Beiträge von udohasso

    Vor der brütenden Hitze ins Kino geflüchtet, auf dem Programm der Film:


    "Agora estou aqui"


    Wenn ich richtig informiert bin, kommt das Werk in Deutschland Mitte März in die Kinos, unter dem Titel "Für immer hier".


    Walter Salles und seine Drehbuch-Autoren thematisieren das Schicksal der Familie Paiva während der brasilianischen Militärdiktatur. Ruhig und eindringlich erzählt Salles die Geschichte, mit einem grandiosen Cast. Allen voran die hinreißende Fernanda Torres. Eindrucksvoll gestaltet deren Mutter, Fernanda Montenegro, hochbetagte 95 Jahre, die Figur der Eunice in deren letzter Lebensphase.


    Ungewöhnlich gut besucht das Kino, an diesem Montagabend. Noch überraschender: der anhaltende Applaus am Ende. Der Film trifft den Nerv vieler Menschen hierzulande. Dieser Tage las ich, dass bereits über 4 Millionen Zuschauer gezählt wurden.


    Ich fühlte mich an "Holocaust - Die Geschichte der Familie Weiss" erinnert. Diese amerikanische Mini-Serie löste 1979 bekanntlich eine breite Diskussion über die Nazi-Verbrechen aus.





    Gestern gesehen:


    "Sterben"


    von Matthias Glasner. Prominent besetzt, um nur Corinna Harfouch und Lars Eidinger zu nennen. Recht froh wollte ich nicht werden mit dem überlangen Streifen. All zu lastend kommt die Familiengeschichte daher und, trotz der Einteilung in Kapitel, findet der Film kaum Struktur. Spätestens bei der Ellen-Geschichte, in der Mitte des Streifens, stieg ich mental aus.


    Mein Kinobesuch in der letzte Woche bereitete entschieden mehr Vergnügen:


    "All We Imagine as Light"


    Der indischen Filmemacherin Payal Kapadia standen für die drei zentralen Figuren hervorragende Darstellerinnen zur Verfügung. Aus dem fast dokumentarischen Einstieg in die Lebenswelt der drei Frauen aus drei Generationen entwickelt sich die subtil erzählte Geschichte, die gegen Ende den realistischen Rahmen sprengt. Divya Prabha, Chhaya Kadam und, ganz besonders, Kani Kusruti, - drei Gesichter, die mir lange in Erinnerung bleiben. Mein erster Film in Hindi und Malayalam, mit portugiesischen Untertiteln.




    Die Hofer Symphoniker haben einen Chefdirigenten: Martijn Dendievel.


    Eine klugen Entscheidung der neuen Intendanz, nach über 20 Jahren wieder einen musikalischen Leiter zu wählen, in Abstimmung mit dem Orchester. Nach dem Ausscheiden von Golo Berg 2001 blieb die Stelle vakant. Mit Hermann Bäumer, GMD in Mainz, stand ab 2016 zumindest ein 'Conductor in Residence' regelmäßig am Pult und gestaltete die Programme wesentlich mit.

    Erfreulich, wie lange hier die Liste möglicher Dirigentinnen für das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker bereits ist. Mir fiel ergänzend Marin Alsop ein, sie leitet seit 2019 das hervorragende Orchester des ORF. Ich lernte Alsop während ihrer Zeit beim OSESP in São Paulo kennen. Nach ihrem MET-Debut 2024 steht Marin Alsop im Februar erstmals am Pult der Berliner Philharmoniker. Mit 68 Jahren zählt sie zu den Seniorinnen der 'Dirigentenbranche', zusammen mit Simone Young, die dieses Jahr 64 wird.

    André van der Merwe, Leiter und Arrangeur des Stellenbosch University Choir, saß 2017 in der Jury des Internationalen Kammerchor-Wettbewerbs in Marktoberdorf. Eine Veranstaltung, die alle zwei Jahre Chöre aus aller Welt in diese schwäbische Kleinstadt bringt. Vom

    6. bis 10. Juni 2025 findet der nächste Durchgang statt, an den sich eine Meisterklasse für Chordirigieren anschließt.


    https://www.kammerchorwettbewerb.org/de

    Vielen Dank für diesen Hinweis Joseph II. - ich begebe mich auf die Suche.


