Beiträge von bubba

    Glemser ist der für mich größte lebende deutsche Pianist. Das erste, was ich von ihm hörte, war Schumann. Wirklich grandios: Vitalität einer Marth Argerich und zugleich die Noblesse von Arrau. Dann hörte ich Rachmaninovs 3. Klavierkonzert. Er ist der einzige, der mit Martha Argerichs und Horowitz Interpretation mithalten kann. Seine Scriabin - Sonaten sind mit Igor Shukovs durchaus vergleichbar.
    Und ganz nebenbei: Das meiste bekommt man zum Mitnahmepreis von 5-10 €, weil er bei Naxos unter Vertrag steht.


    Er hat neben seiner Aufnhame- und Konzerttätigkeit die Klavierprofessur in Würzburg inne.

    Ich frage mich auch, was das mit dem Codec zu tun haben soll...
    Es ist auch eine Frage, ob die Pre-Gaps, welche beim Mastern der CD erstellt werden, korrekt ausgelesen werden. Das einzige Programm, was die immer zu 100% richtig macht ist EAC (wurde oben aj schon genannt).


    Aber ich finde sehr interessant, was du über selbstgebaute Boxen erzähst, könntest du diese kurz vorstellen?

    Dazu muss ich anmerken, dass Hamelin durchaus auch vergleichbares Repertoire hat. Dazu gehören die Scriabin-Sonaten, welche er nun wirklich grandios musiziert , die Bach- und Telemann - Variationen von Reger, mit welchen er Serkin, Schiff und Becker überflügelt (und das nicht wegen seiner teilweisen halsbrecherischen Tempi, die er gänzlich mühelos spielt), sein Godowsky (Vergleich: Scherbakov, Libetta, Berezovsky, Bolet) und aber auch Beethoven (habe ich im Fernsehen live gesehen).
    Mit dem 2. von Brahms und obendrein noch op. 119, wo er sich also mit Katchen :jubel: :jubel: :jubel: und Gould :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: messen muss hat er sich nun wirklich offenbart. Ich habe noch nicht reingehört, werde es aber so bald als möglich.


    Viele Grüße

    Ich kann deine Aussage nicht im Geringsten verstehen (transparenter???)


    Er hat einen härteren Anschlag, das stimmt.


    Nun vergleicht man aber z.B. eine der allerschwersten überhaupt: op. 10 No.2 (2. Version) in a-moll "Ignis fatuus".


    Jetzt schau mal in die Noten und vergleiche nun Hamelins Spiels mit Berezovskys.
    Ab Takt 36 (a Tempo und wieder pp) gibt es im Bass bei Hamelin (weil es in den Noten steht) eine Melodie zu hören, die zugegeben nicht ganz einfach zu spielen ist (man hat dafür den 4. und 5. Finger).Berezovsky spielt diese Linie total verwaschen.


    Oder hör dir die "Tarantella"(op. 10 No 5, 3.Version) an. Berezovsky spielt deutlich weniger flüssig als Hamelin.


    Die zweite Version von op 25 No1 spielt Hamelin mit durchdachterer Stimmführung (unter dem Aspekt Godowskys starker Polyphonie).

    Zitat

    Original von musicophil
    Hallo Buba,


    Mit CDex kannst Du sofort in APE-format rippen. Das wußtest Du natürlich, aber ich glaube Du hast versäumt es hier zu erwähnen.
    Ich habe brigens Deinen Link im Unter-Thread "Internetlinks aufgenommen.


    LG, Paul


    Ich wollte eigentlich damit ausdrücken, dass dbpoweramp IMHO ein besseres Interface hat. dbpoweramp macht nur leider immer Probleme, wenn es ums rippen ins .mp3-Format geht (Lizenz...)

    Mein bevorzugtes Programm zum Verwalten und Abspielen ist foobar2000. Schnell, gute Qualität im Output (es gibt Player, die versauen durch ignorante Programmierung die Qualität) und riesiger Funktionsumfang (in absehbarer Zeit wird foobar2000 auch EAC ersetzen können!)

