Beiträge von greghauser2002

    Vielen Dank für die zeitgerechte Erinnerung an Franco Corelli.


    Die Sendung scheint recht interessant zu sein, lieber MDM. Man kann sie sogar herunterladen.


    Und dich, lieber Caruso41, kann man wieder einmal nur beneiden um deine Live-Erlebnisse. In vielerlei Hinsicht bist du ein Zeitzeuge.


    Hier noch eine aktuelle Sendung von heute, die man sieben Tage nachhören kann: DO | 08 04 2021 - oe1.ORF.at


    Man muss Franco Corelli einfach lieben!

    Lieber Buralicchio,


    von Ermüdung keine Spur! Ich habe deinen detaillierten und sympathischen Bericht über den mir unbekannten Theodor Bitzos mit allergrößtem Interesse gelesen.


    Ich schätze es sehr, wenn Tamino-Mitglieder hier Künstlerkarrieren nachzeichnen. Wenn es dann so berührende Schicksale sind, wie das von diesem Tenor - dann natürlich um so mehr.


    Es fällt mir immer wieder auf, dass das Repertoire der Tenöre damals oft nicht zwischen sehr lyrischen und sehr dramatischen Rollen unterschied. In seinen ersten Spielzeiten sang Bitzos Lyonel, Wenzel und Erik!


    Bitzos hatte bis 1965 eine sehr befriedigende Karriere mit tollen Höhepunkten (an seinem Stammtheater, aber auch bei den Gastspielen). Eine so aufregende Karriere erlebt nicht jeder - das muss ihm ein Trost für die folgenden schwierigeren Jahre gewesen sein.


    Ich sehe Parallelen zu anderen (österreichischen) Tenören, mit denen ich mich beschäftigt habe. Auch sie wurden im Laufe ihres Lebens zurückgestuft und - trotz vollkommen intakter Stimmen - nur noch im Chor oder in Kleinstrollen eingesetzt. Das ist eben das Riskante am Künstlerberuf: Du kannst gefeiert werden, aber auch abstürzen.


    Vielen Dank für diesen Bericht!

    Es gibt immerhin zwei Gesamtaufnahmen, auf denen man die prachtvolle Stimme hören kann.
    Er singt in Goldmarks KÖNIGIN VON SABA die enorm anspruchsvolle Partie des Assad.

    Na, das hat sich für mich gelohnt (oder auf gut Österreichisch: ausgezahlt), dass ich hier noch einmal auf Nutthaporn Thammathi hingewiesen habe, denn sehr gerne habe ich mir die Anregung Carusos zu Herzen genommen. Meine "Königin von Saba"-CD mit Siegfried Jerusalem hat mich nie ganz zufriedengestellt - vielleicht schafft das nun ja diese "neues Stimme". Zufällig habe ich vor zwei Tagen ein Angebot von jpc erhalten, indem sie mir versandkostenfreies Bestellen anbieten. Und der Preis an sich ist ja absolut in Ordnung. Habe die CD also geordert. Ich freu mich drauf!

    Der Name ist schwer zu behalten, doch die Stimme merkt man sich schneller!


    Nutthaporn Thammathi (geb. 1988) - Tenor


    Schon vor über fünf Jahren haben stimmenbegeisterte Taminos auf den thailändischen Tenor hingewiesen (vor allem im Zusammenhang mit Goldmarks "Die Königin von Saba"), doch im Neue-Stimmen-Thread fand er noch keine Aufnahme. Mit seinen höchstens 33 Jahren ist er ja immer noch eine verhältnismäßig neue Stimme.

    Für mich ist er eine Entdeckung, weil ich von einem Freund erst kürzlich auf ihn aufmerksam gemacht wurde. Tammathi studierte nämlich in Salzburg, meiner Heimatstadt, und kommt für Konzerte immer wieder gern hierher.

    Inzwischen hat er wohl eine gute Anstellung erhalten und singt in Karlsruhe schöne Hauptrollen. Auf diesem Weg nach oben ist ihm natürlich nun auch Corona im Weg.

