Beiträge von madize

    Danke, lieber Alfred, für diese Gedanken, die ich größtenteils teile. Abgesehen von den wenigen Shooting-Stars, die, sei es durch herausragende musikalische Leistungen oder durch hervorragendes Marketing, im Rampenlicht stehen und uns gnädig vom Platten-(oder CD-)Cover entgegenlächeln, sind die Möglichkeiten, im Bereich der Klassik zu Reichtum zu kommen doch recht begrenzt. Nichts desto trotz gibt es zahlreiche Perlen, die man meist durch Zufall entdeckt - oft bei Abschlussprüfungen an Musikhochschulen etc.


    Einerseits begrüße ich wie Du die nicht vorhandene Kommerzialisierung der klassischen Musik, da diese meist mit unschönen Nebenerscheinungen daherkommt (von den wenigen sehr kommerziell erfolgreichen Musiker haben leider zahlreiche für Schlagzeilen gesorgt, die ich mir gerne erspart hätte - Stichwort Machtmissbrauch, körperliche Übergriffe etc.). Andererseits leide ich mit den während der Coronakrise vor sich hin darbenden Musikern mit, die aufgrund ausgefallener Konzertterminen oder geschlossener Musikschulen meist mehr schlecht als recht überleben.


    Ein paar hilfreiche Zahlen inkl. eines Vergleichs des Klassik- und Popgenres in Bezug auf die verkauften Tonträger während der zurückliegenden Jahre findet sich übrigens hier: https://www.musikindustrie.de/…ndustrie-in-zahlen/absatz.


    Viele Grüße,

    Markus.

    Dieser Trend läuft seit mindestens fünf Jahren, vermutlich schon länger, und ist tendenziell nicht aufzuhalten. Solange man die Musik auch in Form von Downloads erwerben kann (Anbieter wie Qobuz ermöglichen dies und es sieht nicht aus, als sollte dieses Geschäftsmodell eingestellt werden), ist mir das auch kein Grund zur Sorge.

    Lieber Joseph II,


    da stimme ich voll und ganz zu. Qobuz höre ich eigentlich sehr gerne, zumal man ohne zeitlichen und finanziellen Verlust (von der Jahresgebühr einmal abgesehen) leicht in neue (noch) unbekannte Aufnahmen in hoher Qualität reinhören kann. Auch Booklets gibt es dort für viele Aufnahmen zum Einsehen oder Herunterladen. Natürlich fehlt das haptische Feedback, aber vielleicht bin ich da mit meinem 52 Lebensjahren auch schon zu altmodisch, dass ich auf so etwas Wert lege (zumindest für Aufnahmen, die länger bleiben sollen).


    Ein weiterer Punkt macht mir ein wenig Sorge. Kürzlich sah ich einen Beitrag über Netflix, dort war die Rede davon, dass selbst Aufnahmen, die man auf dieser Plattform gekauft hat, nach Gutdünken des Rechteinhabers wieder verschwinden können. Im Gegensatz zum physikalisch erworbenen Daten- respektive Tonträger erwirbt man bei einem Streamingdienst kein Eigentum an dem physikalisch vorhandenen Medium, sondern nur das Recht, den Inhalb beliebig oft anhören respektive -sehen zu können. Wenn nun der Rechteinhaber sich entscheidet, diesen Inhalt Netflix oder eben auch Qobuz nicht mehr zur Verfügung zu stellen, dann ist der von mir erworbene Inhalt futsch (ohne Anspruch auf Entschädigung).


    Ich weiß nicht, ob so etwas schon jemals auf Tidal, Qobuz etc. vorgekommen ist, bei Videostreaming-Plattformen wie Netflix ist dies vielleicht nicht an der Tagesordnung, aber doch schon vorgekommen.

    Viele Grüße,


    Markus.


    P. S. Und nein, einen Plattendreher werde ich mir nicht kaufen, um die nur auf diesem Medium vorhandenen Aufnahmen anzuhören, dann vielleicht doch lieber streamen.

    Hallo in die Runde,


    in letzter Zeit fällt mir ein Trend immer mehr auf: es scheint, als ob eine zunehmende Zahl von Tonträgern, vor allem CDs, vom Markt verschwindet (oder diesen erst gar nicht erreicht), dafür dann aber Streaming Angebote bei Tidal, Qobuz etc. erscheinen. Natürlich ist es günstiger für die Tonträgerindustrie, einen Stream verfügbar zu machen als eine CD zu vermarkten, aber für all diejenigen, die gerne einen physischen Tonträger in Händen halten, das Booklet zum Durchblättern bevorzugen, ist das natürlich sehr schade.


