Beiträge von Ramona1956

    ich war am Wochenende im doch weit entfernten Dresden. Die Hugenotten in der Semperoper und "Hauch von Venus" in der Staatsoperette waren die Reise mehr als wert, Dresden als Stadt natürlich sowieso.

    Liebe/r wega,


    die Hugenotten in der Semperoper zählen für uns in dieses Saison ebenfalls zu den beeindruckendsten Aufführungen und wir haben uns schon für das nächste Jahr Karten für eine weitere Aufführung gekauft. Das Weill – Stück (Ein Hauch von Venus) werden wir erst in der nächsten Saison sehen.


    Die Operette hier in Dresden kann ich den Msuikfreunden nur empfehlen, die Inszenierungen sind in der Regel ausgezeichnet, sowohl musikalisch als auch von der Inszenierung, Ausstattung und den Kostümen her. Seit die Operette von ihrem alten Standort in ihr neues Domizil ins Stadtzentrum gezogen ist, hat sie viel bessere bühnentechnische Möglichkeiten und auch endlich genug Platz, um die leistungsstarke Balletttruppe entsprechend einsetzen zu können.


    Viele Grüße

    Ramona1956

    unter unseren zahlreichen Konzert – und Opernbesuchen haben uns besonders beeindruckt:


    • Debussy – Pelléas et Mélisande (zum 3. Mal)
    • Rameau – Platée (Inszenierung Rolando Villazon)
    • Strawinsky – The Rake’s Progress (konzertante Aufführung im Rahmen der Musikfestspiele – Dirigentin Barbara Hannigan)
    • jetzt erst am Dienstag:
    • Meyerbeer – Die Hugenotten (äußerst beeindruckende Inszenierung von Peter Konwitschny und goßartige Sänger)
    • und während unseres Rom – Urlaubes im Mai:
    • das Ballett „Blancheneige / Biancaneve“ (nach dem Märchen „Schneewittchen“ mit der Musik Gustav Mahlers / Choreographie Angelin Preljocaj, den ich vorher nicht gekannt hatte)

    Morgen in der Semperoper Dresden: Meyerbeer – Die Hugenotten in der Inszenierung von Peter Konwitschny. Nach ersten Presseberichten soll die Oper sehr gut vom Publikum aufgenommen worden sein.


    Herr Konwitschny hatte an der Semperoper vor ca. 20 Jahren das letzte Mal inszeniert (Csardasfürstin), wobei es zum Rechtsstreit gekommen war, da diese Inszenierung vom damaligen Indendanten nach Protesten von seiten des Publikums „entschärft“ worden war und Peter Konwitschny das als Eingriff in seine künstlerische Arbeit betrachtet hatte.

    Eigentlich ist das nichts Neues

    Genau so ist es, wie ich bereits in einem Vorstellungsttread gesagt hatte, bin ich zur Musik Gustav Mahlers speziell über Ballette von John Neumeier gekommen, mit denen das Hamburger Ballett hier in Dresden gastierte. So 1992 die Sinfonie Nr. 5 und Wunderhornlieder sowie die Sinfonie Nr. 9. Danach habe ich mir alle Sinfonien von Mahler zugelegt und bin in alle Konzerte gegangen, die seine Musik brachten.

    1995 erfolgte das Gastspiel mit der Matthäuspassion, in der Neumeier selbst den Jesus getanzt hat, falls ich mich nicht falsch erinnere (müsste im Programmheft nachsehen). 1995 dann Mozarts Requiem. Von dem bereits verstorbenen Uwe Scholz habe ich 2 mal die „Schöpfung“ erleben können (2003 / 2006) sowie das Handlungsballett „Rot und Schwarz“ mit der Musik von Berlioz. Alle Ballette waren großartige und bleibende Erlebnisse.