    Nutthaporn Thammathi | Ensemble | Badisches Staatstheater Karlsruhe


    Glücklicherweise gibt es auf YouTube viel mit ihm zu sehen und zu hören. Gegenüber seinen ersten Videos dürfte er ziemlich abgenommen haben, was ihn auch optisch etwas attraktiver macht. Die Tenorstimme war ohnehin schon immer von außergewöhnlicher Strahlkraft und Schönheit. Ich stelle ein Beispiel ein, animiere aber jeden Stimmenfreund, sich selbst ein wenig durchzuklicken.


    Ah! Fuyez, douce image by Nutthaporn Thammathi - YouTube

    Zu Jonathan Tetelman in "Francesca di Rimini".

    Ich mag die Oper ebenfalls sehr gerne und habe mir die Aufzeichnung mit Interesse angesehen. Natürlich war ich auch neugierig auf Tetelman, den ich bisher nur aus dieser Rubrik kannte.


    Zur Rolle des Paolo: Ich habe eine Live-Aufnahme mit Mario Del Monaco. An dessen Art zu singen, hat mich Tetelmans etwas erinnert. Dass man die Partie bestimmt auch anders bewältigen kann, wurde bereits erwähnt - ich möchte unbedingt Giuseppe Campora ergänzen, der für meinen Geschmack als Paolo die Empfehlung schlechthin ist. Natürlich nimmt er die Partie von der lyrischen Seite her. Tetelman selbst hat in dem Pausengespräch übrigens darauf aufmerksam gemacht, dass beim Paolo sowohl Dramatik als auch Lyrik gefordert sei.


    Alles in allem hinterlässt Jonathan Tetelman aber schon einen sehr souveränen Eindruck. Wenn jemand noch am Anfang der Karriere steht und bereits an solchen Häusern in Hauptrollen Premieren singt, wird er gern mit Argusaugen beobachtet. Man muss diesen Künstlern aber zugestehen, dass sie sich noch entwickeln können. Ich habe zwar leider kein besonders klangschönes Timbre vernommen, dafür ist es aber keinesfalls unangenehm und insgesamt scheint mir Tetelman schon recht gefestigt. Er singt schön auf Linie und hat weder in der Höhe noch in der Tiefe irgendwelche Probleme. Ob er eine lange Karriere haben wird? Mittlerweile bin ich mir nicht sicher, ob es bei den technischen Zugängen ein richtig oder falsch gibt, weil jedes Stimminstrument anders beschaffen zu sein scheint. Ich habe zwar auch das Gefühl, dass er mit seinem Material etwas sorglos umgeht, aber vielleicht wird er sich das leisten können?!

    Danke, Caruso41, für den Hinweis auf "Francesca" mit Tetelman.

    Das werde ich gerne anschauen.


    Heute auf ARTE um 22.35 Uhr eine Dokumentation über Lotte Lenya, jene österreichische Sängerin und Schauspielerin (James Bond - Liebesgrüße aus Moskau), die mit Kurt Weill verheiratet war und in seinen bekanntesten Werken in den Uraufführungen gesungen hat.

    Ich möchte mich abschließend noch einmal herzlich bei dir bedanken, lieber Carlo. Auch wenn es im Forum offenbar nicht viel Terkal-Fans gibt - es lesen bestimmt Menschen ohne Mitgliedschaft mit. Du hast da wirklich wieder einmal Pionierarbeit geleistet.


    Ich habe mir die ganzen Beiträge kopiert und auf Festplatte gespeichert. Sie ergeben ein tolles Werkverzeichnis. Schade natürlich, dass vieles in irgendwelchen Archiven schlummert.


    Danke auch für den Hinweis auf mein Buch. Karl Terkal hat es verdient, nicht in Vergessenheit zu geraten - als Wiener Original, der gesegnet war mit einer unfassbaren Stimme.

    Durch Orfeo bin ich auf diese Seite gestoßen.

    Hier sind unendlich viele italienische Zeitungsberichte zur Uraufführung der unbekannten Oper "Aladin und die Wunderlampe" von Nino Rota.

