Beiträge von lustein

    Zitat von Amdir:


    Für einen Zehner kann man da wahrscheinlich wenig falsch machen, oder?


    Da kann man überhaupt nichts falsch machen. Dieser Ring ist ein absoluter Geheimtipp! Die meisten Sänger/innen auf diese Aufnahme haben zwar keine internationale Karriere gemacht, sind insgesamt aber recht beachtlich. Der Dirigent hat andere namhafte Pultmeister ausgebildet, so etwa Peter Schneider. Da kann man ausgesprochen zufrieden sein. Für diese Aufnahme, die ich schon damals ausgesprochen billig bekommen habe, würde ich ohne Weiteres auch etwas mehr Geld hinlegen. Der Kauf lohnt sich!


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Der Tod von Karan Armstrong stimmt mich traurig. Ich habe sie seit den 1980er Jahren, als sie viel in Stuttgart gesungen hat, gut gekannt und wir haben uns hervorragend verstanden. Sie war eine sehr liebenswerte Frau und hat mir auch manchmal an anderen Häusern Freikarten verschafft. Ihr Tod ist wahrlich ein großer Verlust für die Opernwelt.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Zitat von Apollon:


    Da freue ich mich drauf, es ist - sofern ich mich nicht irre - die erste CD-Aufnahme dieser oft gelobten Oper.


    Ich freue mich auch ungemein auf diese CD der Passagierin. Das ist eine Live-Aufnahme aus Graz und in der Tat die erste CD-Veröffentlichung dieses grandiosen Werkes. Bisher gab es DVDS aus Bregenz und Ekaterinburg, die ebenfalls sehr beachtlich sind. Mein Tipp an alle Opernfreunde: Kauft euch diese CD!!! Das ist eine ganz hervorragende Oper um das schwärzeste Kapitel der deutschen Geschichte: Den Holocaust. Wer diese Musik einmal gehört hat, wird sie nicht so schnell wieder vergessen. Ganz phantastisch!!! Diese Aufführung wird zu Beginn des nächsten Jahres auch auf DVD veröffentlicht werden. Darauf freue ich mich noch mehr.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Zitat von Rodolfo 39:


    Und nicht zu vergessen ihre hervoragende Marguerithe und Elena in Boitos Mephistophele aus der San Francisco Opera mit Samuel Ramey als Mephistophele.


    Das kann ich anhand der von mir neulich neu gekauften DVD der Mefistofele-Aufführung aus San Fransisco nur bestätigen. Ihre Darbietungen von Marguerite und Elena sind einfach nur hervorragend. Es war eine phantastische Idee von Regisseur Robert Carsen - der auf einmal konventionell geworden ist - beide Rollen von ein und derselben Sängerin singen zu lassen. Hier wird von Carsen das stets gleichbleibende Prinzip der Frau beschworen, das nur mal die Erscheinungsform wechselt. Das hat man in der genialen Stuttgarter Produktion des Werkes auch so gehabt. Was mich aber interessieren würde, und was mir vielleicht ein Tamino, der die DVD auch kennt, vielleicht sagen kann, ist Folgendes: In der Walpurgisnachtszene hat Faust ja die Vision von Marguerite, die bei Carsen in dieser Szene splitternackt erscheint. Weiß jemand von euch, ob Frau Benackova selbst diese äußerst mutige Nacktszene spielt oder ob hier ein Double eingesetzt wurde? Das kann man auf der DVD leider auf die Ferne nicht erkennen.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Zitat von Hans Heukenkamp:


    Norman Bailey höre ich häufig, da Georg Solti den Holländer und die Meistersinger mit ihm aufgenommen hat. Sein kerniges Timbre und die besondere Bitterkeit des Ausdrucks möchte ich nicht missen. Sie geben den Rollenporträts des Holländers und des Hans Sachs eine eigene und überzeugende Note.


