Beiträge von Orfeo

    Pauline Viardot war auch eine vorzügliche Klavier- und Orgelspielerin. Unterricht erhielt sie bereits 1825 bei dem mexikanischen Kirchenorganisten Marcos Vegae während einer Tournee der Familie Garcia durch den amerikanischen Kontinent.

    Später wurde ihre pianistische Ausbildung ergänzt durch Camille Saint-Saëns und Franz Liszt, der ihr empfahl, Pianistin zu werden. Er schrieb: „[sie ist] eine treffliche Pianistin, welche mit Partiturspiel und vom Blattlesen der schwierigsten Begleitungen besser umgeht, als mancher concertirende Virtuos“. Nachdem sie seit 1830 im Rahmen der Gesangsstunden ihres Vaters als Klavierbegleiterin tätig gewesen war, erfolgten um 1835 erste öffentliche Auftritte als Begleiterin ihres Schwagers, des Geigers Charles-Auguste de Bériot. Während Clara Wiecks Parisreise 1839 befreundeten sich die Musikerinnen und traten in der Folge häufig gemeinsam auf. Am 29. Mai 1865 übernahm sie den Klavierpart in Beethovens Trio D-Dur op. 70 Nr. 1 und am 7. Juni den Klavierpart im Trio B-Dur op. 100 von Schubert. Überwiegend scheint sie sich als Pianistin aber im privaten und halböffentlichen Rahmen betätigt zu haben. In Baden-Baden stattete sie ihr Musikzimmer auf Vorschlag von Liszt mit zwei Klavieren aus und konnte so mit dem Komponisten seine Faust-Symphonie in der Bearbeitung für zwei Klaviere musizieren.


    Kompositionen für Klavier zweihändig:

    Valse, 1855;

    Pavane, 1866 (?);

    Deux pièces pour piano: Gavotte et Sérénade, 1885;

    Au Japon. Musique de pantomime, 1896;

    Deux airs de ballet, 1904;

    Suite arménienne Quand même, 1904; Mazourke, 1905;

    Alza Pepita! Danse populaire espagnole, 1906

    vierhändig:

    Introduction et Polonaise, 1873;

    Défilé bohémien, 1905

    ..... Ary Scheffer .... hat Pauline Viardot portraitiert. Zumindest hat sie ihm laut Biographie in zahlreichen Sitzungen (auch nackt) Modell gesessen. Angeblich (nach Arièle Buteaux) ist sie die Francesca auf seinem Gemälde Francesca da Rimini und Paolo erscheinen Dante.

    ..... da müßte man im Museum Ary Scheffer in Dordrecht nachfragen, ob das nicht vielleicht Klatschgeschichten sind.

    Es sind einwandfrei Klatschgeschichten.

    Das erste Gemälde mit dem Motiv Paolo und Francesca entstand 1835 für den Duc d'Orléans (heute in der Wallace Collection), 1835 war Pauline Viardot aber erst ganze 13 Jahre alt - mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

    Scheffer selber fertigte mindesten drei Kopien an.

    Ary-Scheffer-Paolo-et-Francesca-Viardot-version.jpg


    zwischen 1850-1852 mit Widmung für Pauline Viardot, heute in Privatbesitz

    1854 heute in der Hamburger Kunsthalle

    1855 heute im Louvre

    Noch ein weiteres von Pauline Viardot komponiertes Lied


    Oiseaux légers, gentilles hirondelles, Übersetzung/Adaption von Victor Wilder nach dem toskanischen Volkslied "Potessi diventar un uccellino!", komponiert von Pauline Viardot für Singstimme und Klavier in a-Moll, VWV-Nr.: 1107


    Oiseaux légers, gentilles hirondelles,

    Si comme vous mon cœur avait des ailes,

    Au ciel de pourpre et d'or

    Comme il prendrait l'essor

    Et volerait vers les tourelles

    Où s'est enfui mon doux trésor.

    Et là, caché parmi les fleurs de sa fenêtre,

    Je lui dirais, en sons mélodieux,

    L'amour qu'en mon cœur a fait naître

    Le doux et chaste éclat de ses beaux yeux !


    Oiseaux charmants, plaintives tourterelles,

    Si comme vous mon âme avait des ailes,

    Dès que tout alentour

    Poindraient les feux du jour,

    Je volerais vers les tourelles

    Où s'est enfui mon doux amour.

    Et là, caché parmi les fleurs de sa fenêtre,

    Je me plaindrais en sons mélodieux

    Des feux qu'en mon cœur a fait naître

    Le doux et chaste éclat de ses beaux yeux !


    Unbenannt1.jpgUnbenannt2.jpg

    Es gibt wohl wenige Websites, die so ausführlich und vielfältig sind, wie die zu Pauline Viardot. Egal, was man sucht, die Chancen es zu finden, sind groß.

    Unterteilt nach den Kriterien:

    Werke

    Werkgruppen

    Besetzungen

    Werktitel

    Texte/Textanfänge

    AutorInnen

    Quellen

    Autographe

    Gedruckte Sammlungen

    Fundorte

    Literatur

    Suche

    Diskographie


    findet man sehr übersichtlich fast alles, wie z.B. in der Rubrik Werkgruppen die folgende Aufstellung mit Verlinkung zu den einzelnen alphabetisch geordneten Titeln innerhalb der einzelnen Werkgruppe.


    Bearbeitungen fremder Kompositionen 30 (als Beispiel)

    Editionen / 50 Mélodies de Franz Schubert 50

    Editionen / Échos d'Italie 57

    Editionen / École classique du chant 75

    Instrumentalmusik / Kammermusik 5

    Instrumentalmusik / Klaviermusik 12

    Instrumentalmusik / Orchesterwerke 1

    Lehrwerke 1

    Liedbearbeitungen 14

    Skizzen, Fragmente 15

    Szenische Werke 10

    Vokalmusik / Chöre 5

    Vokalmusik / dramatische Szenen 5

    Vokalmusik / geistliche Gesänge 1

    Vokalmusik / Kadenzen 6

    Vokalmusik / Kantaten 1

    Vokalmusik / Lieder 207

    zweifelhafte / falsche Zuschreibungen 12


    Die Website wird geführt von

    Forschungsstelle Pauline Viardot

    Hochschule für Musik und Theater

    Harvestehuder Weg 12

    20148 Hamburg

    Tel. +49-(0)40-428482-589

    E-mail: beatrix.borchard[at]hfmt-hamburg.de

    Diese Ergänzung zum vorigen Beitrag hat nichts mit der Oper "Psyché" zu tun, sondern mit der für deren Aufführung nötigen Technik.

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    Der italienische Architekt und Bühnenbildner Gaspare Vigarani wurde 1659 beauftragt, ein neues Theater im Tuilerienpalast für die Feierlichkeiten zur Feier der Hochzeit Ludwigs XIV. im Jahr 1660 zu bauen. Dieses Theater mit der prächtigen "Salle des Machines", wurde jedoch nicht rechtzeitig fertiggestellt für die Hochzeitsfeier.

    Es wurde erst im Februar 1662 mit einer Aufführung von Cavallis Oper Ercole amante eröffnet. Seine Söhne Carlo und Ludovico hatten Vigarani bei der Erstellung der Kulissen und Maschinen für diese Produktion unterstützt.

    1673 verließ Carlo, der am Hof der Este in Ferrara angestellt war, Italien um sich Lully und der neu gegründeten "Académie royale de musique" in Paris anzuschließen, wo er bis 1680 Bühnenbilder entwarf.

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    Wie das Meer von Vigarani dargestellt wurde

    Mehrere Maschinisten drehten auf einer Spindel einen geriffelten Zylinder aus Holz und azurblauem und schwarzem Segeltuch. Die Spitzen der Wellen waren mit silbernen Pailletten besprenkelt, um den Schaum darzustellen. Es wurden so viele Zylinder wie nötig ausgerichtet und mit dem Effekt der Perspektive wurden die Bewegungen des Meeres perfekt wiedergegeben.

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    Wie man eine Hölle darstellte

    Männer hielten mit Pech gefüllte Töpfe, die mit einem mit Löchern übersäten Papier bedeckt waren. In der Mitte des Topfes war eine große Fackel. Als die Hölle auftauchte, schüttelten die Bühnenarbeiter, die sich unter dem Theater unter der Falltür befanden, die brennenden Fackeln über ihren Köpfen und achteten darauf, keine Schauspieler oder Tänzer zu verbrennen.

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    Darstellung einer Fontäne

    Wasser wurde durch blaue Leinwand dargestellt. Um einen Wasserstrahl darzustellen, der von einer Fontäne in die Luft geschleudert wird, wurden Holzstäbe in die Leinwand eingenäht. Die Schwankungen des Wasserdrucks wurden somit reproduziert.

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    Psiche_1671_front.jpg  Psyché Jean-Baptiste Lully

    Psyché von Jean-Baptiste LULLY - Libretto: Molière, Philippe Quinault, Thomas Corneille

    Tragikomödie und Ballett in einem Prolog und fünf Akten (LWV 45) in freien Verse, UA im Théâtre des Tuileries / Salle des Machines, 17. Januar 1671.


