Beiträge von Orfeo

    Felice Romanis Libretto zu Francesca da Rimini wurde von mehreren Komponisten vertont - wobei die Zuschreibung allerdings nicht in allen Fällen gesichert ist:

    Feliciano Strepponi 1823

    Paolo Carlini 1825

    Gaetano Quilici 1829

    Giuseppe Staffa 1831

    Giuseppe Fournier-Gorre 1832

    Francesco Morlacchi 1836

    Emanuele Borgatta 1837

    Francesco Cannetti 1843

    Vincenzo Sassaroli 1846

    Giovanni Franchini 1857

    Saverio Mercadante 1830 geplant / 2016 UA


    Dazu gibt es es eine interessante Abhandlung in italienischer Sprache von Paolo Cascio (Universit`di Torino) mit dem Titel

    "Francesca da Rimini: un libretto di Felice Romani, tra Dante e Mazzini", 24 Seiten. Darin geht Cascio auch ausführlich auf die Dante-Renaissance während des italienischen "Risorgimento" ein; allein in diesem Zeitraum entstanden 15 der oben erwähnten Opern über Paolo und Francesca.


    Zwei Opern über Dante Alighieri


    Dante (et Béatrice) Oper in vier Akten von Benjamin Godard


    Benjamin Godard verehrte den florentinischen Dichter Dante Alighieri und machte ihn zum Protagonisten seiner Oper "Dante" (auch erschienen unter dem Titel "Dante et Béatrice"), die auf einem der größten Werke der Weltliteratur, der "Göttlichen Komödie", beruht, Am 13. Mai 1890 wurde die Oper nach einem Libretto von Édouard Blau an der Pariser Opéra Comique uraufgeführt. Beim Publikum fiel das Stück allerdings durch und es verschwand schnell und für sehr lange Zeit in der Versenkung.


    Handlung

    In Florenz treffen Welfen und Ghibellinen aufeinander. Der nach langer Reise zurückgekehrte Dichter Dante Alighieri versucht die beiden Lager zu versöhnen und trifft einen alten Freund, Simeone Bardi, der seine bevorstehende Ehe mit Béatrice Portinari ankündigt. Dante ist verzweifelt, da er seit langer Zeit in Beatrice verliebt ist.

    Beatrice ihrerseits zögert Bardi zu heiraten, weil sie Dante liebt, obwohl sie ihn schon lange nicht mehr gesehen hat. Dante wird zum Prior gewählt und Bardi tritt mit dem neuen starken Mann auf, der jedoch zögert, seine Nominierung anzunehmen. Aber als Beatrice erscheint und ihn ermutigt akzeptiert Dante.

    Bardi macht sich Sorgen: Welfen und Ghibellinen, die verbannt wurden, appellierten an Karl von Valois, Dante zu entlassen. Er grübelt auch über Beatrices aufmunternde Worte, in denen er ihre Liebe zu Dante entdeckt und sinnt auf Rache. Versteckt hinter einem Wandteppich beschließt Beatrice ihre Liebe zu Dante aufzugeben, um ihn zu retten. Doch als dieser auftaucht und ihr nochmals seine Leidenschaft zeigt, kann sie nicht widerstehen. Plötzlich erscheinen Welfen und Ghibellinen, an deren Spitze Bardi steht. Mit Waffengewalt zwingen sie Beatrice, ins Kloster zu gehen und Dante, die Stadt zu verlassen.

    Auf einem Berg bei Neapel legen Kinder auf Vergils Grab Blumen und Dante fleht Virgil an, ihn mit dem idealen Gedicht zu inspirieren, das es ihm ermöglichen würde, Ruhm zu erlangen und Beatrice zurückzugewinnen Während er einschläft, erscheint ihm der Dichter im Traum und ermöglicht ihm eine Vision der Hölle, des Fegefeuers und des Paradieses.

    Während Dante von seinem Traum aufwacht, findet Bardi ihn, nachdem er erfahren hat, wo er sich befindet. Voll Reue verspricht er, den Dichter und Beatrice wieder zu vereinen und von Dante Vergebung zu erlangen.

    Im Kloster ist Beatrice sehr verzweifelt; sie ist des Leidens müde und fühlt, dass ihr Tod nahe ist. Sie betet zu Gott, ihr noch einen Moment mit Dante zu geben, bevor sie stirbt. Dante und Bardi nähern sich und die beiden Liebenden fallen sich in die Arme. Doch ihr Wiedersehen ist nur von kurzer Dauer: Beatrice stirbt in den Armen Dantes, der schwört, sie mit seiner Kunst zu verewigen.