    Diese Euphorie über die Leistungen von Norman Bailey als Sachs und Holländer kann ich in keinster Weise nachvollziehen. Für mich ist Bailey einer der absolut schlechtesten Vertreter dieser beiden zentralen Rollen. Gerade was den Ausdruck angeht, ist er eher schwächlich. Bailey hatte eine eher kleine Stimme, die er durch ständiges Drücken auf sein Vokalorgan größer zu machen trachtete als sie war. Von Schönklang konnte bei ihm keine Rede sein. Er gefielt sich in heftigem Tremolieren und ständigem Schlagen der Luft gegen den Kehlkopf. Von gutem Ausdruck kann da gerade bei seinem Sachs, den man auch in einer Aufnahme aus Bayreuth im Internet begegnen kann, und dem Holländer überhaupt keine Rede sein. Etwas besser ist er in dem englischsprachigen Ring von Goodall in Form. Da hat ihm der Dirigent seine Unarten wohl nicht durchgehen lassen. Jedes Ding hat aber seine zwei Seiten: Insbesondere bei der Walküre erweist sich aber die eher kleine Stimme des Sängers als arge Hypothek. Da wundert es einen, dass nicht Wotan am Ende auf dem Felsen eingeschläfert wird. Nein, nein, Bailey ist überhaupt nicht mein Fall. Da gibt es viel bessere Interpreten dieser wichtigen Wagner-Partien.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Zitat von La Roche:


    Nicht alle Violettas wollen oder können das, Frau Yonchewa hat ihn ja auch weggelassen. Ich weiß auch gar nicht, ob Verdi ihn komponiert hat oder ob manche Sägerinnen ihre stimmlichen Möglichkeiten zeigen wollen. Da können uns sicher einige im Forum aufklären, wenn sie über die Partitur verfügen.


    Da kann ich Aufklärung bieten. Ich habe von der Traviata einen Klavierauszug, und in dem ist das hohe es am Ende von Sempre libera nicht aufgeführt. So wie Frau Yonchewa, die ich übrigens nicht so schlecht fand, wie hier immer wieder gesagt wird - sie sang gut im Körper -, den Endton gesungen hat, war er von Verdi notiert. Das hohe es ist in den 1950er Jahren von Maria Callas das erste Mal gesungen worden, obwohl Verdi diesen Extremton gar nicht verlangte. Und ihr Beispiel war es, dem so viele weiteren Sängerinnen, die den Ton hatten, gefolgt sind. Sicher, das hohe es mag für eine gute Violetta, die diesen Ton hat, ein geeignetes Mittel sein, sich zu profilieren, aber Zwang ist er nicht.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Dass Bodo Brinkmann verstoben ist, stimmt mich traurig. Ich habe ihn als Student nicht nur oft auf der Bühne gesehen, sondern ihn auch privat gut gekannt. Kennengerlernt hatten wir uns im Rahmen der Bayreuther Festspiele 1988, wo er Donner und Gunther in Ring war. Er war ein sehr netter und liebenswürdiger Mensch, der mir immer Freikarten für seine Aufführungen in Düsseldorf und München besorgt hat. Das war schon äußerst großzügig. Ich werde ihn vermissen.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Ich habe gerade in 3 Sat die Aufführung der Traviata gesehen. Gesanglich und musikalisch einigermaßen ok. Es wurde fast durchweg, bis auf Gaston, schön im Körper gesungen. Aber die Inszenierung war eine einzige Enttäuschung. Das war rein szenisch die schlechteste Traviata, die ich je gesehen habe. Ungemein konventionell auf die Bühne gebracht und - genau wie neulich die Turandot - zum puren Ausstattungsstück degradiert, vermochte sie mich in keinster Weise zu überzeugen. Darüber hinaus war kein übergeordnetes geistiges Konzept erkennbar. Dem neugierigen Intellekt wurde überhaupt nichts geboten. Alles wirkte beliebig und wie zufällig. Gähnende Langweile war die Folge. So schnell werde ich mir jedenfalls nichts mehr aus der Arena di Verona ansehen. Das war heute schon ein arger szenischer Missgriff. Hat man denn in Verona von den Vorzügen des in Deutschland vorherrschenden modernen Musiktheaters noch nie etwas gehört? Wenn ich da an solche Prachtinszenierungen wie die von Berghaus, Konwitschny, Nemirova oder Freyer denke. Das sind hochspannende, durchweg prachtvoll gelungene Produktionen gewesen, von denen die sehr schlechte Produktion der Arena di Verona, die man am besten ganz schnell wieder vergisst, extrem weit entfernt ist.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Ich habe Teresa Zylis-Gara Mitte der 1980er Jahre an der Staatsoper Stuttgart einige Male als Sieglinde und auch als Desdemona gehört. Da war sie bereits in ihren Fünfzigern, hat aber immer noch wie eine junge Göttin gesungen. Das fand ich damals ganz toll. Ich durfte sie damals in Stuttgart kennenlernen, weswegen mich ihr Tod jetzt betroffen gemacht hat. Weiß jemand, an was sie gestorben ist? Womöglich an Corona? Oder war es eine andere Krankheit?


