Beiträge von lustein

    Ich habe mir heuer wieder einmal die Matthäus-Passion von John Eliot Gardiner angehört. Ich habe mir damals die Aufnahme wegen des Jesus von Andreas Schmidt zugelegt, der einer meiner absoluten Lieblingssänger ist und den Jesus auch sehr gut singt. Leider kann mich auf dieser CD sonst aber nur die Altistin überzeugen. Alle anderen hier aufgebotenen Sänger/innen sind herzlich schlecht, singen ziemlich dünn und überhaupt nicht im Körper. Auch das Dirigat von Gardiner ist nicht unbedingt mein Favorit. Insgesamt ist diese Aufnahme in hohem Maße mittelmäßig.


    Ich wollte mir neulich die Aufnahme von Furtwängler bestellen. Die scheint aber nicht mehr lieferbar zu sein. Weiß vielleicht irgendjemand, wo man diese CD noch - nicht zu teuer - bekommt?


    Frohe Ostern


    Lustein

    Ich habe mir aus dem "Wildschütz" die Fünftausend-Taler-Arie nun verschiedene Interpretationen zu Gemüte geführt. Und die von Fritz Ollendorff ist davon die absolut schlechteste. Mit seinen gänzlich unzureichenden stimmlichen Mitteln, einer flachen und überhaupt nicht im Körper gestützten Stimme wird Ollendorff dem Schulmeister in keinster Weise gerecht. Er war schon ein sehr sehr mäßiger Sänger.


    Wer eine absolut phantastische Aufnahme der Arie hören will, für den habe ich hier meinen Favoriten: die Fünftausend Taler in der Interpretation von Hans Sotin, der wunderbar sonor, tiefgründig und mit einer herrlichen italienischen Technik singt:


    https://www.bing.com/videos/se…1AE&view=detail&FORM=VIRE


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Zitat von Nemorinio:


    aber ich muß gestehen, daß er (für mich) rein sängerisch nicht an Gottlob Frick, Josef Greindl oder Georg Hann heranreicht,


    Auch ich stehe Fritz Ollendorff äußerst kritisch gegenüber. Rein gesanglich kann er mich überhaupt nicht überzeugen, denn er sang überhaupt nicht im Körper und beschränkte sich in seiner buffonesken Gesangsart meistens auf reines Deklamieren auf den Tönen. Aber auch Josef Greindl betrachte ich zwiespältig. Greindl hat zugegebenermaßen einige tolle Aufnahmen hinterlassen, die stammen größtenteils aus den 1950er Jahren. Mit dem Sachs, den er 1960 in Bayreuth gesungen hat, hat er sich aber die Stimme kaputt gemacht. Danach klang er meistens nur hoch halsig und klanglos und verlor die Körperstütze seines Basses.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Zitat von Operus:


    Schröder-Feinen und Brenda Roberts waren großartige Sängerinnen und wurden für ihre Kunst weltweit gefeiert, wenn das kein Durchbruch ist, was ist es dann?


    Ich stimme Operus voll und ganz zu. Diese beiden Sängerinnen haben es weit auf der Karriereleiter gebracht. Es gibt wahrlich weniger gute, die ganz nach oben gelang sind, weswegen ich sage, Roberts und Schröder-Feinen hätten ruhig nur an ersten Opernhäusern singen können. Dadurch wären aber alle Besucher der nicht zu verachtenden mittleren Häuser nicht in den Genuss dieser ausgezeichneten Stimmen gekommen. Ich schätze beide sehr.


    An dieser Stelle darf ich vielleicht fragen, warum man im Forum von Operus überhaupt nichts mehr liest. Ich war aufgrund des Todes meines Vaters zwei Wochen lang nicht mir im Tamino-Forum, und als ich vor einiger Zeit wieder reinging, war Operus auf einmal verschwunden. Mich würde sehr interessieren, was der Grund dafür ist. Ich halte Operus für eines der besten und beliebtesten Forum-Mitgieder und würde es sehr begrüßen, hier wieder einmal etwas von ihm zu lesen. Vielleicht kann mir eines der Tamino-Mitglieder ja über Operus' Verbleib Aufklärung geben?


