Beiträge von Maestro_Peter

    nein, leider kenne ich weder die Walter- noch die Jochum-Aufnahme, da ich um Mitschnitte, zumal bei großen Chor- und Orchesterwerken, immer einen Bogen mache.

    Danke, lieber Nemorino, für den Hinweis - das habe ich nicht gewusst. Du verpassest ja ganz viele wunderbare Erlebnisse und manchmal sind diese Aufnahmen klanglich gar nicht so schlecht. Aber ich verstehe auch, daß die Nebengeräusche oft mehr stören als die Musik. Ich muss zugeben, daß ich mir hauptsächlich Mitschnitte anhöre, weil dadurch fühlen sich manche Musiker freier und daraus entsteht eine ganz andere Atmosphäre. Da muß ich alle Nebengeräusche usw. in Kauf nehmen, solange die technische Qualität nicht zu schlecht ist.


    mit Irmgard Seefried (Sopran) und George London (Bariton), dem Westminster Choir und dem

    New York Philharmonic Orchestra (Aufnahme: Carnegie Hall, New York City, 3/1956, Mono).

    Diese kenne ich auch, habe aber lange nicht angehört: ich weiß nur, daß der Chor fabelhaft und Walter manchmal zu heftig und schnell ist.

    Seefried und London sollten sehr gut sein, aber ich kann mich nicht mehr erinnern. Muß es mir wieder anhören!


    M_P

    Lieber Nemorino, wir sind wohl verwöhnt mit Kempe und Lehmann! Ich habe die Kempe-Aufnahme seit der Erstveröffentlichung auf CD und ja, tontechnisch ist sie besser als die DGG-Aufnahme. Ich habe Elisabeth Grümmer (besser gesagt, Ihre Stimme) immer geliebt, also für mich ist diese Wahl einfach perfekt. Die beiden (Lehmann und Kempe) sind auch relativ ähnlich, allerdings, wie Du richtig sagst, ist Lehmann ein bißchen langsamer in den Ecksätzen. Ich finde die dynamische Unterschiede im Chor größer bei Lehmann als bei Kempe, aber das sind vielleicht pingelige Sachen wenn man das Ganze betrachtet. Schliesslich ist der Forster-Chor (wie immer damals) sehr, sehr gut. Trotz Wiener und Stader finde ich aber Lehmann tröstlicher, obwohl ich tue es mir sehr schwer zu sagen warum. Wenn ich Kempe höre, geniesse ich Perfektion (fast) in einem Paket (Solisten, Chor, Orchester, Auffassung, Klangqualität) und wenn ich Lehmann höre, vergesse ich alledem und bin einfach fortwährend berührt und getröstet. Schwer zu beschreiben und eigentlich unerklärlich. Aber für beide bin ich durchaus dankbar!


    M_P

    Dann ist da der australischen DECCA ein grober Fehler unterlaufen, denn es fehlt jeder Hinweis. Offenbar sind die Bänder von BWV 189 vertauscht worden. Auf eine Neuauflage darf man ja wohl kaum hoffen, dafür ist wohl die Nachfrage zu gering.

    Lieber Nemorino, genau so ist es, leider! Das habe ich mit Bedauern entdeckt, weil Walther Ludwig eben zu meinen Lieblingssängern gehört. Wir werden also höchstwahrscheinlich diese Aufnahme nie auf CD sehen (aber hoffen kann man immer).


    M_P

    Ich kenne ihn vor allem als ,Johannes' in ,Das Buch mit sieben Siegeln' von Franz Schmidt. Eigentlich war diese Partie meistens von Dermota oder Patzak gesungen, aber es gab wohl auch andere, die das Werk gelegentlich gesungen haben, darunter Wehofschitz. Ich mag seine Stimme auch und finde ihn durchaus geeignet für diese schwierige Partie, die er souverän beherrscht.


    M_P

    Lieber Nemorino, die 1947 Karajan-Aufnahme ist etwas ganz besonders, da stimme ich ganz zu. Legge und E.S. haben später erklärt, daß E.S. teilweise manche Chorpassagen mitgesungen hat, um die Chorsoprane zu unterstützen.


    Ansonsten bin ich sehr kritisch mit Aufnahmen von diesem Werk. Folgende ist für mich auch Nr. 1:



    Man sieht: Fritz Lehmann! Obwohl ich von Stader und Wiener nicht überzeugt bin (Kim Borg wäre besser gewesen), ist die Auffassung so ergreifend und erhaben, daß ich auch mit diesen Solisten gut leben kann. Für Chorwerke hatte Fritz Lehmann einfach sein Faible, und man hört es immer wieder heraus.