    Einige Beispiele: als ich letzte Woche auf der Suche nach Aufnahmen der Transzendentalen Etüden von Lizst war, entdeckte ich zwei Aufnahmen, die bei vielen als Referenz gelten, die von Lazar Berman und die von Bertrand Chamayou. Beide konnte ich bei den Versendern meiner Wahl nicht finden, wohl aber bei meinem Lieblings-Streamingdienst Qobuz.


    Oder die relativ neue Aufnahme von "Must the Devil have all teh good tunes" von John Adamas in der Aufnahme mit Yuja Wang - ein tolles Stück, aber leider nur per Stream oder aber LP verfügbar.

    Kennt Ihr ähnliche Beispiele, könnt Ihr diesen Trend bestätigen, was denkt Ihr über diese Entwicklung?

    Viele Grüße,


    Markus.

    Der schweizer Komponist Joseph Lauber hat 6 Sinfonien geschrieben.



    Danke für den Hinweis, diese Aufnahme ist die erste, die ich von diesem Komponisten gehört habe. Auf Qobuz konnte ich in die Aufnahme mal reinhören. Also den französischen Impressionismus habe ich - wann überhaupt - nur sehr am Rande gehört, dann doch eher die Spätromantik, hie und da meine ich Bruckner oder auch Dvorak herauszuhören, insgesamt aber schon eine eigene Mischung.


    Klanglich kann ich den Eindruck des "Topfigen" nicht bestätigen, für meine Empfindung sogar fast ein wenig hell oder spitz, oft hätte ich mich mir mehr "Hornschmelz" gewünscht, etwas weniger hohe Streicher. Um sicher zu sein, dass mir da nicht meine Raumakustik einen Streich spielt, habe ich auch mal über einen hochwertigen Kopfhörer reingehört, dort blieb der Eindruck derselbe, recht hochtonlastig, Fokus aus hohen Streichern und Bläsern, ist wohl der Abmischung oder dem Aufnahmeraum geschuldet.


    Aber insgesamt interessante Werke, werde ich mal auf meine Favoritenliste setzen und noch ein paar Mal hören.


    Viele Grüße,


    Markus.

    Da schon Zimermans Einspielung mit Bernstein eine "herausragende Referenzeinspielung" war, muss die neue nun ja mindestens ein "Höhepunkt" und "Meilenstein" geworden sein, sonst müsste man sie schließlich nicht kaufen. ^^

    Es gibt die Streams der 5 Konzerte derzeit noch in der ZDF Mediathek. Vor allem das erste habe ich recht intensiv gehört, ob es eine Referenzeinspielung ist, mag ich nicht beurteilen, dafür fehlt mir vermutlich der Überblick. Es ist aber definitiv eine sowohl sehr lebendige Aufnahme als auch die Sicht eines reifen Künstlers, der dieses Werk zwar wahrscheinlich schon hunderte von Malen gespielt hat, dabei aber nicht den Eindruck der Routine aufkommen lässt, sondern vielmehr das Werk bis in die entlegensten Winkel kennt und die ihm relevant erscheinenden Strukturen und Linien souverän und unaufgeregt herausarbeitet. Mich hat die Aufnahme sehr angesprochen und ich kann mir gut vorstellen, das "Paket" Mitte dies Jahres zu kaufen.


    Viele Grüße,


    Markus.

    Vladimir Ashkenazy im Moskauer Konservatorium am 9.6.1963

    Hallo lieber Holger,


    Deine Beschreibung trifft auf diese Aufnahme komplett zu. Ich habe sie mir auf Deinen Beitrag hin geordert und in der Zwischenzeit zahlreiche Male gehört. Wirklich ein tolles Tondokument des jungen Ashkenazy. Zwar hätte Beethoven - allein schon mangels des entsprechenden Instruments - diese Sonaten nicht so "hingehämmert", aber die Strigenz, die Kontraste, die Spannung sind schon erstklassig wiedergegeben (manchmal fühle ich mich in der Vehemenz und Tongebung an die Aufnahmen von Gilels auf DG erinnert). Auch die Chopin-Balladen sprechen mich sehr an, wenn ich mir hierbei definitiv manchmal auch eine zweite Sicht, die eher ins Romantische geht, wünsche, nicht weil sie besser wäre, sondern weil sie noch anderen Aspekte aus diesen Werken herauskitzelt (vielleicht die "Eleganz", die Du ja offenbar auch in diesen Baladen nicht gehört hast).