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Ich habe Stefan Mikisch sehr geschätzt. Seine ausgesprochen klugen Einführungsvorträge in Bayreuth waren einfach phänomenal. Auch die meisten seiner CDs und DVDs habe ich mir angeschafft. Er war ein ausgezeichneter Pianist, der die Werke nicht nur Wagners einfach phantastisch zu erklären wusste. Von ihm habe ich viel gelernt. Hier ist ein ganz genialer Künstler viel zu früh von uns gegangen, der mir sehr fehlen wird.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Mir war vor einigen Jahren vergönnt, Brenda Roberts beim Künstlertreffen der Gottlob-Frick-Gesellschaft in Ölbronn kennenzulernen. Ich habe mit dieser netten Frau einiges geredet, u. a. über frühere Aufführungen von ihr, die ich gesehen habe. Dazu gehörten u. a. ihre Mannheimer Elektra und ihre Stuttgarter Senta - beides Rollen, in die sie ihre gut fokussierte, ausdrucksstarke und höhensichere Stimme mit Bravour einbrachte. Irgendwo muss ich sie auch mal als Salome gesehen habe. Kann mich leider nicht mehr erinnern, wo das war. Auch hier glänzte sie mit fulminantem hochdramatischem Stimmklang. Wenn ich mich recht erinnere, schreckte sie als Salome auch vor gänzlicher Nacktheit nicht zurück. Das war sehr mutig. Einmal sollte sie in Mannheim, glaube ich, Ortrud singen. Aus irgendeinem Grund sang sie an diesem Abend aber nicht. Warum, weiß ich nicht mehr. Ich habe sie jedenfalls immer gerne gehört und auch gesehen, denn sie verfügte neben ihren bravourösen stimmlichen Qualitäten auch über hohe darstellerische Fähigkeiten.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Zitat von Sabine Wussow:


    "O du mein holder Abendstern"

    Sabine Wussow: Was für eine großartige Stimme ! Oh Rudi was singst himmlisch und männlich. Bravo !


    Wolframs Lied an den Abendstern ist für einen Bariton geschrieben. Und Rudolf Schock war doch Tenor! Kann jemand von den Taminos bestätigen, ob er als Tenor dieses Baritonlied wirklich gesungen hat? Das würde mich sehr interessieren. Auf you tube habe ich dieses Lied nicht von Schock gesungen gefunden. Es gibt ja einige Tenöre, u. a. Domingo, die am Ende ihrer Karriere ins Baritonfach gewechselt sind. Meines Wissens hat Schock aber bis zum Schluss immer Tenor gesungen. Wie kommt jetzt das mit dem Lied an den Abendstern, das Frau Wussow so toll findet? Weiß jemand dazu mehr?


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Zitat von Sabine Wussow:


    Hört Euch einmal auf YouTube die "Gesamtaufnahme "von Lohengrin an.


    Diese Aufnahme des Lohengrin steht als eine unter vielen in meinem CD-Schrank. Insgesamt nicht schlecht, muss man bei dieser Einspielung aber gerade bei Schock in der Titelpartie Einschränkungen machen. Er geht hier öfters vom Körper weg, woraus man schließen kann, dass er mit dieser Rolle etwas überfordert war. Nein, das ist wirklich nicht seine beste Wagner-Partie. Wenn man Schock als guten Wagner-Sänger erleben will, greife man lieber zu Kempes Meistersinger-Aufnahme, in der er einen hervorragenden Stolzing singt. Hier ist er in Bestform, was bei der genannten Lohengrin-Aufnahme eindeutig nicht der Fall ist.