    Archivio digitale della Fondazione Giorgio Cini Onlus


    Meine Frage - vor allem an Orfeo: Kann man auf diesen Seiten generell nach Opernereignissen suchen. Es ist mir ansonsten nämlich nicht gelungen. Hast du eine Quelle für alte italienische Zeitungsberichte?

    Danke und liebe Grüße!

    Es freut mich, lieber Suelzenfuss, wenn hier so schöne Berichte eingestellt werden. Danke dafür. In diesem Thread kann man seine Liebe zur Oper durch die Erinnerung an ganz persönliche Highlights bezeugen. Das ist bestimmt für andere interessant und verhindert von vornherein jede Diskussion oder Kritik. Es ist ein Teilen - und das gefällt mir sehr und ich bitte daher wieder einmal andere Mitglieder, in diesem Thread zu schreiben. Es kann ja auch jemand mehrere schöne Erlebnisse gehabt haben ...

    Ich kenne einige Sänger, die sehr gerne in Bayreuth gesungen haben, trotz der nicht sehr hohen Gagen, weil sie dann quasi bezahlten Urlaub hatten. Bei der Besetzung in nur einer Produktion waren die Abstände zwischen den Vorstellungen für sie nicht selten 6 Tage und mehr, also haben sie zagsüber bei Ausflügen die schöne Gegend genossen, sich abends mit Kollegen in Biergärten versammelt, gequatscht, getrunken, Karten gespielt...

    Genau in diesem Sinne hat auch Kurt Schreibmayer über Bayreuth geschwärmt. Es sei sehr familiär zugegangen, er habe die vielen Sommer, die er dort verbracht hat, sehr genossen. Ergänzung zu den Freizeitaktivitäten: Fußballspielen.

    Liebe Taminos,


    ausgehend von unseren Berichten hier, habe ich mich mittlerweile - auch mithilfe von Mitgliedern dieses Forums - immer mehr in die Thematik "Franco Bonisolli" eingearbeitet. Gestern reiste ich nach Wien zu den Gründern des früher bestehenden Fanclubs dieses Sängers. Das Ehepaar hatte im Zeitraum von ca. 15 Jahren nachweislich viel Kontakt (beruflich und privat) mit Franco Bonisolli. Ich habe kiloweise Ordner und Alben mit nachhause bekommen und werde das Material nun sichten und auswerten.

    Auch der Kontakt zum Bruder Francos wird immer intensiver. In meinem Kopf entsteht die kühne Fantasie eines Buches über Franco Bonisolli. Bis dahin ist es aber sicher noch ein weiter Weg. Wenn mich jemand von euch dabei weiter unterstützen kann und möchte, nehme ich Hilfen sehr gerne an.

    Eine Frage an den Forengründer Alfred: die wirklich nette Geschichte von Franco beim Fotografen - darf ich die verwenden?


    Grüße von greghauser2002

    (der nun viel Arbeit vor sich hat)

    Ich finde es sehr schön, dass hier viele verschiedene Taminos dazu beitragen, die Karriere Franco Bonisollis aufzuzeichnen. Nun haben sich auch die geschätzten Mitglieder Carlo und Otello50 zu Wort gemeldet.


    Mittlerweile haben sich noch Quellen aufgetan und ich werde natürlich hier weiterberichten, wenn sich etwas tut.

    Schön, dass du dich in die Diskussion einschaltest, lieber Peter aus Finnland.

    Vielen Dank für dieses wunderbare Foto!

    Soeben wollte ich "La Favorita" aus Hamburg ergänzen, weil ich es gefunden hatte - da berichtest uns du bereits davon! Gut so.