    Molière schrieb den Prolog, Akt I und die erste Szene der Akte II und III. Unter Zeitdruck bat er Pierre Corneille, nach seinem Plan den Rest zu schreiben, was er in zwei Wochen tat. Philippe Quinault wurde beauftragt, die gesungenen Teile zu schreiben, einschließlich des Schlussballetts. Der König hatte beschlossen, für den Karneval von 1671 den Tuilerien-Maschinenraum wieder zu eröffnen, der 1662 für Cavallis Ercole amante gebaut und seitdem nicht mehr verwendet worden war. Insbesondere hatte er darum gebeten, dass das außergewöhnliche Dekor für die Hölle, das von Carlo Vigarani entworfen wurde, wiederverwendet wird, ein szenisches Gerät, das ein Meer zeigt, das in Flammen steht, dessen Wellen in ständiger Bewegung sind, begrenzt von brennenden Ruinen und in dessen Mitte der höllische Palast von Pluto steht.

    Die letzte Aufführung fand in Anwesenheit des Königs am 9. Februar 1671 statt.


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    (Am 19. April 1678 wurde die Ballettoper in einer revidierten Version wieder aufgeführt von der Académie Royale de Musique im Théâtre du Palais-Royal in Paris, diesmal war Thomas Cornelle Librettist.)


    Handlung

    Im ersten Akt erfahren Psychés Schwestern, dass Psyché einem Drachen geopfert werden soll, der das Königreich verwüstet hat. Der Vater berichtet über den Spruch des Orakels. Psyché besteigt ohne zu zögern den Felsen, um sich zu opfern und wird von Zephyrs weggetragen.

    Der zweite Akt beginnt mit Vulcano und einer Gruppe von Zyklopen, die auf Amors Geheiß einen Palast für Psyché bauen. Kurz bevor Vulcano den Palast fertigstellen kann, wird er von seiner Frau Venus überrascht, die entdeckt hatte, dass ihr Sohn sie betrogen hat. Sie streitet sich mit ihrem Mann und schwört Rache an ihrem Sohn.

    Psyché erwacht und wird von Amor, der seine Identität verbirgt.

    Im dritten Akt verkleidet sich Venus als Nymphe und gibt Psyché eine Laterne, mit der sie die Identität ihres Geliebten herausfinden kann. Psyche ist überglücklich zu entdecken, dass ihr Geliebter Amor selbst ist, aber das Licht der Lateene weckt den Gott auf, der flieht. Gleichzeitig verschwindet der Palast und Psyché bleibt in einer trostlosen Wildnis zurück. Venus deckt ihren Verrat gegenüber Psyché auf und beschuldigt sie, versucht zu haben, sich in die Unsterblichkeit zu heiraten. Sie zwingt sie, in die Hölle hinabzusteigen und die Truhe zu bergen, in der Proserpine ihre Schönheit bewahrt. Psyché versucht verzweifelt, sich zu ertränken, wird aber vom Flussgott gerettet, der sie in die Unterwelt begleitet.

    Im vierten Akt widersteht Psyché der Folter der drei Furien, um die Nymphen des Acheron zu treffen. Die Nymphen vertreiben die Furien, geben Psyché die Truhe und führen sie in den Garten der Venus, wo der fünfte Akt spielt.

    Im fünften Akt öffnet Psyché die Truhe in der Hoffnung, die Schönheit, die sie während der bisherigen Schwierigkeiten verloren haben könnte, wiederherzustellen. Aber statt Schönheit verströmt die Kiste einen giftigen Dampf, der Psyché tötet. Venus freut sich, erweckt Psyché aber wieder zum Leben um sie erneut zu quälen. Merkur steigt herab und bittet sie aufzuhören, Venus hört nicht auf ihn und Jupiter steigt selbst herab, um die Göttin zu beruhigen und Psyché für unsterblich zu erklären. Die Liebenden sind vereint und die Oper endet mit einem großartigen Ballett.



    Über den Erfolg der Aufführung von 1678 in der Pariser Oper gehen die historischen Zeugnisse gravierend auseinander. Die Zeitschrift "Le Mercure galant" beschreibt die Oper als ein weiteres perfektes Werk von Lully. Diese Aussage sollte man vielleicht kritisch betrachten, denn Thomas Corneille, der jüngere Bruder von Pierre Corneille, war einer der Herausgeber des Mercure.

    Die Brüder Parfaict wiederum, bedeutende Theaterhistoriker des 18. Jahrhunderts, sprachen voll Verachtung von Psyché. Als Bewunderer von Quinault dürfte ihr Urteil aber großteils in ihrer Ablehnung von Thomas Corneille begründet liegen.

    Lullys Psyché wurde aufgrund dieser Haltung lange Zeit übersehen, erst im 21. Jahrhundert wandten sich Dirigenten diesem außergewöhnlichen Werk Lullys zu, in dem neben der obligaten Huldigung an den Sonnenkönig auch der satirische Geist des späten Molières steckt.




    Jean-Baptiste Poquelin, wurde heute vor 400 Jahren geboren.


    Unter dem Pseudonym Molière hat er seine

    klassischen Komödien nicht nur verfasst, sondern auch in eigener Regie aufgeführt und die männliche Hauptrolle selbst gespielt. Le Malade imaginaire wurde in bitterer Ironie sein letztes Stück und die Partie des eingebildeten Kranken seine letzte Rolle. Während der Aufführung am 17. Februar 1673 erlitt er einen Schwächeanfall und Blutsturz, den die Zuschauer zunächst für eine Einlage innerhalb der Komödie hielten. Wenige Stunden später starb er.

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    In Beitrag 224 postete ich bereits das folgende Bild einer wirklich UNBEKANNTEN OperUnbenanntfw3.jpg

    Der Unbekannte

    Musik: Jean Joseph Bott - Libretto: Eduard Biberhofer nach L. Angely: Die beiden Galeerensklaven.

    Große romantische Oper in 3 Akten

    UA 20. Aug. 1854 Kassel

    Online fand ich nicht sehr viel dazu, aber immerhin gab es allerhand Hinweise.


    Bott, Jean Joseph * 9. März 1826 in Kassel † 28. Apr. 1895 in New York war Violinist und Komponist. Er erhielt ersten Musikunterricht von seinem Vater und unternahm im Alter von neun Jahren zusammen mit diesem eine Konzerttournée durch die Niederlande. 1841 erhielt er ein Stipendium und erhielt Kompositionsunterricht bei Moritz Hauptmann und Violinunterricht bei Ludwig Spohr. Mit 17 Jahren wird er im Kasseler Hoforchester Solist. Ab 1846 unternimmt er Konzertreisen in Deutschland und tritt zusammen mit Liszt und Meyerbeer auf, 1857 wird er Kapellmeister in Meiningen, 1865 in Hannover. Weitere Stationen sind Magdeburg, Braunschweig, Hamburg bevor er 1885 nach New York ging, wo er 1895 starb - angeblich aus Kummer über den Diebstahl seiner Stradivari-Geige im Jahr 1894.

    Außer "Der Unbekannte" schrieb er noch die Oper "Aktäa, das Mädchen aud Korinth" und mindestens 58 mit Opus-Nummern versehen Werke.


    Das Libretto von Eduard Biberhofer


    Eine fotokopierte Rezension von 1854 aus "Rheinische Musik-Zeitung für Kunstfreunde und Künstler, Band 5", die schon deshalb interessant ist, weil heute kaum noch jemand so ausführliche Berichte über Vosrstellungen schreibt.


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    Das einzige YT Hörbeispiel, das ich fand: Jean Joseph Bott: Adagio Religioso Op. 6


    In Meiningen wird bald eine einst sehr erfolgreiche Oper nach etwa 150-jährigem Dornröschenschlaf wieder wachgeküsst:

    https://www.staatstheater-mein…ID_Vorstellung=8445&m=553


    Santa Chiara

    Oper in drei Aufzügen von Ernst II. Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha, Libretto: Charlotte Birch-Pfeiffer. UA 2. April 1854 in Gotha unter der Leitung von Franz Liszt


    Handlung

    Libretto als PDF und Download

    Libretto in der Library of Congress


    Partitur der Ouverture Unbenanntkjuz


    Auszug: Macht und Musik: Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha und das Musiktheater im 19. Jahrhundert von Angelika Tasler

    Herzog Ernst II. und seine Leidenschaft für das Theater


    Herzog Ernst II. war einer der letzten Vertreter der langen Tradition komponierender Fürsten. Für fünf Opern entwarf er die Melodien und ließ sie dann von seinen Hofkapellmeistern ausarbeiten und instrumentieren


    Zayre, große Oper, Uraufführung 1846 in Gotha

    Tony, romantische Oper, Uraufführung 1849 in Weimar (bereits 1848 unter dem Namen "Die Vergeltung" in Coburg uraufgeführt, wurde dann umgeschrieben)

    Casilda, große romantische Oper mit Ballett, Uraufführung 1851 in Gotha

    Santa Chiara, romantische Oper, Uraufführung 1854 in Gotha

    Diana von Solange, große Oper, Uraufführung 1858 in Coburg


    Noch ein Nachtrag zur deutschsprachigen Version „Der letzte Zauberer“ in Weimar

    Zusätzlich zum obigen Libretto hier das Notenmaterial zu "Der letzte Zauberer"

    Titelblatt und 1. Seite des vollständigen Manuskripts

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    Informativ ist auch das, was Nicholas G. Žekulin zu der öffentlichen Weimarer Vorführung in deutscher Sprache 1869 schreibt. Hier ein Auszug erschienen in Zeitschrift für Slawistik 32/87

    "The only one of the little known Viardot—Turgenev operettas to have been performed on a public stage is ,,Le Dernier Sorcier" or, as it became in the translation prepared for the production at Weimar in 1869, „Der letzte Zauberer". Unlike the subsequent Karlsruhe performances, the Weimar production was a qualified success, a fact that has become largely obscured, not the least by the somewhat notorious „review" that Turgenev himself published in the ,,CaHKT-IIeTep6yprcKne BeflOMOCTH". At the time this feuilleton provoked both animosity and ridicule among his compatriots and it is still often considered as something of an embarrassment. In fact however, much of what Turgenev said there can be corroborated from other sources. Nonetheless, it was not until almost one hundred years later that Gregor Schwirtz finally established even the basic facts about this as well as the other performances of ,,Le Dernier Sorcier".1 While preparing a larger-scale study of this operetta, I have been able to obtain addi-tional material which now makes it possible to attempt answers to some of the que-stions concerning the Weimar production that remained unanswered, or not fully answered, in Schwirtz's studies. It is specifically on these questions that I wish to focus in this present study.