    Herzlichst


    Lustein

    Die Todesnachricht von Elisabeth Freitag hat mich sehr betroffen. Schrecklich, so jung zu sterben. Sie war so alt wie ich jetzt. Ich habe sie bei etlichen Künstlertreffen der Gottlob-Frick-Gesellschaft in Ölbronn als sehr nette, umgängliche Frau und gute Gesprächspartnerin kennengelernt. Sie war auch eine tolle Photographin, deren Bilder ich oftmals im Zuge meiner Berichterstattungen über die Künstlertreffen veröffentlich habe. Sie wird bei künftigen Künstlertreffen fehlen. Hier ist ein wertvoller Mensch von uns gegangen. Man wird sich noch lange an sie erinnern.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Von Adriana Hölszky habe ich in den 1980er Jahren an der Stuttgarter Staatsoper ihre sehr beachtliche Oper "Bremer Freiheit" erlebt. Auch das Gastspiel der Stuttgarter Produktion in München habe ich miterlebt. Das war ein in hohem Maße beeindruckendes Werk, das in Stuttgart auch mehrere Wiederaufnahmen erlebte. Ich habe mir das Stück immer wieder mit Begeisterung angesehen. Auch auf CD ist das bei der zweiten WA aufgezeichnete Stück verewigt. Weiß aber nicht, ob die CD heute noch erhältlich ist. Eines steht fest: Adriana Hölszky ist eine der beachtenswertesten Komponistinnen unserer Zeit.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Meine Lieblingseinspielung der 9. Symphonie Bruckners ist die bei der Deutschen Grammophon erschienene Aufnahme von Wilhelm Furtwängler. Diese Aufnahme halte ich für unübertroffen. Furtwängler dirigiert mit einem ungemeinem Pathos, sehr intensiv und mit einer vorbildlichen Transparenz. Da hört man wirklich jede Kleinigkeit, die bei anderen Dirigenten oft untergehen. Die Tempi sind relativ breit, aber ungemein erfüllt. Das Ganze ist geprägt von ungeheurer Spannung, großer Emotionalität und enormer Ausdrucksintensität. Diese Einspielung ist zusammen mit der 7. Bruckner - auch unter Furtwängler - bei der DG herausgekommen, die ebenfalls ein Meilenstein in der Aufnahmegeschichte des Werkes darstellt. Fazit: Sehr empfehlenswert!!!


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Das war in jeder Beziehung eine sehr sehenswerte Aufführung. Das begann schon bei Bieitos flüssiger, spannungsgeladener Regie, die einige interessante neue Aspekte enthielt. Nicht mehr neu war indes, dass Telramund überlebt. Das war in Nürnberg auch schon so. Da ist er sogar der neue Herrscher von Brabant geworden. Das war jedenfalls ein beachtlicher Einfall. Das kompakte, bodenständige Dirigat war ein Hochgenuss und auch die Sänger/innen der Hauptpartien konnten mich durch die Bank überzeugen. Da wurde durchweg mit phantastischer italienischer Technik gesungen. Der Lohengrin wird wahrscheinlich eine neue Glanzrolle von Roberto Alagna werden, und auch Vida Micniviciute erbrachte als Elsa wahrlich eine bayreuthwürdige Leistung. Und der hervorragende junge Sänger des Heerrufers wird noch einmal die ganz große Karriere machen. Diese Aufführung sollte auf DVD herausgebracht werden.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Die Aufnahme des Weihnachtsoratoriums von Karl Richter ist auch meiner Ansicht nach die Reverenzaufnahme des Werkes schlechthin. Wenn Klassikfan 1 meint, Richter dirigiere flott und straff, bin ich indes anderer Ansicht. Er dirigiert eher langsam und weich und ausgesprochen romantisch unter Auskostung der Fermaten - ganz anders als z. B. Hellmuth Rilling, der eher straff, markant und ziemlich rasch dirigiert und die Fermaten nur andeutet. Zutreffend ist indes, dass bei Richter das Solistenensemble größtenteils unübertroffen ist. Wunderlich, Crass und die Ludwig singen allesamt ganz hervorragend mit wunderbarer italienischer Technik. Nur Gundula Janowitz mit etwas härterem Sopran fällt ab.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Zitat von Melot 1967:


    Und dann fehlten wieder die Spitzentöne, oder sie klang in der Mittellage oder tieferen Lage als würde sie sprechen oder rufen.