    Das .ape Format ist ein besseres verlustfreies Format als das .flac Format, weil es eine höhere Kompressionsrate hat. Um .ape Dateien mit Nero direkt zu brennen, läd man sich hier die entsprechende .dll runter:
    http://www.bitburners.com/Nero_Audio_Plugins/
    (Einfach Anleitung lesen und dem Link folgen)
    Der beste CD-Ripper ist dbpoweramp (für alle außer .mp3) und für .mp3 ist es CDEx.
    Die besten mobilen Abspielgeräte sind von IAudio.
    Natürlich ist es kein Problem, auf so einem Gerät verschiedene Formate mitzuführen und auch zu hören, wichtig ist nur, dass der Player jedes einzelne auch unterstützt. Das Flaggschiff von IAudio, der X5, unterstützt momentan


    MPEG1/2/2.5 Layer 3, WMA, OGG, ASF, FLAC,
    WAV (11/22/44Khz,16Bit, MONO/STEREO),
    XviD MPEG 4 Video, JPEG


    Also wäre, wenn du dich für ein I-Audio entscheidest, eine wichtige Frage, ob du einen Kopfhörer hast, mit dem du die Unterschiede zwischen lossless (flac, ape, wav,etc.) und einem guten lossy-Format (ogg, mpc) hörst und auf diese auch wertlegst.
    Da der I-Audio leider kein .ape unterstützt ist .flac natürlich nicht schlecht. Andererseits könntest du deine Musik für deinen mobilen Player einfach im .ogg - Format mit variabler Bitrate (ich empfehle als Mittelwert 256 kbps) mitnehmen, der Unterschied ist vorhanden aber seeehr schwach und nur mit großer Aufmerksamkeit zu bemerken (bei Klaviermusik z.B. kann ich keinen Unterschied zwischen dem besten lossy-Format .mpc auf Standardqualität und irgendeinem lossless hören, auch mit Sennheiser-Studio-Kopfhörern nicht, bei Orchestermusik und Orgel etc. höre ich kleine, schwer zu beschreibende Verluste (das Volumen fehlt dann etwas))


    Die besten Soundkarten im bezahlbaren Bereich für Stereo sind von MAudio, nimm das billigste Modell, die Qualität ist gleich den sehr teuren, es hat nur weniger Aus- und Eingänge.


    Ich hoffe, ich konnte etwas helfen :)


    EDIT: Ich hab mich noch mal schlau gemacht und herausgefunden, dass das lossless Format "optimfrog" mittlerweile etwas besser als .ape ist. Bei diesem Format wirst du aber, genauso wie bei .mpc, wohl ewig auf Hardwareunterstützung warten können. Für die Fesplattenarchivierung aber ist es sehr geeignet.

    Ich bin auf ein Video (scheint der Qualität nach ein privates zu sein) von einem Pianisten namens "Sandro Russo" gestoßen. Er spielt "Sorabji Pastiche no.2 Habanera".
    Mal abgesehen von diesem irsinnig schweren Stück ist es eine musikalisch durchaus große Leistung. Mich würd interessieren, ob jemand diesen Sandro Russo kent und mir Aufnahmen empfehlen kann.


    Viele Grüße

    Selten so gelacht, als um Lang Lang der Medienrummel losbrach und selten jemanden so an Schubert vorbeispielen gehört wie Volodos.
    Seine Virtuosen Donnereien können sich auch btw nicht mit der nicht musikalischen Ebene der technischen Anforderung einer Sorabji- oder Godowsky-Etüde messen. Trotzdem werden sie 1. Wegen ihrer technischen Perfektion (was objektiv falsch ist) und 2. Wegen ihres Tiefgangs (was ich einfach nicht nachvollziehen kann und etwas geschmacklos finde) in den Himmel gelobt. Nicht unbedingt hier im Taminoforum aber in den Medien durchaus.

    Ganz unabhängig von den tiefergehenden, hochinteressanten Diskussionen über seine Person frage ich mich, weshalb Horowitz (genauso wie Michelangeli) in die "Hochvirtuosen" Kategorie gesteckt werden.
    Jeder, der sich nur ein bisschen auskennt, stellt fest, daß Horowitz eine ziemlich verschlampte Technik hatte und es wirklich zahlreiche ihm technisch weit überlegene Pianisten gibt (und auch gab, Cziffra, Gould, Arrau, Richter zum Beispiel).
    Nichtsdestotrotz bin ich ein großer Fan von ihm, aber nicht wegen seiner Technik sondern vielmehr wegen seines geradezu mystischen Anschlags, seinem sahnigen Diskant, seiner Pedaltechnik - nicht zu fassen, was aus der harmlosen "Träumerei" in Schumanns "Kinderszenen" werden kann...