    M_P

    Und eine Interpretation, die ich auch sehr eindrücklich finde, hat Hans Hotter in einer Aufführung unter Celibidace in Köln gesungen. Die gibt es ja auch längst auf etlichen CD-Veröffentlichungen. Da muss man allerdings noch mehr Abstriche bei der Klangqualität machen! Trotzdem lohnt es, die Aufnahme mal zu hören.

    Auch ich finde Hotter hier in seinem Element. Zum Glück gibt es ja einige Aufnahmen mit ihm, wo auch die Klangqualität nicht so schlecht ist (wenn auch nicht Stereo). Aber auch z.B. Kim Borg, dessen Stimme für dieses Werk ja prädestiniert ist, finde ich besonders beindruckend.


    M_P

    Lieber Nemorino, dazu habe ich einen Beitrag verfasst, nämlich:


    Da kann ich etwas relevantes beitragen: Eloquence hat alle neun Lehmannsche Bach Kantaten auf 3CDs zusammengefasst, aber da gibt es einen Fehler: Kantate BWV 189 ist von Karl Richter dirigiert (mit Ernst Haefliger). Die wahre Lehmann-Aufnahme (mit Walther Ludwig) bleibt leider immer noch nur auf Schallplatte zu hören.


    M_P

    Ansonsten stimme ich Deine Empfehlung herzlich zu!

    Die Aufnahme von Händels "Rodelinda" unter der Leitung von Fritz Lehmann hat folgende Besetzung: Rodelinda - Walburga Wegner, Bertarido - Gerhard Gröschel, Grimoaldo - Herbert Hess, Eduige - Diana Eustrati, Unolfo - Hans Olaf Hudemann, Garibaldo - Werner Düwel / Carl Josef Fürth, Cembalo / Das Rundfunkorchester Hannover / Dirigent: Fritz Lehmann (Eine Aufnahme des Norddeutschen Rundfunks; Dauer: 90 Minuten).

    Lieber Wok, Carlo, Caruso, Stimmenliebhaber, Nemorino und andere,


    hier kann man die wunderschöne Ouvertüre aus Rodelinde unter der Leitung von Fritz Lehmann hören:


    https://audius.co/geschichte/rodelinde-ouv.-19119


    Schöne Grüße,

    M_P

    Die von Dir eingestellte Ton-Aufnahme, konnte ich nicht hören. Der Balken ging zwar brav nach rechts, aber Stich-Randall und Wunderlich blieben stumm. Dafür begann nach ein paar Minuten Frau Kuhse mit dem Schußgesang der Brünnhilde.

    Lieber Caruso, versuch es doch noch einmal. Es müsste eigentlich funktionieren.


    Schöne Grüße,

    M_P

    Kennt man hier vielleicht die Aufnahmen von Scherchen oder Maderna? So weit ich weiß sind sie nicht mehr erhältlich, aber sie sind durchaus hörenswert, ebenso Pedro de Freitas Branco. Victor de Sabata ist mir zu hektisch.


    M_P

    Schade, dass Monteux nicht alle Brahms-Sinfonien vorlegte. Die 1. und 4. hätte ich gerne mit ihm gehört ...


    Aber das kannst Du doch: die 1. (mit dem Concertgebouworkest) wurde zweimal auf Tahra veröffentlicht, zuerst 1996 und dann 2014 (Pierre Monteux à Amsterdam). Die 4. ist ebenfalls auf CD, allerdings auch auf Youtube:


    https://www.youtube.com/watch?v=OHUgtMhQvK8


    M_P

    Gern geschehen, Wolfgang!


    M_P

    Ich bin froh, beide Aufnahmen zu besitzen (und möchte daneben auch die alte Markevitch-Version mit Seefried, Holm u. Borg nicht missen).

    Markevitch hat das Werk anscheinend besonders geliebt: er hat es ganz oft aufgeführt, selbst am Cembalo begleitend. Es gibt auf Youtube eine spanische Aufführung mit Harper, Ellenbeck und Staempfli, darüberhinaus gibt es Aufnahmen mit Giebel, Lewis und Frick und Giebel, Lewis und Borg. Markevitch bleibt immer Markevitch, also die Aufnahmen unterscheiden sich lediglich bei den Solisten und Chören, nicht aber bei der Auslegung.