    Der künstlerische Leiter des Münchner Rundfunkorchesters Ulf Schirmer wurde auf das Werk aufmerksam durch die Stiftung "Palazzetto Bru Zane - Centre de musique romantique française". Das Forschungszentrum hat es sich zur Aufgabe gemacht, in Vergessenheit geratene französische Musikschätze des 19. Jahrhunderts auszugraben und sie bekannter zu machen. In München wurde das Werk im Frühjahr nach hundert Jahren 2016 mit Véronique Gens, Rachel Frenkel, Edgaras Montvidas, Jean-François Lapointe, Andrew Foster-Williams und Sarah Laulan konzertant aufgeführt.




    https://www.pizzicato.lu/strah…-einer-romantischen-oper/

    https://www.br-klassik.de/prog…/ausstrahlung-574912.html


    Im März 2019 kam die Oper in St. Étienne im Grand Théâtre Massenet zur ersten szenischen Aufführung nach 130 Jahren.

    https://www.youtube.com/watch?v=4eTAzcdsruI



    Inferno von Lucia Ronchetti nach »La Divina Commedia« von Dante Alighieri mit einem Epilog von Tiziano Scarpa, Auftragswerk von Oper und Schauspiel Frankfurt, UA am 27.6.2021. Am 11.7.2021 aufgeführt am Festival di Spoleto.


    Lucia Ronchetti wählte für ihre Oper ein paar der bekanntesten Erzählungen des Infernos aus: Francesca da Riminis tragischer Liebesgeschichte, den Bandenräuber Vanni Fucci, der die Kirche bestohlen hat. Dante begegnet seinem ehemaligen Lehrer Brunetto Latini bei den Sodomiten und erkennt den Selbstmörder Pier della Vigna im Wald der Harpyen. Auch die ebenso grausame wie tragische Geschichte über Ugolino della Gherardesca, der eingesperrt im Hungerturm zum Kannibalenan seinen Kinder wurde, lässt sie nicht aus. Da Dantes Inferno der versöhnliche Ausklang fehlt, ist ein Epilog angehängt. Von Schriftsteller Tiziano Scarpa verfasst, lässt er Luzifer in der tiefsten Hölle, der Giudecca, zu Wort kommen. Der redet viel und sagt nichts. Der dreiköpfige Fürst der Unterwelt endet mit den Worten: „Ich sage nichts. Hast du den Mut, mir zuzuhören?“

    Die Göttliche Komödie als Opernstoff zu verarbeiten kommt einer Mammutaufgabe gleich. Die Reduktion auf das Inferno und den damit bekanntesten Teil seiner Commedia stellt einen klugen Kompromiss dar.


    Presse

    http://www.luciaronchetti.com/…lucia-ronchetti_545_1.pdf

    http://www.luciaronchetti.com/…lucia-ronchetti_515_1.pdf


    Bachtrack top ten: Dante Alighieri


    Einige Nachträge zu Francesca da Rimini


    Feliciano Strepponi - Francesca da Rimini, Libretto Felice Romani

    Luigi Carlini - Francesca da Rimini, Libretto von Felice Romani (Neapel 1825)

    Saverio Mercadante - Francesca da Rimini, CORRIERE DELLA SERA // Martina Franca OMM

    Pietro Generali - Francesca da Rimini, Libretto von Paolo Pola

    Gaetano Quilici - Francesca da Rimini, Libretto von Felice Romani

    Giuseppe Tamburini - La Francesca da Rimini, Libretto


    Nachtrag zu Rachmaninoff - Francesca Da Rimini


    Nachtrag zu Luigi Mancinelli - Paolo e Francesca

    Booklet (mit Libretto) zur Aufnahme der USA Erstaufführung in Miami 2002

    "Die Göttliche Komödie" als Quelle für diverse Opern


    Schon in der ersten noch vollständig erhaltenen Oper, Monteverdis Favola in musica “Orfeo“ von 1607, wird im dritten Aufzug aus Inferno III 1-9 zitiert: “Lasst alle Hoffnung zurück, die ihr hier eintretet!"


    Die Göttliche Komödie hat seither unzählige Male als Quelle für Vertonungen gedient und auch ihr Schöpfer selbst inspirierte Komponisten bis in die heutige Zeit.


    1. Ugolino von Carl Ditters von Dittersdorf nach einem französischen Text von Herzog Friedrich August zu Braunschweig-Oels (UA 11. Juni 1796 Oels) ist die erste erhaltene Oper, die eine Person aus der Göttlichen Komödie als Protagonisten hatte.

    Ugolino della Gherardesca war ein toskanischer Adliger und Politiker der Stadtrepublik Pisa. Auf Betreiben seines politischen Konkurrenten, des Erzbischofs Ruggieri, wurde er zusammen mit zwei Söhnen und zwei Enkeln eingekerkert und dem Hungertod überlassen. Unsterblich geworden ist er durch die Darstellung seines Schicksals in Dantes „Göttlicher Komödie“, wo er im Inferno XXXIII, 1-77erscheint, sowie Heinrich Wilhelm von Gerstenbergs Tragödie „Ugolino“. Der Ugolino-Gesang wurde mehrfach vertont, u.a. von Vincenzo Galilei (nicht mehr erhalten), Nicola Zingarelli, Francesco_Morlacchi, Gaetano Donizetti mit "Il conte Ugolino"


    2. Paolo und Francesca

    Im 19. Jahrhundert entstand eine Reihe von musikalischen Werken, die sich mit den Protagonisten Francesca da Polenta und Paolo Malatesta beschäftigten. Dante hatte Paolo Malatesta persönlich kennengelernt, der 1282 Gesandter in Florenz war. Er wird zusammen mit Francesca in Inferno V, 82-142 erwähnt. Hier sollen nur Opern aufgeführt werden (es gibt auch einige symphonische Dichtungen) und zwar chronologisch geordnet.