    Aber DER Virtuose war er nicht.



    Und noch eine kleine Bitte: Bitte NIEMALS Volodos oder Lang Lang - diese hilfreichen Klavieridioten - mit Horowitz, Rubinstein etc. vergleichen. Das ist doch wirklich geschmacklos.



    Viele Grüße

    Mit der entsprechenden Ausstattung (also mit meinen beyerdynamic-Kopfhörern) höre ich mittlerweile den Unterschied zwischen mpc auf höchster Stufe und irgendeinem lossless-Format (also wav, ape, flac, etc.). Über meine Anlage kommen die Unterschiede am schwächsten bei Klaviermusik zum tragen (dort höre ich dann keinen Unterschied). Signifikant dagegen wird es sogar auf meiner Anlage bei grüßeren Orchesterbesetzungen und bei Orgelmusik. Hier klingt lossy zu lossless ungefähr wie eine gute Analogaufnahme zu einer guten CD-Aufnahme, nämlich wie wenn jemand spricht/singt und dabei seine Hand vor den Mund hält.


    Viele Grüße

    Um diesen Thread mal wieder aus der Versenkung zu holen:


    Mir ist mittlerweile mehrfach aufgefallen, daß der "introvertierte Techiker" (ich kann mich da nicht anschließen) in eingen seiner Aufnahmen mitsingt. Erinnert natürlich stark an Glenn Gould, den ja auch viele "kalt", "introvertiert" und manche sogar als "autistisch" bezeichnen würden.
    Also explizit aufgefallen ist mir sein Mitgesinge bei einigen Schumann-Einspielungen und bei einer Live Aufnahme des 4. Klavierkonzerts von Beethoven mit Abaddo. Er zelebriert hier technische Perfektion, brillianten Ton, stürmiges Vorwärtsdrängen aber auch die wichtigen Atempausen kommen nicht zu kurz. Eine tolle Aufnahme.


    Viele Grüße

    Wer meint, die Bach-Kantaten klängen gleichförmig, möge Beispiele anführen oder im Boden versinken.
    Also ganz ehrlich, ich höre momentan ca. 6 Stunden Klassik pro Tag und immer, wenn ich irgendeine Bach-Kantate auflege (sei es Gardiner oder Koopman) höre ich gebannt zu - großartige Musik.


    Und es stimmt, der Jammer ist der, daß so viele verloren sind.


    Viele Grüße

    In jugendlichem Überschwang und Todesbetrübnis haben sich bei mir in den letzten Tagen die Godowsky-Etüden zurückgezogen...
    Erst Beethoven Sonaten, dann Schumann-quer durch, dann Schubert und Brahms-Intermezzi, entweder Katchen oder Gould. Zur Seelenheilung bietet sich Bach an.
    Zunächst Goldberg Variationen (natürlich Gould 1981)
    Violinsuiten auf Gitarre, Cellosuiten, ich denke, falls garnichts mehr geht, hilft nur noch h-moll Messe.

    Thomas bernhard (ich schreib jetzt mal den echten groß...)
    Da kann ich Dir nur zustimnmen, ich habe auch "Holzfällen" als erstes gelesen und bin halb depressiv geworden. Das ging mir auch mit allen weiteren Romanen von ihm so. Die kurzen Erzählungen sind auch großartig, doch sie sind nicht derart zersetzend, weil dafür der Platz nicht gegeben ist.
    Doch jetzt, kurz vor dem Abi kann ich mir es nicht leisten, Thomas Bernhard zu lesen, höchstens in homöopatischen Dosierungen. :D



    Viele Grüße


    Ja, ich muss sagen, dass gerade auf hoher Stufe (da entwickelt mpc seine Stärken) mpc sehr viel klarer ist als ogg . Aber das, was du ansprichst, ist für Leute mit mp3-Player der entscheidende Faktor: mpc ist ein ziemliches "insider"-Format, ogg dagegen schon bald so populär wie das um Klassen schlechtere Lame-mp3 - Format. Deswegen unterstützen viele mp3-Player auch ogg aber bis jetzt keiner (soweit ich weiß) mpc.