    Insgesamt tolle Aufnahme, auch klanglich für die Zeit sehr gut - meine vollste Empfehlung!


    Danke für den Tipp,


    Markus.

    Klassische Musik hören hat für mich etwas mit Emotionen aber auch Schönheit und Ästhetik zu tun, weniger mit dem analytischen Aspekt.


    Zu Zeiten meiner Ausbildung in Schule und Uni hatte ich den analytischen Anteil durch Partitur- und Literaturstudium natürlich auch verfolgt, meist ging aber in diesem Moment der emotionale Anteil flöten. Wenn ich heute Aufnahmen höre, dann zum Einen, um Vertrautes neu zu hören oder auch Neues zu entdecken. Ich genieße die Genialität vieler Werke, das hohe Niveau der Interpreten, das Zusammenspiel verschiedener Klangfarben und Instrumente, ich bewundere Interpreten, die es schaffen, sich über die von Ihnen dargebotenen Werke auszudrücken und aus vielmals gehörtem auf einmal neue Linien, Akzente und Aspekte herauszuarbeiten. Dabei kommt es sowohl vor, dass ich mir den soundsovielten Zyklus der Beethovensinfonien zulege, aber auch dass ich mich über eine Neuentdeckung durch einen unbekannten (oder auch bekannten - Stichwort Hamelin) Pianisten freue.


    Die Musik, ich für mich als emotional interessant empfinde, beginnt irgendwo im barocken Bereich und geht eigentlich bis in die aktuelle Neuzeit, wobei es da natürlich durchaus Richtungen gibt, die man meiner Ansicht nach kaum emotional erfassen kann, die vor allem "verkopft" sind, wie mein pubertierender Sohn wohl sagen würde.


    Gerade den Herrn in meinem Avatar schätze ich diesbezüglich sehr, weil er es meine Meinung nach vorbildlich geschafft hat, eine Lebenstüchtigkeit (Pragmatismus), eine gewisse Leichtigkeit mit einem tiefen Einblick und einer Ernsthaftigkeit zu kombinieren und daraus eine tolle Musik zu zaubern.


    Viele Grüße,


    Markus.

    Das hier kam gestern bei mir an, recht günstig vom Forenpartner:





    Werde ich wohl relativ lange zu schauen haben.


    Zusätzlich noch Rachmaninoff von Genova & Dimitrov - die Teaser-Schnipsel klangen recht vielversprechend:



    Viele Grüße,


    Markus.

    Das ist ja interessant wie weit die Meinungen hier auseinander gehen, angefangen von dem Verfechter des reinen Stereoklangs, für den schon ein Subwoofer des Teufels ist, über Mehrkanalfreunde, die aber - sollte es eine Aufnahme geben, die künstlerisch die Substanz hat - auch auf historische Klangqualität in Mono zurückzugehen bereit sind bis hin zu Verfechtern des absolut mehrkanaligen Klangerlebnisses nicht nur in der Fläche, sondern auch noch in der Vertikalen...


    Und ja, lieber Alfred, ich habe natürlich vergessen, die von Dir erwähnten vorzeitlichen Mehrkanalsysteme zu erwähnen. Da fehlte es wohl tatsächlich an Standards die es heute mit Dolby Digital, DTS etc. natürlich gibt. Die heutigen Systeme können auch aus einem mehrkanaligen Signal eine auf die aufgestellte Lautsprecherkonfiguration (ob 5, 7, 9 etc. Kanäle mit oder ohne Sub) passende Ausgabe berechnen, ein großer Fortschritt, wie ich finde. Auch gibt es zunehmend digitale Übertragung zu den einzelnen Lautsprechern, so dass das Thema Kabelführung in den Hintergrund tritt (wobei ich mich mit der Qualität und Zeitrichtigkeit der kabellosen Übertragung bei Lautsprechern noch nicht beschäftigt habe, bei Kopfhörern habe ich dies entnervt aufgegeben und bin heute davon überzeugt, dass eine hochwertige Musikwiedergabe auf Kopfhörer doch lieber per Kabel geschehen sollte).


