Beiträge von Orfeo

    Opern nach dem Libretto „Pompeo Magno“ von Nicolò Minato als Ergänzung zu den Beiträgen #1, 3, 9 in diesem Thread

    Chronologie der Aufführungen


    Francesco Cavalli  POMPEO MAGNO

    27/02/1666 Venezia, Teatro a S. Salvatore

    29/08 1974 Accademia Monteverdiana

    1975 London BBC

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    Mitwirkende 1975: Denis Stevens (dirigent) Ursula Connors (Giulia), Elizabeth Simon (Issicratea), Jennifer Smith (Serivilio, Harpalia), Patricia Clark (Sesto), Shirley Minty (Delfo), Paul Esswood (Pompeo Magno), Nigel Rogers (Mitridate), Robert Jones (Farnace), Anthony Rolfe-Johnston (Claudio), Edgar Fleet (Altrea, Crasso)


    2002 Varazdin Baroque Evenings

    Mitwirkende: Dirigent: Paul Esswood, mit Charles Humphries als Pompeo



    Alessandro Scarlatti IL POMPEO

    25/01/1683 Roma, Teatro Colonna

    30/01/1684 Napoli, Teatro di Palazzo Reale

    10/05/1685 Ravenna, Teatro

    Karneval 1688 Livorno, Teatro

    1690 Palermo, Teatro


    Giacomo Antonio Perti IL POMPEO

    Karneval 1691 Genova, Teatro del Falcone

    1692 Bologna, Teatro Formagliari

    Anonymus IL GRAN POMPEO

    1704 Casale Monferrato, Teatro Nuovo


    Es gibt von keiner der Opern eine im Handel erhältliche Gesamtaufnahme, auch antiquarisch ist die BBC Aufnahme nicht erhältlich. Arien aus den Opern von Cavalli und Scarlatti sind in diversen Alben vertreten und bei Youtube abrufbar.


    Da Scarlatti das Libretto von Nicolò Minato abgeändert hat, stelle ich hier beide Versionen vor


    Cavalli Pompeo Magno als pdf


    Scarlatti Il Pompeo


    Worum geht es in den Opern? Im Jahr 65 v. Chr. besiegte Pompeo Mithridates VI und sein Königreich wurde eine Provinz der römischen Regierung. Mithridates beging Selbstmord, und Pompeo wurde römischer Konsul und heiratete schließlich die Tochter von Julius Caesar. Die Handlung für diese Oper folgt nicht der Geschichte von Mithridates und Pompeo, sie übernimmt die Hauptfiguren der Geschichte und schafft eine Handlung voller Liebesintrigen, Verkleidungen und sogar einem Happy End, das für alle durch die Großherzigkeit des römischen Konsuls erreicht wird.


    Obwohl keine der Opern in der Neuzeit ihren Platz im Repertoire finden konnte, sind einige der einige Arien weit verbreitet.


    Pompeo Magno bei Youtube

    "Cieche tenebre"

    "Come al mar corrono i fiumi"

    "Hor va misera Giulia"

    "Alpi gelate"


    Il Pompeo bei Youtube

    "O cessate di piagarmi"

    "Qual mia colpa"

    "Togliete mi la vita"

    Hans Heukenkamp wird sich freuen über meinen letzten Fund: Das Wunder der Heliane von 2019

    The Miracle of the Heliane – Fisher Center at Bard / UPSTREAMING (NOW)

    The Fisher Center is offering the opportunity of experiencing a 2019 production of Korngold’s fascinating opera. The production as staged by Christian Räth and features such international stars as Ausrine Stundyte, Daniel Brenna, and Alfred Walker.

    Watch it here.

    DIE STEINERNE BLUME von Sergeij Prokofiew

    Mich würde Interessieren, liebe Caruso, ob aus dem Werk, das ich nur als Ballett kenne, eine Opernversion erarbeitet wurde?

    Ich habe gestern abend noch in das o.a. Verzeichnis reingeschaut und will Euch kurz vor meiner längeren Abwesenheit im Forum mitteilen:

    The tale of the stone flower, op. 118, Seite 72-74 in dem o.a. Verzeichnis ist keine Oper - nur Ballett.


    Beste Grüße Orfeo

    Um das Thema Minoru Miki abzuschließen, noch ein Nachtrag zu seiner Vita.


    Minoru Miki (1930-2011)


    Minoru MIKI wurde 1930 in Tokushima / Westjapan geboren. Mit 20 Jahren begann er Klavier und Harmonielehre zu studieren und nahm ein Jahr später Komposition dazu. Noch als Student (1953) gewann er einen Preis für seine "Trinità sinfonica".


    Er schrieb 1976 die Musik für den japanisch-französischen Spielfilm "Im Reich der Sinne".

    Sein wichtigstes Projekt war ein Zyklus von neun Opern, die sich mit Themen aus der japanischen Geschichte beschäftigen. Seine erste Oper "Shunkin-Sho" wurde mit dem Giraud Opera Prize ausgezeichnet und erlebte viele Aufführungen, u.a. 1990 auch beim Savonlinna Opera Festival. Die ersten drei Opern bilden eine Trilogie, basierend auf Stoffen, die in der Edo-Zeit (Anfang 17.- Mitte 19. Jahrhundert) spielen. Die folgenden Opern sind angesiedelt im japanischen Altertum und Mittelalter.


    1986 gründete er das Ensemble "Uta-Za" (seit 2007 "Miki Opera Company"), das sich auf die Inszenierung von Volksopern spezialisierte. Die Oper "The Monkey Poet" wurde in Japan bisher fast 300 Mal aufgeführt. Weiterhin komponierte Miki eine Chor-Oper "Toge no mukau ni nani ga aru ka, Taro" und eine Operette "Husband the hen".


    Sein Ensemble "Nihon Ongaku Shudan" wurde zu einer führenden Formation aus japanischen Musikinstrumenten, für die Miki auch Auftritte im Ausland organisierte. Ein Album mit 4 LP's "The Music of Minoru Miki" (mit Aufnahmen des Ensembles) erhielt 1970 den Grand Prix des japanischen "National Arts Festival".


    Parallel zu diesen Aktivitäten arbeitete Miki mit der Zitherspielerin Keiko Nosaka zusammen und entwickelte mit ihr aus der traditionell 13-saitigen Koto-Zither 1969 ein 21-saitiges Instrument. Die Möglichkeiten der 21-saitigen Koto-Zither demonstrierte Miki in Kompositionen, wie "Tennyo" und die "20 Ballades for koto solo". Die Einspielung mit Keiko Nosaka als Album mit 4 LP's gewann den "Prize of Excellence" beim "National Arts Festival" 1979.


    Seine "Symphony for Two Worlds" (Kyu-no-Kyoku) als Auftragswerk des Gewandhaus-Orchesters Leipzig wurde 1981 anlässlich des Festkonzerts zum 200-jährigen Bestehen unter der Leitung von Kurt Masur uraufgeführt.

    1993 wurde Miki auch künstlerischer Leiter des "Orchestra Asia", eine Formation aus japanischen, chinesischen und koreanischen Instrumenten.

    1997 erkannte Minoru Miki das Talent von Yang Jing, die bei ihm Komposition studierte und inzwischen als überragende Pipa-Virtuosin gilt. (siehe Ai-En)


    1996 veröffentlichte Miki ein Buch mit dem Titel "The Theory of Composing for Japanese Instruments", das 2000 auch in einer chinesischen Übersetzung erschien und 2009 auch in einer englischen Ausgabe von Universal Press, Rochester/USA herausgebracht wurde. Weitere Veröffentlichungen sind das Buch "During completion of the opera 'The tale of Genji' " mit 60 Aufsätzen (2001) sowie "Minoru Miki, the Road with 21-string Koto" (2004).

    Minoru Miki: Der neunteilige Zyklus zur Geschichte Japans


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    Ai-En, die achte Oper im Zyklus, habe ich hier im Thread bereits in Beitrag #7 und im Opernführer vorgestellt. Nun komme ich zu den anderen acht, unter besonderer Berücksichtigung der zweiten Oper


    An Actor's Revenge

    Oper in zwei Akten (1979), Libretto: James Kirkup nach Otokichi Mikami

    Auftragswerk für das English Music Theatre

    Verleger: Faber Music, London

    Der Welt-Uraufführung in England folgte 1981 eine amerikanische Aufführung, 1984 die japanische (in Japanisch) und 1987 eine deutsche (in Deutsch) in Münster.