    THE INVITATION

    In his feuilleton, Turgenev suggests that the idea for presenting ,,Le Dernier Sorcier" in Weimar came from the Grand Duke, Karl Alexander, whose sister, Augusta Queen of Prussia, was a long-time friend of Pauline Viardot and one of the most enthusiastic of the operettas' supporters in Baden-Baden. Turgenev further notes that ,,0C06eHH0 ropHio npnHHJic« 3a 3το flejio HaxoflHBinHftCH Torna Β BeöMape JIHCT."2 The occasion was to be the celebration of the birthday of the Grand Duchess Sophie on 8 April — an occasion when new works were frequently introduced to the Weimar public — with a second performance three days later, on 11 April. Although Liszt had never heard the Viardot — Turgenev operettas, he would certainly have read about them in the European musical press, where they had received extensive coverage, and his many correspondents undoubtedly kept him well-informed.3 There is, however, no mention of the operetta in Liszt's published correspondence with Karl Alexander prior to his return to Weimar on 14 January 1869 for his first extended visit ........."


    Den 12-seitigen Artikel gibt es hier (als PDF, download möglich)


    Die komplette Abhandlung (170 Seiten) findet sich in "The story of an operetta: Le Dernier sorcier by Pauline Viardot and Ivan Turgenev (Vorträge und Abhandlungen zur Slavistik, Band 15) by Nicholas G. Žekulin" Unbenannt.jpg



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    Rezension zu der Weimarer Aufführung vom 8. April 1869

    NZfM 65 (28.5.1869) "Das Geburtsfest unserer kunstsinnigen Großherzogin SOPHIE (8. April) brachte uns zwei anziehende Novitäten, nämlich: DER GEFANGENE, Oper in 1 Act von Ed. LASSEN, und DER LETZTE ZAUBERER, Operette in 2 Aufzügen von Frau PAULINE VIARDOT=GARCIA. Der Erfolg beider Werke war bei der zweiten Aufführung (bei der ersten unterblieb aus herkömmlicher Rücksicht gegen den Hof jeder laute Beifall) ein sehr freundlicher. Beide Autoren wurden sammt den Hauptdarstellern mehrfach gerufen und mit vielem Beifall ausgezeichnet. Beide Operetten haben, neben ausgezeichneter Instrumentation (auch den LETZTEN ZAUBERER hat Lassen in dieser Beziehung ganz meisterhaft ausgestattet), nobler Melodik, interessanter Rhythmik und Harmonik, leider auch ziemlich ungenügende Textunterlagen gemein."


    Ein Nachtrag zu "Le dernier Sorcier"


    Ich habe das von Richard Pohl (1826-1896) ins Deutsche übersetzte Libretto gefunden und verlinke es hier.

    Gedruckt bei Wilhelm Ferdinand Häcker in Riga, 1870

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    Außerdem gibt es einen Holzschnitt von Ludwig Pietsch, der eine Vorstellung in der Orgelhalle der Villa Viardot in Baden-Baden darstellt. Das Bild mit Namen der Abgebildeten hatte ich schon im Thread über Pauline Viardot #59 gepostet, allerdings fehlt eine schmaler Streifen am rechten Bildrand.

    Hier sind Fauré und Bismarck besser zu erkennen.

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    Grands oiseaux blancs

    Musik: Pauline Viardot-García / Text: Louis Pomey - VWV: 1143


    Grands oiseaux blancs, qui bravez les tempêtes,

    Goëlands !

    Grands oiseaux blancs, protégez nos enfants,

    Nos enfants!

    Demain aux feux de l'aube

    ils vont partir!


    Grands oiseaux blancs, protégez nos enfants,

    Demain leurs voiles au lointain

    Sur les flots blanchiront.

    Hélas! Demain aux feux de l'aube nos enfants partiront!


    De ces brûlantes plages

    Où les conduit le sort

    Vous pouvez chasser les orages

    Goëlands! goëlands!

    Parlez de la sainte patrie

    De la pauvre mère qui prie

    Parlez à leur amour.


    Grand oiseaux blancs, qui bravez les tempêtes,

    protégez nos enfants!


    https://open.spotify.com/album/1hpxG7UvmDgf8wGtjYf9LD

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    Die berühmten Äpfel, die nicht weit vom Stamm fallen in der Genealogie der Familie García


    Manuel Garcia (Manuel del POPOLO RODRIGUEZ gen. GARCÍA) (1775-1832)

    Sänger, Komponist, Dirigent ⚭ Maria Joachina SITCHES dit BRIONES (1780-1864)

    1├──> Manuel Garcia Junior (1805-1906)

    Sänger, Komponist, Gesangspädagoge ⚭ Cécile Maria "Eugénie" MAYER (1814-1880)

    2├──> Maria Félicita GARCÍA gen. Maria Malibran (1808-1836)

    ⚭ 1 Eugène MALIBRAN

    ⚭ 2 Charles-Auguste de Bériot (1802-1870) Compositeur - Violoniste

    2a├──> Charles Wilfrid de Bériot

    Pianist - Komponist

    3├──> Pauline Michèle Ferdinande GARCÍA gen. Pauline Viardot (1821-1910) Sängerin, Komponistin

    ⚭ Louis Viardot (1800-1883)

    3a├──> Louise Héritte-Viardot (1841-1918) Komponistin, Sängerin ⚭ Ernest HERITTE

    3b│──> Paul Viardot (1857-1941) Violonist - Musikologe

    3c├──> Marianne VIARDOT (1854-1919) Malerin kurz verlobt mit Gabriel Fauré ⚭ Alphonse Duvernoy

    3d├──> Claudie VIARDOT ( - ) ⚭ Georges Chamerot


    Louise Héritte-Viardot

    »Was für einen Missgriff hat der liebe Gott getan, als er aus Louise eine Frau machte! Sie verfügt über die natürlichen Begabungen, die helle Intelligenz, den Weitblick, die Belesenheit und die Charakterstärke eines in jeder Hinsicht überlegenen Mannes. Und als Künstlerin! Als Komponistin! … Welche Inspiration, welche Kraft, was für eine Technik, was für ein fundiertes Wissen, was für eine (bisweilen subversive) Originalität entspringt jedem ihrer Werke! In der Tat hat sich der liebe Gott auf das seltsamste geirrt; denn wäre Louise ein Mann, würde ihr Genie eine wahre Revolution in der Musik auslösen.«

    Diese Bemerkung würde heutzutage einen Sturm der Empörung auslösen, wurde aber von besagter Louise als Kompliment augefaßt. Louise Héritte-Viardot, die Tocher der großen Pauline Viardot, veröffentlichte das Lob von Camille Saint-Saëns in ihrenErinnerungen Une famille de grands musiciens .

    Franz Liszt bemerkte zu dem 1879 in Weimar aufgeführten Werk "Lindoro": »Ihre komische Oper in einem Akt, Lindoro […], wird im enthaltsamen Deutschland keinen Anspruch auf Erfolg erheben können – aber in Paris, wo es Sänger gibt, die es verstehen, während des Singens geistreiche Sachen zu sagen.«

    Mehr Informationen dazu in: Magazin der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien


    Liste ihrer Kompositionen bei Klassika.info


    Louise Héritte-Viardot: In Gondola


    Louise Héritte-Viardot: Quatuor pour Piano et Cordes en ré mineur

    „Trop de femmes“ ('Zuviele Frauen' / 1867) und „L'ogre“ ('Der Oger' / 1868) - beide mit Libretti von Ivan Turgenev – warten noch auf ihre 'Entdeckung'.

    Lieber Carlo,

    die beiden Werke sind so gut wie nicht zu finden, auch nicht auf französichen Seiten. Aber zumindest einen kleinen Fund habe ich noch aus "L'Ogre"[*], und zwar Noten und Text für den "Chœur des fileuses". Im Werkverzeichnis bei pauline-viardot.de fand ich den Hinweis "Das Manuskript enthält Skizzen zum "Chœur des fileuses" aus "L'Ogre". Dieser Chor ist als Einzelausgabe auch im Druck erschienen (s. u.). Vgl. Waddington 2004, S. 27 f. Das Notizbuch enthält keine Datierungen, jedoch findet sich inliegend ein Blatt "Almanac de boudoir", 1868 datiert. Es enthält zahlreiche Skizzen zu den Opérettes de salon, an denen Pauline Viardot um 1867/1868 arbeitete (VWV 2001, 2002, 2003).