    Emanuele Borgatta - Francesca da Rimini, Oper in drei Akten, Libretto von Felice Romani (Genua 1837)

    Gioacchino Maglioni - Francesca da Rimini, Oper (Genua 1840)

    Eugen Nordal (alias Johann Arnold-Gruber) - Francesca da Rimini, Oper nach Paolo Pola (Linz 1840; posthum aufgeführt)

    Salvatore Papparlado - Francesca da Rimini, Oper in vier Akten (Genua 1840; nicht aufgeführt)

    Francesco Cannetti - Francesca da Rimini, Oper, Libretto von Felice Romani (Vicenza 1843)

    Vincenzo Sassaroli - Francesca da Rimini, Oper, Libretto von Felice Romani (Catania 1846)

    Giovanni Franchini - Francesca da Rimini, Oper in drei Akten, Libretto von Felice Romani (Lissabon 1857)

    Giuseppe Marcarini - Francesca da Rimini, Oper, Libretto von Benvenuti(Piacenza 1870)

    Hermann Goetz - Francesca von Rimini, Oper in drei Akten, Libretto des Komponisten (Mannheim 1877; Ouvertüre und Akt III von Ernst Frank)

    Antonio Cagnoni - Francesca da Rimini, Oper in vier Akten, Libretto von Antonio Ghislanzoni(Turin 1878)

    Henry Pons Moreno - Les Malatesta, Oper in vier Akten (1880)

    Ambroise Thomas - Françoise de Rimini, Oper (Paris 1882)

    Eduard Nápravník - Francesca da Rimini, Oper (St. Petersburg 1902)

    Sergei Rachmaninoff -Francesca da Rimini, Oper in vier Akten, Libretto von Modest Tschaikowsky (Moskau 1906)

    Luigi Mancinelli - Paolo e Francesca, Oper in einem Akt (1907)

    Emil Ábrányi - Paolo és Francesca, Oper in drei Akten, Libretto nach Dante von Emil Ábrányi Sr. (Budapest 1912)

    Franco Leoni - Francesca da Rimini, Oper in drei Tableaus (Paris 1914, Opéra-Comique)

    Klavierauszug SS 1- 58 // Klavierauszug SS 59 - 122 // Klavierauszug SS 123 - 151

    Primo Riccitelli - Francesca da Rimini, Oper

    Riccardo Zandonai - Francesca da Rimini, Oper in vier Akten, Libretto von Tito Ricordi nach D’Annunzio (Turin 1914)


    3. Gianni Schicchi Inferno XXX, 31-48


    4. Pia de' Tolomei Purgatorio V, 130-136

    Demnächst geht es hier weiter mit Opern über Dante Alighieri

    Auf dieser Sibelius-Seite, die uns auch nach Ainola und durch das Haus führt, ist auch etwas über "Die Jungfrau im Turm" zu lesen - nämlich hier.

    Lieber Rheinmgold1876, den Link hatte ich bereits gesetzt in Beitrag #180

    Es gibt auch die Möglichkeit inhaltlich Szene für Szene zu verfolgen auf der deutschsprachigen Sibelius-Info-Seite http://www.sibelius.fi/deutsch…ayttamo_neitotornissa.htm.

    Beim dritten mal mußt Du aber einen ausgeben, denn Du hattest bereits im "Guercoeur" Beitrag eine Verlinkung zum Opernführer nicht beachtet (und danach sogar Besserung gelobt).

    Ein Live-Onlinestream von Richard Strauss’ «Salome» im Rahmen von «oper für alle» aus Zürich steht hier heute, 12. September von 19.00 - 20.40 Uhr kostenlos zu Verfügung. Runter scrollen bis zum Livestream


    https://www.opernhaus.ch/spiel…ium/salome-769/2021-2022/

    mit

    Salome - Elena Stikhina (Entdeckung: Neue Stimmen #2.170 ff)

    Herodes - Wolfgang Ablinger-Sperrhacke

    Herodias - Michaela Schuster

    Jochanaan - Kostas Smoriginas

    Narraboth - Mauro Peter

    "Jonas Kaufmann - Ein Weltstar ganz privat"


    diese Sendung auf WDR dauerte eine knappe Stunde und ist somit um die Hälfte gekürzt. Wie man auf der Website von Thomas Voigt lesen kann, hat der Originalfilm von Alexander-Klaus Stecher eine Länge von 115 Minuten.

    https://thomasvoigt.net/film/j…ein-weltstar-ganz-privat/


    Es gibt auf der Website von Thomas VVoigtweitere Dokus, Portraits und Interviews mit Birgit Nilsson, Elisabeth Schwarzkopf, Lisa Della Casa, Fritz Wunderlich und einigen Dutzend anderen Sängern und Sängerinnen.
    .

