Beiträge von lustein

    Zitat von Rheingold 1876:


    Nun wurde er - wenn ich mich nicht irre - erstmals auf einer Bühnen mit einbezogen.


    Lieber Rheingold 1976,


    die Berlioz`sche Nachkomposition kam sicher das erste Mal auf eine Bühne. Das war sicher sehr interessant. Den einleitenden gesprochenen Dialog zwischen dem Eremiten und Agathe gab es allerdings schon zu sehen , so in Stuttgart 1981 von Achim Freyer und in der alten Karlsruher Produktion.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Zitat von Karl:


    In welcher der vielen vorliegenden Einspielungen kann ich das tatsächlich nachempfinden?


    Lieber Karl,


    am besten gelungen sind sicher die Eroica-Aufnahmen unter Wilhelm Furtwängler und Franz Konwitschny. Diese ungemein pathetischen Aufnahmen atmen eine enorme Majestät und große Erhabenheit sowie eine enorme Dramatik bei gleichzeitig erstklassiger Transparenz. Da wird jedes Detail hörbar. Bei diesen beiden Dirigenten verschlägt es einem fast den Atem beim Hören. Sie sind absolut phantastisch!


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Ich habe leider kein Cover-Photo, aber meine Lieblingsaufnahme von Hans Rosbaud ist eine ganz hervorragend dirigierte Meistersinger-Einspielung von 1956, die ich überaus schätze. Hier schlägt Rosbaud mit seinem frischen, prägnanten und überaus durchsichtigen Dirigat so manch andere Dirigenten, auch Karajan, dessen Bayreuther Besetzung von 1951 mit den Sängern/innen der Hauptpartien dieser Aufnahme nahezu identisch ist. Die Anschaffung ist unbedingt zu empfehlen!!!


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Bei Bernsteins Mahler-Interpretationen muss man m. A. nach zwischen den verschiedenen Aufnahmen unterscheiden. Rundum gelungen sind die Aufnahmen der Mahler-Symphonien, die Bernstein zusammen mit den Wiener Philharmonikern für die Deutsche Grammophon eingespielt hat. Diese Einspielungen atmen große Spannung und Emotionalität und das Orchester setzt Bernsteins Intentionen perfekt um. Anders ist es um Bernsteins Mahler-Aufnahmen für die Sony bestellt. Diese kommen an die grandiosen Aufnahmen der DG nicht heran. Das liegt aber in erster Linie am Orchester, den New Yorkern Philharmonikern, die nicht gerade ein Spitzenorchester sind. Wer Bernstein mit Mahler at his best erleben will, der greife deshalb lieber zu den Aufnahmen mit den Wienern. Am liebsten ist mir als Mahler-Dirigent indes Otto Klemperer, der als Dirigent der Mahler Symphonien - leider nicht aller, es gibt keine Gesamtaufnahme der Mahler-Symphonien mit Klemperer - geradezu atemberaubende Leistungen erbringt. Das geht total unter die Haut.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Es ist wahrlich schade um Christa Ludwig. Sie war eine Traumsängerin, die ich ungemein schätzte. Sie wird der Opernwelt fehlen. Vor einigen Jahren war ich noch für die Gottlob-Frick-Gesellschaft bei einem ihrer Meisterkurse, um Sänger für das Ölbronner Künstlertreffen auszuwählen. Damals hat sie noch frisch und rüstig gewirkt. Ich war auch in ihrer Abschiedsvorstellung, in der Münchner Elektra, in der sie die Klytaimnestra sang. Das war phantastisch! Elektra war damals Gwyneth Jones. Frau Ludwig verfügte über eine perfekt italienisch geschulte, warme und ausdrucksstarke Stimme, die mich schon immer begeisterte. Auf vielen meiner Opern-CDs singt sie. Man wird sie vermissen.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Ich habe Joana Mallwitz bereits vor zehn Jahren als blutjunge - erst 24jährige Dirigentin - am Theater Heidelberg erlebt. Schon damals war sie phantastisch, hat mit einer atemberaubenden Intensität und Dramatik bei enormer Durchsichtigkeit des Klangbildes dirigiert. Da war man immer ganz hingerissen. Irgendwann habe ich sie dann interviewt. Die Karriere, die sie bisher gemacht hat und sie bis zu den Salzburger Festspielen - Cosi - führte, ist ihr sehr zu gönnen.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Lieber Siegfried,