    Das kommt daher, weil Frau Behrens ihre ganze Sängerkarriere über nie im Körper, sondern immer nur in die Maske gesungen hat. Eine vorbildliche italienische Technik ging ihr immer ab. Daher war auch mein Eindruck von ihr stets ein zwiespältiger. Ich habe sie oft auf der Bühne gesehen, konnte mich aber nie mit der Stimme anfreunden. Schlimm war eine Götterdämmerung in Mannheim vor ca 20 Jahren , wo sie eindeutig im vorgeschrittenen Herbst ihrer Karriere stand. Auch ihre CDs und DVDs - Beispiel Ring unter Levine - sind nicht mein Fall.


    Herzlichst


    Lustein

    Also, ich kann Operus' Argumentation durchaus nachvollziehen und ich finde es traurig, dass einige Taminos ihm eine derartige Schlagseite verpassen müssen. Das war nicht sehr nett und widerspricht einer ausgewogenen Argumentation mit These und Antithese völlig. Man kann ja einer bestimmten Meinung sein, sollte aber dann auch die Gegenmeinung gelten lassen. Operus hat mit vielem, was er sagt, durchaus recht. So bin auch ich der Ansicht, dass eine Wiederkehr zu einem pathetischen Stil bei Sängern und Dirigenten nicht der schlechteste Weg ist. Früher haben mich Dirigenten, die diesen Stil gepflegt haben, wie Furtwängler und Knappertsbusch, aber auch Franz Konwitschny und Robert Heger sehr begeistert. Zutreffend ist auch, dass es früher sehr viele gute Heldentenöre gab, die ausgezeichnet im Körper gesungen haben, bevor der Geschmack durch Sänger wie den stark angreifbaren Wolfgang Windgassen negativ geprägt wurde. Heute gibt es indes schon wieder einige Stimmen, die vorbildlich im Körper sitzen. Operus hat recht, wenn er als Beispiel dafür Andreas Schager nennt, der einer der ersten Heldentenöre unserer Zeit ist, und mit Leichtigkeit diesen überaus maskigen und ständig falsch singenden Lance Ryan abgelöst hat. Von Ryan hört man seit einiger Zeit - noch vor Corona - überhaupt nichts mehr. Er hat sich wohl durch seine ständigen Tours de Force die Stimme kaputt gemacht. Ihn habe ich nie gemocht. Wie Operus bevorzuge ich Heldentenöre à la Melchior, Suthaus, Hopf, Vinay, Treptow und Wenkoff.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Nichts gegen alle die Weltstar-Bassisten, die mit dieser Rolle reüssierten. Unter ihnen will ich an dieser Stelle nur Gottlob Frick nennen. Aber auch unbekannte Namen können Großes leisten. Und dafür stellt der junge Michael Nagl von der Stuttgarter Staatsoper wohl das beste Beispiel dar. Er hat vor einigen Jahren beim Künstlertreffen der Gottlob-Frick-Gesellschaft in Ölbronn die "Fünftausend Taler" mit seinem bestens italienisch fokussierten, balsamisch dahinfließenden, sonoren und ausdrucksstarken Bass derart phänomenal gesungen, dass der unter den Gästen anwesende Matti Salminen ihn spontan herzlichst umarmt hat - ein ganz großes Lob für den jungen Sänger, dass sich dieser auch mehr als verdient hatte. Ohne Zweifel wird Nagl einmal zu den ganz Großen im Bass-Fach gehören. Da bin ich angesichts seiner phantastischen stimmlichen Mittel sicher.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Franz Völker war wahrlich ein Jahrhunderttenor mit einem herrlichen baritonalen Timbre und schönem Körperklang. Seine von Operus so gepriesene Bildnis-Arie kenne ich auch und kann Operus' lobende Worte nur bestätigen - auch dass er mit dieser Aufnahme sogar Fritz Wunderlich Konkurrenz macht. Ganz ohne Kritik geht es aber auch bei ihm nicht. Herrlich sind z. B. seine Lohengrin-Ausschnitte von den Bayreuther Festspielen 1936. Hier singt er ganz ausgezeichnet. In der Berliner Gesamtaufnahme des Lohengrin unter Robert Heger von 1943 geht er aber angestrengt in den dritten Aufzug. Hier klingt er nicht optimal. Vor einiger Zeit war bei Tamino auch mal von seinem Tannhäuser die Rede. Den hat er nicht allzu oft gesungen. Nachdem er in dieser Partie einmal nicht sonderlich erfolgreich war, hat er von dem Tannhäuser Abstand genommen. Er war eben kein hochdramatischer Heldentenor, sondern einer, der sich immer seine lyrischen Qualitäten bewahrt hat, was kein Fehler ist. Legato und Linienführung sind bei ihm optimal und kommen z. B. auch seinem Siegmund, einer seiner besten Rollen, zugute. Auch wird er gewusst haben, dass er nie den Tristan und die beiden Siegfriede gesungen hat, die vom Kaliber her etwas zu groß für ihn waren.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Zitat von Dr. Pingel:


    Marie wird gesungen von dieser tollen Sopranistin aus Estland/Litauen/Lettland (Nichtzutreffendes bitte streichen), deren Namen ich nicht schreiben kann, die aber in Salzburg diese großartige Elektra gesungen hat.


    Ausrine Stundyte war in Salzburg dieses Jahr durchaus keine ideale Elektra. Die Stimme klang etwas belegt und stieß schon manchmal an ihre Grenzen. Ich fand, die Rolle ist eine Nummer zu groß für sie. Mit dieser extrem gefährlichen Partie sollte sie aufpassen und sie lieber nicht mehr singen.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Diana Damrau ist für für mich ein Grenzfall. Früher gab es von ihr Aufführungen, in denen sie vorbildlich im Körper gesungen hat hat und mich durchaus überzeugen konnte. Vor ca 20 Jahren war ihre Mannheimer Königin der Nachteinfach sensationell. Und auch ihre Baden-Badener- Rosenkavalier-Sophie konnte sich sehen lassen. Leider singt sie inzwischen nicht mehr auf diesem Niveau. Ihre Tudor-CD und auch Strauss' Vier letzte Lieder lassen doch arg zu wünschen übrig. Da geht sie immer wieder vom Körper weg und lässt ihre einstige Klangpracht doch stark vermissen.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    David Prowse, der famose Darsteller des Darth Vader aus der ersten Star-Wars-Trilogie ist gestern, am Samstag, im Alter von 85 Jahren verstorben. Für Star-Wars-Fans ist das ein großer Verlust. Als Darth Vader wurde er berühmt, und in dieser Rolle wird er auch in Erinnerung bleiben.


    Noch einen schönen ersten Advent


    Lustein

    Zitat von Caruso41:


    Mir ist eigentlich nur eine Aufführung von Hugh Beresford in Erinnerung geblieben: Seine Tannhäuser in Bayreuth 1972 und Leinsdorf an der Seite von Gwyneth Jones (Venus/Elisabeth).