    Lieber greghauser2002,


    dann sind wir jetz zumindest schon zwei Taminos, die von dieser Kurzoper gepackt wurden. Ich habe sie mir inzwischen schon zweimal angehört. Bei ersten Hören wußte ich nicht so recht, wie die Handlung verläuft, war aber so fasziniert, dass ich die Synopsis in Wagners Handbuch der Oper nochmals nachgeschlagen habe. Es gibt auch die Möglichkeit inhaltlich Szene für Szene zu verfolgen auf der deutschsprachigen Sibelius-Info-Seite http://www.sibelius.fi/deutsch…ayttamo_neitotornissa.htm.
    Die Geschichte ist zwar sehr simpel, trotzdem habe ich wegen der Musik bedauert, dass die Oper so kurz ist.

    Ob nun die beiden Vorspiele in Verona gar nicht gegeben wurden, oder ob sie uns 3sat nur vorenthalten hat, kann nur der sagen, der in Verona dabei war.

    Aufmerksame Tamino-Leser haben aber sicher schon festgestellt, dass in #11 in diesem Thread schon die Möglichkeit von mir angeboten wurde, sich drei Fassungen (89 min, 120 min, 133 min) anzusehen. In der langen Version von 133 Minuten ist diese Inszenierung in ihrer ganzen Länge zu sehen. Einfach mal anklicken.

    Zitat Rodolfo 39

    Bei der Traviata hat 3 Sat auch gekürzt. Das Vorspiel im 3 Akt fehlt und der fängt gleich mit Violettas Arie an

    Das hatte hier ein Mitglied unseres Forums vor ein paar Tagen mitgeteilt und zwar auf die Beschwerde von Rodolfo und La Roche.

    Da ist anscheinend was durcheinander geraten, denn La Roche hat sich hier an keiner Stelle über den Schlußbeifall beschwert (ihm hat die ganze Vorstellung wegen der #kastrierten Fassung" nicht gefallen) und Rodolfo hat sich hier bisher noch gar nicht zu Wort gemeldet.

    Und von wegen 7 1/2 Minuten Schlußbeifall. Gesendet wurde höchstens 1 Minute!

    Wo steht denn was über die Dauer des Schlußbeifalls?


    Es kursieren in Deutschland Aufzeichnungen von "La Traviata" aus Verona 2021 in drei verschiedenen Längen: S / M / L


    ZDF - 89 min am 05.09.2021

    https://www.zdf.de/kultur/musi…erdi-la-traviata-100.html

    3Sat - 120 min am 11.09.2021

    https://www.3sat.de/kultur/musik/la-traviata-110.html

    ZDF - 133 min am 09.09.2021 (steht aber in keiner Programmvorschau)

    https://www.zdf.de/kultur/musi…-traviata-verona-100.html

    zu Xabier Anduaga (Tenor, Spanien #436 ff, 2092, 2130, 2133, 2139, 2141f, 2146ff)


    Der Tenor Xabier Anduaga erhält den Preis "Ópera XXI" als bester junger Sänger für seine brillante und erfolgreiche Karriere, die ihn im Alter von 26 Jahren bereits zu einem der besten Interpreten unserer Zeit mit einer herausragenden nationalen und internationalen Karriere gemacht hat.


    OperaVision überträgt die Preisverleihung live am 11.9.2021 um 20:00 Uhr

    Nachdem ich im obigen Beitrag die einzige Oper vorgestellt habe, die Jean Sibelius (auch Janne Sibelius genannt) geschrieben hat, möchte ich heute die einzige Oper vorstellen, die über Sibelius geschrieben wurde.


    Mathias Husmann   Zugvögel

    Sinfonisches Drama zu Jean Sibelius in vier Bildern (und einem Epilog)

    UA: 7. März 2009 Stralsund, Libretto von Mathias Husmann


    Die Oper "Zugvögel" verfolgt den dreißigjährigen Entstehungsprozess der nie vollendeten achten Sinfonie von Finnlands bedeutendstem Komponisten vom 10. Mai 1927 bis zu seinem Tod am 20. Septemer 1957. Seit 1940 zog sich Sibelius aufgrund seines Alters und einer fortschreitenden Erbkrankheit immer mehr aus der Öffentlichkeit zurück. Dabei verbrachte er die meiste Zeit, von kleineren Unterbrechungen während der Kriegsjahre abgesehen, auf dem Landsitz Ainola.

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    Sibelius veröffentlichte 1929 (28 Jahre vor seinem Tod) sein letztes Werk.