    Eine weitere Musikwiedergabeform ist natürlich auch auf Kopfhörern möglich, wobei die Wiedergabe hier prinzipbedingt anders ist als über Lautsprecher, auch wenn es hier bereits Konzepte gibt (siehe SPL Phonitor x), wo man frequenzabhängig die Signale vom rechten auf das linke Ohr und umgekehrt mischt, um eine Bühnentiefe ähnlich wie beim Lautsprecher zu erzeugen. Ob das funktioniert? Ich weiß es nicht, habe es noch nicht getestet. Die Erfahrungsberichte sind aber durchaus vielversprechend.


    Viele Grüße,


    Markus.

    Surround in der Musik - so ist mein persönlicher Eindruck - war eine gewisse Modeerscheinung vor gut 10 Jahren als man das technisch machbare des Filmbusiness auch auf die Musik übertragen wollte. Es gelang recht gut, man hatte Medien zur Hand, mit deren Hilfe man mehrkanalige Musik in hoher Güte speichern konnte. Es gab Chips, mit deren Hilfe man diese Musik decodieren und auf die vorhandenen Lautsprecher im Raum verteilen konnte.


    Technisch anspruchsvoll war und ist diese Wiedergabe durchaus, sie kann auch sehr beeindrucken. Es gibt da zwei unterschiedliche Konzepte, bei dem einen befindet man sich mehr oder minder direkt im musikalischen Geschehen, beim anderen sitzt man im Publikum, hört die Musik von vorne, die restlichen Lautsprecher geben den Raumeindruck wieder. Wohler fühle ich mich mit der zweiten Option (wenn die erste natürlich auch tolle Effekte zaubern kann). Bei der Publikumsvariante ist der Anteil dessen, was von den Seiten und hinten kommt tatsächlich sehr gering und - einen nicht akustisch optimierten Raum vorausgesetzt - überlagert sich mit den Reflektionen des Raumes.


    Nach langem Hören von Mehrkanal- und auch Stereoaufnahmen tendiere ich dazu, die Musikaufnahmen vor allem der (hochwertigen) Stereokette anzuvertrauen und vor allem effektvoll aufgenommene Filme mehrkanalig zu schauen/hören. Dies ist für mich insgesamt die entspannendste Variante und ein vernünftiges Verhältnis von Aufwand und Ergebnis.


    Viele Grüße


    Markus.

    Letztes Jahr habe ich nach einem Defekt (der Yamaha-Verstärker hat irgendwie angefangen zu knallen, rauchen und stinken - in dieser Reihenfolge) mir die Nubert-Kombi nuControl 2 und nuPower A (auch das "Nubertsche Blechschwein" genannt) gegönnt. Leider kamen dann als Folgekosten ein Pärchen nuVero 140 Standboxen hinzu. Als Zuspieler hatte ich schon den Denon DCD-1600NE (CD und SACD Spieler). Zum Streamen gab's dann nach mehrerem Hin und Her noch die Limetree Bridge von Lindemann, über die ich vor allem Musik über den Streaminganbieter Qobuz höre.


    Damit habe ich eine Kombi am Start, die zwar sehr Nubert-lastig ist, die aber klangtechnisch alles übertrifft, was ich vorher zu für mich akzeptablen Preisen hören durfte. Die Klarheit, Ausgewogenheit und Lokalisierbarkeit der gespielten Musik ist einzigartig. Ich kann bei allen gehörunschädlichen Lautstärken hören, ohne dass dies durch Verzerrungen oder Kompressionseffekten behindert würde. Leider liegt darin auch schon ein wenig die Problematik - vor allem wenn man mit einer Familie zusammenlebt, die mein Hobby der klassischen Musik nicht in dem Maße teilt, wie ich mir das wünschen würde.


    Von daher habe ich erst einige Versuche mit kabellosen Kopfhörern gemacht, dort dann aber selbst im gehobenen Preissegment nicht die klangliche Ausgewogenheit und Dynamik finden können, die mich den Musikgenuss über die nuVeros nicht hätte vermissen lassen. Von daher habe ich meinen schon etwas betagten Kopfhörerverstärker von Arcam wieder ausgepackt und warte derzeit mit Spannung auf den ein oder anderen Kopfhörer, den ich mir für Stunden, wo meine Familie gerne auf meine Musik verzichten würde, reservieren würde.


    Ein Update zu dieser Geschichte ist hier im Forum sicher bald zu lesen.


    Viele Grüße,


    Markus.

