Beiträge von Ramona1956

    Ich habe in den letzten Tagen die bereits schon vor einiger Zeit hier im Forum gelobte Aufnahme der Meistersinger vom Glyndebourne Festival angesehen und bin total begeistert. Sowohl die szenische Umsetzung (wundervolles und stimmiges Bühnenbild für jeden Schauplatz) als auch die Personenführung enpfinde ich als hervorragend. Ich haben noch nie eine solche punktgenaue Interaktion der handelnden Personen bei den Meistersingern gesehen, bei der die verschiedenen Gefühle, auch die hinter der offziellen Fassade liegenden, so herausgearbeitet worden sind. Ich erinnere mich noch an meine ersten Meistersinger vor vielen Jahren (Jahrzehnten), als ich noch Wagner – Anfänger und ziemlich unbedarft war und es natürlich noch keine Übertitelung bei den Opernaufführungen gab, dass mich die gesamte „Meistersänger - Aufnahmeprüfung“ im ersten Akt ziemlich ratlos gelassen hatte. Auch die Mehrbödigkeit in den Szenen zwischen Eva und Sachs ist hervorragend gestaltet. Ebenso sind die Auftritte des Beckmessers und auch des Lehrburschen David jeweils Kabinettstücke an Darstellungskunst. Eine DVD, die ich mit höchstem Genuss angesehen habe. Vielleicht der einzige kleine Mängelpunkt ist, dass ich mir den Stolzing mit etwas mehr tenoraler Strahlkraft gewünscht hätte, dafür ist er aber optisch als junger ritterlicher Heißsporn sehr glaubhaft.


    Nebenthemen: Konzertbesuche und Bewertung


    Gestern wiederum in der voll besetzten Frauenkirche Dresden die Kantaten 1 – IV des Weihnachtsoratorium mit dem SächsischenVocalensemble und den Virtuosi Saxoniae unter der Leitung von Ludwig Güttler. Wieder wie von diesen Ensembles gewohnt in exzellenter und prachtvoller Ausführung. Die Sänger waren Barbara Felicitas Marín (Sopran – leider etwas indisponiert), Sonja Koppelhuber (wunderschön timbrierter Alt mit langen Bögen), Uwe Stickert (absolut textverständlicher, lyrischer Tenor) und Johannes G. Schmidt (Bass, für meinen persönlichen Geschmack etwas zu leicht). Trotz der leichten Einschränkungen im Solobereich ein stimmungsvoller Konzertabend gerade auch im Zusammenhang mit der festlich strahlenden Frauenkirche. Um die Frauenkirche herum ein einladender Weihnachtsmarkt, der auch nach dem Konzert noch rappelvoll war.

    Gestern im Kulturpalast Dresden im Rahmen der Musikfestspiele ein Konzert mit dem Dresdner Festspielorchester unter der Leitung von Ivor Bolton sowie dem Countertenor Valer Sabadus. Gespielt wurden Konzertwerke von Händel, Bach, Vivaldi, Gluck und Valer Sabadus sang Arien aus Opern von Händel, Vivaldi, Sacchini sowie Gluck, diese mit einer betörend schönen Stimme, die mich und auch alle Konzertbesucher vor allem in den langsam ausgesungenen Passagen begeisterte. Das 2012 gegründete Festspielorchester setzt sich aus herausragenden Musikern für historische Aufführungspraxis aus renommierten europäischen Alte-Musik-Ensembles zusammen. Es wird auf Originalinstrumenten entsprechend der Entstehungszeit der jeweiligen Musik gespielt.

    Für mich ist beides unverzichtbar, wobei sich für mich in den letzten Jahren der Schwerpunkt verschoben hat: Konzerte (Sinfonik, sakrale Musik, Kammermusik) viel live. Opernbesuche wurde in den letzten Jahren etwas eingeschränkt, inszenierungsbedingt, da leider in der Semperoper in den letzten Jahren sehr schöne Inszenierungen (Zauberflöte, Figaros Hochzeit, Fliegender Holländer, Hänsel und Gretel u. a.) durch schlechtere ersetzt wurden. Wobei die Semperoper trotzdem sehr schöne und interessante Sachen im Repertoire hat bzw. die evtl. noch kommen werden. So bin ich schon gespannt auf die Inszenierungen der Hugenotten (Meyerbeer) sowie Platée (Rameau), deren Inszenierung übrigens durch Rolando Villazón erfolgen soll. Die Entführung aus dem Serail scheint ebenfalls sehr reizvoll und einfallsreich zu sein, dem Trailer nach zu urteilen, ebenso die Ariadne und Arabella, über deren Neuinszenierung hier schon berichtet worden ist. Natürlich muss auch ich den vorhandenen Finanzen Rechnung tragen. Die Kammermusikreihe der Staatskapelle kann ich nur wärmstens empfehlen, exzellent ausgeführt durch die Musiker der Staatskapelle und ihren Gästen, gibt es immer wieder wunderbare Entdeckungen.

    Gestern waren wir im Adventskonzert in der herrlichen, vollständig besetzten Frauenkirche Dresden mit Ludwig Güttler, Volker Stegmann (Trompete, Corno da caccia) und Friedrich Kircheis (Orgel) mit einem wunderbaren Adventskonzert - Werke von J. S. Bach, Homilius, Vincent Lübeck, Buxtehude, Loeillet u. a. für Orgel allein bzw. ein oder zwei Trompeten / Corni da caccia plus Orgel. Eine wunderschöne Einstimmung auf die Adventszeit (einschließlich anschließendem kurzen Besuch des Weihnachtsmarktes an der Frauenkirche + Glühwein).

    Hallo an die Tamino -Freunde,

    ich habe bisher über Jahre eigentlich nur immer mitgelesen und dadurch sehr viele Anregungen bekommen, was sich auch in meiner immer mehr angewachsenen CD- und DVD - Sammlung niedergeschlagen hat. Bezüglich der Oper "Intermezzo" von R. Strauss weiß ich nicht, ob die DVD bereits früher einmal hier vorgestellt worden ist, aber ich besitze und liebe die Aufnahme vom Glyndebourne Opernfestival (1982) mit der wunderbaren Felicity Lott, die ich in früheren Jahren auch mehrmals live in der Semperoper Dresden sowohl in Liederabenden als auch in Stauss - Partien erleben konnte. Die Oper wird zwar in Englisch gesungen (leider keine deutschen Untertitel), ist aber trotzdem gut verständlich. Die Inszenierung, die Kostüme und die Darstellung durch die Sänger finde ich exzellent.

    Mit Feliciy Lott besitze ich zwei weitere DVDs, die ich wärmstens allen Offenbach - Freunden empfehlen kann: La Belle Hélène (köstliche spritzige Inszenierung voller Ideen) und La Grand-Duchessse de Gérolstein

    Mit besten Grüßen Ramona