Beiträge von Ramona1956

    Dresden freut sich über jeden Besucher, der sich hier die zahlreichen Kunstschätze ansehen will, die wundervolle Landschaft erkunden will oder die vielen kulturellen Ereignisse, die in Dresden geboten werden (Musikfestspiele, Jazz- und Dixielandfestival, oder das Kammermusikfestival in Moritzburg, um nur einiges zu nennen) besuchen möchte. Diese Leute fuhrwerken dann natürlich nicht mit ihren Handy herum, klatschen in die Zwischensätze von Sinfonien und Konzerten oder in Liedgruppen hinein, so dass man sich vor den Künstlern regelrecht schämt. Übrigens wurde Dresden im vergangenen Jahr von ca. 2,2 Millionen Menschen aus dem In- und Ausland besucht.


    Immerhin: Wer in einer Opernvorstellung sitzt, der kann nicht gleichzeitig auf öffentlichen Plätzen prügeln.“ (Zitat Rheingold)


    Das ausgerechnet du nicht mitbekommen haben willst, wie öffentliche Meinung manipuliert wird, um Leute von bestimmten Problemen abzulenken, in ihnen falsche Denkweisen zu implementieren, allgemein nach dem alten Grundsatz zu handeln „divide et impera“, wundert mich jetzt doch, scheint aber bei dir offensichtlich gut funktioniert zu haben.


    Es ist wichtig, die in Dresden bisher vernachlässigte französische Barockoper einem Publikum näher zu bringen“

    Rheingold: „Das wird auch Zeit!“


    Oh, ich bin natürlich voll überzeugt, dass im Rest Deutschlands an den Opernhäusern ununterbrochen französische Barockopern aufgeführt werden! Da muss unser hinterwäldlerisches Dresden aber endlich nachziehen.


    Mit besten Grüßen

    Ramona1956

    Lieber Fiesco und musikwanderer,


    bezüglich des von Fiesco gesetzten Links (Klassikblog) - manchen Leuten kann eben nichts recht gemacht werden. Die Rezension dort ist arrogant, herablassend, übrigens auch Rolando Villazón gegenüber, vielleicht Neid über den mehrfach Begabten. Der Rezensent hat nicht erkannt, dass Villazón sein Anliegen, nämlich aufzuzeigen, wie heute immer mehr auf Andersartigkeit, Andersdenken, sich nicht Anpassen, mit Mobbing reagiert wird. Dies hat er sehr gut mit vielfältigen Einfällen, kleinen Handlungen der agierenden Personen dargestellt. Die roten Pappnasen hatten übrigens die Tänzer dann auf, als sie als Begleitung der La Follie auftraten, in dem Zusammenhang also nicht so abwegig.


    Sich über das Bühnenbild als „Beton-Brutalismus“ aufzuregen, ist nun völlig absurd angesichts dem Meisten, , was uns in den letzten Jahren so auf Opernbühnen geboten wurde, bei uns in Dresden, aber vielleicht noch mehr auf westlichen Bühnen (ich lese seit Jahren im Klassikforum mit).


    Erstens ist klar gesagt, dass es sich um einen Unicampus handelt und die meisten großen Unikomplexe sind nunmal Neubauten, die Handlung ist nicht in alten ehrwürdigen Gebäuden wie Oxford oder Cambridge angesiedelt. Zweitens wurde das Bühnenbild in jedem Akt entsprechend den Anforderungen der Handlung abgewandelt. Der „Jahrmarkt mit Schießbude“ im letzten Akt, in dem die angebliche Hochzeit Platées mit Jupiter stattfinden soll, ordnet sich ebenfalls in die Inszenierung ein.