    Möglicherweise ist die Aufnahme falsch in dieser Kategorie, aber ich habe sie noch nirgendwo anders hier im Forum gesehen:




    Diese sehr lobenswerte Veröffentlichung des Klavierkonzerts von John Adams mit einer äußerst agil aufspielenden Yuja Wang und dem Los Angeles Philharmonic Orchestra unter Gustavo Dudamel ist aktuell schon als Stream auf diversen Medien erhältlich (ich habe es auf Qobuz entdeckt und dort auch sofort zu meinen Favoriten hinzugefügt).


    Laut DG Website ist mit einer Veröffentlichung auf Tonträger Mitte August zu rechnen, wobei diese "auf Vinyl und als digitales Video" angekündigt ist. Wäre sehr schade für dieses Werk, wenn es dies nicht auf CD zu kaufen gäbe.

    Hallo Alfred,


    dieses Forum hat sicherlich Relevanz in Hinblick auf das Knüpfen und Aufrechterhalten von Kontakten, vor allem der hier "Alteingesessenen", aber auch neueren Mitgliedern.


    Für mich persönlich überwiegt aber ein ganz anderer Aspekt dieser Plattform: verglichen mit Wikipedia, aber auch Besprechungen bei Händlern wie Amazon oder ein wenig auch Kritiken bei Zeitungen oder (Online-)Zeitschriften findet man hier Diskussionen über Themen der E-Musik (bitte steinigt mich nicht wegen dieses Begriffs, mir fällt aktuell kein besserer ein), die kontrovers aber durchaus fachkundig geführt werden.


    Wenn ich hier Meinungen zu Aufnahmen selbst entlegendster Komponisten oder Interpreten lese, dann muss ich nicht mit allem übereinstimmen, aber es sind durchwegs Aspekte zu lesen, die wert zu überdenken und beim künftigen Probehören im Hinterkopf zu behalten sind.


    Aufgrund des durchwegs hohen Alters vieler Beteiligten hier mag die Außenwirkung, verglichen mit der Vielzahl von auf Jugendlichkeit getrimmten social media Seiten ein wenig schrullig und antiquiert wirken, aber man muss nicht alles für bare Münze nehmen, denke ich. ;-)


    Viele Grüße,


    Markus.

    Eine Beschränkung auf 5 Konzerte aus dieser Periode ist schon hart. Hier daher mein (heutiges) Ranking, morgen könnte es schon wieder anders aussehen:

    1. Beethoven Nr. 4
    2. Liszt Nr. 2
    3. Brahms Nr. 2
    4. Rach 2
    5. Busoni

    Diese Reihenfolge entspricht dem Datum der Fertigstellung, nicht meiner persönlichen Präferenz. Wie zu erwarten liegt der Fokus auf der Romantik (ganz anders als bei Alfreds Liste).


    Den Grieg hatte ich in jungen Jahren ganz oben auf der Liste, heute finde ich es verglichen mit anderen Werken ein wenig "platt". Manchmal ziehe ich es aber immer noch gerne aus dem Regal, dann meist in der Aufnahme mit Leif Ove Andnses.


    Viele Grüße


    Markus.

    Durch Tipp aus dem Forum habe ich mir diese - für mich bisher komplett unbekannte - Künstlerin bestellt:



    Amazon wollte dafür (inkl. Prime Versand) 1.17 € von mir haben - keine Ahnung, wie das geht. Ich bin inzwischen fast süchtig nach der Aufnahme, sowohl das Klavierkonzert wie auch die Fantasierstücke sind sehr lebending und klangschön gespielt. Ich würde diese Aufnahme durchaus als Geheimtipp vor allem des Konzerts ansehen. Schade, dass Miki Yumihari nicht in breiteren Kreisen bekannt ist, ich werde meine Augen offen halten, ob da demnächst noch mehr Aufnahme von ihr auf den Markt kommen.


    Dann habe ich noch diese Aufnahme des Nussknackers bestellt, sollte heute eintreffen. Auf Qobuz habe ich schon mal reingehört, klingt sehr vielversprechend:



    Viele Grüße,


    Markus.

    Sehr interessantes Thema...

    Meine erste gravierende Erfahrung mit der Stereophonie im eigentlichen Sinne (nicht lediglich 2 Lautsprecher, die irgendwo herumstehen) war als ich den Stereo-Kassettenrekorder einer französischen Austauschfamilie mit entsprechenden Tonträgern bestückt auf mein Bett gelegt habe und tatsächlich den einen Lautsprecher mit dem einen und den anderen Lautsprecher mit dem anderen Ohr gehört habe. Das Erlebnis war fantastisch, mit diesem einfachen Gerät war eine Räumlichkeit und örtliche Auflösung zu hören, die ich vorher so noch nie kennengelernt habe (müsste so Ende der 70er gewesen sein). Seitdem hatte ich den Wunsch, auch einmal eine höherwertige Stereoanlage zum Hören meiner Musik zu besitzen.