    Die Oper ".... schildert den dreißigjährigen Albtraum eines Einzelnen aus Angst, Alter, Depression und Alkohol im Albtraum der Geschichte aus Faschismus, Weltkrieg, Holocaust und Atombombe. Diese Hommage auf Jean Sibelius ist zugleich ein Requiem auf das zwanzigste Jahrhundert." (Zitat: Mathias Husmann)

    Zugvögel als Zeichen der Natur haben große Bedeutungen im Leben der Finnen. Die Zugvögel erscheinen im 1. Bild als inspirierende Frühlingsboten. In einer Traumszene des 4. Bildes pervertieren die Zugvögel zu Bombenflugzeugen des Zweiten Weltkriegs. Im Epilog sprechen sie zu Sibelius als Todesboten.


    Zusammenfassung: Ort der Handlung ist „Ainola“, das Haus der Familie Sibelius


    I. Zu Ainos Namenstag 1927 findet ein Familienfest statt. Schwäne landen auf dem nahegelegenen See Tuusula. Inspiriert von diesem „Signal der Natur“ sowie einer hitzigen Diskussion mit seinen Schwager beginnt Sibelius noch in derselben Nacht mit der Komposition seiner achten Symphonie. Gestört durch eine unerklärliche, schreckliche Vision bricht er die Arbeit ab.


    II.Jannes Namenstag im Jahr 1933. Aino pflückt Rosen in ihrem Garten. Ihr Bruder Eero besucht sie und sie sprechen über Jannes Schweigen, das bereits sechs Jahre dauert. Janne tritt zu ihnen und erzählt, er habe von Musik geträumt. Eero berichtet von bedrückende Nachrichten aus Deutschland. Sein lässiger Abschied „Machs gut, Janne“ führt zu einem längeren Monolog Jannes. Aino bittet Janne, für sie die Musik zu spielen, von der er träumte. Es gelingt ihr, ihn zu beruhigen.


    III. 1939 hat der Zweite Weltkrieg hat begonnen. Aino geht, um ihre Schwägerin zu besuchen und begüßt vorher Santeri Levas, Sibelius' Sekretär seit 1938. Levas plant ein Buch über Sibelius. Er sortiert die Post, unterbrochen von Janne, der irritiert ist von den aufdringlichen Fragen und beleidigenden Bemerkungen in den Briefen, holt Whisky und Gläser. Während Levas betrunken wird erzählt ihm Sibelius fantastische Details über die 8. Sinfonie. Plötzlich bemerkt Levas das ein Feuer durch das dunkle Fenster: „Helsinki brennt, die ersten Luftangriffe“, schreit er läuft weg. Sibelius, am Fenster stehend, murmelt: „Helsinki brennt – das Finale hat begonnen.“


    IV. Abend des 80. Geburtstags 1945 von Sibelius. Die Gäste sind gegangen. Während Aino und ihre Töchter aufräumen, beginnt Janne einen wirren Monolog: „...wieder schaffen können / einmal schauen hinter der Linie / einmal / nur einmal verstehen ...” Er sieht die Toten des Zweiten Weltkriegs ins Zimmer kommen, die für und mit ihm musizieren wollen und seine achte Symphonie fordern. Als er sich weigert, komponieren die Toten das Werk zu Ende. Janne widmet die fertige Symphonie den Opfern von Faschismus und Krieg und wirft die Partitur ins Feuer.


    Epilog. Am 20.9.1957 sitzen Janne und Aino auf der Veranda von Ainola. Die Zugvögel kommen zurück und sprechen mit den beiden. Sie seien auf dem Weg zur 8. Symphonie und antworten auf seine Frage, wann er sie hören könne: "nie". Seine letzten Worte sind "dann Ihr Vögel meiner Seele grüßt meine achte Sinfo....."

    (er stirbt)


    Das von Husmann selbst verfasste Libretto enthält viele Anekdoten und Details aus Sibelius’ Alltag und dem seiner Familie. Unterstützung fand Husmann bei finnischen Sibelius-Spezialisten, wie dem Wissenschaftler Markku Hartikainen aus Helsinki, den er mehrmals besuchte.


    Mathias Husmann studierte Dirigieren, Klavier und Komposition in Hamburg und debütierte mit 22 Jahren bei den Hamburger Philharmonikern und der Hamburgischen Staatsoper, die ihn als Assistenten von Horst Stein engagierte und der er über Jahrzehnte hinweg verbunden blieb. Berufungen zum Generalmusikdirektor folgten in Ulm 1983, Magdeburg 1992 und in Greifswald und Stralsund am "Theater Vorpommern" 2002.


    Für die Oper "Zugvögel" wurde Mathias Husmann mit der Jean-Sibelius-Geburtshaus-Medaille der Jean Sibelius Gesellschaft in Finnland ausgezeichnet.