    Wennn der Rezensent sich einmal die Mühe machen sollte, genauer in den Text der Oper einzudringen, wird er feststellen, dass in diesem Akt Platée mit verschiedenen Festlichkeiten und Tänzen unterhalten werden soll, hauptsächlich um Zeit „zu schinden“, da Juno noch nicht am Schauplatz der Handlung eingetroffen ist und damit das eigentliche Ziel der ganzen Posse mit Platée verfehlt werden würde. Diese bricht am Schluss völlig verzweifelt zusammen, als sie erkennen muss, wie ungeheuerlich mit ihr verfahren wurde.


    Wo ich etwas enttäuscht war (und da stimme ich mit dem Blogger überein), waren die Choreographien der Tänze. Das war zu wenig. Als Vergleichsmöglichkeit hatte ich die von mir vorgestellte DVD und dort sind die Tänze wirklich genial choreographiert.


    Seiner negativen Beurteilung der Sänger stimme ich ebenfalls nicht zu: Im Vergleich zu meiner DVD mit französischen Sängern waren die Soprane (La Follie, Thalie, nicht Juno) hier stimmlich besser, mit französischen Sopranen habe ich einige Schwierigkeiten, zu dünn, zu schrill in vielen Fällen die Stimmen.


    Wie ich bereits geschrieben habe, bin ich eigentlich mehr konservativ eingestellt, was den Stil von Operninszenierungen anbelangt. Trotzdem war der Gesamteindruck der Oper gestern absolut positiv, und so dürfte es fast dem gesamten Publikum ergangen sein, wenn ich den begeisterten Beifall bedenke. Ich würde sagen, im Wesentlichen bestand es aus Leuten, die genau diese Oper sehen wollten und die das Inszenierungskonzept im Gegensatz zum Rezensenten verstanden hatten. Laufpublikum (die Touris, wie wir Dresdner sagen, die dann mit ihren Handys herumfuhrwerken), habe ich in unserem (großen) einsehbaren Bereich nicht erblickt.


    „Einem Schlüsselwerk des französischen Barock wird diese Aufführung in keinem Augenblick gerecht“ (Zitat)


    Völlig falsche Einschätzung: Es ist wichtig, die in Dresden bisher vernachlässigte französische Barockoper einem Publikum näher zu bringen. Und das kann mit einer solchen Inszenierung ein Stückchen weit gelingen, die weder „dröge“ daherkam, noch in irgeneiner Form „langweilig“ war, sondern die, wie ich bereits geschrieben habe, bunt, einfallsreich und unterhaltsam war, und das ist schon sehr viel, denn im Allgemeinen hat die französische Barockoper bei vielen Musikfreunden genau diesen Ruf der absoluten Langweiligkeit ( bei mir vor einigen Jahren übrigens auch). Und bei dem Ergebnis toleriere ich auch einige Diskrepanzen sowie Dinge, die vielleicht noch besser gemacht werden könnten.


    Mit besten Grüßen Ramona1956

    Gestern waren wir in der 2. Vorstellung der Oper „Platée“ von Rameau in der Inszenierung von Rolando Villazón. Geleitet wurde das Orchester von Paul Agnew, der selbst in seiner Sängerlaufbahn diese Rolle mehr als 60 mal in verschiedenen Inszenierungen verkörpert hat und zusammen mit William Christie Leiter des französischen Barock- Ensembles Les Arts Florissants ist.


    Als erstes kann ich sagen, dass es eine musikalisch hervorragende Vorstellung war, sowohl das Orchester als auch die meisten Sängerleistungen betreffend, war. Das kann ich nur von meinem Empfinden her beurteilen, ich bin kein Fachmann und kann also keine Stimmenanalyse betreiben.