    "L'Ogre" ist im Mai 1868 erstmals in Baden-Baden aufgeführt worden

    Voilà, hier ist das Ergebnis https://digital.blb-karlsruhe.…/content/pageview/6316342

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    [*] Ein "ogre" ist fiktives, menschenartiges, aber missgestaltetes Wesen

    Es gibt Übersetzungen von originalsprachigen Zitaten und Briefen von Freunden und Familienmitgliedern zu Pauline Viardot aus Beatrix Borchards Abhandlung PAULINE VIARDOT-GARCIA, FÜLLE DES LEBENS aus dem Französischen und Englischen, von denen ansonsten keine veröffentlichten Übersetzungen zur Verfügung stehen.

    Wenn keine Quellengaben genannt werden, liegen die Übersetzungen nicht gedruckt vor, sondern wurden von Martina Bick und Regina Back (Viardot-Rietz Briefwechsel) bzw. von Beatrix Borchard, Melanie Stier und Marvin J. Rehr (Viardot-Sand-Briefwechsel) angefertigt. Die Übersetzungen der englischen Quellen stammen von Melanie Stier. Die russischen Zitate wurden, soweit nicht gedruckt, von Verena Mogl, Anastasia Mattern und bezogen auf Turgenev von Klaus-Dieter Fischer ins Deutsche übertragen.

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    Auch wenn die Zitate nicht im Zusammenhang mit dem Quelltext stehen, ist die Lektüre sehr informativ und unbedingt lesenswert.

    Beispiel: »Von allen Bekanntschaften, die ich gemacht habe, hat Mme Viardot den entzückendsten Eindruck bei mir hinterlassen. Sie ist eine kleine Frau von siebzig Jahren, so voller Energie; sie funkelt buchstäblich voller Leben, zeigt Interesse an allem, kennt sich mit allem aus und ist überaus liebenswürdig.« (Tschaikowski, 1886)


    »Bis zum heutigen Tage, bin ich auf keine Komponistin mit einem Talent von solch magischer Kraft gestoßen!« (Liszt, 1902)


    »Manchmal wurden wir von der Prinzessin von Preußen, der nachmaligen Kaiserin Augusta, eingeladen. Ich wurde auf den Tisch gestellt und musste mit meiner Mutter spanische Duette oder sonst ein Solo singen, wie zum Beispiel ›Ah, non giunge‹ aus der Sonnambula. Ich musste es mit allen Läufen singen. Danach spielte ich mit Prinz Friedrich, dem späteren Kaiser, der immerhin sechs oder sieben Jahre älter war als ich. Wir spielten Verstecken, und er zog mich oft an den Beinen aus meinem Lieblingsversteck unter dem Sofa hervor.« (Louise Héritte-Viardot [Tochter von PV], 1913)

    KOSTENLOSER DOWNLOAD  aus BEATRIX BORCHARD: PAULINE VIARDOT-GARCIA. FÜLLE DES LEBENS.
    EUROPÄISCHE KOMPONISTINNEN, BAND 9 ISBN 978-3-412-50143-

    Pauline Viardot

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    Pauline Viardot (links im Alter von ca. 22 Jahren, rechts im Alter von ca. 83 Jahren)


    Le dernier Sorcier Cendrillon


    Vita der Komponistin

    Als jüngstes von drei Kindern wurde Pauline García am 18. Juli 1821 in eine aus Andalusien nach Paris zugewanderte Musikerfamilie geboren. Beide Eltern waren Sänger, der Vater zudem Komponist und Gesangslehrer. «In dieser Familie García war Musik die Luft, die man atmete», schrieb später Camille Saint-Saëns, der Pauline seine Oper «Samson et Dalila» widmete. Die Familie übersiedelte 1823 mit der Zweijährigen und ihren Geschwistern nach London. Dort begann die fulminante Karriere von Paulines Schwester Maria im «Barbiere di Siviglia» von Rossini, mit dem die Familie persönlich eng verbunden war.

    Von London zogen die Garcías weiter in die USA, wo Maria durch Heirat den Namen Malibran erhielt. Außer (der noch zu kleinen) Pauline wirkten alle Familienmitglieder 1826 in New York bei der amerikanischen Erstaufführung von Mozarts «Don Giovanni» in Anwesenheit des betagten Lorenzo Da Ponte mit.

    Paulines Ambition strebte zunächst eine Laufbahn als Pianistin und Komponistin an. Doch als 1836 ihre Schwester Maria Malibran starb, war für die Familie klar, dass Pauline deren Nachfolge antreten sollte. Nach dem frühen Tod von Vater und Schwester musste sie als Siebzehnjährige auf den Opernbühnen der Welt für sich und die Mutter sorgen.

    Die Begabung dafür hatte sie, aber sie musste sich damit abfinden, noch nach Jahren stets als die Schwester der Malibran präsentiert zu werden. Nach erfolgreichem Karrierebeginn heiratete sie 1840 den 21 Jahre älteren Kunstkritiker und Sammler Louis Viardot, der sein Amt als Direktor des Pariser Théâtre-Italien aufgab, um fortan als ihr Manager zu wirken und sie auf ihren Reisen zu begleiten. Das Timbre ihrer Stimme fand nie ungeteilten Beifall – Arno Lücker nannte sie deshalb „die Maria Callas des 19. Jahrhunderts“. Viardots Erfolg muss wesentlich auf ihrer Ausdrucksintensität beruht haben. Ihrem buchstäblich grenzenlosen Interesse an der Musik hatte sie schließlich Tribut zu entrichten: «Ich wollte alles singen und habe mir dabei die Stimme ruiniert.» Mit 42 Jahren nahm sie offiziell Abschied von der Opernbühne. Doch ihr Leben blieb auch weiterhin erfüllt: Viardot konzentrierte sich aufs Komponieren, Unterrichten und aufs Netzwerken. Sie förderte Gounod, Massenet und Fauré, der ihr einen Nachruf geschrieben hat, in dem er sie als ›presqu’une collaboratrice‹ bezeichnet. Mit Saint-Saëns war sie eng verbunden. Der Karneval der Tiere ist in ihrem Salon uraufgeführt worden. Sie komponierte neben ihren "Mélodies" auch Kammermusik und Bühnenwerke, darunter die opéra comique «Cendrillon» und die Salon-Operette «Le dernier sorcier». Clara Schumann bezeichnete ihre Freundin als die «genialste Frau, die mir je vorgekommen».


    Überliefert sind zu ihren Bühnenwerken eigentlich nur wenige Details zu Le Dernier Sorcier. Von Cendrillon, das sie ganz am Ende ihres Lebens für Gesang, Klavier und einen kleinen Chor geschrieben hat, gibt es außer den Noten nur einige Realisierungsvorlagen, die sie außerdem immer wieder variiert hat. Vor kurzem ist bekannt geworden, dass Richard Bonynge, der Mann der Sopranistin Joan Sutherland, Teile des Viardot-Nachlasses, den Sutherland besessen hat, nach Havard gegeben hat, aber auch einiges zurückgehalten hat. Die Frage ist, welche Schätze da noch liegen. Auch die Sängerin Marilyn Horne hat sich sehr früh für die Viardot engagiert, weil sie selbst auch eine vergleichbare Stimme mit einem solchen Wahnsinnsumfang hat, die alles konnte. Und auch sie hat viel im Privatbesitz, und wir wissen leider nicht, was darin enthalten ist.


    Le dernier sorcier - Operette de Salon nach einem Libretto von Ivan Turgenev

    UA 20. September 1867, Villa Turgenev in Baden-Baden (private Aufführung),

    am 8. April 1869 im Hoftheater Weimar in deutscher Übersetzung als Der letzte Zauberer

    7


    Im Manuskript einer frühen Fassung (“Texte d'Ivan Tourgueneff,musique de Pauline Viardot “) trägt die Kammeroper den Titel "Le dernier des Sorciers" und die Protagonisten Stella und Lelio heißen hier Marthe und Robert.


    Turgenevs Freund, Louis Pomey, war Krakamiche in den ersten Aufführungen. Marie Hasselmans spielte Stella. Viardots Tochter Louise übernahm die Rolle des Lelio, Tochter Claudie war die Königin, Tochter Marianne spielte Verveine und Paul den Perlimpinpin (die meisten dieser Rollen wurden gesprochen). Viardot begleitet am Klavier, dem einzigen Instrument in der Originalpartitur. Das Publikum bestand aus geladenen Gästen: Künstlern, einigen Politikern und der deutschen Prinzessin und späteren Kaiserin Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach, die voller Begeisterung ihren Ehemann Wilhelm Friedrich Ludwig von Preußen (den späteren Kaiser Wilhelm I.) zu einer weiteren Aufführung mitnahm und anlässlich des Geburtstages des Prinzen Friedrich Wilhelm am 17. Oktober eine weitere Vorstellung erbat.