    Links zu


    Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Mathias_Husmann

    Libretto http://mathiashusmann.de/texte/Zugvoegel_Libretto.pdf

    Trailer Hauptprobe

    Jean Sibelius „Jungfrun i Tornet“ (Die Jungfrau im Turm)

    Kurzoper in einem Akt / 8 Szenen


    Fast vollkommen in Vergessenheit geraten ist, dass Jean Sibelius auch eine Oper geschrieben hat.

    Als er gefragt wurde, ob er für eine Spendengala zu Gunsten des Philharmonischen Orchesters Helsinki eine Kurzoper komponieren könnte, sagte er zu. Das Libretto in schwedischer Sprache von Rafael Hertzberg beruht auf einer Volksballade.


    Die Jungfrau und ihr Geliebter gehören beide zu den Bediensteten eines Schlosses. Der Schloßverwalter begehrt die Jungfrau, sie weist ihn aber ab. Daraufhin hält er sie in seinem Turm gefangen. Alle Schloßbewohner glauben, dass sie ihre Ehre für Gold verraten hat, nur ihr Geliebter hält zu ihr. Er versucht sie zu retten, es kommt zum Kampf mit dem Verwalter. Da erscheint die Schloßherrin, sie beendet die Auseinandersetzung. Der Verwalter wird verhaftet und in den Turm gesperrt, die Liebenden kommen wieder zusammen.


    UA: 7. November 1896 in Helsinki, Helsinki Orchestral Society unter Jean Sibelius in einer Konzertfassung.

    Die Uraufführung kam relativ gut an, aber der Kritiker Oskar Merikanto hatte auch Bedenken: „Es ist ganz natürlich, dass der erste Versuch nicht immer der Beste ist, das ist auch hier der Fall“, kommentierte er. Nach nur drei Aufführungen zog Sibelius die Oper zurück, angeblich um die Partitur zu überarbeiten. Nach der Premiere wollte man das Werk im folgenden Sommer noch im finnischen Mikkeli aufführen, aber der Komponist lehnte das ab. „Die Jungfrau darf in ihrem Turm bleiben“, soll Sibelius gesagt haben. Die Oper blieb verschwunden, bis sie 1981 im finnischen Radio ausgestrahlt wurde.


    Eine szenische Aufführung gab es 1989 in Kaiserslautern, Regie Michael Leinert


    Wikipedia über die Oper in englischer Sprache 

    https://en.wikipedia.org/wiki/The_Maiden_in_the_Tower



    Inzwischen habe ich rausgefunden, wer für die Inszenierung von "La Traviata" 2021 verantwortlich ist. Viele Köche verderben bekanntlich den Brei, und wenn einer der Köche gar kein Koch ist, ist es kein Wunder, wenn das servierte Gericht nicht so richtig gut schmeckt.


    Die Produktion von "La Traviata" im Jahr 2019 war dem Regisseur Franco Zefirelli anvertraut, der aber vor Abschluß der Proben verstarb. Die Inszenierung wurde aus diesem Grund von seinen Mitarbeitern fertiggestellt. Wegen der italienischen Hygieneregeln im Jahr 2021 durfte diese Inszenierung nicht mehr aufgeführt werden, was die Intendanz der Opernfestspiele "Arena di Verona" veranlasste, eine Bearbeitung bei Michele Olcese in Auftrag zu geben.In Genua hat Olcese nach einer klassischen und musikalischen Ausbildung im Kavierbau ein Studium als Bauingenieur abgeschossen. 2018 wurde er Direktor für szenische Inszenierung (Bühnenbild) der "Fondazione Arena di Verona".

    Der Einfluß Zefirellis liegt auf der Hand, wenn man sich unten die Bühnenbilder von 2021 (l.) und 2019 (r.) anschaut.

    Am Samstag kann nun jeder entscheiden, ob ein gelernter Bauingenieur das Handwerk eine Regisseurs beherrscht.


    20210719135740-1.jpg

    Liebe Almira,

    was hilft Dir in diesem Falle die Einordnung von anderen? Die Aufnahme soll ja Dir gefallen. Zur Auffrischung der Erinnerung kannst Du Dir bei Youtube diese Aufnahme endlos lange anhören und dann entscheiden.


    Giulio Cesare in Egitto mit Ann Murray unter Ivor Bolton (61 Audio-Tracks)

    Jetzt habe ich mal ungefähr zwanzig Minuten in das Video der Traviata in der Arena von Verona reingeschaut. Mir fiel auf, dass weder im Vorspann noch im Abspann ein Regisseur genannt wird. Es gab vielleicht auch gar keinen, zumindest keinen richtigen, denn auf der Arena-Hompage fand ich nur, dass unter der Leitung des stellvertretenden(!) Künstlerischen Direktors Stefano Trespidi ein Mann namens Michele Olcese für die szenischen Arrangements (anscheinend basierend auf einer älteren Inszenierung von Zefirelli, dessen Mitarbeiter Olcese war) verantwortlich zeichnete; ihm ist wohl entgangen, dass die Oper um die Zeit von 1850 spielt. Ist das jetzt Regietheater, wenn die vorliegende Inszenierung laut ZDF 39 Jahre später, in 1889 (der Eiffelturm in Paris ist im Hintergrund zu sehen, die Damenmode hat sich laut google-Bildersuche auch geändert ) spielt? Eigentlich sind das Peanuts. Was ich aber wirklich schlimm finde ist das fehlende Konzept, es reiht sich eine Beliebigkeit an die andere. Mein Eindruck: Dieses Jahr wurde in Verona eine alte Inszenierungen im neuen Gewand recycelt, aber nicht neu inszeniert.