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Wo bitte kann man Schippers Walküre-CD bestellen? Meine Suche ist bis jetzt vergeblich gewesen. Für eine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse eines deutschen Vertriebes, der die CD hat, wäre ich sehr dankbar!


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Zitat von Stimmenliebhaber:


    Könnte es sich bei der Sängerin in Coburg eventuell um Manja Neumann handeln?


    Genau, das war Manja Neumann! Danke für den Tipp. Manchmal vergisst man mal einen Namen. Sie war in Coburg eine der besten Sängerinnen, bis sie das Haus verlies. In der Tat war sie auch als Baronin Freimann ganz hervorragend.


    Weiteres Zitat von Stimmenliebhaber:


    aber dass Sängerinnen zuerst Ännchen und Jahre später Agathe gesungen haben, ist gar nicht so selten.


    Die von mir vorhin aufgeführte Katja Bördner hat in Pforzheim Ännchen und Agathe sogar parallel gesungen. Und das ganz phantastisch!


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Zitat von Rheingold 1876:


    Als die Frage aufgeworfen wurde, ob es eine Sängerin gebe, die sowohl Agathe als auch Ännchen interpretiert hat, kam man zu keiner Antwort.


    Ich hätte noch zwei Beispiele: Am Theater Pforzheim hat vor einigen Jahren Katja Bördner in der Freischütz-Premiere Ännchen gesungen, und später dann auch Agathe übernommen. Beide Partien hat sie ganz phantastisch gesungen. Dasselbe tat eine Sängerin mit Namen Neumann - Vornamen weiß ich nicht mehr genau, ich glaube Manuela - vor über 10 Jahren am Landestheater Coburg. Auch sang beide Rollen ganz hervorragend.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Halo, liebe Taminos,


    heute, am 20. August soll bei dem Label Altus eine Live-Aufnahme des Gastspiels der Bayreuther Festspiele von 1967 von Wagners Walküre erscheinen. Ich habe vergeblich versucht, Altus ausfindig zu machen, um mir die CD zu bestellen. Sogar bekannte CD-Labels kennen Altus nicht . Fand ich etwas seltsam. Bekannt ist nur das Label Alto. Kann mir vielleicht jemand von euch die Kontaktdaten von Altus sagen? Vielleicht sogar den Großbetrieb, zu dem Altus gehört? Das wäre super.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Zitat von Dr. Holger Kaletha

    Ein Thomas Mann setzt voraus, dass der Leser die komplette deutsche Literaturgeschichte kennt.


    Nicht nur eine umfassende Kenntnis der deutschen Literaturgeschichte setzt die Lektüre Thomas Manns voraus. Auch Musik sollte man kennen, wenn man Thomas Mann liest, und dort insbesondere Richard Wagner, der in einigen seiner Werke thematisiert wird. Tristan und Wälsungenblut sind zwei äußerst ansprechende Novellen, aber auch beim Zauberberg und den Buddenbrooks kommt man ohne eine detaillierte Kenntnis der Werke Wagners nicht aus. Da merkt man, dass Mann Wagner gut kannte. Ob er ihn in gleicher Weise auch gemocht hat, ist eine andere Frage.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Zitat von rodolfo39:


    Ich werde mir den Don Giovanni nächsten Samstag auf 3Sat anschauen.