    Lieber La Roche,


    kann es sein, dass du schon seit längerer Zeit nicht mehr in der Semperoper warst? Die Zeiten, da diese völlig ausverkauft war, sind schon lange vorbei. Bei sehr vielen normalen Repertoirevorstellungen kannst du fast überall noch freie Plätze sehen, sogar bei sehr gängigen Opern, leider. Zum Großteil wird die Preispolitik hier eine Rolle spielen, die Karten werden immer teurer und gerade viele alte Dresden – Opernliebhaber (wir haben über die Jahre ziemlich viele kennengelernt) müssen sich überlegen, in wieviele Opern sie gehen, zumal fast alle auch noch Anrechtsinhaber der Staatskapelle, Kammermusik sowie der Philharmonie sind, so wie wir auch. Wir haben uns gefreut, dass das Opernhaus bei der Wiederaufnahme der Toten Stadt (Korngold) doch recht voll war und dass es weitere Opern- und Ballettaufführungen gibt, die ausverkauft sind, denn ein volles Haus ergibt ja erst die rechte Stimmung.


    Viele Grüße

    Ramona1956

    Das ist ja das Trauerspiel. Nach der Wende wollten wir unbedingt einmal nach Bayreuth und im Festspielhaus Wagner erleben. Gut, in Bayreuth waren wir, das Festspielhaus haben wir uns im Rahmen einer Führung angesehen, ebenso das Markgräfliche Opernhaus (wunderschön) und das Wagner – Museum. Die Kartenbestellung haben wir dann irgendwann nicht mehr erneuert, weil wir das, was in Bayreuth an Inszenierungen geboten wird, nur noch als fürchterlich empfinden. Wir sehen uns zwar die Vorstellungen in einem wahren Akt der Selbstkasteiung im Fernsehen an, so sie übertragen werden, freuen uns aber jedes Mal, dafür kein Geld ausgegeben zu haben.


    Auch Tristan und Isolde in der Inszenierung von Katharina Wagner auf diesem Stahlgerüstirrgarten fanden wir einfach nur scheußlich. Ich bin wie Peter Wapnewski der Meinung, dass Nike Wagner die bessere Wahl gewesen wäre für die Leitung der Festspiele, aber gegen Protektion und Klüngelei ist kein Kraut gewachsen.

    Ein sehr interressantes Interview, bei dem ich Herrn Wapnewski voll zustimmen kann. Seine Voraussagen über Katharina Wagner haben sich ja wohl als ziemlich richtig erwiesen. Nike Wagner haben wir übrigens 2013 mit einem sehr interressanten Vortrag über Richard Wagner und den Kunstbetrieb erleben können (hier in Dresden, Schauspielhaus).


    Von Peter Wapnewski besitze ich noch weitere Bücher: „Der traurige Gott (Richard Wagner in seinen Helden)“, „Tristan, der Held Richard Wagners“, „Weißt Du wie das wird...? (Der Ring des Nibelungen)“. Mit letzterem in der Hand habe ich den Ring viele Male gehört und gesehen (als ich ihn auf Video, später auf DVD hatte).

    Im Rahmen der zur Zeit in Dresden stattfindenden Musikfestspiele werden wir noch folgende Konzerte besuchen und freuen uns schon darauf:


    Sonntag, 02.06.19: – Semperoper Klavierrecital Hélène Grimaud (Chopin, Debussy, Schumann, Satie, Silvestrov)


    Mittwoch, 05.06.19: Kulturpalast, Gastpiel des Orchesters des Mariinsky – Theaters, Leitung Valery Gergiev (Werke von Skrjabin und Tschaikowski – Sinfonie Nr. 4)


    Sonnabend, 08.06.19: Schauspielhaus, Gastspiel des Bayerischen Junior Balletts München mit dem „Triadisches Ballett“ von Oskar Schlemmer (hier sind wir völlig „unbeleckt“ und lassen uns überraschen)


    Montag, 10.06.19: Palais im Großen Garten, Belcea Quartet mit je 2x Streichquartetten von Haydn und Janácek

    (Konzert mit Hagen – Quartett hatten wir bereits, dieses war für uns angesichts des Rufes, welches dieses besitzt, enttäuschend gewesen)

    nach Urlaub bekommen:


                                   


    Von dem Buch "Wapnewski" scheine ich das z. Zt. letzte Exemplar bekommen zu haben, bei jpc als momentan nicht lieferbar gekennzeichnet

    eine kleine Ergänzung zum Beitrag 1248 von Soffleur:


    am Montag hatten wir im Rahmen der Musikfestspiele Dresden diese halbszenische Aufführung von Strawinskys „The Rake’s Progress“ im Kulturpalast gesehen und wir waren total begeistert, sowohl von Barbara Hannigan als Dirigentin als auch von den jungen Sängern, die ihre Rollen so gut sangen und gestalteten, dass man jede Sekunde wie gebannt war.