    Hier der Trailer der Semperoper:


    https://www.semperoper.de/file…01_Platee_Trailer_web.m4v


    Als ich in der Premierenkostprobe war, in der das Regiekonzept erläutert wurde, war ich zunächst äußerst skeptisch. Rolando Villazón verlegt die Handlung auf einen modernen Universitätscampus der Gegenwart und Platée ist ein junger Mann, der sich aber eigentlich als Frau fühlt und dies auch ausleben will, damit aber dort zum Außenseiter wird und dementsprechend von allen gemobbt wird. Platée ist übrigens nicht hässlich, sondern eigentlich zum „Anbeißen süß“ in seinem Faltenrock (fand ich). Auf alle Fälle geht das Konzept auf und es ist eine spannende, handlungsreiche, komödiantische und traurige Inszenierung geworden, die mir total gefallen hat, obwohl ich, was Inszenierungsstil von Opern betrifft, mehr konservativ eingestellt bin.


    Ganz hervorragend der Darsteller der Platée (Philip Talbot), die La Follie (Inga Kalna), die stürmischen Szenenapplaus bekam nach ihrem Auftritt, der Mercure / Thespis (Mark Milhofer) sowie der Jupiter von Andreas Wolf. Alle trugen voll das Konzept Villazóns mit großem schauspielerischen und komödiantischen Können mit. Vor allem für den Merkur hatte die Regie aus dem Vollen geschöpft und sich für jeden Auftritt etwas anderes einfallen lassen. Aber auch Tania Lorenzo als Amour (sie ist z. Zt. Mitglied im Opernstudio) hat mir mit ihrer vollen, aber jugendlichen Stimme sehr gefallen sowie auch Iulia Maria Dan als Thalie / Clarine. Etwas abgefallen waren für mich überraschenderweise Utel Selbig als Juno, die Stimme war spröde und nicht sehr kräftig (wir sitzen im 4. Rang) und Sebastian Wartig als Momus. Über die Sänger kann man leicht über die Webseite der Semperoper mehr erfahren.


    Sowieso lebt die Inszenierung von tausend Einfällen, kleinen Interaktionen der Personen des Chores, vielfältigen Requisiten, so dass ständig auf der Bühne etwas los ist und keine Minute Langeweile aufkommen kann. Der Platée sind mehrere Figuren (Tänzer) beigegeben, die mit ihren Kostümen an die Muppetshow erinnern, und die man einerseits als ebensolche Außenseiter wie Platée betrachten kann, die sich ihr angeschlossen haben und deren Gefühle mitempfinden und mitleiden oder vielleicht verkörpern sie auch die Gedanken und Empfindungen von Platée, das ist Interpretationsweise.


    Zur Vorereitung des Opernabends hatte ich mir wieder die folgende DVD „Platée“ angesehen, in der Paul Agnew die Platée verkörpert, eine wunderbare, stimmige, komödiantische und auch traurige Inszenierung:



    Je öfter ich Musik von Rameau höre, umso begeisterter bin ich von dem Einfallsreichtum, die verschiedensten Stimmungen ausmalenden und spritzigen Musik, die aber auch wunderbar die traurigen Momente charakterisieren kann.


    Mit besten Grüßen

    Ramona1956

    Auch ich habe diesen Thread interessiert verfolgt und stimme Nicolas voll zu. Vor allem den Beiträgen von Dr. Kaletha sowie Stimmenliebhaber konnte ich viel Neues und Interressantes für mich über die Zauberflöte entnehmen, die Lust auf mehr Erkundungen machten. So habe ich mir jetzt das Buch von Stefan Kunze (Mozarts Opern) besorgt mit dem ich mich demnächst beschäftigen möchte (allerdings stehen jetzt erst einmal familiäre Dinge und Urlaub im Mai an). Den Disputierstil von Bachianer fand ich zunehmend etwas aggressiv, das muss doch nicht sein, schließlich sind wir hier alle an Musik interessiert und die ist nun wirklich „ein weites Feld“.


    Mit besten Grüßen

    Ramona

    Lieber Fiesco,


    hier irrst du dich aber sehr, es gibt sehr wohl die Belcanto – Liebhaber, zu denen ich mich auf jeden Fall hinzurechne und ich denke, dass es hier im Forum noch viele Interessierte gibt. In meinem Besitz sind die verschiedensten DVDs und CDs der Opern Bellinis, Donizettis und Rossinis. Wann immer die Gelegenheit war, bin ich in die entsprechenden Opernaufführungen (auch konzertant) gegangen.