    Noch etwas zu Bonisolli und Pagliacci. Carlo hat uns doch so viel von den Münchner Sonntagskonzerten berichtet. Dort steht u.a:

    „Sonderkonzert“ - „I pagliacci“ (Leoncavallo): Lucia Popp (Nedda), Spas Wenkoff (Canio), Bernd Weikl (Tonio), Wolfgang Brendel (Silvio), Alexandru Ionita (Beppe) sowie Gerhard Auer und Heinrich Weber (Due contadini) / Der Tölzer Knabenchor (Ltg.: Gerhard Schmidt-Gaden) / Der Chor des Bayerischen Rundfunks (Ltg.: Gordon Kember) / Dirigent: Lamberto Gardelli / 11. 12. 1983 (Spas Wenkoff sprang für Vladimir Atlantov ein, mit dem kurz vorher im Studio 1 des Bayerischen Rundfunks – mit den Sängern der konzertanten Aufführung - eine Schallplattenaufnahme dieser Oper für die 'Eurodisc' realisiert worden war.) Ursprünglich war folgende Besetzung geplant: Lucia Popp (Nedda), Franco Bonisolli (Canio), Bernd Weikl (Tonio), Alessandro Corbelli (Silvio) und Rüdiger Wohlers als Ersatz für Thomas Moser (Beppe).

    Vielleicht braucht man eine Lupe, aber unter den deutschen Titeln stehen die italienischen und

    Querschnitt in italienischer Sprache

    Dann nehmen wir das als gegeben hin.

    Umso spannender wäre ein Beleg, ob Bonisolli Canio auf der Bühne gesungen hat. Ich habe insgesamt drei verschiedene Versuche unternommen, eine Auflistung seiner Auftritte in Hamburg zu bekommen. Keiner davon hat gefruchtet.

    Ich finde es immer noch erstaunlich, dass auf meinen Beitrag 143 nie irgendeine Reaktion kam....

    Du hast schon recht, lieber Stimmenliebhaber. Durch die online-Archive der anderen großen Häuser nimmt man es oft für selbstverständlich, dass man solche Informationen erhält. Im Fall der DOB hast uns du erst diese Informationen beschafft. Danke für die schöne Präsentation der Auftritte Bonisollis dort. Interessant, dass kein Rollendebüt dabei ist. Er hat alle angeführten Rollen davor in Wien bzw. San Francisco oder Hamburg gesungen.

    Mit Hilfe von Orfeo konnten nun drei der frühesten Auftritte Bonisollis eruiert oder bestätigt werden, die sich insgesamt perfekt ins Bild einfügen und den Start seiner Karriere rekonstruierbar machen:


    1961 - Sieg in Spoleto und Debüt im September (La Rondine) ebenda

    danach weitere Studien in Rom

    1962 - Rückkehr nach Spoleto im Juni (Liebe zu den drei Orangen), der Erfolg der Produktion führt zum Gastspiel in Triest im November

    1963 startet Bonisolli durch: Rom im März (Rosenkavalier), Brüssel im Mai (Traviata), Spoleto im Juni (Traviata), RAI (La festa di piedigrotta) und alles nimmt seinen Lauf!


    Das ist eine schöne Pionierarbeit.


    Eines würde mich noch interessieren: Hat Bonisolli "I pagliacci" je auf der Bühne gesungen? Bisher konnte ich dafür keine Bestätigung finden. Es gibt eine Schallplattenaufnahme, ansonsten finde ich ihn immer nur in der Rolle des Turridu in der "Cavalleria". Vielleicht findet Orfeo etwas? Oder hat ihn jemand von euch sogar in der Rolle erlebt?

    Lieber Orfeo,

    welche Eingebung, dass ich dich gebeten habe, dich des Rätsels anzunehmen. Das hast du toll gemacht. Da habe ich deine Fähigkeiten offenbar richtig eingeschätzt. Und für die Biografie Bonisollis ja nicht unerheblich. Einer seiner allerersten Auftritte!

    Danke sagt Greg


    PS: Alessandra hat es tatsächlich bereits korrigiert. Nun werden Bonisolli zwei Produktionen in Rom gutgeschrieben.

    Ich wusste schon, als ich das Thema einstellte, dass man darüber eifrig diskutieren kann.