    Mit besten Grüßen

    Ramona1956

    Nach einigen Anfangschwierigkeiten, vor allem mit dem 1. Akt, habe ich die Oper immer mehr geliebt. Live habe ich sie leider noch nie erlebt. Früher hatte ich ein Video von einer Aufführung der Metropolitan Oper mit Placido Domingo, Sherrill Milnes und Barbara Daniels in den Hauptrollen, welches ich auf- und ab gespielt habe und das mittlerweile durch eine DVD ersetzt worden ist. Den 2. Akt finde ich musikalisch und dramatisch hochspannend, vor allem auch die Pokerszene, in der Mimi den Sheriff so herrlich betrügt und über den Tisch zieht.



    Mit besten Grüßen Ramona1956

    Nochmals zu Britten „A Midsummer Night’s Dream“


    Lieber Stimmenliebhaber,

    es überrascht mich jetzt etwas, dass ausgerechnet dir entgangen sein soll, dass diese Oper vor einigen Jahren in Dresden gespielt wurde. Lt. meiner Datenbank habe ich diese im Juni 2003 gesehen und in meiner Erinnerung war es eine farbige und schön anzusehende Aufführung. Mitgewirkt haben u. a. Kowalski, Incontrera, Marquardt, Zeppenfeld. Es war damals meine erste Begegnung mit einer Britten – Oper auf der Bühne, müsste also einmal das Programmheft herauskramen, um die Erinnerung etwas aufzufrischen.


    Mitbesten Grüßen Ramona 1956

    Lieber La Roche,

    in der von dir erwähnte konzertanten Aufführung mit Seifert als Rienzi war ich ebenfalls - ein großartiges Erlebnis. Das müsste im Mai 2001 gewesen sein (lt. meiner Datenbank). Ich finde die Musik herrlich, meiner Meinung nach kann sie ohne weiteres neben französischen Opern bestehen (z. B. Meyerbeer). Aber Rienzi in „der aufdringliche und an den Haaren herbeigezogene Nazi-Lesart“ (Zitat Rheingold) benötige ich wirklich nicht, dann lieber wieder eine konzertante Aufführung.


    Mit besten Grüßen Ramona

    Im Rahmen der Orgelkonzerte im Kulturpalast Dresden fand gestern ein gemeinsames Konzert des französischen Notre Dame Organisten Olivier Latry zusammen mit PHIL BLECH WIEN statt. Wir hatten schon befürchtet, dass dieses angesichts des Brandes von Notre Dame ausfallen würde, aber Olivier Latry ließ es sich nicht nehmen, nach Dresden zu kommen.


    PHIL BLECH Wien ist eine Vereinigung von 15 Musikern aus renommierten Wiener Orchestern (fünf Trompeter, drei Hornisten, drei Posaunisten, ein Tubist, zwei Schlagwerkern und dem musikalischen Leiter).


    Das Programm beinhaltete Bearbeitungen verschiedener Stücke für diese Zusammensetzung und reichte von Lully, Gabrieli, Händel, Bach, Bruckner, Holst, R. Strauss bis zu Respighi („Kirchenfenster“). Es war ein klanglich überwältigendes und feierliches Konzert, dessen Erlös für den Wiederaufbau von Notre Dame gespendet wird, zwar nur ein winziger Tropfen, aber doch eine solidarische Geste.


    Olivier Latry war in dieser und der vorhergehenden Konzertsaison der Palastorganist in Dresden und wird in der nächsten Saison von Iveta Apkalna in dieser Funktion abgelöst.

