht und wohnt auch heute noch in Niederösterreich, in der Nähe von Wien. Ich durfte ihn dort kürzlich besuchen. Er erfreut sich bester Gesundheit und machte überhaupt einen sehr sympathischen Eindruck.

    Krenn ist nicht mit Helga Dernesch verheiratet - die beiden sind seit den 80er-Jahren geschieden. Werner Krenn begeht heuer bereits Silberhochzeit mit seinen zweiten Ehefrau.

    Sein Durchbruch bei der Missa Solemnis 1967 unter Karajan in Salzburg war bei den ersten dortigen Osterfestspielen der Geschichte.

    Liebe Diskutanten, das ist ein richtig schönes Gespräch geworden: Unterschiedliche Standpunkte, aber heiter und ohne Schärfe. Mir bereitet das großes Vergnügen. Es grüßt Hans

    Es ist wirklich spannend, was die Taminos hier so zu sagen haben. Danke auch von mir.


    Nun möchte ich auch einen kleinen Beitrag zu dem schönen Gespräch bringen:

    Angeregt durch diesen Thread bin ich neugierig geworden auf die Oper Das Gasthaus zu Terracina alias "Fra Diavolo".

    Wenn aber Werner Krenn als Lorenzo mitgemacht haben soll, kann die Angabe auf der CD-Hülle mit 1960 nicht stimmen, da Krenn zu diesem Zeitpunkt erst 17 Jahre und noch kein Opernsänger war. Also habe ich ihn gefragt.

    Seine Antwort zeigt uns, dass Konya noch ganz andere Fans hat, als jene, die in diesem Thread schreiben:

    Ich erinnere mich noch an die Produktion des WDR Köln.
    Vor allem auch deshalb, weil ich mich sehr freute, mit Sandor Konya in der selben Oper aufzuscheinen.
    Danach schreibt er noch, dass die Aufnahmen einige, wenige Jahre nach 1960 entstanden sein müssen.

    Vor ein paar Monaten hatte ich ein recht interessantes Gespräch mit einem relativ jungen österreichischen Opernsänger. Er sagte, der Beruf sei etwas für Reiche. Der Großteil der Studenten seien finanziell unabhängige Töchter und Söhne reicher Eltern. Dahinter steckte die Annahme, die in diesem Thread vertreten wird: Die meisten Opernsänger verdienen viel zu wenig in ihrem Beruf.


    Gleichzeitig kam im Gespräch aber auch der ganze Wahnsinn der globalisierten Welt zum Ausdruck - in diesem Metier, aber auch in vielen anderen, ist in der Zwischenzeit alles aus dem Ruder gelaufen! Der Sänger befand sich kurz vor einem Engagement nach Peking, um dort in "Turandot" zu singen. Er ist - wie erwähnt - Österreicher. Gleichzeitig singen Hunderte Asiaten in seinem Land, vermutlich weder viel besser noch viel schlechter.


    Wo sind die Zeiten, in denen Lokalmatadoren in den Ensembles der jeweiligen Häuser waren? Dann musste man auch nicht reich sein, um vor Ort ausgebildet und später auch engagiert zu werden, sondern einfach nur gut genug. Konkurrenz von außen musste man weniger fürchten.


    Aber natürlich gibt es für ein Problem dieser Dimension keine einfach Lösung, wie Hans sie wohl gerne von uns hören würde.

    Liebe Tenor-Freunde,


    vielleicht gibt es unter euch ja Wiener oder besonders interessierte Terkal-Fans, die der Einladung zu "Tenorstar und Fußballnarr - Erinnerungen an Karl Terkal" Folge leisten wollen. Es wird bestimmt ein netter Nachmittag/Abend:


    Ein paar Tage vor seinem 100. Geburtstag lassen seine Witwe

    Fritzi Terkal,

    Kollegen, Freunde und Zeitgenossen das von Musik und Fußball bestimmte Leben des „Beutefavoritners“ KS Karl Terkal Revue passieren.

    Gäste: Erika Conrads, Prof. Birgit Sarata, Prof. Poldi Grossmann u.a.

    Mit zahlreichen CD-Einspielungen erklingt Karl Terkals unverkennbare

    Stimme wieder

    Moderation/Gestaltung: Ingrid Merschl

    Eine Veranstaltung vom Bezirksmuseum Favoriten und dem Kulturverband Favoriten

    Donnerstag, 3.Oktober 2019 – 17.00 Uhr

    Festsaal Volkshochschule Favoriten,

    1100 Wien, Arthaberplatz 18

    (erreichbar Linie 7a, 11 und O Station Arthaberplatz)

                                                                                                                         Eintritt frei!

    Reservierungen unter 0676/5346989

    Ich kann mich, lieber Carlo, nur dem Dank der Vorredner anschließen.

    Ein sehr lesenswerter Thread.


    Die angeführten "Hugenotten" gehören zu meinen Lieblings-CD`s. Wunderbare Musik mit glanzvoller Besetzung.

    Ich denke über die Stimme von Carreras wie der Stimmenliebhaber. Sobald eine Aufnahme aus den 80er-Jahren stammt, klingt die Stimme nicht mehr so voll. Sie schwingt nicht mehr richtig. Zumal, wenn es ein bisschen höher wird. Dann klingen seine Töne wie leere Notenhülsen. Und er muss mit sehr viel Kraftaufwand und Druck singen.

    Das ist schade, denn seine Mittellage und sein Ausdruck waren ja immer noch schön.