    Einige Jahre später war dann dann auch der Fall, die erste richtig gute Anlage (für damalige Verhältnisse) mit CD-Spieler und alllem drum und dran gab's dann aber erst Mitte der 80er. Allerdings muss ich zu meiner Schande gestehen, dass damals so als Pubertier das bewusste und aufmerksame Hören in optimaler Hörposition noch etwas schwierig war.


    Seit etwa 15-20 Jahren ist das nun komplett anders. Ich höre mich immer wieder bewusst hin, lege einen Tonträger ein oder - heutzutage - wähle eine Aufnahme auf Qobuz aus und höre konzentriert und aufmerksam der Musik zu, nicht nur in Hinblick auf die Musik, die Struktur, die Interpretation, sondern eben auch auf die klangliche Gestaltung, wobei die Ortbarkeit im Stereospektrum eine wichtige Rolle spielt.


    Natürlich habe ich auch die ein oder andere Aufnahme in Monotechnik in meiner Sammlung, einige sind sogar sehr klangschön und auch transparent aufgenommen, aber richtig Spaß macht es eben, weil einfach eine Konzertsaalatmosphäre spürbar ist, wenn man das Werk in Stereotechnik genießen kann.


    Mir ist völlig bewusst, dass die CD ein Kunstprodukt ist, dass also der Toningenieur eine Aufnahme so gestaltet, wie er es für richtig hält. Das kann dem Original, welches man im Konzertsaal hört, sehr nahe kommen, muss es aber nicht. Man kann mit geeigneter Aufnahmetechnik eine extrem durchhörbare Stereoperspektive "gestalten", man kann aber auch den Fokus auf einen Mischklang (einige würden es wohl "Klangbrei" nennen) legen. Auch kann man z. B. bei Einzelinstrumenten wie dem Klavier eine gewissen räumliche Distanz schaffen, man kann es aber auch extrem "heranholen" und einen sehr trockenen und direkten Klang erzeugen. Beispiele sind die neu Aufnahme der Beethoven Klaviersonaten von Igor Levit, wobei das Klavier in etwa mittlerer Distanz klangschön, aber auch mit einem gewissen Hall aufgenommen wurde, bei der Aufnahme derselben Werke gespielt von Gulda auf Amadeo ist das Klavier knochentrocken und sehr direkt aufgenommen, was einen näheren Eindruck hervorruft. Beide Aufnahmen haben ihren Wert und ihren Reiz, sie sind einfach anders gesaltet.


    Zurück zu Stereo vs. Mono: gerade wenn man sich bewusst auf eine optimale Hörposition begibt, dann ist die Stereophonie mit genau ortbaren Musikern extrem reizvoll. Daher gebe ich solchen Aufnahmen den Vorzug gegebenüber schlechteren Stereo- und auch Monoaufnahmen.


    Thema eines weiteren Threads könnte der Unterschied zwischen der Stereophonie und Mehrkanaltechnik sein, gerade bei Musikaufnahmen. Sehr interessantes Thema, wo auch die Raumakustik immer wichtiger wird.

    Viele Grüße,


    Markus.

    Ich bin sehr gespannt auf den Verlauf dieses Threads. Meiner Meinung nach ist es schwierig bis unmöglich, eine umfassende Antwort auf diese Frage zu stellen.


    Wann ist ein Land wichtig für die klassische Musik? Wenn von dort viele aktive Komponisten kommen oder wenn im Laufe der Musikgeschichte dies viele Komponisten taten, die evtl. heute noch Nachwirkungen (Musikbetrieb, Konzerthäuser, Orchester etc.) haben? Die gleiche Frage gilt für Interpreten der klassischen Musik.