    Lieber rodolfo39,


    der Salzburger Don Giovanni kommt nächsten Samstag auf ARTE, nicht auf 3 Sat.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    So viel Schelte für Tscherniakovs Holländer? Ich glaube, ich werde die Inszenierung mögen. Sehe sie mir heute Abend garantiert im Fernsehen an. Bin schon sehr neugierig.


    Wird mir jemand glauben, wenn ich sage, dieser Regisseur kann auch ganz anders, kann auch ausgesprochen konventionell sein? Zum Beweis führe ich Tscherniakovs Pariser Inszenierung von THE SNOW MAIDEN an, bei der fast alles, was auf der Bühne vor sich geht, mit der ursprünglichen Handlung Hand in Hand geht. Wer schöne, naturalistische Produktionen mag, wird diese Inszenierung lieben. Sie ist übrigens auch auf DVD erhältlich. Wie gesagt: Tscherniakov hier mal ganz anders als sonst, wohl auch ganz anders als beim Bayreuther Holländer! Taminos, kauft euch die Snow-Maiden-DVD! Sie wird euch gefallen!


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Zitat von Rheingold 1876:


    Nun wurde er - wenn ich mich nicht irre - erstmals auf einer Bühnen mit einbezogen.


    Lieber Rheingold 1976,


    die Berlioz`sche Nachkomposition kam sicher das erste Mal auf eine Bühne. Das war sicher sehr interessant. Den einleitenden gesprochenen Dialog zwischen dem Eremiten und Agathe gab es allerdings schon zu sehen , so in Stuttgart 1981 von Achim Freyer und in der alten Karlsruher Produktion.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Zitat von Karl:


    In welcher der vielen vorliegenden Einspielungen kann ich das tatsächlich nachempfinden?


    Lieber Karl,


    am besten gelungen sind sicher die Eroica-Aufnahmen unter Wilhelm Furtwängler und Franz Konwitschny. Diese ungemein pathetischen Aufnahmen atmen eine enorme Majestät und große Erhabenheit sowie eine enorme Dramatik bei gleichzeitig erstklassiger Transparenz. Da wird jedes Detail hörbar. Bei diesen beiden Dirigenten verschlägt es einem fast den Atem beim Hören. Sie sind absolut phantastisch!


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Ich habe leider kein Cover-Photo, aber meine Lieblingsaufnahme von Hans Rosbaud ist eine ganz hervorragend dirigierte Meistersinger-Einspielung von 1956, die ich überaus schätze. Hier schlägt Rosbaud mit seinem frischen, prägnanten und überaus durchsichtigen Dirigat so manch andere Dirigenten, auch Karajan, dessen Bayreuther Besetzung von 1951 mit den Sängern/innen der Hauptpartien dieser Aufnahme nahezu identisch ist. Die Anschaffung ist unbedingt zu empfehlen!!!


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Bei Bernsteins Mahler-Interpretationen muss man m. A. nach zwischen den verschiedenen Aufnahmen unterscheiden. Rundum gelungen sind die Aufnahmen der Mahler-Symphonien, die Bernstein zusammen mit den Wiener Philharmonikern für die Deutsche Grammophon eingespielt hat. Diese Einspielungen atmen große Spannung und Emotionalität und das Orchester setzt Bernsteins Intentionen perfekt um. Anders ist es um Bernsteins Mahler-Aufnahmen für die Sony bestellt. Diese kommen an die grandiosen Aufnahmen der DG nicht heran. Das liegt aber in erster Linie am Orchester, den New Yorkern Philharmonikern, die nicht gerade ein Spitzenorchester sind. Wer Bernstein mit Mahler at his best erleben will, der greife deshalb lieber zu den Aufnahmen mit den Wienern. Am liebsten ist mir als Mahler-Dirigent indes Otto Klemperer, der als Dirigent der Mahler Symphonien - leider nicht aller, es gibt keine Gesamtaufnahme der Mahler-Symphonien mit Klemperer - geradezu atemberaubende Leistungen erbringt. Das geht total unter die Haut.


    Herzliche Grüße


    Lustein