    Handlung

    Drei Männer - Sansai Dobe, Kawaguchiya und Hiromiya sind für den Selbstmord der Mutter und des Vaters des siebenjährigen Yukitarō verantwortlich. Yukitarō wird von Kikunojō Nakamura, dem Schauspieler und Leiter einer Kabuki-Truppe in Osaka, adoptiert und erzogen.

    Der erwachsene Yukitarō wird ein Onnagata (männlicher Schauspieler, der weibliche Rollen spielt) und nimmt den Künstlernamen Yukinojō an.

    Zwanzig Jahre später, Mitte der 1830er Jahre, besucht die Truppe die Stadt Edo, wo der geldgierige Stadtrat Dobe mit seiner Tochter Namiji eine Vorstellung besucht, Yukinojō erkennt in Dobe einen der Verantwortlichen für den Tod seiner Eltern, ist aber fasziniert von Namiji. Yukinojō will einerseits Rache für den Tod seiner Eltern, andererseits ist aber auch in Namiji verliebt. Dobe möchte seine Tochter jedoch mit dem alten Shogun verheiraten. Yukinojō fühlt sich moralisch verpflichtet, den Tod seiner Eltern zu rächen, indem er Dobe, seinen Handlanger Kawaguchiya und Hiromiya tötet. Namiji stirbt auf der Flucht vor der Zwangsehe, überzeugt davon, dass Yukinojo sie nur für seine Rache benutzt habe. Yukinojō verläßt die Stadt und lebt fortan in einem Zen-Kloster, wo er in einer Vision Namiji sieht, die ihm verzeiht.

    Sehr japanisch ist, dass Yukinojo seine Eltern rächt und bereit ist, die Strafe dafür auf sich zu nehmen, vollkommen unjapanisch ist jedoch, wie schnell und direkt Namiji ihre Liebe erklärt. Die Erlösung von jeglicher Schuld zeigt christliche Momente.


    Kritik zu "An Actor’s Revenge" in London im Oktober 1979 im English Music Theatre

    "Opera returns to Old Vic with triumph:... a score of an exact, sophisticated and self-effacing skill, not only in its blend of Eastern and Western elements, but in the way in which it slowly and compellingly marshals its power. Precisely reflecting the tradition in which the opera has been conceived, it is music in which every gesture tells, its lean, subtly refined idiom trenchantly accommodating the utmost ferocity and the utmost pathos."

    Robert Henderson : The Daily Telegraph


    Kritk zu "An Actor’s Revenge" in St. Louis im Opera Theatre of St.Louis, Loretto-Hilton Center, 11. Juni 1981

    "An Actor's Revenge adds up to an absorbing evening of music drama, spiced with wonderfully convoluted intrigues... In the Kabuki tradition, there were imaginative theatrical effects that drew gasps from the audience. The music itelf is an unlikely marriage of Japanese and contemporary western idioms, but the union works." Donal Henahan : The New York Times


    Kritik in The Guardian: "James Kirkup's excellent libretto of child-like directness is epigrammatic rather than rhapsodic in its poetic set-pieces... Minoru Miki's music centres around the voice parts. There is little ensemble; voices are used in a generally smooth conjunct style which is paralleled in all ages, all cultures. Details of accentuation and word-setting suggest that he may have taken Britten's operas as models in matters of word-setting and accentuation; but the absence of regular patterning or theme development take the music out of known Western categories...Miki is a dramatic composer of real flair." Hugo Cole


    bdsmlr-419703-J0HljoP4y4.jpg  bdsmlr-419703-zA2niwZC4u.jpg Münster 1987


    Die Erzählung von Otokichi Mikami wurde auch verfilmt. Einen Ausschnitt des Films, der außer der Darstellung des Ambiente allerdings nicht viel gemein hat mit der Oper, kann man hier sehen.

    Im Folgenden eine Aufstellung aller Opern von Minoru Miki:

    Shunkin-Sho (1975), Oper in drei Akten, Auftragwerk der Nihon Opera Kyokai

    Libretto by Jun Maeda in Japanese, Based on the novel by Junichiro Tanizaki

    Die Komposition bekam den Giraud Opera Prize

    Verleger: Zenon Music Publisher, Tokyo


    bdsmlr-419703-msHdcmZGKG.jpg Savonlinna 1990

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    An Actor’s Revenge (1979), hier besprochen (s.o.)


    Joruri (1985), Oper in drei Akten, Auftragwerk der Opera Theatre of Saint Louis

    Original story and libretto by Colin Graham in Englisch

    bdsmlr-419703-xDHxGtrW4w.jpg Tokyo 1988


    Wakahime (1991), Oper in drei Akten, Auftragswerk der Okayama Symphony Hall

    Libretto von Ray Nakanishi in Japanisch

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    Shizuka und Yoshitsune (1993), Oper in drei Akten, Auftragwerk des Kamakura Arts Center

    Libretto Ray Nakanishi in Japanisch


    The River Sumida / Kusabira (1995), ein Dpitychon aus einer Tragödie und einer Komödie

    Commissioned by Geidankyo ("Geidankyo is a public interest incorporated association representing performers organizations and their individual members")

    Libretto Asaya Fujita in Japanisch

    Uraufführung 1995 in Tokyo


    The Tale of Genji (1999), Oper in zwei bzw. drei Akten, Auftragswerk Opera Theatre of Saint Louis

    Libretto by Colin Graham in English, Japanische Version von Minoru Miki bdsmlr-419703-Kcu01pgRgy.jpg

    The Wall Street Journal schrieb: "THE 25TH-ANNIVERSARY SEASON of Opera Theatre of St, Louis was full of delights, with theatrical and musical values at a very high level. The centerpiece of the season, the world premiere of Minoru Miki's "The Tale of Genji," was a particular success. Colin Graham, also the company's artistic director, adapted his libretto from the classic Japanese novel by Lady Murasaki Shikibu (ca. 1000 A.D.). This sprawling work of more than 1,000 pages explores the imperial court of the Heian period through the life and many loves of Genji, son of the emperor's favored concubine. The novel is a tapestry of sensibility and indirect poetic allusion, but Mr. Graham, reading between the lines, streamlined the story to create a more Westernized and operatic drama." HELDI WALESON

    Ai-en (2005), Oper in drei Akten, Aftragswerk New National Theatre of Japan

    Tamino-Opernführer

    Libretto: Jakucho Setouchi


    Opernwelt Nr. 4, April 2006 über AI-EN in Tokyo: "Für die Liebe sterben - das darf man in der Oper ja fast immer wörtlich nehmen. In Minoru Mikis neuester, fürs und im New National Theatre in Tokio entstandenen Oper ist das nicht anders” “AI-EN” trägt den Liebestod bereits im Titel. .... Ein Alterswerk? Ganz unbekümmert knüpft das grosse Drama an die versunken geglaubte Tradition der grossen Verdi-Oper an. Ganz selbstverständlich schlägt Mikis Musik einen unverwechselbar eigenen, heutigen Tonfall an. Es ist das Werk eines instinktsicheren Meisters, der selbst neugierig geblieben ist und glücklicherweise keine Lust verspürt, sich selbst oder sein Publikum zu langweilen." Clemens Prokop


    Ohne Quellenangabe: „The European premiere of "Ai-En" by the Japanese composer Minoru Miki touched the audience, and created with a phenomenal performance by the singers and orchestra an opera experience that can aptly be described as sensuous. The Mainzer Allgemeine newspaper said of the premiere: "Without a doubt, the European premiere of 'Ai-En' will go down in the annals of the Heidelberg Theater. It was a performance in which absolutely everything was exactly right: the music, the singers and the scenes. Minoru Miki is one of the most significant creaters of tone in the world today."


    The Happy Pagoda (2010), Oper in 2 Akten (10 Szenen)

    Auftragswerk National Art Festival in Tokushima.