    „Theo Adam - … - hat schon in seinen späteren aktiven Sängerjahren inszeniert. Mich hat keine dieser Arbeiten überzeugt“ (Zitat Rheingold)


    Vielleicht sollte man nicht immer so pauschalisierend bestimmte Sänger / Regisseure in ihren Leistungen abwerten. Ich habe an der Semperoper fünfmal den Parsifal in der Inszenierung von Theo Adam gesehen. Diese Inszenierung war absolut stimmig, was Bühnenbild, Kostüme, Personenregie anbelangte. Musikalisch jedes Mal ein absoluter Höhepunkt für mich.


    Wenn ich da z. B. an den Parsifal aus Salzburg 2013 denke, in der man Johan Botha in einen grünen Tarnanzug gesteckt hatte, nebst einigen anderen Absonderlichkeiten der Regie, einfach scheußlich.


    Mit besten Grüßen Ramona

    Heute Vormittag fand nun die angekündigte Matinee zum Gedenken Theo Adams statt. Extra aus der Schweiz angereist war Dame Gwyneth Jones, die mit Theo Adan 87mal zusammen auf der Bühne stand, und die sehr bewegende Worte über die Arbeit und ihre Freundschaft mit ihm sprach.


    Weitere Gäste, die über ihre Erinnerungen an Theo Adam sprachen, waren Peter Emmerich, seit 1989 Pressesprecher und Leiter der Abteilung Presse/Kommunikation bei den Bayreuther Festspielen, sowie Andreas Scheibner und Matthias Henneberg, die beide viel Theo Adam persönlich erleben konnten. Die beiden letzteren nebst Tuuli Takala, eine finnische Sopranistin, die seit 2017/18 Mitglied des Semperoperensembles ist, gestalteten auch das musilalische Programm, welches Lieder von Richard Strauss und Carl Loewe enthielt, die Theo Adam sehr geliebt und oft in seinen Konzerten gesungen hatte.


    Mitglieder der Staatskapelle spielten das Sextett aus der Oper „Capriccio“ und es wurden einige Ausschnitte aus Aufnahmen mit Theo Adam und Dame Gwyneth Jones eingespielt (Meistersinger / Wotans Abschied). Es war eine würdige und für viele Besucher der Matinee berührende Gedenkfeier, denn hier in Dresden hat Theo Adam naturgemäß besonders viele Verehrer, zu denen ich mich ebenfalls zähle. Die Opernaufführungen und Konzerte (leider viel zu wenig) waren immer großartige Erlebnisse.


    Mit besten Grüßen Ramona1956

    Dresden freut sich über jeden Besucher, der sich hier die zahlreichen Kunstschätze ansehen will, die wundervolle Landschaft erkunden will oder die vielen kulturellen Ereignisse, die in Dresden geboten werden (Musikfestspiele, Jazz- und Dixielandfestival, oder das Kammermusikfestival in Moritzburg, um nur einiges zu nennen) besuchen möchte. Diese Leute fuhrwerken dann natürlich nicht mit ihren Handy herum, klatschen in die Zwischensätze von Sinfonien und Konzerten oder in Liedgruppen hinein, so dass man sich vor den Künstlern regelrecht schämt. Übrigens wurde Dresden im vergangenen Jahr von ca. 2,2 Millionen Menschen aus dem In- und Ausland besucht.


    Immerhin: Wer in einer Opernvorstellung sitzt, der kann nicht gleichzeitig auf öffentlichen Plätzen prügeln.“ (Zitat Rheingold)


    Das ausgerechnet du nicht mitbekommen haben willst, wie öffentliche Meinung manipuliert wird, um Leute von bestimmten Problemen abzulenken, in ihnen falsche Denkweisen zu implementieren, allgemein nach dem alten Grundsatz zu handeln „divide et impera“, wundert mich jetzt doch, scheint aber bei dir offensichtlich gut funktioniert zu haben.


    Es ist wichtig, die in Dresden bisher vernachlässigte französische Barockoper einem Publikum näher zu bringen“

    Rheingold: „Das wird auch Zeit!“


    Oh, ich bin natürlich voll überzeugt, dass im Rest Deutschlands an den Opernhäusern ununterbrochen französische Barockopern aufgeführt werden! Da muss unser hinterwäldlerisches Dresden aber endlich nachziehen.