    Handlung

    In einem Wald in einem weit entfernten Land lebt Krakamiche, der in seiner Jugend ein mächtiger und gefürchteter Zauberer war und einen prächtigen Zauberpalast mit einem Diener im Wald herbeizauberte. Aber die Zeit hat seine Macht so sehr vermindert, dass der Palast nur noch eine Hütte ist, der Diener alt ist und Krakamiche seinen Zauberstab nur mit Mühe gebrauchen kann, um sein tägliches Brot herbeizurufen. Er lebt dort zusammen mit seiner Tochter Stella.
    Im selben Wald leben Elfen, regiert von einer Königin, die Krakamiches Feindin ist. In seiner Jugend stahl Krakamiche deren Land im Wald; die Elfen konnten ihn aber aufgrund seiner Macht nicht bekämpfen. Auf seine alten Tage belästigen und ärgern sie ihn gerne.

    In der Nähe wohnt Prinz Lelio, der Sohn eines Königs, der oft im Wald jagt. Er hat sich in Stella verliebt und will sie heiraten.
    Zusammen mit ihrer Königin planen die Elfen, sich zu verkleiden und Krakamiche dazu zu bringen, Zaubergras zu nehmen, das ihm vorgaukelt, wieder jung zu sein. Die Königin macht Prinz Lelio einen Vorschlag: als Gegenleistung dafür, dass er ihren Anordnungen folgt, schenkt sie ihm eine magische Blume, die ihn verschwinden lässt (die Blume funktioniert allerdings nur nachts).
    Krakamiche jammert ständig über sein Schicksal und wirft seinen langjährigen Diener Perlimpinpin aus dem Haus. Die Königin erzählt Stella von ihrer bevorstehenden Begegnung mit Lelio; der kann es kaum erwarten, die Zauberblume zu benutzen, um sich Stella ungesehen zu nähern. Er zieht sich jedoch zurück, als er Stella zusammen mit Krakamiche sieht. Krakamiche trägt ein Buch mit Zaubersprüchen mit sich und sucht nach der Beschwörungsformel, um die Macht der Königin zu brechen. Er begehrt Reichtum und will Rache, Stella aber will keinen Reichtum, sondern nur ein glückliches Zuhause. Lelio tritt mit der magischen Blume auf. Er und Stella singen gemeinsam, doch Krakamiche kann Lelio nicht sehen sondern nur hören, weshalb er glaubt, die richtigen Zauberworte gefunden zu haben. Lelio kniet vor Stella, lässt dabei aber die Blume fallen. Das macht ihn sichtbar für Krakamiche, der sicher ist, es sei seine eigene Macht gewesen, die den Prinzen erscheinen liess. Er spricht einen Zauber aus, um ein Monster zu beschwören, das den Prinzen vernichten soll. Aber statt eines Ungeheuers bringt der Zauber eine Ziege hervor, und Krakamiche fällt vor Erschöpfung in Ohnmacht. Als Stella und Lelio ihm zu Hilfe eilen, erscheint die Königin um dem jungen Paar zu helfen. Krakamiche stimmt der Heirat seiner Tochter endlich zu und verspricht, den Wald zu verlassen und mit seiner Tochter und seinem Schwiegersohn in dessen Schloss zu leben. Die Königin lässt mit ihrem Zauberstab Krakamiches Hütte verschwinden, während die Elfen sich über die Rückkehr in ihren Wald freuen.


    Notenmaterial und Text (engl./franz) als PDF ab Seite 57 in

    PAULINE VIARDOT’S LE DERNIER SORCIER - AN INTRODUCTION TO AN OPERETTA (243 Seiten)


    Es gibt eine Tonaufnahme von 2019819ib-TNQ25-L-SL1500.jpg siehe auch #63


    und das Video einer Aufführung von 2018 aus dem Teatro Villamarta in Jerez




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    Cendrillon Aschenputtel - Aschenbrödel - Cenerentola - Cendrillon - Cenicienta


    Die erste, in Westeuropa erschiene Fassung des Märchens, La Gatta Cenerentola, schrieb Giambattista Basile (1575–1632). Die Version des italienischen Märchenerzahlers wurde zur Quelle für weitere Bearbeitungen des Stoffs.

    In Basiles Märchen gibt es einen Vater, der seine Tochter Lukrezia sehr liebt, doch die böse Stiefmutter macht dieser das Leben schwer. Lukrezia wendet sich an die Hofmeisterin, die ihr rät, die Stiefmutter umzubringen, was Lukrezia auch tut. Der Vater heiratet die Hofmeisterin, doch diese macht eine solche Wandlung zum Bösen durch, dass nun eine andere böse Stiefmutter mit ihren sechs Töchtern das Haus beherrscht. Lukrezia wird nur noch Aschenkatze genannt, da sie die schmutzigen Hausarbeiten verrichten muss. Nach einer Reise bringt der Vater seiner Aschenkatze einen Zweig und Gartenwerkzeug mit. Der eingepflanzte Zweig entwickelt sich zu einem Baum, aus dem später eine Fee zum Vorschein kommt. Als die Schwestern eines Tages zu einem Fest gehen, will Aschenkatze auch dabei sein; ihr Wunsch wird von der Fee erfüllt, in einem wundervollen Kleid bezaubert sie den König. Unerkannt entwischt sie, verliert jedoch ihren Schuh. Der König lädt daraufhin zur „Schuhanprobe ein. Auch Aschenkatze ist anwesend und der Schuh rutscht von selbst auf ihren Fuß. Happy-End: der Konig und Lukrezia heiraten.


    Eine weniger grausame Version des Stoffes gestaltete Charles Perrault 1697 mit Cendrillon ou La petite pantoufle de verre. Er verwendete die Geschichte Basiles als Vorlage, lässt aber mehr magische Elemente einfliesen. Cendrillon lebt mit ihren Stiefschwestern und der bösen Stiefmutter zusammen. Cendrillon wird von ihnen gedemütigt und muss die ganze Hausarbeit verrichten. Eines Tages veranstaltet der königliche Hof einen Ball. Die Stiefschwestern machen sich zurecht und Cendrillon würde sie gerne begleiten, muss jedoch zu Hause bleiben. In ihrer Not wendet sich Cendrillon an ihre Patin, die gute Fee. Die zaubert ihr aus einem Kurbis eine Kutsche, aus Mäusen prächtige Pferde und Cendrillon selbst bekommt ein wunderschönes Kleid und gläserne Schuhe. Die Fee warnt jedoch davor, dass der Zauber nur bis Mitternacht anhält. Am ersten Ballabend zieht Cendrillon alle Blicke auf sich, bleibt aber unerkannt; am zweiten Abend vergisst sie die Zeit und verliert auf dem Rückweg einen Schuh. Der Prinz sucht sie und findet schließlich seine Cendrillon. Perraults Fassung ist Grundlage für Pauline Viardots Oper Cendrillon (übrigens auch für Walt Disney's Zeichentrickfilm Cinderella).


    In der gedruckten Ausgabe der Partitur von Pauline Viardots Cendrillon, die im Jahr 1904 in Paris erschien, ist das Werk mit dem Untertitel "Operette de salon" versehen. Werke, die dieser Gattung angehören, werden kaum noch oder allenfalls (wie Viardots Cendrillon) nach langer Vergessenheit wieder aufgeführt und sind aus dem heutigen Musikleben fast verschwunden.

    Der Begriff der Operette oder Opera de salon bezeichnete ein Musiktheaterstück 'en miniature', das eigens für die Auffuhrung in kleinem und provisorischem Rahmen konzipiert war, wie ihn z. B. die Salons im 19. Jahrhundert darstellten.

    Die Gattung entstand um 1850 in Paris und existierte einige Jahrzehnte lang. Die meisten chancenlosen Jung-Komponisten nahmen den Ausweg der privaten Aufführung neuer Werke in einem der Salons der Hauptstadt, wobei die Orchesterbegleitung notgedrungen mit dem Klavier bestritten werden musste.

    Als Pauline Viardot in den 1860er Jahren ihre ersten Operettes de salon komponierte, war ihre Situation freilich eine ganz andere: aufgrund ihrer beruflichen Laufbahn als europaweit erfolgreicher Opernstar war sie nicht darauf angewiesen, als Komponistin Geld zu verdienen. Pauline Viardot schrieb ihre Operettes de salon vielmehr fur den Eigenbedarf, denn wo immer sie gerade ihren Wohnsitz unterhielt, führte sie einen eigenen Salon.


    Als Pauline Viardot 1904, im Alter von 82 Jahren, die "Operette de salon" Cendrillon für mehrere Auffuhrungen mit ihren Schülerinnen inszenierte, waren ihre Begeisterungsfahigkeit und ihr Engagement ungebrochen. Mit grosser Lebendigkeit schrieb sie am 15. Februar 1904 an Hugues Imbert: „Leider habe ich morgen keine Zeit – ich habe eine Probe fur mein Ungeheuer von einer Operette und meine Abwesenheit ware eine Katastrophe, denn ich vereine von 3 bis 10 Uhr abends alle Funktionen eines Theaters in mir, einschlieslich der Köchin.“ Außer der Musik stammt auch das Libretto von Pauline Viardot (übrigens das einzige von ihr selbst verfasste Libretto)

    Handlung

    Marie (Cendrillon) ist Mädchen für alles im Haus ihres Vaters, des ehemaligen Gemüsehändlers und Emporkömmlings Baron de Pictordu. Die Oper beginnt damit, dass Marie das Lied von einem Prinzen singt, der heiraten möchte (Il etait jadis un prince). Ein Bettler (der verkleidete Prince Charmant) bittet um Essen und Geld, und Marie bietet dem Bettler die wenigen Münzen an, die sie hat, bevor ihre Schwestern Armelinde und Maguelonne das Zimmer betreten, um den Bettler zu verscheuchen. Wieder klopft es an der Tür, wieder ist es der Prinz, diesmal verkleidet als Kammerdiener Barigoule, der alle zu einem Ball am Abend einlädt.