    Aus meiner Sicht ist das immer noch eine Spitzenaufnahme, sowohl künstlerisch (die Sänger sind erstklassig, der Dirigent einfühlsam), und technisch klingt sie für das Aufnahmejahr 1959 ausgezeichnet (Stereo).

    Dem muss (und will) ich mich anschliessen. Ich komme immer wieder zurück zu dieser Aufnahme und wenn ich gezwungen wäre zu sagen warum, dann am wahrscheinlichsten wegen Karl Forster: sein Gefühl für diese Musik ist für mich inspirierend, seine Tempi beinahe perfekt. Jochum hat auch ganz fabelhafte Solisten (Seefried, Walther Ludwig, Hotter!) und diese wäre wahrscheinlich für mich ebenbürtig wenn seine Tempi nicht so wären wie sie sind.

    Aber als Dirigent der Wiener Symphoniker nennt "Bild und Funk" Lovro von Matacic; merkwürdig, dass bei der Drucklegung drei Wochen nach dem Konzert - das am 1. 4. 1955 wiederholt wurde - nicht Fritz Lehmann genannt wurde.


    Lieber Carlo, das ist interessant und natürlich merkwürdig. Kann sein, daß Matacic vorgesehen war und Lehmann, weil er sowieso im April die Johannes-Passion zu dirigieren hatte, gebeten wurde das Konzert zu übernehmen.

    Ein Blick in das Internet-Portal der Wiener Symphoniker bestätigt aber Fritz Lehmann und es ist zu hoffen, dass dieser Mitschnitt einmal kommerziell veröffentlicht wird, denn bekanntlich hatten die Wiener Symphoniker schon damals ein eigenes Tonstudio (die "Wiener Symphonia AG") und schnitten repräsentative Konzerte für ihr Tonarchiv mit.

    Die 'Symphonia' hatte aber einen anderen Zweck: die haben grundsätzlich nicht die eigene Konzerte aufgenommen, sondern ein Studio im Keller des Konzerthauses betrieben, wo alle Plattenfirmen Ihre Geschäfte sehr günstig erledigen konnten. Es gibt nur ein paar Ausnahmen: die Aufführung der 8. Mahler mit Scherchen 1951 wurde aufgenommen und von Columbia beauftragt und das Requiem von Hindemith wurde 1948 von österr. Telefunken aufgenommen aber nie freigegeben. Da hat George de Mendelssohn-Bartholdy seine Chance gesehen, und das Requiem erschien 1950 bei Vox Records. Hindemith war wütend, weil er die Aufnahme nicht freigegeben hat und die Tonhöhe hat auch nicht gestimmt. Man kann es bei allen Pressungen hören (die Aufnahme erschien auch später, in den 60er Jahren und dann auf CD als Raubkopie).

    Sonst kenne ich keine Symphoniker-Konzertaufnahmen, die von vornherein für Publikation bestimmt waren. Die meisten Konzerte wurden von Radio Wien oder RWR (bis 1955) für Sendezwecke aufgenommen und dann später vertragsgemäß gelöscht.

    Daß Carmina irgendwann erscheint, glaube ich eher nicht, aber alles ist möglich! Vom Konzert am 31.3.1955 existiert nur 'Tzigane' nicht mehr.


    M_P

    Und auf dem, was man ein bißchen sein Spezialgebiet nennen können, nämlich Bach und Händel, änderte sich sehr viel in den 20 Jahren nach seinem Tod, wie gerade schon im Falle Richter angesprochen wurde. Angesichts dessen ist eher überraschend, wie viel doch auf CD erschienen ist. H u G war wohl die meiste Zeit in irgendeiner Form im Katalog; Händels op.6 gab es auf 3x DG Resonance, die Wasser/Feuerwerksmusik sogar bei "Originals". 2005 rum erschienen in der Nostalgie-Serie "Musik - Sprache der Welt" mehrere Lehmann-CDs (Rosamunde, De Falla, Dvorak 8).

    Da kann ich etwas relevantes beitragen: Eloquence hat alle neun Lehmannsche Bach Kantaten auf 3CDs zusammengefasst, aber da gibt es einen Fehler: Kantate BWV 189 ist von Karl Richter dirigiert (mit Ernst Haefliger). Die wahre Lehmann-Aufnahme (mit Walther Ludwig) bleibt leider immer noch nur auf Schallplatte zu hören.