    Mit besten Grüßen

    Ramona1956

    Lieber Fiesco und musikwanderer,


    bezüglich des von Fiesco gesetzten Links (Klassikblog) - manchen Leuten kann eben nichts recht gemacht werden. Die Rezension dort ist arrogant, herablassend, übrigens auch Rolando Villazón gegenüber, vielleicht Neid über den mehrfach Begabten. Der Rezensent hat nicht erkannt, dass Villazón sein Anliegen, nämlich aufzuzeigen, wie heute immer mehr auf Andersartigkeit, Andersdenken, sich nicht Anpassen, mit Mobbing reagiert wird. Dies hat er sehr gut mit vielfältigen Einfällen, kleinen Handlungen der agierenden Personen dargestellt. Die roten Pappnasen hatten übrigens die Tänzer dann auf, als sie als Begleitung der La Follie auftraten, in dem Zusammenhang also nicht so abwegig.


    Sich über das Bühnenbild als „Beton-Brutalismus“ aufzuregen, ist nun völlig absurd angesichts dem Meisten, , was uns in den letzten Jahren so auf Opernbühnen geboten wurde, bei uns in Dresden, aber vielleicht noch mehr auf westlichen Bühnen (ich lese seit Jahren im Klassikforum mit).


    Erstens ist klar gesagt, dass es sich um einen Unicampus handelt und die meisten großen Unikomplexe sind nunmal Neubauten, die Handlung ist nicht in alten ehrwürdigen Gebäuden wie Oxford oder Cambridge angesiedelt. Zweitens wurde das Bühnenbild in jedem Akt entsprechend den Anforderungen der Handlung abgewandelt. Der „Jahrmarkt mit Schießbude“ im letzten Akt, in dem die angebliche Hochzeit Platées mit Jupiter stattfinden soll, ordnet sich ebenfalls in die Inszenierung ein.


    Wennn der Rezensent sich einmal die Mühe machen sollte, genauer in den Text der Oper einzudringen, wird er feststellen, dass in diesem Akt Platée mit verschiedenen Festlichkeiten und Tänzen unterhalten werden soll, hauptsächlich um Zeit „zu schinden“, da Juno noch nicht am Schauplatz der Handlung eingetroffen ist und damit das eigentliche Ziel der ganzen Posse mit Platée verfehlt werden würde. Diese bricht am Schluss völlig verzweifelt zusammen, als sie erkennen muss, wie ungeheuerlich mit ihr verfahren wurde.


    Wo ich etwas enttäuscht war (und da stimme ich mit dem Blogger überein), waren die Choreographien der Tänze. Das war zu wenig. Als Vergleichsmöglichkeit hatte ich die von mir vorgestellte DVD und dort sind die Tänze wirklich genial choreographiert.


    Seiner negativen Beurteilung der Sänger stimme ich ebenfalls nicht zu: Im Vergleich zu meiner DVD mit französischen Sängern waren die Soprane (La Follie, Thalie, nicht Juno) hier stimmlich besser, mit französischen Sopranen habe ich einige Schwierigkeiten, zu dünn, zu schrill in vielen Fällen die Stimmen.


    Wie ich bereits geschrieben habe, bin ich eigentlich mehr konservativ eingestellt, was den Stil von Operninszenierungen anbelangt. Trotzdem war der Gesamteindruck der Oper gestern absolut positiv, und so dürfte es fast dem gesamten Publikum ergangen sein, wenn ich den begeisterten Beifall bedenke. Ich würde sagen, im Wesentlichen bestand es aus Leuten, die genau diese Oper sehen wollten und die das Inszenierungskonzept im Gegensatz zum Rezensenten verstanden hatten. Laufpublikum (die Touris, wie wir Dresdner sagen, die dann mit ihren Handys herumfuhrwerken), habe ich in unserem (großen) einsehbaren Bereich nicht erblickt.