    Während Baron Pictordu im Bademantel auftaucht, denkt Marie an den charmanten Kammerdiener. Die Schwestern rufen Marie und Maguelonne erklärt dieser, dass sie nicht an dem Ball teilnehmen darf. Nachdem der Baron, Maguelonne und Armalinde gegangen sind, singt Marie ihr Lied erneut und die Gute Fee kommt, um Marie zu helfen, indem sie einen Kürbis in eine Kutsche, Mäuse in Pferde, Eidechsen in Lakaien und eine Ratte in einen Kutscher verwandelt. Marie soll aber bis Mitternacht zurück zu sein, sonst würde der Zauber nicht mehr wirken. Sie gibt Marie Schuhe und einen magischen Schleier, der ihre Lumpen in ein wunderschönes Kleid verwandelt. La Fee schickt ihre Patentochter auf den Weg und geht dann selbst auch zum Ball.


    Im Palast haben der Prinz und Barigoule für den Abend noch einmal die Rollen getauscht. Dann kommt Pictordu mit seinen Töchtern (ohne Marie) und kurz danach erscheint eine Unbekannte. Die Menge ist verblüfft von ihrer Schönheit, der Prinz erkennt, dass es die Frau ist, in die er sich als Bettler verliebt hat, und Marie erkennt den Prinzen als den charmanten Mann. Nachdem der Prinz und die Menge ihre Fassung wiedergefunden haben, schlägt Barigoule ein Lied vor. (Die Partitur gibt vor, dass dies ein beliebiges Lied nach Wahl des Sängers oder Regisseurs sein kann. In vielen Aufführungen der Oper werden Viardots vokale Adaptionen von Chopins Mazurkas verwendet). Nach dem Tanz geht die gesamte Menge zum Buffet, während Marie und der Prinz nur noch einen kurzen Moment allein haben, weil es bald Mitternacht ist. Marie verliert in der Eile ihren Schuh.

    Baron Pictordu wacht nach durchzechter Nacht auf und bemerkt, dass der Prinz eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit jemandem hatte, den er einst kannte. Barigoule (diesmal der echte) enthüllt, dass er eigentlich nicht der Prinz ist und dass er als Gemüsehändler früher mit Pictordu zusammengearbeitet hat. Barigoule erklärt, dass der Prinz die passende Dame zum linken verlorenen Schuh sucht. Der (echte) Prinz bedankt sich bei den Damen dafür, dass sie auf seinen Appell reagiert haben und weist Barigoule an, bei jeder den Schuh anzuprobieren. Der Schuh passt weder Armelinde noch Maguelonne, woraufhin der Prinz entscheidet, dass die mysteriöse Dame wohl nicht aus diesem Haus stammen kann. Barigoule erinnert sich aber daran, dass es drei Damen im Hause Pictordu gibt. Der Prinz befragt Amalinde und Maguelonne dazu und es stellt sich heraus, dass die dritte Schwester in der Küche ist. Marie wird ins Zimmer gebracht und der Schuh passt perfekt. Der Prinz bittet Marie sofort, ihn zu heiraten, ihre Familie bittet sie um Vergebung, die Gute Fee kehrt zurück, um dem neuen Paar ihre guten Wünsche zu überbringen und die Menge besingt, wie fröhlich und glücklich das neue Paar sein wird.


    Das Libretto steht hier mit

    Link als PDF-Download bereit


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    "Il etait jadis un Prince" mit u.a. Sandrine Piau


    Auflistung wichtiger Stationen im Leben von Pauline Viardot, Rollenverzeichnis und Galerie

    Der Experte für Alte Meister, des Dorotheum (Wien), Dr Alexander Strasoldo, vermutet in Antonie Beerstraten einen Bruder des weiter oben genannten Jan Abrahamsz Beerstraten

    Wenn er sich da mal nicht täuscht. das "who is who?" der Beerstratens:


    Jan Abrahamszoon Beerstraten *1622 in Amsterdam

    Abraham Beerstraaten *1643 in Amsterdam

    Anthonie Beerstraaten *1646 in Amsterdam

    Johannes Beerstraten *1653 in ??

    Barbara Kendall-Davies: The Life and Work of Pauline Viardot Garcia

    Bd. I - The years of fame 1836-1863

    Bd. II - The Years of Grace 1863-1910

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    Ich habe einige Monate gebraucht um diese komplette Biographie zu lesen, aber es hat sich gelohnt.


    Um abzuschließen ein Zitat aus einem Brief Pauline Viardots an einen Freund nach dem Tod Ivan Turgenevs, aus dem man doch noch was über ihre vierzig Jahre andauernde Beziehung erfährt (in Übersetzung):

    "Alle Menschen und all ihre Handlungen sind, solange sie nicht jemand anderen Schaden zufügen, von Natur aus frei, und unser beider Gefühle und Handlungen überschritten die Grundlage der von uns anerkannten Gesetze nicht, und trotzdem blieben sie der breiten Masse, vielen Menschen, die sich selbst für klug und ehrbar halten, unbegreiflich.... Wir haben einander viel zu gut verstanden, als dass es uns Sorge bereitet hätte, was andere über uns reden, denn unsere Verbindung wurde von all jenen, die uns kannten und schätzten, für rechtmäßig erachtet."

    Ich beschäftige mich seit geraumer Zeit mit Pauline Viardot als Komponistin (demnächst in "Unbekannte Opern") und stelle hier schon mal als Nebenprodukt dieser Tätigkeit wichtige Stationen ihres Lebens tabellarisch vor.


    1821 ・ Michelle Ferdinande Pauline Garcia wird am 18. Juli in Paris als Kind spanischer Eltern geboren

    1836 ・ Tod der Schwester Marie Felicite Garcia (Kunstlername Maria Malibran). Pauline Garcia wird zur Fortführung der Familientradition als Sängerin gedrängt

    1837 ・ 13. Dezember Bühnendebut in Brüssel.

    1839 ・ 9. Mai Operndebut Pauline Garcias als Desdemona in Rossinis Otello in London. Im Oktober Aufführung in Paris, mit darauffolgendem Erstengagement am „Theatre Italien“, dessen Direktor Louis Viardot ist.

    1840 ・ Heirat mit Louis Viardot. Robert Schumann widmet Pauline Viardot seinen Liederkreis op. 24

    1843–1846 ・ Konzerte in London, Berlin, Dresden, Wien. Engagements an der der italienischen Oper in Moskau und St. Petersburg. 13. November 1843 erste Begegnung mit Iwan Turgenjew. 1843 erscheint George Sands Consuelo als Portrait der Sangerin.

    1849 ・ Pauline Viardot ist als Fides in der Urauffuhrung von Meyerbeers Le Prophete sehr erfolgreich. Tod von Chopin, bei seiner Trauerfeier singt Pauline Viardot das Alt-Solo in Mozarts Requiem.

    1851 ・ Uraufführung von Gounods Oper Sapho mit Pauline Viardot in der Titelrolle.

    1859 ・ Pauline Viardot singt in Dublin in Verdis Macbeth die Lady Macbeth.

    Aufführung von Glucks Orpheus in der Fassung von Berlioz und Viardot in Paris, mit Pauline Viardot in der Titelrolle.

    1860 ・ Privataufführung des 2. Aktes von Richard Wagners Tristan und Isolde im Hause Viardot in Paris. Der Komponist singt die Hauptrolle, Pauline Viardot Isolde, am Flügel Karl Klindworth. Anwesende Gäste sind Maria Kalegis und Hector Berlioz.

    1863 ・ Rückzug von der Bühne und Verlassen Frankreichs aus politischen Gründen. Niederlassung der Familie Viardot in Baden-Baden (bis 1870); Turgenjew schließt sich an. Besuche Richard Wagners, private Konzerte mit Clara Schumann.

    1867 ・ Fertigstellung und private Aufführung der Operette Le dernier Sorcier im Theater der Villa Viardot in Baden-Baden

    1869 ・ 8. April / öffentliche Uraufführung von Pauline Viardots Operette Der letzte Zauberer in deutscher Ubersetzung in Weimar. Am 24. August Aufführung dieser Oper im Theater der Villa Viardot in Baden-Baden unter der Leitung von Johannes Brahms.

    1875 ・ Die Familie Viardot erwirbt die Villa „Les Frenes“ in Bougival bei Paris, wo sie bis 1883 zusammen mit Turgenjew die Sommermonate verbringt.

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    1876 ・ Camille Saint-Saens widmet seine Oper Samson et Dalila Pauline Viardot.

    1883 ・ 5. Mai / Tod von Louis Viardot im Alter von 84 Jahren. 3. September / Tod von Iwan Turgeniew im Alter von 65 Jahren.

    1886 ・ Auffuhrung von Saint-Saens’ Karneval der Tiere mit Franz Liszt in Pauline Viardots Salon.

    1904 ・ Urauffuhrung von Cendrillon

    1910 ・ 18. Mai / Tod Pauline Viardots in Paris. Sie wird auf dem Friedhof Montmatre begraben.