    :)


    Edel in Hamburg schrieb ich ein Email, mit der schlichten Frage, ob in nächster Zeit eine Wiederveröffentlichung geplant sei. Anscheinend liegen die Rechte für Eterna-Aufnahmen unverändert dort.

    Auf dem deutschen Markt ist derzeit kein Tonträger greifbar. Bestellung in Japan kommt für mich nicht infrage, und weit über Euro 50 zahle ich nicht.


    Wer seinen Beschaffungsradius so weit zieht, und tief in die Tasche greift, dem sei die Aufnahme neidlos gegönnt.

    Vielen Dank Joseph II. für die schnelle Antwort. Leider bestätigt sie meine Befürchtung, dass die Bruckner 8 mit der Staatskapelle Berlin unter Otmar Suitner derzeit nicht auf Tonträger greifbar ist.


    Der Vermutung, dass die Rechte der Eterna-Aufnahmen unverändert bei Edel/Berlin Classics liegen, gehe ich nach.

    Mich interessiert, wer aktuell über die Rechte an den Eterna-Aufnahmen verfügt?


    Verschiedene Einspielungen erschienen, nach der sogenannten Wende, auf Labels wie "Capriccio" oder "Berlin Classics". Vor Jahren erwarb ich (für kleines Geld) Johannes Brahms, Symphonien 1-4, mit der Staatskapelle Berlin, unter der Leitung von Otmar Suitner. Die "Erste" davon seither eine meiner Lieblingsaufnahmen. "Ars Vivendi" steht hier auf dem Cover.


    Dieser Tage begegnete mir, auf YouTube, eine hinreißende Aufnahme von Anton Bruckner's Symphonie Nummer 8, mit Otmar Suitner und der Staatskapelle Berlin. Eine Studioaufnahme der Eterna, aus Mitte der Achtziger. Trotz eifrigen Forschens kann ich diese Einspielung nirgendwo auf Tonträger entdecken.


    Dies veranlaßt meine oben gestellte Frage in die Runde.

    Die zweite Oper ist "Osud" (Schicksal)


    Die Begeisterung von Dr. Pingel teile ich, ein im besten Sinne "merkwürdiges", fasznierendes Werk.


    "Osud" erlebte ich vor Jahren in Stuttgart, vom Team Jossi Wieler/Sergio Morabido szenisch realisiert, mit Sylvian Cambreling am Pult.


    Erst 1958 kam dort, an der Württembergischen Staatsoper, "Osud" auf die Bühne, einen Tag nach der Uraufführung in Brno. Die zurecht gefürchtete Partie des Živný sang in Stuttgart Josef Traxel. Konzertant präsentierte die Brünner Oper das Werk bereits 1934 in einer Rundfunkübertragung.


    Operavision bietet die Möglichkeit, sich einen Eindruck zu bilden von dieser selten gespielten Oper:


    https://operavision.eu/de/bibl…ny-national-theatre-brno#






    „In einer Gesellschaft, die ein solches Liederbuch versteht und liebt, wird es sich gut und gefahrlos leben lassen. Im Vertrauen auf eine solche sind diese Stücke geschrieben"

    Lieber Helmut Hofmann,


    welch große Freude, dass Sie sich der Liedersammlung von Hanns Eisler zuwenden. Ihrem Projekt wünsche ich gutes Gelingen und aufmerksame Leser. Der Gegenstand Ihrer Betrachtung verdient sie zweifellos.


    Herzlich


    udohasso

    Heute Abend auf Deutschlandfunk Kultur die Gelegenheit zum Nachhören eines großartigen Konzerts, das ich letzten Freitag erleben durfte


    Freiheitshalle Hof
    Aufzeichnung vom 19.11.2021

    William Walton
    Ouvertüre zum Lustspiel „Scapino“

    Benjamin Britten
    Konzert für Violine und Orchester d-Moll op. 15

    Ralph Vaughan Williams
    Sinfonie Nr. 2 G-Dur „A London Symphony“

    Carolin Widmann, Violine


    Hofer Symphoniker
    Leitung: Hermann Bäumer

    Hat Herbert Blomstedt überhaupt jemals die Wiener Phliharmoniker dirigiert? Diskographisch habe ich da jedenfalls nichts gefunden :/

    Herbert Blomstedt ist seit Mitte 2019 Ehrenmitglied der Wiener Philharmoniker. Seit 2011 stand er regelmässig am Pult des Orchesters. Bei Abonnementkonzerten, im Rahmen der Salzburger Festspiele und auf Gastspielreisen, zuletzt beispielsweise in Luzern und Amsterdam.