    falls Du über das Thema "Körperstütze beim Singen" etwas wissen willst - habe Deinen diesbzgl. Wunsch wohl übersehen, neulich starb mein Vater, da war ich eine ganze Zeit lang nicht bei Tamino -, dann empfehle ich Dir die Lektüre meines im Jahre 2013 beim OPERNFREUND veröffentlichten Essay "Von Singen und italienischer Gesangstechnik". Der ist noch immer im Internet zu finden. Gebe einfach ein "Ludwig Steinbach - Von Singen und italienischer Gesangstechnik", ein und scrolle etwas runter - da ist noch einiges drüber -, dann kommst Du zu dem Artikel, der Dir hoffentlich Antworten auf alle Deine Fragen geben wird. Nimm Dir aber einiges an Zeit, denn der Essay ist sehr ausführlich


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Zitat von Hasiewicz:


    Furtwängler (4), Karajan, Szell, Bernstein - da spielt die Musik.


    Furtwängler ist auch mein absoluter Favorit. Daneben darf man aber einen Dirigenten nicht vergessen, der bei den Schumann-Symphonien der musikalischen Auffassung von Furtwängler ganz nahe kommt: Das ist Franz Konwitschny, dessen Aufnahmen der Schumann-Symphonien ich ebenfalls ungemein schätze. Beide Dirigenten haben dieses ungeheure Pathos, diese Dramatik bei gleichzeitiger vorbildlicher Transparenz des Klangbildes. Sowohl bei Furtwängler als auch bei Konwitschny hört man wirklich jede Kleinigkeit. Das mag aber nicht zuletzt daran liegen, dass beide relativ langsame Tempi anschlagen. Das ist eine Majestät des Klangs, die nicht jeder Dirigent erreicht. Meiner Ansicht nach auch Karajan nicht.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Ich habe mir heuer wieder einmal die Matthäus-Passion von John Eliot Gardiner angehört. Ich habe mir damals die Aufnahme wegen des Jesus von Andreas Schmidt zugelegt, der einer meiner absoluten Lieblingssänger ist und den Jesus auch sehr gut singt. Leider kann mich auf dieser CD sonst aber nur die Altistin überzeugen. Alle anderen hier aufgebotenen Sänger/innen sind herzlich schlecht, singen ziemlich dünn und überhaupt nicht im Körper. Auch das Dirigat von Gardiner ist nicht unbedingt mein Favorit. Insgesamt ist diese Aufnahme in hohem Maße mittelmäßig.


    Ich wollte mir neulich die Aufnahme von Furtwängler bestellen. Die scheint aber nicht mehr lieferbar zu sein. Weiß vielleicht irgendjemand, wo man diese CD noch - nicht zu teuer - bekommt?


    Frohe Ostern


    Lustein

    Ich habe mir aus dem "Wildschütz" die Fünftausend-Taler-Arie nun verschiedene Interpretationen zu Gemüte geführt. Und die von Fritz Ollendorff ist davon die absolut schlechteste. Mit seinen gänzlich unzureichenden stimmlichen Mitteln, einer flachen und überhaupt nicht im Körper gestützten Stimme wird Ollendorff dem Schulmeister in keinster Weise gerecht. Er war schon ein sehr sehr mäßiger Sänger.


    Wer eine absolut phantastische Aufnahme der Arie hören will, für den habe ich hier meinen Favoriten: die Fünftausend Taler in der Interpretation von Hans Sotin, der wunderbar sonor, tiefgründig und mit einer herrlichen italienischen Technik singt:


    https://www.bing.com/videos/se…1AE&view=detail&FORM=VIRE


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Zitat von Nemorinio:


    aber ich muß gestehen, daß er (für mich) rein sängerisch nicht an Gottlob Frick, Josef Greindl oder Georg Hann heranreicht,


    Auch ich stehe Fritz Ollendorff äußerst kritisch gegenüber. Rein gesanglich kann er mich überhaupt nicht überzeugen, denn er sang überhaupt nicht im Körper und beschränkte sich in seiner buffonesken Gesangsart meistens auf reines Deklamieren auf den Tönen. Aber auch Josef Greindl betrachte ich zwiespältig. Greindl hat zugegebenermaßen einige tolle Aufnahmen hinterlassen, die stammen größtenteils aus den 1950er Jahren. Mit dem Sachs, den er 1960 in Bayreuth gesungen hat, hat er sich aber die Stimme kaputt gemacht. Danach klang er meistens nur hoch halsig und klanglos und verlor die Körperstütze seines Basses.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Zitat von Operus:


    Schröder-Feinen und Brenda Roberts waren großartige Sängerinnen und wurden für ihre Kunst weltweit gefeiert, wenn das kein Durchbruch ist, was ist es dann?