    Viele Grüße

    Also
    .ape ist das beste lossless-Format. Es gibt mathematisch keinen Unterschied zu .wav, deswegen gibt es auch niemals einen zu hören.
    Momentan ist für mich .ape das Maß aller Dinge.
    Aber nur, bis mir der Speicherplatz ausgeht... dann empfehle ich als bestes lossy (also Mathematisch NICHT verlustfrei) .mpc - definitiv das beste (wird auch von jedem, der sich auskennt bestätigt). Wichtig für .mpc: erst ab mindestens 192 kb/s, darunter ist es schlechter als einige andere, unter 192 lieber .ogg benutzen. Aber da Klassikhörer ja auch mehr auf Qualität setzen, denke ich, dass man mit .mpc, Stufe:braindead (das sind dann so 280 kb/s, glaube ich) sehr gut fährt. Ich höre in dieser Qualität keinen Unterschied mehr.


    Viele Grüße

    Ich finde Alkan musikalisch garnicht mal so uninteressant. Und auch ein paar Godowsky-Etüden haben was (z.B. "ignis fatuus").
    Falls man das technische nonplusultra sucht, wird man auch bei Hamelin als Komponist fündig. z.B. Preludium und Fuge von ihm oder seine Etüden.


    Zitat

    Original von klingsor
    wurde eigentlich schon islamej von balakirew genannt? das zählt wohl auch zu den pianistischen hämmern ...


    Das ist zwar auch recht heftig, aber nicht mit Alkan zu vergleichen. Islamey haben sehr viele Pianisten gespielt (auch Brendel :D ), doch wie viele ENspielungen gibt es von den Godowsky-Etüden? 1.5, naämlich Hamelin (gesamt) und ein paar von Jorge Bolet.



    Viele Grüße

    Um diesen Thread mal wieder zu beleben:
    Gerade höre ich die ERATO-CD der Motetten mit Gardiner(samt BWV 118 und 231, die sonst nicht eingespielt werden).
    Also davon abgesehen, daß die CD wohl in einer riesigen Kathedrale aufgenommen wurde(das lässt zumindest der ziemlich hallige und somit nicht gerade klare Klang vermuten), ist der Chor von Ton Koopman klanglich kultivierter. Gardiner verwechselte damals anscheinend kräftig mit militärisch. Vieles wirkt etwas fest.
    Besonders auffallend zum Beispiel in "Fürchte dich nicht" der Schluss: Wie leer und kalt, ja fast schon Karl Richter-mäßig lässt hier Gardiner seinen Monteverdi-Choir auf den Schluss "Du bist mein" drücken, im Gegensatz zu Koopmans versöhnlichem ausschwingen. Zudem hat der Monteverdi-Choir hin und wieder echte Intonationsschwierigkeiten. Außerdem kann ich persönlich es nicht leiden, wenn der Chor (insbesondere die Frauenstimmen) von Streichern begleitet werden.
    Eine nicht schlechte Aufnahme (ich habe jetzt nur die negativen Aspekte genannt) - ungefähr auf dem Level Harnoncourts, aber Koopmans finde ich besser.


    Viele Grüße

    Was haltet ihr von Cziffras Symphonischen Etüden? Ich finde, man hört durch, daß er sehr viel Liszt gespielt hat: Ein derart kräftiger Bass, teilweise komische Ritardandi, manchmal ein wenig wolkig (man vergleiche mit Ivo Pogorelich!.) Trotzdem sehr interessant, auch wenn viele der Meinung sind, es wäre eine Art Selbststilisierung.
    Aber die Funerailles und die h-moll Sonate lassen mich nur verstummen :D :jubel: :jubel:


    Viele Grüße

    Also technisch ist er unfehlbar, das bezweifelt bis jetzt auch kaum einer.
    Und der Vorteil des Nischenrepertoires ist natürlich auch, sich nicht mit allzuvielen messen zu müssen. Ein wirkliches Problem an Hamelins Interpretationen ist, daß sie immer diesen süffigen Klang haben, genau dies wird in folgener Rondo-Rezension recht gut beschrieben:


    "
    Es fällt schwer, Marc-André Hamelin nicht zu mögen. Sein Spiel klingt immer souverän und herrlich sonor. Und selbst nach monströsen Stücken wie Medtners „Nachtwind-Sonate“ (siehe Rezension) oder Regers „Bach-Variationen“ (siehe Rezension) glaubt man ihm hinterher, dass es gar nicht so schwierig war. So bezwingend klar, so sahnig angerichtet bekommen wir Schwierigstes, dass man nicht mehr fragt, auf wessen Kosten hier der Triumph über die Materie so verlockend zelebriert wird.
    Doch hier, bei drei berühmten Werken Schumanns, müsste mancher in seinem Hörsessel aufschrecken, sich die Augen reiben und endlich begreifen, wie das geht. Ich gebe zu, es gefiel auch mir am Anfang. Ich hatte flüchtig zwei ergreifende Schlüsselstellen im ersten Satz der C-Dur-Fantasie gehört, den Epilog zur Balladenton-Durchführung und das Beethoven-Zitat am Ende, wo Schumann seine „Ferne Geliebte“ grüßt. Das tönt Hamelin in der Tat sehr sensibel und schnörkellos ab. Er kann es ja. Es gibt ja herrliches Klavierspiel zu entdecken.
    Doch Hamelin zerstört sich alle Poesie und Balance durch seine Neigung zum pastos hingepinselten Breitwand-Sound. Der gibt er überall nach. Ein Akzent auf einer Oktave im Bass bedeutet für Hamelin, mit durchgetretenem Pedal eine röhrende Fortissimo-Granate abzuwerfen. Die überaus voluminösen, aber auch verfetteten Bässe sind in dieser Aufnahme hässlich übersteuert. In welchem Maße ist der Likörtorten-Klang Hamelins eigentlich ein Produkt der Hyperion-Aufnahmetechnik?
    Es ist, und ich weiß, jetzt schreien die Hamelin-Verehrer auf, etwas Vulgäres in diesem Spiel. Ein Hauch von Jahrmarktsspektakel, von dunstigem Trubel. Hatte man noch bei der bezaubernden Scherzando-Episode im zweiten Satz hoffnungsvoll durchatmend zugestimmt, ist die Hauptsatz-Reprise dann von fast parodistischer Grobheit: „Das gefällt, nehmen sie Anteil meinedamnunherrn – hier ist die Action.“ Und die kuriosen, vieldiskutierten Tempoanweisungen der g-Moll-Sonate: „So rasch wie möglich – schneller – noch schneller“ werden nicht befragt, sondern gleichsam am Gashebel eines Fahrgeschäftes umgesetzt. Was bei Martha Argerich einen fiebrig-hysterischen Zug gewinnt, ist bei Hamelin allenfalls von pianistischem Interesse. Und die Argerich ist einfach besser.
    Das Thema der „Sinfonischen Etüden“ verheißt noch nuancenreiches, warm timbriertes Spiel. Aber schon in der ersten Variation ärgert das gutturale Kollern der Basslinie – bin ich ein Notentext-Sklave, wenn ich einwende, dass sich das dynamische Spektrum hier vom pp zum p bewegt? Aber das ist noch harmlos neben den folgenden Anfällen.
    In geradezu genialer Weise werden poetisch-komplizierte Wunder hier mundgerecht gemacht. Diese CD ist idealer Schumann-Einstieg für die Pokémon-Generation. Eine Nominierung für die Vierteljahresliste der Deutschen Schallplattenkritik scheint unvermeidlich.


    "


    Teilweise etwas zu bösartig, aber verständlich.



    Viele Grüße

    Bach - Matthäus-Passion - Gardiner :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:
    Ich dachte, Koopman hätte schon das letzte Wort gesprochen, aber Gardiner ist mindestens ebenbürtig (bis auf den Bariton, Koopman arbeitet mit dem unschlagbaren Klaus Mertens zusammen).


    :jubel: :jubel: :jubel:


    EDIT: Eines jedoch ist sehr störend: Der Monteverdi-Choir singt teilweise sehr unzivilisiert und brutal, was garnicht zum filigranen Spiel des Orchesters passt. So kenne ich diesen Chor noch garnicht.