    Libretto Tatsuji Iwata in Japanisch

    Nach der Premiere bearbeitete Miki die Oper und fügte sie als neunte Oper ein in den Zyklus über 1600 Japanische Geschichte. Die Oper wurde bisher nicht aufgeführt.



    PS: Mit Ai-En von Minoru Miki schrieb ich am 27. Mai 2020 meinen ersten Beitrag in diesem Thread, der bis dahin über acht Jahre wenig beachtet wurde. Mit diesem Gesamtüberblick über die Opern Minoru Mikis schließe ich vorläufig meine Recherchen über UNBEKANNTE OPERN ab. Ich habe zwar noch einiges an halbfertigem Material über diverse Opern und Komponisten, aber ich bin ab Montag für einen Monat unterwegs und werde Mitte November sehen, ob dieser Thread wieder in einen Dornröschenschlaf gefallen ist, weil mangels Interesse keine weiteren unbekannten Opern vorgestellt wurden. In dem Fall bin ich bereit, ihn auch weiter schlafen zu lassen.


    オルフェオから11月までのご挨拶

    Gerade eben erst entdeckt.


    Ein Hinweis für die Raritätensammler (und Dr. Pingel):


    Šárka von Leoš Janáček ist als Aufführung geplant in Solothurn / Biel / Olten / Burgdorf in der Schweiz zwischen 11. Dezember 2020 und 16. Februar 2021

    Šárka

    Ist der Titel von zwei Opern von 1. Zdenĕk Fibich und 2. Leoš Janáček


    Kurz und bündig: Die Oper handelt vom legendären sogenannten Mägdekrieg. Nach dem Tod der Fürstin Libuše hat Fürst Přemysl die Herrschaft Böhmens an sich gerissen und den Frauenrat von der Burg gejagt. Šárka, die Nachfolgerin Libušes und Anführerin des Frauenrats, fordert die Männer zum Kampf, um die alten Rechte zurückzuerobern. Während des Zweikampfs mit dem gegnerischen Ctirad erkennen beide ihre Liebe zueinander. Šárka kann aber die tödliche Auseinandersetzung mit Přemysls Kriegern nicht mehr aufhalten, die die Mädchen töten und Ctirad befreien. Voll Entsetzen stürzt sich Šárka von einem Felsen.


    Šárka von Zdenĕk Fibich (opus 51) ist eine Oper in drei Akten mit dem Libretto von Anežka Schulzová. Fibich arbeitete an dem Stück vom 8. September 1896 bis 10. März 1897. Am 28. Dezember 1897 fand die Uraufführung am Nationaltheater Prag statt. Es gibt (gab) drei Aufnahmen:


    1953 Supraphon unter Zdeněk Chalabala mit Marie Podvalová als Šárka.

    1978 Supraphon unter Jan Štych mit Eva Děpoltová

    2001 Orfeo (live) unter Sylvain Cambreling mit Eva Urbanova


    Zdenek Fibich (1850-1900): Sarka, 2 CDs jpc




    Šárka Oper in drei Akten von Leoš Janáček, Libretto von Julius Zeyer nach dessen eigenem Drama (1887), Revidiert 1919, 1925. UA 11. November 1925 Nationaltheater Brünn.

    Inhaltsangabe im Tamino- Opernführer

    Šárka ist Janáčeks erste Oper. Sie basiert auf einem Libretto von Julius Zeyer, das dieser eigentlich für Antonín Dvořák geschrieben hatte. Zeyer verweigerte Janáček daher die Textrechte. Dennoch entwarf er 1887 das Particell und instrumentierte im folgenden Jahr die beiden ersten Akte, wobei er noch einige Änderungen vornahm. Nach 1916, nachdem die Rechte an Zeyers Libretto abgelaufen waren, überarbeitete er das Werk erneut, wobei er die Instrumentation des dritten Akts seinem Schüler Osvald Chlubna überließ. Eine letzte Überarbeitung erfolgte 1924/25 als Vorbereitung zur Uraufführung unter der Leitung von František Neumann mit Hana Pírková als Šárka.


    Diese Aufnahme gibt es auch im Handel



    Es gibt außerdem einen Klavierauszug bei jpc Leos Janacek: Sárka (1887-1888), Noten





    Artaserse

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    Alle hier aufgeführten Opern beruhen auf dem

    Opernlibretto „Artaserse“ von Pietro Metastasio (1730)

    und sind Im Corago-Informationssystem der Universität Bologna enthalten, in dem man mehr erfährt über die Daten der Erstaufführung (Theater, Ort, Datum)

    (Corago = Repertorio e archivio di libretti del melodramma italiano dal 1600 al 1900)

    1. Artaserse (Leonardo Vinci)

    2. Artaserse (Johann Adolf Hasse)

    3. Artaserse (Eustachio Bambini)

    4. Artaserse (Giuseppe Antonio Paganelli)

    5. L’Artaserse (Gaetano Maria Schiassi)

    6. Artaserse (Francesco Araia)

    7. Artaserse (Giuseppe Ferdinando Brivio)

    8. Artaserse (Giovanni Battista Ferrandini)

    9. Artaserse (Giuseppe Arena)

    10. Artaserse (Pietro Chiarini)

    11. Artaserse (Christoph Willibald Gluck)

    12. Artaserse (Paolo Scalabrini)

    13. Artaserse (Carl Heinrich Graun)

    14. Artaserse (Egidio Romualdo Duni)

    15. Artaserse (Domenico Terradellas)

    16. Artaserse (Girolamo Abos)

    17. Artaserse (Andrea Bernasconi)

    18. Artaserse (Francesco Maggiore)

    19. Artaserse (Giuseppe Scarlatti)

    20. Artaserse (Giuseppe Carcani)

    21. L’Artaserse (David Perez)

    22. Artaserse [1a ver.] (Baldassare Galuppi)

    23. Artaserse [1a ver.] (Niccolò Jommelli)

    24. Artaserse (Giovanni Battista Lampugnani

    25. Artaserse (Antonio Gaetano Pampani)

    26. Artaserse (Daniele Barba)

    27. Artaserse [2a ver.] (Baldassare Galuppi)

    28. Artaserse (Giovanni Battista Pescetti)

    29. Artaserse (Gioacchino Cocchi)

    30. Artaserse [2a ver.] (Antonio Gaetano Pampani)

    31. Artaserse [2a ver.] (Niccolò Jommelli)

    32. Artaserse (Quirino Gasparini)

    33. Artaserse (Giuseppe Scolari)

    34. Artaserse (Giuseppe Sarti)

    35. Artaserse (Johann Christian Bach)

    36. Artaserse (Gian Francesco de Majo)

    37. Artaxerxes (Thomas Augustine Arne)

    38. Artaserse (Niccolò Piccinni)

    39. Artaserse (Giuseppe Ponzo)

    40. Artaserse (Antonio Boroni)

    41. Artaserse (Antonio Sacchini)

    42. Artaserse (Mattia Vento)

    43. Artaserse (Giovanni Paisiello)

    44. Artaserse (Vincenzo Manfredini)

    45. Artaserse (Luigi Caruso)

    46. Artaserse (Josef Mysliveček)

    47. Artaserse (Giovanni Battista Borghi)

    48. Artaserse (Ferdinando Bertoni)

    49. Artaserse (Pietro Alessandro Guglielmi)

    50. Artaserse (Theodor Freiherr von Schacht)

    51. Artaserse [2] (Ferdinando Bertoni)

    52. Artaserse (Giacomo Rust)

    53. Artaserse (Felice Alessandri)

    54. Artaserse (Domenico Cimarosa)

    55. Artaserse (Francesco Bianchi)

    56. Artaserse (Pasquale Anfossi)

    57. Artaserse (Angelo Tarchi)

    58. Artaserse (Niccolò Antonio Zingarelli)

    59. Artaserse (Gaetano Andreozzi)

    60. Artaserse, re di Persia (Nicolas Isouard)

    61. Artaserse (Giuseppe Nicolini)

    62. Artaserse (Marcos António Portugal)

    Siehe auch:

    63. El Artajeres, Opernpasticcio von Giovanni Battista Mele (1749)

    64.  Dar el ser hijo al padre, Oper von Francesco Corradini (1736)

    65.  Artaserse, re di Persia, Oper von Nicolas Isouard (1794)

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    Verbreitet und bekannt sind nur wenige dieser mehr als 60 Opern, die von Leonardo Vinci und von Johann Adolf Hasse.