    Ich stimme Operus voll und ganz zu. Diese beiden Sängerinnen haben es weit auf der Karriereleiter gebracht. Es gibt wahrlich weniger gute, die ganz nach oben gelang sind, weswegen ich sage, Roberts und Schröder-Feinen hätten ruhig nur an ersten Opernhäusern singen können. Dadurch wären aber alle Besucher der nicht zu verachtenden mittleren Häuser nicht in den Genuss dieser ausgezeichneten Stimmen gekommen. Ich schätze beide sehr.


    An dieser Stelle darf ich vielleicht fragen, warum man im Forum von Operus überhaupt nichts mehr liest. Ich war aufgrund des Todes meines Vaters zwei Wochen lang nicht mir im Tamino-Forum, und als ich vor einiger Zeit wieder reinging, war Operus auf einmal verschwunden. Mich würde sehr interessieren, was der Grund dafür ist. Ich halte Operus für eines der besten und beliebtesten Forum-Mitgieder und würde es sehr begrüßen, hier wieder einmal etwas von ihm zu lesen. Vielleicht kann mir eines der Tamino-Mitglieder ja über Operus' Verbleib Aufklärung geben?


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Ich habe Stefan Mikisch sehr geschätzt. Seine ausgesprochen klugen Einführungsvorträge in Bayreuth waren einfach phänomenal. Auch die meisten seiner CDs und DVDs habe ich mir angeschafft. Er war ein ausgezeichneter Pianist, der die Werke nicht nur Wagners einfach phantastisch zu erklären wusste. Von ihm habe ich viel gelernt. Hier ist ein ganz genialer Künstler viel zu früh von uns gegangen, der mir sehr fehlen wird.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Mir war vor einigen Jahren vergönnt, Brenda Roberts beim Künstlertreffen der Gottlob-Frick-Gesellschaft in Ölbronn kennenzulernen. Ich habe mit dieser netten Frau einiges geredet, u. a. über frühere Aufführungen von ihr, die ich gesehen habe. Dazu gehörten u. a. ihre Mannheimer Elektra und ihre Stuttgarter Senta - beides Rollen, in die sie ihre gut fokussierte, ausdrucksstarke und höhensichere Stimme mit Bravour einbrachte. Irgendwo muss ich sie auch mal als Salome gesehen habe. Kann mich leider nicht mehr erinnern, wo das war. Auch hier glänzte sie mit fulminantem hochdramatischem Stimmklang. Wenn ich mich recht erinnere, schreckte sie als Salome auch vor gänzlicher Nacktheit nicht zurück. Das war sehr mutig. Einmal sollte sie in Mannheim, glaube ich, Ortrud singen. Aus irgendeinem Grund sang sie an diesem Abend aber nicht. Warum, weiß ich nicht mehr. Ich habe sie jedenfalls immer gerne gehört und auch gesehen, denn sie verfügte neben ihren bravourösen stimmlichen Qualitäten auch über hohe darstellerische Fähigkeiten.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Zitat von Sabine Wussow:


    "O du mein holder Abendstern"

    Sabine Wussow: Was für eine großartige Stimme ! Oh Rudi was singst himmlisch und männlich. Bravo !


    Wolframs Lied an den Abendstern ist für einen Bariton geschrieben. Und Rudolf Schock war doch Tenor! Kann jemand von den Taminos bestätigen, ob er als Tenor dieses Baritonlied wirklich gesungen hat? Das würde mich sehr interessieren. Auf you tube habe ich dieses Lied nicht von Schock gesungen gefunden. Es gibt ja einige Tenöre, u. a. Domingo, die am Ende ihrer Karriere ins Baritonfach gewechselt sind. Meines Wissens hat Schock aber bis zum Schluss immer Tenor gesungen. Wie kommt jetzt das mit dem Lied an den Abendstern, das Frau Wussow so toll findet? Weiß jemand dazu mehr?


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Zitat von Sabine Wussow:


    Hört Euch einmal auf YouTube die "Gesamtaufnahme "von Lohengrin an.