    Nehmen wir das Beispiel Ungarn. Wenn ich dort durch die Straßen von Budapest laufe, so begegnen mir Namen von Straßen, Museen oder Plätzen, die an die ungarische Musiktradition mit Franz Liszt, Franz Lehar, Bela Bartok oder auch Zoltan Kodaly erinnern. Freunden der zeitgenössischen Musik ist sicher Gyorgy Ligeti ein Begriff, wo hingegen Namen wie Jozsef Sari, Peter Eötvös oder Mate Hollos nur den wenigsten bekannt sein dürften. Künstler wie Ferenc Fricsay, Georg Solti oder Geza Anda stammen aus dieser Tradition, wenn man in Restaurants der ungarischen Hauptstadt dinniert, begegnen einem Musiker, die Werke lokaler Komponisten spielen, viel auch mit Gypsi-Einflüssen. Ist ein solches Land nun wichtig für die klassische Musik, hat es noch aktiven Einfluss darauf oder lebt es nur noch von seiner Tradition?


    Dann gibt es auf der anderen Seite das aufstrebende China, von wo heute - allein schon aufgrund der Maße an Menschen - eine Vielzahl von augezeichneten Künstlern kommen. Natürlich gibt es dort auch Musiktraditionen, die vielleicht mit "klassischer Musik" hierzulande vergleichbar sind. Der Einfluss auf die bei uns gehörte Musik ist jedoch sehr begrenzt. Ist China nun ein wichtiges Land für die klassischer Musik?


    Ich möchte mit meinen Fragen nur auf die Vielschichtigkeit dieser Thematik hinweisen, die es für mich - wie im ersten Abschnitt geschrieben - nahezu unmöglich macht, eine allumfassende Antwort zu geben. Nichts desto trotz bin ich gespannt, wie sich die Hochkaräter dieses Forums daran abarbeiten werden.


    Viele Grüße,


    Markus.

    Ich möchte auf diesem Wege meinen Dank an unser neues Mitglied Markus/madize ausrichten für seine ausführliche Empfehlung der Beethovenschen Klaviersonaten mit Igor Levit.

    Ich hatte eigentlich nicht so schnell vor, sie mir zuzulegen, aber jetzt habe ich sie mir doch bestellt und vorgestern kamen sie bei mir an. Ich habe noch nicht reingehört, aber ich bin gespannt.

    Also Markus, weiter so :thumbup:

    Oh, danke für die Blumen, damit habe ich ja eine große Verantwortung übernommen. Ich hoffe, die Aufnahme gefällt Dir, lieber Rolo, genauso gut wie mir.

    Ich nehme mir immer einzelne Sonaten aus dieser Box heraus, höre sie, auch gerne einmal im Vergleich mit anderen Interpreten meiner Sammlung. Vom Klang und der Gestaltung sowie der Linienführung der Levit-Interpretation bin ich eigentlich durchweg begeistert.


    Lass mal hören, wie Dein Eindruck ist.

    Viele Grüße


    Markus.

    Mea culpa, war nicht meine Absicht, die ursprüngliche Intention des Threads zu stören, vielmehr wollte ich den Gedanken, wie es "meine CD des Jahres 2019" auf diesen Thron geschafft hat, etwas beleuchten/erklären. Wer meinen Beitrag aufmerksam gelesen hat, wird diesen Faden erkennen.


    Leider kann ich in der Forensoftware meinen Beitrag nicht editieren, sonst hätte ich ihn überarbeitet und die anderen Aufnahmen herausgenommen.


    Viele Grüße


    Markus.

    Ach eines noch: die Schubert-Platte von Dina Ugorskaja habe ich in meiner Auflistung bewusst nicht erwähnt (weil von Moderato bereits als Platte des Jahrs gekürt), sie erscheint mir hochgradig genial, weil reflektierend und einfühlsam. Die Werke kennt fast jeder, meine Referenz bisher waren ältere Aufnahmen von Brendel. Die Transzendenz und die Hingewandtheit aufs Jenseitige ist aber in dieser neuen Aufnahme, so finde ich, ganz hervorragend wiedergegeben - möglicherweise unterstützt durch das tragische Ende der Künstlerin.


    Danke, Moderato, für diese Erwähnung!


    Markus.

    Sehr interessante Frage, da es eine Möglichkeit ist, eine Rückschau auf das zuende gehende Jahr zu wagen. Ich habe mir, angeregt durch dieses Forum und auch zahlreicher Reviews in Zeitschriften, eine sehr schöne Aufnahmen aus den Frühzeiten der Stereophonie gekauft, diese fallen aber vermutlich nicht in den Fokus dieses Threads.


    Ich freue mich sehr auf Eure ganz persönlichen Einschätzungen der "Aufnahme des Jahres 2019", da ich hoffe, hier auch noch mal den ein oder anderen Tipp zu erhalten.