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    Inhaltsangaben für die Oper finden sich Tamino-Opernführer

    Leonardo Vincis Oper Artaserse Johann Adolf Hasses Oper Artaserse

    Diese zwei Opern sind auch bei Youtube als Videos vorhanden.


    Das Besondere an der Oper von Leonardo Vinci ist, dass alle Partien für Männerstimmen komponiert wurden. In Rom verbot ein kirchlicher Bann bis 1798 Frauen den Auftritt an römischen Bühnen. Sämtliche Frauenrollen wurden daher von Kastraten gesungen. Dieser Tradition zollt Parnassus Arts Productions Tribut und besetzt in der Neuproduktion, neben den männlichen Partien auch die Frauenpartien mit Countertenören. Die Besetzung vereint die Starsänger dieses Stimmfachs. Max Emanuel Cencic, Philippe Jaroussky, Franco Fagioli, Valer Barna-Sabadus, Yuriy Mynenko und die Tenören Daniel Behle bzw. alternierend Juan Sancho als Artabano sorgen für gesangliche Virtuosität auf höchstem musikalischem Niveau. Begleitet werden die Sänger vom international renommierten Concerto Köln unter der Leitung von Diego Fasolis.

    Die Premiere der Tournee war am 2. November 2012 an der Opéra National de Lorraine in Nancy (weitere Aufführungen: Theater an der Wien, Opéra de Lausanne, Théâtre des Champs-Elysées, Oper Köln).


    Hasse: Artaserse 1/3

    Hasse: Artaserse 2/3

    Hasse: Artaserse 3/3



    Zum Beitrag Nr. 53, 57: “L'Opéra d'Aran“ von Gilbert Bécaud.


    Lieber Carlo,

    die ausführlichen Angaben haben mich angespornt und ich bin tiefer in die Untiefen des Internets eingedrungen.

    Axel Klein führt an: "There were stagings in Montreal in 1965, Liège in 1966, Luxembourg in 1980, Vienna in 1994 and more recently at provincial summer opera festivals such as Montmorillon in 2000 and Lamalou-­les-­Bains in 2003."


    Vom Festival in Montmorillon gibt es zumindest einen zehnminütigen Schnipsel



    Auf dem YT - Kanal des Regisseurs Antoine Selva, der die Oper 1998 in Tours inszenierte, fand ich den ersten und zweiten Akt (getrennt) aus Metz (1999)




    Ich möchte jetzt sogar behaupten, dass man, wenn man in einer der Metropolen wohnt, viel weniger von den Raritäten mitbekommt, da sie dort nicht so oft angeboten werden. Kleine Häuser müssen weniger Plätze füllen, haben oft experimentierfreudigere Intendanten da kann man auch schon mal Opern abseits vom Mainstream bringen. Ich fahre gerne nach Freiburg (Königin von Saba, Wunder der Heliane), Strasbourg (Chaussons "Roi Arthus"), Basel (jetzt bald "St. Froncois d'Assise"), Nancy (da gab es vor zwei Jahren eine "Semiramide" mit Salome Jicia als Semiramide und Franco Fagioli als Arsace), in der Nähe dieser Orte kann man wunderbar ein paar Ferien machen im Schwarzwald oder Elsaß Verbringen. Auch Maastricht mit der Opera Zuid ist interessant (bald "la voix humaine").

    Covid fan tutte

    Wer nicht warten will bis zum 16.10. kann das Video schon jetzt hier ansehen


    Covid fan tutte – Ooppera – Baletti


    Die wurde am 28. August 2020 unter der Regie von Jussi Nikkilä unter der Leitung von Salonen uraufgeführt. Bis zum 23. Oktober 2020 sind insgesamt 12 Aufführungen mit Untertiteln in Englisch, Finnisch und Schwedisch geplant. Mattila ist eine herausragende Darstellerin in der Produktion.

    Sie spielt eine Parodie auf sich selbst als international bekannte Opern-Diva, die wegen der Pandemie in Finnland gefangen ist, und singt auch die Rolle der Despina.

    Bei einer Video-Recherche für den Thread UNBEKANNTE OPERN fand ich dieses für Cura-Fans sicher interessante Dokument. 1993 sang Cura in Triest den Jean in der Oper LA SIGNORINA JULIE (Antonio Bibalos "Frøken Julie" in einer italienischen Version). Das war Curas erste große Rolle, noch vor dem Operalia Sieg. Er hatte ab 1992 kleinere Rollen in Genua und Verona gesungen.


    Das Ergebnis überzeugt in der Gesamtleistung nicht so ganz. Das Libretto eines italienischstämmigen, in Skandinavien lebenden Komponist wird ins Italienische übersetzt, von einem spanischsprachigen Sänger in einer italienischen Regie in italienisch gesungen - da blieb nicht viel übrig von der Strindbergschen Vorlage. Aber interessant ist ist das Video durchaus als Dokument aus den frühestens Anfängen von Curas Karriere, der zu diesem Zeitpunkt 31 Jahre alt war.


    Fräulein Julie / Fröken Julie / Frøken Julie / Miss Julie / Julie

    Fünf Opern nach dem Schauspiel von August Strindberg


    Thema des Dramas und der Opern: Julie, die Tochter eines Grafen, versucht, ihrem durch gesellschaftliche Normen geprägten Dasein zu entfliehen und etwas Spaß zu haben, indem sie auf dem jährlichen Mittsommerfest mit der Dienerschaft tanzt. Dort fühlt sie sich zu dem Diener Jean hingezogen, der in der Welt herumgekommen ist und sowohl gut erzogen als auch gebildet ist. Jeans Verlobte, eine Köchin namens Kristin, hält sich meistens in der Küche auf und schläft auch dort, während sich Julie und Jean unterhalten. Während der Nacht entwickelt sich das anfängliche Flirten zwischen Julie und Jean zu einer vollendeten Liebesbeziehung. Im Laufe der Handlung kämpfen beide darum, die Situation unter Kontrolle zu bringen und ihr gegenseitiges Verlangen zu ignorieren. Zum Schluss überzeugt Jean jedoch Julie, dass die einzige Möglichkeit, aus ihrer misslichen Lage zu entkommen, in ihrem Selbstmord bestehe.


    Die Handlung thematisiert die unterschiedlichen Machtpositionen. Während Fräulein Julie über Jean steht, da sie der Oberklasse angehört und eine Dame ist, übt Jean durch seine Bildung und seine Männlichkeit Macht über Julie aus. Julies Vater, der Graf, übt kraft seiner Rolle als Vater, Adliger und Arbeitgeber sowohl über Julie als auch über Jean Macht aus, obwohl er nie in Erscheinung tritt.


    Die Opern

    1965 Ned Rorem "Miss Julie"

    1975 Antonio Bibalo "Frøken Julie"

    1977 William Alwyn "Miss Julie"

    1979 Ned Rorem „Miss Julie“ (revidierte Fassung)

    1984 Antonio Bibalo "Frøken Julie" (revidierte Fassung)

    1994 Ilkka Kuusisto "Fröken Julie"

    2005 Philippe Boesmans "Julie"


    Ned Rorem „Miss Julie“, Libretto: Kenward Elmslie

    Rorem * 1923 ist einer der angesehensten zeitgenössischen US-amerikanischen Komponisten. Er schuf zwischen 1946 und 1970 elf Opern, wovon vier nie veröffentlicht wurden. Seine bekannteste Oper „Miss Julie“ enstand 1965 im Auftrag der Ford Foundation für die New York City Opera, erhielt jedoch negative Kritiken, was Rorem zu umfangreichen Revisionen veranlasste. 1979 kam die Neufassung erfolgreich zur Aufführung.