    Die komplette Aufzeichnung am Wochenende spar ich mir ganz bestimmt.

    ein weiter Fund zu Els Bolkestein: ein Artikel von Antoine Verbij23 mei 2009 in TROUW (in google Übersetzung)


    "Ich wollte gar nicht nach Berlin", sagt Els Bolkestein, Opernsängerin. Doch 1969 – sie war bereits eine internationale Diva – erhielt sie das Angebot, zunächst als Gast und dann als Festangestellte an der Komischen Oper in Ost-Berlin zu arbeiten. An diesem renommierten Theater brauchten sie einen „dramatischen Sopran“. "Das mache ich am liebsten: Emotionen ausdrücken."

    Sie landete in einem „Opernparadies“. „Wir haben so ernsthaft, so professionell gearbeitet. Und die Zuschauer waren sehr dankbar, oft zu Tränen gerührt, sie haben für einen Moment vergessen, dass sie in der DDR nur Menschen zweiter Klasse waren.“Sie selbst war erstklassig, konnte frei reisen und trat auch in Westdeutschland auf. "Ich war nicht in der Politik tätig."

    1978 heiratete sie den Betriebsarzt der Komischen Oper, Carl-Albert Behrmann. „Die Komische Oper war ein politisch freier Raum“, bestätigt er. Bis in die achtziger Jahre. Dann übernahmen parteitreue Intendanten. „Ich durfte nicht mehr auftreten, nur noch unterrichten“, sagt Bolkestein. In ihrer Stasi-Akte steht, dass sie der Spionage verdächtigt wurden.

    Ende der 1980er Jahre ließen sie sich in West-Berlin nieder. Am Stadtrand bauten sie ein Haus mit Atelier. Sie leben noch immer dort und Bolkestein, heute 76 Jahre alt, gibt immer noch Gesangsunterricht. Aber der gebürtige Amsterdamer wurde nie wirklich Deutscher. „Nun, ich habe den Hungerwinter 1944 überlebt. Diese Stiefel und diese Raubüberfallwagen – das bleibt bei dir.“ Lange lebte sie in der schicken Allee Unter den Linden. „Jeden Donnerstag marschierten die Wachen dorthin. Sehr unerfreulich. Ich habe viel über die Deutschen zu sagen, sie sind so distanziert, sie sind ein bisschen hinter den Ellbogen.“

    Sie gibt von ganzem Herzen zu, dass sie oft Heimweh hat. „Zweimal im Jahr überlegen wir, in die Niederlande zu ziehen.“

    Zitat

    .... Els Bolkestein ... soll ... am 21. August im Alter von 89 Jahren gestorben sein.

    Es gibt eine offizielle Todesnachricht bei "Opera Nederland".

    http://operanederland.nl/2021/…e-sopraan-els-bolkestein/


    Der Text muß allerdings übersetzt werden. Hier nur die ersten Zeilen des Nachrufs:

    28-08-2021

    "Der nederlandse sopraan Els Bolkestein... "


    Die niederländische Sopranistin Els Bolkestein verstarb am 19. August 2021 im Alter von 89 Jahren in Berlin. Sie war eine der bedeutendsten jugendlich-dramatischen Sopranistinnen unseres Landes in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts......


    Für wen wurde denn das so ausgestrahlt? [...] solte das so eine Art Querschnitt sein, um ein jüngeres Publikum auf die Gattung Oper aufmerksam zu machen?

    Das wurde gemacht für die gleiche Klientel, die Aufnahmen mit den Titelzusätzen "Highlights" oder "Die beliebtesten Melodien aus ..." kauft.


    "Das ZDF zeigt die Höhepunkte des Opernspektakels. Die Neuinszenierung versetzt die Handlung der "Traviata" in die goldene Pariser Epoche, die Zeit der Weltausstellung von 1889" ... So stand es in der Programmankündigung des Senders und wer das nicht gelesen hat, konnte zumindest von der Sendezeit (90min.) auf die Idee einer gekürzten Fassung kommen.

    Und welche Funktion hat die Krone auf dem Kopf?

    Die Krone ist ein Symbol der Macht.


    Don Ottavio kommt bei Donna Anna nicht so richtig zum Zug, daher trägt er als Kompensation für entgangene Freuden der Lust in wechselnden Kostümen verschiedene Symbole der Macht: Mal tritt er als Montezuma auf, mal als Militärdiktator; er entlarvt sich aber, als er wie eine Tunte mit Pudel oder wie ein Schulbube kostümiert auf die Bühne kommt. Da wird der Mann zum Männlein.