    In meinem Jahr 2019 habe ich einige Kandidaten, wo es schwer sein wird, den endgültigen Favoriten zu küren. Ganz prominent ist da natürlich der Beethoven-Zyklus mit Igor Levit. Eine sehr intensive Aufnahme, bei der einige Sonate sehr hochklassig interpretiert sind. Natürlich ist die Konkurrenz groß, vielleicht ist dies der Grund, warum ich diese sehr gute Box nicht zu meiner Aufnahme des Jahres küren will.


    Eine sehr schöne, weil klangschöne, fragile, nicht durch unnötiges Vibrato überlagerte Gesangsaufnahme ist "Heimweh", ein Schubert-Recital mit Anna Lucia Richter. Diese habe ich sehr oft im Player gehabt, nicht zuletzt als Referenz für meine Suche nach neuen Lautsprechern. Die Position der Sängerin und des Klaviers sowie deren klangliche Balance (die Gefahr, dass die Sängerin das Klavier "niedersingt" ist je nach Wiedergabekette groß) zeigten mir die Wiedergabequalität der Lautsprecher:



    Näher an meinen persönlichen Olymp des Jahres 2019 kommen wir mit dieser Aufnahme:



    Ich habe schon einige sehr gute Aufnahmen dieses Monumentalwerks gehört, diese hier hat mir persönlich bisher am besten gefallen. Sie ist klanglich aber auch gestaltungstechnisch sehr überzeugend, gibt gut die Balance zwischen Orchester und Solist wieder. Das sehr schwierige Werk wird vom Pianisten toll gestaltet, man hört zahlreiche Linien, die bei anderen Aufnahmen untergehen.


    Meine - mit knappem Vorsprung vor dem Busoni - liebste Aufnahme des Jahres 2019 ist - vermutlich überraschend für viele hier - das deutsche Requiem in der Aufnahme mit Harding und dem schwedischen Radiosinfonieorchester.



    Bisher war dieses Werk für mich komplett aus dem Fokus. Als ich es dann erstmalig über Qobuz gehört habe (Entdeckung einer Neuerscheinung) war ich vom Klangbild, der Harmonik und der Modernität des Werks extrem angetan. Ich habe mir dann auch noch die CD dieser Aufnahme gekauft und diese läuft sowohl im Auto wie auch zu Hause so häufig wie kaum eine andere Platte in diesem Jahr. Dirigent und Orchester scheuen sich nicht, durch bestechende Klarheit und Vermeidung durch übermäßiges Vibrato die Schroffheit und die harmonischen Klüfte dieses Werks hörbar zu machen. Der Chor und die Solisten singen sehr überzeugend, machmal an der Grenze des machbaren. In der Zwischenzeit habe ich als Vergleichsaufnahme mich auch einige Male die CD von Klemperer angehört, rein emotional nimmt mich aber die Interpretation von Harding viel mehr mit - ich liebe diese Platte!


    Bin sehr gespannt auf weitere Beiträge hier.


    Viele Grüße,


    Markus.

    Hallo Holger,


    interessantes Projekt, das habe ich kürzlich auch hinter mich gebracht. Bei mir waren die auszumusternden Lautsprecher erst 15 Jahre alt, es hatte aber diverse andere Gründe, warum diese größeren und höherwertigen Exemplaren weichen mussten.


    Es hört sich ja so an, als ob Du die Lautsprecher, die in Deinen Preis- und auch Leistungsbereich passen, gefunden hast. Herzlichen Glückwunsch!


    Die Elektronik ist auch ein herausforderndes Kapitel. Aufgrund der Schnelllebigkeit der digitalen Wiedergabeformate habe ich mich vom Gedanken verabschiedet, alles in einem Gerät haben zu wollen. Daher die "altertümlich anmutende" Variante eines Vor- und Endverstärkers (plus in meinem Fall sogar noch einer Bridge zur Wiedergabe von digitalen Diensten, in meinem Fall vor allem von Qobuz). Käme ein solches Konstrukt, d. h. eine Vorstufe mit digitalen Eingängen für Dich auch in Frage, dann könntest Du die hochwertige AVM-Elektronik für alles CDs, Fernseher und Streaming, nutzen.


    Alternativ gibt's da recht schnuckelige Geräte wie dieses hier, die aktuelle Verbindungsstandards beherrschen und trotzdem eine sehr potente und auch wohlklingende Verstärkereinheit zur Verfügung stellen.

    Wir sind ein wenig abgedriftet, ist aber halt ein interessants Thema.

    Viele Glück bei der Suche,


    Markus.