    Bei Di Stefano dachte ich ähnlich streng. Ab Mitte der 50er-Jahre, so war meine Ansicht, war er schon nicht mehr er selbst. Doch nun habe ich eine Live-Tosca aus Rom (1958) gehört, in der er mir sehr gut gefällt. Als Sängerpersönlichkeit hatte er da sogar noch zugelegt, auch wenn die Stimme vielleicht schon ein klein wenig angegriffen klang. Aber eine solche Freude an der Interpretation seines vermutlich 250. Cavaradossis gehört entsprechend respektiert.

    Die beiden Tenöre Di Stefano und Carreras eint nicht nur der Vorname (auch wenn das aus dem Thread-Titel nicht gleich ersichtlich ist).

    Neben eindrücklich transportierter Emotionen und einem jeweils sehr charakteristischen Timbre, das in Glanzzeiten äußerst berückend war, bauten sie auch beide leider stimmlich viel zu früh ab.

    Doch wann genau setzte der Abbau der stimmlichen Ressourcen ein? Ab welchem Jahr konnte Di Stefano, konnte Carreras nicht mehr aus dem Vollen schöpfen? :/

    Da gehen die Meinungen bestimmt auseinander. Mich würde interessieren, wie die Taminos das sehen. Jahreszahlen wären schön. Vielleicht auch mit Argumenten versehen.

    Das ist der mit großem Abstand beste Artikel, den ich jemals über Ernst Gruber gelesen habe.

    Herzlichen Dank dafür.

    Bist du, lieber hart, am Ende selbst einer jener Gymnasiasten gewesen?


    Danke auch für den Bericht über den Grabbesuch von Hans Beirer etwas weiter hinten.

    Weil du schreibst, dass über seine Jugendzeit wenig bekannt ist: Ich bekam eine Kassette, auf der Hans Beirer selbst über seine Jugendzeit erzählt. In den 80er-Jahren war anscheinend einmal eine Biographie geplant. Ich werde zu dem Thema bald etwas veröffentlichen.

    Danke, das ist schon einmal etwas. Vor allem, weil in meiner eigenen - etwas älteren - Version von Kutsch/Riemens der Sänger noch nicht eingetragen war.

    Allerdings muss man bei den angegebenen Daten in diesen Lexika immer etwas aufpassen.

    Beispiel: "... danach (nach Berlin) gab er Gastspiele und trat dabei vor allem an der Wr. Staatsoper auf".

    Das stimmt überhaupt nicht. Seine zwei auch im Internetarchiv verzeichneten Auftritte datieren aus den 40er-Jahren.


    Interessant: Rüdiger weist auf einen Turiddu hin. Der ist im Internet nicht verzeichnet. Es steht dort am 07.04.1955 nur der Bajazzo (obwohl vermerkt ist, dass dieser mit "Cavalleria" gemeinsam aufgeführt wurde). Das scheint ein Fehler in der Datenbank zu sein. Hast du die ganze Besetzung dieser "Cavalleria"?

    Heute habe ich eine interessante Entdeckung gemacht, den Tenor Sebastian Hauser. Zunächst einmal trägt er den gleichen Nachnamen wie ich. So etwas macht natürlich neugierig. Aber wirklich unglaublich ist, dass er in Kirchbichl/Tirol geboren sein soll. Denn dort ist in diesen Jahren auch ein zweiter Sebastian geboren - und auch der wurde Tenor: Sebastian Feiersinger. Wer das Nest Kirchbichl kennt, versteht, warum ich das außergewöhnlich finde.


    Hier im Forum ist Hauser nicht oft erwähnt worden, obwohl er vermutlich eine nicht zu verachtende Karriere gemacht hat. Genannt wird er im Zusammenhang mit einer Aufnahme von "Die verkaufte Braut" (mit Böhme, Streich …)


    Hauser scheint ab 1950 an der Städtischen Oper Berlin engagiert gewesen zu sein. Verheiratet war er anscheinend mit einer Opernsängerin namens Hilde Gärtner.


    Weiß irgendjemand von den Berlin-Kennern unter euch mehr?


    Begraben ist er übrigens in Frankfurt am Main, nachdem er in den 1980er-Jahren verstorben ist.


    Bin für jede Wortmeldung dankbar.

    Goldmarks Oper interessierte mich seit ich die ungewöhnlichen und sehr schönen Arien der Partie des Assad von Leo Slezak gehört habe (der ja auch in der Uraufführung sang, wenn ich mich nicht irre).

    Allen voran diese:

    https://www.youtube.com/watch?v=u_3Y7dVNO7U (Am Fuß des Libanon traf ich …)


    Später erstand ich auch für teures Geld die Gesamtaufnahme von Adam Fischer mit Siegfried Jerusalem. Grandiose Oper!


    Dass sie nun aufgeführt wird, ist wirklich eine schöne Neuigkeit, lieber Caruso.


    Auf dieser Homepage sind die Informationen und Gedanken, von denen du vermutlich schriebst, nachzulesen, wenn man die einzelnen Banner anklickt: http://queen-of-saba.at/

    Hallo Christian, komme ich an den Artikel auch ohne "fratzenbuch" heran? Auf Capriccio selbst (hier) habe ich nichts finden können.

    Du musst auf das Video klicken. Der Kommentar ist gesprochen.


    Danke, Christian, für die faire Gegenüberstellung zweier so unterschiedlicher Kommentare zur Debatte. Wer die Aussagen von Martin Zeyn und Beate Wedekind vergleicht, kann sich ja selbst eine Meinung bilden.