    Ich kann den beiden Beiträgen von "Othello50" und "Stimmenliebhaber" argumentativ sehr gut folgen und beide nachvollziehen. Danke dafür. Man kann sie getrost nebeneinander stehen lassen. Oper ist auch Emotion und erzeugt Emotionen - das merkt man am Tonbeispiel und den Diskutanten ;).

    Der Zusatz "Milano" soll was bedeuten?

    Nur in Milano kommt nicht in Frage, da am 16. Juli 1971 "Romeo e Giulietta" unter Georges Prêtre mit Bonisolli aus dem Teatro la Fenice Venedig sogar direkt auf den Campo San Fantin übertragen wurde und daher wahrscheinlich auch aufgezeichnet wurde.

    In Mailand hatte man die Symphonische Dichtung anscheinend etwas aufgemotzt zu einem Ballett um damit immerhin acht Vorstellungen besteiten zu können.

    Die Ortsangaben haben kein wirkliches System. Die ganze Auflistung soll nur als Basis dienen, um mögliche weitere Auftritte zu ergänzen. Trotzdem habe ich deinen interessanten Hinweis hinzugefügt. Ich habe Venedig übersehen, in Mailand hat er dieses Werk auch gesungen. Aber wie gesagt: Das Ganze ist noch sehr unfertig.

    Aufgrund vieler Themen mit baltischen Sänger in letzter Zeit, habe ich mir eine CD von Virgilijus Noreika gekauft. Darauf enthalten ist auch die Szene aus dem Betreff aus der Oper "Manon Lescaut". Zu meiner Überraschung legte auch dieser seriöse Tenor bei einer Studio-Einspielung den "Jubelschrei" des Des Grieux ein, nachdem ihm erlaubt wird, das Schiff, auf dem seine Geliebte deportiert wird, zu betreten.

    Ich vermute stark, dass der nicht von Puccini geschrieben ist.

    Inhaltlich passend ist er irgendwie aber doch, obwohl er den beeindruckenden Orchesterklang dieser Szene unterbricht.


    Ich habe den Schrei - es müsste sich um ein H handeln - schon öfter gehört, erstmals von Beniamino Gigli. Ich glaube mich zu erinnern, dass u.a. auch Sandor Konya jubelt und sicher noch viele andere. Was haltet ihr von dieser Szene oder von in der Emotion eingelegten hohen Tönen generell?

    Gefällt euch "Guardate!" mit oder ohne H am Schluss? Welche Tenöre fallen euch ein, die es einlegen?

    Dazu habe ich rausgefunden, dass die Produktion aus Lyon (Premiere 19. April 1968) eine Gemeinschaftsproduktion mit der "Nederlandse Reisopera" war, Vorstellungen gab es 1970 in Scheveningen, Utrecht, Rotterdam und Amsterdam.

    Nähere Angaben dazu hier und hier und hier.

    Spannend, lieber Orfeo. Durch diese neue Quelle konnte ich übrigens noch "Werther" in die Repertoireliste hinzufügen. Schön auch, dass du das Rätsel um "Die Perlenfischer" lösen konntest.


    Ich habe ein neues Rätsel für dich! Im März 1963 hat angeblich ein Mario Bonisolli in Rom im "Rosenkavalier" den Sänger verkörpert. Ich vermute aber, dass es sich hier um einen Fehler handelt. Es wäre schon ein großer Zufall, dass ausgerechnet 1963 - als sich Franco Bonisolli in Rom befand - ein zweiter Tenor dieses Namens an der Oper sang, der ansonsten nie auftaucht. Franco hat nachweislich genau zwei Jahre später am selben Theater gesungen (Manon) und hatte schon 1964 die Partie des Sänger in Venedig absolviert.

    Meine Meinung ist, dass Bonisolli 1963 noch völlig unbekannt war, deshalb sein Vorname verwechselt wurde. Der Sänger war damals in Italien für einen jungen Tenor vermutlich eine ideale Einstiegsrolle, wenn er sie beherrschte. Arrivierte Italiener - mit Strauss nicht vertraut - konnten sich an der schwierigen Arie höchstens die Finger verbrennen.

    Was meinst du, der gerne an solchen Dingen tüftelt?