    Auch ich lese mit großem Interesse die Berichte der einzelnen Tamino – Mitgliedere über ihre Opernbesuche, speziell, was sie über die jeweiligen Inszenierungen mitzuteilen haben. Und die hier eingestellten Bilder sowie der Trailer von dieser Oper haben mich aufs angenehmste überrascht.


    Mit besten Grüßen

    Ramona

    Lieber Fiesco,

    natürlich wirkt die Inszenierung der Lucrezia Borgia in ihrer Personengestaltung heute etwas antiquiert und die Kostüme sind, wie ich bereits im obigen Beitrag erwähnte, schon zu gewaltig, etwas weniger wäre auch noch prächtig gewesen. Trotzdem passt alles gut zum das Sujet der Oper, römische, venezianische und florentinische Paläste waren nun mal mit einer überwältigenden Pracht ausgestattet und sieht man sich alte Bilder an, dann sieht man diese unwahrscheinliche Kostümpracht der damaligen Adligen. Bei der Oper mit ihrer wunderbaren Musik störe ich mich ja auch nicht daran, dass von der historischen Lucrezia Borgia ein völlig falsches Bild gezeichnet wird. Abgesehen davon bereitet es mir einfach Freude, nach all den tristen, kahlen Operninszenierungen der letzten Jahre auch einmal solche Pracht und Farbenvielfalt auf der Bühne zu sehen.

    Mit besten Grüßen Ramona

    Lieber LaRoche,


    vom Fliegenden Holländer habe ich folgende DVD (Opernverfilmung), die gesanglich und ausstattungsmäßig sehr gut ist: Donald McIntyre als Holländer (der mir übrigens im Gegensatz zu vielen anderen auch sehr gut als Wotan im Chereau – Ring gefällt), Catarina Ligendza als Senta.

    Als Einschränkung empfinden manche die Divergenz zwischen Ton und Lippenbewegung , ich empfinde es nicht als so schlimm, es lässt sich vermutlich bei Playbackaufnahmen nicht ganz vermeiden.



    Als Video (mittlerweile defekt und entsorgt) hatte ich die Aufnahme von der Harry Kupfer Inszenierung von den Bayreuther Festspielen, die ich mir vermutlich auch nochmals zulegen werde, in gewisser Weise Regietheater, aber wirklich durchdacht und überzeugend. Dazu einen faszinierenden Holländer (auch von der Person her) – Simon Estes.



    Mit besten Grüßen

    Ramona

    Gestern Abend angesehen und gehört:



    mit Sutherland als Lukrezia und Alfredo Kraus als Gennaro, ein stimmliches Fest (auch die meisten anderen Sänger sehr gut)

    fantastische Kostüme und Bühnengestaltung, ich sehe mit großem Erstaunen, was früher alles möglich war und empfinde die Ausstattung fast als zu bombastisch, angesichts der jahrelangen Hungerkuren auf unseren Bühnen, die einen so bescheiden in den Ansprüchen an Kostüm- und Bühnengestaltung gemacht haben

    Ich habe gestern und heute mit die DVD von der Metropolitan Opera angesehen und bin voll begeistert sowohl von der Inszenierung als auch von der musikalischen Ausführung.


    Inszenierung Ponnelle, Pavarotti als Idomeneo, Hildegard Behrens als Elettra , Frederica von Stade als Idamante und Ileana Cotrubas als Ilia


    Dank Dottore Pingel habe ich ein neues Instrumentalensemble für mich entdeckt - die Batzdorfer Hofkapelle.