    Wer sich mit dieser hinreißenden Musikgruppe beschäftigen möchte, dem sei die Dokumentation von Eberhard Fechner aus dem Jahr 1977 empfohlen:



    - leider scheint der zweite Teil im Moment nicht greifbar.


    Fechner gelang so etwas wie ein "imaginäres Gespräch" zwischen den damals noch lebenden Mitgliedern der 'Comedian Harmonists' und Nachfahren der schon Gestorbenen. Er führte lange Interviews, die er genial zusammen schnitt. Es entstand daraus, auch dank klug gewähltem Film- und Fotomaterial, ein liebevolles Portrait des Ensemble und seiner Mitglieder einerseits. Auf der anderen Seite gleichzeitig ein bewegendes, oft beklemmendes Zeitdokument.


    Ein Film, voll von atemberaubenden Momenten. Für meinen Geschmack dem außerordentlich erfolgreichen Vilsmaier-Spielfilm weit überlegen. Wobei ich damit, zugegeben, Äpfel mit Birnen vergleiche.

    Ein bemerkenswerter Konzertmitschnitt, anlässlich dreier Geburtstage: Beethoven (200 Jahre), dem des Orchesters (400), und dem von Lenin (100).


    Mit einer Uraufführung, der Orchestermusik Nr. 3 'Lenin' von Paul Dessau, und den Variationen für Orchester von Arnold Schönberg erstaunlich viel zeitgenössische Musik auf dem Programm.


    René Leibowitz am Pult der Staatskapelle, vermutlich eines seiner letzten Konzert in Berlin.


    Noch ist der Mitschnitt auf Deutschlandfunk Kulur verfügbar:


    https://www.deutschlandfunkkul…ml?dram:article_id=500472

    Der erste Tenor meines Lebens ist tot, und ich sehr betroffen. In seinem ersten Engagement, am damaligen "Städtebundtheater Hof", sang Mario Brell in seiner zweiten Spielzeit den Linkerton (so hieß das damals) in Puccinis "Butterfly". Mein erster Opernbesuch, im blühenden Alter von knapp 17 Jahren.


    Auf der Freilichtbühne des Augsburger Theaters begegnete er mir wieder, als Einspringer sang Mario Brell den Herzog in "Eine Nacht in Venedig". Zusammen mit einem weiteren Gast, dem Tenor Hermann Nocker, der ebenfalls seine Bühnenkarriere in Hof begann. Einige Jahre war die Operette Domäne von Mario Brell, er außerdem ein gefragter Einspringer, landauf, landab.


    In Düsseldorf erlebte ich ihn, Jahre später, in der Titelrolle von "Fra Diavolo", in alter stimmlicher Frische. In seinen Fünfzigern las ich in der Operwelt von einem 1. Geharnischten in der "Zauberlföte" und dachte, Mario Brell zieht sich auf das Altenteil zurück. Weit gefehlt, Brell startete eine Spätkarriere im schweren Fach. Von den großen Wagner-Rollen blieb ihm nur der "Tristan" verwehrt - tragisch, dass den Sänger in den Endproben für dieses Werk ein Herzschlag ereilte. Von dem sich Mario Brell erholte und weiter sang, ein echtes "Theaterpferd" eben, jetzt im Charakterfach.


    Mario Brell und ich kamen, in dessen späten Jahren, über einen Bühnenkollegen persönlich in Kontakt. Deshalb kenne ich seinen Zwerg in der Zemliinky-Oper zumindest von einem privaten Mitschnitt aus Kiel, den er mir zukommen ließ. Leider bekam ich nie ein Tondokument seines viel gerühmten "Lohengrin" zu hören


    Ich werde diesem Ausnahmekünstler mein ehrendes Andenken bewahren.