    Ich habe einmal zusammengefasst, was ich bisher weiß.

    Ergänzungen aller Art willkommen. Die Aufführungsorte sind nur in speziellen Fällen angegeben.


    Bühnen-Repertoire von Franco Bonisolli


    Verdi:

    Luisa Miller

    Rigoletto

    Il trovatore

    La Traviata

    I Vespri Siciliani (Paris)

    Simone Boccanegra (London)

    Un ballo in maschera

    La forza del destino

    Aida

    Otello

    Puccini:

    Manon Lescaut

    La Bohème

    Tosca

    Madama Butterfly

    La fanciulla del west

    La Rondine (Spoleto, Venedig)

    Turandot

    Rossini:

    La cambiale di matrimonio (Venedig)

    Il barbieri di Siviglia (Barcelona, Met)

    L'assedio di Corinto

    La donna del lago

    Guglielmo Tell

    Donizetti:

    Lucia di Lammermoor

    L‘elisier d’amor (Met)

    Don Pasquale (Genua)

    La Favorita (Hamburg 85, konz.)


    Gluck: Paride ed Elena (Florenz)

    Cherubini: Anacreon (Florenz)

    Norma (München, konzertant)

    L’Africaine (London)

    Les contes d`Hofmann (Marseille)

    Faust

    Manon

    Werther (Marseille 74, Nizza 75)

    Carmen

    Canepa: Riccardo III (Sassari)

    L’amour des tre oranges (Spoleto 62, Triest 62))

    La Gioconda

    Andrea Chenier

    Fedora

    Cavallaria rusticana

    Der Zigeunerbaron (Wien)

    Der Rosenkavalier (Venedig 64 und Rom 63)

    Menotti: The Saint of Bleecker Street (Spoleto, Triest, Lyon, Den Haag)

    Rota: Aladino e la lampada magica (Napoli)

    Mannino: Luisella (Palermo)

    Milhaud: Saint Louis Roi de France (Roma, konzertant)

    Berlioz: Romeo et Juliette (Milano, Venedig)

    Verdi: Messa di Requiem (Wien)

    Rossini: Stabat Mater (Milano)


    Rundfunk und Schallplatte (zusätzlich)

    Mozart: La Clemenza di Tito – mit Sighele, Coster; Kertesz, RAI 1970

    Pergolesi: Lo Frate 'Nnammurato – mit Girones; Cillario, RAI 1969

    Scarlatti: La Dirindina – mit Bruscantini; Muti, RAI 1968

    Scarlatti: Il tigrane – mit Geszty, Cioni, Tadeo; Carraciolo, RAI 1970

    Ricci: La Festa di Piedigrotta – mit Gatta, Savarese; Sanzogno, RAI 1963

    Cimarosa: Chi dell’altrui si veste prosto si spoglia – mit Bruscantini; Muti, RAI 1968

    Mortari: La scuola delle mogli – mit Krilovici, Malagu, Basiola, Tadeo; Ceccato, RAI 1969

    Gluck: Iphigne en tauride – mit Lorengar, Fischer-Dieskau; Gardelli, BR 1986

    Gluck: Paris und Helena

    Rossini: L'assedio di Corinto (in der Rolle Neocle)

    Bizet: Djamileh

    Mascagni: L’amico Fritz

    Leoncavallo: La Bohème

    Leoncavallo: I Pagliacci (Querschnitt)

    Berlioz: Benvenuto Cellini

    Verdi: I masnadieri

    Lieber Orfeo,


    deinen kleinen Fauxpas (einfach meinen Hinweis zu übersehen) hast du nun mehr als wettgemacht ;) - dieses letzte Video finde ich hochinteressant. Von den frühen Aufnahmen habe ich mittlerweile einige auf CD, auch die von die angesprochene Version von "Corinto" mit Bonisolli als Clemone. Aber das hier scheint doch eine echte Rarität zu sein.


    Bezüglich Franco Bonisolli kommt von meiner Seite übrigens auch noch etwas - ich bin seit heute mit seinem Bruder in Kontakt.