    Ergänzend möchte ich hinzufügen, dass in dem Renaissance-Rittersaal und Weinkeller des Schlosses in Batzdorf von eben dieser Hofkapelle seit 1993 im August Barockfestspiele mit interessanten Konzerten, Opern, Schauspielen oder literarischen Veranstaltungen durchgeführt werden, bei denen auch andere Musiker und Künstler gastieren und wo auch für leibliche Genüsse gesorgt ist. Ich selbst war bereits achtmal bei diesen Festspielen und es war jedes Mal sehr stimmungsvoll und musikalisch überzeugend.

    Eine Frage an Mschenk,


    mich würde interessieren, wieso du die Freischütz – Inszenierung der Semperoper von 1985 ausgerechnet hier eingestellt hast. Wir haben gerade die Wiener Aufführung über uns ergehen lassen, abgesehen davon, dass sie musikalisch sehr ansprechend war (mir hat u. a. das Agieren des Ännchen gefallen), ist die Inszenierung ein totaler Schmarren und Blödsinn, als Krönung, den Eremiten in Kronleuchter singen zu lassen.


    Die damalige Dresdner Inszenierung habe ich leider nicht live erlebt, sondern mir jetzt nur im Schnelldurchlauf angesehen. Sie ist kostüm- und ausstattungsmäßig in etwa dort angesiedelt, wo sie laut Libretto spielt, nämlich nach Beendigung der 30jährigen Krieges. Das erklärt auch die Schäden am Forsthaus. Die Idee, die Felsschluchtszene sozusagen auf einem alten Schlachtfeld des vergangenen Krieges zu gestalten, das Wilde Heer als auferstandene Toten dieser Schlacht, finde ich sehr gut. Auf jeden Fall finde ich im Rückblick diese Inszenierung weit besser als das Meiste, was uns in den letzten Jahren so für ein Unsinn geboten wurde, wie auch die hier eingestellten Beispiele (z.B. dein Trailer der Oper Lübeck) zu Genüge zeigen.

    Lieber Gerhard Wischniewski,


    Und das ist der Grund, warum in den letzten Jahren bei mir die Opernbesuche immer mehr abgenommen haben und dafür Konzerte und Kammermusik in den Vordergrund gerückt sind.

    Mittlerweile habe ich mir eine umfangreiche DVD – Sammlung an Opern in ansprechenden und schönen Inszenierungen zugelegt, mit hervorragenden Sängern. Aber das Live – Erlebnis können sie eben nicht ersetzen.


    Dazu kommt, das die Spielpläne immer langweiliger werden, es wird fast nur noch auf Nummer sicher gesetzt und immer die gleichen (wenn auch sehr schönen) Opern gespielt. Aber etwas Neues wird es diese Saison noch geben: „Platee“ (Rameau) und „Die Hugenotten“ (Meyerbeer), bei denen ich nur hoffen kann, dass sie inszenatorisch kein Reinfall werden.


    Beste Grüße

    Ramona 1956

    Lieber La Roche,


    in der von dir erwähnten konzertanten Aufführung „Anna Bolena“ mit Edita Gruberova war ich ebenfalls, dazu auch in den anderen konzertanten Opernaufführungen mit ihr (Roberto Devereux, I Puritani, Beatrice di Tenda, Lucai di Lammermoor, Lukrezia Borgia und die oben erwähnte Anna Bolena). Es waren jedes Mal Sternstunden des Operngesanges. Ich finde, die Sängerin kam im Live-Erlebnis immer viel intensiver und großartiger herüber als auf ihren CD-Aufnahmen, obwohl ich da auch einiges mit ihr besitze.


    In der Tosca war ich 1997 und 2005, habe aber Ruth Berghaus im Computer als Regisseur stehen. Diese Aufführungen habe ich leider auch als nicht so toll in Erinnerung. Im Anrecht haben wir die Oper in dieser Saison noch (in der Inszenierung von dem von dir erwähnten Johannes Schaaf). Da werden wir uns überraschen lassen.