    Die Premiere des Bayreuther Tannhäuser von 1972 kann man auf you tube anhören. Zuerst hört man da ganz angetan auf: Zu Beginn ist Beresford durchaus akzeptabel. Er hält die Aufführung aber nicht durch und scheitert im zweiten Aufzug total. Das liegt an der hohen Tessitura des Tannhäuser. Das ist eine Rolle, die nur von echten Tenören gut gesungen werden kann. Und Beresford kommt eben vom Bariton her. Und für einen Bariton ist die im Passaggio-Bereich angesiedelte Tessitura der Tannhäuser-Partie extrem schwierig und kräftezehrend. Da ist Beresford aber nicht der einzige. Auch Ludwig Suthaus und Ramon Vinay, die auch vom Bariton kamen, haben sich mit dem Tannhäuser schwer getan, was man auf CDs nachprüfen kann.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Betroffen hat mich der Tod von Roland Herrmann gemacht. Von seinen Aufnahmen möchte ich an dieser Stelle die Jochum-Aufnahme von Wagners Meistersingern von 1976 nennen, in der er einen fulminanten, schönstimmigen und sehr geradlinigen Beckmesser singt. Auch sein Morald in Sawallischs Aufnahme von Wagners Feen ist sehr beachtlich. Er war ein Sänger, der über eine vorbildliche italienische Technik verfügte und zudem stetes hohes Ausdruckspotential an den Tag legte. An dieser Stelle darf ich noch hinzufügen, dass er der Lehrer von Sofia Kallio, einer meiner absoluten Lieblingssängerinnen, war. Sie hat die hohen Qualitäten ihres verdienten Lehrers Herrmann bestens fortgeführt. Man wird Roland Herrmann vermissen.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Zitat von Musikwanderer:


    Ich möchte Dir, lieber lustein, nicht zu nahe treten, aber hier sollten nach Möglichkeit Aufnahme gepostet werden. Gibt es die aus Nürnberg? Gibt es Aufnahmen aus Karlsruhe? Und: Welche Aufnahmen hast Du, kannst Du Empfehlungen posten?


    Lieber Musikwanderer,


    leider gibt es weder von der Karlsruher noch von der Nürnberger Produktion - beide waren stark gekürzt - von Krieg und Frieden Aufnahmen. CDs des Werkes habe ich von Rostropovitch und Gergiev. Beide Einspielungen sind jeder auf ihre Art toll dirigiert, indes haben die beiden Dirigenten unterschiedliche Auffassungen von der Oper. Gergiev - sont nicht mein Fall - gefällt mir hier gut, aber Rostropovitsch ist noch besser. Auch gesanglich kann man zum großen Teil nicht meckern, indes gefällt mir auf der Rostropovitch-Aufnahme die in der Höhe ziemlich schrill klingende Galina Vichnievskaia in der Rolle der Natascha überhaupt nicht. Eine Empfehlung beider Einspielungen kann ich insgesamt durchaus aussprechen.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Hier sollte man noch die Produktion des Nürnberger Opernhauses erwähnen. Das war letztes oder vorletztes Jahr eine in jeder Beziehung hoch gelungene Aufführung, wenn leider auch ziemlich gekürzt. Insgesamt ist das schon eine Oper, der man sehr gerne öfters auf den Spielplänen der Opernhäuser begegnen würde. Leider wird das Werk nicht allzu oft gespielt. Ich bin seit der Karlsruher Inszenierung von Tony Palmer von 1990 ein großer Fan dieser Oper und habe auch zwei CD-Einspielungen davon.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Zitat von Operus:


    Verfolgt man die Diskussion hier im Forum, dann werden die beiden Referenzaufnahmen des "Holländer" und des "Tannhäuser" so oft erwähnt, dass auch dadurch der Rang, den Konwitschny sich durch maßstabsetzende Realisierungen als Wagner-Dirigent erworben hat, nachdrücklich bestätigt wird, zumal es ihm gelang in beiden Gesamtaufnahmen die Elite des Wagner-Gesangs zur damaligen Zeit zum Teil auf dem Höhepunkt ihres Schaffens zu gewinnen.