    Curtis Opera Theatre Orchestra und Chor



    Opernstudio Årsta Teater in Stockholm



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    David Blackburn, Judd Ernster, Theodora Fried, Mark Mulligan, Heather Sarris, Philip Torre, Laurelyn Watson, Manhattan School of Music, David Gilbert (Newport Classics NPD85605/2)


    Antonio Bibalo "Frøken Julie" Libretto vom Komponisten


    Die Vertonung durch Antonio Bibalo (1922 – 2088) kam im Jahr 1975 auf die Opernbühne. Neun Jahre später revidierte Bibalo das Werk für eine reduzierte Besetzung von drei Darstellern und sechs Musikern und schuf eine Kammeroper, in der die Intensität und Dichte des Strindbergschen Naturalismus durch eine hochexpressive und zugleich intime Musik weiter zugespitzt wird.


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    Im April 1993 (ein Jahr bevor er Operalia gewann) sang JOSE CURA in der Sala Tripcovich des Teatro Giuseppe Verdi in Triest (wo Bibalo geboren wurde) seine erste Hauptrolle, den Jean in Bibalos italienisch gesungener Oper unter dem Titel “La Signorina Julie“.




    William Alwyn (*19051985) “Miss Julie“ Libretto vom Komponisten


    Erste Aufführung im BBC Radio am 16. Juli 1977 (Studio Aufnahme vom 17. Februar 1977). Die erste Aufführung auf der Bühne war 1992 im Ballerup Theater in Kopenhagen durch „Opera-Fabrikken“. 1997 Am Norwich Triennial Festival wurde die Oper im Oktober 1997 aufegführt. Mit dem BBC Symphony Orchestra wurde sie im Oktober 2019 halbszenisch im Barbican Centre aufgeführt. Alwyn fügte dem 3-Personenstück noch die Rolle eines Wildhüters hinzu. Es gibt inzwischen zwei Einspielungen, die beide bei jpc erhältlich sind


    William Alwyn (1905-1985): Miss Julie (Oper in 2 Akten), 2 Super Audio CDs William Alwyn (1905-1985): Miss Julie (Oper in 2 Akten), 2 CDs




    Ilkka Kuusisto (*1933) "Fröken Julie"

    Auftragswerk des Opernhaus Vaasa/Finnland, wo die Premiere am 5. Januar 1994 stattfand. Die Oper wurde auch beim Festival in Feldkirch 2012 unter Leitung der estnischen Dirigentin Anu Tali aufgeführt. Aufnahmen habe ich keine gefunden


    Philippe Boesmans (*1936) "Julie" Libretto Luc Bondy und Marie-Louise Bischofberger


    Uraufgeführt wurde die Oper am 8. März 2005 in Brüssel im Rahmen des Festivals „Ars musica“. Regie führte Luc Bondy. Das „Orchestre de Chambre de la Monnaie“ spielte unter der Leitung von Kazushi Ōno. Es sangen Malena Ernman (Julie), Kerstin Avemo (Kristin) und Garry Magee (Jean).Die deutsche Erstaufführung war im Januar 2006 am Staatstheater Braunschweig.


    Philippe Boesmans (geb. 1936): Julie, DVD jpc

    Die gleiche Inszenierung, jedoch aus Aix-en Provence, mit den gleichen Sängern wurde vor Jahren im deutschen Fernsehen gezeigt. Daher kenne ich sie und ich war sehr angetan von Malena Ernman in der Rolle der Julie. Sie verkörperte perfekt und beängstigend glaubhaft die Tochter, die von ihrer Mutter dazu erzogen wurde, wie ein Mann zu denken und zu handeln.

    Diese Aufzeichnung gibt es hier
























    Zu #1969


    Manchen wird vielleicht der hohe Preis abgeschreckt haben!


    Das Auge hört bei manchen Menschen ja auch mit und man ja mal vorab testen, was einen erwartet. Die Video Aufzeichnung aus Lille war lange verschwunden, aber jetzt ist sie wieder da. Die CD Aufnahme wurde an mehreren Tagen mitgeschnitten und dann im Tonstudio bearbeitet. Das Video ist also eine ungeschönte Momentaufnahme.


    Opervision zeigt ab 16.10.2020 die erste Covid-19 Oper aus der Finnish National Opera

    Covid fan tutte

    mit einer etwas älter gewordenen Despina: Karita Mattila


    Die Finnish National Opera hält auch unter außergewöhnlichen Umständen durch. Auf der Bühne haben sich Wagner-Sänger*innen darauf vorbereitet, Die Walküre aufzuführen. Da der größte Teil der Direktion entlassen wurde, wird die Situation von der Schnittstellenmanagerin überwacht, die die Produktion auf eine satirische Adaption von Così fan tutte umstellt. Sowohl Mozarts Musik als auch die Handlung, die die finnische Reaktion auf den Ausbruch des Coronavirus lampiert, ist ein neuer Aufbruch für die Wagnerianer.

    Die Star-Sopranistin kommt etwas verspätet. Ihre internationale Tournee ist abgesagt worden. Die Finnish National Opera bietet ihr unerwartet eine Stelle an. Doch schon bald sind die Sängerinnen und Sänger des temporären Projekts überdrüssig. Die Sopranistin und der Tenor experimentieren mit der Arbeitsplatzromanze, doch die sozialen Distanzierungsmaßnahmen und die Schnittstellenmanagerin stören ihre Absichten. Die Schnittstellenmanagerin hat einen Arzt gefunden, der einen von ihm entwickelten Impfstoff an den Sänger*innen testen wird.

    Plötzlich erscheint für alle die Personifizierung von Covid. Niemand weiß, ob der Anblick wahr, eine Illusion oder ein Symptom einer Krankheit ist. Nur die Starsängerin bleibt bei Verstand und reist nach Erhalt eines Flugtickets nach Paris ab. Schließlich wird eine bessere Zukunft besungen, eine Zeit, in der sich die Wirtschaft erholt hat und Wagner endlich in der Oper gesungen werden kann.


    Mit Karita Mattila und unter der Leitung von Esa-Pekka Salonen verfolgt die Inszenierung unbeschwert das Leben gewöhnlicher Finnen inmitten von Pressekonferenzen der Regierung und Pandemieexperten. Das Libretto für die Covid-Zeit stammt von Minna Lindgren


    Was hat das hier zu suchen? "Monsieur 100.000 Volt" bei Tamino? Ja klar, hat er doch in Heinz Wagners großem Handbuch der Oper wie auch in Reclams Lexikon der Opernwelt seinen Platz gefunden.


    Gilbert Becauds “Opéra d’Aran“

    (Die Oper von der Insel Aran), Drame lyrique in zwei Akten mit einem Libretto von Jacques Emmanuel nach Louis Amade und Pierre Delanoë kam am 25. Oktober 1962 im Théâtre des Champs-Élysées in Paris unter der musikalischen Leitung von Georges Prêtre zur Uraufführung.

    Die Kritiken tendierten eher zum Negativen, aber es gab auch positive Stimmen. Die "Wiener Zeitung" vom 19.12.2001 schrieb: Der Begriff "Oper" ist für dieses Werk, das allerhand Anleihen bei Puccini, Menotti usw. nimmt, vielleicht etwas zu hoch gegriffen. Aber dieses Stück (das übrigens von keinem Geringeren als Georges Pretre auf Schallplatte eingespielt wurde) nimmt viel von dem vorweg, was in Lloyd-Webbers Musicals als das schiere Wunder aufgefasst wird: Ein bis zwei klare, unmittelbar ins Ohr gehende Melodien, ziehen sich, harmonisch immer wieder neu beleuchtet und ein wenig, mitunter ins Schlagerhafte, umformuliert, durch das ganze Werk. In der "Opera d'Aran" beweist Becaud, was der differenzierende Zuhörer auch in den Chansons findet: Nämlich eine ursprüngliche melodische Begabung, die dann mit einigen Details sehr persönlich verfeinert wird. Becaud zählt zu den ganz wenigen Chansonniers, die ihre Stücke nicht selbst singen mussten, um ihnen ein unverwechselbares Gepräge zu geben. Ich hätte mir einen auf dem Chanson aufbauenden Liederzyklus von ihm gewünscht. E. B.


    Worum geht es?