    Zur Beantwortung der eingangs gestellten Frage "Was wird bleiben?" hilft ein Blick auf diese Seite:


    https://www.hans-werner-henze-stiftung.de/home/


    Eine Produktion der Wiener Staatsoper des Musikdrama "Das verratene Meer" ist angekündigt, Graz bringt das Undine-Ballett auf die Bühne, ein kleines Haus wie Pforzheim zeigt "Das Wundertheater" - alles Aufführungen in der Saison 2021/22. Dutzende Werke sind für den Konzertsaal angekündigt, und das Verzeichnis der Stiftung ist sicher nicht lückenlos.


    Die Veröffentlichung eines Mitschnitts der Aufführung des Oratorium "Das Floß der Medusa" unter Peter Eötvös auf dem Label SWR Classic scheint mir erwähnenswert




    9403969

    Das Theater Hof präsentiert die Oper 'Der Prozess' des US-amerikanischen Komponisten Philip Glass aus dem Jahre 2014 als deutschprachige Erstaufführung. Die Hofer Fassung erstellten gemeinsam der musikalische Leiter der Produktion, Clemens Mohr, und der Regisseur Lothar Krause. Clemens Mohr zeichnet auch für die orchestrale 'Pandemieversion' verantwortlich: einfach besetzte Streicher, Holz- und Blechbläser, Flügel und reichlich Schlagwerk. Der englische Text von Christopher Hampton wurde soweit wie möglich auf den Roman zurück geführt. Eine rundum überzeugende Werkfassung.


    Das gilt auch für die musikalische und szenische Umsetzung. Clemens Mohr gelingt es, flächigen Klang und Motorik im Gleichgewicht zu halten, begleitet und stützt sorgfältig die Sänger. Das Ensemble aus Stefanie Rhaue, Yvonne Prentki, Inga Lisa Lehr, Markus Gruber, Marian Müller, Igor Storozhenko und Minseok Kim bewältigt die Anforderungen der bis zu vier verschiedenen Rollen mit Bravour. Grandios Karsten Jesgarz in der Rolle des 'Josef K' - für seine Leistung vom Publikum zurecht bejubelt. Zwei Stunden steht er ununterbrochen auf der Bühne, gestaltet die Figur eindringlich und singt vorbildlich textverständlich. Keine Stimme für den Connaisseur, in Rollen wie dem Herodes in der 'Salome' oder des 'Loge' im Rheingold bestens aufgehoben. Partien, die der Sänger in seinen stolzen 25 Jahren am Theater Hof eindrucksvoll auf die Bühne brachte. Mit dem 'Joseph K' fügt der Charaktertenor Karsten Jesgarz eine weitere Glanzleistung hinzu.


    Die Regiearbeit von Lothar Krause und die Ausstattung von Annette Mahlendorf überzeugen rumdum. Weiß-grau-schwarz streng durchgehalten, durchsetzt mit roten Signalelementen, so stringent wie die Führung der gespenstischen Figuren auf der Drehbühne, die nicht zur Ruhe kommt. Josef K im braunen Allerweltsanzug, in der Schlußszene legt auch er Schwarz an. Konzentrierte, sorgfältige szenische Umsetzung, ohne Mätzchen.


    Am 17. und 18. Juli ist die Produktion kostenlos zu sehen auf


    http://www.youtube.com/TheaterHofTrailer






    Auf br-klassik.de ist zu lesen:


    Themen am 18.04.:


    • "Die schöne Galathée" - live am 25.04. aus dem Prinzregententheater - dazu ein Gespräch mit dem Tenor Gerhard Siegel und Stefan Frey zur Dialogfassung
    • Neuer Operettenführer anl. des 202. Geburtstages von Franz von Suppé (am 18.04.)
    • 100 Jahre "Der Vetter aus Dingsda" - Eduard Künneke im Ausland
    • Jacques Offenbachs "Schöne Helena" als Vorbild für Suppé und Künneke

    Das ist also nicht mehr aktuell, deswegen wurde ja schon auf den 11.4. verschoben

    Irrtum, die Mitteilung ist leider aktuell. Klassik.com berichtet, Stand heute:


    "Für die geplante Aufzeichnung Anfang April muss nun ein neuer Termin gefunden werden. Auch das ursprüngliche Übertragungsdatum, ein Sendertermin im Rahmen des Parsifal-Schwerpunkts und der Ausstrahlungstermin der Gesamtaufnahme auf drei verschiedenen Sendern sind nun nicht mehr einzuhalten. Neue Termine sollen zeitnah bekannt gegeben werden, so das Haus"