Beiträge von Hans_Sachs

    Und Lachenmanns Schriften ? Er hat wahnsinnig viel publiziert. Das ist doch höchst anregend, ob man nun seine Musik mag, oder nicht. Eines seiner zentralen Themen: Wie lässt sich Sprachlosigkeit überwinden. Lachenmanns Antwort: Jedenfalls nicht mit Illusionen oder Idyllen, und damit entfällt für ihn so einiges, was seine Kollegen als Ausdrucksmittel verwenden.

    Krzysztof Meyer ist übrigens ein regelmäßiger Teilnehmer der Internationalen Schostakowitsch Tage in Gohrisch. Sein 15. Streichquartett erfuhr dort 2018 die Uraufführung.

    Eines der aufregendsten Stücke neuerer Musik ist für mich sein Streichquintett (op. 76), Uraufführung 1992 in Köln.

    Vermutlich schätzen Viele nicht nur die primäre Klangschönheit, sondern eben auch die semantische Mehrdeutigkeit der sinfonischen Werke von DSCH. Ein Trauermarsch bei Beethoven oder bei Chopin ist eben auf der Bedeutungsebene etwas ganz anderes als einer von Schostakowitsch. Und das hört, meine ich, jeder - intuitiv. Geht es wirklich "nur" um die revolutionären Ereignisse von 1905? Solomon Wolkow berichtet, auf dem Titelblatt der Elften stand ursprünglich "1906". Ein Druckfehler? Eine ironische Zweideutigkeit? Schostakowitsch wurde 1906 geboren. Also ich höre in der Elften immer auch ganz persönliches Leiden.


    Übrigens, ich bin neu hier. Mein erster Beitrag. Gruß an alle : )