    Auf einer kleinen Insel vor der irischen Küste findet der Fischer Mickey , als er die Netze einholt, den Schiffbrüchigen Angelo, der bald wegen seine guten Aussehens und gewandten Auftretens den Inselbewohnern gefällt, besonders, da man man vermutet, dass er vermögend ist. Die junge Maureen wartet seit langem auf ihren verschollenen Verlobten Sean, unterliegt aber dem Charme Angelos und will mit ihm die Insel verlassen. Doch als sie das Schiff besteigen wollen, kommt Sean zurück und es kommt zu Streit zwischen den Männern, der am nächsten Sonntag beim Gang zur Kirche eskaliert. Maureen will die beiden trennen, wird aber von Sean so schwer verletzt, dass sie erblindet. Angelo kümmert sich rührend um sie und erzählt ihr Geschichten aus einer erfundenen Phantasiewelt. Er und und Maureen leben immer mehr in dieser Traumwelt, die sie nicht mehr verlassen möchten. Um der Realität für immer zu entfliehen, fahren sie beide bei einem heftigen Sturm auf Meer hinaus und gehen mit ihrem Boot unter.


    Gilbert Bécaud: Opera D'Aran, 2 CDs 2 CD bei jpc


    Video aus dem Théâtre de Tourcoing


    Audio unter Georges Prêtre


    Spotify

    Hier ist die komplette Oper


    Elisabetta............................Brigitte Hahn
    Potoski..............................Luca Canonici
    Fedora.........................Christine Barbaux
    Maria......................Alessandra Palomba
    Michele.....................Alfonso Antoniozzi
    Gran Maresciallo..........Nikola Mijailovic
    Iwano..................................Valery Ivanov
    Alterkan..........................Jérôme Varnier
    Imperator............................Yann Beuron

    Orchestre Philharmonique de Montpelier Languedoc-Roussillon
    Choeurs de la Radio Lettone

    Zu Anna Devin (vorgestellt in #1.682, #1704f, 1707,1765, 1840)


    Die konzertante Alcina mit Anna Devin liegt nun seit Wochen vollkommen vergessen bei mir in einer Date über Vivica Genaux. Jetzt stell ich sie hier vor.


    Alcina in Moskau, konzertant Tchaikovsky Hall, 16.01.2015


    Dirigent: Federico Maria Sardelli

    mit Anna Devin als Morgana, Inga Kalna, Vivica Genaux, Patricia Bardon, Benjamin Hulett, Alina Yarovaya, Oleg Tsybulko


    Und noch zwei Aufnahmen von Vivaldi und Pergolesi die ich pers. interressanter finde zum anhören,


    Hallo Fiesco,


    die von dir vorgestellte Pergolesi Aufnahme habe ich auch, es ist übrigens die einzige Aufnahme, die ich komplett kenne.


    Noch ein Hinweis zu Pergolesi, in Zürich gibt es "L'Olimpiade" von Pergolesi im November mit dem Orchestra La Scintilla unter Ottavio Dantone und folgender Besetzung


    Clistene: Carlo Allemano, Aristea: Joélle Harvey, Argene: Lauren Snouffer, Licida: Anna Bonitatibus, Megacle: Vivica Genaux, Aminta: Thomas Erlank, Alcandro: Delphine Galou


    Gruß von Orfeo


    L’Olimpiade …


    … eine unbekannte Oper? Wieso das denn, denkt jetzt mancher, die kennt man doch, zumindest dem Namen nach. Oder man hat sie sogar gesehen oder gehört, von Pergolesi z.B., oder von Vivaldi, oder von Hasse, oder ….?

    Da gäbe es viele Alternativen, denn Metastasios Libretto wurde mit der Musik von Antonio Caldara 1733 erstmals in Wien aufgeführt und wurde danach mit über 70 Vertonungen im 18. und beginnenden 19. Jahrhundert zum meistvertonten Libretto im 18. Jahrhundert, wobei mit ganz wenigen Ausnahmen die meisten auf diesem Libretto basierenden Opern in die Kategorie “Unbekannte Opern“ fallen dürften.

    Als Vorlage für Metastasios Libretto diente Apostolo Zenos "Gl’inganni felici", wozu Carlo Francesco Pollarolo die Musik komponiert hatte.


    Josef Myslivecek (1737-1781): L'Olimpiade, 2 CDsBaldassare Galuppi (1706-1785): L'Olimpiade, 2 DVDs Antonio Vivaldi (1678-1741): L'Olimpiade RV 725, 2 CDs Giovanni Battista Pergolesi (1710-1736): L'Olimpiade, Blu-ray Disc


    Folgende Komponisten legten Metastasios Libretto einer ihrer Opern zugrunde:


    1733 Antonio Caldara

    1733 Pietro Giuseppe Sandoni

    1734 Antonio Vivaldi // bei jpc

    1735 Giovanni Battista Pergolesi // bei jpc

    1735 Anonym im Teatro della Città Piccola

    1737 Giuseppe Ferdinando Brivio

    1737 Leonardo Leo

    1737 Giuseppe Maria Orlandini

    1737 Anonym im Saal der Academia alla Piazza della Trinità

    1738 Anonym im Teatro della Pergola

    1738 Anonym im Teatro de’ Signori Accademici

    1740 Anonym im Teatro dell’Università de’ Studi

    1741 Giovanni Pescetti

    1743 Anonym im Teatro Formagliari

    1743 Anonym (Pasticcio) in Wien

    1745 Francesco Corradini

    1745 Ignazio Fiorillo

    1745 Giuseppe Scarlatti

    1747 Giuseppe Scolari

    1747 Baldassare Galuppi // bei jpc

    1747 Giovanni Battista Lampugnani

    1749 Georg Christoph Wagenseil

    1750 Rinaldo di Capua

    1751 Pietro Pulli

    1752 Gaetano Latilla

    1753 Nicola Bonifacio Logroscino

    1753 Davide Perez

    1753 Francesco Antonio Uttini

    1755 Egidio Romualdo Duni

    1755 Anonym (Pasticcio) in Bologna

    1756 Johann Adolph Hasse

    1756 Anonym in Mannheim

    1756 Anonym (Pasticcio) in London

    1757 Giuseppe Carcani

    1758 Anonym im Teatro della Pergola

    1758 Carlo Monza

    1758 Tommaso Traetta

    1760 Gregorio Sciroli

    1761 Niccolò Jommelli

    1761 Niccolò Piccinni (erste Fassung)

    1762 Vincenzo Manfredini

    1763 Domenico Fischietti

    1763 Antonio Sacchini

    1763 Pietro Alessandro Guglielmi

    1763 Anonym (Pasticcio) in

    1764 Florian Leopold Gassmann

    1765 Ferdinando Bertoni

    1765 Thomas Arne

    1766 Pietro Alessandro Guglielmi

    1767 Giovanni Andrea Calisto Zanotti

    1768 Niccolò Piccinni (zweite Fassung)

    1769 Pasquale Cafaro

    1769 Anonym (Pasticcio) in London

    1770 Anonym (Pasticcio) in Palermo

    1772 Anonym (Pasticcio) in Palermo („vari autori“)

    1772 Anonym (Pasticcio) in Treviso („autori moderni“)

    1774 Anonym (Pasticcio) in London („serious opera“ / „several masters“)

    1774 Pasquale Anfossi

    1775 Luigi Gatti

    1777 Antonio Rossetti (1744–1785)

    1778 Giuseppe Sarti

    1778 Josef Mysliveček // bei jpc

    1780 Anonym in Genua

    1781 Francesco Bianchi

    1781 Antonio Gatti

    1782 Gaetano Andreozzi

    1782 Johann Gottfried Schwanenberger

    1783 Anonym (Pasticcio) in London („serious opera“ / „several eminent composers“)

    1783 Luigi Cherubini unvollendet

    1784 Giuseppe Sarti (zweite Fassung)

    1784 Domenico Cimarosa

    1784 Giovanni Battista Borghi

    1784 Anonym in Lucca

    1786 Giovanni Paisiello

    1787 Anonym in Senigallia

    1788 Ambrogio Minoja

    1789 Vincenzo Federici

    1791 Johann Friedrich Reichardt

    1791 Angelo Tarchi

    1792 Anonym in Florenz

    1815 Johann Nepomuk von Poißl

    1817 Gaetano Donizetti (unvollendetes Fragment)

    ohne Jahresangabe: Domenico Alberti (um 1710–1746), Giuseppe Antonio Paganelli (1710–1764), Michele Arditi (1746–1838), Marcello Perrino (um 1750 – nach 1816), Ferdinando Robuschi (1765–1860)

    rote Schrift = Audio/Video bzw. jpc-Verlinkung


    Der Titel der Oper bezieht sich auf die Olympischen Spiele der Antike, die hier als Rahmen für eine Vierecks-Liebesgeschichte dienen.