    „Einem Schlüsselwerk des französischen Barock wird diese Aufführung in keinem Augenblick gerecht“ (Zitat)


    Völlig falsche Einschätzung: Es ist wichtig, die in Dresden bisher vernachlässigte französische Barockoper einem Publikum näher zu bringen. Und das kann mit einer solchen Inszenierung ein Stückchen weit gelingen, die weder „dröge“ daherkam, noch in irgeneiner Form „langweilig“ war, sondern die, wie ich bereits geschrieben habe, bunt, einfallsreich und unterhaltsam war, und das ist schon sehr viel, denn im Allgemeinen hat die französische Barockoper bei vielen Musikfreunden genau diesen Ruf der absoluten Langweiligkeit ( bei mir vor einigen Jahren übrigens auch). Und bei dem Ergebnis toleriere ich auch einige Diskrepanzen sowie Dinge, die vielleicht noch besser gemacht werden könnten.


    Mit besten Grüßen Ramona1956

    Gestern waren wir in der 2. Vorstellung der Oper „Platée“ von Rameau in der Inszenierung von Rolando Villazón. Geleitet wurde das Orchester von Paul Agnew, der selbst in seiner Sängerlaufbahn diese Rolle mehr als 60 mal in verschiedenen Inszenierungen verkörpert hat und zusammen mit William Christie Leiter des französischen Barock- Ensembles Les Arts Florissants ist.


    Als erstes kann ich sagen, dass es eine musikalisch hervorragende Vorstellung war, sowohl das Orchester als auch die meisten Sängerleistungen betreffend, war. Das kann ich nur von meinem Empfinden her beurteilen, ich bin kein Fachmann und kann also keine Stimmenanalyse betreiben.


    Hier der Trailer der Semperoper:


    https://www.semperoper.de/file…01_Platee_Trailer_web.m4v


    Als ich in der Premierenkostprobe war, in der das Regiekonzept erläutert wurde, war ich zunächst äußerst skeptisch. Rolando Villazón verlegt die Handlung auf einen modernen Universitätscampus der Gegenwart und Platée ist ein junger Mann, der sich aber eigentlich als Frau fühlt und dies auch ausleben will, damit aber dort zum Außenseiter wird und dementsprechend von allen gemobbt wird. Platée ist übrigens nicht hässlich, sondern eigentlich zum „Anbeißen süß“ in seinem Faltenrock (fand ich). Auf alle Fälle geht das Konzept auf und es ist eine spannende, handlungsreiche, komödiantische und traurige Inszenierung geworden, die mir total gefallen hat, obwohl ich, was Inszenierungsstil von Opern betrifft, mehr konservativ eingestellt bin.


    Ganz hervorragend der Darsteller der Platée (Philip Talbot), die La Follie (Inga Kalna), die stürmischen Szenenapplaus bekam nach ihrem Auftritt, der Mercure / Thespis (Mark Milhofer) sowie der Jupiter von Andreas Wolf. Alle trugen voll das Konzept Villazóns mit großem schauspielerischen und komödiantischen Können mit. Vor allem für den Merkur hatte die Regie aus dem Vollen geschöpft und sich für jeden Auftritt etwas anderes einfallen lassen. Aber auch Tania Lorenzo als Amour (sie ist z. Zt. Mitglied im Opernstudio) hat mir mit ihrer vollen, aber jugendlichen Stimme sehr gefallen sowie auch Iulia Maria Dan als Thalie / Clarine. Etwas abgefallen waren für mich überraschenderweise Utel Selbig als Juno, die Stimme war spröde und nicht sehr kräftig (wir sitzen im 4. Rang) und Sebastian Wartig als Momus. Über die Sänger kann man leicht über die Webseite der Semperoper mehr erfahren.


    Sowieso lebt die Inszenierung von tausend Einfällen, kleinen Interaktionen der Personen des Chores, vielfältigen Requisiten, so dass ständig auf der Bühne etwas los ist und keine Minute Langeweile aufkommen kann. Der Platée sind mehrere Figuren (Tänzer) beigegeben, die mit ihren Kostümen an die Muppetshow erinnern, und die man einerseits als ebensolche Außenseiter wie Platée betrachten kann, die sich ihr angeschlossen haben und deren Gefühle mitempfinden und mitleiden oder vielleicht verkörpern sie auch die Gedanken und Empfindungen von Platée, das ist Interpretationsweise.