    "Holländer" und "Tannhäuser" sind sicher vom Dirigenten her hervorragende Aufnahmen. Bemerkenswert ist, dass Konwitschny insbesondere im Tannhäuser einem gewissen Pathos frönt, was auch die Sänger Hopf und Frick tun. Pathos ist ja heutzutage verpönt, ich dagegen mag das, denn die Dramatik des orchestralen Klangteppichs wird dadurch gesteigert. Gesanglich habe ich mit manchen der hier von Konwitschny aufgebotenen Sängern/innen so meine Schwierigkeiten. Fischer-Dieskau und Schech sind gar nicht mein Fall, denn beide singen überhaupt nicht im Körper. Frick, Hopf, Wunderlich und Schock sind dagegen einmalig toll. An dieser Stelle will ich noch erwähnen, dass diese beiden Aufnahmen durchaus nicht die einzelnen Wagner Einspielungen Konwitschnys sind. Bereits im Jahre 1950 hatte er in Leipzig einen sehr beeindruckenden Tristan (mit Tag- und Nacht-Strich) aufgenommen. Das war damals anscheinend die erste Studioeinspielung des Werkes in Deutschland. Hier gelingt Konwitschnys eine derart packende, fulminante und in sich geschlossene musikalische Interpretation, dass man damals sogar darauf verzichtete, einen Fehler der Sängerin der Brangäne im ersten Aufzug zu korrigieren. Man dachte damals wohl, dass der Dirigent dieses hohe Niveau bei einer Wiederholung nicht noch einmal erreichen würde. Auch eine Gesamtaufnahme des Ring gibt es unter Konwitschnys musikalischer Leitung, und zwar eine Liveeinspielung aus Covent Garden, die musikalisch ebenfalls enorm beeindruckend ist. Das sind Zeugnisse von Konwitschnys Schaffen, die einfach nicht außen vor bleiben dürfen, da sie ungemein beeindruckend sind. Die Anschaffung ist sehr zu empfehlen!


    Herzlichst


    Lustein

    Der Daphne-Film mit Wunderlich, King, Frick, Töpper und Woytowicz ist vom sängerischen her sicherlich vom Feinsten. Die beiden Tenöre und Peneios konnte man damals wohl nicht besser besetzen. Und auch das Dirigat von Keilberth ist toll. Die alles andere als gelungene Inszenierung finde ich aber ausgesprochen altacken und extrem langweilig!!!


    Noch einen schönen Sonntag


    Lustein

    Zitat von Otello 50:


    seit einiger Zeit verfolge ich aus der Ferne die Karriere des jungen finnischen Bassisten Mika Kares


    Mika Kares ist einer der vielversprechendsten jungen Bassisten überhaupt: Vor Jahren habe ich ihn bereits als Masetto am Badischen Staatstheater Karlsruhe erlebt. Da erwies er sich mit seinem hervorragend italienisch fokussierten, sonoren und ausdrucksstarken Bass als ein kommender Don Giovanni. Ganz hervorragend war er auch in der vergangenen Saison an der Stuttgarter Staatsoper als Mefistofele in Boitos gleichnamiger Oper. Das war wirklich eine atemberaubende Leistung. Ich denke, Kares wird noch eine ganz große Karriere machen!!!


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Zitat von Rheingold 1876:


    Mir ist auf Anhieb keine Aufnahme von Schock bekannt, die es nicht auch alternativ mit anderen Sängern gibt.