    Vorgeschichte: Dem König von Sicyon wurden Zwillinge geboren, Filinto und Aristea. Ein Orakel warnte ihn vor der Gefahr, dass er von seinem eigenen Sohn getötet werden könnte. Er ließ den Sohn aussetzen und behielt die Tochter. Diese verliebte sich in Megacle, einem edlen und tapferen jungen Athener, der mehrere Olympische Spiele gewann. Da der Vater einer Verbindung nicht zustimmte, geht Megacle nach Kreta, wo er auf den vermeintlichen Königssohn Licida trifft.


    Licida überredet Megacle, für ihn unter seinem Namen an den Olympischen Spielen teilzunehmen, da der ein besserer Kämpfer ist. Als Megacle von der Anmeldung zurückkehrt, klärt Licida ihn auf: Der griechische König Clistene hat dem Sieger seine Tochter Aristea zur Frau versprochen. Megacle ist entsetzt, war doch Aristea seine Geliebte, von der er sich hatte trennen müssen. Da er in Licidas Schuld steht, will er trotzdem sein Versprechen einlösen. Aristea ihrerseits will nicht als Siegespreis mit einem Fremden verheiratet werden, denn sie liebt immer noch Megacle. Die Schäferin Licori/Argene erzählt Aristea von ihrem eigenen Schicksal: sie und Licida waren ein Liebespaar. Sein Vater billigte die Verbindung nicht und vertrieb sie. Seitdem lebt sie als Schäferin Licori. Kurz vor den Spielen trifft Aristea auf Megacle. Sie freut sich, da sie glaubt, dass Megacle an den Spielen teilnimmt, um sie zu gewinnen und zur Frau zu nehmen. Megacle verschweigt ihr den wahren Grund seiner Anwesenheit.


    Megacle hat unter Licidas Namen den Wettkampf gewonnen. Als Aristea und Argene den Namen des angeblichen Siegers Licida erfahren, ist Aristea bestürzt, da sie nun diesen heiraten soll, obwohl sie Megacle liebt. Argene ist wütend darüber, dass Licida sie nicht mehr will. Aristeas Verwirrung ist komplett, als der Sieger Megacle vor ihr steht. Megacle eröffnet ihr, dass er diesen Dienst für seinen Freund geleistet hat und sie tatsächlich Licida heiraten soll. Aristea wird ohnmächtig. Megacle schleicht sich davon, und Licida nimmt seinen Platz ein, um sie zu trösten. Aristea weist ihn jedoch ab. Kurz darauf verbreitet sich die Nachricht, Clistene habe Megacle verbannt, nachdem der Schwindel bekannt wurde und Megacle habe sich im Fluss ertränkt.


    Licida verübt einen Mordanschlag gegen König Clistene, der jedoch vereitelt wird. Er wird verhaftet und zum Tode verurteilt. Aristea versucht, ihren Vater zum Widerruf des Todesurteils zu bewegen. Megacle, der nach seinem Selbstmordversuch von Fischern gerettet wurde, hält weiterhin zu seinem Freund, und sogar Argene will ihn retten. Bevor das Urteil vollstreckt wird gestattet Clistene Licida einen letzten Wunsch. Dabei kommen in ihm väterliche Gefühle auf, die er sich nicht erklären kann. Der Auftritt Argenes, die sich schützend vor Licida stellt, klärt alles auf. Als Clistene sie fragt, wie denn die Schäferin Licori zu der Behauptung komme, die Braut eines kretischen Prinzen zu sein, deckt sie ihre wahre Identität auf und präsentiert zum Beweis ein Medaillon, das sie von Licida als Verlobungsgeschenk bekommen hatte. Clistene erkennt das Schmuckstück: es gehörte seinem Sohn Filinto. Das Volk begnadigt Licida, da Clistenes Vorsitz über die Spiele beendet ist und dieser durch den Tod seines Sohnes selbst leiden müsste. Das Stück endet mit der Ausrufung einer Doppelhochzeit von Aristea und Megacle und von Argene und Licida.


    Das Libretto selbst wurde eine Zeit lang hauptsächlich mit Antonio Vivaldi und mit Giovanni Battista Pergolesi in Verbindung gebracht, obwohl dessen Vertonung nach der Aufführung in Rom 1735 der Überlieferung nach ein Misserfolg war. Die Vertonungen von Baldassare Galuppi (Mailand 1747) und Josef Mysliveček gelten übrigens als deren beste Bühnenwerke.

    Noch zwei Funde. Zwei Entwürfe zum Bühnenbild der Uraufführung von "Julien" an der Opéra Comique

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    ... und einige Fotos zu "Julien" aus der Metropolitan Opera 1914

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    Fotos von der Dortmunder Inszenierung unterliegen alle einem Copyright und sind nur im nicht mehr erhältlichen Programmheft abgedruckt. Man einige Fotos kann man hier sehen: Online Musik Magazin

    Gustave Charpentiers Oper Julien spielt der 1. Akt "Im Traumland". Es gibt keine Tonbeispiele auf YouTube. Auch die Handlung ist im Tamino Opernführer nicht enthalten.


    Lieber moderato,


    das hat sich vor zwei Stunden geändert. Sieh mal hier nach #42 in "Unbekannte Opern"

    Komplette Audioaufnahme, Libretto, Partitur - alles ist ab sofort da.


    Gruß von Orfeo


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    Julien ou La vie du poète

    Poème lyrique“ in einem Prolog, vier Akten und acht Bildern von Gustave Charpentier. Uraufführung 4. Juni 1913 Opéra Comique, Paris


    Die Oper “Julien“ von Gustave Charpentier (unter Verwendung von Elementen seiner „Symphonie-drame“ „La vie du poètevon 1892) ist die Fortsetzung seiner überaus erfolgreichen Oper “Louise“, die allein im ersten Jahr 100 Vorstellungen in der “Opéra Comique“ verzeichnen konnte. Als Hymne an die freie Liebe und an die Stadt Paris ist diese Oper oft gefeiert worden. Sie handelt von der Beziehung der Näherin Louise zum Dichter Julien, die ihre Eltern mit aller Macht verhindern wollen, was zum Bruch in der Eltern-Tochter Beziehung führt. Die Oper ist zwar im deutschsprachigen Raum kein Repertoire-Stück geworden, aber „Depuis le jour“ wurde zum Paradestück für lyrische Sopranistinnen.


    Charpentier nahm kurz darauf eine Fortsetzung in Angriff, die Oper „Julien“, die allerdings erst dreizehn Jahre später ihre Uraufführung erlebte.

    Julien hat inzwischen als Dichter den „Prix de Rome“ gewonnen und arbeitet an seinem ersten Roman. Doch von seiner Geliebten Louise hat er sich inzwischen entfremdet. Sie empfindet sich nur noch als seine Muse, nicht mehr als seine Geliebte. Gemeinsam besuchen sie im Traumland den Tempel der Schönheit, wo Julien vom Oberpriester erfährt, dass Liebe und Ruhm nicht ohne Leid zu erhalten sind. Tatsächlich stirbt Louise kurz darauf in und an ihrer Einsamkeit. Julien irrt durch die Welt, um von der Liebe und der Schönheit zu predigen, muss aber bald die Nutzlosigkeit seines Tuns erkennen. Für eine Weile findet er Ruhe in einem slawischen Land, wo ihn ein anderes Mädchen an Louise erinnert. Er besucht seine Großmutter in der Bretagne, die ihn ebenfalls an Louise erinnert. Diese warnt ihn vor seinem Hochmut, doch Julien verflucht die Sinnlosigkeit des menschlichen Leids. Er geht zurück nach Paris, um sich den Vergnügungen hinzugeben. Dort verfällt er dem Alkohol und dem Wahnsinn. Ein Kabarett erinnert ihn an den Schönheitstempel, ein Straßenmädchen an Louise. Er bricht zusammen und stirbt als Opfer seiner Selbstzerstörung.