    Zur Vorereitung des Opernabends hatte ich mir wieder die folgende DVD „Platée“ angesehen, in der Paul Agnew die Platée verkörpert, eine wunderbare, stimmige, komödiantische und auch traurige Inszenierung:



    Je öfter ich Musik von Rameau höre, umso begeisterter bin ich von dem Einfallsreichtum, die verschiedensten Stimmungen ausmalenden und spritzigen Musik, die aber auch wunderbar die traurigen Momente charakterisieren kann.


    Mit besten Grüßen

    Ramona1956

    Auch ich habe diesen Thread interessiert verfolgt und stimme Nicolas voll zu. Vor allem den Beiträgen von Dr. Kaletha sowie Stimmenliebhaber konnte ich viel Neues und Interressantes für mich über die Zauberflöte entnehmen, die Lust auf mehr Erkundungen machten. So habe ich mir jetzt das Buch von Stefan Kunze (Mozarts Opern) besorgt mit dem ich mich demnächst beschäftigen möchte (allerdings stehen jetzt erst einmal familiäre Dinge und Urlaub im Mai an). Den Disputierstil von Bachianer fand ich zunehmend etwas aggressiv, das muss doch nicht sein, schließlich sind wir hier alle an Musik interessiert und die ist nun wirklich „ein weites Feld“.


    Mit besten Grüßen

    Ramona

    Lieber Fiesco,


    hier irrst du dich aber sehr, es gibt sehr wohl die Belcanto – Liebhaber, zu denen ich mich auf jeden Fall hinzurechne und ich denke, dass es hier im Forum noch viele Interessierte gibt. In meinem Besitz sind die verschiedensten DVDs und CDs der Opern Bellinis, Donizettis und Rossinis. Wann immer die Gelegenheit war, bin ich in die entsprechenden Opernaufführungen (auch konzertant) gegangen.


    Auch ich lese mit großem Interesse die Berichte der einzelnen Tamino – Mitgliedere über ihre Opernbesuche, speziell, was sie über die jeweiligen Inszenierungen mitzuteilen haben. Und die hier eingestellten Bilder sowie der Trailer von dieser Oper haben mich aufs angenehmste überrascht.


    Mit besten Grüßen

    Ramona

    Lieber Fiesco,

    natürlich wirkt die Inszenierung der Lucrezia Borgia in ihrer Personengestaltung heute etwas antiquiert und die Kostüme sind, wie ich bereits im obigen Beitrag erwähnte, schon zu gewaltig, etwas weniger wäre auch noch prächtig gewesen. Trotzdem passt alles gut zum das Sujet der Oper, römische, venezianische und florentinische Paläste waren nun mal mit einer überwältigenden Pracht ausgestattet und sieht man sich alte Bilder an, dann sieht man diese unwahrscheinliche Kostümpracht der damaligen Adligen. Bei der Oper mit ihrer wunderbaren Musik störe ich mich ja auch nicht daran, dass von der historischen Lucrezia Borgia ein völlig falsches Bild gezeichnet wird. Abgesehen davon bereitet es mir einfach Freude, nach all den tristen, kahlen Operninszenierungen der letzten Jahre auch einmal solche Pracht und Farbenvielfalt auf der Bühne zu sehen.

    Mit besten Grüßen Ramona

    Lieber LaRoche,


    vom Fliegenden Holländer habe ich folgende DVD (Opernverfilmung), die gesanglich und ausstattungsmäßig sehr gut ist: Donald McIntyre als Holländer (der mir übrigens im Gegensatz zu vielen anderen auch sehr gut als Wotan im Chereau – Ring gefällt), Catarina Ligendza als Senta.

    Als Einschränkung empfinden manche die Divergenz zwischen Ton und Lippenbewegung , ich empfinde es nicht als so schlimm, es lässt sich vermutlich bei Playbackaufnahmen nicht ganz vermeiden.



    Als Video (mittlerweile defekt und entsorgt) hatte ich die Aufnahme von der Harry Kupfer Inszenierung von den Bayreuther Festspielen, die ich mir vermutlich auch nochmals zulegen werde, in gewisser Weise Regietheater, aber wirklich durchdacht und überzeugend. Dazu einen faszinierenden Holländer (auch von der Person her) – Simon Estes.



    Mit besten Grüßen

    Ramona