    Diese Aufnahme des Lohengrin steht als eine unter vielen in meinem CD-Schrank. Insgesamt nicht schlecht, muss man bei dieser Einspielung aber gerade bei Schock in der Titelpartie Einschränkungen machen. Er geht hier öfters vom Körper weg, woraus man schließen kann, dass er mit dieser Rolle etwas überfordert war. Nein, das ist wirklich nicht seine beste Wagner-Partie. Wenn man Schock als guten Wagner-Sänger erleben will, greife man lieber zu Kempes Meistersinger-Aufnahme, in der er einen hervorragenden Stolzing singt. Hier ist er in Bestform, was bei der genannten Lohengrin-Aufnahme eindeutig nicht der Fall ist.


    Herzlichst


    Lustein

    Die Todesnachricht von Elisabeth Freitag hat mich sehr betroffen. Schrecklich, so jung zu sterben. Sie war so alt wie ich jetzt. Ich habe sie bei etlichen Künstlertreffen der Gottlob-Frick-Gesellschaft in Ölbronn als sehr nette, umgängliche Frau und gute Gesprächspartnerin kennengelernt. Sie war auch eine tolle Photographin, deren Bilder ich oftmals im Zuge meiner Berichterstattungen über die Künstlertreffen veröffentlich habe. Sie wird bei künftigen Künstlertreffen fehlen. Hier ist ein wertvoller Mensch von uns gegangen. Man wird sich noch lange an sie erinnern.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Von Adriana Hölszky habe ich in den 1980er Jahren an der Stuttgarter Staatsoper ihre sehr beachtliche Oper "Bremer Freiheit" erlebt. Auch das Gastspiel der Stuttgarter Produktion in München habe ich miterlebt. Das war ein in hohem Maße beeindruckendes Werk, das in Stuttgart auch mehrere Wiederaufnahmen erlebte. Ich habe mir das Stück immer wieder mit Begeisterung angesehen. Auch auf CD ist das bei der zweiten WA aufgezeichnete Stück verewigt. Weiß aber nicht, ob die CD heute noch erhältlich ist. Eines steht fest: Adriana Hölszky ist eine der beachtenswertesten Komponistinnen unserer Zeit.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Meine Lieblingseinspielung der 9. Symphonie Bruckners ist die bei der Deutschen Grammophon erschienene Aufnahme von Wilhelm Furtwängler. Diese Aufnahme halte ich für unübertroffen. Furtwängler dirigiert mit einem ungemeinem Pathos, sehr intensiv und mit einer vorbildlichen Transparenz. Da hört man wirklich jede Kleinigkeit, die bei anderen Dirigenten oft untergehen. Die Tempi sind relativ breit, aber ungemein erfüllt. Das Ganze ist geprägt von ungeheurer Spannung, großer Emotionalität und enormer Ausdrucksintensität. Diese Einspielung ist zusammen mit der 7. Bruckner - auch unter Furtwängler - bei der DG herausgekommen, die ebenfalls ein Meilenstein in der Aufnahmegeschichte des Werkes darstellt. Fazit: Sehr empfehlenswert!!!


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Das war in jeder Beziehung eine sehr sehenswerte Aufführung. Das begann schon bei Bieitos flüssiger, spannungsgeladener Regie, die einige interessante neue Aspekte enthielt. Nicht mehr neu war indes, dass Telramund überlebt. Das war in Nürnberg auch schon so. Da ist er sogar der neue Herrscher von Brabant geworden. Das war jedenfalls ein beachtlicher Einfall. Das kompakte, bodenständige Dirigat war ein Hochgenuss und auch die Sänger/innen der Hauptpartien konnten mich durch die Bank überzeugen. Da wurde durchweg mit phantastischer italienischer Technik gesungen. Der Lohengrin wird wahrscheinlich eine neue Glanzrolle von Roberto Alagna werden, und auch Vida Micniviciute erbrachte als Elsa wahrlich eine bayreuthwürdige Leistung. Und der hervorragende junge Sänger des Heerrufers wird noch einmal die ganz große Karriere machen. Diese Aufführung sollte auf DVD herausgebracht werden.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Die Aufnahme des Weihnachtsoratoriums von Karl Richter ist auch meiner Ansicht nach die Reverenzaufnahme des Werkes schlechthin. Wenn Klassikfan 1 meint, Richter dirigiere flott und straff, bin ich indes anderer Ansicht. Er dirigiert eher langsam und weich und ausgesprochen romantisch unter Auskostung der Fermaten - ganz anders als z. B. Hellmuth Rilling, der eher straff, markant und ziemlich rasch dirigiert und die Fermaten nur andeutet. Zutreffend ist indes, dass bei Richter das Solistenensemble größtenteils unübertroffen ist. Wunderlich, Crass und die Ludwig singen allesamt ganz hervorragend mit wunderbarer italienischer Technik. Nur Gundula Janowitz mit etwas härterem Sopran fällt ab.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Zitat von Melot 1967:


    Und dann fehlten wieder die Spitzentöne, oder sie klang in der Mittellage oder tieferen Lage als würde sie sprechen oder rufen.


    Das kommt daher, weil Frau Behrens ihre ganze Sängerkarriere über nie im Körper, sondern immer nur in die Maske gesungen hat. Eine vorbildliche italienische Technik ging ihr immer ab. Daher war auch mein Eindruck von ihr stets ein zwiespältiger. Ich habe sie oft auf der Bühne gesehen, konnte mich aber nie mit der Stimme anfreunden. Schlimm war eine Götterdämmerung in Mannheim vor ca 20 Jahren , wo sie eindeutig im vorgeschrittenen Herbst ihrer Karriere stand. Auch ihre CDs und DVDs - Beispiel Ring unter Levine - sind nicht mein Fall.


    Herzlichst


    Lustein

    Also, ich kann Operus' Argumentation durchaus nachvollziehen und ich finde es traurig, dass einige Taminos ihm eine derartige Schlagseite verpassen müssen. Das war nicht sehr nett und widerspricht einer ausgewogenen Argumentation mit These und Antithese völlig. Man kann ja einer bestimmten Meinung sein, sollte aber dann auch die Gegenmeinung gelten lassen. Operus hat mit vielem, was er sagt, durchaus recht. So bin auch ich der Ansicht, dass eine Wiederkehr zu einem pathetischen Stil bei Sängern und Dirigenten nicht der schlechteste Weg ist. Früher haben mich Dirigenten, die diesen Stil gepflegt haben, wie Furtwängler und Knappertsbusch, aber auch Franz Konwitschny und Robert Heger sehr begeistert. Zutreffend ist auch, dass es früher sehr viele gute Heldentenöre gab, die ausgezeichnet im Körper gesungen haben, bevor der Geschmack durch Sänger wie den stark angreifbaren Wolfgang Windgassen negativ geprägt wurde. Heute gibt es indes schon wieder einige Stimmen, die vorbildlich im Körper sitzen. Operus hat recht, wenn er als Beispiel dafür Andreas Schager nennt, der einer der ersten Heldentenöre unserer Zeit ist, und mit Leichtigkeit diesen überaus maskigen und ständig falsch singenden Lance Ryan abgelöst hat. Von Ryan hört man seit einiger Zeit - noch vor Corona - überhaupt nichts mehr. Er hat sich wohl durch seine ständigen Tours de Force die Stimme kaputt gemacht. Ihn habe ich nie gemocht. Wie Operus bevorzuge ich Heldentenöre à la Melchior, Suthaus, Hopf, Vinay, Treptow und Wenkoff.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Nichts gegen alle die Weltstar-Bassisten, die mit dieser Rolle reüssierten. Unter ihnen will ich an dieser Stelle nur Gottlob Frick nennen. Aber auch unbekannte Namen können Großes leisten. Und dafür stellt der junge Michael Nagl von der Stuttgarter Staatsoper wohl das beste Beispiel dar. Er hat vor einigen Jahren beim Künstlertreffen der Gottlob-Frick-Gesellschaft in Ölbronn die "Fünftausend Taler" mit seinem bestens italienisch fokussierten, balsamisch dahinfließenden, sonoren und ausdrucksstarken Bass derart phänomenal gesungen, dass der unter den Gästen anwesende Matti Salminen ihn spontan herzlichst umarmt hat - ein ganz großes Lob für den jungen Sänger, dass sich dieser auch mehr als verdient hatte. Ohne Zweifel wird Nagl einmal zu den ganz Großen im Bass-Fach gehören. Da bin ich angesichts seiner phantastischen stimmlichen Mittel sicher.


    Herzliche Grüße


    Lustein