    Im Gegensatz zu der realistisch dargestellten Oper “Louise besteht “Julien vorwiegend aus imaginären Szenen. Charpentier zufolge sind außer im Prolog Louise und die verschiedenen Charaktere, die Julien umgeben, weniger echte Personen als die äußeren Erscheinungsbilder ihrer inneren Seelen. Die Oper “Julien verhält sich als „düsteres Nachtstück“ konträr zur melodramatischen Oper “Louise“. Hauptthema ist hier die Selbstfindung des Künstlers. Juliens Suche nach dem Sinn des Lebens steht ganz im Zeichen der modernen künstlerischen Selbstanalyse. “Julien war 1913 ein wirklich avantgardistisches Werk und ist der frühen Moderne zuzurechnen. Es gibt einige Tenorrollen, die an der Grenze zwischen Realität und Wahnsinn angesiedelt sind (Hoffmann, Korngolds Paul oder Tschaikowskys Hermann), aber Julien durchmisst drei Stunden lang den gesamten Bereich von Albtraum, Realität und surrealem Theater - der vierte Akt spielt in einem “Théatre Imaginaire“, in welchem die Träume des Dichters als Farce gezeigt werden. Die Oper konnte nicht annähernd an den Erfolg von “Louise“ anknüpfen, da das Vorstellungsvermögen des Publikums, welches eine Fortsetzung der realistischen Geschichte des Arbeitermädchens Louise sehen wollte, total überfordert wurde. Das Werk wurde an der Opéra-Comique nur 20 Mal gespielt und dann abgesetzt. 1914 gab es zwei weitere Produktionen an der Metropolitan Opera in New York (fünf Vorstellungen in französischer Sprache mit Geraldine Farrar und Enrico Caruso) und in Brünn in einer tschechischen Übersetzung. Die New York Times vom 27. Feb 1914 schrieb zwar: „At the Metropolitan Opera House was produced last evening for the first time in America Gustave Charpentier's latest work, "Julien." It has been long awaited and the waiting has aroused much curiosity touching its character and quality. The production at the Metropolitan is a brilliant and highly elaborate one, meeting fully the exacting demands of the composer in regard to the scenic pictures and the difficult and frequent scenic transformation“, aber der Durchbruch gelang trotz der Besetzung nicht, denn Caruso war nicht in Bestform: Kritik von Henry Krehbiel in der “ Tribune“: The chief protagonist of the opera is, of course, Julien, whom Enrico Caruso, of the golden voice, was chosen to impersonate. Mr. Caruso, admirable artist as he is, is scarcely the figure to give verisimilitude to a poet aflame with an idealistic mission. The great tenor's virtues are not those of the imagination, and Julien is a part which would have tried the powers of a Jean de Reszke. But Mr. Caruso tried his best, and no doubt the audience drew the impression that something or other, was troubling, but whether it was his head, his heart, or his stomach, was not always apparent.  He sang the music with intelligence, though he was not in as good voice as at the dress rehearsal. Certainly he deserves credit for his willingness to enter into a field strange to his temperament.


    Während in Charpentiers Todesjahr 1956 Louise bereits zum tausendsten Mal an der “Opera Comique“ gezeigt wurde, brachte es Julien bis dahin nur auf gut zwei Dutzend Vorstellungen weltweit. Nach der Fertigstellung von Julien kündigte Le Figaro am 21. Okt. 1913 zwar noch als dritte Oper des ursprünglich geplanten Triptychons das neue “drame lyrique“ in 2 Akten “L'Amour du faubourg“ an, aber Charpentier hat ab diesem Zeitpunkt keine einzige Note mehr zu Papier gebracht und die Oper wurde nie realisiert. Dank der Tantiemen der “Louise“ konnte er sorgenfrei das biblische Alter von über 95 Jahren erreichen. Im Laufe der nächsten sieben Jahrzehnte ging vergessen, dass die Oper “Julien“ existierte, bis John Dew während eines Aufenthaltes in Paris Gerüchte über diese Oper vernahm und dass sogar Richard Strauss sie in Wien zu Aufführung bringen wollte, was wegen Geldmangels scheiterte. Erst Mitte der 1990er Jahre, als Dew am Opernhaus Dortmund die Reihe „Französische Oper“ plante, fand er Hinweise darauf, dass die Oper im Verlag von Max Eschig erschienen war und das Copyright bei "Éditions Max Eschig" (heute Teil von "Universal Music Publishing Group") lag.


    Die gesamte Partitur der Oper (296 Seiten) kann man hier online aufrufen


    Das Libretto (Französisch) kann man hier runterladen


    Erst 86 Jahre nach New York und Brünn, im Dezember 2000, wurde “Julien“ wieder aufgeführt am Theater Dortmund und erstmals im Doppelpack mit “Louise“ in der Regie von John Dew. Der damals entstandene Audio-Mitschnitt ist die einzig existierende Aufnahme, die es von der Oper gibt. Ich habe die Vorstellungen an zwei aufeinander folgenden Tagen besucht und fand, dass Julien und Louise ein unzertrennliches Ganzes bilden. Ohne “Louise“ ist “Julien“ unverständlich und die Handlung wirkt ziemlich abstrus.


    Die französische Libération schrieb am 5. Dezember:

    Charpentier exhumé à Dortmund. Sous la direction musicale d'Axel Kober, un double opéra du compositeur français Gustave Charpentier (1860-1956), le diptyque Louise et Julien, a été redécouvert à Dortmund. La première allemande de Julien, deuxième partie totalement tombée dans l'oubli, a valu samedi et dimanche des ovations au metteur en scène John Dew. «Roman musical» composé en 1900, Julien avait été joué pour la première fois à Paris, en 1913, puis ensuite seulement à deux reprises, à New York et à Brno, en République tchèque. John Dew a pris quelques libertés avec le livret original. Le héros, au lieu d'être enlevé dans un village slave, se retrouve en Inde, où il succombe à la drogue.“


    Bericht über die Inszenierung in Dortmund im Online Musik Magazin


    Julien Akte 1 + 2


    Julien Akte 3 + 4


    Dirigent: Axel Kober, Inszenierung: John Dew

    Norbert Schmittberg (Julien), Barbara Dobrzanska (Louise / Schönheit / junges Mädchen / Juliens Großmutter, Nutte), Karl-Heinz Lehner (Vater von Louise / Oberpriester / Bauer / Magier), Sonja Borowski-Tudor (Mutter von Louise / Bäuerin), Jeff Martin (Gehilfe / Arbeiter / Student / Zelebrant / Stimme aus dem Abgrund), Hannes Brock (Glöckner / Holzfäller / Künstler / Steinklopfer / Totengräber / Stimme aus dem Abgrund), Diane Blais (leichtes Mädchen).

    Ich finde nix mehr von allgemeinem Interesse und in geeigneter Qualität zu Stanisław Moniuszko.

    Deshalb will ich meine Beiträge hier abschließen mit einem Bild vom Trauerzug von Stanisław Moniuszko. Die Menschenmassen können sich durchaus messen mit dem Trauerzug von Verdi in Mailand.

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    Ich arbeite schon an einigen neuen Projekten, die ich demnächst hier vorstellen werde.

    Und direkt noch zwei Operetten von Moniuszko: "Karmaniol", die im Jubiläumsjahr erstmalig (!) aufgeführt wurde und Nowy Don Kiszot („Der neue Don Quixote“), zuletzt 1923 in Warschau aufgeführt.

    Beide Operetten wurden von Studenten der Breslauer Karol-Lipiński-Musikakademie in der Inszenierung von Roberto Skolmowski und dem Dirigenten Stanisław Rybarczyk eingerichtet.