    M_P

    Aber wer, bitte schön, singt in der „Carmina burana“-Aufnahme unter Fritz Lehmann? (Beitrag Nr. 9, ebenfalls von 'Maestro_Peter').

    Lieber Carlo, Deine Forschungen sind wirklich musterhaft, herzlichen Dank! Bezüglich Carmina kann ich ergänzen: Elisabeth Roon, Peter Klein und Eberhard Wächter waren die Solisten.


    Die von 'Maestro_Peter' (Beitrag Nr. 23) genannte Aufnahme der „Hohen Messe“ von Johann Sebastian Bach wurde mit folgender Besetzung eingespielt: Gunthild Weber, Margherita De Landi, Helmut Krebs und Karl Wolfram / Die Solistenvereinigung des Berliner Rundfunks / Das Berliner Rundfunk-Sinfonie-Orchester / Dirigent: Fritz Lehmann. Die Aufnahme erschien 1953 in den USA auf 2 Platten der Marke 'Urania' und wurde 1966 in Großbritannien auf 'Saga' wieder aufgelegt. Sie ist im Internet als Download verfügbar.

    Zu der Hohen Messe kann ich auch ergänzen: in der DDR wurde Lehmann eingeladen, im Bachjahr 1950 die Messe aufzuführen, nachdem er so ausgezeichnet die Matthäus-Passion im vorigen Jahr geleitet hat. Er hat sich offensichtlich (für uns keine Überraschung!) schon damals als Bach-Interpret ersten Ranges erwiesen. Nicht, daß ich ihn als 'Spezialist' sehen möchte, aber ich glaube wirklich, daß er ein besonderes Gefühl für die Musik von Bach und Händel hatte, und Elsa Schiller (DGG Produzentin) hat das sicherlich auch erkannt.


    M_P

    Das verdienstvolle Label "forgottenrecords.com" hat aber in den vergangenen Jahren quasi Pionierarbeit geleistet und eine beachtliche Anzahl von Lehmann-Aufnahmen wieder veröffentlicht. Einige will ich hier gerne vorstellen (Mozarts Sinfonie KV 550 ist auch dabei!):

    Lieber Nemorino, vielen Dank für diesen Hinweis. Ich hoffe immer noch, daß DGG einige Lehmann-Aufnahmen neu herausbringen, darunter auch natürlich K.550, obwohl ich weiß, daß Forgotten Records sehr gute Arbeit leistet.

    Ich habe auch eine ganz wichtige Aufnahme vergessen, nämlich Bachs H-Moll Messe! Ein Glück für uns, daß er so viel aufnehmen konnte und durfte! Auch für Odeon hat er in den 40er Jahren einiges aufgenommen, nur ein Bruchteil wurde auf Schellack gepresst (natürlich hat die RRG auch Aufnahmen gemacht).

    Übrigens, seine Tochter ist vor ein paar Jahren in der Schweiz gestorben.


    M_P

    Danke, lieber Nemorino, für diesen Beitrag! Fritz Lehmann schätze ich sehr, vor allem bei den großen Chorwerken und Opernaufnahmen. Nicht zu vergessen eine unverzichtbare Aufnahme der Johannes-Passion:


    https://www.prestomusic.com/cl…-s-st-john-passion-bwv245


    Manche Aufnahmen sind leider noch nicht auf CD erschienen, wie die g-Moll Symphonie (Nr. 40) von Mozart auf DGG, die ich besonders schätze:


    https://www.discogs.com/Wolfga…ll-Kv-550/release/6519818


    Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, daß es auch Fidelio gibt, die Felsenstein-Inszenierung, wo Lehmann mitwirkt (allerdings klingt alles einen Halbton zu hoch: man müßte vorher eine Korrektur machen, um die richtige Tempi zu erleben):


    http://arthaus-musik.com/en/dv…ia/details/Fidelio_2.html


    Es gibt auch eine sehr schöne Aufnahme von Händels Rodelinde, welche noch nicht veröffentlicht wurde, ebenfalls Carmina Burana.


    Er hat es auch verstanden, daß der Eingangschor der Matthäus-Passion wie ein großer Klagemarsch erklingen muss, und konnte es auch genau so realisieren.


    Anschließend muss ich auch erwähnen: für mich ist Karl Richter prinzipiell zu hölzern, nicht so beseelt wie Lehmann. Für mich jedenfalls liegen Welten dazwischen.