    Beste Grüße

    Ramona1956

    Lieber Kapellmeister Storch,


    ich finde deine Zahlen äußerst beeindruckend, bei mit nimmt aber die Oper nicht die erste Stelle ein, sondern das sind Konzerte, Kammermusik und auch Schauspiel. Allerdings würden die Zahlen dann doch etwas anders aussehen, wenn in den letzten Jahren nicht die Qualität der Inszenierungen so sehr nachgelassen hätte.


    Dadurch bin ich immer mehr dazu übergegangen, mir DVDs und CDs zu besorgen und Opern eben zu Hause anzusehen bzw. anzuhören. So befinden sich in meinem Besitz 158 DVDs mit Opern, 36 mit Balletten sowie 175 CDs mit Opern – Gesamtaufnahmen.

    So auf die Schnelle:


    Opern: 251 / Operetten: 57

    fast alles in Dresden, ein Teil Leipzig, Berlin


    Wagner 26 / Verdi 24 / Mozart 29 / Puccini 10

    Rossini 9 / Donizetti 8 / Strauss, Richard 25

    der Rest verteilt sich auf alles Mögliche

    (russische, französische, englische, tschechische Opern)


    war jetzt selbst etwas erstaunt, ich dachte, dass die o. g. Komponisten einen größeren Raum eingenommen haben

    Absolut einverstanden mit deiner Analyse. Zum Hören zu Hause an vergleichsweise tonmäßig einschränkender Anlage wirkt das Klavierspiel von ihr nicht so unmittelbar wie im Konzertsaal. Aber ich denke, beides ist wichtig für den Hörgenuss, das explosive, fast überschäumende Spiel von ihr im Konzertsaal und die, wie von dir erläutert, distanzierte und analytische Herangehensweise anderer Interpreten.


    Mit dem Erlkönig hast du recht, der Dialog war auch beim Konzert etwas verloren gegangen, das Stück aber trotzdem äußerst beeindruckend herübergekommen. Ich glaube, dass solch ein Live-Erlebnis auch bei vielen im Publikum die Lust weckt, wieder zu Hause sich mit der entsprechenden Klavierliteratur zu beschäftigen, so ist es zumindestens bei mir und ich hoffe, auch bei ein paar anderen.


    Mit besten Grüßen Ramona

    Als Reaktion auf meine Besprechung des erlebten Konzertes stellst du eine Vielzahl Musikbeispiele anderer Pianisten ein. Keine Frage, die Beispiele sind alle sehr excellent. Aber es geht nun mal nichts über ein live erlebtes Konzert. Diese Pianistin hat eine so außerordentliche Ausstrahlung, musikalisches Temperament und kann ihr Publikum derart mitreißen, wie ich es noch bei keinem anderen Klavierabend erlebt habe, weder bei Alfred Brendel, Lang Lang, Barenboim, Arcadi Volodos, Radu Lupu oder vielen anderen, die ich erlebt habe mit Ausnahme vielleicht von Elisabeth Leonskaja (1997), bei deren Konzert es 40 Minuten lang Zugaben gab.


    Übrigens habe ich in meinen jahrzehntelangen Konzertbesuchen es nur insgesamt nur vier Mal erlebt, dass das Publikum wie eine Eins geschlossen zum Abschlussbeifall aufgestanden ist: bei zwei Liederabenden (Dmitri Hvorostovsky 2005, Nina Stemme 2007) sowie noch bei dem gerade erwähnten Klavierabend von Leonskaja und dem gestrigen Abend. Dieser wird den meisten Besuchern und auch mir im Gedächtnis bleiben im Gegensatz zu vielen Konzerten, die man genossen hat, die aber dann doch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen haben.


    Zum Schluss nur noch: YouTube Aufnahmen, CD usw. sind recht schöne Möglichkeiten für uns, Musik auch zu Hause zu hören, aber sie ersetzen auf keinen Fall das real Erlebte.