    PS: Bisher wurden in diesem Thread schon recht lebhaft "Yellow Press" Themen und Gerüchte thematisiert wie z.B. ihre angebliche Hässlichkeit, ihre außerehelich Beziehung zu Tourgenev, die (lesbische?) Beziehung George Sand/Pauline Viradot, die angebliche Vaterschaft Tourgenevs für ihren Sohn Paul und anderes mehr. Weder Pauline Viardot noch ihr Ehemann Louis noch Ivan Tourgenev noch George Sand haben jemals die Gerüchte weder bestätigt noch dementiert. Man ließ die Leute einfach glauben, was sie glauben wollten.

    Clara Schumann bezeichnete ihre Freundin als die «genialste Frau, die mir je vorgekommen», die dazu auch noch zeichnen konnte.

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    Schenke doch dem Louis Théodore Gouvy in der ÜBERSCHRIFT noch ein >o< und den ersten seiner Vornamen!

    Ich würde ja gerne das "o" einfügen, aber das geht nicht. Das müsste ein Moderator machen.


    Den Louis halte ich nicht für so wichtig, da selbst das "Institut Théodore GOUVY" sowohl auf seiner Homepage wie auch bei facebook, das "Festival International Théodore Gouvy", die Plattenfirmen und die Verlage auf den "Louis" verzichten.

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    Deutsche Gründlichkeit hat halt nicht für alle oberste Priorität.

    TG11 Théodore Gouvy zwei Opern
    Der Komponist wurde am 3.Juli 1819 in Goffontaine in Lothringen geboren und starb am 21.April 1898 in Leipzig.

    Théodore Gouvy gehört zu den bedeutenden aber leider wenig bekannten Komponisten des 19. Jahrhunderts, der angesichts seiner Zugehörigkeit zu zwei musikalischen Kulturen in politisch schwierigen Zeiten in Deutschland und in Frankreich zu Lebzeiten zugleich gefeiert und verkannt wurde. Auf französischer Seite waren Missverständnisse und Widerstände gegen Gouvys Schaffen zum Teil größer als in Deutschland, da nicht das Musiktheater im Zentrum seines Schaffens stand, sondern Gattungen, die im deutschen Musikleben neben der Oper die wichtigste Rolle spielten. Zu den kulturellen Differenzen, die sich u.a. an der Wahl bestimmter Gattungen – Streichquartett, Klaviertrio, Symphonien, Lieder – und ihrer stilistischen Orientierung zeigen, kommt hinzu, dass Gouvy sich einen ganz eigenen Weg bewahrte und vom Mainstream des Wagnerismus distanzierte.


    Obwohl als Kind einer wohlhabenden Familie französischer Industrieller geboren, erhielt Gouvy die deutsche Staatsbürgerschaft, da seine Geburtsstadt Homburg–Haut bereits vier Jahre vor seiner Geburt aufgrund des zweiten Pariser Friedens an Preußen gefallen war. Die französische Staatsbürgerschaft wurde Gouvy erst im Alter von 32 Jahre zuerkannt. Seiner Herkunft und seinem Herzen nach Franzose, wurde sein musikalisches Schaffen gleichermaßen von französischen und deutschen Einflüssen geprägt: Seine musikalische Ausbildung erhielt Gouvy privat bei den Franzosen Antoine Elwart und Pierre Joseph Zimmermann, denn aufgrund der fehlenden französischen Staatsbürgerschaft verwehrte ihm Frankreich den Zugang zum Examen an französischen Universitäten und zum Conservatoire de Paris. Seine musikalischen Vorbilder fand er in Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven und Robert Schumann.

    Gouvy war 1844 Mitglied eines Künstlerkreises um Cesar Franck und Nils Gade in Rom, lernte Frédéric Chopin und Hector Berlioz kennen, pflegte eine lebhafte Korrespondenz mit Camille Saint-Saëns, Théodore Dubois, Franz Liszt und Johannes Brahms. Seine erste Sinfonie op. 9 wurde 1847 in Paris uraufgeführt und von der Kritik positiv angenommen, im selben Jahr zählte die "Gazette Musicale" Gouvy bereits zu den wichtigsten zeitgenossischen Komponisten seiner Generation. Im "Journal des Débats" äußerte sich Berlioz am 1851 wohlwollend über Gouvy.

    1873 wurde er in den Ausschuss der "Société nationale de musique" gewählt, weitere Ehrungen folgten. Dennoch war Gouvy über den lange ausgebliebenen Erfolg seiner Musik enttäuscht und lehnte daher 1875 aus gekränktem Stolz den Prix Chartier für das beste Streichquartett ab. Nach dem Tod seiner Mutter 1868 zog Gouvy nach Hombourg-Haut in die Villa seines Bruders Alexandre und dessen Frau Henriette, die Gouvys Werk schätzte und seine Arbeit förderte. Alexander ermöglichte es den beiden,die Zeit des Deutsch-französischen Krieges gemeinsam in sicheren Schweizer Exil zu verbringen. Nach dem Frankfurter Frieden von 1871 fiel schließlich auch Hombourg-Haut an Deutschland.


    Nachdem er sich bereits 1862 den Erwartungen der Pariser Musikwelt gebeugt hatte, die zu jener Zeit von der italienischen Oper geprägt war, indem er die Arbeit an einer ersten Oper aufnahm, „Le Cid“, nach dem gleichnamigen Theaterstück von Pierre Corneille, schuf er erst 1896 seine zweite Oper "Fortunato" nach einm Motiv von Prosper Mérimée.

    Gouvy zog es eher zur Instrumentalmusik als zur Oper und führte das letzte Drittel seines Lebens fast ausschließlich in Deutschland, wo er sich mehr geschätzt fühlte. Insbesondere schrieb er vierundzwanzig Kompositionen für Orchester, darunter mehrere Symphonien sowie Ouvertüren und Variationen. Die Kammermusik macht einen großen Teil von Gouvys Werken aus und umfasst insbesondere vier Sonaten in Duettform, fünf Trios, elf Quartette, sieben Quintette, ein riesiges Klavierrepertoire, mehrere Partituren für Bläserensembles sowie viele Melodien und Lieder. Es gibt auch fünf dramatische Kantaten: Aslega, Œdipe à Colone, Iphigénie en Tauride, Électre, und Polyxène sowie einige große religiöse Werke, darunter ein Requiem, ein Stabat Mater, eine Messe und die Kantate Golgatha.Ab 1874 war die von ihm komponierte Chormusik überwiegend in großen deutschen Städten (Leipzig, Wiesbaden, Duisburg, Halle, Frankfurt am Main und Frankfurt/ Oder) aufgeführt worden. Nach Paris kehrte er erst 1889 zurück.


    Gouvy starb auf einer seiner Konzertreisen 1898 in Leipzig an den Folgen eines Herzinfarkts, begraben wurde er in Hombourg-Haut. Théodore Gouvy hat ein vielfältiges Werk aus Instrumental- und Vokalmusik geschaffen, dass „deutschen Ernst mit der französischen Eleganz“ verbindet. Er schuf dieses Werk in einer Zeit großer politischer Spannungen zwischen Deutschland und Frankreich, die im deutsch französischen Krieg (1870 – 1871) gipfelten. Gouvy wurde 1894 nach dem Tod von Anton Rubinstein in die Académie des Beaux-Arts in Paris und 1895 in die König-Preußische Akademie in Berlin gewählt.

    Nach seinem Tod wurde sein Werk ein Jahrhundert lang fast vollständig vergessen. Obwohl sein Werk mehr als zweihundert Kompositionen umfasst, darunter 90 zu seinen Lebzeiten veröffentlichte Werke, wird es heute weitgehend ignoriert.


    Die Opern

    Le Cid 1863, Oper in drei Akten von Louis Théodore Gouvy, Libretto von Moritz Hartmann nach Pierre Corneille. UA 3. Juni 2011 Saarbrücken. 1864 hatte sich das sächsische Hoftheater (die heutige Semperoper) für das Werk interessiert. Ein Jahr lang hatte Gouvy mit dem berühmten Tenor Ludwig Schnorr von Carolsfeld, der für die Hauptrolle eingeplant wurde, intensiv gearbeitet. Dieser verstarb aber überraschend. Die Oper wurde daraufhin zurückgezogen und 1885 triumphierte Jules Massenet mit seinem „Cid“ in Paris. Gouvys Oper und kam erst 2011 zur Aufführung.


    Die künstlerische Erhöhung des mittelalterlichen Helden Rodrigo Diaz, der im 11. Jahrhundert teils mit den christlichen Spaniern, teils auf Seite der moslemischen Mauren kämpfte und von diesen den seinen Beinamen erhielt, kann auf eine lange Theater-Geschichte zurückblicken. An deren Anfängen steht 1618 die Trilogie „Las mocedades del Cid“ des Dramatikers Guillén de Castro (1569–1631). Sie diente Pierre Corneille als Vorbild für dessen Tragikomödie, die 1636 im Pariser Théâtre du Marais uraufgeführt wurde, diese wiederum Moritz Hartmann für ein Libretto, das Gouvy in den 1860er-Jahren komponierte.