    Die Interpretation könnte doch fast stimmen, oder?

    Aber vielleicht hatte Castellucci etwas andere im Sinn, oder vielleicht auch gar nichts, also reine Effekthascherei. Bei Effekten gibt es oft keine nachvollzihbaren Ursachen, dafür aber viel Wirkung.

    Der Mythos Ariadne in der Oper, II

    Zwei Nachträge zu den Opern im obigen Verzeichnis (#173)


    28. Wolfgang Rihm: Dionysos, 2010


    „Dionysos“ ist eine Opernphantasie in vier Szenen nach Texten von Friedrich Nietzsche. Die Uraufführung war am 27. Juli 2010 in Salzburg.


    Hauptfigur der Oper ist „N“. Dieses Kürzel steht symbolhaft für den Dichter Nietzsche, aber auch für Dionysos, mit dem sich der historische Nietzsche identifizierte. N. kommt als zunächst stummer Wanderer auf die Bühne. Zwei Nymphen necken ihn lachend („Mich willst du…“). Er versucht vergeblich, in seinem Ruderboot über den Vierwaldstättersee zu entkommen. Dabei wird er zum Gott Dionysos, der zu Ariadne spricht: „Ich bin dein Labyrinth“. Ähnlich wie die Rheintöchter erscheinen drei Delphinmädchen und stimmen Vokalisen an. Ein junger Mann, der „Gast“ (das historische Vorbild ist Nietzsches Freund Heinrich Köselitz), taucht auf und gewinnt Ariadne für sich. Auf der Suche nach der Liebe und der Wahrheit wandern N. und der Gast umher. Sie geraten in ein Bordell, wo sie von vier Mädchen umschwärmt werden. Der Gast, der inzwischen zu Apollo mutierte, wird von den Frauen in Stücke gerissen. Die Oper endet mit einem Maskenzug und einem kurzen Solo Ariadnes.

    Eine klare Handlung haben die vier Szenen nicht. Die ersten drei setzen sich mit der Persönlicheit N.‘s auseinander, die letzte Szene ist gekennzeichnet durch den wachsenden Wahnsinn N.‘s


    Aufzeichnung bei Youtube https://www.youtube.com/watch?v=bOGLi4vykcU

    mit: Ariadne: Mojca Erdmann; N.: Johannes Mario Kränzle; Gast/Apollo: Matthias Klink


    29. Silvia Colosanti: Minotauro, 2018

    "Minotauro", Oper in zehn Bildern der Komponistin Silvia Colasanti, Libretto von Renè de Ceccatty und Giorgio Ferrara basierend auf der Ballade "Minotaurus" von Friedrich Dürrenmatt aus dem Jahr 1985. UA: 29. Juni 2018 im Teatro Nuovo Gian Carlo Menotti in Spoleto.

    Minotauro-Spoleto.jpg

    https://www.youtube.com/watch?v=IbgBUYZXV58

    mit: Gianluca Margheri: Minotauro, Benedetta Torre: Arianna, Matteo Falcier: Teseo.

    Thema ist die Entwicklung des Bewusstseins des Minotaurus. Er kann die Wirklichkeit nicht von seinen Träumen unterscheiden. Als er zwischen seinen Traumbildern ein fremdes Wesen erblickt, eine junge Frau, die ängstlich im Labyrinth umherirrt, nähert er sich ihr fasziniert, betrachtet sie, tanzt um sie herum und spielt mit ihr, bis er sie unabsichtlich tötet. Der Minotauros ist wieder allein mit seinen Traumlbildern, die sich wierholen. Er denkt über seine eigene Menschlichkeit nach. Erneut kommt ein Mädchen ins Labyrinth. Es ist Arianna. Sie hat sich den Rückweg mit einem roten Faden markiert. Teseo folgt ihr mit Hilfe des Faden. Sie umschmeichelt den Minotauros und erklärt ihm, dass sie seine Halbschwester sei, eine Tochter seiner Mutter Pasiphae und des kretischen Königs Minos. Der Minotauros erblickt einen zweiten Minotauros, der sich erst wie sein Spiegelbild verhält, aber doch eine andere Person ist – Teseo mit einer Stiermaske. Die beiden umtanzen einander. Arianna und Teseo versprechen dem Minotauros einen Ausweg aus dem Labyrinth und eine neue Welt ohne Hass oder Blut. Nachdem sie sein Vertrauen gewonnen haben, nimmt Teseo seine Maske ab und tötet den Minotauros mit seinem Dolch.


    Kritik (italienisch): https://www.festivaldispoleto.com/vidue/documenti1/2018%20Corriere%20della%20Sera%20-%20Opera%20sul%20Minotauro%20da%20carnefice%20a%20vittima_ita55267502606201817204211.pdf