    Mir schon: Nämlich die Aufnahme von Künneckes Operette "Die große Sünderin", in der er einen geradezu atemberaubenden Schrenk gibt. Das ist eine seiner besten Operettenaufnahmen, in der er stets voll aussingt und nicht, wie später, bei Höhen-Piani in eine fragwürdige Fistelstimme übergeht, wie er es bei so vielen seiner anderen (Operetten-) Aufnahmen tat, und was absolut nicht sein darf. Das zeugt von einer nicht sonderlich guten Gesangstechnik. Die macht sich auch bei seiner Lohengrin-Einspielung unter Wilhelm Schüchter bemerkbar, in der er oft angestrengt klingt und in der Höhe oft vom Körper weg geht. Aber das habe ich ja oben schon einmal gesagt. Da merkt man: Schon 1953, als die Aufnahme entstand, hatte Schock bereits stimmliche Schwierigkeiten. Mit dem Lohengrin hat er sich übernommen. Sein Stolzing in der Meistersinger-Aufnahme unter Kempe vom 1956 war besser. Und in den 1960er Jahren hat er überhaupt keine guten Aufnahmen mehr abgeliefert.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Zu Rudolf Schock hätte ich auch noch einige Sachen zu sagen: Er war sicher ein guter Sänger. Sein Tenor war zu seinen Bestzeiten insgesamt gut fokussiert und hatte ein unverwechselbares Timbre. Er hat einige tolle Opernaufnahmen und viele Operetten-Einspielungen hinterlassen. Toll ist beispielsweise sein Stolzing in der Meistersinger-Aufnahme unter Rudolf Kempe. Das gilt indes nicht in gleichem Maße für seinen Lohengrin auf der CD unter Wilhelm Schüchter. Hier ist er hörbar nicht in Bestform, klingt manchmal etwas angestrengt und geht in der Höhe zeitweilig vom Körper weg. Und auf einigen anderen Aufnahmen wird ein weiteres Manko des Sängers offenkundig, nämlich dass er - das in erster Linie in seinem späten Operetten-, aber auch in manchen seiner Liedaufnahmen - im oberen Stimmbereich oft in die Fistelstimme geht, was absolut nicht sein darf. Das war insbesondere im Herbst seiner Karriere der Fall, an dem ihm voll ausgesungene Spitzentöne nicht mehr möglich waren. Das stellte doch ein erhebliches Manko dar. Wenn man gute CDs von Schock hören möchte, greift man am besten zu Aufnahmen aus den 1950er Jahren. Hier ist er - abgesehen von dem erwähnten Lohengrin unter Schüchter - gut in Form. Viele seiner Opernquerschnitte kann ich durchaus empfehlen.


    Herzliche Grüße


    Lustein

    Zitat von Joseph II:


    Wie man auf der einen Seite Wolfgang Windgassen abwerten und auf der anderen Seite ausgerechnet Jess Thomas als Musterbeispiel benennen kann, werde ich auch nicht verstehen. Letzterer ist bekanntlich bereits der Schwachpunkt in der Kempe-Einspielung des "Lohengrin",


    Lieber Joseph,


    wenn Du dieser Meinung über Jess Thomas bist, sei Dir das unbenommen. Aber er hat wenigstens vorbildlich im Körper gesungen, was man von dem arg dünn singenden Windgassen nun wirklich nicht behaupten kann. Ich finde auch nicht, dass Jess Thomas in der Lohengrin-Aufnahme unter Kempe der Schwachpunkt ist. Der absolute Schwachpunkt dieser Einspielung ist vielmehr Dietrich Fischer-Dieskau als Telramund. Mit Fischer-Dieskau habe ich auch erhebliche Probleme. Seine gleich Windgassen überhaupt nicht im Körper sitzende, kopfige, gekünstelte, hochgestellte und vielleicht auch etwas manirierte Stimme gefällt mir überhaupt nicht. Neben Fischer-Dieskau ist der ebenfalls nicht im Körper singende Otto Wiener ein weiterer Schwachpunkt dieser Einspielung. Jess Thomas halte ich jedenfalls mit seinem schönen körperverankerten Gesang nicht für den Schwachpunkt dieser Aufnahme. Die Leistungen von Wolfgang Windgassen in den Bayreuther Lohengrin-Aufnahmen von 1953 und 1960 waren da schon um einiges mäßiger.


    Herzliche Grüße


    Lustein