    Im Zentrum der Handlung steht der Konflikt zwischen Liebe einerseits, Ehre und Pflichtbewusstsein andererseits. Die junge Adlige Chimène klagt beim König ihren Verlobten Don Rodrigue an, weil der ihren Vater, der wiederum dessen schon alten Vater beleidigt hatte, zum Duell gefordert und tödlich verletzt hat. Der König will jedoch Rodrigue nicht bestrafen, weil der sich als Heerführer gerade große Verdienste bei der Verteidigung der Stadt Sevilla erworben hat und weil er zu wissen glaubt, dass Chimène ihn liebt. Diese streitet das ab und besteht auf Bestrafung, wobei sie sogar ihre Hand demjenigen verspricht, der die Strafe vollzieht. Tatsächlich erbietet sich ein junger Adliger, sich für sie mit Don Rodrigue zu duellieren. Als er, wie sie glaubt, als Sieger zu ihr zurückkehrt, lässt sie ihrer Trauer um den vermeintlich toten Rodrigue freien Lauf und gelobt, lieber ins Kloster zu gehen als zu heiraten. Der König klärt das Missverständnis auf und verlobt sie kraft Amtes mit dem in Wahrheit siegreichen Rodrigue.


    Nachdem seit einiger Zeit von französischer Seite der Komponist Gouvy mit erheblichen Anstrengungen durch eine Aufführung von Fortunato wieder in Erinnerung gebracht wurde, hat nach dem Opernhaus in Metz das Saarländische Staatstheater reagiert und erinnerte 2011 mit der Erstaufführung von Le Cid an den in der Nähe von Saarbrücken geborenen Gouvy.


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    Le Cid: Rodrigo: Hans-Georg Priese; Diego: Hiroshi Matsui; Ximene: Christa Ratzenböck; Elvira: Elizabeth Wiles;

    Gormas: Olafur Sigurdarson; König: Guido Baehr; Alonzo: Algirdas Drevinskas; Erster Maurenkönig: Tereza Andrasi; Zweiter Maurenkönig: Chang-Kyu Lim; Dritter Maurenkönig: Jiri Sulzenko

    Chor des Saarländischen Staatstheaters Orchester des Saarländischen Staatstheaters unter Arthur Fagen


    Einen mp3 Mitschnitt findet man noch bei operapassion.com. Die CD gibt es sonst nicht im Handel


    Fortunato

    Oper in einem Akt 1896, UA 27.Mai 2011 Metz, nach einer Erzählung "Mateo Falcone" von Prosper Mérimée, Libretto vom Komponisten

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    Handlung

    Die Erzählung spielt zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf Korsika, unweit der Stadt Porto Vecchio. Mateo Falcone ist ein respektierter und angesehener Mann, der mit seiner Frau und seinem Sohn Fortunato einen kleinen Gutshof besitzt. Der besondere Respekt beruht unter anderem darauf, dass Mateo als guter Schütze gilt und dafür bekannt ist, keinem Konflikt aus dem Wege zu gehen.

    Eines Tages bricht er mit seiner Frau auf, um nach seiner Herde zu sehen. Er lässt den 10 Jahre alten Fortunato für einige Stunden zurück mit dem Auftrag, Haus und Hof zu bewachen. In dieser Zeit hört der Junge eine Schießerei, kurz danach kommt ein von Polizisten angeschossener Bandit auf den Hof und sucht dort Zuflucht. Fortunato versteckt ihn in einem Heuhaufen, jedoch erst nachdem der Bandit ihm Geld gegeben hat. Wenige Minuten später kommt auch die Polizei und fragt Fortunato, ob er den Banditen gesehen habe. Der Junge verneint, doch einer der Polizisten glaubt ihm nicht und verspricht ihm eine Taschenuhr, wenn er das Versteck preisgibt. Fortunato kann der Versuchung nicht widerstehen und deutet auf den Heuhaufen.

    In diesem Moment kehren Mateo und seine Frau zurück und werden Zeugen der Verhaftung des Banditen. Als der Sergeant Mateo erklärt, dass der kleine Fortunato ihnen beim Fangen des Banditen geholfen hat, stellt Mateo fest, dass sein Sohn einen Verrat begangen hat. Sein ruhmreicher Name und sein Ruf sind beschädigtt. Die Worte des Gefangenen sind voller Verachtung: "Haus des Verräters!" Mateo wird klar, dass bald jeder von diesem Ereignis erfahren wird. Außerdem verspricht der Sergeant, Falcones Namen in dem Bericht zu erwähnen. Brennende Scham und Empörung packen Mateo, als er seinen Sohn ansieht. Für Mateo ist der Verrat seines Sohnes eine Verletzung der Familienehre. Um seine Ehre zu erhalten sieht sich gezwungen, ihn zu erschießen.


    Es gibt keinerlei Aufzeichnungen dieser Oper.

    Werkverzeichnis THÉODORE GOUVY


    Kompositionern für Orchester

    Symphony No. 1 in E major, Op. 9 (1845)

    Serenade for strings, Op.11

    Symphony No. 2 in F major, Op. 12 (1848)

    Le Giaour Overture, Op.14

    Symphony No. 3 in C major, Op. 20 (1850) (premiered by 1854 in Leipzig)

    Symphony No. 4 in D minor, Op. 25 (1855) (premiered 1856 at Gürzenich)

    Symphony No. 5 in B major, Op. 30 (pub.1868)

    Symphonie brève; variations et rondo pour orchestre in G minor, Op. 58 (1855?)

    Jeanne d'Arc (Concert Overture) (1858)

    Fantaisie symphonique in G minor, Op. 69 (1879)

    Sinfonietta in D major, Op. 80 (1885)

    Symphony No. 6 in G minor, Op. 87 (1889-1892)

    Paraphrases symphoniques, Op. 89 (1886)

    Le Festival Overture

    4 Pieces for String Orchestra

    Swedish Dance (tirée de l'Otteto), Op. 7

    Tragic March for organ and orchestra

    Variations for Orchestra on Theme of Scandinavia

    Fantasie Pastorale for violin and orchestra

    Hymne et marche triomphale


    Kammermusik

    Piano Trio No1 Op8 (1844)

    Piano Trio No2 Op18 (1847)

    String Quartet in E minor (1848)

    String Quartet in D major (1848)

    String Quartet in A minor (1848)

    String Quartet in B major (1855)

    Piano Trio No3 Op19 (1855)

    String Quartet No1 in B major Op16-1 (1857)

    String Quartet No2 Op16-2 (1857)

    Piano Trio No4 Op22 (1858)

    Decameron, 10 Pieces for cello and piano Op28 (1860)

    Piano Trio No5 Op33 (1860)

    Piano Quintet in A major Op24 (ca.1850)

    Serenade(Piano Quartet) Op31 (1865)

    Duets for violin and piano Op34

    Duets for violin and piano, Op50

    String Quintet in E minor (1869)

    String Quintet No1 in G major Op55 (1870)

    String Quintet in B minor (1871)

    String Quintet in B major (1872)

    String Quartet No3 Op56 No. 1 (1872)

    String Quartet No4 Op56 No. 2 (1873)

    Sonata for Violin and Piano in G minor Op61 (1873)

    String Quintet in D minor (1873) (first version)

    6 Duets for Cello and Piano (1872-1876)

    String Quartet No5 Op68 (1874)

    Sonata in G for clarinet and piano Op67 (1875)

    Impromptu for Cello and Quartet (1878)

    String Quintet in D minor, 2nd version (1879)

    Octet No1 Op71 (1879)

    String Quintet in A minor (1880)

    Le Nonetto (1883)

    Octet No2 in G minor (1884)

    Sérénade vénitienne in E minor for viola and piano (1875)

    String Quartet in G minor (1886)

    Septuor(Septet) inedit dedicated to Paul Taffanel (1887)

    String Quartet in G major (reconstructionPierre Thilloy) (1888)

    Petite Suite Gauloise Op90 (1888)


    Piano

    2 Studies for piano Op1 (1842)

    20 Sérénades for piano (1855)

    Divertissement for 2 pianos

    Sonata for Piano Op29

    Sonata in D minor for piano 4 hands Op36

    Sonata in C minor for piano 4 hands Op49 (1869)

    Sonata in F major for piano 4 hands Op51 (1869)

    Variations on a French Theme for piano 4 hands Op57

    6 Morceaux for piano 4 hands Op59

    Fantaisie in G minor for piano 4 hands op. 69 (1879)

    Scherzo and Aubade for piano 4 hands Op77

    Ghribizzi Op83


    Werke für Chor

    12 Choral Works for Men's voices Op23 (1860)

    Requiem Op70 (1874)

    Stabat Mater Op65 (1875)

    La Religieuse (1875)

    Asléga (1876)

    Le Calvaire (1877)

    Missa Brevis Op72 (1882)

    Spring (Frühlings Erwachen) Op73 (1878)

    Oedipus in Colonna Op75 (1880)

    Iphigénie en Tauride Op76 (1883)

    Elektra Op85 (1886)

    Egille Op86 (1886)

    Polyxéne Op88 (1894)

    Golgotha

    Le dernier Hymne d'Ossian

    Didon


    Opern

    Le Cid

    Fortunato (Mateo Falcone)


    Lieder

    Gondoliera Op2 (1842)

    Songs after Moritz Hartmann Op21 (1857)

    20 German Poems Op26

    40 Poèmes de Ronsard Op37, Op.41, Op.42, Op.44 (1876)

    Songs and Sonnets by Desportes Op45 (1867)

    La pléiade francaise Op48 (1876)

    Que dites-vous, que faites-vous, mignonne? (1866)

    Regrets (1866)